Hans Alexander Eder
Ostern 2011-05-31
Dem sel. Papst Johannes Paul II
In Dankbarkeit zugeeignet
AUFBAU DER BETRACHTUNG (Teil I)
5
Einkreisen des Themas
5
Aufbau Auferstehung/ Apokalypse
6
Nur im DREIFALTIGEN GOTT ist die Freiheit der Kinder GOTTES gewahrt
8
Vom Einen GOTT
8
Die Versuchung des Ich
8
Von der Notwendigkeit
des Gespräches
9
Der Weg vom Du zum Wir
im HEILIGEN GEIST
9
GOTT, das Maß aller
Dinge
10
Der Anteil der heiligen Engel
11
Kreise des Wachstums im Blick auf das Gericht,
12
Erkennen und anerkennen
wir die uns gesetzten Grenzmarken
13
Notwendigkeit einer
„Offenbarung“
13
„Prüfe, das Gute
behalte!“
14
„Natürlich –
übernatürlich“
15
DREI und EINS im Anfang
und im Ende,
16
Mit MARIA „kreisen“
17
I.Teil: Erdbeben und erstes Licht
18
Anruf dieser Arbeit
19
Der ganze Mensch muss
antworten
19
Exkurs: „Apfel“
25
Kein Weg zur Auferstehung als durch das Kreuz
27
Kreuz, höchste Seligkeit
in GOTT
27
Warum ist es uns Kreuz
dann Leid, Schmerz, Sterben?
28
Unser je persönliches Kreuz
30
Ortsbestimmung im Kreuz
31
Ein wenig „Biographie“
35
„Dichtung und
Offenbarung“
35
IHN finden
37
Umbruch auf allen
Gebieten
37
Bitteres heilt
39
„Die heilige DREI“
42
Auferstehung und Apokalypse
44
Die Dreifaltige Wirklichkeit der Auferstehungsberichte
44
Apokalyptische Engelhilfe
44
Erste Stufe ist das
„Leere Grab“,
44
Der zweite Schritt ist,
Ihm zu begegnen, Jeder auf seine Art!
45
Der dritte Schritt: die Sendung
45
Der konkrete Ort der apk. Engelhilfe
45
Aller Neuanfang beginnt im Schatten des Kreuzes
46
Die Hilfe der hl. Engel bei der Auferstehung
47
Johannes „bleibt“
47
In drei Schritten durfte
er als Erster der Apostel erkennen
47
Hinweis
50
Die Dreifaltige Erfahrung der Auferstehung CHRISTI
50
Ein Blick auf die Vier Lebenden Wesen
53
Zu III Die Entsprechung in der Geheimen Offenbarung.
55
„Neuanfang in Galiläa!“
58
Gemeinsam mit Lukas
60
Die Sicht auf einen Neuen Anfang (=“Galiläa“) bei Johannes
60
Verheißung der „Freiheit der Kinder GOTTES“
62
Der Weg M. Magdalenas
62
Das Braugeheimnis
63
Ernüchterung: „nicht ohne
den HEILIGEN GEIST!“
63
Angst vor der wahren
Freiheit
64
Die Antwort der MUTTER
65
Hilfe des Engels, Hilfe im HEILIGEN GEIST
66
Die BEGEGNUNG mit dem Auferstandenen HERRN
67
Bei M a t h ä u s
67
Auf dem Rückweg vom Grabe
67
Der Betrug der Hierarchen
68
Die Begegnung in Jerusalem (20,36-42)
72
DIE SENDUNG
74
Bei Johannes
74
Die Sendung der Jünger
bei M a t t h ä u s
74
Die Sendung bei Lukas
76
Johannes: Die Sendung ins
Opfer (21,1-23)
76
Der Bericht des hl.Paulus über die Erscheinungen JESU
83
Sendung aus der Mitte des Abendmahlsaales
84
Auferstehung und Apokalypse,
89
III. Teil
89
Der Aufbau der Kirche im Zeichen des KREUZES
89
Blick hin zur Geheimen Offenbarung
89
Ein Blick in die Apostelgeschichte
90
Das einfältige Geheimnis der Ecksäulen
91
Ecksäulen in der Apostelgeschichte
94
Die Wahl des Apostels Matthias (Apg 1,15-26)
96
Exegese des Textes zu Matthias:
98
Auferstehung und Apokalypse Eine Hoffnung
99
Vorüberlegung
99
Die Entscheidung für oder gegen GOTT in der GO
100
Das Reich GOTTES ist in eurer Mitte!
102
DAS LEERE GRAB: GERICHT UND VERHEISSUNG
107
Der Bogen vom Auferstehungsbericht über das Leere Grab zur Apokalypse
107
Die gemeinsamen Elemente:
110
Dreifaches Zeugnis der
Auferstehung
111
Im Blick auf die Eigenprägung der Evangelien
112
Das Kommen zum Grab
112
Der Auftrag
114
Die Erfüllung
des Auftrages
115
Rückblick
115
Das Licht der „Sonnenumkleideten Frau“
116
Es ist der HERR!
116
Exkurs:
„Sieben Dämonen ausgetrieben“
118
Die Salbung JESU durch M. Magdalena
121
Gemeinschaft in der
GO
122
Die Begegnung nach dem Tod JESU
125
Begräbnis Freitag gegen Abend
126
Am nächsten Morgen
127
Erscheinung vor den Jüngern
131
GOTTES ALLMACHT
muss es tun
134
Sendung/Heimkehr
135
Notwendige Unterscheidung der Berufung:
137
„Sendung“ in der GO
139
IV. Teil: „Passion MARIENS“
140
Aus der Ohnmacht des BROTES - kommt der Sieg des Geopferten LAMMES
140
HLST. EUCHARISTIE und MARIA
140
„Lazarus“
140
MARIAS Anteil an der Hlst. Eucharistie.
141
Brot und Jerusalem
142
„Von der Erde bist du genommen…“
143
MARIA - Lebensbaum
143
Hlst. Eucharistie und GOTTESstadt
143
Der Sühnetod MARIAS:“Steh’ auf Jerusalem!“
144
Das Sterben MARIENS unter dem Kreuz
144
Lösung vom Leib?
145
WANDLUNG und SÜHNE bei den Jüngern
146
Der Weg der Jünger nach Emmaus (Lk 24,13-35)
146
GOTTES Heilswille
146
Ihre Wandlung
146
Wandlung im Strom des Lebens
147
Das Kreuz muss in ihnen aufgerichtet werden
149
DER HERR in der Mitte der Jünger (Lk 24,36 - 49)
149
Die schöpferische Kraft der Auferstehung
149
Wandlung der vierfachen Wirklichkeit des Menschen
150
Zusammenfassung:
151
Sühne als Waffe
153
„Sühneseelen, Opferseelen“
156
Kraft der Sühne
159
SÜHNE UND AUFERSTEHUNG
160

MITTE- Das Geheimnis von
Auferstehung und GO:
VERHEISSUNG EWIGEN LEBENS
Übersicht
Es ist sicher
ein ungewöhnlicher Weg, in ein Buch einzutreten, nicht einfach am Anfang,
bei der ersten Seite, bis man durch ist und das Buch ablegt, zufrieden oder
nicht zufrieden. In dieser Betrachtung versuchen wir das Thema von Außen
nach Innen einzukreisen, um von Anfang an immer den Blick auf die Eine
Mitte, die wir anzielen im Auge zu behalte. Mitte des Themas ist die
Verheißung NEUEN LEBENS, wie sie uns gleichermaßen aus den
Auferstehungsberichten wie aus der Apokalypse anstrahlt. Es soll diese
Verheißung wie eine einmal angeschlagene Glocke in unserem Herzen weiter
tönen hin zu Einen Großen Geheimnis unseres Lebens: GOTT.
Wenig hilft es
uns, wenn wir nur biologische Nahrung zu uns nehmen, wir müssen sie uns
organisch einverleiben, sie muss wie dann im heiligen Raum die hlst.
Eucharistie unser Leib werden. Wir sind zufrieden, wenn das Äußere glänzt,
dass wir in aller Hast unseres Lebens genau das verfehlen, was wir suchen:
Wahrheit. Bert Brecht drückt es ironisch aus in einem Gassensong: „Alle
laufen dem Glücke nach, doch das Glück läuft hinterher!“ Wir müssten nur
einmal einen Augenblick stehen bleiben und innehalten, die Arme öffnen und
das Herz. Dann käme die Wahrheit, die wir suchen, von sich aus auf uns zu
.Auch die Wahrheit ist nicht zuerst eine Sache, sie ist GOTT! Die Sünde
Adams und Evas war Ungeduld, nicht warten können, Neugier. Sie bleibt es bis
zum Ende. Sie wird sich aufblähen wie ein Atompilz und den Himmel
verdunkeln, doch sie wird im Feuer, das sie selbst ausgelöst hat verbrennen
Es bleibt unsterblicher Staub. Auch die Lüge muss bezeugen, dass GOTT allein
wahr ist.. Wenn wir nur täglich von den Unwahrheiten, an die wir uns gewöhnt
haben, reinigen, dann bräuchte es nicht das Große Feuer am Ende. Erst aus
der unter der Asche verborgenen Glut kann Neues Leben werden.
Wo immer wir
in die Betrachtung eintreten, am Anfang, Ende, irgendwo zwischen drin, ist
es notwendig, betrachtend zu lesen, wieder zu kauen. Wir müssen um uns
schauen, fragen wie hängt das Eine mit dem Anderen zusammen, wie entfaltet
sich das eine Thema, auf das wir zielen…….? Betrachten heißt eintreten in
das liebende Bemühen GOTTES „Alles neu zu Hand GOTTES. Nur dies ist uns
aufgegeben, wegzuräumen, was im Wege steht und uns zu öffnen für IHN. Schon
dies ist harte Arbeit, die alle unsere Aufmerksamkeit und Kraft beansprucht.
Wir werden dabei schwitzen, ein wenig wie der HERR in Seiner Ölbergstunde,
dass sich der Schweiß mit Blutstropfen mischte. Dies Eine möchte uns das
Bild vom Fegfeuer sagen. Auch dort gilt das Eiserne Gesetu: Per crucem ad
lucem = nur durch das Kreuz kommen wir zum Licht. Nehmen wir es schon hier
großherzig auf, das wird Drüben den Weg wesentlich verkürzen.
Doch schon
jetzt muss Tag für Tag in uns die Freude wachsen, leben zu dürfen hin auf
GOTT Erfüllung aller unserer Sehnsucht. Amen
In der Bereitung auf Pfingsten 2011
Freitag, 27. Mai 2011,
im Dank an GOTT durch MARIA
für die Seligsprechung von Johannes Paul II am Barmherzigkeitssonntag

Hinweis für den Leser/Betrachter
Mitte und Ziel des Buches ist es,
uns zu einer tieferen Erkenntnis des Dreifaltigen Geheimnisses der
Auferstehung zu führen und aus dieser Erkenntnis die Kraft zu eigener
Auferstehung zu schöpfen.
Es gibt drei Wege in die Betrachtung dieses Buches einzutreten, den Drei
GÖTTLICHEN PERSONEN zuzuordnen:
·
Der nächstliegende Weg ist, dass wir die
verschiedenen Teile nacheinander durchgehen: I/II/III/IV, wie die Kinder ein
Buch durchblättern, in der Suche nach Bildern. Ist das Leben nicht wie ein
Bilderbuch des VATERS, dass wir seinen Reichtum nie ausschöpfen können?
·
Die zweite Weise ist, die Teile in
kreisender Betrachtung (4 Kreise mit einer Mitte) oder als neun –armigen
Leuchter zu sehen. Dreimal geht der HERR mit Seinen Jüngern nach Jerusalem
hinaus. Da Er aufersteht geht ER ihnen nach Galiläa voraus. Wo sie mit IHM
angefangen haben, da sollen sie in der Führung durch den HEILIGEN GEIST
wieder ansetzen. Beim neunarmigen Leuchter entsprechen sich jeweils linke
und rechte Seite, ähnlich in den Kreisen. Dabei sollten wir links den
Anfangspunkt, rechts den Zielpunkt sehen und ihre gegensätzliche und doch
ergänzende Beziehung.
·
Wenn wir mit dem hl. Engel weiter
betrachten, wird sich der Kreis nach oben in einer Spirale öffnen hin zum
Geheimnis Seiner Auferstehung in uns, je persönlich. Dazu brauchen wir die
Vermittlung unseres Schutzengels, dem das Geheimnis unserer Berufung
anvertraut ist. Was der HERR in Seinem Weg nach Jerusalem nur andeutet, der
HEILIGE GEIST nimmt es auf, um uns in der Spirale der Lebensbewegung
anzuheben. Sie baut auf, was wir heute verlieren: eine christliche
Lebensordnung , in immer enger führenden Kreisen bis hin zu unserer
Berufung. Wegweisung ist hier die heilige Liturgie der Kirche in ihren
verschiedenen Zyklen. Die Bewegung der Spirale erhebt über den Kreis hinaus,
um in einem höheren Kreis aufzusteigen. Da alle Bewegung um Eine Mitte
kreist, muss sie endlich zurückfinden zur Einen Mitte: GOTT, in den mit
unserem hl. Engel einzugehen, wir berufen sind.
Eintritt durch
das Kreuz
·
Da das Geheimnis, das wir anzielen, das des
Ewigen Lebens aus GOTT und in GOTT ist, der Weg aber zu GOTT für den
Glaubenden der des Kreuzes ist, ergibt sich von dorther die Einteilung in
Vier Teile, den Vier wesentlichen Eigenschaften GOTTES zugeordnet. Mitte ist
dann jeweils die angezielte Tugend GOTTES.
·
Immer geht der Spannungsbogen aus von den
Auferstehungsberichten zur Geheimen Offenbarung. Dem Tod geweiht ist ein
Leben, das hier auf Erden seine Erfüllung sucht, aufsteigt im Zeichen des
Kreuzes, das nach Oben strebt.
·
Hier ist Ansatz, Verheißung, dort
Erfüllung, Vollendung
Die einzelnen
Teile stehen in der Gegensatzspannung von Verheißung und Erfüllung, wie in
den Schöpfungstagen: „Morgen und Abend“.
Teil I schaut
auf den HEILIGEN GOTT, in der Gegensatz - Spannung:
Wachstum in
der Führung des hl. Engels (im Licht der Neun Engelchöre)
- hin auf das Geheimnis einer Neuen Geburt (IX).
Teil II schaut
auf den WEISEN GOTT
im Licht der
Gegensätzlichkeit der Gaben des HEILIGEN GEISTES - hin auf die dreifaltige
Ordnung der Auferstehung (VIII). Der Gegensatz liegt hier im Bezug auf die
drei theologischen Gaben: Glaube, Hoffnung, Liebe – und zu den Vier
Kardinaltugenden: Maß, Klugheit, Gerechtigkeit, Starkmut.
Teil III
schaut auf den GERECHTEN GOTT
Hier
verspricht das Opfer des Kreuzes - Heilwerden von Mensch und Schöpfung (VII)
TEIL IV: Aus
der Ohnmacht der Hlst Eucharistie - bricht die ALLMACHT (VI) des Siegers.
Betrachten fordert, das zu Betrachtende in den Beziehungen zu durchleuchten,
die seinen Ort bestimmen. Immer müssen wir auf GOTT schauen als letzten
Beziehungspunkt
Die GO
steht als letztes Buch der Bibel in der Kreuzes - Spannung Alpha (Genesis)
und Omega, die sich in ihr vollenden soll, ist sie doch das Buch der
Wegweisung für unseren Weg in die himmlische Heimat.
Ähnliches gilt
für die Auferstehungsberichte im Neuen Testament, sie sind zurückzubeziehen
auf den Sendungsauftrag JESU im Bezug auf die Schöpfung, den der Mensch in
seinem gefallenen Zustand nicht mehr zu erfüllen vermag. So sind auch sie
eingeordnet in die Heilsspannung Genesis – GO.
In der Mitte
steht das KREUZ als Zeichen, dass wir nur in ihm heimfinden können zum EINEN
und zugleich DREIFALTIGEN GOTT, der uns auf den SOHN hin geschaffen, in IHM
erlöst hat und uns im HEILIGEN GEIST heimholen wird.
So erkennen
wir einen vierfachen Kreis, der sich nach Oben öffnet hin zum Einen GOTT,
Ursache, Weg und Ziel aller kreisenden Spiralbewegung.

·
Vom EINEN GOTT
·
hin zum DU GOTTES in JESUS und
·
zum WIR des HEILIGEN GEISTES
Vom Einen GOTT
Hier haben die
ersten griechischen Philosophen entscheidend den Weg bereitet. Sie stellten
sich die Frage: „Was ist das Bleibende in allem Wechsel der Dinge auf
Erden?“ Greifen wir ein Bild heraus. Im Bild ist Manches leichter zu fassen
als im Wort, nicht ohne Sinne tritt es in dieser Zeit wieder, im guten wie
schlechten Sinnen nach vorne:
„Das
Bleibende ist, dass sich Alles wandelt“. Nach
der aristotelischen Logik ist dies ein Widerspruch, nicht so im Bild. Sie
sind einem tiefen Geheimnis auf die Spur gekommen, für das wir heute in
unserem Fortschrittsglauben keinen Platz mehr haben. Wir wollen zu etwas
Fertigen, Greifbaren kommen, das uns in die Hand gegeben ist, auch wenn wir
nichts Genaueres dazu sagen können. In unserer Ungeduld hat uns der
Widerspieler in der Hand. Der Lichtträger war von seiner Lichtvollkommenheit
gefesselt. Nichts blendet mehr als das Eigenlicht, jeder Gedanke an Wandlung
ausgeschlossen. Und doch liegt gerade hier das tiefste Geheimnis des Lebens.
Weil GOTT im
höchsten Sinne Wandlung ist, kann nur aus IHM und mit Seiner Hilfe neues
Leben kommen. Wo keine Wandlung mehr zu erkennen ist, urteilen wir mit
Recht:„tot“. In GOTT kann es nichts Totes geben. Selbst der Widersacher, ist
vor GOTT Nichts, Staub. Doch weil er, als Geist geschaffen, bleibt
er:„unsterblicher Staub“. Wer als Mensch mit Seinem ganzen Sein in der
Stunde des Todes zu GOTT Ja sagt, geht ein in das Ewige Leben GOTTES,.
Grenze bleibt das Maß, nach dem GOTT ihn geschaffen hat. Da der Feind
erkennt, dass die Stunde seines letzten Gerichtes naht, setzt er Alles
daran, unsere Maße zu zerstören und dafür sein Maß aufzurichten. Schon in
der Sterbestunde JESU am Kreuz musste er erkennen, dass er sich getäuscht
hatte, doch er ist festgelegt für immer. Er muss in diesem „Nein“ GOTT
dienen als unsterblicher Staub. Das ist sein erster und letzter Lebenssinn,
den er all denen aufprägt, die sich von ihm täuschen lassen.
Fassen wir
zusammen: Leben ist: zum Geheimnis des Lebens,„Ja“ zu sagen.
Hier hat
uns das Zeugnis von Johannes Paul II einen neuen Weg erschlossen!
Die Versuchung des Ich
Wo es nur
Einen GOTT gibt, lebt nur das Ich, das Alles beherrschen und sich
unterwerfen will. Hier sind wir dem Gottesfeind auf der Spur. Der Glaube an
Einen GOTT im Gegensatz zur Vielgötterei, scheint ein Fortschritt. Doch er
ist es nur dann, wenn er nicht bei diesem ersten Erkennen verharrt. Wer nur
sich selbst will, ist Gewalt, die sich durchsetzt, die nicht duldet, dass da
neben ihm noch Anderes sei, das ihm nicht unterworfen ist. Wie erleben sie
bis in die eigene Stube. Es gibt kein Zuhause mehr, sie zerstört den letzten
Innenraum, den wir bräuchten, um IHM zu begegnen. Die Bewegung hin auf die
„Eine Weltregierung“ muss notwendig dem Einen zufallen, den der HERR als
„Menschenmörder“ von Anfang an bezeichnet. Die bittere Erfahrung: die Großen
werden immer größer, die Kleinen sind ihnen wehrlos ausgeliefert, müssen wir
heute auf allen Gebieten, voraus in Wirtschaft und Politik aber auch in
Sachen Religion erfahren.
Damit ist
nicht dem Polytheismus, der Vielgötterei, der Vorzug gegeben, sie ist das
andere Extrem. Dem Menschen ist es nicht gegeben, letzte Grenzen zu setzen,
aber auch nicht, sich als Anarchist gegen alle Ordnung aufzustehen.
Notwendig arbeiten beide einander in die Hand, wie wir es handgreiflich
erfahren:: „Roter und Weißer Fünfstern“, Proletariat und Demokratie,
Pharisäer und Saddzuzäer, sind Abwandlung des Griffes nach Macht. Dass wir
als Christen nicht in diesem Zwang stehen, darf der wache Christ im Zeichen
des Kreuzes täglich dankbar erfahren. JESU Wort von der Liebe ist nicht wie
die Worte der Welt, die nur einfangen wollen. Einfach weiß es Johannes zu
fassen: „So sehr hat GOTT die Welt geliebt, dass ER Seinen Eingeborenen SOHN
dahingegeben hat!“ (Jo 3,16). In diesem Sinne müssen wir schmerzhaft
zusehen, wie eine Kirche, die mitschwimmt mit der Zeit, nicht mehr aus
dieser Wahrheit der Liebe GOTTES lebt. Die Verfolgung wird ihr diese
verlorene Gnade in Einheit mit den hl. Engeln wieder schenken!
Von der Notwendigkeit des
Gespräches
Im wahren
Gespräch werden wir aus der Einsamkeit des Ich erlöst hin zum Du des
Nächsten. Wo die Gesellschaft bewusst zertrümmert wird bis in die Familie
hinein, wo selbst der Einzelne seelisch gespalten, wie der geheilt und
erlöst im Gespräch, im Austausch, im Eingehen auf den Anderen bis hin zur
Bereitschaft für ihn das Leben hinzugeben. Gespräch im DREIEINIGEN GOTT ist
der tiefste Grund, dass GOTT immer neu ist. Wo es nur zwischenmenschliches
Gespräch ist, ohne GOTT mit einzubeziehen, bleibt die Gefahr des
Übergriffes. Wo wir nach der fortschreitenden Auflösung der christlichen
Lebensordnung auch im religiösen Raum dem Gespräch Raum zu geben versuchten,
war der Widersacher wie immer eine Stunde früher aufgestanden und hat es für
seine Zwecke umgepolt. Ob bei den Liberalen oder bei den Traditionellen
setzte Parteiung allzu enge Grenzen. Wer den Anderen nicht als Partner
achtet, ist stets in der Versuchung ihm die eigene Sicht aufzuerlegen.
GOTT lässt es
zu, damit wir unterscheiden und daraus lernen. Wahres Gespräch verlangt
Öffnung, ja Verzicht, um dem Anderen zur Sprache kommen zu lassen. Wenn es
in dieser Kampfzeit bestehen will, muss es im DREIEINIGEN GOTT gegründet
sein. Wer redet muss zugleich hören, wie es uns der HERR bei Johannes lehrt.
ER spricht nur, was ER vom VATER her hört, oder den VATER tun sieht. Hier
wollen uns die heiligen Engel beistehen. Sie leben in höchster, GOTT
gefügter Ordnung leben, zu der Jeder von ihnen im Anfang sein Ja gesprochen
hat, frei in der ihm zugeteilten Aufgabe. Das mag uns besonders am
Schutzengeldienst offenbar werden. Hier sind sie nicht weniger Lernende wie
wir. Im Geist uns weit überlegen, müssen sie zurücktreten, wenn wir uns im
Eigenen verbohrt haben.
Fassen wir
zusammen: Gespräch ist nicht auf das Wort beschränkt, es muss Austausch des
Lebens werden, Anerkennung des Anderen als des ganz Anderen in gleicher
Weise, wie es uns in der Ehrfurcht vor GOTT gefordert ist.
Der Weg vom Du zum Wir im
HEILIGEN GEIST
Die
Bereitschaft hin zum Du des Anderen verlangt einen Schritt weiter hin zur
Einheit des „Wir“. Nur in der Gemeinschaft kann das Geschöpf sich vollenden.
Hier begegnen wir dem Unbekannten GOTT, dem HEILIGEN GEIST, der im Dienst an
VATER und SOHN sogar auf Sein Personsein verzichtet, um ganz Dienst zu sein.
In IHM wird der Kampfplatz des Gespräches Weg zur Einheit in der Liebe, zu
der wir, um uns zu vollenden in dieser Zeit besonders gerufen sind. Auch
hier ist uns der Feind täuschend voraus geeilt. Er verspricht Einheit unter
den verschiedensten Vorzeichen, doch dahinter ist sein Wille zur Macht. Sie
unterwirft, wo der Mensch sich gehen lässt, nur an sein Ich denkt und auch
die Gemeinschaft nur ausnützt, weil er ohne sie nicht sein kann. Wir müssen
zusehen, wie das in 2000 Jahren aufgebaute Abendland geschleift wird. Da die
christlichen Ordnungen abgebaut werden, bleibt dem Staat als letzter
Autorität nur noch der Weg des Zwanges. Papst Benedikt XVI geht als
bewusster Christ hier auf sein Martyrium zu.
Im Geist ist
Ordnung, die von GOTT kommt, nicht zu zerstören, doch nur im HEILIGEN GEIST
wird uns Licht und Kraft, neu aufzubauen im Vertrauen auf die Verheißung:
„SIEHE ICH MACHE ALLES NEU!“ Wo Anarchie und Egoismus eins werden, bleibt
uns nur, auf diese Verheißung hin ein Neues Leben in CHRISTUS aufzubauen.
Überlassen wir es dem GEIST, uns hier tiefer zu führen, denn mit
menschlichem Rat und Mitteln sind wir heute am Ende, da wir GOTT selbst im
religiösen Raum entthron haben. Dies muss uns wie den hl. Engeln in der
Prüfung am Anfang durch St. Michael bewusst werden: „Wer ist wie GOTT“. In
dieser Entscheidung kommen uns die hl. Engel zur Hilfe. Doch erinnern wir
uns nüchtern: „Wird der MENSCHENSOHN, wenn ER wiederkommt noch Glauben
finden?“
GOTT, das Maß aller Dinge
Auch wenn uns
alle Ordnung wie im Chaos verloren geht, dieses können wir nicht verlieren,
wenn wir selbst in der schwersten Prüfung nicht vergessen: „GOTT ist und ER
wird denen, die auf IHN vertrauen zur Hilfe kommen.“ In IHM sind alle Maße,
auch das unsere, das der Menschen allgemein, der dreifachen Schöpfung. Wo
der Einzelne durch den hl. Engel seinen Platz findet, ist er nicht nur in
der heiligen Ordnung GOTTES, er ist in GOTT selbst geborgen.
Gen 1,
26 „Dann sprach Gott:
Laßt uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. Sie sollen
herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das
Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere auf dem Land. 27 Gott
schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als
Mann und Frau schuf er sie. 28 Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen:
Seid fruchtbar, und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch,
und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über
alle Tiere, die sich auf dem Land regen. 29 Dann sprach Gott: Hiermit
übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen, und
alle Bäume mit samenhaltigen Früchten. Euch sollen sie zur Nahrung dienen.

Wie schnell
sind wir trotz des bleibenden Zeugnisses unserer Dome und Kathedralen für
die durchscheinende Ordnung der hl. Hierarchie der Engel, von dieser
Wahrheit weggetrieben in der Überschätzung eigenen Wissens und eigener
Kraft. Teil der Schuld fällt auf uns Priester, wo wir diese heilige Ordnung
genützt haben, um uns in ihr zu bergen, statt sie mit aufzubauen und zu
stärken. Heute steht der der hl. Vater Benedikt XVI als Letzter für ein
sterbendes Abendland, wie es die MUTTER im Dritten Geheimnis von Fatima
bestätigt. GOTT lässt zu, dass die Kirche arm werde wie der HERR am Kreuz.
Wer denkt daran, dass ein hl. Engel dem HERR den Kelch der Stärkung reichte?
Hier ist uns vorgezeichnet, woher allein uns Hilfe kommen kann, wenn uns der
trügerische Mantel des Humanismus entrissen wird.
Im Bild des
Weinstockes in Jo 15 kann uns am ersten deutlich werden, dass das „Siehe ICH
mache Alles neu“ im Zeichen des Kreuzes errungen wird. Hat dies nicht der
DREIEINIGE GOTT angezeigt, da JESUS vor den Augen aller Welt auf Golgotha
sein Leben aushauchte? Weil ER dies für uns erlitten hat, muss es
Siegeszeichen endlich über der ganzen Schöpfung aufstrahlen wird: im „Kreuz
am Himmel“, sichtbar oder nur im Geist, wenn es zuerst in jedem gläubigen
Menschenherzen aufgerichtet ist. Nur so kann auch sichtbar werden, dass es
nicht nur ein äußeres Zeichen ist, das uns kennzeichnet. Es muss in unsere
Seele gebrannt sein, nur dann sind wir wahrlich im SOHN Eigentum GOTTES.
Wie die
Weinrebe sich am Weinstock empor windet, um nicht am Boden zu verdorren, so
muss alles Leben, von der untersten Stufe an, sich in ähnlicher Weise
hinaufrecken zum Licht, aus dem allein das wahre Leben kommt, auf welcher
Stufe wir auch stehen. Daraus ergibt sich wie von selbst ein erstes Bild der
himmlischen Hierarchie, wie sie uns durch den Areopagiten überliefert wurde.
Die neun Chöre bauen sich um dieses innere Gerüst des Kreuzes auf. Getragen
vom Stamm des Kreuzes breiten sie sich um diese Mitte in der Horizontalen
aus, in heiligen Ordnungen von drei, sieben, zwölf in den verschiedenen
Chorteilen. Bis in die Zahl hinein sind sie Spiegel des DREIEINIGEN GOTTES.
Die heilige Baukunst der Romanik und Gothik stehen dafür heute noch Zeugnis.
Das „Freimaurern“ der Moderne zeigt schon im Anfang den Zug hin zum
Eigenwillen, zur Anarchie.
Jeder Chor
hat seine je eigenen Aufgabe, in die sich die Aufgabe des einzelnen hl.
Engels harmonisch einfügt. Letzte Ordnung sind die Drei Ringe. Schon im
obersten Ring muss eine wichtige Unterscheidung deutlich werden, die durch
die Drei Ströme, die von GOTT ausgehen, bedingt ist. Es sind dies:
Der Strom
des Lebens kommt aus dem VATER. Aus ihm leben selbst die niedrigsten
Kreaturen. Alles Leben hängt ab vom LEBEN GOTTES. bis hinein in die GOTT am
nächsten stehenden Chöre des Ringes der Anbetung. Zeichen dieses Stromes ist
die Statik, darum stehen hier im Ring der Anbetung die Throne GOTTES, vom
Himmel herab, mit der Spitze in GOTT, oder von GOTT herunter, mit der Spitze
hin zur Schöpfung. Auch dies ist uns nicht neu. Für sie stehen als Zeichen
der Bemächtigung durch den Feind die Pyramiden. Was immer der Feind oder der
mit ihm verbundene Mensch versucht, es wird immer zuerst gegen ihn
ausschlagen, wenn er sich gegen das Leben stellt. Er tötet in sich das Leben
zuerst in der Seele und dann notwendig im Leib. Wo er stirbt ist er Abfall,
den man, wie heute schon geschieht, irgendwo verscharrt.
Der zweite
Strom, der uns durch den SOHN und Seine Menschwerdung in Fülle zukommt, ist
der des Wortes. Er ist auch in heidnischen Religionen zu erkennen, auch dort
gibt es so etwas wie Propheten. Bei den Juden wächst ihre Bedeutung, wo das
Volk bis in seine Führung hinein dem Bund untreu wird. Sie sind die Letzten,
die gegen allen Widerstand der Menschen Sein Wort verkünden. Im obersten
Ringe stehen dafür die Cherubim, den Schwertern gleich, denn sie stoßen in
aller Dynamik diese Wort in das Herz des Menschen. Wo die Hierarchie
versagt, muss der Prophet wie der HERR am Kreuz sein Herz durch bohren
lassen. Das Kreuz ist eingepflanzt in diese Erde, bis hinunter in die Mitte
der Hölle, es ragt hinauf bis in den Himmel vor den Thron GOTTES.
Der dritte
Strom ist der der Liebe GOTTES. Immer, obwohl das Erste in GOTT, ist sie bei
uns Menschen das Letzte, zu dem wir durchstoßen, meist erst in der
Reinigung. Selbst das kleinste Blümchen, das hinauflacht zum Himmel, lebt
aus dieser Liebe aus dem Herzen GOTTES, nur beim Menschen ist da ein Loch,
das der Andere geflissentlich mit seiner Ichliebe stopft. Hier kreisen in
der Horizontale um GOTT die Seraphim, mit der einzigen Aufgabe der Anbetung
GOTTES, wie sie früher in der Kirche die kontemplativen Orden zu tragen
versuchten.
An diesen
drei Strömen hat notwendig auch der Zweite Ring der Allmacht der heiligen
Engel Anteil. Heute, wo die Kräfte des Himmels und der Erde durch den
gewaltsamen Eingriff des Menschen und seine Sünde erschüttert werden, mag
uns aufgehen, welche Kräfte hier in der Schöpfung am Werk sind, von der
einen wie der anderen Seite. Wenn heute sogar die Achse der Erde aus dem
Gleichgewicht kommt, wird angedeutet in welcher Gewalt der geistige Kampf
zwischen hl. Engel und Dämonen schon heute wogt. Der Mensch, der den Halt an
GOTT verloren hat, wird ihr Spielball, wo er den Halt am Kreuz verloren hat.
In der Mitte
des Zweiten Ringes der Allmacht stehen die Gewalten, in ihrem Dienst an der
Schöpfung wie am Geschöpf der Mitte, dem Menschen, soweit er ihre Hilfe
annimmt. Über ihnen sind die Herrschaften, dem Himmel schon näher, Brücke
hinüber ins Neue Jerusalem, das nicht nur vom Himmel herunter kommt, sondern
aus der Kirche der Getreuen von unten entgegen wächst. Auch der Letzte hat
hier sein „Maranatha“ gesprochen. In diesem Ringe ergänzen sich sowohl im
Ganzen wie in den drei Chören die Zuordnung zu VATER, SOHN und HEILIGER
GEIST in heiligem Spiel des Lobpreises nach Oben wie der Hilfe nach Unten.
Nur davon zu wissen, ist schon ein Stück Seligkeit, die uns GOTTES
unsagbares Erbarmen schon heute schenken möchte, damit wir nicht umfallen,
wenn die Kräfte des Himmels erschüttert werden und das Chaos über die
Menschheit hereinbricht.
Im Dritten
Ring der Menschwerdung sind wir mitten im Kampf um die Kirche als Fels
GOTTES in tosendem Meer. Je mehr wir durchschauen durch allen Verfall und
alles Versagen, umso mehr dürfen wir schon heute mit bauen helfen am „Zelt
GOTTES unter den Menschen“. Dieser erste Blick auf die Hierarchie wird uns
mit helfen die „Kreise des Wachstums“ hin zu GOTT besser in ihrer geistigen
Bedeutung zu erkennen.

dem wir
entgegen gehen.
Ist die Geburt
aus dem Leib der irdischen Mutter schon Kreuz, so wird die in der Taufe im
Zeichen des Kreuzes, das uns auf die Stirn gezeichnet wird bestätigt und
doch zugleich angehoben hinein in die Anziehungskraft der Liebe des
Gekreuzigten Heilands. Gegensätzlichkeit ist nichts anderes als Kreuz. GOTT
setzt sie bewusst am Anfang, da er den Mensch als Mann und Frau schafft,
doch mit der Forderung, dass sie eins werden! So wird Gegensätzlichkeit zum
Stachel alles Wachstums.
Ob wir auf eine
Aufgabe oder ein Thema zu gehen, wir sind immer versucht, es direkt, auf
geradem Wege zu tun. Das tun wir auch dort, wo wir uns von Anderen dazu
helfen lassen, sei es persönlich, in der Schule (Lehrzeit), im Gespräch mit
Anderen. Doch wichtiger als alle Hilfe von außen ist, dass wir uns
persönlich auf unseren Weg und seine Maße besinnen.
Wie erkennen wir
den Weg? Versuchen wir die Grenzmarken zu erkennen, die uns durch Geburt,
Anlagen, Eltern, Umgebung und entscheidende Ereignisse unseres Lebens
gesetzt sind. Nicht nur zu erkennen, sondern anzuerkennen, auch hier liegt
noch eine Aufgabe, der wir nicht ausweichen dürfen.
Erkennen und anerkennen wir die
uns gesetzten Grenzmarken
Es sind im
Wesentlichen drei Grenzmarken:
·
Wir sind zu einem bestimmten Zeitpunkt, an
einem bestimmten Ort, unter bestimmten Umständen zur Welt gekommen und
werden in ähnlich dreifacher Weise diese Welt wieder verlassen.
·
Dazwischen liegen Ereignisse, die wiederum
dreifach unseren Lebensweg bestimmt haben, auf die hier nicht eingegangen
werden soll, weil sie schon nicht mehr in solcher Bestimmtheit zu fassen
sind wie Anfang und Ende unseres Lebens.
·
Und doch fehlt es selbst bei diesen beiden um
eine letzte Bestimmung, die wir von uns aus weder erkennen, noch auf
irgendeine Weise erforschen können. Wir wissen nicht, woher wir kommen, wenn
wir hier antreten und wohin wir gehen, wenn wir abtreten
Notwendigkeit einer „Offenbarung“
Hier müsste uns
aus diesem „Ungewissen“ Mitteilung werden. Wir nennen dies „Offenbarung“.
Doch GOTT überfällt den Menschen nicht. Er antwortet nur, wo ihm wenigstens
eine leise, schüchterne Frage entgegen kommt. Immer baut er auf vom Boden
des Natürlichen. Ohne ihn sind wir unseren eigenen Gedanken ausgeliefert und
schon im Bannkreis des Widersachers.
·
Offenbarung kommt deshalb zuerst aus dem
„Natürlichen“, so schwer es heute bei aller Verwirrung zu bestimmen ist. Sie
wird dem Beobachtenden von Außen im liebenden, betrachtenden Schauen auf die
Geheimnisse der Schöpfung.
·
Sie kommt uns in der Begegnung mit anderen
Menschen und dem von ihnen geschaffenen Lebensraum, ihrer „Kultur“.
·
Sie wird uns im direkten Anruf durch GOTT,
mittels eines von GOTT gerufenen Menschen, so schon bei den Heiden, den
Juden, wo die religiöse Ordnung zerfällt, wie jetzt bei uns.
Sie kommt in
unüberholbarer Weise durch JESUS CHRISTUS, das Mensch gewordene WORT in
dreifacher Weise:
·
In Seiner Menschwerdung,
·
Seiner Brotwerdung: Seiner bleibenden
Gegenwart im Mystischen Leib der Kirche,
·
In Seinem Kommen als Richter der Lebenden und
Toten, auf die uns „in actu“ die Geheime Offenbarung hinweist.
In der ersten,
Seiner Menschwerdung sind die beiden anderen eingeschlossen, notwendig
müssen sie sich durchdringen und befruchten, eins sein: EINER ist der HERR
mit dem VATER und dem GEIST.
Zu „in actu“. Die
Geheime Offenbarung ist nicht beschränkt auf den letzten Abschnitt der
Heilsgeschichte, in den wir mit der Neuzeit eingetreten sind. Sie wirkt als
uns meist noch nicht erkennbares Gericht über jeder Epoche der Kirche, sie
kommt zur Fülle am Ende, ohne dass wir dieses nur irgendwie absehen können.
·
In der schon bei den Heiden ansetzenden und
dann bei den Juden sich durchsetzenden Offenbarung in Bild, Gesetz und Wort
·
In der Wortverkündigung JESU
·
In der Durchsetzung des Reiches JESUS,
vorbereitet durch die Kirche, Seiner Gegenwart im HEILIGEN GEIST im
„Tausendjährigen Reich“.
Weil GOTT GEIST
ist und sich deshalb an die wendet, die sich in ihrem Geist vom GEIST führen
lassen, muss notwendig die Führung des GEISTES immer stärker nach vorne
treten, je mehr die Heilsgeschichte fortschreitet.
Hier sind die als
Erste angesprochenen Geschöpfe die hl. Engel, die sich in der Prüfung am
Anfang, mit ihrem ganzen Sein GOTT hin gegeben haben und in das Ewige
Schauen GOTTES aufgenommen wurden. Aus diesem Schauen können sie nie mehr
herausfallen, auch wenn jeder hl. Engel einmal, um dem Geheimnis der
Menschwerdung persönlich nahe zu kommen, als Schutzengel auf die Erde
geschickt wird.
Weil es auf das
Ende zu um die Vollendung der Menschwerdung CHRISTI in Seinem Mystischen
Leibe geht, sind sie hier in einen zweiten Einsatz auf Erden gerufen, der
über den Dienst an der Schöpfung, der ihnen schon im Anfang zugeteilt wurde,
hinausgeht. In dem mit den gefallenen Engel beginnenden apokalyptischen
Endkampf muss die ganze himmlische Hierarchie eintreten. Das Wie bestimmt
auch hier allein der HEILIGE GEIST.
Sie sind nicht
nur mit St. Michael und den sechs weiteren Erzengeln die himmlischen
Heerführen im Kampf des Anfangs, da Luzifer mit seinem Anhang aus dem Himmel
verstoßen wird
sie treten als
Schutzengel ein in den Raum der Kirche in der Verantwortung für die Seele
des ihnen aufgetragenen Schützlings,
sie sind im
Zeichen einer letzten Auseinandersetzung mit dem Erzfeind GOTTES mit ihren
Brüdern in den Kampf gestellt.
Als arme Sünder
erfahren wir schon heute, dass wir gegen den gefallenen Geist nicht bestehen
können. Eine Bastion des Glaubens nach der anderen geht uns verloren. GOTTES
unbegreifliche Geduld wartet noch immer, dass wir nach der Hilfe der guten
Geister rufen. Doch es ist da eine dem Tod ähnliche Müdigkeit über der
Kirche, die ihr den Himmel verschlossen hat. Vertrauen wir auf den GEIST und
das Maß der Opfer der Märtyrer der Kirche, das erst voll werden muss.
Offb 6,9 „Als das Lamm das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar
die Seelen aller, die hingeschlachtet worden waren wegen des Wortes Gottes
und wegen des Zeugnisses, das sie abgelegt hatten. 10 Sie riefen mit lauter
Stimme: Wie lange zögerst du noch, Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger,
Gericht zu halten und unser Blut an den Bewohnern der Erde zu rächen? 11 Da
wurde jedem von ihnen ein weißes Gewand gegeben; und ihnen wurde gesagt, sie
sollten noch kurze Zeit warten, bis die volle Zahl erreicht sei durch den
Tod ihrer Mitknechte und Brüder, die noch sterben müßten wie sie. 12 Und ich
sah: Das Lamm öffnete das sechste Siegel. Da entstand ein gewaltiges Beben.
Die Sonne wurde schwarz wie ein Trauergewand, und der ganze Mond wurde wie
Blut. 13 Die Sterne des Himmels fielen herab auf die Erde, wie wenn ein
Feigenbaum seine Früchte abwirft, wenn ein heftiger Sturm ihn schüttelt………
Damit wir erkennen, wie notwendig wäre:
·
Die Zeichen der
Zeit zu erkennen
·
sie im Licht
des Wortes GOTTES zu prüfen,
·
auf die Stimme
der Propheten zu hören und sie hier einzuordnen.
Ausdrücklich wird Johannes angerufen, noch einmal zu „prophezeien“. An ihm
wären deshalb zuerst all die Prophezeiungen zu messen, die uns heute
zukommen und von der Kirche wie nicht geschehen betrachtet werden. Schutzlos
sind hier die Gläubigen ausgeliefert. Warum kann selbst die Öffnung der
letzten Päpste nicht tiefer eindringen bei Bischöfen und Priestern?
Offb 18,11 „Und
mir wurde gesagt: Du mußt noch einmal weissagen über viele Völker und
Nationen mit ihren Sprachen und Königen.“
„Prüfe, das Gute behalte!“
Weil wir in einen
schon von Menschen bestimmten Raum, eine Zeit, in bestimmter Weise
eintreten, kommt uns von dort aus der Erfahrung Anderer erstes Licht zu. Wie
immer sie sei, sie kommt von Jemand, der solche Offenbarung empfangen hat.
Hier können wir nachfragen, nachforschen, wie weit immer uns die Neugier
antreibt. Wir kommen an einen Punkt, wo uns nicht mehr von Außen, sondern
von Innen Licht zuteil werden müsste. Es muss da, wie man es nennt, ein
Religionsstifter sein. Auch wenn wir dort weiter – nach Außen nachforschen,
wie uns der Erkenntnishunger antreibt. Hier wäre gnadenhafte Hilfe, wenn uns
Jemand lehrte, zu unterscheiden, statt uns blind diesem Erkenntnishunger
auszuliefern, der heute den Menschen nicht mehr loslässt.
Erkennen im
Licht und Zwielicht
Dies ist das
Nächste, was wir nach der Markierung unseres Lebens im Anfang und Ende
unterscheidend erkennen müssten: es gibt ein Erkennen im Licht und eines im
Zwielicht. Was damit gemeint ist, können wir aus der Natur erkennen, wenn
der Tag in die Nacht übergeht oder die Nacht in den Tag: da mischen sich
Licht und Dunkel in nicht von uns her aufzulösender Weise. Sie sind weder
chemisch noch sonst wie zu scheiden, wie es bei Mischprodukten in der Natur
oder aus Menschenhand mit einigen Schwierigkeiten vielleicht können. Doch
auch hier ist Voraussetzung, dass uns ein Licht der Erkenntnis sicheren
Ursprungs geschenkt ist. Freilich bleibt auch hier die Frage: Woher?
Es müsste uns,
hier kann uns die Weisheit der Sprache helfen, aus dem „Ursprung“ kommen,
also von dem, der Ursprung all dessen ist, was wir Dasein nennen. Gehen wir
hier mit dem Wort weiter, dann kommen wir darauf: alles was hier ist, wir
eingeschlossen, muss als ein Da- ein Hier-sein seinen Ursprung in einem
Höheren Sein haben, das selbst die Heiden als ein persönliches Sein, nicht
wie der im Materiellen verlorene Mensch als ein Prinzip, also etwas
Abstraktes bestimmt, das man schlussfolgernd ableiten kann. Wo einer sich
„wissenschaftlich“ so verstiegen hat, ist nur noch schwer zu helfen. Meist
hat er selbst sein Person- sein Jemandsein, verloren. Er ist auch nur eine
Abstraktion.
Offenbarung des
„LAMMES, das geschlachtet wurde“
Hier sind wir der
Erkenntnis Dessen nahe, der das eine wahre Licht mit seinem Dunkel
vermischt. Doch ob Er ist und woher er ist, kann uns wieder nur in einem
höheren Licht offenbar werden. Es muss von dem einzig wahren Licht kommen,
das die Menschen in verschiedener Weise „Gott“ nennen. Woher dieser Name
kommt, gibt uns, wo wir uns nicht auf menschliche Erkenntnis verlassen,
allein wieder ER, der der Ursprung ist, rechte Antwort. Da der menschlich in
seinem Äonen währenden Abstieg nach dem Sündenfall in der Gnade GOTTES
langsam wieder zu dem Licht zurück fand, das ihm im Anfang geschenkt war,
war ein Anker geworfen, den die Menschheit heute verliert und dem Untergang
nahe bringt.
Hier muss
erläutert werden: es gibt ein Erkennen, das dem Menschen gnadenhaft wieder
zukam, wo er sich führen ließ, in dem sich die Menschheit zu der Höhe empor
arbeiten, die er heute verliert, weil er die Unterscheidung, woher sie kam
zurück, weist. Er weiß es kraft eigenen Erkennens besser.
Hier muss uns
deutlich werden, dass die Unterscheidung „natürlich – gnadenhaft“, so
notwendig sie ist, um GOTT nicht mit der Welt zu vermischen, heute in einem
anderen Lichte steht. Die hier im Humanen bleiben, sind sich nicht bewusst,
dass sie sich damit aus dem Buch des Lebens streichen. Ohne die Übermacht
der Gnade, wie sie uns ganz persönlich im Schutzengel zukommt, ist der
Mensch der Übermacht des Feindes ausgeliefert. Der glaubende Mensch, muss
täglich, um den Weg nicht zu verlieren, neu unterscheiden. Letzte Klarheit
wird ihm erst, wenn er sich sterbend im wahren Licht vor GOTT erkennen kann.
Gnadenhaft hat GOTT, da ER in JESUS CHRISTUS das wahre LICHT Mensch werden
ließ, die Unterscheidung „natürlich – gnadenhaft“ zugestanden, um dem
Menschen freie Wahl zu lassen. Heute wo er in der Kraft des Widersachers
dieses LICHT leugnet, brauchen wir das Licht des Engels um im Glauben, den
Nebel des Zwielichtes zu durchbrechen.
Der Mensch, der
dies leugnet sagt in gleicher Weise wie der „Lügner von Anbeginn“ Nein zu
sich selbst, um sich aus eigener, eingebildeter Kraft neu zu setzen, wie
Dieser es in der Prüfung in der Entscheidung gegen GOTT getan hat. Wo auf
diese Weise, wie wir es erfahren, die Finsternis in dieser Welt sich
durchsetzt, kann nur der bestehen, der mit seinem ganzen Sein in GOTT
gegründet ist. Dies ist die Entscheidung in der heute auch jeder noch
irgendwie Glaubende steht. Entweder ganz zu GOTT Ja sagen oder dem Dunkeln
anheimfallen. Mit der fortschreitenden äußeren wie inneren Zerstörung des
Glaubens ist auch aller Erkenntnisfortschritt der Menschheit, der ihr
gnadenhaft im Aufblühen der Hochkulturen geschenkt war, ausgelöscht. Wo in
JESUS CHRISTUS der Glauben in die Welt kam, half ihm die Unterscheidung von
„natürlich und übernatürlich“, seinen eigenen Weg in Freiheit zu gehen, da
sie dem Feind in die Hand gespielt wurde, ist sie mit allem Kulturerbe der
Menschheit in Gefahr verloren zu gehen, wenn sie nicht im Glauben
aufgenommen ist.
So ist der Glaube
das Erste und das Letzte, die uns aufgegeben sind. Wir können ihn nur in
dieser Gegensätzlichkeit der Kreuzesspannung von Anfang und Ende, der wir in
dieser Arbeit als Erstes nachspüren müssen.
DREI und EINS im Anfang und im
Ende,
sie helfen uns
betrachtend dem Thema näher zu kommen. GOTT fügt es so, dass er im Anfang
aus Seinem LICHTE schuf das Licht der hl. Engel, sie waren wie Götter, doch
untergeordnet dem Unbegreiflichen, Größeren LICHT GOTTES. Mit ihrer
Erschaffung im Licht war ihnen das Licht der Erkenntnis gegeben, darum waren
sie augenblicklich in die Prüfung gestellt, ob sie in ihrem Licht das LICHT
GOTTES in Liebe und Dankbarkeit annahmen. Der Blick zurück auf ihre eigene
Herrlichkeit täuschte und schied. Mit dieser Entscheidung kam zur GOTT
eigenen Gegensätzlichkeit die sich gegen ihn auflehnende der Lüge hinzu, in
der der Widersacher zum Werkzeug der Prüfung auch für den Mensch wurde. Er
konnte gar nicht anders als sich schon in der ersten Begegnung mit ihm als
der Verneiner zu bekennen. Er muss es durchtragen in alle Ewigkeit, selbst
als unsterblicher Staub zu Füßen GOTTES. Er muss wie die Schlange das ewig
zu sich nehmen, wozu er sich im Angesicht GOTTES entschieden hat. Wir können
dieses Furchtbare nicht genug betrachten, um nicht in die Nähe dieser
Entscheidung gedrängt zu werden.
Die Menschheit
steht heute in ihrer „Reife“ in der gleichen
gewaltigen Entscheidung in der alle auch die religiösen Ordnung, die GOTTES
Erbarmen ihm bauen ließ, um sich abzustützen, zerfallen, hin zum Staub, wo
sie nicht im Herzen des Menschen neu aufgebaut werden. Hier ist der hl.
Engel zur Hilfe gerufen, so wie er einst unsichtbar mitgeholfen hat, die hl.
Ordnung der Christenheit aufzubauen, so muss er sie jetzt hineintragen in
das Herz der GOTTgetreuen, der Anawim der Endzeit. Wenn wir in die GO hinein
finden wollen, muss die trinitarische Ordnung der Himmelschöre in der
Hierarchie, auch in unserem Herzen erstehen. Wie MARIA in der Ordnung des
Menschen in der Sechs (2x3) am vollkommensten das Geheimnis der HEILIGSTEN
DREIFALTIGKEIT widerspiegelt, so die hl. Engel in ihrer größeren Nähe zu
GOTT das Dreimal DREI der Hlst. TRINITÄT.
Wie GOTT schon in
Seinem Sein den ersten Geschöpfen zur Prüfung wurde, so heute den Menschen.
Wehe uns armen Sündern wenn wir im Zorngericht GOTT nach Seinen Taten
bemessen wollen, dann stehen wir schon jetzt auf der Seite des Widersachers,
der auf sich, als die erste Tat GOTTES blickte und von dorther entschied.
Erste Voraussetzung der Begegnung mit dem DREIFALTIGEN GOTT ist die Armut
des Geistes. Wenn sie uns heute mehr denn je gerade im religiösen Leben
verloren gegangen ist, dann bleibt uns nur noch das lebendige Vorbild
MARIENS, der Braut des HEILIGEN GEISTES und der Königin der Endzeit. Da sie
über die Chöre der hl. Engel hinauf zum Throne GOTTES in ihrer Himmelfahrt
gerufen wurde, ist uns in ihr auch das endzeitliche Geheimnis der hl. Engel
nahe, über die sie GOTT als Königin und Feldherrin, als Siegerin in allen
Schlachten gesetzt hat. Alles „Protestantische“ in unserem Glauben, das auch
den katholischen Glauben zu durchsetzen versucht, muss zuerst im Feuer der
Prüfung, in das jeder Einzelne gerufen ist, verbrennen, weil es dem Ruf St.
Michael: „Wer ist wie GOTT“ entgegen steht.
Schauen wir in
dieser nüchternen Erkenntnis von unserer Armut weg auf die Gegenzahl Neun im
Leuchter, dann leuchtet uns wie von selbst das Bild der Sonnenumkleideten
Frau von Offb 12 auf, wie sie in Mexiko am Beginn der Neuzeit dem armen
Indio im nicht von Menschenhand gemalten Bild ihrer Herrlichkeit begegnete.
Sie wird zum Banner der Getreuen im endzeitlichen Kampf des Geistes. In ihr
müssen wir erkennen: nicht nur wir, sondern mit uns die stumme Schöpfung auf
der einen Seite, wie die hl. Engel auf der anderen Seite, sind in diese in
ihrem Bild vorgegebene Prüfung hineingestellt. Wie tief dankbar müssen wir
dafür sein, dass der hl. Engel uns als unfehlbarer Helfer und Kämpfer an die
Seite gestellt ist, damit wir in allem Umbruch der Dinge nicht wanken und
nach der falschen Seite neigen. So schließt sich in diesem Bild der äußerste
Kreis, der sich um unsere Betrachtung: Auferstehung und Apokalypse legt.
Mit MARIA „kreisen“
Hat sie nicht jedes Seiner Worte im Herz erwägt;
Tag und Nacht?
So ist sie eingetreten
in das Ewige Kreisen
des Lichtrings des DREIEINIGEN GOTTES
um das Eine, das nie erschöpft werden kann:
DIE LIEBE,
die nie endende Liebe GOTTES,
in Sich und hinaus in alle Weiten
im Wehen des GEISTES und Seinem Hauch,
in dem Alles wieder heimkehrt
IN SEIN HERZ.
Sie weidet wie ein Lämmlein auf grüner Weide
Immerfort fließen die Wasser der Gnade über sie.
Jedes Wort überlegt sie im Licht des Engels
Allzeit umhüllt sie der Brustschleier des Geheimnisses,
o wie schön bist Du MARIA!
Ein wenig mag uns
dazu verhelfen, wenn wir die hier angeschnittenen Geheimnisse im Rosenkranz
immer wieder neu durchbeten; zuerst in der vorgegebenen Ordnung, nur dass
die Einleitung mit dem „GOTT allein“ in die Mitte hineinkommt, wie es uns
die traditionellen Geheimnisse des Rosenkranzes weisen. Immer ist das
Mittegeheimnis MITTE für die 2x2 umgebenden. Das sollte unsere westliche
Weise des Immerwährenden Gebetes sein. Nichts haben wir heute mehr nötig. In
der Kraft dieses in der Einheit mit den hl. Engel immerwährenden Gebet, das
zutiefst in der Mitte auf die Anbetung zugeht, helfen wir am meisten mit,
dass sich das „Siehe, ICH mache Alles neu!“ erfülle! Schauen wir nicht in
den jeweils fünf Geheimnissen immer auf die Kostbaren Wunden Unseres HERRN?

Auferstehung und Apokalypse
Teil I schaut auf den HEILIGEN GOTT,
in der Gegensatz - Spannung:
Wachstum in der Führung des hl. Engels
(im Licht der Neun Engelchöre)
- hin auf das Geheimnis einer Neuen Geburt (IX).
+++
Gebet am Anfang, da wir uns dem GEHEIMNIS nahen
Verhülle mich, o Herr,
da ich Dein Eigen bin
und DU verhüllt bist.
Lasse meine Seele leben in DIR, wie DU lebst,
nur mehr preisend den VATER,
in dieser tiefsten Liebe, die nimmt,
um tausendfach geben zu können. (Hymnen, MB)
+++
Heute wo das Kreuz leise oder laut verschwindet, müssen sich die Getreuen um
so mehr an diesem Weinstock festhalten, ohne den die Weinrebe am Boden
schlängelt und endlich verdirbt. Leben kann nur gedeihen, wenn es nach Oben
strebt. Im Gleichnis von der Weinrebe, die der HERR auf sich bezieht, gibt
ER uns nüchternen Hinweis, wie auch wir uns im Kreuz in und durch IHN aus
dem Morast ein dem Verfall verurteilten Welt herauswindet, um ins Ewige
Licht zu gelangen.
15:1 „Ich bin der
wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. 2 Jede Rebe an mir, die
keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt,
reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.
·
Wir müssen uns nur beschneiden lassen, dafür
sorgt die tägliche Gewissenserforschung mit dem hl. Engel, der uns in
unserer je eigenen Berufung am besten beraten kann.
·
In einer Welt die bis in die Jugend hinein dem
Todeskult verfallen ist und ihm täglich Leben schon im Mutterleibe opfert,
muss unsere opfernde, gehorsame Hingabe an das LEBEN reiche Frucht bringen.
·
Im Opfer, das in Seines eingeht, soll unser
Leben, nicht zuerst unser äußeres Tun GOTT verherrlichen, der DAS LEBEN ist.
·
Damit wir in diesem Opfer der hl. Messe
bleiben, den ganzen Tag hindurch (wie ein hl. P. Pio!), halten wir uns an
unseren guten hl. Schutzengel, er bleibt auch mit uns in ewiger Anbetung
allzeit vor GOTT. Nicht nur örtlich war er dem hl. Erzengel (in Monte
Gargano) nahe, viel mehr war er es noch in seinem Herzen. GOTT braucht
Kämpfer, nicht mit äußeren Waffen der Gewalt, sondern wie er kraft der
Ganzhingabe: „WER IST WIE G O T T !“!

Das Anliegen
dieser Arbeit ist in anderen Arbeiten vorbereitet: „Einstieg in die GO.“
„Wunderkraft der
Sühne“, „ An der Hand MARIENS und des hl. Engels“
Nicht um neues
Wissen geht es uns, sondern um die persönliche Antwort, die GOTT von Jedem
von uns fordert, spätestens wenn ER uns heim ruft.
Darum wollen wir
uns in dieser Arbeit, ausgehend von den Auferstehungsberichten fragen:
1. Was
haben die hl. Engel mit der Auferstehung zu tun, da sie in den
Auferstehungsberichten im Wirken des HEILIGEN GEISTES in besonderer Weise
nach vorne treten? (Gabe der Erkenntnis)
2. Was
vermitteln sie uns, im Blick auf MARIA, die Unbefleckte und doch zugleich
„Mutter der Straße“, in der allein der geistige Kampf dieser Tage bestanden
werden kann? (Gabe der Weisheit)
3. Wie
bestimmen sie den Aufbau der Kirche, auch wenn sie nach der Auferstehung
zurücktreten, damit ER, der HERR, in der Mitte stehe? (Gabe des Rates)
4. Warum
treten sie in dieser Zeit, leider zuerst von der anderen Seite ins Zwielicht
gestellt, leise (um unsere Freiheit zu achten), aber umso bestimmender (da
es um unser ewiges Heil geht) nach vorne?(Wissenschaft „des Kreuzes“)
5. Wie
können sie uns in dieser Zeit des geistigen Kampfes um das Reich GOTTES das
Licht und die Kraft der Auferstehung CHRISTI vermitteln?(Gabe des Starkmuts)
6. Wie
erkennen wir sie in ihrem Anruf und Wirken in der hl. Schrift, aber auch im
Alltag? (GOTTESfurcht)
7. Was ist
das Ziel der Läuterung der Kirche, in der sie nicht nur als Werkzeuge der
Gerechtigkeit, sondern vor allem als unsere stärksten Verbündeten dienen?
(Gabe der Frömmigkeit >der GOTTseligkeit)
Halten wir uns
diese Fragen in ihren Bezug auf die Sieben Gaben des Hl. GEISTES in unserem
Betrachten, zu dem auch dieses Buch in erster Linie anregen soll, vor Augen.
Fest der
Barmherzigkeit,
Seligsprechung des hl. Vaters Johannes, Paul II
durch Papst
Benedikt XVI
In der Nähe dieser beiden Päpste zueinander ist eine tiefe Gegensätzlichkeit
verhüllt. Papst Benedikt schaut zurück auf ein Europa, das die Wiege des
Glaubens wurde, aufbauend auf dem Römischen Reich. Das mit die Struktur der
Kirche bestimmte.
Papst Johannes Paul seht voraus auf eine Kirche in ihrem Auftrag alle
Menschen, alle Rassen, Religionen und Nationen, die sich zu dem EINGEN GOTT
und VATER JESU CHRISTI bekennen, bewusst in der Kirche, unbewusst in allen
Menschen „Guten Willens“ der ganzen Erde.
In dieser Gegensätzlichkeit – in der sich zugleich ein gemeinsamer Weg kund
tut, offenbart sich in anderer Weise die Prüfung dieser Zeit. Alles
menschliche Besserwissen und –wollen stehen vor dem unbestechlichen Auge des
VATERS unseres HERRN JESUS Christus im Gericht. Retten kann uns arme Sünder,
wo immer wir stehen, nur die Größere, UNBEGREIFCHLICHE BARMHERZIGKEIT
GOTTES, die Mensch geworden in Seinem SOHN, uns entgegen kommt, wie sehr wir
uns auch im Dschungel dieser Welt verirrt haben. Nehmen wir alles nur
menschliche Urteilen zurück und lassen uns von ihr umfangen.
1.Mai, Tag des hl. Josef,
Beginn des MARIENmonates, Tag der „Ersten Posaune“
„Verheißung und Erfüllung“
Das Buch der
Geheimen Offenbarung (GO) ist das schwierigste der ganzen Bibel. In der
Kirche sind es nur Wenige, die sich daran gewagt haben. Obwohl Alles, was
GOTT uns als Offenbarung schenkt, angefangen vom Alten Testament bis zur GO
„Offenbarung“ ist, so gilt dies noch in einem besonderen Sinne von der GO.
Es geht hier um die „letzte Wahrheit“, die GOTT allein ist. Auch wenn der
Mensch nach dem Willen GOTTES ein Geschöpf der Hoffnung ist und deswegen ein
Suchender, er kann das, was Wahrheit im Letzten ist, nicht erreichen, wenn
wir dies nicht nur intellektuell verstehen. Nicht um Wahrheit geht es bei
der Offenbarung, die wir im Licht unseres Geistes verstehen können, sondern
die Wahrheit, die in uns Fleisch, wirklich werden soll, wie sie für alle
Menschen, die sich GOTT öffnen in JESUS CHRISTUS verheißen ist.
Gerade heute
stehen wir hier in einer entscheidenden Prüfung:
Auf der einen
Seite die Wahrheit, die dem Geschöpf, Engel, Mensch zugänglich ist, die dem
ersterschaffenem Engel, im Rang der Seraphim, dem Lichtträger zu wenig war.
Da er mit allen Engeln gerufen war, dem Menschen auf seinem Weg zu GOTT zu
dienen, lehnte er sich gegen IHN auf, setzte sich selbst als „gott“ und riss
mit sich die Engel, die sich ihm anschlossen.
Auf der
anderen Seite die Wahrheit in JESUS CHRISTUS, dem Fleisch geworfenen WORT
GOTTES, in dem der VATER uns aufweist, was das Ziel des Menschen ist und wie
er es erreichen kann. Sie muss in ihm als Adoptivsohn GOTTES in
JESUSCHRISTUS Fleisch werden, je nach der verschiedenen Berufung, die dem
Einzelnen in der Weisheit GOTTES zugedacht ist.
Diese dem
Menschen zugängliche Wahrheit kann er bis zu einem gewissen Grade, erkennen,
doch sie ist vor GOTT erst dann ganz, wenn der Mensch sie aufgenommen hat
und in ihm Fleisch geworfen ist nach dem Maß, das ihm im SOHN gewiesen ist.
In diesem
Sinne, das mag uns überraschen, sind auch die hl Engel noch auf dem Weg.
Obwohl sie nach der Prüfung das Höchstmaß der Erkenntnis im Geiste erhalten
haben, das ihnen nach ihrer Stellung in der Hierarchie zukommt, letztes Maß
ist auch für sie der GOTTmensch JESUS CHRISTUS, dem sie sich im Dienste am
Menschen verpflichtet haben und in dem sie ihre letzte Vollendung in Einheit
mit dem Menschen erfahren sollen. Das ist der tiefere Sinn schon des
Schutzengeldienstes, in den jeder Engel einmal gerufen ist, um diesen Dienst
praktisch zu erfahren. Im Maße wir in die letzte Zeit eintreten, in der sich
der Plan GOTTES über die Schöpfung schon hier auf Erden vorbereitend
erfüllen soll, sind sie gerufen, in den letzten Kampf mit ihren gefallenen
Brüdern einzutreten.
Dies ist das
GEHEIMNIS DER GEHEIMEN OFFENBARUNG, das in der übrigen Offenbarung der Bibel
verborgen anwest. So weit sie Wort ist, gilt auch hier: sie muss notwendig
„Fleisch wer-den“. Wo der HERR vor den drei auserwählten Aposteln verklärt
wird, wirft der VATER auf dieses Geheimnis ein erstes Licht, um ihnen das
Ärgernis der Passion zu nehmen. Dieses letzte Geheimnis wird sich nur denen
öffnen, die schon hier in das Neue Leben im GEISTE im Einsein mit dem hl.
Engel gerufen sind. Wie wir es in JESUS CHRISTUS leibhaft erfahren, gilt
auch für sie: sie müssen das Nadelöhr der Passion, die ER auf sich genommen
hat, im Zeichen des Kreuzes durchschreiten, wie ER es in der Auferstehung
durchschritten hat. „Per Crucem ad Lucem“, „Durch das Kreuz ins LICHT!“.
Dies ist die Prüfung in der zuerst die Kirche, mit ihr aber die ganze
Menschheit heute steht. Schon zu erkennen, was in der GO aufgeschrieben ist,
ist dem Menschen unmöglich, dazu bräuchte er den Geist des hl. Engels. Zu
erfahren, was dies im Blick auf die Menschwerdung bedeutet, ist selbst dem
hl. Engel noch verschlossen. Er muss wie im Anfang in unbedingter
Unterwerfung unter den Unbegreiflichen Willen GOTTES sein Ja zu GOTT
wiederholen und im geistigen Kampf, der auch von ihm das Letzte fordert,
bewähren.
Letztlich gilt
das auch für den Menschen, seiner anderen, erdgebundenen Natur angepasst:
·
In seiner Geburt auf die Erde, die seinen
Eltern im Fleisch in die Hand gegeben ist, haben diese für ihn das erste Ja,
hier zum VATER alles Lebens gesprochen.
·
In seiner Taufe, die im Normalfall seine
Eltern von der Kirche erbeten haben („Was begehrst Du…?) haben wieder die
Eltern für ihn in JESUS CHRISTUS ihr Ja gesprochen.
·
Das Ja in der hl. Kommunion wie dann in der
Firmung muss der Getaufte wenigstens mitsprechen und dann im HEILIGEN GEIST
in seinem Leben durchtragen.
Auch wenn sich
im Umbruch der Zeit Manches verändert hat, diese drei Schritten, sind dem
Mensch in Verantwortung vor GOTT aufgegeben. Für ihre Erfüllung muss er im
persönlichen Gericht, sein hl. Engel ist mit ihm, dafür Rede und Antwort
stehen.
Die ganze
Schwere solcher Verantwortung wird uns erst bewusst, wenn wir nüchtern
überlegen, dass wir damit, selbst wenn wir Heiden bleiben, in den geistigen
Kampf um das Reiches GOTTES stehen, der im Anfang der Schöpfung begann
(Siehe die Scheidung schon am ersten Tag) und erst am Letzten Tag, dem
Weltgericht beendet sein wird.
Weil der Feind
heute in knirschender Nüchternheit weiß, die Zeit für ihn ist kurz, setzt er
alle Kräfte ein, um sich gegen GOTT durchzusetzen. Wir können es heute
handgreiflich erleben. Es geht um den Sieg des GEISTES GOTTES gegen den
Geist des Geschöpfes, das sich gegen GOTT auflehnt. Der Mensch ist hier nur
Spielball in der Auseinandersetzung mit Mächten, die ihm als erdgebundenen
Geschöpf nicht greifbar sind. Nüchtern gesehen, kann er diesen Kampf von
sich aus unmöglich bestehen, wen ihm hier die Gnade GOTTES nicht im
Höchstmaß entgegen kommt. Gerade heute, wo sie bis in die Kirche hinein
nicht mehr erkannt wird, weil dem Humanismus der Vortritt gegeben wurde.
Die Gnade, die
er braucht, ist wieder nicht eine allgemeine. Hier werden alle Parteiungen
in der Kirche scheitern, in denen der Feind sie zerspalten will. Darum hat
GOTT in Seiner Weisheit in das aufbrechende Chaos in Einheit mit dem Fest
des Weißen Sonntags (Erstkommunion) das Fest der BARMHERZIGKEIT gesetzt als
letzten Halt für alle, die GOTT nicht einfach leichtfertig für „tot
erklären“, ob bewusst oder unbewusst. Nur in der Barmherzigkeit GOTTES gibt
es noch Heil, notwendig muss hier alles pharisäische Besserwollen und –
wissen scheitern.
Um die
vorausgehende Gnade der hl. Faustina zu wissen, ist schon ein Schritt, der
zweite, den Barmherzigkeitsrosenkranz, wo möglich täglich zu beten. Doch das
Geheimnis dieser letzten Gnade muss wieder in jedem auf je einmalige Weise
Fleisch werden. Dazu brauchen wir das Feuer der Läuterung, das jetzt schon
zu erfahren ist und bald die ganze Menschheit in der Garabandalgnade vor
Gericht bringt. Nicht erst hier, doch spätestens hier muss uns der hl.
Schutzengel zu Hilfe kommen, er der mehr weiß als wir um unsere je einmalige
Berufung. Denn um die geht der letzte Kampf: hier kannst Du Dich nicht mehr
auf Deinen Taufschein berufen, hier musst Du schon hier und jetzt in Einheit
mit Deinem hl. Engel Dein je persönliches Ja vor GOTT sprechen oder wie
Pilatus bei dieser Frage ausweichen auf „Was ist Wahrheit?“ und damit dem in
die Hände fallen, der als Erster meinte, vor GOTT ausweichen zu können.
Das
Anliegen dieses Buches ist, diesen Anruf der GO in ganz persönlicher Weise
weiter zu geben.
Das Buch soll Zeugnis sein zum Anruf: „Auferstehung und Apokalypse“. Er ist
mir Lebensthema geworden. Darum schon hier ein persönliches Wort. Erster
Anruf war die Zerstörung von Würzburg im März 45, da die Stadt, ohne
jegliches militärische Ziel, in einem Bombenangriff zerstört wurde. Von 100
000 Menschen starben 25000, meist eines Feuertodes. Zeitbomben explodierten
noch eine halbe Stunde nach dem Angriff. Wo Menschen sich aus den brennenden
Häusern zu retten versuchten, wurden sie auf der Straße zerrissen. Am Rande
der Stadt gelegen, mussten wir zusehen, wie unser Haus herunterbrannte.
Als der
Angriff begann, flog mein Vater, der draußen frische Luft schöpfte, durch
die aufgerissene Kellertüre herein. Wir waren in den letzten Kriegsmonaten
daran gewöhnt, die Nächte im Keller zu verbringen. Viele waren wohl
eingeschlafen, da kam die Meldung: „Fluggeschwader der Royal Air Force nahen
von Westen.“ Schon fielen die ersten Bomben. Seltsamerweise erinnere ich
mich nur an das, was meinem Vater passierte. Heute erscheint mir, Alles um
mich herum verschwand. Es war ein Erlebnis außerhalb von Ort und Zeit
.Vergaß sogar, wer ich war. Sah nur, als ich hinausging, dass die Stadt
brannte vom einen Ende zum anderen lichterloh, über ihr wie eine Fackel die
Feste Marienberg.
Weiß auch
nicht mehr, wann ich hinausging, wohl nachdem kein Pfeifen der fallenden
Bomben mehr zu hören war. Sah nur das Feuer, nicht zuerst mit den
fleischlichen Augen, sondern wie von Innen. Kann dies nur so beschreiben.
Sehe das Feuer noch heute, in mir und um mich. Seltsam, dass ich keine Angst
hatte. Oft waren wir unter Tag auf dem Balkon gesessen und sahen wie die
Fluggeschwader in Formation von der Bombardierung von Schweinfurt
zurückgekehrten. Einmal haben sie in einem anderen Viertel ihre letzten
Bomben abgeladen. Es war nicht einmal Voralarm. Auch damals kein
Erschrecken. Nachts war es unheimlicher, wenn wir aus verdunkelter Wohnung
die Treppe hinunter stiegen. Doch Angst habe ich auch da nicht erfahren. Was
damals und dann auch beim Großangriff geschah, ich konnte es nicht greifen.
Wir versuchten
noch Einiges aus dem brennenden Haus zu retten, meist in dem wir es zum
Fenster hinauswarfen. Ich machte mit, doch wie ohne Bewusstsein, was ich
eigentlich tat. Von der Straße weg brachten wir die Sachen hinüber in die
Ringanlagen vor unserem Haus. Dort lagerten wir, bis wir am übernächsten Tag
von einem Militärwagen aufs Land gebracht wurden. Begriff nicht, was
geschehen war, als sei in mir alles Denken ausgeschaltet: sah nur das Feuer,
das weiter drei Tage lang brannte. Von einem Ende der Stadt zum anderen nur
Ruinen: gespenstisch. Kam mit dem Vater kaum in die Stadt hinein, wo Vater
sein Geschäft hatte. Gingen den Weg am Mainquai, doch kamen nicht hinein,
erst als das Feuer vorbei war. Nur der Keller war unversehrt.
Lebte damals
nur wie mechanisch. Ähnlich war es mit der Flucht deutscher Soldaten, hinter
ihnen die Panzer der Amerikaner, die links und rechts streuend um sich
schossen, als sie in das Dorf einzogen. Auch hier hatten wir Glück, die
Häuser hatten nur Lehmwände. Weiß nicht ob wir uns auf den Boden geworfen
hatten. Die erste Frage, die ich mir später einmal stellte, war: „Wie kam
es, dass ich nicht einen Augenblick an die Menschen dachte, die damals
grausam zugrunde gingen? Sie starben fast wie KZ Häftlinge im Krematorium.
Ganz im Hintergrund war die Frage: „Was ist der Mensch“. Nach GOTT konnte
ich nicht fragen, denn ich war nicht getauft und kannte Kirchen nur als
Museum. Wie konnte ich so gefühllos sein.
So gehen wohl
bei den meisten Menschen auch entscheidende Ereignisse vorbei. Man nimmt es
auf sich und vergisst mit der Zeit, auszulöschen sind sie nicht, irgendwann,
wohl spätestens im Sterben müssen wir Antwort stehen, auch für das, was an
uns geschehen ist. Es sollte uns etwas sagen, auch wenn sich die Frage wie
bei mir erst spät, spät stellte. Zunächst waren die Folgen des
Zusammenbruches des Dritten Reiches zu tragen. Hitlerjugend, drei Appells
die Woche, wer nicht kam wurde von der Polizei geholt. Immer wieder kamen
mir die Kriegsmeldungen in den Kopf. Nur langsam dämmerte mir, welch einem
Betrug wir zu Opfer gefallen waren. Die einzig unpraktische Folgerung daraus
war: „Nie mehr Krieg!“ Wir waren voll Misstrauen gegenüber jedweder
Autorität, das wirkt noch heute nach bald 70 Jahren.
Selbst als ich
langsam, wie auf wohl bedachten Schritten (nicht meinerseits, sondern von
Oben) zum Glauben fand, hatte ich hier am Meisten zu kämpfen. Vielleicht hat
das der Studentenpfarrer in Mainz, der mich 1955, zusammen mit zwei
Protestanten, in drei Katechismusstunden auf die Taufe vorbereitete,
gespürt: „Lass ihn seinen Weg allein finden!“ Es war Führung von Oben und
nicht Nachlässigkeit. Wir haben uns später manchmal wieder gesehen. Obwohl
mir inzwischen aufgegangen war, dass ein wenig mehr an Wissen um die Kirche
nicht geschadet hätte, habe ich nie gefragt: „warum nur drei Stunden“. Mit
der Firmung ging es dann auch so schnell, dass ich vergaß, dass ich schon
gefirmt war. Damals wurde einer der Schulklassen, wo ich lehrte, zur Firmung
in der Jesuitenkirche in München gerufen. Ich nahm die Gelegenheit wahr,
gefirmt zu werden.
Noch
seltsamer: Jahre später im Seminar in Freising fand der Präfekt mein
Taufzeugnis, auf dem sehr wohl die erste Firmung eingetragen war (hatte
dieses Papier nie vorher angeschaut!), bei der zweiten hat man es wohl
versäumt zu fragen, auch nicht, ob ich irgendwie vorbereitet war Es war das
Alles wie ein Nachklang von dem, was mir in der Bombennacht widerfahren war.
Es geschah auch Dieses an mir, als hätte ich daran keinen Anteil, obwohl ich
doch sehr wohl bewusst mir wenigstens einen Firmnamen vorher ausgesucht
hatte. Sehr spät erst kam mir in den Sinn, dass ich einmal meinen
Schutzengel in Lichtgestalt nachts im Zimmer gesehen hatte wo ich als Bub
gegenüber von meiner Schwester schlief. Da ich regelmäßig böse Träume hatte:
überfahren oder gemartert wurde und oft im Schlaf aufschrie, dass der Vater
nebenan aufstand und nachschaute, war dieses das einzige Licht in meiner
Heidenzeit. Musste erst Boden finden.
Später, schon
als Priester, da ich vom Orden abgestellt, Zeit fand, mein Leben im Licht
meines guten hl. Engels durchzugehen und aufzuschreiben
wurde
mir betrachtend klar,
wie sehr ich schon als Heide in von ihm auf all meinen Irrwegen geführt
wurde. Damit war auch diesem Erlebnis alles Außerordentliche genommen. Im
Dunklen Glauben, an der Hand des hl. Engels sollte ich bis heute Seine Hand
erfahren – und dies obwohl ich gerade in der Zeit des Suchens, von der
anderen Seite angestachelt, nach Zeichen und Wundern verlangte. Sie
geschehen, doch so leise, dass ich sie wohl meist übersehe oder erst später,
rückschauend erkenne. So ging ich auch in mein zweites Studium, das der
Theologie, unbelastet hinein. Ist das Leben nicht ein wunderbares Abenteuer?
Ich wollte
dieses Mal lernen, wie man richtig lernen soll (schielte dabei auf
Sokrates!), wofür in der Schule und im ersten Studium nach dem Krieg im
Ringen um den Lebensunterhalt kaum Gelegenheit war. Bleibend von aller,
ersten und zweiten Studierei ist die Begegnung mit den wenigen Lehrern, die
nicht zuerst durch ihr Wissen, sondern durch ihr Leben beeindruckten. Papier
hat mich schon immer unsicher gemacht. Da ich im Gymnasium anfing, Bücher
aus dem Amerikahaus in Nürnberg zu lesen und dabei auch in den Zwirn der
Psychologie geriet, schrieb ich eine Fünf nach der anderen. Das Warum wurde
mir nicht erklärt, es ging mir später auf.
Da ich den
Buchstaben nicht ernst nahm, musste ich wohl in Kirchenrecht durchfallen und
in Moral gerade noch so durchkommen. Das passte wenig für einen „Doktor“,
der ich im ersten Studium, nach meiner Berufung suchend, geworden war. Doch
wenn ich nicht darauf von Außen aufmerksam gemacht worden wäre, hätte ich
wohl nicht einmal daran gedacht. Hatte ER nicht die Führung?“ Auch der
„Doktor“ war nicht „mit Wissen“ verdient, sondern mehr gelebt als
geschriebenDa
wir mit dem Studium, das zwischen Scholastik und protestantischer Theologe
schwankte, wenig zufrieden waren, kamen damals Arbeitsgemeinschaften auf, in
denen wir uns selbst zu helfen. Der Vorlesungszwang fiel unmerklich weg. Da
mir der Sprachunterricht für die Amerikaner und Spanisch sprechenden
zufiel,(vorher war die Unterrichtssprache Latein!) war mir eine Aufgabe
vorgegeben. Daneben noch ein Arbeitskreis um die Gedichte von Trakl
„Offenbarung und Untergang“, in dem sich mir das Thema der GO von anderer
Seite zu erschließen begann.
Dieses
„Daneben Studieren“ schenkte mir die wunderbare Gelegenheit, streitlustig
mich mit all dem auseinanderzusetzen, was mir da an Philosophie und
Theologie in der Zeit, genau in der Zeit des Vat.II bei den Jesuiten in
Innsbruck vorgelegt wurde. Das tat ich, wieder still geführt, schon nach den
Vorlesungen, jeweils in den Pausen. Der Weg zur Empore der Kirche war direkt
bei den Hörsälen. Für die Examina versuchte ich allein oder mit Anderen
durch zu arbeiten, was mir bedenkenswert schien. Nur so war die im Seminar
unaufhaltsam fortschreitende Krise im Glauben wie organisch zu bewältigen.
Nicht Weniges musste ins Feuer geworfen werden, was die Mitbrüder auf sich
nahmen oder rebellierend von sich warfen. War jedes Mal betrübt, wenn wieder
Einer aus der Dritten Welt uns verließ, die am meisten unter diesem Umbruch
litten.
Wie gerne
hätte ich mit ihnen vorher gesprochen. Doch dazu waren sie im Lernen zu
fleißig und für uns so verschiedene Deutsche, die wir (wie unsere Amerikaner
meinten) vor allem „Grundlagenforschung betrieben“, zu fremd. Gerade ihnen
war ich menschlich am nächsten. Wie sehr sehnten sie sich nach Familie, wie
es sich die Amerikaner bald selbst gestalteten mit ihrem durchgesetzten,
eigenen Sonntagsfrühstück im Zimmer, zu dem sie sich gegenseitig einluden.
Noch heute erscheint mir dieses Leben im Seminar wie unwirklich,
gespenstisch; war der HERR hier nicht so wie die Jünger im Seesturm, als ER
über die Wasser zu ihnen kam „wie ein Gespenst“? Wirkliches Leben schöpften
wir im Winter wie im Sommer, da wir die freien Donnerstage in die Berge
stiegen und aus dem gemeinsamen Leben unter einem Dach mit mehr als 24
Nationen. Hier war ein letzter Schein von Apostelgeschichte, Gelegenheit das
Studium praktisch zu nutzen. Der Besuch von Aldo mit einer Gruppe von
Focolarini weckte in mir Tränen der Rührung. Welch eine Gnade, lebendigem
Glauben zu begegnen! Er kann nicht ausgelöscht werden, man muss ihn nur
suchen!
In allem
inneren, tieferen Fragen nach GOTT drängte immer immer wieder die
Versuchung, „den Weg abzukürzen. In ähnlicher Weise, wie sie Eva vorgelegt
wurde. Statt das geschenkte Geheimnis des Lebens in Seiner Gnade ausreifen
zu lassen, griffen sie handfest danach. Dass dafür gerade der „Apfel“ als
Bild steht, hat viele uns noch verborgene Gründe. Nehmen wir drei heraus:
·
er ist – auch nach Hildegard – eine
besondere Frucht, die Frucht des Westens,
·
er ist rund, lädt ein, hinein zu beißen
·
und ihn bis auf den Stil zu verspeisen.
Schon diese Eigenschaften, lassen sich tiefer verstehen. Wir wollen mit dem,
was uns aufgegeben ist fertig werden, um etwas Neues anzufangen. Auch wenn
wir nicht wissen, was dieses Neue ist. Neues lockt unwiderstehlich. Schauen
wir nur einmal einen Apfel an: er ist schön. Um besser zu verstehen, machen
wir einen kurzen Sprung hinein in die Philosophie. Mit dem „Schönen“ kommen
wir an die Vier Transzendentalien: Ureigenschaften des Seins, nach denen
schon die Griechen frugen. Nach dem Unum=Eins, Verum=dem Wahren, dem
Bonum=Guten, folgt, oft vergessen, das Pulchrum=das Schöne, Erst in ihm
findet Alles seine Vollendung. Es weist geradewegs auf den „Baum des Lebens“
im Hintergrund, der dann auch beim Fall des Menschen in der Genesis erwähnt
wird: Was blieb GOTT noch, um Seinen Plan mit der Schöpfung organisch zur
Vollendung zu bringen? Er musste den Menschen aus dem Paradies verweisen. Er
hätte sonst nach dem Baum des Lebens gegriffen.
Der Mensch
sucht nichts Anderes als „Leben“, und zwar „in Fülle“, wie es JESUS
verheißt, auch wenn er darin nicht das ihm von GOTT verheißene Ewige Leben
erkennt. Er sucht es nicht nur material, wenn auch die Meisten schon hier
hängen bleiben, sondern, wo der Geist wacher wird, vor allem im dem im Leben
verborgenen Geheimnis: „GOTT“ Nicht nach einer Sache, einer lösenden Idee,
einem Begriff geht sein Verlangen, sondern nach dem Antlitz, der Person. Auf
der Höhe des Menschen nach dem Bild GOTTES muss das Leben personal sein,
verantwortet, auf den Ursprung gerichtet, oder es zerfällt, wie wir es heute
erleben. Auch hier speist uns der Böse mit billigen Lösungen ab. Im
Augenblick, wo wir sie in der Hand haben, sind sie uns schon fad. Er kann um
sein Ziel, die Vernichtung des Lebens zu erreichen, nur auf dem Weg der
Lüge, der Vorblendung falsche „Tatsachen“ kommen. Seine Entscheidung gegen
GOTT hat ihn zum Nichts gemacht. Dies ist sein Anfang, sein Weg und
notwendig sein Ende.
Kinder, wenn
sie nicht schon verbogen aus dem Mutterleib zur Welt kommen, wenn sie
getauft sind, wissen darum.
Das kann man bei ihnen beobachten: am schnellsten sind die gemachten
Spielzeuge erledigt, wenn sie nicht wie die CP – Sachen wenigstens den
Schein des Lebens , der Bewegung mit sich bringen. Wo im erwachsenen
Menschen durch das Gift der Sünde selbst der Lebensinstinkt gelöscht ist,
bis hinein in die Ehe, da ist die Seele des Menschen schon tot. Gogol hat
dies an den Adligen vor der Revolution in seinem Roman: „Tote Seelen“
aufgezeichnet. Aus diesen „Toten“ sollte durch den Millionenmord der
Revolution in Rußlland das Neue Leben der menschlichen Gemeinschaft wachsen!
Es hat mit dem Zwillingsbruder dem Kapitalismus, der die „Fülle des Lebens“
in anderer Weise verkündet (Weltmarkt) diesen toten Ursprung gemeinsam. Er
lebt aus dem Tod der Sklaven, einer mechanischen Welt und der nicht endenden
Zahl der Kriege. Beide vernichten die Quelle des Lebens, die Familie. Hier
kommt die erschreckende Frage des HERRN:“Wird der MENSCHENSOHN, wenn ER
wieder kommt noch Glauben finden?“ (Lk 18,8b).
Der Zugriff
des Bösen auf das Leben, das erfahren wir mit der Geburtenverhütung und der
Abtreibung geht noch tiefer. Er geht auf die Schöpferkraft GOTTES, an der er
dem Mann in der Zeugung Anteil gegeben hat, im Blick auf die Zeugung des
Leibes. Die Seele gibt GOTT dazu. Darum geht die Frage, haben künstlich
gezeugte Kinder, wie sie heute die Wissenschaft zu erzeugen versucht, noch
eine Seele. Kann GOTT hier noch eine Seele dazu geben? Sie geht über die
Zeugungskraft des Mannes letztlich auf den Priester, der berufen ist, in,
mit und durch JESUS CHRISTUS kraft des Opfers CHRISTI Neues Leben zu
schaffen, wie es uns in MARIA und Johannes unter dem Kreuz als erster Kern
der Kirche bewiesen wird. In der Christenverfolgung sind die Priester die
Ersten, die gemordet werden. Am liebsten würde der Widersacher sie wie auf
einen Schlag vernichten. Da es ihm materiell noch unmöglich ist, versucht er
es geistig. Schauen wir in diesem Licht auf die weltweite Krise des
Priestertums – und die eine Antwort GOTTES im hl. Pater Pio, dann erkennen
wir besser, wohin der Böse im Letzten zielt. (Ende Exkurs). Es ist wahrlich
ein „totaler Krieg!“
Viel Studieren
bringt nicht wenig Fragen, das Feuer zu vergessen, das mich auf den Weg zu
GOTT gebracht hatte, nur betend und betrachtend kann man von diesem lästigen
Fliegenschwarm frei werden. Es waren da solche Wüsten zu durchqueren, dass
es mich heute nicht wundert, dass so Viele auf dem Weg verdursten. Wo anders
Brunnen graben, nur ER verspricht „Wasser ewigen Lebens“ (vgl. Jo 4). Für
Scheinersatz hat der Böse in eifriger Mitarbeit in der Kirche gesorgt: wir
selbst graben das Loch, in das wir gefallen sind, immer tiefer. Wer von den
Priestern lebt noch allein aus der Kraft der Sakramente, Seines Wortes, dem
Hauch des GEI:STES, der ihn durch den hl. Engel fürhen soll? Es kommt heute
alles aus „zweiter Hand“, „prozessiert“, wie man es bei den Lebensmitteln
nennt, wo sie den Geschmack nach Leben verlieren.
Das Feuer der
Vernichtung 1945 hat mich immer wieder erinnert: „Licht kann nur von Oben
kommen“, auch wenn es nach Außen das der Vernichtung ist. Im Geist sucht es
das Innen! So ist auch das vorliegende Buch ein Versuch, dieses Licht
einzufangen und „nach Hause“ zu bringen, wie ich es in meinem ersten
„katholischen Jahr“ zum ersten Male an einem eiskalten, windigen
Wintermorgen mit dem Feuer von Lichtmess versuchte. Es ist damals
tatsächlich gelungen. Und es wird notwendig GOTT gelingen. Daran zu glauben,
es in den kleinsten Funken der Liebe zu erkennen und aufzuheben, die uns
noch geblieben sind, ist ein Schritt mehr hinein in dieses wunderbare Licht
der Auferstehung, das uns entgegenleuchtet.
Die Frage „Was
ist es um die Auferstehung?“, die in der Kirche zu einer Chiffre geworden
ist, oder zu einem billigen Trost für Solche, die sich schon anderen Trost
hier gesucht haben, kann nüchtern und doch zugleich leuchtend nur von der
Apokalypse, dh. hier nüchtern: von der Vernichtung im Zorn GOTTES, dem wir
entgegen laufen, beantwortet werden. Diesem Licht nur zu nahen, es von dem
flickernden, täuschenden Licht des Widersachers zu scheiden, mag mehr als
ein ganzes Leben kosten. Es ist jeden Preis wert, denn was kann der Mensch
als Lösepreise für dieses Leben geben, das seine Seele und seinen Leib, auch
wenn er hier sterben muss, für die Ewigkeit rettet? Was ist unsere
mühseligst aufgebaute Geduld im Vergleich zu Seiner, die selbst vor solchem
Bild der Vernichtung, die wir bereitet haben mit der Hilfe des Anderen,
nicht aufhört zu lieben! Wie können wir da im Angesicht Seiner bleibenden
BARMHERZIGKEIT bis zuletzt, noch streiten, Parteiungen über Parteiungen
schaffen, die dem Feind in die Hände arbeiten, wie jetzt die harte
Exkommunikation der beiden hl. Väter durch den Patriarchen der Orthodoxen?
Bald ist die Bresche die wir in die zutiefst erschüttert Einheit der Kirche
schlagen, so groß, dass die „äußeren Feinde“, denen es nur um materielle
Macht geht, einfach einziehen brauchen!
Wenn ihr betet
um den „Anderen Wind“, von dem Johannes den HERRN vor Nikodemus spricht,
dann mag auch dieses Buch helfen, dem „SIEHE ICH MACHE ALLES NEU“, das mir
immer mehr aus der Geheimen Offenbarung entgegen sprang, ein wenig näher zu
kommen. Jetzt weiß ich endlich auch besser, warum nicht einmal eine Regung
des Mitleids mit den Opfern der Bombennacht aufspringen konnte. ER wird im
Feuer jeden Einzelnen ins Auge fassen. Es naht sich uns, seid bereit!

Der Versuch auch
im Glauben, geraden Weges auf die Auferstehung zuzugehen, gehört zu den
Ideologien unserer Zeit, die jeweils von einer meist sehr engen Sicht her,
Antwort auf alle Fragen des Menschen zu geben versuchen. In einer Welt, die
immer heidnischer wird, sind sie der Versuch, sich in aller Verlorensein in
dieser Welt irgendwie zurecht zu finden. Da wir immer mehr im
Zeitraffertempo leben, überschlagen sich erhoffte Lösungen. Die Suche,
irgendwo noch einen Halt zu finden, endet in Alkohol, Drogen Selbstmord.
Da wir als
Glaubende nicht vor solcher Ansteckung gefeit sind, müssen wir uns dagegen
wappnen. Glauben, der nicht immer neu geprüft wird, ist kein Glaube. Nichts
untergräbt den Glauben mehr als vereinfachende Lösungen, wie sie uns über
den geistigen Weltmarkt, der nicht weniger über uns verfügt wie der
materielle, täglich neu zukommen. Nach der Not des letzten Weltkrieges und
der Nachkriegsjahre, nach der Enttäuschung die auch der Wohlstand mit sich
bringt, hat man genug des Kreuzes. Man schiebt es weg, und greift nach der
Auferstehung und dem HEILIGEN GEIST. Inzwischen wird deutlicher, dass diese
Versuch ernste Folgen haben kann, ja immer offensichtlicher auf eine
Beseitigung des Kreuzes, sage: Verfolgung, zusteuert. Hier gibt es keine
allgemeinen Lösungen mehr, hier werden sich Fronten auflösen, die sich in
der Kirche gebildet haben, um nur den Modernismus und Traditionalismus zu
nennen.
Es kann und darf
in der Kirche keine Parteien geben. Der Anruf zum Einen Notwendigen zurück
zu kehren, verlangt Umkehr jedes Einzelnen hin zum HERRN. Du musst Deine
Antwort einbringen, dann wird Dich GOTTES barmherzige Führung an den Platz
stellen, wo ER Dich braucht und wo Du deshalb auch Gemeinschaft finden
wirst, ohne die der Mensch nicht leben kann. Nur so kann der unbehauste
Mensch in allem Umbruch seinen Ort vor GOTT wie unter den Menschen finden.
Wenigstens
erwähnt sei, wie sehr auch von der Naturwissenschaft her, das Kreuz im
Makro- wie Mikrokosmos die Struktur der Welt anzeigt, die hinauf weist bis
in den DREIEINIGEN GOTT. Wir könnten kein Haus bauen, keine allen Menschen
verbindliche Ordnung vorlegen ohne das Kreuz. Wir tragen es in uns bis in
die Zellen unseres Körpers hinein, wir erkennen es in der Ordnung der
Schöpfung. Wo immer sie von uns verletzt wird, schlägt das Kreuz auf uns
zurück. Wer es zurückweist wird einmal von ihm erschlagen. Die
Gegensätzlichkeit, die wir im Kreuz erkennen, wird uns zur Prüfung bis in
die Kleinigkeiten des Alltags, sie wird fordert zur Entscheidung: Leben oder
Tod. Es gibt keinen Weg zur Auferstehung außer durch das Kreuz, nur im Kreuz
erreicht der Mensch das Maß, das ihm GOTT im Anfang setzte, da ER ihn schuf
nach Seinem Bild und Gleichnis. Auch wenn wir es zuerst in der Kreuzigung
JESU erkennen, so ist es doch das Maß des DREIEINIGEN GOTTES. GOTT ist in
sich selbst Gekreuzigte Liebe. Keiner der Drei Personen lebt für sich
selbst:
·
Der VATER lebt für den SOHN, ER will sich im
SOHN erkennen.
·
Der SOHN ist Antwort auf die Hingabe des
VATERS und schenkt sie IHM zurück.
·
Der HEILIGE GEIST ist das Band der LIEBE
zwischen den Beiden.
IHR „Kreuz“ ist
die Hingabe ohne Ende, am deutlichsten ist dies im HEILIGEN GEIST, der diese
Hingabe ist, da Er um ihretwillen sogar auf sein Personsein verzichtet. ER
will nur Band sein, das die Beiden bindet die sich zueinander verlieren.
Hier muss aufleuchten, dass Kreuz höchste Vollendung, höchste Seligkeit
bedeutet, dass uns der VATER in der Teilnahme am Sterben des SOHNES am Kreuz
in IHM alle Seligkeit für alle Ewigkeit verheißt. Das kann dem Menschen nur
im Glauben aufgehen, denn GOTTES Maße sind anders. Hier geht es auch nicht
um einen nach gesprochenen Glauben, sondern um die dunkle Hingabe an die
allein schöpferische Kraft GOTTES. Denn wahrlich ein Neuer Mensch soll aus
uns werden.
Warum ist es uns Kreuz dann
Leid, Schmerz, Sterben?
·
Es ist Leid weil wir kurzsichtig sind und die
Weisheit GOTTES uns verhüllt bleibt, bis wir zu IHM heimfinden. Hier
leuchtet auf die erste Herausforderung des HERRN in Seiner Nachfolge:
„Verleugne dich selbst!“
·
Es ist Schmerz, weil wir uns selbst suchen,
uns nicht von uns selbst lösen und darum nicht hinüber, nicht zu GOTT, nicht
zum Nächsten finden. In der Verdammnis schließt sich dieses Gefängnis, das
wir uns selbst schaffen. Wir haben die Zeit unseres Lebens nicht genutzt,
weder um uns zu verschenken, um uns im Anderen zu finden, noch waren wir
bereit, dem Anderen in uns Platz zu geben. „Nimm dein Kreuz auf dich!“ kann
uns nichts bedeuten, weil wir es auch in der Kirche kaum mehr erkennen und
nie darüber nachgedacht, was unser je eigenes Kreuz ist, an dem wir wachsen
könnten nach oben wie der Weinstock.“Nimm Dein Kreuz auf Dich!“
·
Es ist Sterben, weil der Alte Mensch in Adam
dem Neuen Menschen in CHRISTUS weichen muss. Als Christen, nicht nur als
Mönche, müssen wir wissen, das jede Stunde, jeder Tag ein „Unssterben“ sein
muss, wenn wir unser Leben hin auf GOTT, den DREIFALTIGEN leben. „Folge Mir
nach!“
Dieses „ABC“
müssen wir uns täglich neu vorsagen, besonders dann, wenn wir in dem, was
das Unsere ist erschüttert werden. Genau dies geschieht heute mit der ganzen
Menschheit. Die Erdbeben und inneren Erschütterungen, die wir erleiden, sind
dafür Zeiche: Mensch kehre um!
LEBEN IN FÜLLE – oder – TOD FÜR IMMER!
Der Mensch hin
auf GOTT geschaffen, hat, verführt durch den Bösen, mit ihm das Nein gegen
GOTT gewählt, und damit sein Leben schon im Anfang verspielt. GOTTES
Erbarmen hat ihm den SOHN geschickt, damit er in IHM wieder das Leben finde
und den Tod, den er in seinem Nein gewählt hatte, überwinde. SEIN LEBEN
unter uns fasst unser aller Leben vom Anfang der Schöpfung bis zu ihrem
Ende.
Vor GOTT kann nur
ein Mensch bestehen: Sein SOHN, der für uns Mensch geworden ist und für
uns diese Forderung bis ins in Letzte, im Sterben am Kreuz, erfüllt hat. In
IHM ist die Erfüllung, die wir verführt durch den Bösen im Anfang an uns
reißen wollten und dadurch verloren haben. In eins in, mit und durch den
SOHN muss endlich die ganze Menschheit wieder wie Eins, das ist in den Einen
GOTT zurückkehren, nach dessen Bild sie ins Leben gerufen wurde. Am
einfachsten ist dies im einfältigen Wort der Hirten auf dem Feld von
Betlehem gefasst: „Lasst uns hinüber gehen, um zu schauen, was die Engel uns
verkündet haben!“ Immer neu musst Du hinüber. Denn nur in diesem Hinüber
kannst Du etwas von Deiner Geburt erkennen, wie schrittweise, organisch. Es
ist nicht zufällig, dass die Welt im Suchen nach mehr Gesundheit da und dort
Antwort gefunden. Wo sie sich darauf versteift und eine Gesundheitsindustrie
aufbaut, hat sie das Heilsangebot GOTTES ausgeschlagen. Auch wenn er hier
auf Erden mit einem gesünderen Leben beginnt, es muss die Sehnsucht: „heil
zu werden“ ein Gnadenweg werden, den allein GOTT eröffnen kann. Bei GOTT ist
es nicht nur ein Heilen, es verspricht ein Neues Leben in Seiner Gnade.
Heilen heißt bei GOTT heilig werden wie GOTT heilig ist!
Die hl. Engel,
schon in ihrer Erschaffung auf den Dienst am Menschen gerufen. Der Mensch
als umfasst als Mitteglied die beiden anderen Schöpfungswelten, den Engel
als Geist wie die Materie. Hier wurden die Engel schon im Anfang in ihrer
Bereitschaft zu dienen geprüft. Die Prüfung des Menschen geht durch die
Zeit, bis sie endlich im Letzten Gericht in die Ewigkeit zurückkehrt. Diese
Prüfung steht über jedem Menschen und wird spätestens im Sterben offenbar,
sie stand im Anfang über den Engeln, die in ihr geschieden wurden. Sie steht
heute, wo der Mensch mündig geworden ist, über der ganzen Menschheit. Weil
der Mensch Materie und Geist umfasst, sind die beiden anderen
Schöpfungswelten, die Engel, wie die Materie in diese Prüfung, wie sie uns
in JESUS CHRISTUS auf Golgotha geoffenbart wurde, mit hinein gestehen. Sie
stehen dem, was in dieser Zeit als Prüfung über uns gekommen ist, nicht in
ihrer Seligkeit unberührt und unbeteiligt gegenüber. GOTT schickt sie uns
als in harter Prüfung bewährte Helfer zur Hilfe.
Weißt du, wann ER kommen wird und vor dir stehen?
Ich weiß nicht die Stunde - und weiß sie doch,
ich weiß nicht den Ort - und weiß ihn doch,
selig ist diese Zeit des Wartens!
Kein Leid ist mehr da, der Trennung,
denn schon sind die Boten des Himmels um uns.
Das Herz hat die Augen der Liebe,
und die Liebe hat IHN bereits entdeckt!
Da der hl. Engel
die erste Prüfung in Seinem unbedingten Ja zu GOTT schon bestanden hat, geht
er um des Menschen willen erneut mit der materiellen Schöpfung hinein in
diese dritte Prüfung. Er kann nicht mehr wie der Mensch aus dem Willen
GOTTES herausfallen, doch auch er muss in der Hilfe an seinem Bruder Mensch,
„dem Verlorenen Sohn“ noch einmal dieses sein erstes Ja zu GOTT in der
Bereitschaft bestätigen. ER soll in der Nachfolge CHRISTI auf seine Weise
(im GEIST) helfen, den „Verlorenen Sohn“ als seinen Bruder zu GOTT
heimzuholen bewähren. Die Liebe zu GOTT, die der getreue Engel in seiner
ersten Entscheidung gegen das Nein seiner Brüder, in Treue durchgetragen
hat, muss in der erbarmenden Bereitschaft des SOHNES, den Verlorenen Sohn
heimzuholen. Das Wort: „Was ihr auf Erden bindet, ist gebunden im Himmel“
hat deswegen im konkreten Fall: Einsetzung des Festes der Barmherzigkeit,
auch im Himmel seine Geltung. Nicht umsonst erinnert uns das Gleichnis vom
Verlorenen Sohn bei Lukas im zu Hause gebliebenen Sohn an den Engel, für den
es nicht so leicht ist, sich der unbegreiflichen Barmherzigkeit des VATERS
zu beugen. .
Die Liebe zum
Nächsten, die dem Menschen näher liegt und sich auf alles Geschaffene
ausweiten soll, muss sich in letzter Hingabe wie sie der SOHB am Kreuz
vorgelebt hat vollenden. Wunderbar ergänzen sich beide Geschöpfe: Engel und
Mensch, in dieser verschiedenen Ausrichtung hin zu letzter Vollkommenheit in
GOTT. Die größere Weisheit GOTTES umfasst aber auch noch den Rebellen, sei
es im Engel, sei es im Menschen. Wer sich bewusst wie sie gegen GOTT
gestellt hat, muss in diesem unabänderlichen Nein zu GOTT verbleiben bis
zuletzt, bis in alle Ewigkeit, wenn GOTT ihn nicht zu „unsterblicher Asche“
werden lässt.
·
Durch die hl. Engel soll uns nach dem Maß
unseres Glaubens
·
in der uns gestellten Prüfung in der
Vermittlung des HEILIGEN GEISTES
·
die KRAFT zukommen, die uns in den
Auferstehungsberichten verheißen ist.

Helfet uns anbeten, heilige Engel,
durch eure Augen durch euer Licht!
Wir geben das Herzblut dazu
und die Tränen der Reue!
Es genügt nicht,
wenn wir nur allgemein, im besten Falle philosophisch über die Weisheit des
Kreuzes nachgedacht haben. Damit wir die Prüfung des Kreuzes, in der heute
die Kirche und mit ihr die Menschheit steht, bestehen, müssen wir wissen um
unser je persönliches Kreuz. Nur dann werden wir auch aus den folgenden
Überlegungen zu der Umkehr kommen, die jetzt und hier von uns gefordert ist.
Nicht wenig Hilfe
ist Sein Bild in uns. GOTTES Erbarmen mit uns verlorenen Schafen kommt uns
helfend entgegen in den „wahren Ikonen“ („Ver- onika!“) des Leichentuches
von Turin und Manupello, ergänzt durch das von Oviedo. Je länger wir sie
betrachten und im Wort das Bild JESU im Neuem Testament, je mehr dieses Bild
unseren bis in den Alltag hinein bestimmt, um so mehr prägt es sich uns ein
in Seele und Leib. Weil es sich zuerst in MARIA ausgeprägt hat, gehört hier
notwendig auch die einzig authentische Ikone MARIENS im Bild von Guadalupe
dazu und nicht weniger die Ikonen der Ostkirche, die auch bei uns das oft zu
menschliche Bild JESU wie der Heiligen ergänzen. Das Bild von Guadalupe, das
die MUTTER in Mexiko 1531 in der Tilma Juan Diegos hinterlassen hat, kann
uns in Bild und Zeichen Hinsicht in ihrer endzeitlichen Sendung als
„Sonnenumkleidete FRAU. Sie weist auf das SIEGENDE LAMM der GO, der mit
Seinen hl. Engeln im GEISTE die Schöpfung bereitet auf Sein letztes Kommen
als Richter der Lebenden und des Toten. Es gibt keinen Weg zu IHM außer in
und durch MARIA. Der SOHN sucht wie der VATER auch in uns zuerst MARIA, denn
in Ihr hat ER dem SOHN von Ewigkeit her ein Zuhause in dieser Schöpfung
bereitet.
Das Schauen auf
das äußere Bild muss ergänzt werden durch das INNERE SCHAUEN AUF IHN, wie ER
in uns lebt und wirkt, wie ER mit uns geht, wie ER uns leitet, und dies in
ganz persönlicher Weise durch unseren Schutzengel. Weil wir Menschen im
Geist schwach sind, uns leicht versteigen und täuschen lassen, ist der
heilige Schutzengel mit MARIA, nicht nur nächster Mittler hin zu GOTT, er
ist als solcher unser bester, nächster und getreuester Freund. Diese
Freundschaft muss wie unter Menschen erst errungen werden. Sie ist für beide
Teile keine leichte Schule. Die folgende „Ortsbestimmung“ will in je
persönlicher Weise verstanden werden, nur dann wird sie Dir helfen, Dein
Kreuz klarer zu erkennen. Sie muss in der täglichen Gewissenserforschung
weiter wachsen, und das Bild JESU tiefer in Dir prägen.
Jeden Tag von Neuem
töne unser Lob!
Heute ist es anders, als es morgen sein wird.
Denn das Kleid der Liebe, -
heute heißt es "Kommet,
ihr Gesegneten des VATERS"!
- Wie es morgen heißen wird,
sonnenüberglänzt, voll blanker Tränen?
D U weißt es, mein GOTT!
Ein schönes
Beispiel solcher Ortsfindung, sei im Evangelium des dritten Fastensonntags
aufgezeigt, damit uns an ihm zugleich deutlich werde, wie um- und
tiefgreifend sie sich auswirken kann.
Die Samariterin
findet ihren „Ort“. Nur bei Johannes ist solche Durchsicht möglich, wie sie
uns hier in der Perikope von der Begegnung JESU mit der Samariterin
erschlossen wird. Sie wird in den beiden folgenden Versen wie
zusammengefasst, doch es empfiehlt sich, sie noch einmal als ganze betend
durchzugehen.
24 Gott
ist Geist, und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit
anbeten. 25 Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, das
ist: der Gesalbte (Christus). Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden. 26
Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, ich, der mit dir spricht.
Der HERR kommt
ermüdet zum Jakobsbrunnen, die Samariterin ist gerade dabei Wasser zu
schöpfen. Er bittet um einen Trunk: „Bettler der Liebe“, der doch nur LIEBE
verschenken will, die gerade auch hier weite Kreise zieht, bis zurück den
Patriarchen: Isaak, Jakob, notwendig Joseph, den Nährvater einschließend und
die ganze Geschichte hin auf das Gelobte Land, wie sie im Buch Genesis und
Exodus nach zu lesen ist, wo JAHWEH das Fundament legte für Sein
Auserwähltes Volk. Notwendig ist in diese Begegnung auch all das hinein
genommen, wo wir menschlich kaum durch schauen: die vier Frauen um Jakob,
die Geschichte der Kinder, nicht ausgeschlossen die Gewalttat an Dinah. All
dies nimmt der HERR hier auf in Seine Erlösersendung hin zum Kreuz und durch
die Auferstehung zurück zum VATER. Es ließe sich darüber ein ganzes Buch
schreiben, wir müssen nur lernen, die Schrift wie die Väter im GEIST zu
lesen, niemand ist uns hier mehr Helfer als unser hl. Engel.
Die
„Ortsbestimmung“ wie sie die Samariterin durch den HERRN erfährt, lässt sich
in vier Punkten umreißen:
- Weil der HERR
immer im Gespräch ist, auch wo niemand ihm antwortet, nimmt er den Hinweis
auf Jakob als Erstes auf. Für die Frau ist es nicht mehr als Tradition, die
sie übernommen hat. Der HERR aber nützt sie, um sie darauf aufmerksam zu
machen, dass sie für ihre Ortsbestimmung im Kreuz nicht unerheblich ist. Sie
darf erkennen, woher auch sie schon gnadenhaft kommt. Auch als Samariterin,
abgetrennt von den Juden, lebt sie an einem heiligen Ort in der
Heilsgeschichte des jüdischen Volkes. Es gibt Nichts, was im Blut CHRISTI
nicht eingebunden werden könnte. Auch wenn Du wenig von Deinen Ahnen weist,
oft genügt schon ein kleines Lichtlein, das Du nur betrachtend aufnehmen
muss, um auch zurück Deinen Weg zu finden.
- Die nächste
Bestimmung, die die Frau erfährt ist, dass sie erkennen darf, wer sie ist.
Sie hat fünf Männer, doch keiner ist ihr Mann. Zu erkennen, dass wir keinen
Ort haben, kann ein erster Schritt, ihn suchend zu finden. In GOTT ist er
allezeit zu erkennen, wenn wir nur darum bitten.
- Die dritte
Bestimmung: ER muss wohl ein Prophet sein, dass ER so durchschaut. Auch wenn
sie IHN noch nicht als Messias erkennt, sie weiß sehr wohl, was es um den
Messias ist. Doch jetzt ist es nicht nur ein Aufschauen „Irgendwie“ auf
etwas Höheres: ER steht da plötzlich vor ihr. ER ist ihr Ort!
- Die vierte
Bestimmung: ohne dass sie es weiß, steht sie schon in Seiner Sendung, da sie
ins Dorf zurück geht. Man hört sie an, weil ER hinter ihr steht und sie mit
trägt.
Nicht
mehr aufgrund deiner Aussage glauben wir, sondern weil wir ihn selbst gehört
haben und nun wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt. (4,42)
Wie einfach wird Alles, wenn ER führt. Spalten schließen
sich, neue Kraft, Freude und Zuversicht erwachsen, die Einheit wächst! Hier
sollten auch wir kraft der Auferstehung einsteigen, wenn wir das Kreuz, das
uns aufgeladen ist, fester umgreifen!

Wenn Du heute im
Navigator in jedem Augenblick erfahren kannst, wo Du Dich gerade befindest,
so verdankst Du auch diese „neue Errungenschaft“ dem Kreuz, denn das Kreuz
ist die Erste und Letzte Gestalt dieser Schöpfung und unsere sicherste
Orientierung in aller Weglosigkeit. Sie ist es zuerst im GEIST GOTTES, dann
im Blick auf den SOHN und letztlich im Anruf des VATERS, heimzukehren. Immer
ist die Schöpfung „Vier“, sei es in den Vier klassischen Elementen, sei es
in den Vier Himmelsrichtungen, sei es in unserem aufrechten Stehen vor GOTT,
sei es wo immer.
Stumm bin ich vor DIR und ausgebrannt.
Zünde D U das Feuer an in meiner Hütte,
wo ich doch vergeblich jahrelang gewartet habe,
dass der Ostermorgen flamme!
Streiche über meine Augen
und hebe mich empor,
dass das Wunder Deiner Liebe
auch mich auferstehen lasse!
Gewöhne es Dir
langsam durch Deinen hl. Engel an, wo immer Du bist, Dich zu fragen, „in
welcher Kreuzung“ befinde ich mich?“ – materiell, lokal, geistig…..,? nur so
kommst Du als armes Sandkorn aus dem Sandsturm heraus, der immer heftiger
durch unsere Zeit weht. Nur so wirst Du auf dem Weg des Kreuzes einmal in
die GOTTESstadt gelangen, Vollendung der Maße des Kreuzes in vier
Dimensionen! Diese Übung: „Ortsbestimmung" solltest Du keinen Tag
unterlassen und abends in Deine Gewissenserforschung nehmen.
Bereitschaft zu Gespräch, Fragen
und Antworten
Wir sind hier
nicht in einem Klassenzimmer, wo der Lehrer vom Pult aus bestimmt oder
zuhause, wo Du schluckst, was man Dir im Fernsehen vorlegt. Von GOTT her
bist Du in jedem Augenblick zum Gespräch gerufen. Auch im stummen Aufschauen
zu IHM, Denn nur im Gespräch kann mit der Zeit deutlicher werden, wo Du, wo
wir stehen und wie Wir am besten zusammen arbeiten können. Je nachdem ergibt
sich ein Ja oder Nein, ein Mehr oder Weniger, kurz ein rechtes Zusammen, wie
wir es einmal in der GOTTESSTADT in Vollkommenheit erleben dürfen. Hier ist
kein Großmarkt mit Massenabfertigung, sondern hier will der HERR, wie ER es
uns vor allem im Evangelium von Johannes weist: persönliche Begegnung,
persönliche Ansprache, persönliche Antwort. Weil wir beschränkt sind, bleibt
der tröstliche Hinweis, dass es GOTT nicht ist. ER ist immer zu erreichen
und wird nie müde, uns zu antworten und zu helfen. Auch dies sollten wir
stets bedenken und berücksichtigen.
Unser STANDORT
Wo immer wir
etwas Neues anfangen, müssen wir zuerst unseren Standort bestimmen. Der
„Durcheinanderwürfler = diabolos macht es uns hier nicht leicht. Darum
zuerst kleine Schritte, bis wir festen Boden unter den Füßen haben. Beim
Klettern heißt es nüchtern: drei Punkte müssen immer sicher sein. Füße oder
Hände allein genügen nicht, es braucht eine Diagonale zwischen den Vieren.
Dies sei uns ein vereinfachender Hinweis. Wir sind nicht gerufen von dem
Einen GOTT Mohammeds (welcher Art Gott er ist, wäre erst zu bestimmen)
sondern, der uns ruft, ist der DREIEINIGE GOTT durch das WORT, das unter uns
Fleisch wird und nicht aufhört im Sakrament des Altares BROT zu werden
(„wahrer Leib und wahres Blut“) bis ER den letzten Sünder in Seinem Erbarmen
heimgeholt hat. Ist es uns bewusst, dass wir nur in Seiner BARMHERZIGKEIT in
dieser Zeit Stand finden? Wenn sich die verschiedenen Parteien streiten um
ihre jeweils andere Gerechtigkeit, dann ist schon Feuer der Reinigung für
Alle, die in diesen unbegreiflichen Zeiten es besser wissen wollen als ER.
Gib unsern Augen, Herr, die rechte Klarsicht,
zu erkennen, wo Deine Hilfe nötig ist!
Hast DU nicht unsere Sehkraft heute gesegnet,
als DU uns angeschaut im Heiligen Opfer, -
und willst, dass wir mit D e i n e n Augen schauen
und D e i n e Strahlen weitergeben,
damit die Dunkelheit verschwinde, im Raum der Kirche
und die Augen Deiner Priester wieder klarer werden!
Lass darum diese Sehkraft, Herr, wir bitten DICH,
auf unsren Sühnewegen sich verzweigen
und alle blinden Priester finden
und helfen, dass der Nebel weiche
Dies ist also die erste Bestimmung: Wenn wir im Nebel
dieser Zeit Standort haben wollen, so müssen wir zuerst nach Oben schauen.
Weil dieses Oben Fleisch, ja Brot in unseren Händen wird, ist hier bei aller
äußeren Bestimmung ein Innen! Sie hilft uns, damit Oben, Unten und „Umuns“
nicht durcheinander kommen. Darum hat ER, der DREINIGE GOTT das Kreuz auf
Golgotha in einen Felsen gerammt. Dieser Fels muss auch in uns werden! Nur
in der Tiefe des Innen wird auch das Außen immer mehr durchsichtig auf IHN
allein.
Dies wird in der zweiten Bestimmung verdeutlicht:
Wo der SOHN ist, ist notwendig der VATER. Auch
hier gibt uns Johannes den deutlichsten Hinweis. Doch nicht nur dies: der
SOHN ist der „Zweite“ nach dem VATER, der allein der „ERSTE“ sein kann, ER
ist das „DU“: Wer keinen Bezug zum Nächsten hat, kann auch nicht zu GOTT
finden. Er fällt wie von selbst dem in die Hand, der nur und ausschließlich
„Ich“ ist. Der VATER könnte ohne den SOHN nicht sein. Ermessen wir, dass ER
IHN um unsertwillen preisgibt den Schergen? Wo der SOHN ist, ist der VATER
und umfängt IHN der HEILIGE GEIST. So wird der SOHN (auch in uns) durch und
aus dem VATER ewig neu: „Heute habe ICH DICH gezeugt!“ ER muss in uns
wachsen, wie ER auf Erden gewachsen ist, bis hin zum Kreuz. Das ist unser
Weg das ist unsere Bestimmung. Nur so kommt ER auch in uns zum Leben.
Die dritte Bestimmung ist:
Die DREI ist EINS, der DREIFALTIGE GOTT allein ist der Wahre GOTT. Darum
gibt es für IHN auch keinen Widerspruch, keine Gegensätzlichkeit, die nicht
zu lösen wäre im HEILIGEN GEIST. Er verzichtet auf Sein Angesicht, um ganz
im Dienste von VATER und SOHN aufzugehen. Der GEIST ist „nur“ Band. Das ist
das Unbegreifliche: ER ist wie die beiden Anderen Person gerade dadurch,
dass ER auf dieses Personsein verzichtet. Am nächsten kommt diesem Geheimnis
MARIA in ihrem Magdsein. Die Einheit von VATER und SOHN steht für die
Untrennbarkeit der beiden ersten Gebote: der GOTTES- und Nächstenliebe. Auch
wenn die GOTTESliebe das Erste ist, sie verlangt notwendig als Beweis ihrer
Wahrheit die Liebe zum Nächsten. In Wahrheit ist sie nur im HEILIGEN GEIST
zu erreichen, vorher sind wir noch immer auf dem Wege. Weil sie ein Geschenk
des GEISTES ist, muss ER es tun in unserem Nichtsein. Nur dann kann auch der
Mensch „Alles“ werden in GOTT. Deutlich weist der HERR darauf im Gleichnis
der „Böcke und Schafe“ hin: „Wann haben wir DICH gespeist, besucht……….?“
Erst wenn wir heimkehren dürfen wir darum wissen. Wie wichtig ist es
deshalb, auch um den HEILIGEN GEIST als den Verborgenen GOTT zu wissen und
IHN anzurufen. Im Schutzengel haben wir den besten Vermittler. Vertrauen wir
ihm unser Anliegen an, er wird es, wenn es dem Willen GOTTES entspricht,
nicht nur weitergeben, sondern auch unterstützen.
Die vierte Bestimmung ist das KREUZ,
das in dem Maße, wie es aus dem Außen unseres Lebens immer mehr
verschwindet, im Innen des Menschen neu auferstehen muss. Nur dieses Kreuz
trägt durch alle Prüfungen, sogar des Todes. Es muss ebenso tief in unser
Sein, unseren Leib und unsere Seele gerammt sein wie das Kreuz auf Golgotha,
dass es den HERRN und alle Last der Sünde, die ER mit hinauf trug, tragen
kann. Paulus sagt theologisch: In Adam und Eva haben Alle gesündigt! Wenn
wir hier weiter fragten, müsste uns das Geheimnis der Sünde, aber auch der
einzig möglichen Abhilfe: „Blut CHRISTI“ aufgehen. Wenn wir nur bereit sind,
nimmt uns der HERR in Seine Sühne hinein, denn keiner kann von sich aus
weder die eigene, noch die Sündenlast der Anderen tragen. Hier öffnet sich
ein wenig das Geheimnis der Sühneseelen und des Wirkens JESU’ durch sie. Für
Millionen Seelen ist P. Pio eingestanden! Lässt sich dies nicht auch im Bild
und Gleichnis der Fülle der Chromosomen, die wir in uns tragen deuten? Wird
uns dies nur ein wenig klar, dann tragen wir die ganze Menschheit in uns,
vor, um und nach uns. Genau dies musste JESUS am Ölberg als den Berg
erkennen, der IHN zu erschlagen drohte. Selbst die Kirche weiß seit Luther
immer weniger davon zu sagen: „Hat nicht ER für uns genug getan?“ Kein
Zweifel, doch leise, schweigend, verborgen lädt ER die Wenigen ein, die ihr
Leiden im GEIST hin in Seines geöffnet haben.
Halten wir
hier für einen Augenblick inne, anbetend vor dem hl. Kreuz, es steht für die
Ordnung GOTTES – einfach und doch Alles umfassend!
Wo das KREUZ ist
, da ist das BROT, da ist das WORT. Da die Hirtenkinder in Fatima mit St.
Gabriel anbeten, ahnen sie etwas von dieser Dreiheit.
Nur in ihr kann uns schon jetzt etwas von dem Ziel, zu dem wir gerufen sind,
das Neue Jerusalem, aufleuchten.
Hier mag uns
von Außen auch helfen, wenn wir etwas von der ordnenden Kraft der Zahlen,
wie sie schon die Pythagoräer erkannten, lernen. Dafür steht schon die
Gegensätzlichkeit von „Eins“ als Ursprung und Ziel, und die „Zwei“ für alle
Vielfalt, die einmal in die „Eins“ zurückkehren muss.
Prüfung in der
Gegensätzlichkeit
D i e Prüfung des
Geschöpfes ist, dass GOTT es in die Gegensätzlichkeit einer Schöpfung
stellt, die ER endlich in Sich heimholen will. In tausend Weisen, wie immer
sie uns hier entgegen tritt, ist sie Herausforderung, sie in SEINEM LICHT
auf IHN zu durchdringen, sie wieder zu ihrem Einen Ursprung zurück zu
führen, aus dem auch wir gekommen sind: GOTT. Eines Tages, da dieser letzte
Tag in die Ewigkeit eingehen wird, wird sie der SOHN zum Hochzeitsmahl mit
dem VATER nach Hause bringen. Weil diese Prüfung, wie wir es Alle auf dem
Pilgerweg über die Erde erfahren, so schwer ist, muss sie in „Einem“
Menschen schon gelöst sein. Dieser Eine Mensch, auf den Alles zuläuft, ist
MARIA. Wo sie dem hl. Engel ihr Ja zur Menschwerdung des SOHNES spricht, ist
sie im Keim schon bestanden, wenn sie auch noch durch das Feuer der
Kreuzigung gehen und in der Himmelfahrt alle Erdenschwere überwinden muss.
Erst in ihr wird
uns auch greifbar, was es um das Innen im Menschen ist, in dem Himmel und
Erde einmal eins werden sollen. Sie gibt aus der Tiefe des Innen ihr JA:
„Siehe ich bin eine Magd des HERRN“, sie hält es durch bis unter das Kreuz,
in diesem Ja wächst sie hinein in die Himmelfahrt, sie ist nur der letzte
Schritt, den GOTT mit ihrer Zustimmung an ihr tut. Prägen wir uns dies tief
ein: denn ER allein kann es vollbringen! Das größte, zugleich aber das
schwerste Geschenk, das GOTT uns gemacht hat, ist die Freiheit. Sie geht in
MARIA wie organisch ein in den Unbegreiflichen Willen GOTTES über Seine
Geschöpfe. Ihr Ja, das unseres werden muss, schließt die beiden anderen
Schöpfungsteile ein, die Welt der hl. Engel wie der stummen Schöpfung.
Der fünfte Schritt
kann bezeichnenderweise nur aus der Fünf kommen, der Herzwunde des HERRN.
Der HEILIGE GEIST kommt nicht erst zu Pfingsten über die Apostel, ER tritt
schon in der Durchbohrung aus dem Herz des HERRN aus. Halten wir mit
durchbohrtem Herzen unter dem Kreuz mit MARIA aus, dann werden auch wir das
geheime Wehen des GEISTES (denke an Nikodemus!) erfahren. Nur weil DER GEIST
in MARIA den HERRN untrennbar mit Ihr verbindet, kann Er über und durch Sie
dann auch wie von Außen über die Apostel und die wartende Menge kommen. Wie
wenig ist dies den meisten Gläubigen noch bewusst, dass wir JESUS nur im
HEILIGEN GEIST begegnen können. Sonst ist es Einer der Theologen, die es
besser wissen! Immer ist das Ziel des GEISTES, die Einheit von Innen und
Außen, wie es ja schon die ersten Philosophen in der Bestimmung der Wahrheit
als Übereinstimmung von Wort und Aussage fest zu halten versuchen.
Der sechste Schritt:
In solcher Erfüllung wird MARIA zum vollkommenen Spiegel der HEILIGSTEN
DREIFALTIGKEIT. Die Zahl Sechs will uns in einfachster Weise daran erinnern.
Wo wir sie auf den Kopf stellen, haben wir die Neun, Hinweis auf unseren
irdischen Geburtsweg aus dem Leibe unserer Mutter wie auf dem himmlischen
Geburtsweg durch die Neun Chöre der hl. Engel hin zu GOTT.
DER dies wirkt,
im
siebten Schritt, ist der „VERBORGENE GOTT =
DER HEILIGE GEIST, zeichenhaft dargestellt in den Sieben Gaben wie im Bild
der Taube. Der eine Flügel steht für die ersten drei Gaben, der zweite für
die zweiten drei. In der Mitte leuchtet die Botschaft: „Dies ist das Ewige
Leben, dass sie DICH erkennen!“
Im achten Schritt
ist angedeutet, was schon im sechsten durch
MARIA angedeutet wird: in MARIA wird alle Schöpfung vollkommen und darf
einkehren in GOTT: zweimal vier. Die Zwei steht hier jeweils für den SOHN in
Seiner doppelten Natur.
Im neunten Schritt
erfahren wir, dass die
neun Chöre der hl. Engel in die Vollendung der
Schöpfung von Anfang an mit hinein genommen sind. Im Anfang durch ihre
Prüfung, in der Durchführung durch ihre Mithilfe. Von ihr sind auch die
gefallenen nicht ausgeschlossen, sie helfen uns zu der notwendigen Prüfung.
Im zehnten Schritt
sind wir bei GOTT, von dem Alles ausgegangen ist!
Alleluja!
Prüfe mit dem Maß
des Lebens, das auch Leitmaß unserer Exegese sein soll: „Wer mein Wort tut,
wird erkennen, dass es wahr ist!“

Der Anruf zum
Thema geht zurück auf den Brand meiner Heimatstadt im letzten Kriegsjahr
1945 im März, sie folgte der ähnlichen barbarischen Zerstörung von Dresden.
Sie brannte drei Tage und drei Nächte!
Ohne Glauben
aufgewachsen, „gottgläubig“ sagte man im „Dritten Reich“, war es schon
damals ein Suchen an der Hand des hl. Engels. Das konnte ich nur viel später
erkennen. Nach langem Zaudern und Überlegen hatte ich mich nach dem Abitur
1951 am humanistischen Gymnasium in Fürth/Bay. für das Studium der
Philologie entschieden. Auch dies war sicher Hilfe des hl. Engels.
Journalist u.ä., war nicht mein Weg, dies durfte ich bei zwei Zeitungen
nüchtern erfahren. Später sollte mir deutlich werden: woher soll uns
Erkenntnis kommen als durch das Wort? Da mir Sein Wort fremd war, suchte ich
in der Literatur, es war nicht mehr als eine Ahnung, ein Spürsinn, der mich
auf diese Fährte führte; erst über Trakl und seine Gedichte, war mir nach
aller Enttäuschung über das Theologiestudium dies ganz klar geworden. Muss
das Wort GOTTES nicht notwendig schön sein, aufleuchten, wie die erste
Verkündigung des HERRN aufleuchtete, nicht nur in dem, was ER kündete,
sondern auch in der Art und Weise, wie ER sprach.
Da war die ganze
Natur um IHN mit herein genommen mit ihren Elementen: die Wüste wie das
Meer, die Sonne und die Sterne, Wind und Sturm. Die Örtlichkeiten, wo Er
sprach, es waren ja immer mehr Menschen, die ihn umdrängten, sorgten dafür,
dass Sein Wort auch noch die Entferntesten erreichte. Welch’ eine Sprache,
das erkannten die einfachen Menschen besser als die Gescheiten. Welch’ ein
Gegensatz zum Papierwort der Pharisäer! Schon damals begann die Schule des
Lebens an der Hand des guten Begleiters, der nie nach vorne drängt. Ist ihm
nicht aufgegeben, in Allem auf unsere Freiheit zu acht, die wir heute auf
dem Jahrmarkt der Welt verschleudern? Kein Wunder, dass solche Schule ein
versteckter Schatz bleiben musste. Wie leicht hätte in einem geordneten
Schulsystem der Ehrgeiz auf falsche Wege geführt. Neun Jahre Latein, fünf
für Griechisch, es langte im Studium der Theologie gerade als dürftige Basis
für ein ehrliches Weiterarbeiten. Ein Schuljahr nach dem Krieg war meist
ausgefallen, die übrigen wurden von Lehrern unter schwierigsten Umständen
durchgetragen, die „kv“ = für den Krieg nicht taugten, dazu eine verwilderte
Jugend. Als wir anfingen, stiegen sie beim Fenster ein und aus, spielten
Karten oder lasen Zeitung. Entweder Arbeit oder Schule, sonst gab es keine
Marken, um Essen zu kaufen!
Nicht Sprache als
solche trat zuerst nach vorne, sondern das Wort, in dem sie sich zu erkennen
gibt. Und da wurde ich wieder zuerst auf die moderne Literatur verwiesen.
Auch hier wie ein Ahnen, irgendwie hat sie am ehesten die Hand am Puls
dieser Zeit. Kirche kannte ich nur, um mit Trakl zu sprechen, von den
„leeren Vorhöfen“ vor den Kirchen. Bei Besuchen vor Kriegsende, durfte ich
unsere Gäste in ihnen herumführen, ohne zu wissen: wofür? Da Bücher damals
nicht zu haben waren, nützte ich die Gelegenheit, mit englischer Literatur
anzufangen im „Amerika Haus“. So wurde ich der beste Schüler in den letzten
drei Jahren Englisch. Obwohl ich ein ganzes Jahr Schule auf dem Bauerndorf
verloren hatte, konnte ich in den „Discussion Groups“ der „German Youth
Activities“ um beim Lesen bald nachholen. Als erstes Buch kam mir wohl nicht
zufällig die „Mutiny on the Bounty“ unter die Hand. Die Enttäuschung des
„1000 jährigen Reiches“ öffnete uns für den Keim des Revolutionären. Schade,
dass ich nicht beim protestantischen Pastor Hebräisch genommen habe. Da ich
mich bald in der amerikanischen Psychologie verfing, kam ich nicht wenig
durcheinander.
So viel wie
damals habe ich in meinem ganzen Leben nicht mehr gelesen, in all den
Sprachen, die mir langsam zugänglich wurden. Hängen blieb ich bei der
modernen Literatur; hier war ein erstes Licht für die drängende Frage: „Wo
stehen wir?“ Sie hat mich nicht mehr losgelassen. Im Studium hat mir Romano
Guardini in seinen „Weltanschaulichen Vorlesungen“ am meisten weiter
geholfen. Hier ist mir zum ersten Male das Thema aufgeleuchtet, das mich bis
heute beschäftigt. Wäre ich nicht Priester geworden, es wäre wohl eine
Habilitationsschrift geworden “Dichtung und Offenbarung“ – diese
Formulierung kam mir zuletzt, als wir in der Not des Umbruches hin zum Vat
II im Canisianum in Innsbruck bei den Jesuiten im eigenen Arbeitskreis. Erst
viel später erfuhr ich dass die Malertochter von Mutter Gabriele dem
Expressionischen Kreis um Herrn Ficker angehörte, dem auch Trakl nahe stand.
Nicht Zufall, gnadenhafte Führung!
Da ich zum
Pastoraljahr, ernüchtert vom Studium ins Heimatseminar umkehrte, hatte ich
mehr an ein Jahr der Stille und Überlegung als eine letzte Bereitung auf die
Priesterweihe gedacht und deswegen auch die Gelegenheit genützt, mit dem
Romanisten Prof. Rheinfelder in München ein erstes Mal mein „Thema“ zu
besprechen. Wenn Garabandal und P. Pio nicht auf wunderbare Weise
vermittelnd dazwischen gekommen wären, wäre wohl daraus etwas geworden….. es
blieb ein Stachel im Fleisch. Sie haben Jahre vorher gespürt, was auf uns
jetzt wie eine Lawine zukommt, die uns zu erschlagen droht in unserem satten
Leben. Im Raum der Kirche hat R. Guardini geantwortet. Wo er in der
Ludwigskirche zum GOTTESdienst die Psalmen auslegte, war sie bis auf den
letzten Platz gefüllt, zur Opferung halb leer. Seine Vorlesungen zu R. M.
Rilke und Dostojewsky bestätigten, dass ich mit meinem Philologiestudium auf
dem rechten Weg war. Wo etwas heute als „neu“ auftritt, geht es meist nur
darum, das Einerlei eines absterbenden Glaubens aufzulockern. Wie sehr
werden wir im Besserwissen wir im Suchen nach Freiheit vom Weg der Wahrheit
abgetrieben: auch hier ist Weltmarkt, sei es materiell, sei es geistig. Die
„Enge Pforte“ des KREUZES muss täglich neu bestanden werden.
Zur heiligen
Schrift kam ich, als ich nach fünf Jahren Unterricht ins Seminar in Freising
eintrat, nur in den Ferien. Mein schwaches Latein und Griechisch kamen aus
der Schublade. Da das Latein von selbst in der Kirche zurück trat, halfen
mir die Briefe des hl. Paulus miteinem Wortschlüssel aufzuholen und langsam
das NT in der Ursprache zu lesen. Wunderbar, die Geduld GOTTES in der
Wirrsal unserer Tage! Auf vielen Umwegen bringt ER uns durch die treue
Führung des hl. Engels endlich dorthin, wo ER auf uns wartet. Dafür soll
auch diese, wohl letzte Arbeit ein dankbares Zeugnis sein. Die Tage von
Aranjuez gehen zu Ende!
So nahe ich auf
verschiedenen Wegen der Pfingstbewegung gekommen bin, besonders als dann
auch das Werk der hl. Engel unter den Boden musste, bin ich nichz hängen
geblieben. So sehr mich einige seiner namhaften Vertreter, denen ich
begegnete, beeindruckten. Es fehlte am Angesicht, wo es bei der „Bewegung“
blieb – mit heiligen Ausnahmen, denen ich begegnen durfte. Sie waren im
HEILIGEN GEIST gerufen, das war schon an ihrem Einsatz zu erkennen, doch wie
schnell versandet, was nicht tiefer im Herzen eingedrungen ist. Es wird ein
Rezept, das man nachmacht. Bei den Focolarini, dann den „Seligpreisungen“
war es ein echtes Miterleben, da ich Zeuge der Anfänge wurde. Doch der hl.
Engel führte weiter, in einer inneren Bewegung, die ich nicht erkannte.
Wonach mein Herz
dürstete, war IHM zu begegnen. Wunderbar still und verschwiegen hilft hier
vermittelnd der heilige Engel, der uns auch auf unseren Irrwegen nicht
verlässt. Wo können wir einen treueren Freund finden? Wenn ich auch das
Meiste aus der Philosophie nicht mehr gegenwärtig habe, die eine Frage nach
der „Individuation“: „Wie komme ich nach aller Abstraktion zum Einzelnen,
zur Person, die einmalig ist“? hat mich im Studium mehr bewegt als alle
nicht endenden Versuche, „System“ zu schaffen, die als Ideologien enden.
Sang – und klanglos ist in Innsbruck bei den Jesuiten die Scholastik
abgetreten. Wie mussten meine Doktorandenbrüder über den 180 Thesen, über
die geprüft wurden, schwitzen. Wer war P. Karl Rahner gewachsen? Nicht
einmal der „Magister“ hat damals im Studium verlockt.
Auch dieses Mal
verwelkte bald die Hoffnung, als ich vom Katheder zur Schulbank
zurückkehrte, ein „ordentliches Studium“ zu machen? Schon das Vat II machte
in seiner Auswirkung hier einen dicken Strich durch die Gelehrtenrechnung.
Betend bin ich in der Jesuitenkirche nach den Vorlesungen oben vor dem
Allerheiligsten gekniet, um unterscheidend zu erkennen, was mir in meinem
Suchen nach GOTT weiter helfen konnte. So habe ich dann auch die damals noch
recht rigorosen Examen vorbereitet. In Kirchenrecht und Moral, wo noch
lateinische Definitionen verlangt wurden, musste ich demütig nachsitzen. Das
Latein als Lehr- und Lernsprache verschwand schon im ersten Jahr. In der
Exegese wurde der alte Stil im Dienst der Dogmatik treu zu bleiben, bald
durch die Protestanten überrannt. Auch hier galt es den eigenen Weg zu
finden. Schon damals erfuhr ich dankbar, wie sehr das betrachtende Gebet
nährte..
Umbruch auf allen Gebieten
Es war nicht
leicht, den Umbruch nach dem Konzil in der Seelsorge ohne Schaden
durchzustehen. Von Heute auf Morgen stand der Priester am Altar wie am
Pranger: die Gläubigen streckten nicht nur die Hand aus nach „neuem Brot“,
wo immer es möglich war, wurde bis zum Unmöglichen Alles durchprobiert. Die
Reihen lichteten sich zusehends. Bei der Priesterweihe waren wir noch 25, im
nächsten Jahr, das „Provinzseminar“ in Freising, gerade erst renoviert mit
großem Aufwand, sollte bald eine Bildungsburg werden. Wir zogen ins
Gregorianum in die Stadt zu ziehen: Ergebnis nur noch sieben Weihekandidaten
im folgenden Jahr. In Garmisch, meiner ersten Kaplansstelle hatten die
Amerikaner mit ihrem „Health Resort“ schon Jahre vorher aufgeräumt. Es blieb
uns nur noch die Seelsorge an den Alten, die mehr als verlassen, dankbar
einen Besuch empfingen.
Musste ich nicht
die Hand der MUTTER suchen, um in diesem Seesturm nicht zu kentern. Da
halfen auch die Berge nicht mehr wie in Innsbruck. Eine Nachtpilgerfahrt zu
Mamma Rosa nach Italien ist mir schlecht bekommen, zu viel zugemutet. Doch
der Hinweis der MUTTER an Rosa auf ihr Reich, das SEIN Wiederkommen bereite,
hat tief gewurzelt. Hier flammte „Auferstehung“ auf in mitten allem
vordergründigen Zerfall. Der GEIST weht, wo ER will, es war wie Sein
Säuseln?
„Auferstehung“
Wenn das Wort
heute nicht so abgenutzt wäre, wäre hier ein Treffpunkt wie am Flugplatz, wo
man sich so leicht verliert. Doch auch hier fordert der Glaube zuerst: „Was
sagst Du dazu?“ In den Auferstehungsberichten öffnet sich uns über die uns
Menschen gegebene Grenze unseres Menschseins eine Sicht „Hinüber“. Hier ist
der ganze Mensch gefordert, der um die Untrennbarkeit von Kreuz und
Auferstehung weiß und sie täglich neu leben muss. Auch hier ist zuerst unser
Bekenntnis gefordert ist und nicht „Wissenschaft“ im Schlepptau des modernen
Humanismus. Hier am wenigsten kann es der Mensch, mit den Mitteln, die ihm
heute gegeben sind, allein schaffen. Die Hilfswissenschaften sind damit
nicht zur Seite geschoben. Es braucht das LICHT des HEILIGEN GEISTES! Es
braucht den Kompass des Kreuzes, um festzustellen, wo stehen wir? Wir haben
keinen Ort mehr, wenn wir das Kreuz verloren haben!
Man studiert
darauf los mit nicht wenig Eifer und Fleiß, das Gedächtnis ist noch jung,
schafft die Examen und hängt dann in der ersten Begegnung mit dem anderen
Geschlecht den Priesterberuf an den Nagel. Wie oft musste ich dies bitter
erleben. Seit der Bombennacht im März 1945 bin ich auf der Suche. Wie
dankbar, bin ich da R. Guardinis Buch: „Vom Ende der Neuzeit“ und seinem
Hinweis, wie notwendig wir als Christen nüchtern leben müssen in dieser Welt
und demütig wissen, wo uns GOTT uns ruft. Das Ende der Neuzeit ist heute
sehr wohl zu bestimmen. Doch wo sind wir jetzt, was sagen die Zeichen der
Zeit, die am ersten in der Studierstube verblassen?
In meinem mehr
„privaten Studium“ der Modernen Literatur und Kunst bin ich unermüdlich
dieser Frage nachgegangen. Schon hier wurde mir über Holthusens „Unbehauster
Mensch“ eine erste Unterscheidung der Geister noch vor aller Entscheidung im
Glauben, war ich doch nicht einmal getauft. Die Notwendigkeit, den
Zusammenbruch des „Dritten Reiches“ zu verarbeiten, belastet mich noch
heute. Dankbar bin ich für die harten Jahre des Pfadfindens nach dem Krieg.
Nicht selten ist das Licht des Suchens in aller Dunkelheit, die zu
durchstoßen war, in „Bitternis“ umgeschlagen, wenn es Richtung jugendlichem
Besserwissen und Protest zu flackern begann. Wie nahe ist dem jungen
Menschen gerade in der Krisis dieses „Alles umsonst!“, das in der ersten
Zeit laut aus der Seele nicht Weniger heraus schrie. Kann den Titel eines
Buches über diese Not noch heute nicht vergessen: „Es schreit in mir?“ Was
da schreit, sollte ich bei meinem ersten Einsatz bei den Gut Hirtinnen,
deutlicher erfahren. Erst da wurde mir bewusst, dass es nicht weniger in mir
geschrieen hatte. Nicht zufällig kam als Lehrer der Gedanke eines Notrufes
für junge Menschen. Schon der erste Einsatz weckte in mir die priesterliche
Berufung. Wo dieser Schrei erstickt wird, wird der Mensch krank und kann
bald nicht mehr ohne Drogen, welcher Art auch immer, leben!
In dieses Dunkel
fiel eines Tages das Licht der hl. Engel als die mir von GOTT zugedachte
Hilfe. Vier Jahre hatte ich in Innsbruck studiert. Die Gemeinschaft mit 25
Nationen unter einem Dach, die Berge vor der Tür, hielten die Krise zurück,
die dann im Heimatseminar durchbrechen musste. Nie habe ich nur ein Wort von
dem stillen Licht hinaus gegeben, das dort im Verborgenen für mich in der
nächtlichen Anbetung, meist um Mitternacht, brannte. Das „Hinaus“ mit dem
Schrei in der Seele wollte auch in Freising täglich neu verarbeitet werden.
Mit Fasten und Beten war dem allein nicht bei zu kommen. Nicht wenig half
mir in der schweren Krise meiner ersten Priesterjahre ein geistlicher
Ausflug nach Assisi, Collevalenza und eine stille Zeit in der Nähe des hl.
Hauses von Loreto. Hier kam mir auf Entfernung das Licht der hl. Engel in
der Person von Mutter Gabriele Bitterlich entgegen. Wie tief ist mir in
Familiennamen letzter Trost aufgebrochen: „Nomen est omen! = Namen ist
Zeichen!“
Bitteres heilt
Bitternis,
„Absinth, Wermut“ ist der Name der Dritten Posaune! Bitternis heilt. Nichts
Süßes hat die Begegnung mit dem hl. Engel. Wir können keinen nüchternen
Begleiter und Lehrmeister finden als diesen stillen, heute vergessenen
Freund, den GOTT uns persönlich in der Taufe mit auf den Pilgerweg über die
Erde zur Seite gegeben hat. Wenn auch die Freundschaft geschlossen war und
in mancher Not sich bewährt hatte, es war eine noch bittere Prüfung zu
bestehen. Da wir nicht hinauf wuchsen in dieses Licht, wie es uns die Mutter
vorlebte, hat die Kirche nüchtern für eine Zeit das Licht vom Leuchter
genommen. In der GO heißt es im Brief an die erste der Sieben Gemeinden in
Ephesus. Sie ist Anerkennung und Mahnung zugleich:
2:1 „So spricht Er, der die sieben Sterne in seiner Rechten hält und mitten
unter den sieben goldenen Leuchtern einhergeht: 2 Ich kenne deine Werke und
deine Mühe und dein Ausharren; ich weiß: Du kannst die Bösen nicht ertragen,
du hast die auf die Probe gestellt, die sich Apostel nennen und es nicht
sind, und hast sie als Lügner erkannt. 3 Du hast ausgeharrt und um meines
Namens willen Schweres ertragen und bist nicht müde geworden.“
Wie nüchtern wird hier die Krise erkannt, in der wir stehen, unserer
Anstrengung, sie zu überwinden nicht vergessend und doch auf das eine
fehlende hingewiesen: die Erste Liebe, wie sie die Mutter brennend bis zu
ihrem letzten Atemzug lebte! Wie sollten wir das Ziel erreichen, das uns mit
dem hl. Engel in Allem überfordert, wenn wir im Geist dieser Zeit nur eine
„bessere Lösung“ suchen? 4 „Ich werfe dir aber vor, dass du deine erste
Liebe verlassen hast. 5 Bedenke, aus welcher Höhe du gefallen bist. Kehr
zurück zu deinen ersten Werken! Wenn du nicht umkehrst, werde ich kommen und
deinen Leuchter von seiner Stelle wegrücken.“ Offb 2,1- 5.
Der Tod der
Mutter nahm uns die Säule weg, die uns noch zu sehr von Außen gestützt
hatte. Man vergleiche den Brief an die siebte Gemeinde. Es fehlte, was uns
heute Allen fehlt, letzter Einsatz hin zu GOTT aber zugleich hin zum
Nächsten. Die Kirche konnte nur von Außen helfen, Innen blieben wir
verantwortlich. Die Entscheidung der Kirche wurde zur Scheidung, in der wir
bis zur Stunde stehen. Das letzte Urteil steht allein GOTT zu. „Wer steht“,
zu stehen glaubt, wo und wie immer, „sehe zu, dass er nicht falle. Notwendig
muss die Reinigung, die heute die Kirche und die ganze Menschheit ergreift,
die am ersten treffen, die der HERR zu Hilfe mit den hl. Engeln gerufen
hatte. Nichts steht heute so im Kampf wie das Ringen um Einheit. Wo der
Blick auf GOTT getrübt wird, hat der Feind jeweils eine billigere Lösung
bereit. Nüchtern geben uns hier gerade die beiden letzten Briefe an die
Gemeinden in der GO einen Hinweis, der unser Gewissen treffen muss. Weil es
um Sein und Nichtsein geht, müssen sie in der Tiefe der Seele getroffen
werden.
Wenn wir auf den
Abschluss des sechsten und auf den siebten Brief schauen, mag uns aufgehen,
wo wir gefehlt haben. Der hier verheißene Sieg kann nur in Einheit und durch
die Kraft GOTTES werden.
12 „Wer siegt, den werde ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen,
und er wird immer darin bleiben. Und ich werde auf ihn den Namen meines
Gottes schreiben und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem,
das aus dem Himmel herabkommt von meinem Gott, und ich werde auf ihn auch
meinen neuen Namen schreiben. 13 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den
Gemeinden sagt.“
Mutter Gabriele ist der Überforderung gestanden, die im Anruf des HERRN am
25. März, im Jahr der Verkündigung der Leiblichen Himmelfahrt MARIENS in der
Offenbarung der Hilfe der hl. Engel an sie ergangen ist. Einfache Hausfrau,
kaum verheiratet, mit drei Kindern. Die Priester, die sie führen durften,
der Bischof der ihr damals vorstand, waren nicht weniger überfordert. Sie
musste es allein auf den HERRN hin wagen wie eine hl. Therese von Avila.
Dies blieb auch ihr Leitsatz: „GOTT allein genügt!“ in allen inneren und
äußeren Schwankungen, die sie durchstehen musste. Sie starb an der Überlast
der Sühne, in erster Linie für uns Brüder und Schwestern, dann aber für den
hl. Vater, die Bischöfe, die Priester. Die Hilfe der hl. Engel sollte in
erster Linie eine Hilfe sein für die Hierarchie in dem sich steigernden
geistigen Kampf, dessen Höhepunkt wir in diesen Tagen erreichen. GOTT kann
hier nicht mit halbem Einsatz, mit Taufscheinchristen arbeiten. An der Seite
seiner hl. Engel braucht ER Heilige, die nichts anderes wollen als dies: die
größere Ehre GOTTES und die Rettung der Seelen. Alles was nach Unten zieht,
alle Lauheit und Mittelmäßigkeit, an der wir uns oft bis zuletzt, sogar im
religiösen Leben festhalten, muss in diesem Anruf dem Feuer übergeben
werden.
14 „An den Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: So spricht Er, der
ĞAmenğ heißt, der treue und zuverlässige Zeuge, der Anfang der Schöpfung
Gottes: 15 Ich kenne deine Werke. Du bist weder kalt noch heiß. Wärest du
doch kalt oder heiß! 16 Weil du aber lau bist, weder heiß noch kalt, will
ich dich aus meinem Mund ausspeien. 17 Du behauptest: Ich bin reich und
wohlhabend, und nichts fehlt mir. Du weißt aber nicht, dass gerade du elend
und erbärmlich bist, arm, blind und nackt. 18 Darum rate ich dir: Kaufe von
mir Gold, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst; und kaufe von
mir weiße Kleider, und zieh sie an, damit du nicht nackt dastehst und dich
schämen mußt; und kaufe Salbe für deine Augen, damit du sehen kannst.19 Wen
ich liebe, den weise ich zurecht und nehme ihn in Zucht. Mach also Ernst,
und kehr um!“
Wer weiß heute in der Kirche noch etwas von „Zucht!“, da sie im Dritten
Reich so schmachvoll missbraucht wurde. Millionen haben im Krieg einem
Götzen ihr Leben geopfert, der armes Werkzeug dunkler Schachzüge war. Heute
ist es ein anderer, nicht weniger gewaltsamer Götze: der Wohlstand und in
besseren Kreisen der Humanismus. Wer hört im Lärm dieser Welt noch die
lautlose Stimme des hl. Engels, der für den HERRN an die Türe unseres
Herzens klopft? Wer ist sich noch bewusst, dass er in der hl. Eucharistie
zum „Mahl“ mit dem HERRN geht? Ist das im Zeichen des Fünfsterns geeinte
Europa bereitet für die Prüfung, in der wir stehen? Wird es dort noch Zeugen
und Bekenner geben, die wie Säulen stehen? 20 „Ich stehe vor der Tür und
klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich
eintreten, und wir werden Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir. 21 Wer
siegt, der darf mit mir auf meinem Thron sitzen, so wie auch ich gesiegt
habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe. 22 Wer Ohren
hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.“ (Offb 2,14 - 21)
Die Sekten sind,
wenigstens dem Buchstaben nach offen diesem Wort, wagen es mit dem
„Wachturm“ an den Straßen zu stehen, während wir uns im Babylon unserer
vielen Worte verirren. Es bleibt dem Erbarmenden GOTT nichts anderes, als
auf den Einzelnen zu warten, der die allgemeinen Lösungen, woher immer sie
kommen, durchschaut und mit MARIA und an der Hand seines hl. Engels Tag und
Nacht als Knecht um ein „Adsum = Hier bin ich!“ oder als Magd um ein „Ecce =
Siehe ich bin eine Magd des HERRN“ ringt.
„GOTT ist
größer“, dieses Zeugnis war schon in der Bombennacht im März 45, da ich als
armer Heide nicht einmal den Namen „GOTT“ kannte, ahnend in meinem Herzen.
In der Begegnung mit P.Pio, in Fatima, Garabandal, Guadalupe wurde die
Ahnung zur Erkenntnis: ER ruft! Der Fels der Kirche muss aus vielen kleinen
„Felsblöcken“, die ER selbst behauen hat, neu gefügt und im Feuer der
Prüfung in Eins geschmolzen werden. Dieses Feuer, das ER selbst ist, ist
nicht auszulöschen, da die MUTTER es uns mit auf den Kreuzweg gegeben hat.
Lobpreis
„Ressurrexi et adhuc sum
tecum posuisti manum tuam super me
mirabilis facta est Scientia”
(Introitus der Ostersonntagmesse, Ps. 138, 18, 5f)
ICH bin auferstanden und bei DIR!
DU hast Deine Hand auf mich gelegt!
Wunderbar ist diese Wissenschaft (dieses Wissen)°!
Was ist diese
„Wissenschaft, Wissen, Weisheit“, wie verschiedene Übersetzungen „scientia“
übersetzen? Wie ein Posaunenstoß will uns dieses Wort schon am Anfang der
Ostermesse aufmerksam macht, dass der HERR uns Großes zu künden hat. Was ist
diese Wissenschaft, die wir an diesem Hochfest der Kirche lernen sollen, wie
unter der Hand GOTTES, des VATERS, der den SOHN aus tiefster Schmach der
Sünde hinein hebt in die Herrlichkeit, die IHM von Ewigkeit her zu eigen
ist? Was ist es um die Auferstehung, die wir wie andere große
Glaubenswahrheiten eingebaut haben in die Kapelle unserer Frömmigkeit, dass
wir nicht mehr zu sagen wissen, was sie eigentlich bedeutet? Bevor wir
beginnen, darüber nachzudenken, sind wir schon dabei „Alleluja“ zu singen
mit den Anderen, die es ebenso wenig wissen.
Die
Glaubenswahrheiten werden dort, wo sie nicht mehr gelebt werden, zu
Hieroglyphen, die niemand mehr recht zu entziffern weiß und zu denen doch
Jeder, der etwas zu verstehen meint, seinen Kommentar zu geben für nötig
findet. Wenn da nicht Einer durchstößt in der Frage des Herzens: „was ist
diese Wissenschaft?“, die uns der SOHN in Seiner Auferstehung lehrt, dann
wird die Kirche mit all ihren heiligen Wahrheiten zu einem Museum von
Denkwürdigkeiten, die uns verschlossen sind. Wir müssen an einem anderen
Lobgesang ansetzen, um besser zu verstehen. Das Benedictus, das der Vater
des Johannes des Täufers anstimmt.
Hier nimmt der
Vorläufer des HERRN die Sendung CHRISTI voraus, die ER zur Vollendung führen
wird: „Du aber Knabe wirst vorausgehen, um dem Volk die Wissenschaft von der
Vergebung der Sünden zu künden“. Der Mensch, der wach ist hin zu GOTT,
versteht: das ist die einzige Wissenschaft, auf die alles ankommt. Wer sie
lebt, geht ein in den Himmel, wer sie verwirft, ist verworfen. Von dieser
Wissenschaft kündet uns die Kirche im Aufblick auf die Auferstehung CHRISTI.
Ein ganzes Leben, wie unseres, hat ER unter und gelebt und lebt es noch
jetzt in Seinem Mystischen Leibe der Kirche mit uns, eingesperrt,
Gefangener. Wenn ER doch wenigstens Gefangener der Liebe wäre! Ja ER lebt
auch unser Leben, das Leben aller Menschen, die schon waren, die noch kommen
werden. Auch als Mensch blieb ER GOTT! Ja noch weniger ist Er geworden: ein
Stückchen Brot, eine Brotkrume, die der Priester vom Tisch fegt. Um
unserert- um Deinetwillen!
In Nichts will ER
uns fremd sein, darum lässt ER es zu, bis in den Staub erniedrigt zu werden.
ER muss unser, Dein Menschsein mitlernen, von der Pike an bis zum bitteren
Sterben am Kreuz, bis in die letzte auch geistige Verlassenheit des „Mein
GOTT, warum hast DU Mich verlassen!“ Um die Jünger auf dem Kreuzweg zu
stärken, schenkt IHM der VATER den Augenblick der Verklärung mit den drei
Auserwählten, die doch nichts verstehen. Erst da ER aufersteht, bricht
durch, was dort angekündigt wurde. Nein, es war nicht in drei Hütten zu
fassen, wie wir sie eifernd heute aus Beton bauen! Die Auferstehung erst hat
alle Finsternis des Todes durchbrochen. Sie ist nicht vor IHM, wie ein
Gegenstand, den man erkennt, sie ist in IHM für alle Ewigkeit, dass Jeder
sie erlernen kann, der mit, in IHM zu IHM aufschaut. Nur im Kreuz kann die
Schuld des Menschen, die zurück reicht auf den Ungehorsam Adams und Evas,
überwunden werden!
Hier ist uns der
Schlüssel zu dieser Wissenschaft gereicht: im Kreuz! Wo immer wir eine Not,
eine Bedrängnis, ein Leid, kurz ein von GOTT gewolltes oder zugelassenes
Kreuz auf uns nehmen, ihm ins Antlitz schauen, statt auszukneifen und den
bequemeren Weg zu suchen, gehen wir aus dem alten Menschen, der zum Tod ist,
hinüber zu JESUS, der uns das Ewige Leben verheißt. In der Annahme des
Kreuzes haben wir teil an der Großen Wandlung, die der MENSCHENSOHN in
Seiner Auferstehung am Ostertag erfährt. Hier dürfen wir am eigenen Leib, in
unserer Seele, im Geist erfahren, was konkret Auferstehung bedeutet. Wenn es
auch nur ein kleines Wissen ist, wie ein erste Nachplappern des ABC, so
hilft es uns doch menschlich besser zu verstehen, was es um das gewaltige
Mysterium der Auferstehung CHRISTI ist.
Nicht nur die
Katastrophe des Kreuzes ist gewaltig, dass sie die Jünger in die Winde
verstreut, nicht weniger gewaltig ist das Erdbeben der Auferstehung, vor dem
nicht nur die Wächter des Grabes wie tot zur Erde fallen, sondern auch die
Frauen nach Markus in Erschrecken und Entsetzen davon laufen, ohne einen
Gedanken an den Auftrag, den der Engel im Grab ihnen im Namen des HERR an
die Apostel übermitteln will. Kreuz und Auferstehung sind wahrhaft die e i n
e Katastrophe, an der der Mensch aufwachen sollte. Wenn er ihr nur einen
Augenblick mit seinem guten Schutzengel ins Auge schaut, wird das schön
gefügte Häuschen unserer selbst gebastelten Frömmigkeit wie im Wirbelwind
mitgerissen.
Auferstehung ist
die eine, die heilige Seite des Glaubensabfalls, den wir heute über die
ganze Welt hin erleben; es ist die der Welt verborgene: wir müssen
geschüttelt werden in diesem Sturm, ja vielleicht müssen wir sogar für einen
Augenblick irrewerden im Glauben: an der Kirche, ihren Priestern, ihrer
Lehre. Wie sollen wir sonst die Verheißung erfahren, die das Dunkel der Zeit
durchbricht: „Siehe, ICH mache Alles neu!“? Die andere Seite, die den
Blätterwald der Kommunikationsmittel bewegt, verbirgt den Tod der Seele, die
keinen GOTT mehr braucht. Sie wird noch einmal gewaltig aufschreien und dann
verstummen für Immer! Notwendig müssen Katastrophen über die Erde kommen,
wie die immer heftigeren Posaunenstöße der Engel, die aus diesen
Katastrophen ertönen. Nur in einem durchbohrten Herzen kann offenbar werden,
was der Mensch eigentlich nach dem Plan GOTTES sein sollte.
Dies ist die
Oster-Botschaft, die für still betrachtende Seelen zur Wissenschaft wird,
vor der aller aufblähender Stolz unserer Wissenschaft nur Staub ist. Wer ist
je von all dem Wissen, mit dem schon die Kinder tot gefüttert werden, satt
geworden? Selig der die Osterbotschaft in seinem Herzen hört und von nun an
behutsamer seinen Weg durch diese dunkle Zeit geht, um wach zu sein, für den
leisesten Anruf des Kreuzes, denn nur im Kreuz kann er gewandelt werden zum
Neuen Menschen in JESUS CHRISTUS und so erlernen die Wunderbare Wissenschaft
der Auferstehung.
Dreißig Jahre Sich bereitend in der Stille
Drei Stunden Blut schwitzend am Ölberg
Drei Abschnitte grausamen Quälens bis zum „Es ist
vollbracht!“
Dies ist die Wissenschaft des Kreuzes,
die das Alleluja der Auferstehung weckt und uns mit ihm!
Auch wenn die
Auferstehung nur e i n Abschnitt in den Evangelien ist, so ruht sie doch
auf, auf den Dreißig Jahren der Stille des HERRN, auf Seinen Drei Jahren der
Verkündigung des Wortes, auf den drei Abschnitten Seiner Passion, am Ölberg,
auf dem Kreuzweg, in den drei Stunden am Kreuz. Der Gnadenstrom, eröffnet in
der Durchbohrung Seines HERZENS, wird in uns „zum Quell, der in uns
aufspringt ins Ewige Leben“. Aus ihm können wir immer neu schöpfen können,
mag stündlich um uns die Wüste wachsen. Nichts ist für uns, die wir im Kampf
stehen, notwendiger, als die Welt, Satan und unser Ich überwindende Kraft
der Auferstehung In ihr wird noch einmal das Evangelium über die Welt gehen,
erst dann kommt das Ende. Es ist nicht Kraft des Menschen, die die Welt als
ihren Bauplatz nützt zu eigenem Nutzen und zu eigener Verherrlichung,
sondern die Kraft aus der Gnade GOTTES, die unserer Bereitschaft, IHM
nachzufolgen, entgegen kommt.
Wir dürfen
erfahren, wie über die Bindung an den hl. Engel in der Auferstehung JESU
auch unsere Auferstehung beschlossen ist. In ihr wird uns die Einheit mit
GOTT, mit der MUTTER, den hl. Engeln, ja der ganzen Schöpfung. Sie ist nicht
mit unseren Augen zu erkennen, sie verlangt, täglich neu gelebt zu werden.
Was uns in dieser Prüfung rettet, ist Sein Zeugnis in uns!

Auferstehung und Apokalypse
Zweiter Teil
Die
Dreifaltige Wirklichkeit der Auferstehungsberichte
Teil II schaut auf den WEISEN GOTT
im Licht der Gegensätzlichkeit der Gaben des HEILIGEN
GEISTES
- hin
auf die dreifaltige Ordnung der Auferstehung (VIII).
Der Gegensatz liegt hier im Bezug auf die drei
theologischen Gaben: Glaube, Hoffnung, Liebe – zu den Vier Kardinaltugenden:
Maß, Klugheit, Gerechtigkeit, Starkmut.
Der Glaube wächst auf dem Boden der Gnade
und nicht auf dem der Gelehrsamkeit!
Wohl greift er gern nach dem Beweis durch Wunder,
das aber ist Zuckerbrot,
und Gnade ist armes und lauteres Kornbrot,
das im Geheimnis der Wandlung
zum Wunder der Liebe erblüht.
Die vorliegende
Arbeit ist ein Versuch, das über Jahre hin Aufgeschriebene über die GO
zusammen zu fassen und im Licht der GO zu sichten und zu betrachten.
Exegese, Auslegung der Schrift, bleibt die Grundlage, um nicht in den Text
hinein zu deuten. Weil die GO Wort an die Kirche ist, ergeht dieses Wort
notwendig an Jeden von uns, der über die Zeichen unserer Zeit betend
nachdenkt. Dies muss schon „am Leeren Grab“ deutlich werden. Es sei versucht
Schritt für Schritt an der Hand unseres guten hl. Engels in dieses Thema
hinein. Zuerst heißt es die Schrift, lesen, wieder lesen, sie zu betrachten
und sich zu fragen, was sagt sie mir für diese Zeit, für mich persönlich?
Wir müssen es
sehen in Einheit mit dem „Grab“, das Johannes in apoklayptischer Weise in
der Höhle von Patmos erfährt. Der Mensch kann nicht GOTT schauen, ohne
vorher zu sterben. In einer Zeit, die über die Erde nicht hinauskommt, sie
aus eigener Kraft ewig machen will, hilft uns der Feind, mit „guten Gründen“
die Furcht vor dem Grab zu löschen. Spätestens, doch dann zu spät, müssen
wir ihr im eigenen Sterben stehen.
Offb 1,10
Am Tag des Herrn wurde ich vom Geist ergriffen und hörte hinter mir eine
Stimme, laut wie eine Posaune….7 Als ich ihn sah, fiel ich wie tot vor
seinen Füßen nieder. Er aber legte seine rechte Hand auf mich und sagte:
Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte 18 und der Lebendige.
Ich war tot, doch nun lebe ich in alle Ewigkeit, und ich habe die Schlüssel
zum Tod und zur Unterwelt. 19 Schreib auf, was du gesehen hast: was ist und
was danach geschehen wird.
Der GEIST, den JESUS mit Seinem menschlichen Geist im Sterben aushaucht,
sucht nach dem Leib der Kirche, der aus der Katastrophe aus dem Grab
auferstehen soll. In der Durchbohrung mit der Lanze wird ER frei. Er nähert
sich, schon jetzt den Getreuen, Johannes, MARIA und den Frauen nähert. Von
Innen ER sie ansprechen und zugleich „sichtbar“ werden. Es hat dieses Hören
und Sehen schon hier auf Erden Teil am Schauen GOTTES in der Ewigkeit. An
dieser Gnade will uns der VATER Anteil geben, wo immer ER im Mystischen Leib
im Sohn ein Charisma weckt. Wo immer eine Berufung im GEISTE sich öffnet,
lebt sie aus der Kraft der Auferstehung. Verantwortend müssen wir einmal für
sie vor dem Richterstuhl GOTTES gerade stehen.
Wir müssen uns
wie die Apostel der Erfahrung des Leeren Grabes stellen. Was bedeutet sie
für uns hier und jetzt? Sie muss uns mehr sagen als das Schlagwort: „GOTT
ist tot“, das Bischof Robinson in die Arena geworfen hat, um uns
herausfordern. Die Bequemen haben es auf ihre Art genutzt, um sich auf Erden
einzurichten. Nur wenn wir ihr nicht ausweichen, haben wir den rechten
Einstieg. Standen die Apostel nach der Katastrophe nicht vor dem
Trümmerhaufen ihrer messianischen Hoffnungen? Wer weiß um Johannes in Patmos
im Exil, um seinen sicheren Tode entgegen zu gehen? Woher kam ihnen die
Kraft, aus der Tiefe dieser Enttäuschung, die ihnen der HERR nüchtern
vorausgesagt hatte, wieder aufzustehen, zuzupacken, wo ER sie anrief?
Ohne den Kristall MARIA, wären sie wie die Emmausjünger auf den Wegen der
Welt weiter gegangen. Hören wir es nicht noch aus dem Worte Petri, als er
die Jünger zum Fischfang einlud: „Ich gehe fischen!“
Jo 21,3
Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen
auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht
fingen sie nichts. 4 Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch
die Jünger wußten nicht, daß es Jesus war. 5 Jesus sagte zu ihnen: Meine
Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. 6 Er aber
sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr
werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder
einholen, so voller Fische war es. Nüchtern erfahren
sie hier, sie können nur anfangen im unbedingten Gehorsam auf das Wort des
Herrn, den sie hier zu lernen beginnen. Nur im Gehorsam bis hin zum Tod wird
uns Auferstehung. Dies erfahren wir schon. wenn wir dem Geheimnis Seiner
Allgegenwart schon in der Schöpfung nachspüren im „Stirb’ und Werde auch des
materiellen Lebens, In der Erlösung ist Voraussetzung dafür das „Leere
Grab“.
Wie sind die
Apostel, die Frauen, die am Kreuz durchgehalten haben, dem Auferstandenen
begegnet? Sie weisen auch uns den Weg. Müssen wir ihn heute nicht auch
wieder suchen, zuerst einzeln, dann in der auch jetzt im Verborgenen um
MARIA wachsenden Gemeinschaft der Getreuen?

Der dritte Schritt: die Sendung
Die Drei
Schritte, in denen der HERR ihnen vorausgegangen war, müssen auch unsere
werden. Im HEILIGEN GEIST stehen auch wir in einer dreifaltigen Sendung.
Jeder muss sie auf die Art seiner Berufung im HEILIGEN GEIST durchschreiten.
·
In der Sicht von Mk/Mt dort, wo ER mit ihnen
angefangen hatte: in Galiläa,
·
bei Lukas ausgehend von Bethanien, wo sie
zuletzt in Gemeinschaft zusammen
·
Sie müssen brennen im Feuer der Liebe, mit dem
HERRN geopfert zu werden.
Es sind die drei
klassischen Schritte:
„Verleugne Dich
selbst!“, „Nimm Dein Kreuz auf Dich!“,„Folge mir nach!“
Weil in dieser
Arbeit immer wieder auf die GO geschaut wird, gehen wir auch im zweiten Teil
„Aufbau der Kirche“ dieser Frage nach. Je mehr wir heute mitten in der
Wirksamkeit der GO stehen, umso mehr bedürfen, um aus der immer drückenderen
„babylonischen Gefangenschaft“ in der scheidenden Kraft des GEISTES befreit
zu werden. Wir können sie nur erfahren, wenn wir wie die Apostel und die
Frauen durch die Katastrophe des Kreuzes gegangen sind und alle unseren
eigenen Vorstellungen und Erwartungen im Feuer Seiner Liebe verbrennen
lassen. Den Weckruf der Posaunen wird nur der recht aufnehmen, der in der
Prüfung: „Kreuz/Auferstehung“ demütig erkennt, dass der Mensch hier
überfordert ist. Bis in die Kirche hinein hat uns im Westen der Wohlstand
abgeschirmt, blind und müde gemacht. Noch sind die Christen des Ostens
allein ausgeliefert noch müssen sie die Prüfung des Kreuzes allein tragen.
Johannes, kraft
seiner Nähe zu JESUS, dann zu MARIA und zuletzt in der Führung durch den hl.
Engel durfte als Einziger schon auf Erde zu seiner Vollgestalt in CHRISTUS
im HEILIGEN GEIST heranwachsen. Ihm wurde im Zeichen des LW Adler die Gnade
des Durchschauens, mit dem hl. Engel und durch ihn. Als Menschen einer im
Materiellen gesättigten Zeit stehen wir der Gegenwart GOTTES im dreifaltigen
Geheimnis des KREUZES, des WORTES, des BROTES fremd gegenüber. Notwendig
muss eine Hilfe der hl. Engel, die uns gnadenhaft zugesagt ist uns „fremd“
erscheinen und abgelehnt werden. Wir vergessen, dass auch die Engel im
Anfang der Zeit im Zeichen des Kreuzes, des Wortes, des Brotes, geprüft
wurde um unsertwillen. Den Dienst hat am Menschen hat Luzifer abgelehnt und
sich gegen GOTT gestellt. Die getreuen Engel haben sich in dieser Prüfung
für den Dienst an GOTT und damit auch am Menschen entschieden. Sie sind uns
näher als Vater und Mutter. GOTT hat sie bestellt, uns, die das Heil in
JESUS CHRISTUS erben, nicht nur als Schutzengel auf unserem Pilgerweg über
die Erde zu geleiten, sondern im Geisterkampf der GO. Ohne ihre gnadenhafte
Hilfe können wir die Prüfung, in der wir stehen, nicht schaffen.
Die billige
Lösung: „ER allein hat für uns gut getan!“ öffnet der Ansteckung durch die
Selbstherrlichkeit des Feindes GOTTES Tür und Tor. In einem seichten
Humanismus wollen wir selbst über uns entscheiden. Wie sollen wie ihren
endzeitlichen Einsatz im geistigen Kampf erkennen und annehmen? Die
gnadenhafte Offenbarung ihrer Hilfe durch Frau Gabriele Bitterlich wird von
der Kirche als „fremd“ zurück gewiesen, denn sie überschreitet in ihrer
apokalyptischen Ausrichtung den Rahmen der traditionellen Engellehre. Ein
wesentlich intellektueller Glaube ist in Gefahr, sich selbst zu genügen.
Hier offenbart sich der Pferdefuss des Widersachers. Wo GOTTES Erbarmen noch
das Herz des Menschen treffen will, muss ER zu den Kleinen und
Zurückgebliebenen hinunter steigen.
Die Armen im
GEISTE wie die Hirten auf dem Felde von Betlehem, die im Schweigen der Nacht
aufschauen auf den gestirnten Himmel, gehen voraus. Woher sonst soll ihnen
Hilfe kommen? Die Frauen mit MARIA sind es, die unter dem Kreuz ausgehalten
haben, da die Apostel in entscheidender Stunde flohen. Sie sind, gestärkt
durch MARIA, die Ersten, die die Botschaft der Auferstehung weitergeben, da
die Apostel noch darum ringen, mit ihrer Enttäuschung fertig zu werden. Ohne
die Sühne MARIENS und der Frauen, ihnen das Licht zu ihr eigenes Versagen zu
erkennen und sich dem größeren Erbarmen GOTTES zu öffnen. Petrus ist hier
vor den Anderen, angesprochen. Die dreimalige Frage bei der Erscheinung am
See Tiberiades, muss seinen dreimaligen Verrat am Wachtfeuer löschen. Sie
wird ihn bis zuletzt gebrannt haben, wie auch uns aller Verrat brennen muss,
wenn der HERR mit uns neu anfangen soll.
Weil heute die
äußere Ordnung der Kirche zerbricht, kann sie nur durch behauene Steine,
Bekenner und Märtyrer neu aufgebaut werden. MARIA hat unter dem Kreuz ihr
Unbeflecktes Herz dem Schwert des Leides entgegen gehalten, mit ihr die
getreuen Frauen, die von Galiläa mit dem HERRN hinauf nach Jerusalem gezogen
waren. Ähnlich hat die Botschaft der apokalyptischen Hilfe der hl. Engel
unter dem Kreuz wie ein Schwert das Herz von Frau Gabriele Bitterlich
getroffen. Im Sühneeinsatz für die Priester hat sie der HERR für diese
Aufgabe von Kindheit her vorbereitet. Doch sie blieb unter dem Schleier
MARIENS, bis sie als Mutter von drei Kindern (drei musste sie verlieren) für
die Wucht des Kreuzes, das ihr hier auferlegt wurde, reif war. Schon im
Einsatz für die Priester, durfte sie erkennen, dass die Kirche in der
Bedrängnis dieser Zeit solcher Hilfe von Oben bedürfe.
Der HERR nannte
die kleine Gemeinschaft getreuer Schwester, die zu ihr standen:
„Gemeinschaft der Armen Sünder für die Rettung der Armen Sünder“. Sie wurde
zum Betlehem für das Werk der Heiligen Engel. Sie hat als das Samenkorn, das
in die Erde gefallen ist, den Weg für die Kirche, für Alle, die sich nach
dem Licht der Wahrheit ausstrecken, welchen Glaubens sie auch heute seien
bereitet. Ihr Sterben war Apokalypse. Mit ist von Anfang an die Sühne der
Grundstein des Werkes der hl. Engel von unserer Seite. Schon die erste Weihe
an die hl. Engel die der HERR schenkte, sollte diesen Einsatz unter dem
Kreuz stärken, wie der HERR am Ölberg durch den hl. Engel gestärkt wurde, um
menschlich sein Letztes hinzugeben. Wenn wir diesem Geheimnis nachsinnen in,
mit und durch MARIA, dürfen wir etwas von der Weisheit der Wege GOTTES
erkennen, die notwendig der Welt Torheit sind.
An kaum einer
Stelle wird das Eingreifen der hl.Engel in die Heilsgeschichte so deutlich
wie in den Perikopen der AUFERSTEHUNG JESU. Hier leuchtet auf: DIE
AUFERSTEHUNG JESU IST EIN ENDZEITLICHES GEHEIMNIS. Sie weist in ihrer Gewalt
und Größe hinüber auf die LETZTEN DINGE, wie sie in der Geheimen Offenbarung
enthüllt werden. Es sind ĞENGELGEHEIMNISSEğ, nicht nur, weil die hl. Engel
im HEILIGEN GEIST diesem Geschehen näher stehen, sondern auch, weil sie als
Geistwesen IHM als Knechte im Kampf zugewiesen sind.
Ohne ihre
Vermittlung kann sich der Mensch diesem Geheimnis weder nahen, noch es
aufnehmen! Es braucht dazu im apokalyptischen Kampf das Einswerden! Dabei
kann die Weise der Vermittlung, wie wir sehen werden, verschieden sein. Der
Normalfall ist, dass der Engel an den Menschen herantritt, wie es besonders
die Auferstehungsberichte der Synoptiker darlegen. Die Gegenwart des Engels
macht den Menschen aufmerksam, dass er der Wirklichkeit der Auferstehung nur
im GEISTE begegnen kann. Dazu hin muss der Mensch gewandelt werden, wie wir
es am Sühneleben der M.Magdalena erkennen dürfen. Allein die Bereitschaft
zur Sühne öffner die Türe. Hier war die MUTTER Beispiel und Wegweisung.
Nicht umsonst durfte sie, da MARIA, da sie noch in Jerusalem war, wie
später, als sie (nach der Tradition der Ostkirche) mit nach Ephesus gehen in
anderer Weise als Johannes ihre Nähe erfahren. Da wir mitten im
apokalyptischen Kampfe stehen sind wir auf beider leuchtende Wegbereitung
gewiesen.
Johannes bleibt
ein Ausnahmefall als Lieblingsjünger des HERRN. Wie ein nacktes Kind lief er
in panischem Erschrecken der Mutter GOTTES in die Arme. Musste er nicht mehr
als die Anderen bis ins Innerste erschüttert sein, da ihm DER entrissen war,
an dessen Brust er wie ein Kind gelegen hatte? Im Wechsel vom Herz des HERRN
hin zum Herzen der MUTTER hat er die tiefste Wandlung unter den Jüngern
erfahren. Mehr als der Vermittlung durch den hl. Engel bedurfte er der
Gegenwart der MUTTER. In der Einsamkeit des Exils durfte er in Patmos in
geistiger Einheit mit der MUTTER die Vollendung seiner Sendung erfahren. Er
allein durfte eintreten in den Spannungsbogen Alpha – Omega im Geheimnis der
endzeitlichen Hilfe der hl. Engel entgegen wachsen. Lesen wir daraufhin das
Sigillum OA = Opus Sanctorum Angelorum in hebräische Leseweise, von hinten
nach vorne: „A – O!“
Wo M. Magdalena
den langsamen Weg der Buße gehen musste, durfte er sich in der Nähe MARIENS
und in kindhafter Reinheit dem Geheimnis des Auferstandenen nahen. Auch er
war notwendig zuerst von Außen angestoßen, da er über das schweigende
Zeugnis der Tücher erfuhr: “ER ist wahrhaft auferstanden!“ Er war in
Bethanien, einziger irdischer Heimat des HERRN, in der Kopflosigkeit der
Flucht als zu Hause! In, mit und durch MARIA müssen sich auch heute die
Priester der letzten Zeit um MARIA sammeln. Der hl. Louis Maria Montfort hat
um sie vor mehr als 300 Jahren in seinem „Feuergebet“ mit dem HERRN
gerungen. Johannes hat ihnen den Weg bereitet.
In drei Schritten durfte er als
Erster der Apostel erkennen
·
Über die Ordnung der Leintücher und das
zusammengelegte Schweißtuch im Grabe hörte er im Unbefleckten Herz MARIENS
das HERZ des HERRN schlagen und er weiß: (Ğsehen = wissen: eidenaiğ), der
HERR ist auferstanden.
·
In der Nähe MARIENS nach der Auferstehung,
zuerst in Jerusalem, dann in Ephesus, wächst er tiefer hinein in die
mystische Dimension der Gegenwart des HERRN in Seiner Kirche durch die Hlst.
Eucharistie.
·
Er beschließt sein Leben in Patmos, da ER die
Vollendung dieses Geheimnis in der Schau der Apokalypse zu bezeugen gerufen
ist.
In den
Gemeindenbriefen der GO wird deutlich, die Kirche wird an Haupt und Gliedern
durch die hl. Engel geführt. In, mit und durch sie stößt sie durch zu einer
immer vollkommeneren Erfüllung des hl. Willens GOTTES, auf die es im letzten
Kampf gegen den Widersacher, der sich verzweifelt aufbäumt, ankommt. Wer
anders sollte die ĞTücherğ in Ordnung gebracht haben als die hl. Engel, die
durch den HEILIGEN GEIST geistig im Pulsschlag der Liebe GOTTES leben. Was
den hl. Engeln fehlt, ist die geist - leibliche Erfahrung Seiner Gegenwart,
die uns in der Hlst. Eucharistie geschenkt wird. Sie kann ihnen gnadenhaft
(weil der HERR es so will!) durch uns vermittelt werden, wenn wir uns der
Engelreinheit nähern. Im Schutzengeldienst wird der hl. Engel dafür
bereitet. Als getreuer Begleiter des Menschen erlebt er an seinem Schützling
das Geheimnis der Menschwerdung JESU. Wo der Mensch den HERRN in der hl.
Kommunion empfängt, wirft er sich geistig vor diesem Geheimnis zu Boden.
Seine hl. Kommunion ist im GEISTE, da der Hl. GEIST durch ihn zieht.
Wo der HERR die
hl. Engel[12]
uns in der geistigen Auseinandersetzung
unserer Tage in, mit und durch MARIA zur Hilfe sendet, treten nach und nach
alle hl. Engel ein in den Kampf um das Reich GOTTES mit und im Menschen.
Nicht mehr nur von Außen kommen sie dem Menschen nahe, wenn er sie anruft.
Immer mehr wächst in ihnen die Sehnsucht an diesem mystischen Hochzeitsmahl
teilzunehmen. Sollte der HERR diesem Sehnen nicht gnadenvoll entgegen gehen,
um so Mensch und Engel in Sich zu eins zu verbinden? Hier muss die hlst.
Eucharistie vermitteln und zum „Brot der Engel“ werden, anders als in der
geistigen Teilnahme im Wehen des HEILIGEN GEISTES. Über den HERRN und in
Seinem Dienste dürfen sie jetzt den Menschen von Innen führen. Im Blick auf
IHN sind beide, Engel und Mensch Lernende.
Wir begegnen hier
einem Endzeitgeheimnis, das sich nur im HEILIGEN GEIST betend erschließen
lässt. Hier darf nicht nur der reine Mensch aufsteigen zur Engelerkenntnis[13],
wie es angeldweise de MUTTER und dem hl. Johannes geschenkt wurde. Auch der
hl. Engel darf jetzt nicht nur von Außen, sondern im Menschen tiefer
erkennen, was es ist um das Geheimnis der Menschwerdung JESU in Seinem
Mystischen Leib der Kirche. Das ist die schweigende Revolution (in MARIA!)
die das Werk der hl. Engel wie einen Fehdehandschuh in die Arena der
Diskussionen um die Sendung der Kirche in dieser Zeit wirft. Die Posaune
Absinth, Bitternis (vgl. Offb 8,10ff), die mit dem Werk wie ein Stern auf
Erden fällt, ist eine Herausforderung, die scheidet wie am ersten
Schöpfungstag.
In den hl. Engeln
durchbricht das Licht der Auferstehung JESU das Dunkel der Katastrophe des
Kreuzes, in das die Kirche als Mystischer Leib des HERRN hineingerufen ist.
Die hl. Engel sind schon in der historischen Auferstehung JESU Vermittler
nicht nur der Botschaft Seiner Auferstehung, sondern auch Seiner Gegenwart
in der Kirche im HEILIGEN GEIST. Dass Johannes, nach MARIA, der Mutter des
HERRN, der Zweite ist, der dem AUFERSTANDENEN HERRN im GEISTE begegnen
durfte, kann nur von der größeren Liebe des HERRN zu diesem ihm besonders
nahen Jünger her verstanden werden. Diese Liebe ist uns, durch alle Gebote
hindurch und über sie hinaus, gegenwärtig in der Hlst. Eucharistie. Sie
bereitet wie in Johannes diese Endzeitgnade der Einung beider so
verschiedenen Geschöpfe vor. Dreifaltig ist sie in Johannes gewachsen:
·
über das Zeichen der Tücher im Grabe,
·
in Vermittlung
durch MARIA[14]
·
im Anruf der Geheimen Offenbarung.
Zu dieser
dreifaltigen Sicht sollen in schwerer Prüfung die Getreuen durch die hl.
Engel geführt werden. Über das Unbefleckte Herz MARIENS, wie neu geboren im
Feuer von Golgotha, nur in, mit und durch sie, wird sie uns zuteil, wenn wir
uns nach ihr als arme Sünder ausstrecken. Wie wenig wird hier Fatima noch
verstanden, da doch die Kinder, bereitet durch den hl. Engel, diesen Weg
weisen! Der hl. Vater Johannes Paul II hat im Feuer der Prüfung bestanden
und dafür am 13. Mai 2000 in Fatima sein Zeugnis abgelegt. Wie sollen wir
ohne die tiefere Erfahrung der Hlst. Eucharistie in uns den dritten
endzeitlichen Schritt mit dem Engel hinein in die Apokalypse dieser Zeit
tun? Hier mag uns deutlich werden, warum uns der VATER MARIA als die Mutter
der Straße auf den Weg schickt, um uns eine Brücke zu bauen. Nur über die
Mutter der Straße finden wir die Hand des hl. Engels. Wurde sie ihr nicht
„als Mutter der Straße“ auf dem blutigen Kreuzweg hinauf nach Golgotha in
ähnlicher Weise zuteil wie dem HERRN in der Not des Ölberg die Stärkung des
Engels? Sinnen wir diesen Geheimnissen nach und es wird uns Licht werden!
In der Liebe, wo
sie vom HL. GEIST angehoben wird, wie es MARIA in der Verkündigung geschah,
kann der Mensch Erden Ğhinüberreichenğ in das Reich der Himmel und so schon
hier Drüben sein, ohne den Boden der Erde zu verlieren. Nur in solcher
Liebe, wie sie Mutter Gabriele geschenkt war, können wir die hl. Engel als
Träger und Vermittler der endzeitlichen Liebe GOTTES im HL. GEIST erfahren.
Darum kann das Werk der hl. Engel, mit dem endzeitlichen Auftrag der Rettung
von Kirche und Welt, auch nicht von einer Theologie verstanden werden, in
der das verstandesmäßige Denken vorherrscht. Es wird sich aber dem öffnen,
der GOTT liebend mit dem HERRN leidet um den immer mehr offenbar werdenden
Verfall und die Verflachung in der Kirche. In der Sehnsucht des GEISTES wird
er ausschauen nach der nie ausbleibenden Hilfe GOTTES. Sie wurde den Jüngern
zuteil durch Vermittlung der Engel, sie soll uns nicht weniger durch die
Engelhilfe des Werkes gnadenhaft zuteil werden.
Je mehr wir dem
Engel im HL. GEISTE begegnen, umso weniger bedürfen wir ihrer sichtbaren
Gegenwart. Sie wird notwendig heute, wo der Mensch ohne Ehrfurcht nach dem
Geheimnis: GOTT greift, zum Ausnahmefall. Denn ĞGOTT IST GEIST - und die IHN
anbeten, müssen IHN im GEISTE und in der WAHRHEIT anbeten! ğ (Jo 4,24). In
dieser Sicht wird auch deutlich, warum wir uns nicht auf das Wissen um die
hl. Engel beschränken können, wie sie in der Schrift und Tradition der
Kirche geborgen ist. Wir sind herausgefordert, sie im Licht des hl. Engels
tiefer zu durchdringen, dann nähern wir uns der engelhaften Erkenntnis, in
die auch der hl. Johannes an der Hand der MUTTER erst hineinwachsen musste.
Sicher ist es eine der Aufgaben dieser Zeit für das geistige Erbe der Kirche
einzustehen, da es heute weitgehend geleugnet wird. Doch GOTT will mit dem
OA mehr: ER will durch die hl. Engel als Diener der Sonnenumkleideten Frau
dem Drachen den Kopf zertreten. Nicht der Mensch ist der erste, sondern wie
es auch in Fatima in der der Erscheinung der Mutter GOTTES vorausgehenden
Erscheinung der Engel deutlich wird, der Engel muss den Weg bereiten. Am
leichtesten ist ihm dies in kindhaften Herzen wie bei den Hirtenkindern. Nur
im Hl. GEIST kann die Geisterschlacht gewonnen werden!
Wo die Verwirrung
des Geistes uns jeder Richtung zu berauben droht, müssen wir einen letzten
unbeirrbaren Halt. Nicht nur als allgemeine Weisung wie in den Geboten
GOTTES GOTT, sondern je persönlich, wie ihn uns der hl. Engel vermittelt,
wenn wir nur lernen im GEIST auf ihn zu hören. Wir müssen mit dem Engel und
durch ihn lernen, GOTT anzubeten und für IHN zu kämpfen, wo immer uns GOTTES
weise Vorsehung hinstellt. Es geht hier nicht um eine weitere
Frömmigkeitsübung, sondern um die Hilfe, die wir brauchen, um uns nicht zu
verlieren. Der engelhafte Weg, den schon die ersten Väter der Kirche in der
Wüste bewusst eingeschlagen haben, ist Weg zu GOTT, der uns durchträgt auch,
wenn aller äußerer Halt verloren geht. Sein Licht muss uns durchdringen,
damit wir wahrhaft „Kinder des Lichtes“ werden. im schweigendem Horchen und
Gehorchen auf die Stimme des Gewissens, durch die sich der hl. Engel zuerst
kund tut.
Der Mensch muss
sich und seinen Wünschen sterben, um GOTT wahrhaft im GEIST und der Wahrheit
zu begegnen. Dieser Anruf ist nicht tief genug in uns eingedrungen. Wo wir
bereuen und in der Stille neu anfangen, wird nach aller Prüfung Neues
werden. Das Wie bleibt in Seiner Hand, auch die hl. Engel müssen sich hier
im Dunkel durch kämpfen im bleibenden Licht GOTTES, das sie in sich tragen
und uns Innen vermitteln wollen. Schauen wir auf die Hirtenkinder in der
Vorbereitung ihrer Sendung mit dem Engel, sie weisen uns den Weg, den sie
heroisch bis zu Ende gegangen sind. Ohne ihr Einssein im Gebet mit dem Engel
von Portugal, da er mit ihnen am Boden geworfen den HERRN anbetet, wäre wohl
schon damals die Sendung MARIENS als Sonnenumkleidete Frau der Geheimen
Offenbarung (wie 1531 in Mexiko!) in frommer Weise umgedeutet worden, wie es
heute in Fatima und an anderen MARIENorten verflachend geschieht.
Weil wir als
Menschen an die Erkenntnis durch die Sinne gebunden sind, schickt uns die
LIEBE GOTTES die MUTTER auf den Weg, dass sie uns helfe. Auch wenn es nicht
in der Schrift steht, sie durfte als Erste dem Auferstandenen begegnen.
Darum hat der HERR ja auch ihr in besonderer Weise das Werk der hl .Engel
anvertraut und durch sie einer einfachen Familienmutter. Wir müssen es nur
immer wieder in Demut und dankend aus ihren Händen empfangen, dann werden
wir wie Johannes der WIRKLICHKEIT DES AUFERSTANDENEN schon jetzt im Zeichen
begegnen und so mit dem Engel die Botschaft Seiner endzeitlichen Hilfe
hinaustragen können.
Hinweis
Versuchen wir,
uns langsam in die Auferstehungsberichte einzulesen, betrachtend sie mit uns
zu tragen in MARIA. Das ist nüchterne Vorarbeit, wenn wir tiefer kommen
wollen und den Honig aus ihnen schöpfen. Manches das hier einführend
gebracht wird, wird später in anderer Weise wieder aufgenommen. Wiederholung
gehört zum Betrachten dazu, denn über Vieles gehen wir leicht hinweg. Wer
aufmerksam liest, wird bald jeweils das Neue erkennen, das notwendig im
Rahmen des schon Erkannten gebracht werden muss.

Drei Schritte
In allen vier
Evangelien sind es drei Schritte hin zum Geheimnis der Auferstehung des
HERRN in der dem jeweiligen Evangelium eigenartigen Sichtweise des dahinter
stehenden Lebenden Wesen. So ergibt sich auch hier eine zwölffache Sicht.
Die z w ö l f T o r e des Himmlischen Jerusalem sind damit schon in den
Evangelien angedeutet, durch die einmal alle Menschen einziehen werden.
So wie die zwölf
Stationen des Kreuzweges diese Tore auf Erden gegenwärtig setzen im Erbarmen
des VATERS durch die Erlösungstat des SOHNES im HL. GEIST, so werden in der
Auferstehung diese Tore im SOHN geöffnet, durch die alle zum Ewigen Leben
Berufenen im HEILIGEN GEIST in den Himmel eintreten können.
Die d r e i S c h
r i t t e , in denen sich die AUFERSTEHUNG den Jüngern kundtut, sind ein
Hinweis auf die trinitarische Struktur alles Heilgeschehens.
Der e r s t e
Schritt ist die Erfahrung des leeren Grabes.
Der z w e i t e
Schritt ist die Erkenntnis des AUFERSTANDENEN HERRN im HL. GEIST.
Der d r i t t e
Schritt ist die SENDUNG.
Immer ist da ein
inneres, wie organisches Erkennen im Herz des Menschen, erinnernd und im
Geiste MARIENS betrachtend. So durften die Apostel, die Frauen voran langsam
tiefer in dieses Unbegreiflich nicht nur eindringen, sondern hinein wachsen.
Der Anstoß war von oben, so hat wohl Jeder die Auferstehung in besonderer
Weise erlebt, auch wenn sie ihm mitgeteilt wurde. Hier wird jeweils der hl.
Schutzengel mit geholfen haben. Wo der Mensch nicht betend eindringt, ist er
jeweils versucht, seinem eigenen Denken und Willen zu viel Raum zu geben. So
entstehen, schon zur Zeit der Urkirche die Sekten. Ohne die Hilfe der Väter
in der Wüste und der Kirchenväter – lehrer, geführt vom HEIIGEN GEIST wären
solche Einbrüche nicht mehr abzuriegeln gewesen. Der Feind ist der beste
Psychologe und findet die schwachen Stellen im Einzelnen wie einer
Gemeinschaft heraus, stellt sich mit seinem Wissen dahinter und versucht so
die Bresche auszuweiten.
Da wir heute
wahrhaft am Ende der Neuzeit stehen, muss die MUTTER auf die Bedeutung des
Gebetes, der Umkehr, der Betrachtung und Sühne drängen. Genau hier ist in
einem zu vordergründigen Verständnis der Feind in die Reihen der Gläubigen
eingebrochen und hat die Einfalt des Glaubens in Besserwissen aufgelöst,
gleichzeitig die äußere Ordnung durch die beiden Weltkriege gebrochen, die
mit getragen hatte. Das ist schon in der Bereitung des jüdischen Volkes auf
das Erste Kommen JESU hin zu erkennen: Zersetzung von Außen durch die
Fremdherrschaft, von Innen durch die Verführung der Verantwortlichen im
Glauben, Spaltung in „modern“ und traditionell: wie heute. Der Spaltpilz tut
das Übrige: Auflösung nach Innen wir nach Außen. Hier stand nach kurzer
Überraschung dem HERRN eine Front gegenüber, die nicht mehr zu durchbrechen
war. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Prophetien treten
nach vorne, wo die Führung der Kirche nicht erkennt und im Angriff des
Feindes das Feld räumt. Notwendig fehlt in Sachen Prophetie die
Unterscheidung der Geister. Es bleibt das einfältige Volk allein,
ausgeliefert den Wölfen. Wenn der HERR die Zeit nicht abkürzte, werden wie
bei der Verurteilung JESU selbst die Letzten mitgerissen, auch wenn sie
wunderbar vorher geheilt wurden. Nur dort, wo Einer betend der Gnade der
Heilung tiefer sein Herz geöffnet hatte – dafür stehen die Frauen, die JESUS
folgten – war über die Erschütterung von Kreuz und Auferstehungng der Boden
für den HEILIGEN GEIST bereitet. Wie sehr drängt die MUTTER in all ihren
Erscheinungen auf die Notwendigkeit des Betrachtens.
Wie viel wird da
den Getreuen zuerst von Innen, wo sie zusammenhalten, auch in Gemeinschaft
(Versiegelte Gemeinden) an neuer Widerstandskraft im HEILIGEN GEIST
geschenkt werden! Wer vertrauend auf den eigenen Geist die Zeichen der Zeit
übersieht, wird ausgeschieden. Hier erleben wir schon heute das Wirken des
HL. GEISTES, wie beim ersten Kommen des HERRN. Wo der Glaube geschwunden
ist, muss der Feind durch sein immer unverhüllteres Wirken die Sache des
Glaubens von der negativen Seite her nach Vorne bringen. Die vom HERRN
ausgetriebenen Geister mussten hier ein erstes Zeugnis geben, das wir nur
dann überhören, wo wir schon in seiner Hand sind. Die GO spricht hier von
der Scheidung in Dritteile:
·
Das erste Drittel: die verstehen, dieser Gnade
nachbeten. Sie erkennen, wo der HERR auf sie wartet.
·
Das zweite Drittel: die auf der Gegenseite
stehen.
·
Das dritte Drittel, um die noch von beiden
Seiten gekämpft wird.
Hier liegt die
Aufgabe der Posaunen.
In der
Auseinandersetzung und Deutung der Zeichen der Zeit, sind wir vorbereitet,
die Schrift zu befragen Sie soll uns nicht nur in einem allgemeinen, über
die heilsgeschichtliche Koordinaten von Ort, Zeit, Umstände belehren und sie
durchleuchten. Der einzelne Gläubige muss im Licht seines hl. Engels
erkennen, welche Antwort der HERR von uns in MARIA erwartet.
Unterschiede bei
den Synoptikern
Auf Johannes wird
später hingewiesen. Der Auftrag an die Jünger, nach Galiläa zu gehen ist Mt
und Mk gemeinsam, auch der Auftrag, davon den Jüngern zu berichten. Nur Mt
spricht ausdrücklich von der ĞAuferstehung von Totenğ. Sein ist im LW Engel
die Torheit des Kreuzes, in der die Engel am Anfang auf Sein oder Nichtsein
geprüft wurden. Sie greift zurück auf Gen 1 („Priesterhandschrift“):
in dieser Scheidung von Licht und Finsternis hat die Schöpfung begonnen Im
„Ersten Tag“, in der Scheidung von Licht und Finsternis, liegt der Hinweis
auf die Engelprüfung. Diese Scheidung bleibt im Kreuz bis zum Ende. Der Hl.
GEIST wird sie über die LW zur Vollendung bringen, sie legen das Kreuz über
die ganze Schöpfung. Die beim Tod des HERRN gesehen werden. Die falsche
Gegensätzlichkeit ist im Sieg CHRISTI im Kreuz überwunden, doch dieser Sieg
muss sich erst im Mystischen Leib CHRISTI in der Zusammenarbeit von Engel
und Mensch durchsetzen. In der Sicht Mts sind die die Toten, die nach der
Auferstehung gesehen werden Zeichen dafür, dass sich die Kraft der
Auferstehung auswirkt und Alles ergreift. Sie wartet nur darauf, dass wir
erkennen, in JESUS beginnt ein Neues:
·
Mt erinnert, da er von den Toten spricht, die
gesehen werden, dass der Tod, der über den alten Adam herrschte, überwunden
ist. Vertrauen wir der Führung unseres hl. Engels, dann werden wir es je
persönlich erfahren.
·
Bei Mk tritt Petrus nach Vorne in der ihm vom
HERRN verliehenen Autorität, die unseren Gehorsam der Kirche gegenüber
verlangt.
·
Bei Lk erinnert uns der HERR an das Wort der
Schrift von der ĞNotwendigkeit des Leidensğ, von dem der HERR auf dem Weg
nach Jerusalem gesprochen hat. Er hebt hervor, dass ER Ğschon in Galiläağ
(vgl. Lk 24, 44) darauf hingewiesen hat. Lk bindet damit wie die beiden
andern Evangelien das Ende zurück an den Anfang.
Der Hinweis auf
die LW wurde ahnend zuerst von den Griechen in den Vier klassischen
Elementen, her und den Himmelsrichtungen erkannt, da sie philosophisch nach
dem „Einen Bleibenden in allem Wechsel“ forschten. Sie ist wie eine erste
Erkenntnis des Kreuzes als der Struktur der Schöpfung.
Die nächst
höhere, dem Menschen zugeordnete Sicht ist die der Vier
Erkenntnisfähigkeiten des Menschen:
Wille, Gefühl,
Geist, Sinne.
In
übernatürlicher Sicht werden die Vier Kardinaltugenden zu „Geistigen
Richtungen“ die dem Menschen helfen, sich im Leben zurecht zu finden. Sie
weisen hinauf zu den Vier Eigenschaften GOTTES.
In graphischer
Darstellung:
Das Wort der
Erlösung ist Leben und muss gelebt werden, es gibt Richtung, es baut uns auf
im HEILIGEN GEIST durch die Sakramente. Es will uns anheben, weg von der
Erdenschwere und der Sünde, es hebt uns wie in einer Spirale. Wo es nur
Wiederholung ist, hat es seine Kraft verloren, nur im seinem Lichte lebend,
können wir seine Wahrheit und schöpferische Kraft erfahren. Wie tief der
HEILIGE GEIST ansetzt, um menschliches Erkennen zu heben, wird uns deutlich
in der Bemerkung, dass die Botschaft der Frauen an die Jünger „ihnen als
leeres Geschwätz“ erscheint. (vgl. Lk 24,10). Wo der Mensch das Wort GOTTES
nach seinen irdischen Maßstäben einzureihen versucht, verliert es die Kraft
der Torheit des Kreuzes. Im Zeichen des Kreuzes baut sich die Schöpfung auf.
Sie wächst wie die Weinrebe an ihm empor bis sie in JESUS CHRISTUS eingehen
darf in GOTT. Wer die Torheit des Kreuzes wie unsere Zeit verkennt, ja
ablehnt, weil er dem menschlichen Geist allein vertraut, hat sich der
Auflehnung des Widersachers am Anfang der Zeit angeschlossen und muss
endlich mit ihm fallen. Dies ist die KREUZUNG, in der die Menschheit heute
steht. Sie wird blind für das Kreuz, wo sie der Ansteckung des „Humanismus“
dem Ungeist : „Wir schaffen es allein!“ vertraut. Sie wird es schaffen, wo
der Mensch sich mit dem hl. Engel verbindet, der sich als Erstes Geschöpf
GOTT als Knecht Seiner Pläne bekannt hat.
Hier erkennen
wir, dass wir in einer Prüfung des Geistes stehen. Was ihm an
Überheblichkeit anhängt, muss erliegen beim Aufstieg nach Golgotha. Im Bild
der himmlischen Hierarchie, die sich nach der Prüfung im Bild der „Weinrebe“
am Kreuz empor rankt ist allem Aufbau der dreifachen Schöpfung der Weg
gewiesen. Wer sich nicht im GEIST GOTTES an der Hand des hl. Engels nach
GOTT ausstreckt, weil es ihm zu mühselig ist, verfällt der Schwerkraft der
Sünde, scheidet sich von selbst aus. Denken wir an Pilatus’ hämische
Bemerkung „Was ist Wahrheit?“, aber auch an das Besserwissen der Apostel
gegenüber den Frauen. Notwendig sind wir Alle in diese Prüfung gerufen.
Bestehen kann nur, wer im GEISTE entscheidet. Mk zeigt auf, dass auch die
Frauen, als der hl. Engel sie im Grabe anspricht, erschrocken weglaufen. Sie
müssen ihren Auftrag an die Jünger erst nach einer Zeit der Besinnung weiter
gegeben haben.
Mk, mit dem
Lebenden Wesen „Löwe“ nach Westen, in den Endkampf gestellt, weiß es besser
in Seinem GEIST. Auch in uns muss erst die ALLMACHT GOTTES siegen, nach
aller Erschütterung des Kreuzes und aller nachfolgenden Enttäuschung. Wie
hart urteilt er über den „Unglauben“ der Jünger. Nur so hat das schneidende
Wort: „Wer nicht glaubt, ist verdammt!“ Darüber steht nicht das
unangreifbare Urteil eines Machthabers, sondern die Gerechtigkeit GOTTES,
die dem Irrenden in Barmherzigkeit hilft, den rechten Weg des Kreuzes zu
wählen und zu gehen. Die Auferstehung wirft den Menschen aus der Bahn,
stellt ihn vor eine Wirklichkeit, die ihm fremd ist, fordert eine Antwort,
die der Mensch von sich aus nicht geben kann. Dies wird bei ihm dreifach =
trinitarisch angedeutet:
·
im Hinweis, dass die Frauen in Schrecken
weglaufen,
·
durch den weg gewälzten Stein,
·
in der Gestalt des Jünglings mit der weißen
Stola.
In M. Magdalena wird uns dies noch deutlicher werden. Im Kreuz ist nicht nur
Gesetz für die Schöpfung, es ist letztlich das Wesen GOTTES in der
Gegensätzlichkeit von VATER und SOHN, die nur im HEILIGEN GEIST gelöst
werden kann. Dieser GEIST macht sich wie der HERR klein im Schutzengel, zum
Diener des Menschen, damit er an diesem Dienen für seinen Weg lerne. M.M.
hat wir Keiner sonst diesen Anruf aufgenommen. Nur im Gehorsam finden wir zu
GOTT. Die Erschütterung über das leere Grabe, die Sehnsucht nach IHM allein
machen blind für alles Andere, auch den Engel. Sie ist nicht geringer als
die über sein grausames Sterben am Kreuz Sie weist zurück auf das Geheimnis
Empfängnis/Geburt JESU und voraus auf das endzeitliche Geschehen der
Geheimen Offenbarung. Weil der Mensch nach dem Ebenbild GOTTES geschaffen
ist, kann er nur im Kreuz selig werden. Hier stehen heute in der Kirche an
vorderster Front die Sühneseelen.
Der den drei
Zeugnissen gemeinsame Nenner ist: hier bricht in den in sich geschlossenen
Lebensraum der Menschen eine Macht ein, die dem Menschen fremd ist und nur
von ihm erfahren und aufgenommen werden kann, wenn er sich ihrem Licht
öffnet. Dieses Licht ist der HEILIGE GEIST, der Jedem Glaubenden in der
Person des hl. Engels persönlich zu Hilfe kommt, nicht nur unmittelbar,
sondern, wenn er still geworden ist, in der Hilfe, diese Erfahrung
aufzuarbeiten, anzunehmen und im Leben wirksam werden zu lassen.
Diese
Grundstruktur umfasst auch unseren Weg zu GOTT:
I.1 Sie findet
sich bei Lk wegweisend in der Verkündigung an MARIA:
Sie zeigt sich
dreifach:
I,1a: in der
Befremdung MARIENS über den Gruß des Engels. besonders über die gnadenhafte
Erwählung, die ihr im Gruß zugesagt wird: „Du bist gebenedeit unter den
Frauen…“:
29 Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser
Gruß zu bedeuten habe. Es ist bei MARIA nicht ein
Erschrecken wie bei den Frauen (MK), sondern ein Sichwundern, Überraschtsein
im Blick auf die ihr zugesagte Gnade. MARIA, dies ist Teil ihrer Erwählung,
erschrickt nicht, wie wir es schon im AT erfahren. Sie lebte von Anfang an
in ihrer Gegenwart.
Wo der Glaube
nicht mehr überrascht, ist er schon gestorben. Die Wunder, die der HERR
wirkt, sollen dies nach Außen kund tun. Sie sind wie eine erste, allgemeine
Anrede JESUS, an den, der hören will. Weil der Glaube hier auf Erden nie am
Ende ist, muss er in Jedem immer neu die Frage wecken: „Wie soll das
geschehen?“
I,1b: In Demut
wundert sie sich darüber, dass gerade ihr diese gewaltige Gnade zuteil
werden soll, um die sie für ihr Volk wohl immer gebetet hat.
32 „Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr,
wird ihm den Thron seines Vaters David geben. 33 „Er wird über das Haus
Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben.Hat
ihr hier GOTT nicht zu Großes zugemutet?“ Wie soll sie Solches tragen? Sie
erinnert an den Fels vor dem Grab. - Sie kann es nur in, mit und durch
JESUS.
I,1c: Da sie
darüber nachsinnt, kommt dazu die beunruhigende Frage: da sie als
Tempeljungfrau Jungfräulichkeit gelobt hat, wie soll dies geschehen?
34 Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann
erkenne?“ Auch der Hinweis des hl. Engels auf das Wirken des HEILIGEN
GEISTES in ihr muss sie befremden und will bedacht werden.
Weil der Glaube
hier auf Erden nie am Ende ist, muss er immer neu die Frage wecken: „Wie
soll das geschehen?“ Genau hier übernimmt der hl. Engel die Antwort auf der
Brücke zwischen dem Sichtbaren und Unsichtbaren.
In diesen drei
Schritten begegnet sie den Drei Göttlichen Personen.
Der vierte
Schritt bringt ihr Ja. Die vier Schritte weisen hin auf die Vier
Eigenschaften GOTTES und damit auch auf die Vier Ecksäulen der Kirche als
ihre Grundstruktur. GOTT der im SOHN Mensch geworden ist, will sich in uns
ein Haus bauen. Die Pfeiler werden gesetzt, im Kreuz aufgerichtet, am Ende
als Zeichen des Gerichtes über die Schöpfung, Die Kirche ist bei Johannes
geboren unter dem Kreuz, wo MARIA und die Frauen ausgehalten haben, sie wird
sichtbar im Wunder von Pfingsten, sie wird sich im Zeichen des Neuen
Jerusalem vollenden in der Geheimen Offenbarung. Man vergleiche dazu die
Dreierstruktur in den Auferstehungsberichten.
I. Der Auftrag –
entsprechend dem Gruß in der Verkündigung
I,1. Die Sendung
an Johannes, übermittelt durch den hl. Engel – Johannes ist wie überfallen.
I,2. Sein Auftrag
an den Sieben Gemeinden von Asien, das Evangelium umfasst Himmel und Erde.
I,3 Die Botschaft
entfaltet sich, verschieden an jede der Sieben Gemeinden - MARIA bedenkt den
Auftrag = was der Gruß bedeute?
Zu II. Bereitung
der Sendung,
Die Vier Lebenden
Wesen breiten das Kreuz über die ganze Schöpfung, ausgehend vom Thron GOTTES
(Offb 6) Vgl. „wird ihm den Thron seines VATERS David geben“ - St. Gabriel
erläutert den Anruf an MARIA. Er steht im Zeichen des Kreuzes wie hier durch
die Lebenden Wesen.
II,1 Hinweis auf
die Folgen (sie nehmen das weitere Wirken der GO voraus!)
II.2 Die
Versiegelung der Getreuen
II.3 Die drei
Posaunen als Weckruf
(II.4)
Zusammenfassung in der „Sonnenumkleideten Frau“ in ihren Geburtswehen
(entspricht dem „Ja“ MARIENS als Antwort an GOTT über St. Gabriel.
In diesem Ja, wie
hier in den Geburtswehen MARIENS, ist der Vollzug des Gerichtes über Kirche
und Menschheit zusammengefasst, Im Bild der von der Sonne umkleideten Frau
ist der Sieg CHRISTI zu erkennen.
Zu III. Vollzug
des Gerichtes = entspricht der Erlösungstat GOTTES durch die Menschwerdung
CHRISTI = „Wer dieses BROT isst ohne Unterscheidung, isst sich das Gericht!“
Der HERR wirkt kraft Seiner Gegenwart in der Hlst. Eucharistie in Seinem
Mystischen Leib der Kirche, wie zuerst im Schoß MARIENS. Ohnmacht wird zur
Allmacht!
III.1 durch die
Gerichts- und Ernteengel
III.2 Durch die
Sieben Zornschalenengel
III.3 Durch den
HERRN selbst auf Weißem Ross mit den Seinen
(III.4) Sieg
CHRISTI und Verheißung des Neuen Jerusalem, das vom Himmel herabsteigt,
gerufen durch das Ja MARIENS in der Verkündigung
Zusammenfassung
Diese
trinitarische Ordnung soll uns darin erinnern, Aussage, Form und Struktur
sind ein Ganzes. Wenn wir über Weinreb noch auf die Wortwahl und durch sie
zurück auf das Hebräische schauten, müsste selbst dem Zweifler etwas von der
HEILIGKEIT DES WORTES, wo immer wir ihm begegnen, aufgehen. Notwendig muss
diese Ordnung des WORTES, das der VATER uns sandte und in MARIA Mensch
werden ließ, erfüllen, was die Geheime Offenbarung verheißt: „SIEHE ICH
MACHE ALLES NEU!“
Sie soll auch
weiter verfolgt werden, damit uns bewusst werde:
·
es ist das EINE WORT, gesandt vom VATER, in
dem allein Heil zu finden ist.
·
Es ist in den Evangelien Anruf, wie er
schon im AT vorbereitet ist und in den Propheten die Brücke zum Neuen Bund
schlägt.
·
Es wird in den Auferstehungsberichten Kraft
des Neuwerdens.
·
Es bringt durch die hl. Engeln in der
Geheimen Offenbarung die Vollendung der ganzen Schöpfung.
WORT aber fordert Antwort – die allein in MARIA vollkommen
gegeben ist. In diese Antwort müssen wir eingehen, wenn wir des Ewigen
Lebens teilhaftig werden wollen. Weil der Mensch durch die Sünde das Nein
des Widersachers aufgenommen hat, muss nicht nur die Macht des Widersachers
über ihn gebrochen, es muss auch das verhärtete Herz des Menschen
aufgebrochen und weich werden. Dies wird uns deutlich in den
Auferstehungsberichten. Auch die Apostel sind hier nicht ausgenommen. Sie
müssen erst durch MARIA wieder zurück finden.
Das Wort des Engels an sie kann erst dann in ihnen aufgehen, wenn sich die
Erschütterung, die sie bis in den Leib hinein schüttelt (Ğtromosğ) gelegt
hat. Es ist wahrhaft und wirklich Entsetzen (auch so kann man Ğekstasisğ,
übersetzen), das sie gepackt hat bei Mk. Sie sind aus der Bahn geworfen, sie
müssen erst wieder zu sich selbst zurückfinden. Das Geheimnis und die Größe
des Lebens, das uns GOTT geschenkt hat und in JESUS CHRISTUS neu schenkt,
muss ihnen im HEILIGEN GEIST neu aufgehen. Zu wenig haben wir in den
Auferstehungsberichten auf das Wirken des Hl. GEISTES geschaut, als sei es
beschränkt auf das Pfingstwunder.
ER ist schon dort geheimnisvoll wirksam, wo der HERR von der Lanze des
Zenturions durchstochen wird: Blut und Wasser kommen heraus – und unsichtbar
der HEILIGE GEIST. ER tritt schon hier im Verborgenen Seine Herrschaft in
denen an, die sich IHM mit und in MARIA öffnen. Der HERR wird ihnen, da ER
sich lebend zeigt, im Wort deutlich machen, was an ihnen geschehen soll,
damit sie neu werden.
Von der GO geht unser Blick betrachtend zurück auf die Geburtshöhle von
Betlehem, wo das JESUSkind geboren wird in Armut, umhüllt vom unsichtbaren
Glanz der Herrlichkeit des HEILIGEN GEISTES. Ja er sollte noch weiter zurück
gehen bis zur Höhle von Mamre, wo Abraham begraben wurde:
9 „Seine Söhne Isaak und Ismael begruben ihn in der Höhle von Machpela bei
Mamre, auf dem Grundstück des Hetiters Efron, des Sohnes Zohars (Gen 25,9).In
Mamre waren die drei Engel zu Abraham gekommen um ihm den Sohn Isaak zu
verheißen. Dort war auch seine Frau Sarah begraben. Später wird es das
Heiligtum von Hebron. Es ist eine ganze Geschichte, die dieser Ort
aufzuweisen hat. Wie tief ist das Heil in dieser Erde verankert. Die Eichen
von Mamre sind schon Hinweis auf das Kreuz. Wo der hl. Engel im Auftrag des
Gekreuzigten, Auferstandenen HERRN an den Menschen herantritt, muss die Erde
erbeben. Der Riss des Erdbebens ist noch heute in der Felsenhöhle von Patmos
zu erkennen, wo der hl. Engel an Johannes herantrat um ihm zu zeigen „was
bald geschehen wird“.
Hier setzt L u k
a s mit seiner Erzählung an. Der ĞSchreckenğ, der die Frauen gepackt hat,
scheint überwunden. Die Frauen gehen in aller Stille zum Grabe. Das Ğganz
frühğ, das bei Markus die Erregung der Frauen auf diesem morgendlichen Wege
kennzeichnet, ist weggefallen - auch die Erwähnung der Ğaufgehenden Sonneğ
(Mk 16,2), die wie ein Zeichen der Auferstehung des HERRN gedeutet werden
kann, fehlt bei Lukas, wie auch der wie hilfesuchende Blick nach oben, hin
zum Stein vor dem Grabe, der Stein ist ja schon weggewälzt! (24,2) - nicht
nur vom Grabe, sondern auch von ihrem Herzen. All dies hat schon das tiefere
Betrachten, für das Lukas steht, gebracht. Der Blick der Frauen geht mehr
nach unten, wie es dem Wesen des LW Stier entspricht! Von der plötzlichen
Erscheinung des Engels aufgeschreckt, Ğneigen sie ihr Angesicht zur Erdeğ,
mehr aus Ehrfurcht vor der Lichtgestalt des Engels. Die Botschaft des
Engels: ĞWas sucht ihr den Lebenden unter den Toten, ER ist nicht hier, ER
ist a u f e r s t a n d e n !ğ muss erst durch den folgenden Hinweis auf das
prophetische Wort von Seinem Leiden, verarbeitet werden, bevor sie ihren
Blick wieder zum Himmel erheben können.
Im vollen Sinne
wird das erst beim zweiten Kommen des HERRN Ğauf den Wolken des Himmelsğ
sein - wie es Lukas ausdrücklich in der apokalyptischen Rede des HERRN
ausspricht: Ğwenn all dies geschieht, dann streckt euch und erhebt eure
Häupter, denn die Zeit eurer Erlösung ist naheğ (21,28). Der HERR sieht
schon bei Lukas w e i t e r bis ans Ende der Zeit, wo erst die ganze Fülle
der Erlösung sich ausgewirkt haben wird und ER als AUFERSTANDENER mit der
Beute der erlösten Menschheit und der heimgeholten Schöpfung, in die
Herrlichkeit des VATERS eingehen wird.
Die von außen einbrechende Nachricht von der Auferstehung des HERRN - wie
sie durch den Engel bei Mk vermittelt wird, muss erst - in, mit und durch
MARIA, im Menschen betrachtend erarbeitet werden, um Frucht zu bringen. Dies
ist die Lukas e i g e n e Botschaft, die bei Johannes, im Blick auf die
RECHTFERTIGUNG des Menschen noch einmal vertieft wird: das Heil ist für uns
erst wirklich, wenn wir es in uns aufgenommen haben und in JESUS CHRISTUS
gerecht geworden sind. Vor der Betrachtung der Botschaft vom Leeren Grab bei
Johannes, müssen wir noch einen Blick auf den Ğunechten M a r k u s schlussğ
(16.9f) werfen.
In der Sicht der
LW gibt es keinen Ğunechten Markusschluss (16,9f) –
weil wir hier das
Evangelium nicht von unten, mit menschlichen Maßstäben betrachten, sondern
mit dem Engel auf die Auferstehung in der von den Evangelisten
aufgezeichneten dreifachen Sicht schauen.
Im ersten
Mkschluss ist uns nur die erste Sicht auf das Leere Grab gegeben - es fehlen
die Sichten auf die Begegnung mit dem HERRN und die Sendung durch IHN, wie
sie sich in den drei anderen Evg. finden. Die Evangelien rufen uns an, legen
uns aber auch die Antwort nahe, die der HERR für uns alle dem VATER gegeben
hat. Die Antwort, die das Evg. nach Mk in der Sicht des ALLMÄCHTIGEN GOTTES
von uns fordert, ist die des G l a u b e n s . Der Glaube kann aber in uns
nur wirksam werden, wenn wir unseren Platz vor GOTT finden: als Seine
Geschöpfe und zugleich, von Adam her, als arme Sünder.
Wir müssen dem
GRÖSSEREN GOTT begegnen. Das Erschrecken der Frauen in der Begegnung mit dem
Engel im Grabe ist dazu der erste Schritt: ANRUF DES ALLMÄCHTIGEN GOTTES an
uns arme Sünder zur Umkehr, zum Ausgehen aus dem alten Adam (Ğekstasisğ),
damit wir eingehen können in den NEUEN MENSCHEN IN JESUS CHRISTUS.
Im Ğzweiten
Schlussğ wird in aller Nüchternheit die ĞGrabwirklichkeitğ des Menschen
gekennzeichnet: ĞM. Magdalena, aus der der HERR sieben Dämonen ausgetrieben
hatğ (und noch ist sie nicht Ğleerğ für IHN!) - das Weinen und Klagen der
mit ihr Klagenden und Weinenden (es waren wohl nur Frauen - die Jünger waren
ja geflohen!) und nicht zuletzt der Unglaube gegenüber der Botschaft von
Maria Magdalena zeichnen die dreifach traurige Wirklichkeit des Menschen. Er
bleibt im Alten gefangen, findet von sich aus nicht hinüber zum
AUFERSTANDENEN, der Glaube muss in ihm erst durch den HEILIGEN GEIST geweckt
werden. Der HEILIGE GEIST muss ihn lösen aus allem Klagen und Weinen und
seinen Blick erheben in Hoffnung auf die Verheißungen der Schrift, um in
JESUS den Neuen MENSCHEN zu erkennen. Wenn da etwas von Liebe zu JESUS in
ihm war, so muss diese Liebe wie bei M. Magdalena erst geläutert werden und
wachsen im HEILIGEN GEIST.
Markus berichtet
von zwei weiteren Erscheinungen, wohl der vor den Jüngern von Emmaus und der
im Abendmahlsaal, wie sie auch bei Lk u. Jo aufgezeichnet sind. In einem
dritten Teil dieses Ğzweiten Schlussesğ folgt dann die Sendung der Jünger.
Auch dieser zweite Schluss zeigt die trinitarische Ordnung der
Auferstehungsberichte der anderen Evangelien:
·
in GOTT SOHN, Den der VATER vom Himmel sendet
(Anfang des Evg. - zugleich Anruf an den Menschen)
·
Der vom Tode des alten Lebens umkehrt
(Erfahrung des Leeren Grabes)
·
Und uns ein NEUES LEBEN schenkt.

Es ist dieser
Abschnitt eine nicht sichtbare Unterteilung des Ersten Abschnittes: des
Leeren Grabes. Er gehört zu ihm und ist doch in der vom Engel erteilten
Weisung, besonders bei Johannes ein Schritt hinüber zum nächsten Schritt:
der Begegnung mit dem HERRN und darüber hinaus ein erster Hinweis auf die
Sendung, die die Jünger erwartet.
Es geht hier um
die BEGEGNUNG MIT DEM GRÖSSEREN, DEM UNBEGREIFLICHEN GOTT UND SEINER
UNANTASTBAREN MAJESTÄT, wie sie, vorbereitend schon in der heidnischen
Philosophie eines Plotin aufscheint. Wir ĞChristenğ haben in unserer Lauheit
und Gleichgültigkeit viel dazu beigetragen, dass dieser Begriff des
GRÖSSEREN GOTTES der Menschheit immer mehr verloren gegangen ist. GOTT ist
für die ĞGescheitenğ eine ĞChiffreğ geworden (Jaspers), für die, die IHN zu
besitzen glauben, eine seichte Selbstverständlichkeit Wie notwendig ist für
die ganze Christenheit die Erfahrung des LEEREN GRABES, wie sie besonders
Markus in der Erschütterung der Frauen am Grabe aufzeigt (16,8). Sie ist
nüchterner Anruf: „Wenn das Samenkorn nicht stirbt, kann es keine Frucht
bringen. Nur aus der Asche, in der noch die Glut der Sehnsucht nach GOTT
glüht, gibt es ein Neues!
Entlässest DU, Herr, nun Deinen Diener in Frieden,
weil seine Augen Dein Heil gesehen haben?
Noch entlasse ICH dich nicht, spricht der Herr,
da du noch sieben Häutchen wie Tobias
über deinen Augen hast,
obschon du schon besser sehen kannst
und trotzdem noch nicht siehst.
Aber jedes Häutchen muß mit der ganzen Schöpfung
und aller Geschöpflichkeit erlitten und erstorben werden!
Dann erst kannst du das unfaßbare Licht
Meiner Augen als Unsterblicher,
als Mein Gerufener und ohne Tod ertragen.
M a t t h ä u s
scheint in seinem Bericht vom Leeren Grabe anzudeuten, dass
die Frauen Zeugen der Auferstehung waren. Doch wenn wir den Text näher
betrachten, muss dieses ĞSchauenğ näher bestimmt werden. Das griechische
Wort Ğtheoreinğ (26, 1) legt uns nahe, dass dieses ĞSchauenğ, angestoßen
durch die Erfahrung des Leeren Grabes, wohl vor allem in der Betrachtung
gewachsen war. Es ist nicht die unmittelbare Erfahrung eines Augenzeugen,
sondern vielmehr die betende Durchdringung der Erfahrung des Leeren Grabes
im Lichte des Engels. Es ist ein Ğgeistiges Bildğ, das (cum fundamento in
re) die für uns ungreifbare Wirklichkeit der Auferstehung Ğerfahrbarğ
wiedergibt: „Und siehe, es war da ein
gewaltiges Erdbeben. Ein Engel des HERRN (KYRIOU) stieg vom Himmel, trat
heran und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf“ (28,2).
Auch dieses
Geschehen ist dreifaltig zu deuten:
·
Der Engel kommt vom VATER im Dienst des SOHNES
(kyriou = der durch Sein Sterben am Kreuz zum HERRN der Schöpfung wurde).
·
ER wälzt in der Kraft der Auferstehung den
Stein weg. Alles Wirken der Engel ist auf den SOHN und damit auf Kreuz und
Auferstehung bezogen.
·
Dass er auf dem Stein sitzt, ist Zeichen, dass
der HEILIGE GEIST durch den SOHN die Herrschaft angetreten hat.
Der Engel weist
nicht nur auf den Ort hin, an dem der HERR gelegen hat, er weist ihnen auch
den Ort, wo sie IHM wieder begegnen werden: GALILÄA, wo der HERR sie berufen
und mit ihnen Seine Sendung begonnen hat. Wenn sie damals mehr hinter dem
HERRN her gelaufen sind, jetzt muss ER in ihnen den Weg des Kreuzes
gehen, den sie als Torheit vorher nicht fassen konnten. Ihre Vorstellung vom
MESSIAS war wie die der meisten Juden ihrer Zeit in politischen Begriffen
befangen; darum muss notwendig das Bild das sie sich von IHM im Laufe der
drei Jahre gemacht haben, im GEISTE, d.h. von SEINER AUFERSTEHUNG her
berichtigt und Ğgefülltğ werden. Sie müssen im GEISTE neu anfangen.
Ähnliches gilt für uns: selbst die Feste sind Feste, weil sie als solche
übernommen werden, nicht weil wir IHN suchen.
Der HERR beginnt, in der Kraft des HEILIGEN GEISTES dort
anzufangen, wo ER vor drei Jahren mit ihnen begonnen hat (Mt 28,7): „Dort
werdet ihr IHN sehen ...“(aa0).
Hier verwendet Matthäus nicht mehr das Wort Ğtheoreinğ, das am Anfang, am
Weg der Frauen zum Grabe stand: um zu schauen,
hier steht das für das ganz normale Sehen gebräuchliche Wort: 'opsesthai',
denn der HERR will ja mit ihnen sein bis in den Alltag hinein. Überall
müssen sie IHM jetzt begegnen können, denn, wie wir im dritten Teil sehen
werden: ER will ja i n ihnen Seine Sendung fortsetzen. Das Außerodentliche
tritt zurück! „Die Frauen eilten vom Grabe weg, mit Schrecken und
großer Freude zugleich, um es den Jüngern zu melden“ (28,8). Markus
berichtet in der Parallelstelle (16, 8) vom Zittern und Entsetzenğ (ekstasis
= Außersichsein) der Frauen. Sie müssen auf den Boden der Tatsachen zurück.
Der Weg mit dem HERRN muss ein Weg im HEILIGEN GEIST werden, an der Hand des
hl. Engels, der ja mit ihnen war, schweigen und leiden musste bis….!
Bei Mt
ist durch das Licht des Engels schon der Lichtstrahl der Freude
durchgebrochen. Die Auferstehung ist wie eine Hefe, die langsam den Teig
durchsäuert: die Finsternis des Alten Menschen muss dem Licht des NEUEN
MENSCHEN weichen. Hier hat Mt verkürzt und doch das Entscheidende
festgehalten. Das Licht der Auferstehung durchbricht die Finsternis der
Sünde. So hat das Evangelium angesetzt, im Blick auf das Kommen des
HEILANDES auf Erden (vgl. Mt 4,15 f) - so endet es im Blick auf die Erlösung
des Menschen: DIE MACHT DER FINSTERNIS IST GEBROCHEN - auch wenn es noch
Zeit brauchen wird, bis der g a n z e Mensch, die Kirche, von diesem Licht
der Erlösung durchstrahlt sein wird. In den zu den Jüngern eilenden Frauen
hat die FROHBOTSCHAFT JESU ihren Siegeslauf angetreten!
Markus
ist auch hier konkreter: er spricht von Ğvier Frauenğ (16,1), vom Einkauf
der duftenden Salben und ihrem Wunsch, mit ihnen den Leib des HERRN zu
salben (bei Lukas zusammenfassend erwähnt, s. 24,1!). Erinnern wir uns im
Blick auf das LW Löwe: in den kleinen, konkreten Dingen offenbart sich die
ALLMACHT GOTTES, nicht wie in der Gnosis ein Höheres Wissen um GOTT oder
Geistiges! Schon auf dem Weg denken sie an die Unmöglichkeit ihres
Unternehmens - wie sollen sie den Grabstein wegwälzen? (16,3). Doch da
Ğschauen sieğ (theorein): er ist schon weggewälzt! Lukas berichtet ähnlich:
sie fanden den Stein weggewälzt! - 24,2.
Gemeinsam mit Lukas ist:
und sie gingen
hinein. Statt eines Engels sehen sie einen Jüngling, zur Rechten, mit einer
weißen leuchtenden Stolağ (16,5). Lukas spricht von Ğzwei Männernğ in
blitzstrahlendem Gewand (24,4). Übereinstimmungen und Unterschiede zugleich
weisen darauf hin, wie sehr die Augenzeugen vom Geschehen der Auferstehung
getroffen waren, Jeder auf seine Weise: das Geheimnis ist unauslotbar. Die
Schrift gibt nur die vier entscheidenden Blickrichtungen an, in denen der
Gläubige weiter betrachten soll, um tiefer in dieses Geheimnis einzudringen
soll, Jeder auf seine Weise!
·
Der Engel bei Mt,
·
der Jüngling bei Mk,
·
die zwei Männer bei Lk
stehen für das e
i n e Geheimnis der Vermittlung, ohne die uns die Auferstehung des HERRN
verschlossen bleiben müsste.
·
Der Engel sagt an, dass es ein GEISTgeheimnis
ist,
·
der ĞJünglingğ ist Hinweis auf das NEUE LEBEN,
das aus dem Grabe erwächst,
·
der ĞMannğ ist Hinweis auf die schöpferische
Kraft GOTTES, die hier wirkt.
Durch das LEERE
GRAB soll den Gläubigen die wahre Dimension der Auferstehung offenbart
werden: sie müssen neu anfangen in „Galiläa“, dh. dort wo der VATER IHN
aufwachsen ließ, wo ER begonnen hat. Nur in diesem vom VATER vorgegebenen
ĞRahmenğ kann Offenbarung geschehen - von sich aus kann der Mensch nur
schweigen ... ! Immer ist solcher Anfang wie in Betlehem, Nazareth vor der
Welt verborgen, nur im GEIST zu erkennen. Wenn Du ihn finden willst musst Du
versuchen, diesen Anfang in Deinem Leben zu erkennen. Wenn Du betest,
bittest, betrachtest, wirst Du ihn finden. Der gute hl. Engel wird Dir
weiterhelfen.
Während Lukas die
ĞVerlegenheitğ (aporia) der Frauen herausstellt, als sie den ĞLeib des
HERRNğ nicht vorfinden (24,4), weist Markus auf ihr abgrundtiefes
Erschrecken hin (exethambäsan), als sie im Grabe den Engel zur Rechten
sitzend erblicken. Alle drei Evangelisten berichten das Wort des Engels vom
ĞSuchenğ, Mt und Mk sprechen vom ĞGekreuzigtenğ, Lk: Ğden Lebenden unter den
Totenğ. Gemeinsam ist allen Dreien der Hinweis: ER ist nicht hier. Lk gibt
in der Sicht des LW Stier dem menschlichen Fragen mehr Raum: darum auch der
Hinweis auf ihre ĞVerlegenheitğ. Erst dann spricht er von der Furcht, die
die ĞMännerğ den Frauen einflößen, so dass sie sich vor ihrer Lichtgestalt
anbetend beugen. Lk ist ja das Ğliturgische Evg.ğ!

Johannes schaut
auf die Auferstehung CHRISTI über die Zeichen (siehe Vorbemerkung!). M.
Magdalena geht im Dunkel hinaus zum Grab in früher Stunde. Die LIEBE sucht,
auch wenn sie noch blind ist für die Wirklichkeit. Sie sucht den HERRN, wie
sie IHN gekannt hat, und der Engel geht mit ihr, wie der HERR mit den
Jüngern von Emmaus mitgeht. Der Wille sucht, was noch fehlt, ist das LICHT
DES GEISTES, der den Willen des Menschen aufhellt und emporhebt. Hier will
der Schutzengel helfen, unsere erdgebundene Schwere zu lösen und unseren
Blick nach Oben zu richten, ohne den Boden unter den Füßen zu verlieren!
Wie schwer diese
Arbeit für den Engel ist, werden wir ihm einmal danken. Kaum hat sie das
Leere Grabe gesehen, ist ihr Urteil gefällt: sie eilt zu Petrus und Johannes
und teilt es ihnen mit. Auch blind tut sie menschlich das Richtige. Es ist
nicht allein ihre Sache! ĞSie haben den HERRN aus dem Grabe weggeholt und
wir wissen nicht, wohin sie IHN gelegt habenğ (20,2). Ihr Urteil ist fertig,
Zeugnis obwohl allein meint sie die Dinge zu sehen, wie sie sind und sieht
doch nur die Oberfläche. Nur dies kommt ihr in den Sinn, sie erinnert sich
an Petrus. Der HERR hat ihn eingesetzt gegen alle Versuchung, eigene Wege zu
gehen. Da ist noch eine kleine Einheit: Johannes blendet ein den ĞLauf der
Jünger zum Grabeğ. Es ist nicht allein die äußere Autorität der Kirche, die
hier entscheidet, ihr untergeordnet sind die Propheten. Wo sie wirklich
solche sind, fällt es ihnen nicht schwer, sich der äußeren Ordnung zu fügen.
Äußere Autorität, wo sie noch gilt, schützt vor Spaltung. Wo sich der
Führung des GEISTES unterwirft, ist Einheit. Disziplinarentscheidungen
werden nicht selten korrigiert.
M. Magdalena
Ğgeht zum Grabğ im dunklen Drang ihres Herzens. Die beiden Jünger Ğgingen
hinaus, um sich überzeugen. Für sie ist, so gut sie M.M. kennen, ihr Wort
nicht nur Sache von Frauen. Es gilt ihren Bericht zu prüfen (20,3). Sie
schauen nach, so verschieden dieses „Schauen“ auch ausfällt. Der zuerst
eintretende Petrus Ğschautğ (theorei) die Tücher und das Schweißtuch. Da ist
noch ein Überlegen gefordert. Schauen ist mehr als das bloße ĞSehenğ M.
Magdalenas, es ist darin etwas von Verwunderung, von möglichem Fragen. Es
ist auch mehr als das erste flüchtige ĞSehenğ (beide Male Ğblepeinğ) des
Johannes, der, als Erster ankommend, die auf die Seite gelegten Totentücher
sieht. Das Sehen Johannes‘ unterscheidet. Es will nichts als den HERRN, doch
anders als M.M.. Petrus ist noch nicht so weit, wie es am See Tiberíades
offenbar wird: „Gehen wir fischen!“
Dass Johannes
Petrus vor lässt und erst nach ihm eintritt, ist nicht nur eine Sache der
äußeren Autorität. Der HERR weiß, warum er Petrus bestimmt hat und nicht
Johannes. Erkennen wir schweigend die Weisung: Schauen kann man recht nur im
Abstand von den Dingen, doch in der Not braucht es ein weisendes Wort, auch
wenn es später korrigiert werden muss. „Tut Alles gemeinsam in Liebe!“
Keiner sieht die ganze Wirklichkeit, selbst einer Sicht von Oben ist dies
nicht gegeben. Sie muss auf den Boden der Tatsachen. Es braucht
Verständigung, Gespräch miteinander, dass verschiedene Sichten in Eins
kommen. Johannes findet in der Spanne vom ersten ĞAusgehenğ bis zum zweiten
ĞHineingehenğ die Antwort, nicht nur von Innen: DER HERR IST AUFERSTANDEN!
Da ist das Zeichen der Tücher. Liebe, die im Abstand in der GOTTESfurcht
bleibt, sieht weiter und tiefer.
Sie kommt dem
Erkennen des Engels nahe, der nicht nach Sinneseindrücken urteilt, sondern
die Dinge nach dem Bilde GOTTES sieht, nach dem sie geformt sind. Der
Jünger, der an der Brust des HERRN lag, trägt das geistige Bild des HERRN,
das ihm hilft, durch zu schauen. Er spürt Seine Gegenwart, haben die Tücher
ihn nicht eingehüllt? Etwas von IHM muss geblieben sein. Zeichen verbergen,
um zu enthüllen. Auferstehung muss mehr sein als ein Sinneseindruck, etwas,
das man unbedacht übernimmt und weitergibt. Die Ordnung der Tücher weist auf
Jemand hin, der sie geordnet hat. Dem gilt es betend nachzudenken. Wo wir
dies nicht tun, sind auch die Sakramente nur etwas Äußeres. Wie sollen sie
da wirken, die uns doch umgestalten sollen in Neue Menschen, nicht nur
einmal. Sie sind nicht nur Weisung, nicht nur Weg zu IHM, sie stehen für IHN
selbst. Über ihnen steht die Immerwährende Hilfe, die MUTTER, der hl. Engel.
Die reine Liebe
ist in der Führung des GEISTES. Die Erkenntnis in Johannes: Ğder HERR ist
auferstanden!ğ ist Erleuchtung durch den Engel, die ansetzt am
Sinneseindruck der in Ordnung gefalteten Tücher. Sie sind nicht nur einfach
Tücher, sie haben den HERRN berührt, sie sind von ihm durchatmet. Johannes
sieht jetzt nicht nur wie beim ersten Bücken die Tücher, er bleibt auch
nicht wie Petrus beim Wundern stehen, das der Wirklichkeit noch wie fragend
gegenüber steht. Nur die Liebe wird Ğwissend sehenğ (eidenai) und das
Unsichtbare erschließen, das in Allem, das von GOTT kommt, webt. Das Zeichen
ist einfach: die Ordnung der Tücher auf Ğeinen Ortğ hin (7). Das Eine
Notwendige zu erkennen ist Vorrecht der Liebe - je weniger einer Ğin e i n s
ğ sieht, in der Kraft der Liebe, umso mehr verliert er sich in seinem Sehen
in der Vielfalt der Dinge und kann zu keinem wirklichkeitsgerechten Urteil
kommen.
Die letzte
Wirklichkeit aller Wirklichkeiten, auf die Alles ausgerichtet ist, ist GOTT.
Je mehr wir deshalb in Allem auf IHN allein schauen, um so mehr werden wir
Wirklichkeit wirklich erkennen und so selbst ein Stück w i r k l i c h e r
werden! Hier wird deutlich: dass allein die Liebe im Glauben schon jetzt
angeldweise zum Schauen über die Zeichen kommt: ĞER SAH UND GLAUBTEğ. Der
Glaube, auf den geliebten HERRN ausgerichtet, ist schon ein Stück Schauen!
Nur in ihm allein ist uns geschenkt, das Wort GOTTES nicht nur irgendwie zu
hören oder zu lesen, sondern es auch zu verstehen (vgl. 20,9).

Der Weg M. Magdalenas
Schrittweise
wächst das Erkennen auch im blinden Suchen M. Magdalenas. Sie muss wie die
Jünger von Emmaus zuerst von ihrem blinden Suchen umkehren, bevor sie
erkennen darf. Hier wird ihr das Licht des Engels den Weg weisen. Sie darf
nicht stehen bleiben in ihrem so schnell gefällten Urteil: „sie haben den
HERRN weggetragen“. Damit würde sie ja letztlich den Betrug der Juden, die
die Wächter bestechen, bestätigen. Wie leicht ist das falsche Sehen und das
mit ihm verbundene vorschnelle Urteilen in die Hand des Bösen gegeben! Da
heute der Böse als der Vater aller Lüge die Öffentlichkeit beherrscht, ist
die Gefahr solchen falschen, vorschnellen Urteils viel größer als je zuvor,
wo der Mensch von den Ordnungen christlichen Lebens getragen war. Auch darum
braucht er heute mehr denn je das Licht des Engels, um in allem Zwielicht
der Verwirrung der Meinungen die Wahrheit herauszufinden. Voraussetzung ist
freilich auch hier, dass er zuerst von sich selbst und seiner ĞMeinungğ
zurücktritt und bewusst um das Licht des Engels bittet.
Dieses Licht wird
M. Magdalena in der Begegnung mit den beiden Engeln angeboten. Sie stehen zu
Kopf und Füßen, wo der HERR gelegen ist, um Sein NEUES MASS anzugeben.
Verwundert (wie Petrus) schaut sie diese beiden Lichtgestalten; doch sie
kommt nicht darauf zu fragen: was haben die Engel hier am Grab zu tun? So
wie sie zuerst weinend vor dem Grabe stand (11), so ist sie auch jetzt noch
so sehr in ihrer Trauer um den Verlust des HERRN befangen, dass für sie die
Engel mehr Hindernis als Hilfe bei ihrem Suchen bedeuten. Wie man heute
„gescheit“ bemerkt: sie stellen sich zwischen GOTT und den Menschen und
verhindern dadurch den Ğdirekten Kontakt mit GOTTğ. Mit M.M. ist es freilich
anders und doch gleich, weil sie „ohne Umwege“ direkt zum HERRN, sie will
Ihn berühren, nicht loslassen, auch wenn es nur Sein lebloser Leib wäre. Und
doch ist sie mit dem HERRN schon ein Stück Weg zum Neuen Leben gegangen. Wie
viel blinder war sie, als sie IHM das erste Mal begegnete und nach IHM zu
greifen versuchte. Dumpf wußte sie schon damals: ER ist es, den meine Seele
sucht. Diese Ahnung muss immer mehr durchbrechen.
Diese tiefste
Sehnsucht im Menschen zu befreien,
zu heben, zu
lichten, dafür hat der HERR am Kreuz Sein Herzblut hin gegeben! Wo sie aus
ungelichtetem Leid zu schnell urteilt, schneidet sie sich den Weg zur
geistigen Wirklichkeit des Auferstandenen HERRN ab. Sie bleibt mit ihrem
falschen Urteil allein - sie findet nicht hinüber in die WIRKLICHKEIT DES
AUFERSTANDENEN! So können auch ihre Ohren die Frage der Engel nicht
vernehmen, so wenig wie ihre Augen richtig sehen können (13). Sie ist
fixiert auf ihr erstes Urteil: ĞSie haben den HERRN weggetragen und ich weiß
nicht, wohin sie IHN gelegt haben.ğ Mit diesem falschen Urteil im Kopf muss
sie den HERRN, der ihr jetzt begegnet ist, verkennen. Auch wenn sie ihn
verwundert schaut (theorei)!- wie vorher Petrus die Tücher - sie hört Seine
Frage nicht: ĞWarum weinst duğ. Als der HERR in diese Szene eintritt, meint
sie, in IHM den ĞGärtnerğ zu erkennen und verdächtigt ihn, den HERRN
weggetragen zu haben. Er möge ihr doch zeigen, wo er IHN hingelegt habe,
damit sie IHN mitnehme.
Der HERR fragt
sie wie vorher der Engel nach der Ursache ihrer Tränen und dem Ziel ihres
Suchens. Doch sie hört auch die liebende Frage des HERRN nicht, der sie zur
Umkehr führen will. Ihr Schmerz um den Verlust des HERRN ist so groß, dass
er sie gänzlich gefangen hält. Sie ist von Außen nicht zu befreien! Da
spricht der HERR das Schlüsselwort, das sie befreit: „ MARIA“. Wozu anders
schickt uns der HERR heute die MUTTER als Mutter der Straße auf die Erde?
Doch wer hört Sie, wer vertraut ihr? Der Böse hat uns den letzten Rest
Innerlichkeit gestohlen. ER spricht sie in, mit und durch MARIA, und damit
mit dem Namen an, der in MARIA alle Berufung in JESUS CHRISTUS umschließt,
auch wenn er hier noch verborgen bleibt, er ist ja zuerst Auftrag! Doch
schon andeutend rührt er an das letzte Geheimnis ihrer Seele, dem die
meisten Sterblichen erst in der Stunde ihres besonderen Gerichtes begegnen.
Das Braugeheimnis
Dieses Ğletzte
Wortğ kann wohl nur der HERR sprechen - auf den hin alle Seelen vom VATER
hin geschaffen sind. Es ist im tiefsten Sinne ein Brautgeheimnis, bewahrt
zwischen GOTT und der Seele! Hier bleibt auch der Engel Ğvor der Tür“, er
ist Ğnurğ Wegbereiter für diese höchste, gnadenhafte Begegnung des
Geschöpfes mit GOTT! Wie sehr müssten wir Priester um dieses Wort bitten,
dass wir, in und durch den HERRN die Seelen aufschließen können für IHN. Hat
der HERR dies nicht denen verheißen, die wahrhaft Sein HERZ verehren! Weit
sind wir entfernt von der wahren Verehrung Seines Herzens, wenn wir auf
Johannes schauen, dem dies geschenkt war! Nur die MUTTER kann uns dazu
helfen! M.M. kehrt auf dieses Wort des HERRN hin um: im buchstäblichen wie
im geistigen Sinne, hatte sie sich doch schon, auch äußerlich, von IHM
abgewendet, da sie IHN für den Gärtner hielt!
Solche Umkehr aus
der Tiefe aber ist Anfang aller Heilung. Im Anruf an ihre Seele hat der HERR
die tiefste Sehnsucht der Frau nach Liebe angerührt. Und doch ist das ĞAlteğ
- der Zugriff - in ihr noch stärker als die Kraft der Umkehr. Sie darf IHN
noch nicht berühren, wie es doch den Jüngern erlaubt ist (vgl. Thomas!). Der
HERR ist noch nicht in ihr von Innen durchgebrochen. Gilt nicht hier konkret
das Wort: „Nur GOTT kann SICH erkennen?“ nach dem Leitsatz der ersten
Philosophen: „Nur das Ähnliche vermag Ähnliches zu erkennen = Simile simili
cognoscitur“. Es braucht ein langes Büßerleben , damit sie einholt, was ihr
in diesem Augenblick geschenkt wurde. Der Sauerteig des Neuen Lebens muss
ihr ganzes Sein durchsäuern. In M.M. leuchtet eine Sinngebung der Buße auf,
die wir tiefer durchdringen müssen.
Wie Vieles in der
Kirche ist einer gedankenlosen Praxis geworden. Es fehlt das Eine
Notwendige: die unbedingte Ausrichtung auf IHN. Nur so kann sie wieder
aufwachen, lebendig, wahr werden, in IHM der die WAHRHEIT IST. Aus
brennendem Feuer ist Licht geworden von Seinem LICHT. Nur IHN hatte sie
gesucht in aller Ausschweifung, nur IHM will sie jetzt ganz gehören. Erst
jetzt ist sie so weit, den Auftrag des HERRN an die Jünger weiterzugeben.
Was sie zu sagen hat, werden weder diese noch sie zunächst verstehen: die
Unterscheidung zwischen ĞMEINEM und eurem VATERğ. (18). Doch es geht hier ja
auch noch nicht zuerst um dieses Geheimnis, sondern zunächst um das
HEIMGEHEN des HERRN, das von ihnen allen die Lösung vom bloß irdischen Bild
des JESUS VON NAZARETH verlangt!
Schon in diesem
Ğersten Schrittğ am leeren Grab sind bei Johannes die folgenden Begegnungen
mit IHM und die Sendung mit angedeutet. Notwendig ist alles Erkennen GOTTES
trinitarisch, auch wenn einmal der VATER, ein zweites Mal der SOHN, ein
drittes Mal der Hl. GEIST unter den DREIEN besonders hervortritt, immer sind
die anderen BEIDEN mit dabei! (actiones SMAE. TRINITATIS ad extra sunt
unum!). Im Dunkel des Leeren Grabes ist das Licht Neuen Lebens
aufgeleuchtet, in ihm muss Seine Sendung weiter geführt werden. Wie schwer
ist dies dem Menschen: dem Sein vor dem Tun den Vorrang zu geben. Die
Prüfung, in der wir stehen, weist in diese Richtung.
Nur der
Verlorene, der dennoch den letzten Funken Hoffnung nicht aufgibt, wird es
langsam verstehen. War der Jüngste, der am Ölberg vor Angst sogar sein
Oberkleid zurück ließt nicht bis in den Leib der Verlorenste. Immer ist
unser Urteilen zuerst auf Rangunterschiede gerichtet. Der HERR aber lässt
gerade den am tiefsten fallen, der IHM am nächsten schien. Nur so kann er –
für IHN stehend – Anderen Vorbild werden. Als Jüngster ward er berufen, als
Ältester findet er heim: in ihm ist das Maß des wahren Jüngers voll geworden
Ernüchterung: „nicht ohne den HEILIGEN GEIST!“
In den
Auferstehungsberichten begegnen wir nicht nur den vier verschiedenen
Sichtweisen der Evangelisten, wie sie die Lebenden Wesen verkörpern. Im
Zeichen des verheißenen GEISTES wird daraus eine schon in den feurigen
Zungen von oben und den verschiedenen Sprachen von unten sich immer mehr
entfaltende Vielfalt der Antwort, je nach der Eigenart der Menschen, die
hier im GEIST angesprochen sind. Im HEILIGEN GEIST muss die Botschaft JESU
wirksam werden, wohin immer sie kommt. Genau dies macht die Größe und den
Vorrang der hl. katholischen Kirche vor allen anderen christlichen
Bekenntnissen und anderen Religionen aus. Sie will von jedem Getauften je
eine eigene, einzigartige Antwort. Wir können dem Vat. II nicht genügend
danken, dass dies in einer Welt in aller Klarheit ausgesprochen ist, die die
Menschheit durch Wirtschaft und Politik auf einen Nenner bringen will, um
sie dem Einen, der sich gegen den Einen, Dreieinigen GOTT stellt, in die
Hand zu liefern.
Angst vor der wahren Freiheit
In der Angst des
Menschen in allem Umbruch der Zeit, geht die Freiheit der Kinder GOTTES
verloren. Für sie ist unter den Aposteln der hl. Paulus aufgestanden, für
sie ist er eingetreten, und hat gewagt, selbst den hl. Petrus – ohne Respekt
der Person und formalen Autorität – zu Recht zu weisen, da sie durch ihn
gefährdet war. Was hier schon im Anfang der Kirche notwendig war, musste
immer neu durch Bekenner aufgenommen und verteidigt werden.
Schonungslos
nimmt Dostojewsky im Roman „Die Brüder Karamassow“ den Übergriff einer
kirchlichen Autorität in der Person des Großinquisitors auf die Zielscheibe.
Hart ist hier die Gegensätzlichkeit aufgerissen: Der Großinquisitor erhebt
sich zum Anwalt der kirchlichen Ordnung, die notwendig sei, um den Menschen
von der Last der freien Entscheidung zu lösen. „Sie sind dafür nicht reif!“
JESUS, der für diese Freiheit als ein unverlierbares Geschenk GOTTES an den
Menschen auftritt, wird der Scheiterhaufen angedroht, wenn er nicht den
Platz räume.
Dostojewsky stand
am Vorabend der Oktoberrevolution in Russland. Mit anderen liberalen
Geistern war er vom Zaren des Aufruhrs angeklagt. Er stand am
Hinrichtungspfahl, die Gewehre der Soldaten waren schon auf ihn gerichtet,
als eine Depesche des Zaren eintraf und ihn freisprach. Der Münchner
Russische Geisteswissenschaftlich Fedor Stepun, der selbst noch die
Revolution miterlebt hatte und dann den Kommunisten entkommen war, weist
darauf hin, dass der Schock, den Dostojewsky erlitt, in ihm eine Tiefsicht
in die Hintergründe der Revolution geweckt hat, die in der Weltliteratur
seines Gleichen sucht. Hier ist Dichtung und Prophetie eins geworden, sie
reicht hinein in unsere Tage. Sie weist auf die tiefere Wurzel im Umbruch
dieser unserer Zeit. Der Feind will mit allen Mitteln die
GOTTebenbildlichkeit des Menschen zerstören? Im Roman „Die Dämonen“ bringt
er die dunkle Macht, die immer unverblümter vorstößt, ans Licht.
Was sind dagegen
die „humanen“ Verheißungen der Charta der Menschenrechte? Was geschieht
unter der Decke? Wir sind blind, bis in die Kirche hinein. Die Weltkriege,
mehr noch der künstliche Wohlstand haben ganze Arbeit getan, wir können es
in unseren Tagen erfahren. Die Gesetzlosigkeit, von der der HERR in der
apokalyptischen Rede bei Mt spricht, hat heute schon die Machtübernahme des
Antichristen vorbereitet. Die Moslem Anarchisten sind hier nur die Spitze!
Wer hilft dem verwalteten Menschen, gegen die Vermassung seine je
einzigartige Berufung durchzuhalten? Wir sind als Kinder dieser Zeit mit den
Mitteln dieser Zeit in den Wettlauf eingestiegen, die Kirche ist dabei,
ihren Kurs zu verlieren. Ratlosigkeit auf allen Ebenen – Gespräche und
Konferenzen vermögen kaum in einzelnen Punkten Klarheit zu bringen. Wo die
Vertikale auf unserer Seite betont wird, wird auf eine vergangene
christliche Lebensordung zurückgegriffen.
Die Ratlosigkeit
der wenigen Getreuen nach der Kreuzigung JESU spiegelt die unsere – mit dem
entscheidenden Unterschied, dass dort die Frauen die Passion durchgestanden
und zurück zum Grab gekehrt sind. Sie lassen den HERRN nicht, auch dort
nicht, wo sie ihn materiell verloren haben. Hier kommen den Suchenden die
hl. Engel als die Hilfe entgegen, um ihren Blick von Außen nach Innen zu
lenken, um dieses „Ich lasse DICH nicht HERR, bis DU mich segnest“ eines
Jakob anzuheben ins Licht der Weisheit GOTTES, wie es besonders der hl.
Lukas tut. Da sie in die Leere des Grabes schauen, tritt ihnen der Engel
entgegen. Sie müssten sonst in die Tiefe dieser Leere fallen, wie es denen
geschieht, die nicht wie die Frauen mit letzter Kraft um den Glauben in
aller Verzweiflung ringen. Genau dies ist uns heute abverlangt, genau hier
fallen die Meisten zurück, denn wir sind an einfache Lösungen gewöhnt.
Nicht allgemeine Lösungen
werden in den
Auferstehungsberichten angeboten. Besonders bei Johannes sind sie jeweils
personale Antwort an den Suchenden, die seine Not, sein Dunkel, seine
Verzweiflung aufnehmen und lichten, besonders deutlich in Maria Magdalena.
Auch wenn sie den hl. Engel großzügig übersieht, weil sie den HERRN will und
keine ablenkende Vermittlung - wie wir den Engel heute deuten – der HERR
selbst führt sie Schritt für Schritt zurück, bis sie so weit ist, dass sie
sich selbst der Führung des hl. Engels überlässt. Weil unsere christliche
Lebensordnung zerbricht, geht es uns wie M. Magdalena und den getreuen
Frauen. Es muss unser Herz wie bei ihnen nach IHM allein rufen, IHN allein
suchen. Weist die MUTTER der Straße nicht diesen Weg, da sie den verlorenen
Kindern dieser Zeit nachgeht, wo die Kirche sie aus dem Blick verloren hat?
Ist es nicht seltsam, dass in Medjugorje, das so Vielen, besonders jungen
Menschen zur Umkehr geholfen hat, die hl. Engel in keiner Weise aufscheinen?
Die Not dieser
Zeit verlangt die Antwort der MUTTER, sie bemächtigt sich nicht nur unseres
Geistes, sie ergreift den ganzen Menschen. Hier kann nur die MUTTER selbst
antworten, so wie das verlorene Kind alle andere Hilfe, die sich dazwischen
drängt zurückweist. Es will und es braucht allein die MUTTER! Sie sind wie
M. Magdalena, die verlorenen Kinder unserer Zeit. Sie sind nicht mit schönen
Worten abzuspeisen, sie brauchen die Milch der MUTTER wie neugeborene
Kinder. Welche Wunder hat da die MUTTER schon getan, sie werden einmal in
Dank und Lobpreise in den versiegelten Gemeinden verkündet werden, Einer
wird den Anderen stützen, in der Gnade, die ihm zuteil wurde. So werden sie
lebendige Gemeinde in JESUS CHRISTUS, die auch die schwersten Prüfungen
bestehen.
Wo bleibt der hl.
Engel, den GOTT doch jedem Einzelnen von uns zur Seite gegeben hat?
Ehrfurchtsvoll tritt er vor der MUTTER zurück. Auch wenn wir das nicht recht
verstehen, er muss seine Aufgabe durch die MUTTER wie neu empfangen,
verstehen und leben lernen in all der äußeren Unordnung dieser Zeit. Wie
falsch ist da das Abziehbild, das wir vielleicht noch von unserem hl. Engel
haben. Mehr denn je ist er in das Chaos dieser Welt hinein gestellt, muss es
auf sich nehmen, durchleiden, wie der HERR seine Passion durch gelitten hat,
bevor ER den ratlosen und aus der Bahn geworfenen Jüngern Antwort stehen
konnte. Wie notwendig ist. es dem hl. Engel konkret in unserer Not zu
begegnen, über die MUTTER, über den HERRN, die notwendig die Ersten sein
müssen, auf die wir schauen. Er hilft uns in homöopathischen Dosen unsere
geistige und leibliche Gesundheit aufzubauen. Demütig tritt er in die
Fußspuren, die der HERR und die MUTTER vorgetreten haben.
Das können wir
auch bei M. Magdalena beobachten. Erst im Anruf des HERRN an sie „MARIA“
erwacht sie zu der Begegnung mit dem HERRN im HEILIGEN GEIST. Immer ist das
Erste – wenn auch vermittelt – der HERR. Sonst sind wir auf dem Weg zu einem
falschen „Engelkult“, wie ihn der Hebräerbrief im ersten Kapitel
zurückweist. Der Mensch muss im HEILIGEN GEIST lernen, den HERRN mit den
Augen des Herzens zu schauen. Diese Gnade wird nur den Betrachtenden, die
tiefer fragen, die IHN mehr lieben, die weiter wachsen wollen im Geheimnis
der GOTTESfreundschaft. Auch hier zeigt sich: der hl. Engel, von sich aus,
drängt nicht nach vorne. Er bleibt eher wartend im Hintergrund, bis der
Mensch selbst auf ihn aufmerksam wird. Nicht die Begegnung im “Fleisch“ – im
übertragenen Sinne gemeint, wie sie Paulus im Blick auf den HERRN nennt –
führt weiter, sondern die im GEISTE. Und auf die kommt es an, wenn wir dem
hl. Engel begegnen wollen.

Weil die Hilfe
des hl. Engels ganz aus dem Geistigen kommt, hilft sie, unseren Geist
aufzurichten, dass er sich von der Erden- und Sündenschwere löse, dass er
frische Bergluft atme, dass sich sein müder an die Asphaltstraßen gewöhnter
Schritt kräftige. In der Tradition ist deshalb die Hilfe des hl. Engels
außerordentlicher Art, in Not, Gefahr und Bedrängnis, in der Stunde des
Todes, des persönlichen Gerichtes. Doch all dies ist heute Teil unseres
Alltags, den wir nach Weisung der Medien leben, weil wir zu eigener,
persönlicher Entscheidung nicht mehr fähig sind. Aus dieser anonymen Führung
will der hl. Engel lösen. Nur in der Begegnung mit dem persönlichen GOTT,
können wir selbst Person werden. Wir erfahren, dass ER auf uns schaut bis in
die Kleinigkeiten unseres Alltags. Da die äußere Ordnung, die uns im Glauben
früher gestützt hat, wegfällt, müssen wir mit seiner Hilfe uns eine Ordnung
aufbauen, die uns trägt, auch wenn wir in Bedrängnisse kommen.
Stiller Sang MARIENS
Wann ich IHN sehen werde,
mit den Augen des Leibes,
das liegt an Dir, VATER!
Gehe ich doch, damals wie heute
mit dem Kind meines Herzens,
Das ich im Brot genau so empfangen
wie damals in Nazareth,
durch meine stillen Stunden.
Letztes Geheimnis bleibt immer verhüllt.
Der hl. Engel im
Verzicht des Hl. GEISTES
Wie der HEILIGE
GEIST, um dem VATER und dem SOHNE zu dienen auf Sein Personsein nach Außen
verzichtet, so ist es in der Nachfolge JESU auch den hl. Engeln aufgegeben,
wo der HERR sie in den geistigen Kampf dieser Zeit ruft. Die hl. Engel
drängen in den Auferstehungsberichten nach vorne drängen, doch sie ziehen
sich dort, wo der HERR und Seine MUTTER dem Hunger nach menschlicher
Begegnung entgegen kommen, solange zurück, bis der Mensch selbst nach ihrer
Hilfe greift und es lernt an ihrer Hand sein Leben zu meistern und auf den
HERRN auszurichten. Nüchtern heißt es im Hebräerbrief: 1,4
„Sind sie nicht alle nur dienende Geister, ausgesandt, um denen zu helfen,
die das Heil erben sollen?“
Wir stehen hier
an der Schwelle einer Zeit, die im Materiellen zu ersticken droht, die den
Menschen selbst zu Materie macht, über den die Großen dieser Welt großzügig
für ihre Pläne verfügen. Wie sollen wir diesem Sog entgehen, wenn wir die je
persönliche Hilfe des hl. Engels, der uns gegeben ist, damit wir unsere
Berufung leben, nicht nützen? Notwendig werden auch wir Masse, auch wenn wir
unseren religiösen Hunger noch für eine Zeit in frömmelnder Weise zu decken
versuchen.
Der HEILIGE GEIST
will im Mystischen Leibe der Kirche die Führung übernehmen, doch nicht nur
von Oben her. ER sucht Menschen, nicht nur in der Verwaltung, die sich
bemühen, ihre je einzigartige Berufung im Aufbau der Kirche zu erkennen und
bis in den Alltag hinein zu leben. Heute kommen solche Anstöße auch von der
Hierarchie, doch da wir nicht miteinander von uns aus im Gespräch sind,
finden sie wenig Echo. Damit ist nicht einer Art „protestantischem
Individualismus“ das Wort geredet. Der hl. Schutzengel bleibt ach in seinem
Dienst an uns, Teil einer heiligen, hierarchischen Ordnung steht, die er uns
wie organisch vermitteln will.
GOTTES nüchterne
Weisheit muss uns von einer „Ordnung“ befreien, die unterwandernd in die
Kirche eingedrungen ist, weil wir mehr nach Sicherheiten als nach GOTT
suchen. Hier ist auch der Feind, selbst dort, wo er zerstört, nur Werkzeug
GOTTES. GOTT will Dich, je Dich allein, nicht die Ordnungen, die Du um Dich
aufgebaut hast und Dich hindern, IHM persönlich zu begegnen. Was die Kirche
als mitleidige und verstehende Mutter in ruhigeren Zeiten den Glaubenden als
Rückhalt vermittelt, damit sie auf ihrem Weg zu GOTT nicht auf Nebenwege
kommen, das muss ER ihnen, um ihrer je persönlichen Heiles willen heute
nehmen. Zeichenhaft werden die Geleise der Kleinbahnen abgebaut!
Entscheidung für GOTT, wie bei jedem Menschen in der letzten Stunde will,
dass Du schon jetzt bewusst auf IHN schaust, ihn fragst, was Er von Dir
erwartet. Das ist Teil des Umbruches unserer Zeit, von GOTT gewollt, den wir
uns stellen müssen.
Wo die Kirche die
Zügel der äußeren Führung loslässt , mit denen sie bisher führte, die Laien
aber zurückstehen, dringt der Feind täglich ein Stück mehr vor, um unser
Leben an sich zu reißen. Damit ihm nicht Alles in die Hand fällt, muss GOTT
endlich mit Gewalt eingreifen, um die Seinen aus der Übermacht der
Bedrängnis in die Freiheit der Kinder GOTTES zu retten. Dies ist nicht mehr
möglich, wenn Alles über uns zusammen bricht. Wir müssen uns daraufhin
bereiten, Tag für Tag und Stunde für Stunde und dies an der Hand unseres
guten Begleiters, der mit uns diesen dunklen Weg teilt und doch zugleich
allzeit in der Anschauung GOTTES bleibt. Er kann uns den Willen GOTTES in
jedem Augenblick vermitteln und wird uns, zurecht gehauen als Baustein dort
einfügen, wo es die Weisheit GOTTES beschlossen hat. So hat sich im Wehen
des GEISTES die Kirche zuerst aufgebaut, so muss sie heute wieder wie von
unten anfangen.

Schon im ersten
Abschnitt, Leeres Grab und Auftrag ist eine erste Begegnung mit dem HERRN,
doch sie ist nur wie ein Anstoß, sich darüber Gedanken zu machen, was diese
Erscheinung wie die Anrede bedeuten, sei sie durch den hl. Engel oder den
HERRN.
Da die Frauen dem
HERRN auf dem Rückweg begegnen, stehen sie noch unter der Erfahrung des
Leeren Grabes. ER selbst begrüßt sie: ĞFreuet euch!ğ (chairete) 28,9. „Sie
hielten IHN an den Füßen fest und beteten IHN anğ (ds). Hier zeigt sich
deutlich die Spannung zwischen Furcht und Freude; Furcht, der HERR werde
ihnen wieder genommen, Freude: IHN wieder zu sehen. Sie fallen wie anbetend
nieder, hier drängt sie wohl der Engel. Sie spüren etwas von der höheren,
geistigen Wirklichkeit des HERRN. Das Wort des HERRN: ĞFürchtet euch nichtğ,
hilft die Spannung zu lösen, bringt sie näher.
Die Jugend, die
oft auf wunderbarem Wege aus dem Dunkel und der Verwirrung dieser Zeit zum
Glauben findet, findet wie von selbst den Weg zur Anbetung, sie ahnen,
erkennen, es ist ihnen da etwas Großes geschenkt, das weiter wachsen will.
Anbetung ist dazu der nächste Weg, es ist der nächste Weg zum HEILIGEN GOTT,
den wir in aller Gleichmacherei heute verloren haben. Dies ist die erste
Ecksäule des Hauses GOTTES, die der HEILIGE GEIST in der Urkirche aufbaut,
als ER an Pfingsten über die Apostel und Gläubigen kommt. Es ist die erste
Frucht, die die Kinder von Fatima in der Anbetung mit dem hl. Engel
erfahren. Luzia hat es aufgeschrieben: „Erst jetzt wussten wir „Wer GOTT ist
und wie sehr ER uns liebt!“ Es soll uns schon dieses Wort in allem
Zusammenbruch Halt. Hier muss die Gewissheit wachsen: „GOTT ist“, nicht als
philosophische Wahrheit, sondern als beginnende Erfahrung: „ER schaut auf
mich“, wenn ich nur zu IHM aufschaue.
Wie der ersten
gesprochenen Erscheinung in Fatima drei „undeutliche“ im Jahr vorher
vorausgehen, so ist die erste Anbetung noch undeutlich. Sicher ist der
eigene hl. Engel maßgeblich mit dabei, doch erst wenn er bewusst erkannt und
gerufen wird, kann er persönlich zur Hilfe. Es ist so wie bei Freunden, sie
sind uns immer nahe, doch muss diese Nähe auch immer wieder durch eine ganz
persönliche Begegnung aufgefrischt und gestärkt werden. Wenig oder Nichts
wissen die wenigen Jugendlichen, die zum Glauben gefunden haben vom hl.
Engel. Wer wird ihnen helfen, seltsam bleibt, dass in der Charismatischen
Bewegung dieses Licht im HEILIGEN GEIST noch nicht aufgegangen ist, hier
müssten die Brüder im Werk ansetzen. Es scheint ein Hinweis zu sein, dass
sie noch nicht zu einer persönlichen Begegnung mit dem HERRN im GEIST
durchgestoßen sind.
Wo sie sich der
Führung des Engels übergeben und sie wachsen lassen, sind sie an sicherer
Hand. Es war die Hilfe des hl. Engels die sie schon damals stark machte
gegen allen Zweifel von Außen und alle Unsicherheit. Dabei war das
Miteinander, in dem sie gerufen waren, nicht gemindert, sondern im Gegenteil
gefestigt worden. Das Gebet und die Sühne von Jacintha und Franzisko, haben
Luzia zurückgeholt. Wie kann da Einer sich der ganz persönlichen Liebe JESU
öffnen, wenn er nur von Anderen mitgerissen wird. Da wird das Handy bald zum
einzigen Band. Der HERR wiederholt den Auftrag für die Jünger, nach Galiläa
zu kommen: Ğdort werden sie MICH sehen.ğ Der Hl. GEIST wird ihnen beistehen,
die Spannung zwischen dem Ğirdischen JESUSğ und dem Auferstandenen zu
bestehen. Paulus wird dies später drastisch aussprechen:
ĞSo kennen wir denn von nun an niemand mehr nur dem Fleische nach. Selbst
wenn wir einmal Christus nach dem Fleisch gekannt haben sollten, j e t z t
kennen wir IHN nicht mehr als solchenğ (2 Kor 5,16). Dies ist die den
Jüngern schon jetzt aufgegebene Scheidung von Licht und Finsternis. Sie geht
weiter auch unter den Jüngern, da sie IHM in Galiläa begegnen. Ğda sie IHN
sahen (idontes), fielen Sie IHM zu Füßen, Einige aber zweifelten
(edistäsan)ğ, 26,17. Es gibt keinen Weg vom äußeren Sehen (opsesthai) zum
Ğwissenden Sehenğ (eidenai) außer im Hl. GEIST! In dieser Scheidung steht
heute die ganze Kirche. Die den HERRN nur im ĞFleische kennenğ, werden vom
Antichristen mitgerissen werden, der ihnen alle irdische Glückseligkeit
verspricht!
Der Betrug der
Hierarchen
Wir haben auf
„den Betrug der Hierarchen“ mit dem Auferstandenen bei Mt schon in anderem
Zusammenhang hingewiesen. Das Licht der Auferstehung zwingt den Willen des
Menschen nicht. Der Kampf zwischen Licht und Finsternis geht auch nach dem
Kreuzessieg des HERRN weiter, bis die ganze Schöpfung Licht im LICHTE GOTTES
geworden ist. Wo der Mensch nicht glaubt und seinen Zweifeln nachgibt, fällt
er wie von selbst auf die Seite des Widersachers, der als erster an der Güte
GOTTES gezweifelt und diesen Zweifel den Menschen weitergegeben hat.
Die Finsternis,
die den HERRN zum Tode gebracht hat, muss sich immer mehr als Finsternis
bekennen, bis sie endlich von der letzten täuschenden Vermischung mit dem
Licht geschieden ist. Hier sind die hl. Engel uns unentbehrliche Helfer,
ohne die wir Gefahr laufen, uns in dieser Zeit zunehmender Verwirrung im
Zwielicht zu verlieren. GOTT verlangt von jedem Einzelnen wie von der ganzen
Kirche (und jeder Gemeinschaft) ein klares, eindeutiges JA zum LICHT. Auch
die Macht der Finsternis steht hier im Dienste dieses Willens GOTTES, der
Feind zwingt uns durch sein Nein, Stellung zu nehmen: für oder gegen GOTT.
Die Hierarchen nützen den ĞSchleier der Nachtğ: sie sollen sagen, Ğdie
Jünger hätten den HERRN in der Nacht gestohlen, als sie (die Wächter)
schliefenğ (19) Sie bestechen sie mit Geld - und bringen so dieses Gerücht
in die Welt, das noch heute zu hören ist. Abhängigkeit, Lüge, Bestechung
erweisen sich auch hier wieder als drei Schritte satanischer Weisheit. Um
hier zu bestehen, braucht es nüchterne Unterscheidung und Kraft des Willens,
die in jeder weiteren Sünde geschwächt werden.
berichtet im
Ğzweiten Schlussğ von den drei Begegnungen, auf die wir schon im Blick auf
das Leere Grab gesprochen haben. Es sind die Begegnungen:
am Grab mit M. Magdalena,
mit den Jüngern von Emmaus,
im Abendmahlsaal, wo der HERR sie wegen ihrem Unglauben und ihrer
Hartherzigkeit tadelt (16,14).
Es ist Sendung der Engel, uns im G l a u b e n, und der Liebe zu stärken,
uns im HEILIGEN GEIST die Augen zu öffnen und unseren Willen zu schmieden,
dass wir zum Licht der Auferstehung stehen. Da sie selbst die Prüfung am
Anfang der Zeit bestanden haben, wissen sie besser um ihre Schwere und
unsere Verantwortung. In der ersten Schutzengelweihe bitten wir in
besonderer Weise um Glaube und Liebe: „Ich bitte dich, hl. Engel GOTTES, um
die ganze Kraft der LIEBE, dass ich von ihr entzündet werde; um die ganze
Kraft des Glaubens, damit ich nicht mehr strauchle!ğ Um die Hoffnung können
wir den Engel nicht bitten, da er schon in der Anschauung GOTTES lebt. Der
Mensch, hineingebunden in diese materielle Welt, in Zeit und Raum, kann sich
nur in der Hoffnung vollenden. Hier wurde er deshalb vom Bösen Feind schon
im Garten Eden versucht: die Zeit zu überspringen, um sofort zur
Vollkommenheit, Ğwie GOTTğ zu gelangen.
Der Engel war
schon in seinem natürlichen, vorprüflichen Zustand als Geistwesen vollendet,
er hatte eine dieser Natur entsprechende vollkommene GOTTESschau, darum war
auch seine Prüfung unwiederholbar, einmalig. Er musste sich über diese
natürliche GOTTESerkenntnis hinaus im blinden Glauben zu einem GOTT
entscheiden, der von ihm das ĞUnmöglicheğ des Dienstes an einem, im
Vergleich zu ihnen minderwertigen Geschöpf verlangte. Wenn die Liebe zu GOTT
nicht größer war als diese ĞZumutungğ GOTTES, musste der Engel fallen. Da
GOTT die Nacht der Prüfung über den Engel aufhob, waren die, die sich für
IHN entschieden hatten, eingegangen in die übernatürliche Schau GOTTES und
damit vollendet. Die freie einmalige Entscheidung für GOTT hat ihnen die
Ewige Seligkeit verdient, um die wir in jeder Entscheidung auf dem Erdenwege
neu ringen müssen.
spricht, entsprechend der Eigenart seines Evangeliums als ĞWeg hinauf nach
Jerusalemğ zuerst von der Begegnung der Jünger mit dem HERRN auf dem Weg von
Jerusalem. Ihr folgt, als die beiden Jünger im Obergemach angelangt sind,
eine zweite in der Mitte der versammelten Jüngern (24,33-43). Jerusalem
bleibt auch in den Auferstehungsberichten für Lukas das Ziel auf das wir im
Glauben zugehen.
Die Bewegung der
Jünger, die von Jerusalem weggehen, läuft der der Frauen, die zum Grabe
eilen, von der auch Lukas zuerst berichtet, entgegen. Die Frauen wissen
besser, wo sie den HERRN suchen sollten, sie sind, auch in ihrem blinden
Suchen wie M. Magdalena, dem HERRN näher. Die Männer sind zu sehr in ihrer
politischen Enttäuschung befangen, als dass sie auf den HERRN zugehen
könnten. Es kommt ihnen wohl nicht einmal der Gedanke, dem Grab des HERRN
einen pietätvollen Besuch zu machen. Es fehlt ihnen die Brücke des Gebetes,
die der HL.GEIST schlagen muss. Sie tauschen ihre Enttäuschung aus und
bleiben doch in ihr gefangen, wem sollen sie öffnen in ihrer Not und doch
hoffen sie noch auf einen Ausweg aus der ĞSackgasseğ, in die sie mit dem
HERRN geraten sind.
ĞEs geschah, da
sie miteinander plauderten und rätselten (syzätein: 24.15) Ğdass JESUS sich
ihnen nahte und mit ihnen gingğ. Der HERR geht in ihr Ğtrauriges Gesprächğ
mit ein, versucht den verlorenen ĞFadenğ aufzunehmen. Er gibt Unwissenheit
vor und bringt sie so dazu, IHM alles nach ihrer Sicht vorzulegen: Ğund wir
hofften so sehr, dass ER es sei, der Israel befreien werdeğ (21). Ihre
Hoffnung ging auf eine politische Sendung JESU. Wie leicht sind Männer in
Plänen und Ideen der Weltverbesserung verfangen und blind für die wirkliche
Not, in der sie wenigstens dem Bruder helfen sollten. Die Botschaft der
Frauen, die sie empfangen haben, muss solchen „Politikern“ wie leeres
Geschwätz erscheinen, ĞFrauendratschğ, auf den man besser nicht hört (22).
Erst als sie sich ausgeredet haben, nimmt der HERR das Wort an sich. Das
Neue kann nur beginnen, wo das Alte an seine Grenze gekommen ist. Erst jetzt
kann der HERR sie weisen: ĞWie seid ihr ohne Vernunft (= tieferes Verstehen
- eidenai) und langsam von Herzen, all dem zu glauben, was die Propheten
angesagt haben!ğ. Besser: Ğ Wie wenig sinnt - (nous) ihr den Dingen nach!ğ.
Durch die Sünde ist das der innere Mensch verschüttet, er sucht des Außen.
Heute mehr denn je geht es um den „Messias“, die Diktatoren wissen es zu
nützen. Doch nicht zuerst von Außen kann die Erneuerung des Menschen kommen.
Darauf weist gerade Lukas immer wieder hin. Wie sehr ruft der HERR die
Jünger an: „Sich zu erinnern!“ sei es gesagt, sei es geschehen. Wenig kann
der Mensch aus dem Augenblick heraus erkennen.
Immer wieder muss er sich Vergangenes vor das innere Auge rufen, um es zu
lichten. Auf dieses Nachsinnen zielt bei Lk die ganze Unterweisung des
AUFERSTANDENEN bis zur Himmelfahrt. Sie müssen die Zeit mit IHM noch einmal
durchgehen. Dies ist mit gemeint, wenn ER sich nach Galiläa zurückruft. Auch
Johannes wird den HERRN vom Erinnern sprechen lassen, doch im Blick auf die
GÖTTLICHE GERECHTIGKEIT, die sie vorher noch nicht erkennen konnten! Ğ...
Sie sind langsam von Herzenğ = Ğschwerfällig, festgefahrenğ - wir haben
schon darauf hingewiesen, wie wenig bei den Aposteln in ihrem ĞSuchen nach
dem HERRNğ das Herz mit ins Spiel kommt. Obwohl auch die Apostel über den
tragischen Ausgang der Sendung des HERRN betroffen sind; sie geben dieser
Erschütterung nach Innen nicht Raum. Sie versuchen das Geschehene mit ihrem
Kopf, mit Reden im Schach zu halten. Letztlich ist es Angst vor dem Schmerz,
dem Leiden, der Ungewissheit. Hier muss erst die größere Gnade des HERRN
Ğanhebenğ. Er hebt das Dunkel der Passion ins Licht: ER zeigt ihnen bei
Lukas wie bei Johannes Seine Wunden. Thomas darf sie betasten. Der HERR muss
die Seinen aus der Zerstreuung, dem Außen zurückholen, sie würden sonst, wie
Johannes in der letzten Erscheinung andeutet, in den Alltag zurückkehren. So
Ğkurzğ ist der Sinn des Menschen durch die Sünde geworden.
Die Aufgabe, sie
zurückzurufen, übernimmt der TRÖSTER, der PARAKLET (= ERMAHNER, nicht nur
TRÖSTER!)ğ Das Heil in JESUS CHRISTUS gegenwärtig zu setzen bis ans Ende der
Zeit. Alle Unterweisung des HERRN in dieser letzten Zeit mit den Jüngern ist
schon Unterweisung im HEILIGEN GEIST. Seine menschliche Person tritt zurück
vor dem Geheimnis SEINER GÖTTLICHKEIT. Langsam, behutsam geht er vor: hier
ist IHM MARIA nahe. Er versucht die Knoten zu lösen, die Augen zu öffnen,
dass sie im AUFERSTANDENEN, JESUS VON NAZARETH erkennen, der mit ihnen von
Galiläa nach Jerusalem heraufgezogen ist. ER will sie zurückführen in den
Verheißungen der Schrift, die sich auf IHN beziehen. Sie sollen lernen, die
großen Zusammenhänge im Heilgeschehen zu erkennen. Je mehr der Mensch in der
Sünde ist, um so mehr wird sein Leben punktuell, er lebt von einem
Augenblick zum anderen, er ist letztlich nur ein Bündel von Reaktionen, ohne
Mitte, um das Erlebte zu kristallisieren.
Die hl. Engel wollen uns aus der Welt der Schatten herausholen, hinauf heben
in die höhere Sicht des Lebens und der Erlösung, wie sie in besonderer Weise
im Evangelium des Johannes hervortritt. Der Mensch muss den tieferen Sinn
des Leidens im Blick auf das Kreuz erkennen. Wo er ausweicht, hat er wieder
eine Gelegenheit verloren in JESUS zu wachen. Der Böse steht ihm hier mit
allen nur möglichen technischen, psychologischen und anderen Mitteln zur
Seite. Und doch kann nur durch das Leid der Asphalt der Gleichgültigkeit und
Kälte, der sich über die menschliche Seele gelegt haben, aufgebrochen werden
zu neuem Wachstum. Hier zielt die Unterweisung des HERRN im HL. GEIST auf
das tiefere Verstehen des KREUZES, vor dem die Jünger geflohen sind. ER
prüft sie, ob sie anfangen zu verstehen, ob sie fähig sind, einen Augenblick
inne zu halten. Immer ist der Mensch in Gefahr, linear seinen Gedanken
nachzugehen, als könnte er in der Verlängerung seiner selbst das Heil
finden. Solcher Eigensinn ist zur Umkehr unfähig und muss notwendig zur
Selbstzerstörung, zum Selbstverlust führen, weil wir uns, von GOTT
geschaffen, nur in IHM besitzen können. Schon in unserer Geschöpflichkeit
liegt das Geheimnis der Umkehr! Das Geschöpf muss zu DEM heimkehren, von DEM
es gekommen ist. Sünde Flucht ist Flucht vor GOTT, ist der Versuch, sich
gegen GOTT selbst zu behaupten. Er rührt an die Ursünde Luzifers, der sich
selbst als GOTT zeugen will.
Die Ankunft in Emmaus, die hereinbrechende Nacht helfen auf ihre Weise zu
diesem Halt, als erstes notwendiges Moment der Umkehr. Drei in der Sünde
verlorene Gesetze spielen hier zusammen: der rechte Ort, die rechte Zeit,
die rechte Weise.
·
Der Weg mit ihnen bis hin nach Emmaus steht
für den rechten Ort,
·
die hereinbrechende Nacht schließt sie ab von
Außen, bringt sie zu Sich zurück.
·
Da sie zusammensitzen und ER das Brot bricht,
öffnen sich ihre Augen.
Da sie innehalten beginnt der DREIEINIGE GOTT in ihnen zu wirken:
·
Der Ort ist des VATERS, ER ist der uns
Bergende.
·
Die Zeit gehört dem SOHN, ER soll sie
zurückführen in die Ewigkeit.
·
Die innere Bewegung der Jünger, die sie dazu
antreibt, den HERRN zu bitten, bei ihnen zu bleiben, weist auf den HL.GEIST.
ER ist es, der
sie über ihre hl. Engel miteinander ins Gespräch bringt, dass sie bekennen
voreinander:„brannte uns nicht das Herz, als ER………..“!
Die Geborgenheit,
die sie im Brotbrechen erfahren, löst die Verhärtung des Besserwissens und
öffnet sie für die Begegnung mit JESUS im HEILIGEN GEIST, wie ER wirklich
ist - nicht wie sie IHN sich in ihren Messiasträumen vorgestellt haben. Sie
dürfen die Mitte des Kreuzes erkennen: Sein durchbohrtes HERZ. Hier bewährt
sich der Satz vorsokratischer Erkenntnistheorie: ĞSimile simili
cognosciturğ: das Gleiche will durch das Gleiche erkannt werden oder wie es
später die deutsche Mystik mit Seuse sagen wird: ĞWas kann Einer verstehen,
der nicht gelitten hat!ğ
In der Geste des
Brotbrechens des HERRN ist den beiden Jüngern die Erinnerung an Seine
Passion und ihren Verrat an IHM gegenwärtig: all das, was sie in ihren
Gesprächen abgetan zu haben glauben als Männer. Der HERR spricht hier sehr
nüchtern von der ĞSchwerfälligkeit des Herzensğ (25), die das nicht wahr
haben will, was man nicht mit dem ĞVerstande erkennen kannğ! Nur im Leid
kann das durch die Sünde versteinerte Herz wieder aufgebrochen werden - so
wird das Leid notwendig der Weg zum tieferen Verständnis der ERLÖSERLIEBE
DES HERRN, die im Herzen des Menschen den ersten Funken von Gegenliebe
entzündet.
Wie nahe ist uns
in dieser Erzählung das liebegeöffnete HERZ der Mutter des HERRN, die uns
mit dem HERRN auf all unseren Irrwegen begleitet und nur darauf wartet, dass
wir innehalten und aufschauen, wer da so still und unerkannt an unserer
Seite geht. So ist auch der Engel als Schutzengel des Menschen Vertreter des
GUTEN HIRTEN, wie der Guten Hirtin, wie sie der VATER heute über die
staubigen Straßen der Welt schickt! Der Weg nach Emmaus ist ein schönes
Beispiel, wie wir den Schutzengel verstehen sollen. Hat ihn doch der HERR,
bevor ER ihn uns zur Seite stellte, durch MARIA durchziehen lassen, damit
er, der reine GEIST, in MARIA zum ersten Mal erkennen dürfte, was es um den
Menschen und sein in den Stoff hineingebundenes Sein ist. Der Schutzengel
muss wie der HERR aus Seiner himmlischen Herrlichkeit hinein in unsere Armut
und Verlorenheit absteigen, auch er ist auf diesem Weg zur Kreuznachfolge
des HERRN gerufen!
In der behutsamen Zeichnung dieser Perikope können wir ein wenig erahnen,
wie der HL. GEIST durch Seine Werkzeuge, die hl. Engel das Heilswerk CHRISTI
über Zeit und Raum hinweg fortführt. Muss es nicht einen Engel geben, der
das Gewissen des Menschen aufrüttelt, einen, der ihm das Vergangene wieder
lebendig vor Augen stellt, einen, der an das steinerne Herz des Menschen um
Einlass klopft, einen der ihn in seinem rastlosen Suchen zum Halten bringe,
einer der ihm die Augen des Herzens öffnet? Erst im Himmel werden wir einmal
das wunderbare Zusammenspiel dieser verschiedensten Engel im Heilswerk
CHRISTI näher erkennen dürfen und über sie das unfassbare Geheimnis der
menschlichen Seele, die vom VATER auf die Seele CHRISTI hin geschaffen ist.
Erst jetzt da sie mit dem HERRN zusammensitzen schauen sie IHN wirklich an,
früher sind sie nur ihren eigenen Gedanken gefolgt und haben an IHM
vorbeigeschaut. Der Mensch, der in der Sünde lebt, lebt nicht nur an der
Wirklichkeit vorbei. Um sich gegen die Wirklichkeit GOTTES zu behaupten,
baut er sich eine eigene ĞWirklichkeitğ die ĞSuperstrukturenğ (Gehlen) der
modernen Welt, die mit ihrer immer weitergehenden Technisierung dem Menschen
den Atem nehmen. In dem Augenblick, wo sie IHN erkennen, wird der HERR
unsichtbar! Denn GOTT ist GEIST, der über die Sinne nicht zu erkennen ist!
Ein Funken des GEISTES ist in ihnen entzündet. Auf dem Weg zurück beginnen
sie immer besser zu verstehen. Alle Sichtbarkeit dieser Welt und ihrer
Zeichen, besonders im religiösen Raum, zielt auf die UNSICHTBARKEIT GOTTES,
die JESUS CHRISTUS, ABBILD DES UNSICHTBAREN GOTTES; zeichenhaft vermittelt.
Erst „umkehrend“ erkennen sie, dass ER ja schon auf dem Weg mit seinen
Worten an ihr Herz rühren wollte. Seine Worte steigen im Licht des GEISTES
neu auf: sie gehen noch einmal ihr Gespräch mit dem HERRN durch, und mit
jedem Wort, das jetzt Licht wird, ist ihnen der HERR in Seiner geistigen
Gegenwart näher. Damit sind sie aber auch schon auf dem ĞWeg MARIAğ, auf dem
sich langsam alle Jünger wieder sammeln sollen. Auch wenn sie nicht
ausdrücklich erwähnt wird, sie ist, wie die ihr dienenden hl. Engel, mitten
unter ihnen. In ihrer Demut teilt sie schon jetzt mit dem Auferstandenen
HERRN etwas von Seiner zunehmenden Unsichtbarkeit. Schon vor ihrer
Himmelfahrt wird sie Brücke hinüber in DIE UNSICHTBARE WELT DES GEISTES, der
sich über ihnen geöffnet hat. Wie in Genesis ist er als „Firmament“
Scheidung „der Wasser oben und unten!“. Für den Menschen der Welt, gibt es
nur die „unteren Wasser“, den Menschen unterhalb des Gürtels (Sokrates), wo
der Kirche diese Unterscheidung durch die Leugnung des Kreuzes = Firmament
genommen wird, ist sie schales Salz auf den Straßen das zertreten wird. Und
doch selbst da wird der HERR in den verlorenen Partikeln mit hineingestreut,
ob Einer vielleicht doch noch erkenne?
In der Mitte MARIA treffen und beleuchten sich die verschiedenen Erfahrungen
des Auferstandenen, die den einzelnen Jungem geschenkt werden, in ihr sind
sie geborgen und überhöht. Sie bleibt noch eine Zeit unter ihnen, damit die
Kirche an ihr wachse. Doch weil ihr Herz nur im Herz des SOHNES leben kann,
wird sie zugleich Zeichen der jenseitigen Wirklichkeit des Reiches, in dem
ihr SOHN jetzt zur Rechten des VATERS thront. Durch sie als Tabernakel der
Hlst. Eucharistie bleibt ER in der Kirche bis ans Ende der Zeiten!
Sie ist wie bei
Johannes schon eng mit der Sendung der Jünger verbunden. Sie fasst alle
weiteren Begegnungen mit dem Auferstandenen HERRN zusammen. Hier gibt der
HERR den überzeugendsten Beweis, dass er mit Leib und Seele ihnen nahe ist.
Lukas ist Brücke hinüber zu Johannes. Die Sendung gehört in den Raum von
Jerusalem, denn sie weist über das irdische Jerusalem hinüber auf das
himmlische. Lk zeigt hier mehr den Weg, Jo, besonders in der Apokalypse das
Ziel. Bei Mt ist sie an den Anfang in Galiläa zurückgebunden, Hinweis, dass
sie aus dem VATER kommt. Bei Mk ist Galiläa der Ausgangspunkt Seiner Sendung
an den die Jünger gebunden sind, wenn sie jetzt im HEILIGEN GEIST Seine
Sendung aufnehmen wollen. Da wir das Urbild der Dinge in GOTT verlieren,
verlieren auch die irdischen Bilder an Wirklichkeit. Wer weiß in der Jugend
von Heute noch etwas von „Heimat“, „Zuhause“…..dafür steht die Disko…..“ Die
Erde mit all ihren Schätzen, die der Böse verspricht und in allen täuschen
Farben ausmalt, ist bei näherem Zuschauen eine Wüste, in der der Mensch
geistig verdurstet.
das müsste uns im
Herzen brennen, wenn Morgen der Antichrist mit seinem Zauberwort: „share =
teilen“ verspricht unsAnteil zu geben an den Reichtümern des „Fürsten dieser
Welt“, Hirngespinste des in sich verbrannten Widersachers, der es allein
machen will! Leer in sich, kann er nur in solchen, die es in ähnlicher Weise
sind!
Der HERR ist plötzlich in ihrer Mitte; als sei ER durch das Gespräch der
beiden Jünger auf dem Rückweg nun auch körperlich gegenwärtig geworden. ER
nimmt ihre Zweifel und Fragen auf und versucht sie von der Schrift her zu
lösen. Er tadelt sie, doch nicht mit der Härte, die Markus aufzeichnet. Er
passt sich ihrer Not an. Da sie jetzt mit ihren Brüdern im Abendmahlsaal
gemeinsam Ğauf IHN zugehenğ, kann Er in ihrer Mitte erscheinen. Der Hl.
GEIST wirkt unter ihnen, dass sich Außen und Innen angleichen. Am Ende wird
sich das Innerste im Äußersten spiegeln, das Äußerste ein Spiegel des
Innersten sein. GOTT wird Alles durchdringen und so werden alle Dinge in IHM
wirklich werden. Dies ist das letzte Geheimnis der Apokalypse=Offenbarung
Letzter Wahrheit, die uns erschlagen muss, wenn wir nicht auf sie im Leben
zugewachsen sind: Wahrheit ist Wirklichkeit und vv.
Solche Vollendung beginnt in der Begegnung des Auferstandenen mit den
Jüngern. Sie soll durch Maria immer mehr in der Kirche wachsen, damit nicht
nur der Einzelne, sondern die ganze Kirche Spiegel des DREIEINIGEN GOTTES
werde. Auch wenn der Feind durch den Spalt der Sünde immer wieder bis in das
Innere der Kirche dringt und in sie seinen Spaltpilz setzt, zuletzt wird die
Kirche in der Kraft des HEIILIGEN GEISTES alle innere und äußere Spaltung
überwinden und so Zeugnis für den EINEN GOTT IN DREI PERSONEN geben können.
Die Einheit ist ein Geschenk des DES AUFERSTANDENEN HERRN.
Im Hohepriesterlichen Gebet (Jo 17) bittet der HERR: „Die Herrlichkeit, die
DU Mir gegeben hast, habe ICH ihnen gegeben, damit sie eins seien wie wir;
ICH in ihnen und DU in MIR, damit die Welt erkennen, dass DU MICH gesandt
hast und sie geliebt hast, wie Du MICH geliebt hast (7,22f). Nur Seine
Herrlichkeit kann endlich alles Dunkel verbrennen. Hier muss deutlich
werden, worum die Theologie nicht wenig gestritten hat: Alles von GOTT her
ist letztlich Gnade, doch nur die können sie aufnehmen, die sich nach ihr
ausstrecken: Das ist das Werk, das GOTT erwartet: der Glaube. Dieses Wort
steht am Anfang der Eucharistischen Rede. Wo der HERR, den wir in der hl.
Kommunion aufnehmen in uns Raum findet, steht ER in Seiner Menschwerdung
auch in uns für den Glauben. Da die hl. Engel Licht sind vom LICHTE GOTTES,
sind sie es, die uns diese Herrlichkeit als Kraft zur Überwindung von Ich,
Welt und Teufel je persönlich vermitteln. Wer möchte nicht nach dieser Gnade
greifen, wenn sie ihm angeboten wird?
MARIA hat aus diesem Glauben gelebt, die Qual der Passion durchstanden und
ist endlich in ihr aufgefahren. Darum ist sie berufen, sie den Jüngern zu
vermitteln, auch und besonders in dieser letzten Zeit. Damit wird sie aber
auch zum Zeichen der Scheidung wie am Anfang in der Engelprüfung. Ihre
Gegenwart ist heilige Verheißung und leuchtet über aller Prüfung der Kirche.
Wer in ihr ist, hat sie schon bestanden., wie in ihrer Nachfolge die
heiligen Engel, darum sind sie die Gegenmedizin gegen alles Gift des Bösen.
Sie wissen besser, was Prüfung bedeutet! Zum ersten Mal spricht sie von
dieser Sendung in ihrer Erscheinung in Mexiko (Guadalupe): ĞIch bin die
Mutter aller, die auf Erden in EINS sein wollenğ im SOHN! Die hl. Engel als
erste Zeugen der Auferstehung sind ihre Werkzeuge. Sie verheißen in ihrer
Vielfalt, dass Einheit in der Weisheit GOTTES Jedem seinen Platz zuweist.
Die Nüchternheit des Evangelisten verschweigt nicht, dass auch in dieser
Erscheinung in Jerusalem die Jünger zuerst erschrecken. Wie bei der
Überfahrt über den See glauben sie in JESUS einen Geist zu sehen! Wieder
geht der HERR liebend auf sie zu (38): ĞSeht an meinen Händen und Füßen,
dass ICH es BIN! ...ğ (39). ER lässtt sie beschauen und betasten, sie sollen
sich persönlich überzeugen. Nicht nur Thomas braucht diesen
ĞTatsachenbeweisğ, er ist allen angeboten, denn sie sind alle noch wie
kleine Kinder vor dem Geheimnis der Auferstehung. Ja, bei Lukas, dem
ĞErdgebundenenğ (dem LW ĞStierğ verpflichtet!) geht der HERR sogar noch
einen Schritt weiter! Jetzt ist es auch nicht mehr so sehr der Unglauben,
der sie hindert, als das Staunen, das Nicht - Fassen-können dieser Neuen
Wirklichkeit, die ihnen hier begegnet: ĞDa sie noch mit dem Unglauben zu
kämpfen hatten vor Freude und Staunenğ ... Ğda nimmt ER aus ihrer Hand ein
Stück Fisch und aß es vor ihren Augen“.
In zwei Handschriften wird auch von Ğeinem Stück „Honigwabeğ (42)
gesprochen! Mit dem ĞFischğ wird das OPFER CHRISTI, mit der Honigwabe das
HIMMLISCHE JERUSALEM angedeutet, das uns der HERR durch Seinen Opfertod am
Kreuz verdient hat! Es leuchtet ein, dass bei Lukas, dem Evangelisten des
ĞWeges hinauf nach Jerusalemğ, dieser Bezug auf die Himmlische GOTTESstadt
nicht fehlen darf. Es ist auch hier, wie beim Gang nach Emmaus eine
MAHLGEMEINSCHAFT, die der HERR in dieser Seiner Erscheinung unter den
Jüngern stiftet, begründet in Seinem Opfer, gegenwärtig gesetzt in der Hlst.
Eucharistie, ausgerichtet auf ihre Erfüllung im Himmlischen Jerusalem. Bei
Johannes in der Mahlszene am See Genesareth weist sie, ähnlich der
DREIFALITIGKEITSikone Rubljews, hin auf ihre Mitte im DREIFALTIGEN GOTT. Mit
dieser Nahrung nimmt der HERR all ihre Sehnsucht, die inzwischen in ihnen
durch den HEILIGEN GEIST gewachsen ist, in sich auf, damit sie weiter wachse
und so der Seinen begegnen kann: Ğmit SEHNSUCHT habe ich verlangt, dieses
Mahl mit euch zu essen!ğ (22,15).

Auch bei Johannes
tritt der HERR Ğbei verschlossenen Türenğ in ihre Mitte (Ğaus Furcht vor den
Judenğ!) - mit dem Wort: ĞDER FRIEDE SEI MIT EUCH!ğ bereitet ER sie für die
Sendung. Dreimal wird dieses Wort wiederholt, doch immer in einer anderen,
tieferen Bedeutung:
·
Vom VATER her bedeutet es: dass sie angenommen
sind, geborgen in der Liebe des VATERS. Sie haben die GERECHTIGKEIT DES
VATERS nicht mehr zu fürchten, da der SOHN sie sterbend für unsere Sünden am
Kreuz auf sich genommen hat. Wie als Beweis dafür zeigt ER ihnen seine
durchbohrten Hände und Seine geöffnete Seite (19). ĞUnd die Jünger freuten
sich, dass sie DEN HERRN sehen durftenğ (20) - es ist hier das Wort ĞKyrios
= HERRğ in besonderer Weise betont: ER IST DER HERR auch über den Tod, den
die Menschen um ihrer Sünde willen verdient hätten.
·
Im Blick auf den SOHN: nur auf dem Frieden mit
dem VATER stehend, können sie ihre Sendung vom SOHN her übernehmen. Sie sind
mit diesem zweiten Wort des HERRN hineingenommen in das TRINITARISCHE
GEHEIMNIS DER SENDUNG: ĞWie der VATER MICH gesandt hat, so sende ICH euch!ğ
(22) Wirksames Zeichen ihrer Sendung ist, dass der HERR sie anhaucht im
HEILIGEN GEIST. Wir werden daran erinnert, dass die Seele bei der Zeugung
des Menschen eingehaucht wird. GOTT hat uns dieses Leben geschenkt schon im
Hinblick auf unsere Sendung in und mit und durch den SOHN. Wie ihnen vom
VATER her die Sünden nachgelassen sind, um DES STERBENS des SOHNES willen,
so wird ihnen in der Sendung die Vollmacht der Sündenvergebung gegeben, in
und durch den HERRN im HEILIGEN GEIST.
·
Vom H E I L I G E N G E I S T E her spricht
der HERR das Wort des FRIEDENS an Thomas, der bisher allen Zeugnissen der
Auferstehung widerstanden hat. Die Gewalt des Leidens CHRISTI wird nur im
HEILIGEN GEIST offenbar. Thomas steht hier für die anderen Jünger, die wohl
nicht weniger zu kämpfen hatten, doch mit ihrem Zweifel zurückhielten. Bei
Lukas hat der HERR sich an alle Jüngern gerichtet (24,40): ĞBetastet mich
und seht, dass ein Geist kein Fleisch und keine Knochen hat, wie ihr es bei
seht!ğ (4 1). Der HERR tritt in die Mitte des Unglaubens (Jo 20,26).
Unglaube ist letztlich Unfrieden, der Mensch hat in seinem Dasein noch nicht
den Boden gefunden, auf dem er allein feststehen könnte. In diese
Unsicherheit hinein, die durch den Eigensinn und den Selbstdünkel des
Menschen sich verhärtet, spricht der HERR sein d r i t t e s ĞDER FRIEDE SEI
MIT EUCH! ğ ER bietet Thomas den Beweis an: GOTT läßt sich an Großmut nicht
überbieten. Thomas hat klein gedacht, GOTTES Großmut hebt ihn aus der Enge
in die Höhe: ĞMEIN HERR UND MEIN GOTT!ğ
Dies ist der
Friede: DIE ANERKENNUNG GOTTES! Der Mensch kann sich, seine Not und seine
Zweifel in der Erkenntnis der GRÖSSEREN LIEBE GOTTES vergessen. Er ist beim
HERRN, geborgen in Seiner MILDEN HERRSCHAFT. Das Wort des Friedens ist ein
Wort an uns Alle, die wir immer wieder über allen Unglauben hinaus müssen -
hinein in den HERRN. Hier ist das ZIEL angezeigt, dem wir auf dem Weg des
Glaubens zustreben: die vollkommene Anerkennung der KÖNIGSHERRSCHAFT GOTTES
durch SEINEN SOHN JESUS CHRISTUS! In diesen Frieden dürfen wir alle einmal
eingehen, wenn wir im Glauben über uns selbst hinaus gewachsen sind -
aufgegangen im DU des HERRN! Der Mensch muss verbrennen in der Liebe GOTTES!
Denn wie es Johannes nicht müde wird zu wiederholen: GOTT ist die LIEBE -
und das Zeichen für solche brennende LIEBE ist das FEUER, das die Jünger
nach dem wunderbaren Fischfang am Ufer des Sees Tiberias erwartet!
Sie folgt der
Perikope vom Betrug der Hierarchen und ist so hineingenommen in die
SCHEIDUNG VON LICHT UND FINSTERNIS. Die sollen sie weiterführen, bis alle
Finsternis endgültig ausgeschieden ist. „Die elf Jünger zogen nach Galiläa,
auf einen Berg, wie es ihnen der HERR aufgetragen hatteğ (28,16). Der Berg,
auf den sie der HERR bestellt hat, wird Zeichen dafür, dass sie Ğhöherğ
ansetzen müssen. Ihre erste Berufung war am galiläischen Meer. Es ist nicht
nur ein Kreis, der sich hier schließt hin zum Anfang ihrer Berufung, sondern
sie bewegen sich in einer S p i r a l e. Wir werden an den ĞBerg der
Seligpreisungenğ erinnert, wo der HERR Seinen Jüngern die Magna Charta
seines Reiches verkündet hatte. Durch Seine Auferstehung sind die Jünger
Ğangehobenğ, ein Stück näher der Gnade der Verkündigung an MARIA, die sie in
den DREIEINIGEN GOTT entrückte. Bei Johannes ist diese Gnadenerhebung bei
der Fußwaschung angedeutet, als Er im Blick auf Petrus sagte: Ğwer gewaschen
ist, braucht nur noch die Füße zu waschen und er ist ganz rein!ğ Die
Fußwaschung wird zum sakramentalen Zeichen für die Ablösung vom Irdischen,
die in den Jüngern durch die Passion und Auferstehung des HERRN wirksam
wird.
Keine Gnade ohne
vorhergehende Scheidung: ĞAls sie IHN sahen, fielen sie IHM zu Füßen, doch
einige zweifeltenğ. Die Scheidung, die sie selbst im Namen des HERRN im
HEILIGEN GEIST weiterführen sollen, trifft zuerst sie selbst: vgl. 1 Peter
4:17 „Denn die Zeit ist gekommen, dass das Gericht anfange beim Haus Gottes;
wenn aber zuerst bei uns, was wird das Ende derer, die dem Evangelium Gottes
nicht gehorchen?“ Immer ist in der Liebe GOTTES der f r e i e Wille des
Menschen gewahrt: GOTT hat Ehrfurcht vor seinem eigenen Geschöpf, das sich
nur dann in Liebe zu IHM entscheiden kann, wenn es frei ist. Diese Freiheit
ist den Jüngern auch nicht durch die verschiedenen Erscheinungen des HERRN
genommen. Lukas hat dies im Gang der Jünger nach Emmaus in aller
Feinsinnigkeit angedeutet: der HERR ginge weiter, wenn sie nicht, im Herzen
angerührt, um Sein Bleiben bäten. Bei Matthäus genügt die nüchterne
Feststellung des Zweifels.
Es ist diese Perikope wie eine ferne Andeutung des letzten allgemeinen
Gerichts: der HERR auf dem Berge thronend: so wie Er vom Himmel aus Seine
Engel voraus gesendet hat, den Weg des SOHNES zu bereiten, zuletzt im
ĞEngelhaften Johannes dem Täuferğ, so sendet ER jetzt von seinem irdischen
Thron aus (wir dürfen hier an das Kreuz auf Golgotha denken) seine Jünger
aus, alle Völker vom Reiche GOTTES zu belehren, denn: ĞES IST MIR ALLE MACHT
GEGEBEN IM HIMMEL UND AUF ERDEN!ğ Es ist keine Belehrung Ğvon oben herabğ,
denn Mt lässt den HERRN weiterfahren: ĞUnd taufet sie auf den Namen ... ğ.
Alle Belehrung muss hinfuhren auf die ĞTaufeğ, auf das EINSEIN MIT DEM
HERRN, das Johannes in der letzten Begegnung mit dem HERRN hervorhebt. Der
Weg dazu ist, nüchtern bemerkt, die Gebote zu halten, die dem Himmelreich
eigen sind. Sie sind unsichtbar in der Himmlischen Hierarchie gegenwärtig,
auf die die Kirche in besonderer Weise ausgerichtet ist. Die Kirche steht
als Fels durch das letzte Wort des HERRN: Ğund Ich werde bei euch sein alle
Tage bis ans Ende der Welt! ğ
Das Reich GOTTES ist durch die HEILSTAT CHRISTI ein für alle Mal verankert
in dieser Erde. Es muss sich nur, und hier sind wir aufgerufen Ğunseren
Teilğ beizugeben, immer mehr durchsetzen, bis der in Armut im Tabernakel
Ğthronendeğ HERR endlich vor allen Augen, nicht nur von den Jüngern, sondern
von Allen, die auf Seinen Namen getauft sind, als KÖNIG ALLER KÖNIGE
anerkannt sein wird. Dies wird auch in dem griechischen Wort für ĞEnde -
synteleiağ angedeutet = wenn sich Alles in IHM durch den HEILIGEN GEIST
vollendet haben wird.
Die S e n d u n g bei M a r k u s
Sie soll in der ALLMACHT GOTTES die ganze Schöpfung umfangen (16,15): Ğgehet
und kündet aller Kreatur die Frobotschaft. Ihre Zusammenfassung ist
nüchtern: ĞWer glaubt, wird gerettet, wer nicht glaubt, ist verworfen.ğ Das
Wort GOTTES, das uns Mk überliefert, ist G e w a l t , denn diese Welt ist
durch die Sünde für GOTT verschlossen. Wer das Angebot der LIEBE GOTTES
nicht ergreift, muss mit dieser Welt verloren gehen (= Ğist mit ihr
verurteiltğ - katekrithäsethai).
V i e r f a c h
sind die ZEICHEN, die die Sendung begleiten. Sie weisen wie im
Johannesevangelium die fünf Verheißungen des HG in den Abschiedsreden darauf
hin, dass sich die Kirche in den Vier E c k s ä u l e n aufbauen muss.
Zeichen der
HEILIGKEIT GOTTES ist ihre Macht, Dämonen auszutreiben.
Zeichen der
Weisheit GOTTES: dass sie in neuen Sprachen reden werden.
Zeichen der
GERECHTIGKEIT GOTTES, dass kein Gift ihnen schaden wird.
Zeichen der
ALLMACHT GOTTES, dass ihr Segen Kranke heilen wird.
Der HERR hat in
der immer unsichtbar anwesenden Mutter GOTTES die Kirche auf Erden
gefestigt, sie kann von den ĞPforten der Hölleğ nicht mehr überwältigt
werden. ER ist im ZEICHEN DES KREUZES bei ihr, auch wenn ER jetzt zum VATER
im Himmel auffährt und zu Seiner RECHTEN thront! Das Werk der Erlösung, das
der HERR schon am Anfang des Evangeliums begonnen hat: er heilt in der
Allmacht GOTTES die drei wesentlichen Folgen der Erbsünde (siehe das erste
Kapitel!), ist in der Aufrichtung des Kreuzes der Ecksäulen (überall, wo wir
die Vier treffen, treffen wir auch das Kreuz), vollendet; die Jünger sind
Träger dieser Vollendung in dem Maße wie sie sich von der Kraft des Kreuzes
tragen lassen.
Sie findet sich
im zweiten Teil der Perikope Seiner Erscheinung in der Mitte der Jünger. Der
HERR weist noch einmal in der WEISHEIT GOTTES auf die Erfüllung aller
Weissagungen der Schrift hin (24,44) und schenkt ihnen zugleich die Gnade,
die Schrift zu v e r s t e h e n . ĞER öffnete ihnen den SINN für DAS
VERSTEHEN DER Schrift.ğ ĞSO ABER STEHT GESCHRIEBEN: Dass DER GESALBTE LEIDEN
UND AM DRITTEN TAGE VON DEN TOTEN AUFERSTEHEN MUSS.ğ ĞIn SEINEM NAMENğ soll
allen Völkern die UMKEHR gekündet werden zur Nachlassung der Sünden -
Ğangefangen von Jerusalemğ: Der Mensch muss sich einordnen IN DIE PLÄNE DER
WEISHEIT GOTTES und abwenden von der Torheit der Sünde und ihren
Verirrungen. Dies kann nur in der Kraft des HEILIGEN GEISTES geschehen, den
der HERR vom VATER zu senden verspricht. Darum sollen sie auch in der
ĞStadtğ bleiben, bis sie SEINE KRAFT VON OBEN erhalten (vgl.Lk 24,49).
Eigentlich
schließt das Evangelium von Johannes mit der dritten Erscheinung des HERRN
in Jerusalem, bei der auch der heilige Thomas anwesend ist. Johannes weist
ausdrücklich in den folgenden Versen darauf hin, dass noch mehr von den
Erscheinungen des HERRN zu berichten sei, doch das Aufgeschriebene genüge zu
beweisen, dass der Gesalbte der ĞSOHN GOTTESğ sei: Ğdamit ihr durch den
Glauben des Ewigen Lebens teilhaftig werdet! ğ (20,3 1). Jo verwendet hier
das Wort Ğsämeia = Zeichenğ, das gleiche Wort, das er für die Wunder des
HERRN verwendet, die ihrerseits auf die Sakramente in ihrer Siebenzahl
hinweisen. Der gemeinsame Nenner für diesen verschiedenen Wortgebrauch oder
auch die Vielschichtigkeit dieses Wortes ist, dass die ĞZeichenğ an der
Grenze der Sichtbarkeit zur Unsichtbarkeit liegen.
Der den Jüngern
erscheinende HERR ist Ğauf dem Wegeğ, unsichtbar zu werden, Er nähert sich
Seiner in der Kirche bleibenden ĞSichtbarkeitğ in den Sakramenten. Auch hier
schlägt Johannes eine ĞBrückeğ vom Ğhistorischen JESUSğ zum JESUS im Hlst.
Sakrament des Altares. Erinnern wir uns, dass der HERR schon am Anfang des
Evangeliums in der Verkündigung des Johannes als ĞLAMM GOTTESğ erscheint,
wie wir IHN in der Hl. Kommunion der Hl. Messe ansprechen. Was Johannes im
folgenden, dem 21. Kapitel in der Perikope über die Erscheinung des HERRN am
See Tiberias bringt, muss in der Tiefe der Sicht auf den Prolog im Anfang
des Evangeliums zurückbezogen werden. Es ist nicht einfach eine Ğweitere
Erscheinungğ, in dieser Erscheinung offenbart sich das TIEFSTE DES
GEHEIMNISSES DER HLST. DREIFALTIGKEIT!
DIE SENDUNG DES HERRN endet dort, wo sie im Anfang begonnen hat: im HERZEN
GOTTES: ĞGOTT hat niemand gesehen. DER EINGEBORENE SOHN, DER im Schoße des
VATERS ist, ER hat von IHM Kunde gebrachtğ (1,18).
Jetzt am Ende Seiner irdischen Sendung, da der HERR sich anschickt, zum
VATER zurückzukehren, bleibt als Zeichen Seiner bleibenden Gegenwart in der
Kirche Ğdas FEUER DES OPFERS, darauf der Fisch und das Brotğ: Zeichen dafür,
dass der SOHN sich für uns am KREUZ hingeopfert hat und dass dieses Opfer in
der Kirche bleibt. Es ist ZEICHEN, dass GOTT DER DREIFALTIGE GEOPFERTE LIEBE
ist.
Die S e n d u n g
der J ü n g e r ist wie eingeschmolzen in die des SOHNES, der vom VATER
ausgegangen ist und zum VATER zurückkehrt. Darum ist es auch ein M o r g e n
m a h l , denn EIN NEUES HAT BEGONNEN. Der Mensch ist durch GOTTES ERBARMEN
in JESUS CHRISTUS aufgenommen in das GÖTTLICHE LEBEN!

Die Jünger
scheinen noch immer nicht verstanden zu haben. Nur langsam dringt das
Geheimnis der Auferstehung in sie ein. Sie müssen in ihr neu werden, das
braucht ein heiliges Wachstum von Außen nach Innen, wie umgekehrt. Es ist
wohl nicht einmal mit ihrem jeweiligen Martyrium zu Ende, sondern reicht
hinüber, bis endlich die ganze Schöpfung im SOHN durch den HEILIGEN GEIST
dem VATER unterworfen ist. Da sie Alle noch ringen, ist ihnen die Einladung
des Petrus Weisung, der sie folgen. Hier ist ein erster leiser Gehorsam
gegenüber der Petrus verliehenen Autorität. Sie ahnen, dass in ihm und durch
ihn der HERR zu ihnen spricht. Schlicht nehmen sie die Arbeit, von der der
HERR sie im Anfang weggerufen hat, wieder auf Ob sie daran denken, dass der
HERR sie am Anfang zu einem anderen Fischfang gerufen hat? Hier müssen ihre
hl. Engel im geschoben haben.
Schon nach Außen
wird bei genauerem Zuschauen deutlich: es ist da schon ein Unterschied. Nur
zum Teil sind es die gleichen Jünger, die der HERR am Anfang gerufen hat:
Petrus, Nathanael und Johannes. Sie werden hier auch in anderer Ordnung
genannt: Johannes und Andreas waren ja die Erstgerufenen, Nathanael, unter
den ersten Fünf der letzte. Neu dazugekommen sind Thomas und zwei nicht
genannte Jünger (21,2). So sind es insgesamt s i e b e n (mit Jakobus, dem
Br. des Johannes).
Die Sieben ist Hinweis, wie sehr die SENDUNG DER JÜNGER im Zeichen des
HEILIGEN GEISTES steht, wie die Fünfzahl im Anfang für die Fünf Wunden des
HERRN, die ihnen vorausweisend und vorauswirkend das Tor ihrer Berufung
eröffnen. Auch wenn sie es selbst noch nicht wissen, sie sind durch die
Gegenwart des HERRN in ihnen in der Hlst. Eucharistie, die sie im
Abendmahlsaal empfangen haben, in der FÜHRUNG DES HEILIGEN GEISTES. Es ist
in ihnen etwas gewachsen, was am Morgen des Pfingstfestes offenbar werden
wird. Vorher aber müssen sie erfahren, dass sie auf dem alten Weg, den sie
auf den Ruf des HERRN hin verlassen haben, nichts mehr Ğeinholenğ können:
ĞIn jener Nacht aber fingen sie nichts!ğ Der zuerst vergebliche Fischfang
wird Lehre für die ganze Kirche: nur wenn sie zum HERRN aufschaut und IHM
allein gehorcht, kann sie ihre Sendung der Rettung der Seelen aus der Nacht
dieser Welt an das Ufer der Ewigkeit erfüllen. Jeder eigenwillige Weg muss
notwendig wieder in die Nacht zurückführen, aus der der HERR uns in SEIN
LICHT gerettet hat.
Wieder ist der
HERR der z u e r s t Fragende, damit sie, die dabei sind, sich von IHM zu
entfernen, wieder zurückfinden. Er ist der ĞBettler unserer Liebeğ; ER
bettelt, damit wir merken, dass wir keine Liebe haben, doch sie uns von IHM
erbitten können. Auch hier ist es zuerst Johannes, der den HERRN erkennt. Er
war mit den Anderen mitgelaufen. Doch er muss es in seinem Herzen gespürt
haben, dass der Weg nicht recht war. Er muss darunter gelitten haben, denn
seine Seele verlangte nach Dem, an Dessen Brust er gelegen hatte, dessen
Auferstehung er in den Zeichen der Tücher im Grab als erster erkennen
durfte. Warum ist er der Aufforderung Petri zum Fischfang gefolgt?
Weil der HERR ihn
zusammen mit den Anderen gerufen hat, weil er mit zu ihnen gehörte, weil er
nichts von sich aus tun konnte, wollte er sich nicht abspalten als ein
Besserwisser oder Privilegierter. Er musste seinen Mitbrüdern gegenüber in
der Liebe bleiben, freilich mit einem wunden Herzen, das nach dem HERRN
verlangte, geborgen im Unbefleckten Herz MARIENS, das den HERRN herbeirief.
Nach MARIA war Johannes wohl der Erste, der durch den HEILIGEN GEIST zu
verstehen begann, dass er für seine Brüder eintreten müsse, denen er durch
die besondere Liebe, die ihm der HERR schenkte, voraus war. Dieses AUSHARREN
MIT DEN BRÜDERN, auch wenn sie offensichtlich auf falschem Wege waren
(solange die Gebote GOTTES nicht verletzt sind!) haben so Viele, die wie
Johannes besonderer Gnaden in der Kirche gewürdigt wurden, nicht bestanden.
Sie sind ausgebrochen aus der Gemeinschaft ihrer Brüder, weil sie es besser
wussten und sich für besser hielten - und so ist immer wieder ein Stück der
Kirche abgebrochen.
Auch hier ist uns
Johannes Wegweisung in der Not unserer Zeit, wo der Böse so viele Ğbessere
Lösungenğ heran schiebt, Sie könnten Gnaden GOTTES sein, wenn sie sich ins
Ganze einordneten und der Mensch nicht aus eigenem Vermessen und eigener
Selbstherrlichkeit nach ihnen griffe. Es ist dieses Ausharren, bis zuletzt,
bis der HERR selbst eingreift, wohl eines der schwersten Kreuze, die GOTT
uns auferlegen kann. Immer wieder werden wir versucht sein, auszubrechen,
den Ğbesserenğ Weg zu wählen, wie es wohl auch Luther und Alle vor und nach
ihm gemeint haben, im Ğbesten Gewissenğ - doch ohne dieses heilige
Aufschauen zum LEIDENDEN HERRN UND SEINEN GEHORSAM bis ans Kreuz - in dem
allein das Maß unserer Prüfung abzumessen ist. Hier braucht es nicht nur
eine menschliche, sondern eine göttliche Geduld! Und der HERR hat den
Gehorsam Johannes gelohnt: er durfte es den Jüngern ansagen: Ğes ist der
HERR! ğ (7) - nicht als Besserwisser, sondern aus der Demut eines blutenden
Herzens, das hier getröstet wurde.
Da er den HERRN
erkennt, ist er auch schon bei IHM. Er braucht sich nicht erst wie Petrus
bekleiden und IHM entgegen schwimmen. Die Liebe ist IHM immer nahe, auch im
tiefsten Leiden, auch in scheinbarer Verlassenheit. Jetzt dürfen die Jünger
von ihrem Fischfang dem Opfer dazugeben, ist es doch, durch den Gehorsam,
den sie IHM geleistet haben: Sein Opfer, an dem sie Anteil halten. Dies
meint der HERR in der Sendung der Jünger: die Teilnahme an Seinem Opfer. An
ihr allein misst sich die größere oder geringere Nähe zum HERRN! Da der HERR
sie zum Mahle ruft, sind ihnen die Augen des Herzens aufgegangen. Obwohl ER
ein ANDERER ist, als sie IHN gekannt haben, wissen sie jetzt innen durch den
HEILIGEN GEIST: es ist der HERR! Und keiner der Jünger wagte zu fragen: wer
bist du? Denn sie w u ß t e n (eidotes - das gleiche Wort für das Erkennen
Johannis im Grab!): ER IST ES! Der HERR gibt ihnen Brot und Fisch, Zeichen
Seines geopferten Leibes und seiner geopferten Seele. Erst jetzt haben sie
die HEILIGE KOMMUNION, die der HERR ihnen im Abendmahlsaal reichte,
vollkommen empfangen. Erst jetzt ist der HERR in ihnen als DER
AUFERSTANDENE!
Johannes schließt diesen ersten Teil der Perikope mit dem Hinweis, dass dies
das dritte Mal war, dass der HERR den Jüngern erschienen ist. Dieser
trinitarische Bezug ist noch zu betrachten. Die Erscheinung vor M. Magdalena
sei ausgeklammert, sie ist Vermittlung hin zu den Jüngern. Es geht dem HERRN
nach Seiner Auferstehung in erster Linie um die Jünger, sie sollen im HL.
GEIST auf ihre Sendung vorbereitet werden. Den übrigen Gläubigen wird diese
Gnade erst von Pfingsten an zuteil werden. In den Jüngern legt der HERR das
Fundament der Kirche, in ihnen werden, wie wir schon in den Abschiedsreden
sehen, die Struktur der Vier Ecksäulen gesetzt. Sie müssen sich als erste
zur Erkenntnis des HEILIGEN GEISTES, der von nun an die Kirche führen soll,
durchringen. Doch diese unsichtbare Führung geht über das sichtbare
Oberhaupt der Kirche: Petrus (vgl.21,15).
Der ĞPrimatğ Petri wird bei Johannes anders gesetzt als bei den Synoptikern:
er wir verankert in der LIEBE GOTTES, die ihnen als Ersten durch den HERRN
zuteil wurde. Es ist nicht menschliche Liebe (darum die dreimalige Frage an
Petrus: „liebst du MICH?). Gefordert ist die LIEBE des HEILIGEN GEISTES. Sie
ist auch der Boden für die Amtsgnade der BINDE- und LÖSEGEWALT, wie der HERR
sie den Jüngern in der ersten Erscheinung verleiht. Der HERR fordert nicht
nur den größeren Glaubens, der b l i n d vertraut (selig, die nicht sehen
und doch glauben!), sondern ER verlangt die LIEBE, in der sie allein Seine
Sendung vom VATER her - im HEILIGEN GEISTE - weiterführen können.
Über Petrus geht
dieser Anspruch an alle Jünger. Nur in der LIEBE DES HEILIGEN GEISTES kann
die Kirche ihre Sendung vollkommen erfüllen. Darum muss notwendig die Kirche
der letzten Zeit ganz in Führung des HL. GEISTES stehen. In der Geheimen
Offenbarung steht dafür zeichenhaft die erste der Sieben Gemeinden von
Asien. Sie sind, wie hier die s i e b e n Jünger durch die Engel, die ihnen
vorstehen, dem HEILIGEN GEISTE untergeben. Hier ist auch der Bezug zum
DREIEINIGEN GOTT herausgestellt:
·
Der VATER spricht sie an im Namen des SOHNES,
den sie, in der ihnen zugedachten Prägung darstellen sollen.
·
Der SOHN ist in seiner lebendigen Gegenwart in
der Kirche ihr Gericht (ihre Rechtweisung und zugleich Rechtfertigung).
·
Der HEILIGE GEIST verspricht die Erfüllung,
wenn dem Anspruch des SOHNES Rechnung getragen wird!
Hier lässt sich
etwas vom Geheimnis der SENDUNG DER HL. ENGEL erkennen: sie sollen der
Kirche helfen, wie MARIA Spiegelbild des DREIEINIGEN GOTTES zu werden. Die
Kirche muss im HEILIGEN GEIST so in den GÖTTLICHEN WILLEN hineinwachsen,
dass sie wahrhaft ĞSEINER GOTTHEITğ teilhaftig werde (2 Pt 1,4 und vgl. 1 Pt
3,5). Was aber für die ganze Kirche gilt, muss in jedem einzelnen Berufenen
grundgelegt sein. Das ist die erste Aufgabe des Schutzengels, dem Menschen
den Platz im Mystischen Leib JESU zu weisen und ihn dort zu verankern.
Geheimnisvoll wird dadurch auch ihr Platz nach dem Letzten Gericht bestimmt.
Es geht doch um „Einen Neuen Himmel und eine Neue Erde!“
Der GÖTTLICHE
Anteil wird dem Geschöpf immer unbegreiflich bleiben. Er verlangt die
bedingungslose, blinde Unterwerfung unter GOTT, wie der HERR sie zuerst von
seinen Engeln, in der Prüfung am Anfang der Zeit verlangt hat, wie sie jetzt
auch von denen gefordert die im HEILIGEN GEIST mit ihren hl. Engeln hinein
in die Wandlung der Kirche hinein in das Neue Jerusalem erwartet wird. Wir
sind so sehr daran gewöhnt, dass sich die Kirche an uns anpasst, dass wir
heute das Ğaggiornamento der Kircheğ umdeuten in eine ĞVermenschlichung der
Kircheğ. Wer die Zeichen der Zeit versteht, weiß, dass der HEILIGE GEIST uns
ausrichtet auf den GRÖSSEREN GOTT, der uns über das bloß Menschliche
hinaufheben will in SEIN GÖTTLICHES Leben. Der HEILIGE GOTT, wie ER sich im
Alten Testament vor allem vor Moses und den Propheten geoffenbart hat, ist
nicht einfach überholt, wie man heute leichthin feststellt. JESUS weist uns
besonders bei Johannes immer wieder auf den GRÖSSEREN VATER hin.
Auferstehung bedeutet deshalb für den wachen Christen: wach werden für die
GÖTTLICHKEIT JESU, denn der sündige Mensch kann nur durch GOTT selbst wieder
den Weg ins VATERhaus zurückfinden.
Weil die Sendung der Jünger im DREIEINIGEN GOTT durch JESUS CHRISTUS im
HEILIGEN GEIST verankert sein muss, muss der HERR von Petrus und durch ihn
von der Kirche diese GRÖSSERE LIEBE verlangen. Sie wird uns dort zuteil, wo
wir von uns selbst leer geworden sind, wo wir um unser Nichts, unser
Sündersein vor GOTT wissen. Darum die Ğgrausamğ scheinende Wiederholung
derselben Frage an Petrus: ĞSimon Petrus, liebst du MICH mehr, über Alles?ğ
Vergessen wir nicht, Petrus hat den HERRN verleugnet, dreimal, wie es ihm
der HERR vorausgesagt hat. Er kann also wirklich nicht auf sich bauen, wenn
er dem HERRN in rechter Weise Antwort stehen soll. Er muss Ğhinüber zum
HERRNğ, wenn er diesen Auftrag als Oberhirte erfüllen will. NUR DER HERR in
ihm kann diesen Auftrag erfüllen, erst der Ğsterbende Petrusğ erreicht
dieses Maß.
Es ist da ein Wortspiel mit den beiden Worten für Ğliebenğ: der HERR fragt
die beiden ersten Male mit Ğagapanğ = lieben, im weitesten und tiefsten
Sinn, wohl alle Bereiche der Liebe umfassend. Das dritte Mal verwendet ER
Ğphileinğ, mit dem auch Petrus dreimal antwortet (vgl. 21,15 ff). Philein
ist die Liebe der Freundschaft, so wie der HERR zu den Jüngern in den
Abschiedsreden sagt: ĞICH nenne euch nicht mehr Knechte, sondern Freundeğ
(15,15). Petrus kann nur mit dem antworten, was der HERR ihm geschenkt hat:
die GOTTESfreundschaft, zu der sie der HEILIGE GEIST hinaufheben will. Nur
im HERRN kann Petrus der ihm vom HERRN übertragenen Verantwortung genügen.
Petrus wird durch die dreimalige Frage des HERRN erschüttert. In sich selbst
kann er keine Sicherheit für seine Antwort finden, nur im HERRN, in Seiner
verzeihenden, neu schaffenden Liebe, die gerade er erfahren hat. Darum sein
Wort: ĞHERR, Du weißt es, dass ich DICH liebeğ (15f). Wohl erst bei der
dritten Frage wird ihm bewusster, dass der HERR sich auf seinen dreimaligen
Verrat bezieht. Gerettet im letzten Augenblick durch den Blick des HERRN und
die Begegnung mit MARIA vor dem gleichen Schicksal wie Judas, weiß Petrus,
dass er ganz und gar vom HERRN abhängt, nur von IHM sein Leben hat. Die
nüchterne Liebe GOTTES hat es gefügt, dass ihn zeit seines Lebens der Engel
des ĞWachtfeuersğ begleiten durfte, der ihn an diese schwerste Stunde seines
Lebens erinnern sollte.
Weil die Kirche erst aus der AUFERSTEHUNG DES HERRN lebendig wird, müssen
wir hier nicht nur den GEISTwesen, den hl. Engeln im GEIST begegnen, wir
sind gerufen, mit ihnen eins zu werden im Lobpreis GOTTES und der Sendung
der Rettung und Heimholung der Seelen. Das bedeutet nicht, dass wir mit
ihnen verschmelzen. Die drei Geschöpfe GOTTES, Engel, Mensch, Materie sollen
ihre Eigenart in diesem Einswerden nicht verlieren, sondern im Gegenteil
klarer erkennen und in den Dienst GOTTES stellen. Ihre Erscheinung vor uns
in menschlicher Form ist nicht nur Hinneigen zu unserer menschlichen Armut,
er ist nur der äußere Rahmen für ihre viel weiter und tiefer gehende
unsichtbare Wirklichkeit, für die sich unser blindes Auge nur langsam
öffnet.
Begegnung will im HEILIGEN GEIST verstanden sein, wie wir es beispielhaft in
der Begegnung von MARIA und Elisabeth erahnen. Dann öffnen sich unsere
inneren Augen wie bei den Beiden für die Eine Sendung, die uns im HERRN in
Gemeinsamkeit aufgetragen ist. Diese Wandlung beginnt schon dort, wo wir dem
HERRN in und durch MARIA uns nahen (Marienweihe nach L.M. Montfort). Nur
dann finden wir im HEILIGEN GEIST auch durch MARIA die Engelreine und
zugleich Königin der hl. Engel hin zum hl. Engel. Nur so kann das „Fremde“
in der Engeloffenbarung Teil unseres Lebens und Kraft der Wandlung hin in
die Neue Schöpfung werden, die uns in JESUS CHRISTUS verheißen ist. Die
ĞBausteine Seines Lebensğ, wie wir sie aus den Evangelien kennen, jetzt
schon in der „Laufenden Lesung“ einander angenähert, helfen uns durch das
Rundschauen des hl. Engels die Eine GEISTgestalt JESU zu erkennen, und uns
ihr anzunähern. Nur in der Weise, wie ER uns anschaut, können wir eins und
ganz werden.
Hier müssen sich Engel und Mensch ergänzen, wir im Blick auf GOTT-GEIST, im
Blick auf den GOTTmenschen. In jeder, auch der kleinsten Begebenheit werden
wir dann auch den Engel, der für diese Wirklichkeit im GEISTE steht,
erkennen. Die hl. Engel geben den geistigen Hintergrund des Lebens JESU!
Vorausgesetzt ist die persönliche Begegnung, wie sie einer Kirche, die über
den Menschen JESUS sein GOTTsein vergisst, verloren gegangen ist. Hier muss
uns der hl. Engel im GEIST lösen von der Schwerkraft der Erde und dem
Gewicht der Sünde, damit die Person des HERRN wie bei der Verklärung vor den
Jüngern für einen Augenblick in Seinem GOTTSein aufstrahle. ER muss der
Boden sein, auf dem wir stehen, der uns festhält. Auch er muss verwandelt,
verklärt werden un so mit durch uns einkehren in das Himmlische Jerusalem.
Der Engel lässt uns nicht nur durchschauen auf GOTT- GEIST, er hilft uns in
IHN einzugehen.
Der d r i t t e Teil dieser Perikope von der letzten Erscheinung des HERRN
vor den Jüngern zeigt uns die GEGENSÄTZLICHKEIT zwischen Petrus und Johannes
auf, in die jede Nachfolge des HERRN eingespannt ist. Sie ist nur im
HEILIGEN GEIST zu lösen. Auch hier wird die Kirche über sich hinaus
gewiesen,
·
wie zuerst beim Fischfang,
·
dann in der Frage an Petrus,
·
hier im Verhältnis des rechten Zueinander im
Geheimnis des Mystischen Leibes.
Johannes hat schon im ersten Kapitel des Evangeliums in der Berufung der
Jünger die Verschiedenheit der Berufungen angedeutet - auch im Blick auf den
Aufbau der GOTTESstadt, im Bezug zu ihren Toren. Dort war Petrus in die
Mitte der fünf Berufungen hineingestellt, zwischen Johannes und Andreas
einerseits und Philippus und Nathanael anderseits. In diesen Berufungen
ergibt sich das erste Dreieck der GOTTESstadt, das sich durch die Berufung
von Thomas für das zehnte Tor verdoppelt zum Viereck.
Jetzt ist Petrus
der ĞErsteğ und Johannes der ĞLetzteğ, die übrigen Jünger sind in diese
Spannung eingeschlossen und von ihr umschlossen. Hier offenbart sich die
heilende, ordnende und vollendende Kraft der HLST. DREIFALTIGKEIT. Die
GEGENSÄTZLICHKEIT VON VATER und SOHN wird im HEIILIGEN GEIST Ğgelöstğ. Sie
muss vollendend die Kirche prägen, wenn sie durch MARIA im HEILIGEN GEIST
Abbild der HLST.DREIFALTIGKEIT sein soll. Petrus muss hineinwachsen, in das
Geheimnis seiner Berufung als ĞEcksteinğ der Kirche, auf dem Weg der
Kreuzigung des alten Menschen, die er in seinem Martyrium einholt. Erst im
Kreuz wird seine Berufung ihre Vollendung finden. Auch hier steht Petrus für
den Weg der meisten Christen; für den Pilgerweg über diese Erde. Nur in
ständiger Selbstverleugnung wird der NEUE MENSCH. Es ist die nüchterne Liebe
GOTTES, die hier durch den HERRN zu Petrus spricht, Antwort auf sein Wort: Ğ
Du weißt es, dass ich Dich liebe.ğ Ja, der HERR weiß es, und er sagt es ihm
ganz deutlich in Seinem Wort.
Erst in seinem Sterben am Kreuz wird er GOTT vollkommen verherrlichen, wird
seine Liebe zum HERRN ganz wahr, wird er zum H i r t e n , wie ihn der HERR
haben will: ĞKeiner hat eine größere Liebe als der, der sein Leben hingibt
für seine Freunde.ğ Hier, in Petrus sieht der HERR in aller Nüchternheit den
Weg der Kirche voraus, mit all ihrem Fallen und Wiederaufstehen, mit allem
guten Willen und doch mit allem Verrat über die Jahrhunderte hinweg. Erst am
Ende wird sie durch den HL. GEIST ganz das sein, was sie nach dem Willen der
Liebe GOTTES sein sollte: reine Braut CHRISTI nach dem Bilde MARIENS, der
Unbefleckten. Darum das letzte Wort an Petrus: ĞFolge mir nach!ğ
Petrus weiß im
Innersten, dass dies ein anderer Weg ist als der des J o h a n n e s . Darum
blickt er um nach Johannes, da er doch nur auf den HERRN schauen, IHM
nachfolgen sollte! Irgendwie weiß er, dass sein Weg noch nicht sicher ist,
und wenn er sich umschaut, ist es nicht nur aus Neugierde für diesen anderen
Weg, sondern auch weil er Hilfe sucht, Hilfe braucht. Johannes ist mehr als
ein ĞNachfolgenderğ. Er ist als „Kind“ von Anfang an in IHN hinein
gewachsen. Das Martyrium steht bei ihm nicht nur am Ende seines Lebens, es
hat ihn wie MARIA langsam durchdrungen. So wird er immer mehr ein
„Bleibender“, da in ihm die Vollgestalt des Priestertums von Innen heraus im
hl. GEIST heranwächst bis hinein in das Einssein mit den hl. Engeln, das ihm
in der GO geschenkt wird. Darum soll er auch nicht niederfallen, vor dem
weisenden hl. Engeln. Er ist zum Mitknecht in ihren Reihen geworden, Weisung
und Verheißung für das Priestertum der „Letzten Zeit“.
Petrus kann nicht
zurückhalten mit der Frage: Ğund was ist mit d i e s e m ğ (Johannes)?
Wieder gibt der HERR eine mehr als nüchterne Antwort: ĞUnd wenn ich will,
dass dieser bleibe, bis ich wiederkomme, was geht es dich an?ğ D u f o l g e
MIR nach!ğ (22). Der HERR unterscheidet den N a c h f o l g e n d e n und
den B l e i b e n d e n . Auch wenn der Nachfolgende hier auf Erden als der
Erste eingesetzt ist, weil er für uns alle d e n Weg der KREUZESNACHFOLGE
DES HERRN angibt, es gibt doch jetzt schon einen der b l e i b t , in dem,
was die Gnade ihm von Anfang an geschenkt hat. Hier wird noch einmal
besonders deutlich die Nähe Johannes zu MARIA, wie wir sie im Ğersten
Schöpfungstagğ des Evangeliums dargelegt haben! Er steht schon am Anfang wie
MARIA, wie Johannes d.T. ganz im Lichte GOTTES.
Die Kirche braucht solche gnadenhafte Erwählung, dieses ĞSein beim HERRNğ,
damit sie auf dem Weg über die Erde im HERRN gegründet bleibe! Auch wenn das
Charisma mit Johannes der Hierarchie, dem Petrus unterstellt ist, so darf
die Hierarchie nicht vergessen, dass in solchen Bleibenden GOTT der HERR ihr
in besonderer Weise nahe ist. Hier kristallisiert sich SEINE GEGENWART
menschlich am stärksten. Hier sind wir der Erfüllung S E I N E S GOTTLICHEN
WILLENS am nächsten. Nur dieser HEILIGE, UNANTASTBARE WILLE GOTTES wird
endlich die Vollendung der ERLÖSUNG zustande bringen, die wir durch unsere
Untreue, unseren Abfall hin zur Welt verhindert haben. Darum gibt es endlich
nur noch die Entscheidung zwischen: heilig und verworfen. Die Kirche dieser
letzten Zeit muss nach dem Vorbild des hl. Johannes, in den Priestern und
GOTGEWEIHTEN eine durch und durch h e i l i g e Kirche sein, wenn sie dem
Ansturm der Hölle, standhalten soll. Darum wird notwendig auch das
charismatische Element in der Kirche stärker hervortreten: wie es schon bei
den Propheten (besonders Joel) verheißen ist.
Auch das
Nachwort, das ZEUGNIS DES JOHANNES, gehört noch zu den
Auferstehungsberichten, denn nur in der Kraft der Auferstehung des HERRN ist
dieses Zeugnis möglich. Überall ist Johannes, der MARIA so nahe ist,
zurückgetreten: hier wo es um das Zeugnis für JESUS geht, Ğmuss er Farbe
bekennen!ğ Die ihm gnadenhaft geschenkte Nähe zum HERRN verlangt dieses
Zeugnis im HEILIGEN GEIST: nur in IHM ist Wahrheit, letzte Übereinstimmung
von Innen und Außen. Für diese Wahrheit darf er mit seinem ganzen Leben, das
er dem HERRN übergeben hat, stehen, bleiben, leuchten wie kein anderer
Apostel. In ihm ist das schweigende Zeugnis der Mutter GOTTES beredt
geworden. Sein Zeugnis ist anders als das des Lukas, der auf die Mutter des
HERRN gehört hat, um seinen ĞBericht zu vervollständigenğ. Es erwächst aus
der kindhaften Nähe seines Herzens zur Engelreinheit der Mutter GOTTES. Sie
stimmen überein im S e i n, das gilt auch im Blick auf die außerordentlichen
Gnaden, die dieser Jünger erhalten hat.
Diese Bevorzugung war eine nicht geringe Last. Er hat sie nicht gesucht, sie
ist im gnadenhaft geschenkt worden und er steht zu ihr, denn nur so kann er
die ihm damit auferlegte Verantwortung erfüllen. So wird auch sein Wort
Antwort seines Herzens an die bevorzugende Liebe des HERRN. Unser GOTT ist
kein Gleichmacher, sondern ein GOTT der Liebe, und Liebe muss notwendig
Unterschiede machen, muss Ordnungen stiften und einhalten, die ein
Außenstehender nicht verstehen kann. Liebe ist wie Hierarchie = gestufte
Ordnung, denn nur in solch gestufter Ordnung kann sich der Reichtum
GÖTTLICHER LIEBE entfalten und darstellen.
Seinem Zeugnis verdanken wir es, dass wir uns dem HERRN ein Stück nähern
können, auf diesem unbegreiflichen Weg liebender Herablassung. Ihm verdanken
wir es, dass wir das unlösbare Zueinander von GÖTTLICHER LIEBE und
GERECHTIGKEIT annehmen können - denn nur so kann schon hier auf Erde ein
Stück des Himmels werden: in der Gerechtigkeit GOTTES, die unbeirrbar ihre
Wege geht - vor der auch die Henker zu Boden fallen (vgl. die Verhaftung des
HERRN in Gethsemani!), die auch in der tiefsten Erniedrigung S i e g e r
ist. Kein Evangelium strahlt so wie das des Johannes die Zuversicht der
Liebe GOTTES aus, nur die Apokalypse wird diese Sicht noch einmal überhöhen
Was Johannes aufzeichnet, ist aufgezeichnet im Hauche ewigen Lebens, ist
Spiegel der Himmlischen Herrlichkeit des HERRN auch in aller menschlichen
Erniedrigung. ER ist hier schon Richter durch seine Welt überwindende Liebe.
Wer sie annimmt, empfängt das GÖTTLICHE LICHT, wer sie zurückweist, fällt in
die Finsternis (vgl. besonders die Perikope vom Blindgeborenen, Kap. 9).
Weil Johannes, der Seher von Patmos, alles Vordergründige durchschaut, ist
der Himmel auf Erden schon gegenwärtig. Wer immer sich mit Johannes durch
MARIA dieser Sicht nähert, hat schon jetzt den Frieden des Herzens gefunden,
der das deutlichste Zeugnis ist, dass ER bei uns bleibt. Denn dies ist die a
n d e r e Sicht auf das B l e i b e n Nicht wir sind es letztlich, die bei
IHM bleiben, sondern ER ist es, der bei uns aushält, wenn wir IHN nur
aufnehmen und IHN tun lassen. Johannes ist ein Bleibender insofern der HERR
ganz von IHM Besitz genommen hat, und so ist sein Zeugnis ganz und gar das
des Herrn im HEILIGEN GEISTE geworden.

(1 Kor 15,3-8):
3 Denn ich habe
euch vor allem überliefert, was ich auch empfangen habe: dass Christus für
unsere Sünden gestorben ist nach den Schriften; 4 und dass er begraben wurde
und dass er auferweckt worden ist am dritten Tag nach den Schriften ; 5 und
dass er Kephas erschienen ist , dann den Zwölfen . 6 Danach erschien er mehr
als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die Meisten bis jetzt übrig
geblieben, Einige aber auch entschlafen sind. 7 Danach erschien er Jakobus,
dann den Aposteln allen, 8 zuletzt aber von allen, gleichsam der unzeitigen
Geburt, erschien er auch mir.
Was Paulus hier
schreibt, Ğüberliefert und empfangenğ ist wie ein erster Ansatz zum
Glaubensbekenntnis: Ğgestorben für unsere Sünden nach den Schriften,
begraben und dann am dritten Tage nach den Schriften auferstanden ... ğ
Petrus, hier ĞKephasğ genannt, wird als erster Zeuge genannt - ein Hinweis,
wie sehr Petrus schon im HL GEIST in sein Amt hineingewachsen war! Dann
folgen die zwölf Apostel, hier schlicht: Ğdie Zwölfğ, Petrus mit
eingeschlossen in das Apostelkolleg, ihm war die Führung der Kirche
anvertraut: ein deutlicher Hinweis dafür, wie sich die Kirche in ihrer
Struktur festigt und dies nach außen kundtut! ĞZuletzt erschien er
fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch heute da sind,
nur einige sind schon gestorbenğ: Der HERR ist zuletzt auch, über die Schar
der Apostel hinaus, der wachsenden Kirche erschienen ist.
Die
AUFERSTEHUNG ist Fundament der Kirche,
nicht nur im
Glaubensbekenntnis,
sondern die
Kirche selbst wird sie erfahren.
Paulus setzt noch
einmal an (diese Erwähnung gehört wohl an den Platz nach Petrus?): Ğdann
erschien er Jakobusğ (wohl Jakobus dem Jüngeren, dem erste Bischof von
Jerusalem). Paulus geht es um die Festigung der Kirche in ihren ersten
Strukturen angezeigt!
1) Haupt der
Kirche ist Petrus;
2) mit ihm
verantwortlich für die Führung der Kirche das Apostelkolleg, dem er mit
angehört: Ğdie Zwölfğ.
3) Verantwortlich
für die Kirche in Jerusalem ist Jakobus der als Bischof zusammen mit den
Presbytern der Christengemeinde in J e r u s a l e m vorsteht. Diese
Gemeinde ist das V o r b i l d für die Weise, wie die Kirche in der Mission
aufbaut
4) Danach werden
noch einmal die Apostel genannt - hier wohl im Sinn von ĞJüngernğ, die dem
HERRN nachgefolgt waren. Auch sie sind für die ĞMissionğ G e s a n d t e des
HERRN im HEIILIGEN GEIST!
5) Als letzter
nennt sich Paulus selbst, Ğwie eine Fehlgeburt!ğ - denn auch er hat die
Vollmacht der Sendung, wie die übrigen Apostel, direkt vom HERRN empfangen.
Der
Auferstehungsbericht des hl. Paulus ist: SENDUNGSBERICHT in der Kraft des
AUFERSTANDENEN, durch den HEIILIGEN GEIST!
Wieder fällt hier
die Fünferstruktur des Berichtes in die Augen, wie sie am deutlichsten in
den fünf Erwähnungen des HL. GEISTES in der Abschiedsrede des HERRN bei
Johannes zu erkennen ist.
Petrus steht für
die HEILIGKEIT DER KIRCHE,
das Kolleg der
Zwölf für die WEISHEIT DER PLANUNG GOTTES,
die Fünfhundert
für die GERECHTIGKEIT GOTTES,
Jakobus für die
ALLMACHT GOTTES, die sich in der SENDUNG DER KIRCHE kundtut:
Wie der VATER
MICH gesandt hat, so sende ich euch! (ER will ja im Geheimnis des Glaubens
mit ihnen sein, wie ER es in Seinem Erdenleben war!).
Paulus aber steht
als letzter in ihrer Mitte für das Zeugnis des AUFERSTANDENEN, wie es
unsichtbar in MARIA die ganze Kirche trägt.
Das Zeugnis der jungen
Kirche für die Hilfe der hl. Engel
Im Übrigen (in
der Konkordanz nachzulesen) weiß Paulus nicht nur sehr wohl Bescheid über
die Sendung der hl. Engel im Alten Bund, sondern auch aus persönlicher
Erfahrung, ähnlich wie bei Petrus besonders dort, wo er gefangen ist (vgl.
Apg 23,8,9; 27,23, ) , deutlich ist auch in seiner Mission nach Westen die
Erfahrung der Führung durch den Engel, als sie hinüber gerufen werden nach
Mazedonien, um dort ihren Weg fortzusetzen. Hier erscheint der hl. Engel als
Mazedonier, wohl um ihnen deutlich zu machen, wo der HERR sie wartet (vgl.
16,9 -12).
Das Zeugnis der
Jünger, der jungen Kirche, voran des hl. Petrus, fügen sich hier nahtlos an:
Die hl. Engel
kommen den Aposteln zur Hilfe, um sie aus dem Gefängnis zu befreien, in das
sie durch die Pharisäer gebracht wurden (5,19).
Hinweis auf die
Vermittlung der hl. Engel bei der Gesetzübergabe an Moses am Berge Sinai
(Stephanus) S. 7, 36.
Die Führung des
hl. Philippus, um den Kämmerer auf dem Heimweg von Jerusalem im Glauben zu
bestärken und zur Taufe zu bringen (8,26).
Die Hilfe des hl.
Engels, Petrus vom Willen des HERRN zu überzeugen, dass auch die Heiden zum
Glauben gerufen sind, besonders deutlich im Ruf, Cornelius zum Glauben zu
bringen (S. Kap 10).
Seine Befreiung
aus dem Gefängnis, heimgeleitet durch den befreienden hl. Engel (12. Kap.).
Darf sie sich
nicht im HEILIGEN GEIST im Schatten des Kreuzes und damit der Fünf Wunden
des HERRN erkennen? Diese Zeugnisse sind in einer Zeit der immer offeneren
Verfolgung der Kirche mehr als historische Angaben, sie sollen uns Müde im
Glauben, aufmuntern, alle Angst zu überwinden, in die Spuren unserer Väter
zu treten und wie sie ohne Furcht unseren Glauben zu bekennen. Hier liegt
eine eigene Aufgabe der hl. Engel, die von Zeugen der Verfolgung in unserer
Zeit vielfach belegt wird. Wo der Mensch am Ende ist, wie der HERR am
Ölberg, da ist ihm die Hilfe der hl. Engel besonders nahe. Sie kommen dort
durch, wo kein Mensch mehr durch kann. Sie sind die besonderen Zeugen, dass
GOTTES Liebe nichts unmöglich ist, wenn wir nur glauben.
Der hl. Engel
wird „unsichtbar“
Je mehr wir uns
zeitlich von der AUFERSTEHUNG entfernen, umso mehr treten die HEILIGEN ENGEL
zurück in die ihnen von ihrem Wesen her eignende Unsichtbarkeit. Und doch
sind sie nicht weniger anwesend, denn sie tragen ja die Ordnung des Reiches
GOTTES, die sich schon in den zusammengelegten Leinentüchern im Grabe
andeutete, an denen der hl. Johannes als erster die Auferstehung des HERRN
erkannte. Dies ist ihre Sendung: die Ordnung der Kirche aufzubauen. Im
Bericht des hl.Paulus zur Auferstehung ist deutlich, wie weit diese Ordnung
schon gewachsen ist, ja die Grundstruktur der Kirche zu bilden beginnt -
immer in Richtung auf das Kreuz und die e i n e Mitte des Kreuzes, das
durchbohrte HERZ, aus dem Blut, Wasser und GEIST kamen und damit als
ĞZeugnis auf Erdenğ: die Sakramente! Die Engel treten in dem Maß zurück, wie
sich die Kirche nach dem unsichtbaren Bild der Hierarchie der hl.Engel
aufzubauen beginnt.

Der P r o l o
g des hl.
Lukas zur Apostelgeschichte
Das Evangelium
geht bis zur HIMMELFAHRT DES HERRN: H i e r beginnt die Geschichte der hl.
Kirche - in der Kraft des NEUEN LEBENS, das ihr durch den HEILIGEN GEIST i m
AUFERSTANDENEN geschenkt wird: ĞER zeigte sich l e b e n d nach Seinem
Leiden in vielen Zeugnissen und in der Unterweisung über das REICH GOTTES
(1,2f). Bezeichnend ist es, dass ER während eines MAHLES den Jüngern
aufträgt, in JERUSALEM zu bleiben und die Verheissung DES VATERS zu
erwarten, von der sie durch IHN gehört haben (1,3).
Wie das
Evangelium von Lukas auf das Letzte Abendmahl hinzielt, das der HERR in
Sehnsucht erwartet hatte, so nimmt die Geschichte der Kirche im Heiligen
Mahl mit dem HERRN ihren A n f a n g. Johannes wird dies später noch
deutlicher in seinem Evangelium herausstellen. Für ihn ist es nicht mehr
notwendig, eine Geschichte der Kirche wie die Apostelgeschichte zu
schreiben, nicht nur weil diese ja schon durch Lk geschrieben ist, sondern
weil die Geschichte der Kirche schon i m Evangelium des HERRN gegenwärtig
ist. Lukas n ä h e r t sich über MARIA diesem Geheimnis, die letzte
Erkenntnis ist Johannes, dem Seher, vorbehalten. Die Betrachtung, wie sie
Lukas durch MARIA geschenkt war, führt im HEILIGEN GEIST zur S c h a u bei
Johannes, wie in ähnlicher Weise ein Evangelium aus dem anderen hervorgeht
(siehe die Vorlesung zu den Synoptikern).
Es sind drei
Stufen im Aufbau der Kirche in Richtung auf das Himmlische Jerusalem:
·
Die Zeit der Vorbereitung, da der HERR die
Seinen ruft, mit ihnen nach Jerusalem hinauf zieht und dort den Tod
erleidet.
·
Die 40 Tage nach der Auferstehung bereiten
Seine unsichtbare Führung der Kirche durch Seine Gegenwart in der Hlst.
Eucharistie vor. Auf diese Mitte hin und von dieser Mitte her muss die hl.
Kirche leben.
·
Es sind die 50 Tage hin auf Pfingsten in der
Erwartung des HEILIGEN GEISTES
Die 50 Tage haben
eine Parallele in den „1000 Jahren“ von Offb 20. Die Engel helfen nicht nur
die Kirche von Außen in ihrer Struktur aufzubauen (wie sie sich wunderbar in
den mittelalterlichen Kathedralen abbildet), sie werden die Kirche immer
mehr durchdringen, dass sie wahrhaft nicht nur in der Horizontale alle
Völker umfaßt, sondern in der Vertikale auch die stumme Schöpfung und das
Reich der Engel einschließt.
Das Reich GOTTES
muss im Zeichen des Kreuzes, kraft der Auferstehung CHRISTI noch hier auf
Erden sichtbar werden. Erst dann kommt das Ende, wenn der SOHN, der jetzt
als CHRISTKÖNIG in der Mitte Seiner Kirche thront, Seine Herrschaft dem
VATER unterwirft.
Die Offenbarung
über den endzeitlichen Einsatz der hl. Engel, wie sie Mutter Gabriele B.
geschenkt wurde, erwächst aus dem Geheimnis der GEGENWART DES HERRN in der
Hlst. Eucharistie. Auch wenn die Kirche hier in einem Disziplinardekret
Zurückhaltung auferlegt hat, weil ihr noch das lebendige Zeugnis ihrer
Glieder fehlt, ist nicht gerade dieses Dekret Anruf zum Zeugnis, nicht
zuerst durch das Wort, sondern in unserem unerschütterlichen Glauben, dass
gerade die die Hilfe ist, die die Kirche im geistigen Kampf dieser Tage
notwendig hat.
Sie ist im GEIST,
so sehr sie an die Engeltradition in der Kirche anknüpft gerade im Zeugnis
von M. Bitterlich zuerst Leben und dann erst Wort, das auf unser Zeugnis
wartet. Doch wie kann es zu solchem Zeugnis kommen, wenn gerade denen, die
die Kirche offiziell dazu erkannt hat, darüber schweigen müssen? Sie will
zuerst in schweigende, betrachtende Herzen wie das MARIENS gelegt werden,
bevor sie hinausgeht. Hier hat die Kirche nur Recht, wenn sie uns zur
Disziplin ruft. Es braucht ein Warten, ein Reifenlassen, gerade im Umbruch
dieser Zeit, wo der Feind so viel Verwirrung bis in die Kirche bringt.
Notwendig muss die Kirche hier ihr Wort sprechen. Dieses Wort darf nicht
zuerst in Angst als striktes Gebot verstanden werden, sondern eher als ein
Anruf, mit kleinen Schritten vorwärts zu gehen, im Gespräch mit der Kirche,
die aber gerade unseren Glauben an die Richtigkeit und Notwendigkeit dieser
Hilfe fordert.
Nur in IHM und
auf IHN hin, als DEN IN DER KIRCHE und bei der Kirche BLEIBENDEN HERRN (vgl.
den Mt - Schluß!) ist die Sendung der hl.Engel in rechter Weise zu
verstehen. Sie ist Sendung hin auf die Vollendung der ganzen Schöpfung. Mit
ihnen und den Getreuen, die sich dem hl. Engel verbinden, wird der „achte
Tag“. Das Neue Jerusalem wird schon hier Wirklichkeit, bevor es im Wachstum
von HERR, Mensch und hl. Engel aufsteigen darf zu letzter Vollendung in und
durch den DREIEINIGEN GOTT. Immer mehr muss sich das Hohepriesterliche
Gebet, Jo 17 erfüllen! In diesem Sinne wollen auf die Offenbarungen St.
Gabriel an den „Bruder Angelicus“ verstanden werden. St. Gabriel ist für
den, der sich tiefer in die Geheime Offenbarung vertieft, nicht nur der hl.
Engel der Verkündigung, sondern auch der „Engel mit dem Büchlein“ (Offb.
Kap. 10), der von der Kirche Rechenschaft fordert: „Was habt ihr mit dem
höchsten Geheimnis der Liebe der Hlst. Eucharistie gemacht?“
Das B l e i b e n
, das der HERR den Jüngern hier aufträgt, will sie tiefer einwurzeln im
Glauben, der in ihren Herzen durch die Gegenwart des HERRN und nicht zuletzt
durch die Hilfe der hl. Engel immer mächtiger gewachsen ist. Sind sie nicht,
geprüft in ihrem Bekenntnis zur Majestät GOTTES in letzter Härte geprüft
worden auf ihren Glauben. Steht heute nicht die Kirche und mit ihr die ganze
Menschheit in der gleichen Prüfung, da wir „mündig geworden sind“? Sie sind
wahrhaft die Bleibenden im Zeugnis für den HEILIGEN GOTT; den wir vergessen
haben. Erinnern wir uns: die hebräische Wortwurzel für Bleiben und Glauben
ist dieselbe. Nur wenn wir uns auf diese Seine bleibende GEGENWART
ausrichten, wie sie es tun, können wir den HL.GEIST empfangen und in IHM
unser Zeugnis geben. Darum werden Apostel nüchtern gemahnt, in Jerusalem zu
bleiben, geschart um das bleibende Zeugnis der MUTTER, um die Sendung des
Auserwählten Volkes weiterzuführen. Wie sehr brauchen wir ihre Gegenwart,
von der Lk am Ende dieses Abschnittes sprechen wird (1,14).
Der HERR erklärt
ihnen die ĞVerheißung des VATERSğ noch näher: ĞJohannes taufte im Wasser,
ihr aber werdet in wenigen Tagen im HEILIGEN GEIST getauft werden (1,5). Der
HL. GEIST aber ist es, der sie in den HERRN hinein tauft, der ihr Leben
immer mehr in das BLEIBENDE LEBEN IN DER HLST. EUCHARISTIE hinein nimmt.
Da die Jünger
noch nicht verstehen, muss notwendig die Frage aufstehen nach der
Wiederherstellung des Reiches (6). Der HERR weist die Fragen zurück: nicht
um ein Wissen geht es, sondern um die Sendung im Heiligen Gehorsam. Hier
wird schon im Anfang der Kirche eine der gefährlichsten Häresien: die
Gnosis, gebrandmarkt, die sie auch heute zu zerstören versucht. Nicht mehr
wissen müssen sie, sondern sie brauchen die Kraft zur Erfüllung ihrer
Sendung (Ğdynamisğ), um ZEUGNIS abzugeben über die ganze Welt hin! (8). Wo
sie die Sendung erfüllen, werden sie besser erkennen.
Nach diesen
Worten wird ihnen die Gegenwart des HERRN entzogen. Sie wissen jetzt
angeldweise, dass der HERR ein ANDERER ist, dass ER in anderer Weise bei
ihnen bleibt. In diese andere Gegenwart müssen sie sich mit der Hilfe des
HEILIGEN GEISTES immer mehr hineinbeten - hier wird ihnen die Mutter GOTTES,
die b l e i b t, die größte Hilfe sein. Nicht umsonst ist auch auf sie im
Bild der Wolke, in der der HERR sich entzieht, angespielt. Aus ihr wurde der
HERR geboren, in ihr bleibt ER im Geheimnis der Hlst. Eucharistie bei uns.
Wo ER ist, da ist auch Sie, dh. auch wenn kein Bild von ihr in der Kirche
hängt, sie ist dort, Sie ist der Tabernakel. Wo die Kirche fromme Gewohnheit
wird, wird Alles immer mehr versachlicht, wir müssen an der Hand des hl.
Engels und MARIENS den umgekehrten Weg gehen, wie ihn uns die Ostkirche
besonders durch die Ikonen weist.
Wie am Anfang,
vor dem leeren Grab, müssen die hl. Engel dem Unglauben, der Blindheit des
Menschen für die geistige Gegenwart des HERRN zu Hilfe kommen. Da die Jünger
ihre Augen nicht vom Himmel abwenden können, wohin ihnen der HERR entzogen
wurde, kommen zwei Männer in Ğweißen Gewändernğ auf sie zu (11) und belehren
sie: Ğauf die gleiche Weise, wie ER von euch geschieden ist, werdet ihr IHN
wiederkommen sehen (11). Wie der HERR über die Neun Chöre der Engel zur Erde
herabgestiegen ist, so kommt ER in MACHT UND HERRLICHKEIT (wie sie die Chöre
der Engel darstellen), wieder am Ende der Zeit.
Die R ü c k e
h r der Jünger nach J e r u s a l e m (12ff).
Nach der letzten
im Evg. des Lk erwähnten Erscheinung führte der HERR sie hinaus nach
Bethanien (24,50), wo ER ĞSeine Hände über sie erhob und sie segneteğ. ĞUnd
während ER sie segnete, schied ER von ihnen.ğ (5 1)
Bethanien war die
letzte Station vor Seinem Leiden, es liegt nach der Angabe der Synoptiker
unweit vom Ölberg (vgl. zur Ortsangabe: Mt 21,17.26,; Mk 11,1, 11f, 14,3, Lk
19,29,24,50; Jo 11,1,18; 12,1). Es ist die Heimat der Familie Marias,
Marthas, Lazarus - wo der HERR nicht nur Seine Liebe verschenkt hat, sondern
auch Gegenliebe fand. Bethanien ist wie ein erster Hinweis auf die Kirche
als familia christiana, ein Stück ĞHimmel auf Erdenğ. An diesen Ort hat der
HERR die Jünger zurückgeführt, nicht nur um in ihnen die Erinnerung an das
Vergangene wieder aufleben zu lassen, damit sie sie im HEILIGEN GEIST besser
durchdringen.
Die Jünger dürfen
erahnen, dass in dieser Liebeseinheit mit dem HERRN in der Hlst. Eucharistie
ihr K r e u z w e g hinauf zum Himmlischen Jerusalem von neuem beginnt, dass
ER in ihnen diesen Kreuzweg gehen will zur gänzlichen Erlösung der Welt von
allen Sündern. Für dieses Neuwerden des Menschen hat ER am nahen Ölberg Blut
geschwitzt. Wenn der HERR an dieser Stelle von ihnen scheidet, so ist dies
ein Hinweis, dass der HEILIGE GEIST diese Erneuerung des Menschen im Blute
CHRISTI vollenden wird. Sie ist gebunden an Jerusalem - nur dass hier das
Irdische immer mehr auf das Himmlische, auf das wir zugehen, transparent
wird. Bethanien liegt vor Jerusalem; vor der Stadt hat der HERR gelitten,
mit dem Blick auf sie ist ER gestorben am Kreuz. Wenn die Kirche das Kreuz
aufnimmt, wird sie endlich heimkehren.
Mit ĞT e m p e lğ
(vgl.14,53 ist nicht zuerst der materielle Tempel der Juden gemeint. Tempel
ist, wie es endlich Johannes in der Schau des Neuen Jerusalems aufweisen
wird: die GEGENWART GOTTES unter den Menschen (vgl. Apk. 21,23). Die äußere
Konstruktion des Tempels ist nur Zeichen für diese SEINE GEGENWART unter
uns. Die Wirklichkeit des ĞTempelsğ beginnt, wo GOTT in einer Menschenseele
einwohnt! In der Apg. wird besonders auf das Obergemach hingewiesen - in dem
HERR mit ihnen das Letzte Abendmahl gehalten hatte.
Am Ende des
Evangeliums schauen wir auf das Ende, hin zum Himmlischen Jerusalem. Hier
sind wir am Anfang: die Kirche beginnt dort, wo der HERR in der Hlst.
Eucharistie SEINE GEGENWART unter ihnen und in ihnen gesetzt hat. Hier ist
auch materiell der Anfang der Kirche, hier wurde die erste Heilige Messe
durch den HERRN selbst gefeiert. Die Kirche muss dort ansetzen, wo der HERR
sie zurückgelassen hat - in der Sehnsucht, mit IHM das MAHL zu feiern
(22,15ff). ĞDenn wahrlich ICH sage euch, ich werde es nicht mehr mit euch
teilen, bis es sich im REICHE GOTTES erfüllt haben wirdğ (16). Auch die
Einheit mit dem hl. Engel, die in uns wachsen soll, muss dort ansetzen. Es
gibt nur Eine Mitte: den HERRN, und dies in der HLST. EUCHARISTIE.
Das Reich GOTTES
beginnt dort Wirklichkeit zu werden, wo die Jünger das Gedächtnis des HERRN
feiern im Abendmahl, das Er in diesem Obergemach eingesetzt hat. Hier wird
auch offenbar, dass das REICH GOTTES weiter reicht als die Kirche - es
erfüllt sich im Hochzeitsmahl DES LAMMES, wie es uns die Geheime Offenbarung
aufzeigt (vgl. 21,1ff) - Die Einladung zu diesem ĞHochzeitsmahlğ ergeht
schon in 19,7 u. 9!). Hier wird deutlich, was G e b e t b e d e u t e t und
warum sie vorher nicht wirklich beten konnten, auch wenn es der HERR ihnen
im VATERunser gelehrt hatte!
G e b e t ist T e
i l n a h m e am Gespräch des SOHNES mit dem VATER, das mit der Empfängnis
des SOHNES in MARIA auf Erden wieder begonnen hatte (es war durch die Sünde
des ersten Menschenpaares verloren gegangen, immer mehr hatte sich der Feind
dazwischen geschoben, um es endlich ganz von GOTT abzubiegen und auf sich zu
richten!) Nur im Gebet und zwar konkret im Gebet i n und durch JESUS im
HEIILIGEN GEIST, können wir wieder der lebendigen Wirklichkeit GOTTES
begegnen. Gebet ist nur dann wirklich, wenn es in MARIA seinen Anfang nimmt
und sich auf ihr Gebet stützt - denn sie ist der erste Mensch, der mit
seinem ganzen Sein GOTT Antwort gestanden hat und damit in das Gespräch des
VATERS mit DEM SOHNE eingehen durfte.
Das Gebet in
dieser ersten Gemeinde im Obergemach des Abendmahlsaales ist Gebet in dem
Maße wie der HERR in MARIA und den Aposteln gegenwärtig ist im im HEILIGEN
GEISTE! Darum gehört, wie es hier Lukas ausdrücklich festhält, die Einheit
der Jünger in JESUS CHRISTUS DEM AUFERSTANDENEN dazu! Sie haben in, mit und
durch MARIA im HEILIGEN GEISTE zu der Einheit miteinander zurückgefunden,
die der HERR unter ihnen gestiftet hat: die Aufzählung der Namen der Jünger
weist darauf hin; erst jetzt sind sie wahrhaft Jünger des HERRN geworden im
Einsein mit dem HERRN IM HEILIGEN GEIST, mit, durch, in MARIA.
Die je
persönliche Erfahrung der Hilfe des Engels, ist Voraussetzung, dass die
Kirche sich nach dem Bild der Hierarchie der hl. Engel aufbaue. Die
Kathedralen und Dome der Christenheit sind uns dafür heute noch ein
sichtbares Zeugnis, wie sehr sich hier heilige Ordnungen aufgebaut haben,
die der Feind heute nieder rennt, weil die persönliche Begegnung mit dem hl.
Engel verloren ist. Notwendig müssen neue Steine in der Einheit von Engel
und Mensch geprägt werden, die die Verheißung tragen: „Siehe ICH mache Alles
neu!“ Es geht nicht um Menschenwerk – das wird zerfallen, sondern die je
personal angenommene und gelebte Hilfe der hl. Engel. Wer die Prüfung
besteht, den werden sie bergen in die ARCHE DES KREUZES, des BROTES, des
WORTES.

Auferstehung und Apokalypse,
Blick hin zur Geheimen
Offenbarung
Teil III schaut auf den GERECHTEN GOTT
Hier verspricht das Opfer des Kreuzes
- Heilwerden von Mensch und Schöpfung (VII)
+++
Ich trage keine Blumen mehr zu Seiner Grabestüre,
denn sie ist offen und der Duft der Lilien
liegt schon im ganzen Garten ausgegossen,
darüber Seine ewgen Augen hingeblickt.
So schmerzlich ER gegangen,
so selig wird ER kommen.
Ich habe nur zu warten, bis ER kommt.
+++

S t r u k t u r
der Kirche ist das KREUZ, da sie Abbild der himmlischen Hierarchie ist, ist
hier der Ort, wo sie den hl. Engeln begegnet: im Zeichen der vier Säulen des
Hauses GOTTES, die hier wir dort aufstehen in MARIA und in MARIA ihren
Abschluss finden. Sie hat das Kreuz nicht nur unter dem Kreuz gestanden mit
Johannes’, sie hat es auf sich genommen. Musste sie nicht mit IHM sterbend
unter dem Kreuz absteigen bis hinunter auf den Felsen, in das es gerammt
wurde? Musste sie nicht hinter IHM einziehen in den Limbus, wo die Gerechten
auf IHN warteten, als bleibendes Zeichen der Erlösung bis ans Ende? Hier
wurde unlösbar die Verbindung der streitenden, leidenden und triumphierenden
Kirche gesetzt. Der Fels aber bleibt als Zeichen des Sieges in der Mitte der
Hölle, bis auch im Mystischen Leibe die Dreifache Kirche, eins in der
Siegenden mit IHM heimgekehrt ist. Sie selbst ist mit Johannes Fels geworden
und bleibt mit ihm bis die Kirche ihr Altersmaß in CHRISTUS erreicht hat.
Wir müssen auch
in der Apostelgeschichte durch das Wort durchschauen auf die Wirklichkeit,
die hier aufgerufen ist. Das stumme Zeugnis der MUTTER wird sich dem
Betrachtendem im GEIST erschließen, damit er tiefer verstehe! Hier sind uns
die Väter in ihrer pneumatischen Exegese wegweisend vorausgegangen. Die
Goldmine, die sie hier erschlossen haben, ist fast verschüttet. Danken wir
GOTT, dass unser hl. Vaters Benedikt XVI in den Fußstapfen des Franziskus
und hl. Bonaventura das Zeugnis der Schrift aufgenommen hat, das bleibt,
weil es Fels ist, wie das eingerammte Kreuz, wie unsere Nahrung in allem
Hunger nach GOTT. Wer Sein „Fleisch isst, Sein Blut trinkt, wird leben in
Ewigkeit!“ So ist es auch hier ein Dreifacher Fels, der in aller Brandung
des Hasses zusieht, wie dieser Hass sich aufreibt zu unsterblicher Asche! Im
Maße die hl. Engel stützen und stärken die Wenigen Getreuen, wird sie schon
hier auf Erden eine triumphierende Kirche. Alle äußere Struktur, die der
Feind in glühender Wut nieder reißt wird in der Wandlungskraft des Feuers
nach Innen heiliges Rückgrat ihres Wachstums hinein in den Himmel.
Auch in der
folgenden Betrachtung wird hilft uns die GO , das Geheimnis der Kirche nicht
nur im Buchstaben des Gesetzes zu fassen, der uns verführt, uns zu
rechtfertigen. In der GO wird es aufgerissen im strahlenden LICHT des
GEISTES. Um es tiefer zu erkennen, müssen wir erst frei werden von all den
Sicherheiten, die uns gegen den Größeren GOTT abschirmen, der uns heute ruft
zum Kampf an der Seite Seiner hl. Engel. Hier sind wir in der Schlinge des
Feindes. Nur mit dem Schwert des Kreuzes in der Kraft der Auferstehung kann
die babylonische Gefangenschaft, in die wir durch unsere Sünden geraten
sind, gebrochen werden. Was hier, nur wie am Rande von der Offenbarung an
Fr. G. Bitterlich erwähnt wird, will das Disziplinardekret zum OA im Licht
der Auferstehung anheben, ist es doch mit Anruf unseren Gehorsam GOTT und
der Kirche in eins zu sehen.
Die
Auferstehungsberichte sind, wo sie im Licht des Siegenden Kreuzes verstanden
werden Zugang zum Geheimnis der uns unbegreiflichen Einheit von
Gerechtigkeit und Barmherzigkeit GOTTES, wie sie in der GO dem Betenden
offenbar wird. Das „Siehe ICH mache Alles neu!“, das über ihr steht ist
Anruf, sich Seiner Gerechtigkeit zu stellen, um sie in Barmherzigkeit zu
wandeln. Es weist dieses Wort zurück auf die Bergpredigt mit ihren
Seligpreisungen, die zuerst eine Herausforderung sind an die immer Wenigen,
die bereit sind, für die Sache GOTTES Alles und das Letzte hinzugeben. In
dieser Ganzhingabe, in der die Meisten überfordert sind, stehen sie
fürbittend und sühnend für die Vielen, die hier nicht mitkommen und doch in
ihrem Herzen spüren, dass auch für sie dieses Wort gilt. Spätestens in der
Stunde des Todes, müssen sie über den Alten Menschen hinweg den Mut
aufbringen in das „Neue Land“ einzutreten, das uns der HERR in Tod und
Auferstehung erschlossen hat.
Schon hier muss
der Halt am Ich und der Welt im rücksichtslosen Angriff des Feindes als
Werkzeug der Reinigung in uns brechen oder uns als Feiglinge noch mehr dem
Feind in die Hände treiben. Die Gefangenschaft, in die die Kirche geraten
ist, wird zum KZ. In Mauthasen wurden die Meuternden in der
berüchtigten„Hasenjagd“wie Freiwild abgeschossen. Vorher hatten sich die
Tapfersten auf die Elektrozäune geworfen, um den Nachfolgenden den Weg zu
öffnen. Heiliges Zeugnis wie immer die Wenigen den Weg in die Freiheit der
Kinder GOTTES mit dem eigenen Leben bezahlen müssen, wie ER es getan hat für
uns Alle! Nicht weniger laut spricht das Zeugnis vom 20 Juli, auch wenn es
wie dort keine äußere Frucht brachte. In Mexiko hat die Tat eines Einzelnen,
das Land von der Diktatur befreit. Der Zeugnis ist hier kein Ende.
Wo es um den
Aufbau der Kirche – sei es in unserem Herzen, sei es nach Außen – geht
braucht es einen vorbereiteten Grund. Zeichenhaft ist es der Grundstein, der
manchmal sogar heute noch gesegnet wird, einfach weil er Anfang ist. In der
Kirche ist dieser Grundstein in ihrem „Fiat“ zum HERRN MARIA. In der
Himmelfahrt wird sie offziell von der Kirche als der Schlussstein
hingestellt. Himmelfahrt hat nicht nur Bedeutung für sie allein, hier
bleiben wir gerne stehen. Dieses letzte entscheidende Dogma hat eine
Bedeutung für die Kirche und die ganze Menschheit, die wir heute noch gar
nicht absehen können. Sie kann uns nur im Licht der GO tastend aufgehen.
Mir dieser
dogmatischen Entscheidung hat die Kirche unterstrichen, was im ihr im
HEILIGEN GEIST im Laufe der Kirchengeschichte immer deutlicher geworden ist.
Wenn JESUS Alpha und Omega, Anfang wie Vollendung der Schöpfung wie unseres
Heiles ist, dann ist es, wie in geschöpflichem Spiegelbild auch MARIA. Im
Bild ULF von Guadalupe ist dies zeichenhaft festgehalten.
Hier kommen wir
dem Wort von Romano Guardini vom „Ende der Neuzeit“ entgegen. Wo MARIENS Ja
zur Erlösung des Menschen von der Sünde eingeht in das JA des VATERS zu ihr,
der sie mit Leib und Seele in den Himmel aufnimmt, eingeht, ist die
Heilsgeschichte zeichenhaft in ihrer Person vollendet. Weil sie das JA aber
im Namen der ganzen Schöpfung gesprochen hat, steht die Erfüllung im
Mystischen Leib der Kirche aus. Wir, arme Sünder, können hier im Glauben mit
ziehen, vollbringen kann es allein GOTT. Doch stoßen wir hier nicht, wenn
wir nicht ganz blind sind, konkreter geht es nicht, auf die Verheißung der
GO: „Siehe ICH mache alles neu!“ Müssen wir hier dann nicht die
erschreckenden Zeichen der sich überschlagenden Katastrophen, ebenfalls in
einem ganz neuen Lichte sehen?
Sie sind nicht
nur Zornschalen, das sind sie für die, sich bewusst an der Seite Satans
gegen GOTT stellen, sie sind für uns, neuer Beweis, dass GOTT nicht abseits
steht. Doch ER lässt ihm die Freiheit der je persönlichen Entscheidung zu
IHM oder gegen IHN. Bewusst hat der hl. Vater Benedikt XVI. zuerst von der
Liebe, als dem einzig notwendigen gesprochen. Doch gerade die „Liebe“ schon
vom Weltmarkt „aufgekauft“ ist, wer hat verstanden, was er damit meint. Sein
mutiges Eintreten gegen die Empfängnismittel, hat ihn in England zum
Menschenfeind Nr. 1 gestempelt, der vor das Gericht gestellt gehört. Nur in
einem Inneren Kreis, den die hl. Engel in den versiegelten Gemeinden erst
aufbauen müssen, ist der wuchernden, bewussten Verdrehung aller heiligen
Begriffe Einhalt zu gebieten. Inzwischen gehört diese Sprachreinigung
notwendig mit in unsere tägliche Gewissenserforschung. Nur so können wir der
wie eine Pest um sich greifenden Vergiftung auch der Sprache entgegen
arbeiten. Im Licht der hl. Engel ist uns hier eine entscheidende Aufgabe
gestellt, da die Ansteckung nicht nur in den Sprachgebrauch der Theologie,
sondern schon vorher in der Übersetzung der Schrift eingedrungen ist.
Nichts ist heute
so in allen Farben schillernd wie der Begriff der „Liebe“ Wo GOTT für die
Menschen tot ist, weil wir längst unsere eigenen götter gewählt haben, hat
hier Jeder seine Deutung vom Sex bis hin zum Paradies auf Erden, das uns die
Eine Weltherrschaft verspricht.. Darum macht der Eine „gott“ der Moslem
heute große Beute. Man muss sich ihm fügen und doch dabei, so meinen sie,
das Beste noch für sich herausholten. Diese „Beste“ aber ist nichts anderes
als das „Süße Leben“, das der Feind gerne als Werbegeschenkt mit dazu gibt.
Es hat in der ganzen Welt durchschlagend gewirkt. Der „Lügenprophet“, der
sich vielerorts schon sichtbar gibt, hat hier in der Weltwirtschaft (wo
sogar die Kommunisten mitziehen müssen!) vorgearbetet: Die GO spricht von
ihm nüchtern als dem „Tier“. Er ist der Dritte im Bund der falschen
dreifaltigkeit, die mit dem 12. 0Kapitel nach vorne tritt und im 13. Kapitel
ins unfehlbare Rampenlicht der hl. Engel rückt. Die „Zahl“ ist uns allen
bekannt, ihr Hintergrund nicht.
Offb 13,13 Es tat
große Zeichen; sogar Feuer ließ es vor den Augen der Menschen vom Himmel auf
die Erde fallen. 14 Es verwirrte die Bewohner der Erde durch die
Wunderzeichen, die es im Auftrag des Tieres tat; es befahl den Bewohnern der
Erde, ein Standbild zu errichten zu Ehren des Tieres, das mit dem Schwert
erschlagen worden war und doch wieder zum Leben kam. 15 Es wurde ihm Macht
gegeben, dem Standbild des Tieres Lebensgeist zu erleihen, so daß es auch
sprechen konnte und bewirkte, daß alle getötet wurden, die das Standbild des
Tieres nicht anbeteten.
16 Die Kleinen
und die Großen, die Reichen und die Armen, die Freien und die Sklaven, alle
zwang es, auf ihrer rechten Hand oder ihrer Stirn ein Kennzeichen
anzubringen. 17 Kaufen oder verkaufen konnte nur, wer das Kennzeichen trug:
den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. 18 Hier braucht man
Kenntnis. Wer Verstand hat, berechne den Zahlenwert des Tieres. Denn es ist
die Zahl eines Menschennamens; seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig[16].
Wir stehen mitten
in diesem Tun des Bösen, doch wer erkennt. Weil unsere Augen nur auf die
Dinge dieser Welt gehen, sind wir blind für das Wirken des Feindes. „In
trüben Wassern ist am besten fischen!“ Er selbst hat uns dazu gebracht. Die
erkennen und nicht einstimmen, sind Feinde des Fortschrittes, die schon
heute verfolgt werden. Auch wenn sie der „anderen Seite überlassen ist: die
notwendige Säuberung von Kirche und Menschheit hat begonnen.
Bestehen können
wir sie nur, wenn wir die flehenden Anrufe des VATERS durch MARIA um Gebet
und Buße, seit Beginn der Neuzeit, das ist sei 1531 der Erscheinung ULF von
Guadalupe, mit dankbarem, lobpreisenden Herzen aufnehmen. Wir werden kommen
nicht weniger in die Prüfung, doch nicht wie die Welt in Sinnlosigkeit und
Auflehnung gegen GOTT. Wo wir dieses unser Leiden als Sühne mit der
Schmerzensmutter aufopfern, helfen wir Seelen retten, die sonst verloren
gehen. Weder durch unser Wort noch unser Tun können wir etwas ändern. Bis in
unsere Familien erfahren wir die Ohnmacht JESU in Seiner Passion. Wir teilen
mit IHM alle Schmach, die er als Gefangener der Liebe in der Hlst.
Eucharistie erleidet. Nicht umsonst hat St. Gabriel in Fatima den Kindern
das Sühnegebet gelehrt und mit ihnen drei Stunden lang gebetet.
MARIA ist das
rettende Schiff mit dem Mast des Kreuzes und der Hlst. Eucharistie als Segel
(nach der Vision Don Boscos). Sie wird uns an Bord nehmen, wenn wir nach ihr
rufen, auch wenn die Wellen schon über uns zusammen schlagen. Sie bleibt mit
ihrem SOHN Anfang und Ende, darum auch Boden und Vollendung der Ecksäulen,
die jedes Haus braucht, um im Sturm der Zeit zu bestehen. Die Hierarchie der
hl. Engel ist nicht eine menschliche Erfindung, dies ist schon den
heidnischen Neuplatonikern vor CHRISTUS aufgegangen. Sie ist das geistige
Rückgrat aller Ordnung, die uns von GOTT in JESUS CHRISTUS im HEILIGEN GEIST
zukommt.
In ihr ist kein
Platz für allzu menschliches Beiwerk, für „freies Maurern“. In der
Erschütterung, die wir erfahren, kann nur bestehen, was GOTT selbst
aufgebaut hat. Nach ihrem Maß ist die Schöpfung aufgebaut, ist die Kirche
gewachsen. Diese Gnade ist im Stein unsrer Kathedralen Zeugnis gegen uns. Da
wir sie, verführt durch den Widersacher. Dem Fortschritt geopfert haben,
zieht sie GOTT zurück und gibt sie in die Hände der Getreuen. Nur in, mit
und durch die hl. Engel, auf dem Boden MARIA und aufschauend zu ihr, kann
die Kirche an Haupt und Gliedern neu werden! Zeichenhaft stehen die
Ecksäulen als Teil für das Ganze der uns in den hl. Engel vorgegebenen
Ordnung der Schöpfung im hl. Kreuz. Sie weisen in ihren Namen auf die Vier
wesentlichen Eigenschaften GOTTES, dem Vierbuchstabigen Namen JAHWE. In der
Philosophie erkennen wir ihre Auswirkung in den Kardinaltugenden Maß,
Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit. Sie erinnern uns an das Geheimnis der
Menschwerdung GOTTES in JESUS CHRISTUS. In IHM hat sich der DREIEINIGE GOTT
mit der Viergestalt der Schöpfung für immer verbunden.
Die Ecksäule
HEILIGE GOTT zeigt sich im Leben und Sterben des SOHNES (FILIUS PATRIS).
Diese setzt der HEILIGE GEIST als erste in der Auferstehung JESU. Sie ist
nicht zu überrennen, alle täuschende Macht des Bösen wird an ihr zerbrechen:
Für sie steht Das Lebende Wesen „Engel“ mit dem hl. Matthäus Im Betrug der
Verantwortlichen vom „Gestohlenen Leichnam“ hat GOTT die Scheidung gesetzt
bis ans Ende der Zeit. Das Licht wird die Finsternis überwinden. Das
Lebewesen Engel/Mensch lässt uns nüchtern erkennen: nur wenn uns in Einheit
mit dem hl. Engel neues Licht und neue Kraft zukommt, werden wir den
ungleichen Kampf mit den Mächten der Finsternis bestehen.
Die Ecksäule
WEISER GOTT ist angedeutet im Letzten Abendmahl. ER wird mit uns bleiben im
Sakrament des Altares bis ans Ende der Welt. In den Auferstehungsberichten
kommt sie uns besonders bei Lukas entgegen, da der HERR die Jünger zuerst
auf dem Weg nach Emmaus und dann noch vor der Himmelfahrt auf die GOTT
gewollte Notwendigkeit Seines Leidens hinweist. ER geht mit ihnen wie Einer
von ihnen, hier offenbart sich das Lebende Wesen: Stier mit dem hl. Lukas,
das in christlicher Sicht als Lamm gedeutet werden muss. (AGNUS DEI).
Der Ecksäule
GERECHTER GOTT begegnen wir bei Johannes. Da wir IHM nicht geglaubt haben,
nimmt IHN der VATER zu sich für „eine Zeit“ ER wird wieder kommen als
Richter der Lebenden und Toten und uns die Einheit von Liebe und
Gerechtigkeit erkennen lassen: (REX GLORIAE). Hier steht das Johannes
Evangelium mit seiner Adlerschau. Der Adler durchschaut von Oben Alles hin
auf GOTT, wie wir es in den Auferstehungsberichten bei ihm erkennen.
Der ALLMACHTIGE
GOTT offenbart Seine Ecksäule im Wort des HERRN bei Markus ((DEUS JUDEX):
„Neuer Wein braucht Neue Schläuche!“ Diese Ecksäule verschränkt sich mit der
vorhergehenden. Sie trägt das Wort der GO: „ICH mache Alles neu!“ GOTTES
Gerechtigkeit muss endlich triumphieren. Sie bereitet die GOTTESstadt noch
auf Erden als „Stadt auf dem Berge“, „Licht auf dem Leuchter“
Die beiden
letzten bilden wie das Tor, durch das die Schöpfung eingehen in den
DREIEINIGEN GOTT. Die Gerechtigkeit GOTTES hat in Erbarmen auf den letzten
Menschen gewartet, sie spricht in Allmacht ihr gerechtes Urteil. Sie wird
die Neuordnung Himmels und der Erde für alle Ewigkeit festlegen.So ist die
Kirche schon in ihrem Anfang durch das KREUZ dem VIERBUCHSTABIGEN NAMEN
GOTTES zugeordnet: sie darf im KREUZ über den SOHN, Sein irdisches Abbild
sein. In dieser Viererstruktur spiegeln sich die viermal drei Mächte der
Kirche, die diesen Signa zugeordnet sind. Deutlich erkennen wir schon in der
Apostelgeschichte, wie sich die Kirche gegen alle Widerstände von Innen und
Außen in Macht aufbaut, um schon auf Erden die Große Leuchte zu sein für
Alle, die das Licht suchen!
Die Gegenwart des
H E I L I G E N GOTTES erkennen wir schon im ersten Abschnitt, Apg 1, 1 - 3,
im Zeugnis über das Leben JESU, wie es uns im Evangelium gegeben wird und
wie es am Anfang der Apg. kurz zusammengefaßt wird. Nur durch den SOHN
können wir vor GOTT heilig werden. Diese Heiligkeit aber müssen wir uns
Ğaneignenğ durch ein Leben der Nachfolge: SEIN LEBEN muss unser Leben
werden, wir müssen (Adoptiv) Söhne im SOHNE werden. Dazu will uns im Chor
der Mächte besonders die Gruppe der Mächte der Kirche[17]
verhelfen, die die drei liturgischen Zeiten des Kirchenjahres tragen. Jahr
für Jahr führen sie uns tiefer in das LEBEN JESU in der Kirche ein! Sie sind
dem Signum: ĞFILIUS PATRISğ (SOHN des VATERS) zugeordnet, denn sie fassen
das Leben JESU auf Erden zusammen. Es sind die drei Engel:
der Zeit des
Advent und der Weihnacht,
der Zeit der
Fasten, der Passion und Ostern,
der Zeit von
Pfingsten und der Pfingstauswirkung.
Auch wenn wir
nicht um ihre Namen wissen, wir erfahren ihr Wirken jedes Jahr neu in de
liturgischen Zeiten. Sie setzen das Leben JESU in der Kirche gegenwärtig bis
zum Letzten Tag. Welche geistige Strahlung in ihnen wirkt, beweisen die
Feste der Kirche, die oft sogar die Fernsten noch herbeilocken, auch wenn
sie sich ganz hinten verstecken. Wo Feste nur noch für die arbeitsfreien
Tage stehen, müssen sie notwendig verschwinden. Nicht wenige sind schon
gefallen, besonders die doppelten Feiertage. Der Arbeitsstress hat sie
überrannt, andere „Feste“ sind an ihre Stelle getreten, um die Lücke zu
schließen.
Die Gegenwart des
W E I S E N GOTTES spiegelt sich in 1,4f, der HERR bleibt gegenwärtig in
Seiner Kirche:
durch die Hlst.
Eucharistie,
durch die
Einsetzung des Priestertums,
durch MARIA.
Darum wird das
Signum ĞL A M M E S GOTTES getragen von den drei Mächten, die stehen
für das
Priestertum,
für die Struktur
der Kirche, wie sie durch die Hierarchie verkörpert wird,
für MARIA als
Fundament der Kirche.
Die Gegenwart des
G E R E C H T E N GOTTES spiegelt sich in 1,6-11 wieder dreifach:
Im Hinweis auf
Jerusalem, wo sie auf die Verheißung des GEISTES warten sollen. Von dort
sollen sie ausgehen, um Zeugnis zu geben über die ganze Erde hin! Im engeren
Sinne ist der Tempel gemeint, wo die Kirche versucht den Alten Bund
aufzunehmen. Hier hat Jahweh, da ER unter Salomon einzog, Seine Herrlichkeit
kundgetan. Auch wenn er, um der Sünde der Untreue willen, dreimal geschleift
wird. Er bleibt der HEILIGE ORT, den der VATER gesetzt hat. Jetzt ist er vom
Tempel der Moslem zugedeckt, den Juden bleibende Mahnung zur Umkehr. Für die
Christen ist es seit seiner ersten Zerstörung durch die Römer die Grabkirche
der heilige Ort geworden. In Seiner Wiederkunft wird der HERR dort vor aller
Augen den Widersacher in der Kraft Seines Wortes schlagen, da er versucht,
sich gerade dort als Messias auszugeben. Im ĞEntzugğ des HERRN durch die
Himmelfahrt hat das Gericht über die Juden begonnen. Seither ist Jerusalem
Streitapfel der drei Großen Religionen. Doch der Engel weist bei Lukas
gelegentlich der Himmelfahrt, die Jünger darauf hin, dass der HERR
wiederkommen wird, wie ER jetzt aufgefahren ist: in offenbarer MACHT UND
HERRLICHKEIT! (vgl.auch Jo 16,8ff).
im Hinweis des
Auferstandenen, dass es ihnen nicht zusteht, die ĞZeit der Wiederherstellung
des Reichesğ zu wissen. Sie ist dem VATER vorbehalten.
Im Aufbau der
Kirche nicht nur nach der Ordnung der Ecksäulen: zuerst die des HEILIGEN
GOTTES, dann die des Weisen GOTTES. dann die des Gerechten und zuletzt des
ALLMÄCHTIGEN GOTTES. Dann aber auch in der sich im GEIST fügenden Ordnung
der kirchlichen Hierarchie und ihrer Aufgaben. Zuerst müssen die Apostel um
MARIA zueinander finden, Matthias wird an den leeren Platz Judas gerufen,
dann müssen in der Ernennung der Diakone die verschiedenen Dienste geordnet,
dann die Sendung der ersten Sendlinge hinaus bestimmt werden – alles in der
Gemeinsamkeit der Liebe, die der HERR ihnen gewiesen hat. Hier ist ein
erster Ansatz für die Stände der Kirche, wie sie heute verloren ist und nur
noch als leere Tradition im Maibaum, der früher für diese Ordnung stand,
erinnert wird.
Wir erinnern,
dass die letzten zwei Gruppen der Mächte sich verschränken: Der Richtende
GOTT wird eins mit dem Allmächtigen im Zeichen des:ĞREX GLORIAEğ = KÖNIGS
DER HERRLICHKEIT
Zugeordnet sind:
Der Engel der
Wandlung - nicht die Zeit zu wissen ist wichtig, sondern dass wir alle Zeit
nützen zu unserer Wandlung hinein in den HERRN!
Der Engel der
inneren Struktur der Kirche durch das Kreuz, durch das sie allein Zeugnis
geben können in der Verkündigung!
Der Engel der
Sakramente trägt die lebendige Nahrung der Kirche im HEILIGEN GEIST, durch
die die Kirche immer mehr in ihren HERRN eingewandelt wird. In den
Sakramenten ist der Kirche die bleibende Gegenwart des HERRN gesichert. Auch
wenn ER nach der Himmelfahrt zur Rechten des VATERS thront, im Geheimnis
Seiner Menschwerdung ist ER in ihr gegenwärtig bis ans Ende der Welt!
Die Gegenwart des
A L L M A C H T I G E N GOTTES spiegelt sich im letzten Abschnitt 1, 12ff,
wo von der
Rückkehr der Jünger in den Abendmahlsaal, von ihrem einmütigen Gebet und der
Gegenwart der Mutter GOTTES und der Frauen unter ihnen berichtet wird.
Hier zeichnen die
hl. Engel der Liturgie ab: „ihrer Räume, Zeiten, Stände“.
Über ihnen steht
das Signum ĞDEUS JUDEXğ (GOTT der RICHTER) mit den drei Mächten:
Dem Engel der
Heiligen Orte: wie sehr ist das Obergemach, in dem sie weilen durch das
Abendmahl des HERRN geheiligt!
Es ist der Engel
der heiligen (liturgischen) Zeiten - Ostern ist die Mitte aller liturgischen
Zeiten!
Es ist der Engel
der Stände, der Ordnung der Menschen in der Kirche und durch die Kirche,
dass sich auch im weltlichen Bereich wie im Mittelalter die Heilige Ordnung
der Kirche spiegle. Wesentliches Kennzeichen dieser Ordnung ist die
Ausrichtung aller Stände, alles Zueinander und Miteinander der Menschen auf
die eine Mitte: JESUS CHRISTUS, den ERLÖSER!
Nur in IHM kann
die Kirche immer mehr Abbild des DREIEINIGEN GOTTES werden, nur in IHM ihre
Sendung im Kreuz über die Erde hin beginnen, um sie endlich über die Zwölf
Tore heimzubringen Wo die Ordnung nur von Außen verstanden wird, kommt sie
unserer Schwäche entgegen und steht in Gefahr, von ihr hinunter gezogen zu
werden. Sie wird Buchstabe, leere Form, löst sich auf. GOTT muss sie mit der
Hilfe der hl. Engel und der Getreuen neu aufbauen! Die hl. Engeln sichern
das Geheimnis: Kirche als Verheißung Ewigen Lebens schon hier auf Erden.
Hier beginnt deswegen auch ihr Gericht über uns! Nicht nur den LEIB DES
HERRN UND SEIN BLUT gilt es von der gewöhnlichen Nahrung zu unterscheiden.
Die Kirche steht für die Gegenwart GOTTES unter uns, wie sie in der
Menschwerdung des WORTES gesetzt wurde. Sie ist Angeld des Himmels auf Erde,
des wieder geschenkten „Paradieses“. So wie der hl. Schutzengel den
einzelnen Christen leitet, so soll er auch nach Außen in einem abgegrenzten
Raum beschützt aufwachsen.
(4x3).[18]

Auch in der
folgenden Perikope von der Wahl des Apostels Matthias wird hingewiesen auf
den Aufbau des Reiches GOTTES, wie er in der Hierarchie der hl. Engel
vorgebildet ist. Die Zahl Zwö1f ist eine h e i l i g e Zahl - es ist die
Zahl der Bestimmung der Kirche in ihrer Vollendung im Himmlischen Jerusalem
mit seinen zwölf Toren, auf die geheimnisvoll schon die 12 Stämme Israels
zugehen - darum müssen es notwendig 12 Apostel sein, die das Fundament der
Kirche bilden.
Dreimal muss
diese Zahl in der Heilsgeschichte verwirklicht werden:
in den 12 Stämmen
des Auserwählten Volkes;
in den 12
Aposteln, bestimmt durch den HERRN;
in den 12 Toren
des NEUEN JERUSALEM, die die Scharen der Erlösten aufnehmen werden.
So erfüllt sich
der Plan des Erbarmens GOTTES, dass sich die GOTTebenbildlichkeit im
Menschen in dreifaltiger Weise auspräge: hin auf den VATER, den SOHN und den
HEILIGEN GEIST. Dieses Ziel ist aber nur zu erreichen auf dem Weg des
KREUZES: der Platz des Judas muss neu besetzt werden. Nur in der Annahme des
Kreuzes, wie es jetzt auf Matthias fällt, hätte Judas eine Säule der Kirche
werden können. Nur im KREUZ ist der Kirche der Sieg verheißen - nur im KREUZ
ist GOTT mit ihr! Das Kreuz, das Judas weggeworfen hat, muss von einem
aufgenommen werden, der bereit ist, es in seiner ganzen Schwere auf sich zu
nehmen.
Nirgends ist
bisher den Aposteln so deutlich geworden, wie sehr ihre Berufung in den
Kampf zwischen Himmel und Hölle hineingestellt ist, wie im furchtbaren
Schicksal des Judas, der seinen eigenen Willen, gegen den Willen GOTTES bis
zur letzten Konsequenz, dem Selbstmord, durchgeführt hat in der selben
eisigen Konsequenz, wie sich der erstgeschaffene Engel, Luzifer gegen GOTT
gestellt hat. Auch für ihn war GOTT nur ein Mittel, um s e i n e Pläne
durchzufahren. Als er sah, dass GOTT es anders fügte, ist er nicht
zurückgekehrt im Bekenntnis seiner Schuld, sondern hat durch die Tat des
Selbstmordes selbst den Schlussstrich unter sein verfehltes Leben gezogen.
Matthias wird auf
d e n Platz gerufen, wo sich der Abgrund unter Judas aufgetan hat. Darum ist
seine Berufung a n d e r s als die der übrigen Apostel, die eigentlich noch
nicht recht wussten, WEM sie nachfolgten, als sie dem HERRN nachgingen.
Nicht wenig hat bei jedem von ihnen der Gedanke mitgespielt, dass Er der
politische Messias sei, den Israel erwartete, also derselbe Gedanke, der
Judas wohl von Anfang an durchdrungen hat und um dessentwillen er gegen alle
Ğbessere Einsichtğ, drei Jahre mit dem HERRN und den Jüngern ausgeharrt hat.
In den Jüngern hat sich die Scheidung langsam und allmählich vollzogen.
Matthias steht mit seiner Berufung im Licht der Engelprüfung des Anfangs.
Nach Tod und Auferstehung des HERRN war der Traum des politischen Messias
Ğausgeträumtğ. Die Jünger müssen hinüber auf die Ğandere Seiteğ: Johannes
hat diese Entscheidung in ihrer ganzen Tragweite an die eucharistische Rede
des HERRN geknüpft: ĞWollt auch ihr gehen?ğ In diesem scheidenden Zeichen
steht heute jeder priesterliche Berufung, letztlich auch die der Laien in
ihrem allgemeinen Priestertum. Nur als Geopferte in JESUS CHRISTUS werden
wir bestehen
Der HERR macht
schon hier den Juden deutlich: ĞKeiner kann zum VATER kommen, wenn der VATER
Ihn nicht zieht!ğ (6,44). Dieses Gezogenwerden im Heiligen GEIST ist
Grundbedingung aller Berufung. Im Zeichen des Kreuzes muss aller ĞZug nach
untenğ, des Fleisches, des Ğbloß Menschlichenğ wie des Dämonischen, das sich
unserer Schwächen bedient, überwunden werden. Nur dann kann der Gerufene
immer mehr dem HERRN nachfolgen. Matthias, von dem es heißt, er sei als ein
Schweigender der MUTTER GOTTES besonders nahe gewesen, hat sich in der
Annahme seiner Berufung ganz und gar auf die MUTTER gestützt und damit auf
ihr engelhaftes Ja des Anfanges[19].
Nur so konnte der HEILIGE GEIST ihn über den Abgrund stellen, der sich unter
Judas geöffnet hatte. Es wird uns ahnend hier schon ein wenig deutlicher,
wie sehr Matthias für die endzeitlichen Berufungen steht, von denen der hl.
Ludwig Maria Montfort schon vor dreihundert Jahren gesprochen hat.
Die Heiligen der
Letzten Zeit müssen HEILIGE MARIENS sein, wie der hl. Matthias - nur so
werden sie den Kampf mit der Hölle bestehen können. Die ENTSCHEIDUNG, die
hier von Matthias verlangt wird, kann nur in der Kraft des HEILIGEN GEISTES,
durch die Hilfe der Heiligen Engel bestanden werden. Entscheidungen, wie die
des Judas und des Matthias bedeuten nicht nur Heil oder Unheil des
Einzelnen, sie stehen in einem Geisteskampf, der über das Schicksal zeigen
die Polarität des Kreuzes: im „Werde, Komme und Weiche!“, das über jeder
Berufung steht.
Solange die
Menschheit in einem Raum der Entscheidungslosigkeit lebt, wie ihn die
orientalischen Religionen mit der Wiedergeburt anbieten, kann der Engel in
seiner Bedeutung nicht sichtbar werden. Wo der Mensch aber des Abgrundes
bewusst wird, vor dem er steht, wo er die Entscheidung wie Matthias in aller
Nüchternheit und Hellsichtigkeit des Geistes ins trifft, da wird er von
selbst nach der ihm im hl. Engel gebotenen Hilfe greifen Diese Hilfe ist für
uns CHRISTEN zuerst die HILFE DER CHRISTENHEIT: Die MUTTER DES HERRN und mit
ihr sind es ihre Helfer, voran der hl. Schutzengel und mit und durch ihm die
Hilfe der Erzengel, der Kämpfer GOTTES, ja aller hl. Engel.
Matthias war
seinem Engel als Schweigender in besonderer Weise nahe, darum schaute er
nicht nach unten, hin zum Abgrund, der der Teil Judas geworden war, sondern
hinauf mit seinem Engel zum HERRN, der ihn im HEILIGEN GEIST an diesen Platz
gerufen hat. Seine Berufung wie die des hl. Paulus haben den Ballast
menschlicher Anhänglichkeit von sich geworfen. Paulus wurde davon gereinigt
auf dem Weg nach Damaskus, selbst wenn der hl. Matthias von Anfang (wie
gefordert) beim HERRN war, muss ihn wie Paulus diese Entscheidung tief
getroffen haben.
Dass Petrus
Ğaufsteht in der Mitte seiner Brüder und das Wort übernimmtğ (1,15), ist ein
deutliches Zeichen, wie sehr die Schar der Jünger durch das Gebet in der
Führung des GEISTES steht. Auch die Zahlangabe Ğhundertundzwanzigğ hat
sicher nicht nur eine konkrete, sondern vor allem auch eine geistige
Bedeutung: 10 mal 12: eingeordnet in die Berufung Israels und ausgerichtet
auf die GOTTESstadt. Darauf weist auch schon der erste Satz seiner Rede hin:
ĞDer HEILIGE GEIST hat durch David vorausgesagt ... ğ So wie der HL. GEIST
sie zu 120 zusammengefügt hat, so muss jetzt auch ihre Zahl in der 12 wieder
voll werden!
Judas ist nicht
nur aus der Zahl der Zwölf heraus gefallen, auch die Weise seines Sterbens
ist noch ein Hinweis für die Leere, in die er gefallen ist: Ğda er sich
erhängte, brach sein Leib auf und die Eingeweide fielen herausğ (Apg 1,20).
Da Judas den HERRN als die EINE MITTE verfehlt hat, hat er, bis in seinen
Leib hinein, keine Mitte mehr, er ist nur noch Leere, wie die gefallenen
Engel. Dieses GOTTESgericht ist ganz Jerusalem bekannt geworden, so dass man
das Stück Feld, das mit mit dem Blutgeld gekauft wurde, ĞBlutackerğ nennt
(vgl. 19). Wehe den Berufungen, die mit dem HERRN ihr Spiel treiben. Der
Böse hat sie schon überschattet. Petrus, selbst nicht wenig geprüft, kann
jetzt dieser schrecklichen Wirklichkeit ins Gesicht sehen: es ist FÜGUNG
GOTTES.
So wie sie durch
die reine Gnade und Barmherzigkeit GOTTES auf den ĞWeg des Lebensğ gefunden
haben, so hat hier einer von ihnen in seiner Unbotmäßigkeit den Weg
verfehlt. Sie haben ihre messianischen Träume gelassen und fügen sich dem
Wirken des GEISTES! Petrus und die Jünger sind auf dem Wege, Neue Menschen
zu werden in JESUS CHRISTUS! Nur dort ist Führung durch den GEIST GOTTES
möglich, wo wir Wirklichkeit anerkennen, auch und zuerst die furchtbare
Wirklichkeit der Sünde! Im Schlagschatten des Judas muss der Christ festen
Stand in dieser von der Sünde zutiefst gezeichneten Welt suchen; nur so kann
er Seinem HERRN und GOTT als demütiger Knecht dienen.
Nicht umsonst ist
die Erkenntnis des Todes Judas' und der Macht der Hölle, die sich hier
offenbart, Mahnung im Anfang, unsere Berufung ernst zu nehmen und sie
täglich neu dankend ins Licht des Erbarmens zu stellen. Hier ist, schon vor
der Ausgießung des GEISTES am Pfingsttag, die erste GEISTgabe der Erkenntnis
am Werk. Petrus darf dafür als Erster vor den Jüngern Zeugnis ablegen. Der
HEILIGE GEIST ist dabei, etwas von den Maßen DER HEILSTAT JESU CHRISTI zu
offenbaren, die ihnen vorher verschlossen waren. Hier wird uns ein erster
Blick auf die GEISTgaben, vermittelt durch die hl. Engel!
In der ersten
GEISTgabe sind jeweils in Einem die anderen sechs wie in einem Keim
enthalten:
GEISTgabe
Erkenntnis: ĞDie Engel mit den Schalen der Gaben des HL.GEISTESğ wandeln das
Angesicht der Erde.
In der Sicht auf
die tieferen Zusammenhängen, in denen ihre Berufung steht, wird die Gabe der
Weisheit offenbar.
Im inneren Anruf,
den leeren Platz des Judas zu besetzen, die GEISTgabe des Rates.
In der Sicht auf
die Zusammenhänge der Schrift die Gabe der Wissenschaft.
In Anruf, über
dem Abgrund fest zu stehen, die Gabe des Starkmutes.
In der
Anerkennung des GERICHTES GOTTES über Judas die Gabe der GOTTESfurcht.
Im Beugen vor den
Wegen GOTTES die Gabe der Frömmigkeit! (vgl. 1,21-26!)
Erst jetzt, wo es
wieder zwölf Apostel sind, ist die Kirche bereit für das Kommen des GEISTES
an Pfingsten. Sie hat ihre Vollzahl und Einheit in MARIA durch das Wirken
des HEIILIGEN GEISTES gefunden. So ist in ihr nicht nur das Fundament
gelegt, sie ist mit und durch MARIA bereit, Thron GOTTES zu werden, dass
sich in ihnen wie in Ihr der Heiligste Wille GOTTES erfülle. Die Offenbarung
des GEISTES zu Pfingsten tut dies auch nach außen kund..
Hier ist der
oberste Engel in der Mitte der vier Ecksäulen Ğsichtbarğ, der den Willen
GOTTES über Luzifer trägt, auch Thron MARIENS genannt, in dem die vier
Ecksäulen im Ring der Anbetung GOTTES zusammenlaufen. Je mehr die Kirche in
diesem Willen GOTTES über den Erzfeind fest wird, um so mehr wird sie
unangreifbar, auch wenn sie im selben Maße wie ihr HERR immer mehr ans Kreuz
kommt. Im Kreuz ist die Verheißung des Sieges! So ist schon in diesem ersten
Kapitel offenbar: die KIRCHE muss sich im Kreuz und durch das KREUZ
aufbauen, von dem es heißt, dass es als HEILIGSTER WILLE GOTTES in der Mitte
der Hölle aufgepflanzt ist: Zeichen der Erlösung für den Ğverlorensten
Sünderğ, wenn er bereut; Zeichen der ewigen Verdammnis für den, der sich
gegen den Willen GOTTES auflehnt wie Luzifer und sein Anhang.
Mit der Wahl des
hl. Apostels wird die Kirche im Kreuz verankert, das der HERR in Seinem
Abstieg in der Mitte der Hölle aufgerichtet hat. Wo sie dieser Mitte in
JESUS CHRISTUS durch den HEILIGEN GEIST treu bleibt, kann sie von den
Pforten der Hölle nicht überwunden werden. Hier hat sich an Petrus mit
seiner Entscheidung für Matthias das Wort seiner Einsetzung in Mt 16,19 zum
ersten Male erfüllt. In seinem Kreuzestod und in dem des hl. Paulus in Rom
ist der Grundstein für die HEILIGE KATHOLISCHE KIRCHE gelegt.

Wer sollte IHN
zuerst sehen, als die Mutter!
Sie hat IHN
empfangen vom Himmel
und hat IHN in
Schweigen getragen,
in die Welt
hineingeboren
und aus der Welt
im Blut und Wasser
dem VATER wieder
dargebracht.
Wer sonst IHN
auch zuerst gesehen,
immer ist es die
Mutter,
weil sie unter
dem Kreuz
die ganze Welt in
sich aufnehmen sollte.
Nicht zufällig
wird heute auch die Auferstehung des HERRN angezweifelt. Es geht hier um
mehr als theologische Spitzfindigkeiten. Wenn der HERR nicht auferstanden
ist, dann ist unser Glaube leer (vgl. 1.Kor 15:13 „Wenn es aber keine
Auferstehung der Toten gibt, so ist auch Christus nicht auferweckt;), dann
gibt es auch weder Gericht noch ewige Seligkeit. Schon hier dürfte deutlich
werden, wer hinter diesen Zweifeln steht. “Wer die Auferstehungsberichte mit
gläubigem Herzen betrachtet, findet unschwer den Bogen hinüber zur Geheimen
Offenbarung, insbesondere zu den umstrittenen „1000 Jahren“ (Kap.20):
Verheißung der Königsherrschaft JESU nach vorher gegangener Reinigung schon
hier auf Erden, bevor das Ende kommt.
In drei Schritten
wollen wir wieder das Thema angehen:
Das Leere Grab
ist Gericht und Verheißung zugleich – Gericht für die die nicht glauben,
Verheißung: Offb.21:5 „Und der, welcher auf dem Thron saß , sprach: Siehe,
ich mache alles neu“ für den, der sich vom Engel weisen lässt.Es ist
Begegnung mit GOTT- GEIST: 4:23 „Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da
die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden ; denn
auch der Vater sucht solche als seine Anbeter.“ Die Vier Lebenden Wesen
werden das Kreuz über die ganze Schöpfung breiten: 6:1 „Und ich sah, als das
Lamm eines von den sieben Siegeln öffnete, und hörte eines von den vier
lebendigen Wesen wie mit einer Donnerstimme sagen: Komm!“
Dass im Reiche
GOTTES Alles mit Allem verbunden ist, mag dem, der auf GOTT schaut, keine
Frage sein, doch notwendig fragen wir weiter: „Wie?“, „Wo?“, „Wann? Sollten
wir die Frage in diesem Sinne stellen, ist sie schon leichter zu
beantworten. Fangen wir in die Mitte mit dem „WO?“ an, dann haben wir den
sichersten Ausgangspunkt, so meinen wir…. Es ist ein Versuch wert.
Das „Wo?“ der
Auferstehung ist durch die Auferstehungsberichte in den Vier Evangelien klar
bestimmt: der HERR steht dort auf, wo man IHN nach der Kreuzigung ins Grab
gelegt hat.
Das „Wann?“ ist
schon nicht mehr so genau. Es muss am Sonntag sehr früh gewesen sein.
Das „Wie?“ ist am
schwierigsten, weil die verschiedenen Berichte keine Berichte von
Augenzeugen sind.
So wie die Wachen
vor dem Grab fast vor Schrecken gestorben wären, so wäre es für die Frauen,
schon durchgerüttelt durch das Mitleiden in der Passion, genau das Zuviel
geworden, das sie umgeworfen hätte. Schon die Erscheinung des hl. Engels
warf sie um: sie standen plötzlich vor etwas, das ihnen fremd war. Es war
nicht nur Leere, sie öffnete die Enge des Grabes hinein in die Weite des
Himmels. Sie verloren den Boden unter den Füßen. Kein Wunder, dass sie den
Auftrag, den der hl. Engel ihnen mitteilte, überhörten und vor Schrecken
davon liefen.
Schon hier
berühren wir etwas von der Erfahrung Johannes in der Grotte von Patmos, die
aufbrach, dass noch heute die Spalten an Decke und Boden zu erkennen ist.
Musste es dort nicht ähnlich sein, da bildlich die Enge menschlichen
Erfahrens aufgerissen wurde in Dimensionen von Raum um Zeit, die sie
auslöschten. Freilich Keiner, wenn man so sagen darf, war besser bereitet
als dieser Apostel, der wie ein Kind an der Brust des HERRN gelegen, unter
dem Kreuz ausgehalten, in Ephesus mit der MUTTER war und nun als mehr als
Hundertjähriger auf dieser Insel gefangen lebte und seiner Verurteilung
nüchtern ins Auge sah. Hier wurde die Erschütterung der drei Stunden unter
dem Kreuz gegenwärtig gesetzt, darum erstreckt sich das Geschehen der GO
auch über die ganze Geschichte der Kirche. Die Erfahrung des Kreuzes ist der
Schlüssel hinein in die Herrlichkeit GOTTES. Nur der Mensch, der am Kreuz
vorbeigeht und doch etwas vom Licht GOTTES greifen will, ist versucht, die
beiden Pole auseinander zu nehmen. Doch das Kreuz wird ihn dann auch
erschlagen. Wo es nicht den Menschen umgeformt hat, fällt es notwendig von
Außen auf ihn, das sehen wir in Judas.
Halten wir hier
diese erste Einheit von Tod JESU und Auferstehung JESU fest. Sie ist
menschlich weder von der einen noch der anderen Seite zu fassen. Sie ist das
Maß, nach dem GOTT den Menschen geschaffen, dieses Maß muss je einmalig
erfüllt werden. In ihm wird der Mensch heil, heilig, des Himmels fähig im
HEILIGEN GEIST. Weder mit den Sinnen, noch dem Gemüt, noch im Geist kann es
der Mensch aufnehmen, GOTT muss es an ihm tun, wie ER es an MARIA in Seinem
SOHNE getan hat. Es sprengt nicht nur jede selbst gefügte Frömmigkeit, es
stellt den Menschen mitten im Leben an die Todesgrenze, vor der er notwendig
zurück schaudert. Nur in der lösenden und heilenden Gnade des GEISTES, wie
sie MAR
IA vermittelt, fanden die Frauen, voran M. Magdalena in der Katastrophe des
Kreuzes wieder Boden unter den Füßen.
Auch dies soll
uns in der Betrachtung von Tod/Auferstehung aufleuchten. ER hat nicht nur um
der Rettung der Menschen willen Seinen SOHN den Mördern ausgeliefert, ER
lässt uns nicht weniger unvermittelt erfahren, dass nur so der Himmel, der
durch die Sünde des Menschen verschlossen war, aufgerissen werden kann.
Erbarmend hilft ER denen auf, die durchgehalten haben und wahrlich am Ende
ihrer Kräfte sind, die Kraft, dieses Ungeheuren durchzustehen und ihr Ja zu
sprechen, wie es MARIA unter dem Kreuz für uns Alle getan hat.

Im Licht der
Gegensätzlichkeit „Matthias – Judas“ will die GO schon in ihrem ersten Vers,
der die Berufung Johannes als Seher bringt, verstanden sein. Wo immer uns
GOTT gerufen hat, wohin ER uns auch gestellt hat, sind wir in diese
Gegensätzlichkeit hinein gestellt, in der sich unser Schicksal entscheidet.
In der GO wird dieser Ruf durch Johannes Anruf an jeden Einzelnen von uns,
ob wir uns ihm stellen oder nicht. GOTT lässt ihn durch Johannes gegenwärtig
setzen über Zeit und jedem Ort, besonders aber jetzt, wo ER auf die
Reinigung der Kirche drängt. ER ruft seine Himmlischen Heerscharen, die
Antwort des Menschen zu erzwingen.
Offb 1:1
„Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gegeben hat, damit er seinen
Knechten zeigt, was bald geschehen muß; und er hat es durch seinen Engel,
den er sandte, seinem Knecht Johannes gezeigt.. 2 Dieser hat das Wort Gottes
und das Zeugnis Jesu Christi bezeugt: alles, was er geschaut hat. 3 Selig,
wer diese prophetischen Worte vorliest und wer sie hört und wer sich an das
hält, was geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe“.
Auch für Johannes
setzt dieser Anruf die oben angedeutete Polarität im Zeichen von „Werde,
Weiche und Komme!“ gegenwärtig, jetzt steht das „Weiche!“ nach vorne. Erst
wer sich ihm in der verfügten Reinigung stellt, wird das „Komme!“ erfahren.
1,7 Siehe, ER kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch
alle, die ihn durchbohrt haben; und alle Völker der Erde werden seinetwegen
jammern und klagen. Ja, Amen. 8 Ich bin das Alpha und das Omega, spricht
Gott, der Herr, der ist und der war und der kommt, der Herrscher über die
ganze Schöpfung.
Wo sich der
Mensch seiner Errungenschaften rühmt und meint, er werde mit der Zeit HERR
der ganzen Welt werden, wird ER schon in der Reinigung hinein gestellt in
die gewaltigen Zusammenhänge der Heilsgeschichte, die auf einen Endpunkt
zugeht, ohne schon das Ende der Schöpfung selbst zu bringen. Ob der
Einzelne, ob eine Gemeinschaft, ob die Kirche, die Menschheit, sie müssen
dieser Entscheidung stehen oder fallen. Es gibt keine Möglichkeit mehr ihr
auszuweichen. Der Feind selbst, der seine letzten Mittel einsetzt, zwingt
uns zum: „Ja oder Nein!“
DER HEILIGE GOTT
ist ein Anderer als der unseres Humanismus, der alle Gegensätzlichkeit, an
der wir wachsen sollten, einzuebnen versucht. Wie Nebel im Sonnenschein
schwindet die Überheblichkeit des Menschen, die IHN nach eigenem Bild
umzubilden versuchte!
4 „Sein Haupt und
seine Haare waren weiß wie weiße Wolle, leuchtend weiß wie Schnee, und seine
Augen wie Feuerflammen; 15 seine Beine glänzten wie Golderz, das im
Schmelzofen glüht, und seine Stimme war wie das Rauschen von Wassermassen.16
In seiner Rechten hielt er sieben Sterne, und aus seinem Mund kam ein
scharfes, zweischneidiges Schwert, sein Gesicht leuchtete wie die machtvoll
strahlende Sonne“.
Dass es um Leben
oder Tod geht, wird im folgenden Zitat unterstrichen:
1,17 „Als ich ihn
sah, fiel ich wie tot vor seinen Füßen nieder. Er aber legte seine rechte
Hand auf mich und sagte: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der
Letzte, 18 und der Lebendige. Ich war tot, doch nun lebe ich in alle
Ewigkeit, und ich habe die Schlüssel zum Tod und zur Unterwelt.“
Wenn wir versucht
haben, uns eine Welt ohne GOTT zu bauen, wie es immer offenbarer wird, dann
werden wir vor dem Lebendigen GOTT vor Schrecken wie tot niederfallen. In
einem Augenblick werden uns alle unsere Sünden bewusst Nur wer seinen
Glauben im Angesicht der über uns stehenden Reinigung gelebt hat, wird hier
bestehen. Selbst Johannes ist „wie tot“, doch GOTTES rechte Hand hebt ihn
wieder auf. Die in Garabandal verheißene Gnade, dass wir uns im Höhepunkt
der Bedrängnis für einen Augenblick vor GOTTES persönlichem Gericht erkennen
dürfen, wird nicht Wenigen, die nicht bereitet sind, den Tod bringen. Das
böse Spiel, das wir bis in die Kirche hinein mit Seinem Wort und den
Sakramenten getrieben haben, wird offenbar und erschlägt uns. Nicht umsonst
hat der HERR das Werk der hl. Engel gerufen, um zuerst die Priester in ihrer
Verantwortung anzurufen. Ist nicht dort wo die Welt uns rücksichtslos und
übertreibend die Makse vom Gesicht gerissen hat, schon Sein Gericht zu
erkennen ?
1 Pt 4,17 Denn
jetzt ist die Zeit, in der das Gericht beim Haus Gottes beginnt; wenn es
aber bei uns anfängt, wie wird dann das Ende derer sein, die dem Evangelium
Gottes nicht gehorchen?18 Und wenn der Gerechte kaum gerettet wird, wo wird
man dann die Frevler und Sünder finden? 19 Darum sollen alle, die nach dem
Willen Gottes leiden müssen, Gutes tun und dadurch ihr Leben dem treuen
Schöpfer anbefehlen.
Schon hier am
Anfang der GO stehen wir vor dem LEEREN GRAB, das wir in den Texten zur
Auferstehung als Erstes betrachtet haben. Auch wenn wir meinten, „GOTT sei
tot!“, hier steht ER vor uns in MACHT und HERRLICHKEIT! Die Frauen im Grab
haben im hl. Engel, dem sie begegneten, etwas von Seiner Herrlichkeit
erfahren. Markus stellt nüchtern fest: sie flohen entsetzt!
Solches Entsetzen
fällt über die Menschheit, wenn der HERR zum Gericht aufsteht. Hier passt
das letzte Wort an die letzte des Sieben Gemeinden:
Offb 3,19 Wen ich
liebe, den weise ich zurecht und nehme ihn in Zucht. Mach also Ernst, und
kehr um! 20 Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und
die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten, und wir werden Mahl halten, ich
mit ihm und er mit mir. 21 Wer siegt, der darf mit mir auf meinem Thron
sitzen, so wie auch ich gesiegt habe und mich mit meinem Vater auf seinen
Thron gesetzt habe. 22 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden
sagt.“
Es lohnt sich in
diesem Licht die „Briefe“ an die Gemeinden in Asien durch zu betrachten. Sie
sind insbesonders gerichtet an die Kirche, wie wir sie heute erleben. Sie
muss neu werden im Blick auf den HERRN, der Sich in Seiner Anrede an sie
siebenfach wandelt im HEILIGEN GEIST!

GOTTESfurcht erst
öffnet den Weg zur Begegnung, wie sie den Frauen und Johannes nach dem
ersten Erschrecken zuteil wird. Der HEILIGE GEIST, verborgen wirkend,
sammelt die Zerstreuten auf die ENE MITTE GOTT. Das Kreuz selbst ist diese
Mitte. Gott opfert nicht nur Seinen SOHN, ER ist als der DREIEINIGE Der, Der
in Ewiger Hingabe lebt, das ist Sein Ewiges: „Stirb und Werde!“. Diese
Hingabe sollen wir in der Nachfolge Seines SOHNES lernen. Auf diese Mitte
weist uns der HERR schon mit seinen Worten:
Ğverleugne dich
selbst“;
nimm dein Kreuz
auf dich;
und folge MIR
nach!“
Markus steht für
die Herausforderung des Kreuzes, uns der Allmacht GOTTES anzuvertrauen.
Auf den Weg zum
Kreuz will uns das Evangelium des hl. Lukas führen (Weisheit).
Matthäus zeigt
uns mehr das Kreuz als die innerste Struktur der Kirche (Heiligkeit).
Johannes lässt
uns die unbegreifliche Gerechtigkeit des Kreuzes erkennen. „Kreuz, du
einzige Hoffnung!
Immer ist in
dieser vierfachen Weise die Ordnung des Kreuzes eine Ordnung der Liebe und
damit eine Ordnung der Mitte, auf die alle Wege hinfuhren müssen. Das KREUZ
ist der Kristall, den die Liebe GOTTES in die ĞLaugeğ der Menschheit wirft,
damit sie sich an dieser Ordnung kristallisiere. ĞGläsernes Meerğ nennt sie
sie die Offb 4,5; 5,2 im Hinweis auf die Hierarchie der hl. Engel. Sie haben
in der Prüfung am Anfang ihren Platz bei GOTT gefunden. Mit ihrer Hilfe
werden auch wir ihn in dieser Endprüfung finden. Nicht zufällig wird diese
Mitte am Kreuz in der Herzwunde des HERRN offenbar. Ohne sie wäre das Kreuz
nur Marterwerkzeug, so wird es mit seinem vier Armen Anruf zur Heimkehr in
die LIEBE GOTTES. Schon die Erfahrung des Leeren Grabes braucht in Annahme,
im Aufnehmen, in der Verkündigung, die Hilfe des HEILIGEN GEISTES, der
geheimnisvoll bei der Durchbohrung aus Seinem Herzen hervorgetreten ist, um
Seine Erlösertätigkeit im Namen des SOHNES und im Auftrag des VATERS zu
übernehmen.
Es sind drei
Stationen, die im HEILIGEN GEIST zu durchschreiten sind, um dem DREIEINIGEN
GOTT zu stehen:
Das Leere Grabe,
wo wir am meisten der Unbegreiflichkeit der Wege GOTTES begegnen;
Der Anruf des hl.
Engels, der ihnen im Blick auf die Menschwerdung des SOHNES das Dunkel des
Grabes aufzuhellen versucht.
Die Verkündigung,
die sie nur im HEILIGEN GEIST in Einheit mit den hl. Engeln, die hier
vermitteln, auf sich nehmen können.
Schauen wir
demütig für einen Augenblick auf uns zurück, die wir über das Leere Grab
blicken auf die GO. Nüchtern muss uns aufgehen, es gibt da von der Leere des
Grabes hin zum Gewaltbild der Apokalypse, wie es Johannes aufzeichnet, nur
dann einen Weg, wenn wir in der Kraft des GEISTES zuerst die Leere des
Grabes ertragen. Sie wird uns erschlagen, allen Mut wegnehmen, dass wir
lieber ins alltägliche Leben zu unseren Aufgaben zurückkehren wie Petrus am
See Tiberias: „Gehen wir fischen!“, um die Zumutung der Leere zu vergessen.
Wenn es irgendwo und bei Irgendwem noch weitergeht, so kann dies nur der
HEILIGE GEIST wirken.
Wer heute das
Schlagwort des anglikanischen Bischofs „GOTT ist tot“ nicht nur als eine
gescheite Phrase nimmt, sondern versucht, dahinter zu schauen, wird nach
einigem Überlegen und Beten zugeben müssen: genau dies mutet uns GOTT in
dieser Zeit zu. Das Bild vom Leeren Grab, muss wie ein brennender Pfeil in
unserem Herzen stecken. Dass dies nur Wenige aushalten, wird durch den immer
schnelleren Abfall im Glauben greifbar. An der Leere des Grabes müssen sich
die Geister scheiden: alle billigen und nur „frommen“ Lösungen von Gestern,
fallen wie die Blätter im Herbst. Es bleibt der leere Baum, das nackte Kreuz
ohne Korpus.Wenn wir auf die GO schauen bekommen wir eine ähnliche Antwort:
Johannes ist in die leere Höhle auf der Insel Patmos verbannt. In der
Führung des GEISTES hat er dorthin mit seinem bewachenden Begleiter den Weg
gefunden. Die Maße der Höhle hier und dort, dürften einander nahe kommen,
doch dies ist hier nicht die Frage. Schauen wir das dreifache Zeichen der
„Höhle“!
in Bethlehem,
bereit für die Geburt des HERRN
nahe Golgotha als
Grab eines Vornehmen unter den Juden,
als
Offenbarungsstätte für Johannes in Patmos.
Halten wir diese
drei Bedeutungen im Auge. Sie ergänzen und durchdringen einander, weisen hin
auf Geburt in Verborgenheit und Geborgenheit wie im Schoß der Erde, wie aus
ihm. Und doch greifen sie hinaus bis über die Sterne.
Text zum Grab[20]Im
Grab öffnet sich in der Auferstehung JESU die Erde hinauf in die unsichtbare
und doch zeichenhaft gegenwärtige Welt des Jenseits, hier ist wahrhaft Ort
der Begegnung im Frieden GOTTES, die dreifache Schöpfung: Erde, Mensch und
Engel treffen sich im WORT GOTTES, der unsertwillen Fleisch angenommen und
damit auch die stumme Schöpfung aufgenommen hat. Es ist wie ein
gegenseitiges Sich Bergen und Schützen vor allem harten Zugriff der Welt
draußen, die in der Suche nach dem Einen Weg, sich zu verwirklichen, diesen
stillen Anruf zur Einkehr, ja Heimkehr, überhört. Hier ist wahrhaft in aller
Armut des Geistes ein Stück des Paradieses zurück gewonnen. Das spüren sogar
die Suchenden, die Draußen bleiben an Weihnacht und doch von diesem warmen
Licht unwiderstehlich angezogen sind.
[21]
Die Fülle des
Heiles, die uns der HERR gebracht hat, ist in dieser DREIFACHEN GEBURT wie
in einem leuchtenden Kristall gefasst, der nicht nur die verborgene
Schönheit der drei Schöpfungsteile widerspiegelt, sondern gegenwärtig setzt.
Hier ist Verkündigung ohne Worte aus der Tiefe des Schweigens in der sich
diese drei so verschiedenen Welten zueinander neigen. In letzter Gewalt und
zugleich Schönheit soll im Schweigen des Himmels vor der Siebenten Posaune
das Bild der Sonnenumkleideten FRAU aufleuchten, die in Schmerzen gebiert.
Hier mag dem Einfältigen eingehen, dass aller Schmerz der Geburt nichts ist
als stilles Angeld der verheißenen Geburt im „Siehe, ICH mache Alles neu!“
Kreuz, Auferstehung und Himmelfahrt schmelzen in eins! Doch immer heißt es,:
die Enge Pforte des Kreuzes zu durchstehen, wie sie schon in der Öffnung der
Siegel im 6. Kapitel der GO geschildert wird. Auch hier ist von Höhlen
gesprochen, in die sich die Menschen vor dem Zorn GOTTES flüchten wollen. Da
sie sich der Geburt im HERRN verweigert haben, gibt es für sie keine
Zuflucht mehr. In Ewigkeit werden sie versuchen vor IHM zu fliehen, das ist
ihre Hölle!
Offb 6:1 „Dann
sah ich: Das Lamm öffnete das erste der sieben Siegel; und ich hörte das
erste der vier Lebewesen wie mit Donnerstimme rufen: Komm!“ Schon in diesem
ersten „Komm!“ Wird deutlich wo der Engel im Anfang und der Mensch, von ihm
verführt, gefehlt haben: im Hören, im Horchen im Gehorchen auf das Wort
GOTTES. GOTTES Erbarmen hat den SOHN hingegeben als Lösegeld, in IHM allein
gibt es ein Entrinnen vor dem Zorn GOTTES, der schon hier in den Siegeln
zusammenfassend offenbar wird. Der HERR tritt aus der Ohnmacht Seiner
Erniedrigung bis zum BROT heraus als Sieger auf Weißen Ross, wie am Ende der
GO, da ER mit den Seinen diesen Sieg vollendet. Das Kreuz liegt über der
Schöpfung in der Polarität von Heil oder Untergang.
„6,2 Da sah ich
ein weißes Pferd; und der, der auf ihm saß, hatte einen Bogen. Ein Kranz
wurde ihm gegeben, und als Sieger zog er aus, um zu siegen.“ Die Plagen
werden in den folgenden Siegeln angedeutet. Die Freiheit die wir heute,
angestachelt vom Feind für uns und gegen GOTT nützen, gibt dem Gegner GOTTES
über den Menschen ungeahnte Macht, er nützt sie kraft der Technik, um sich
als HERR auch über GOTT aufzuschwingen erkennen. Im schon jetzt offenbaren
Gericht (siehe Japan!) schlägt, was wir als unser Heil priesen, zerstören
als Unheil auf uns zurück. Eine Katastrophe, ein Krieg löst den anderen ab.
Der vom Antichristen verheißene Frieden, letzte gewaltsame Täuschung, bringt
das Ende allen Friedens und doch endlich Befreiung von aller babylonischen
Gefangenschaft.
Offb 6,3 „Als das
Lamm das zweite Siegel öffnete, hörte ich das zweite Lebewesen rufen: Komm!
4 Da erschien ein
anderes Pferd; das war feuerrot. Und der, der auf ihm saß, wurde ermächtigt,
der Erde den Frieden zu nehmen, damit die Menschen sich gegenseitig
abschlachteten. Und es wurde ihm ein großes Schwert gegeben. 5 Als das Lamm
das dritte Siegel öffnete, hörte ich das dritte Lebewesen rufen: Komm! Da
sah ich ein schwarzes Pferd; und der, der auf ihm saß, hielt in der Hand
eine Waage. 6 Inmitten der vier Lebewesen hörte ich etwas wie eine Stimme
sagen: Ein Maß Weizen für einen Denar und drei Maß Gerste für einen Denar.
Aber dem Öl und dem Wein füge keinen Schaden zu!“
Es braucht nicht
mehr viel, dann wird die aufgeblähte Weltwirtschaft zusammen brechen, das
Hungertuch über die Erde breiten und letzter Gewaltherrschaft vom Osten her
Tür und Tor öffnen.
6,7 „Als das Lamm
das vierte Siegel öffnete, hörte ich die Stimme des vierten Lebewesens
rufen: Komm! 8 Da sah ich ein fahles Pferd; und der, der auf ihm saß, heißt
Ğ der Tod ğ; und die Unterwelt zog hinter ihm her. Und ihnen wurde die Macht
gegeben über ein Viertel der Erde, Macht, zu töten durch Schwert, Hunger und
Tod und durch die Tiere der Erde.“
„Der Lügner von
Anfang an“, der uns ewiges Leben auf Erden verspricht, bringt denen, die in
seine Netze geraten, den Ewigen Tod. Nicht er hat das letzte Wort, sondern
GOTTES Getreue!“ Offb 6,9 „Als das Lamm das fünfte Siegel öffnete, sah ich
unter dem Altar die Seelen aller, die hingeschlachtet worden waren wegen des
Wortes Gottes und wegen des Zeugnisses, das sie abgelegt hatten. 10 Sie
riefen mit lauter Stimme: Wie lange zögerst du noch, Herr, du Heiliger und
Wahrhaftiger, Gericht zu halten und unser Blut an den Bewohnern der Erde zu
rächen? 11 Da wurde jedem von ihnen ein weißes Gewand gegeben; und ihnen
wurde gesagt, sie sollten noch kurze Zeit warten, bis die volle Zahl
erreicht sei durch den Tod ihrer Mitknechte und Brüder, die noch sterben
müssten wie sie.“
Hier wird uns ins
Gedächtnis gerufen, was wir in unserer Blindheit selbst als Christen nie ins
Auge gefasst haben: dass die dreifaltige Schöpfung eins ist. Darum ist der
Christ nicht nur für seinen Mitbruder verantwortlich, sondern auch für die
stumme Schöpfung die er in Raffgier für seine Zwecke ausbeutet. Sie steht
schon heute auf in nicht mehr endenden Katastrophe, die keine menschliche
Hand mehr in die Grenzen weisen kann, hinter ihnen stehen die hl. Engel des
Zornes GOTTES. Das folgende Bild will uns etwas vom Schrecken über das Leere
Grab in Erinnerung rufen. Für den Glaubenden öffnet es sich nach Oben, für
den Ungläubigen ist es Finsternis, die ihn in die Tiefe reißt, aus der es
keine Rückkehr gibt.
6,12 „Und ich
sah: Das Lamm öffnete das sechste Siegel. Da entstand ein gewaltiges Beben.
Die Sonne wurde schwarz wie ein Trauergewand, und der ganze Mond wurde wie
Blut. 13 Die Sterne des Himmels fielen herab auf die Erde, wie wenn ein
Feigenbaum seine Früchte abwirft, wenn ein heftiger Sturm ihn schüttelt. 14
Der Himmel verschwand wie eine Buchrolle, die man zusammenrollt, und alle
Berge und Inseln wurden von ihrer Stelle weggerückt. 15 Und die Könige der
Erde, die Großen und die Heerführer, die Reichen und die Mächtigen, alle
Sklaven und alle Freien verbargen sich in den Höhlen und Felsen der Berge.
16 Sie sagten zu den Bergen und Felsen: Fallt auf uns und verbergt uns vor
dem Blick dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes; 17
denn der große Tag ihres Zorns ist gekommen. Wer kann da bestehen?“

Das leere Grab in
der Sicht Ezechiels (37, 1-14)
37,11 „Und er
sprach zu mir: Menschensohn, diese Gebeine, sie sind das ganze Haus Israel.
Siehe, sie sagen: Unsere Gebeine sind vertrocknet, und unsere Hoffnung ist
verloren; es ist aus mit uns . 12 Darum weissage und sprich zu ihnen: So
spricht der Herr, HERR: Siehe, ich öffne eure Gräber und lasse euch aus
euren Gräbern heraufkommen als mein Volk und bringe euch ins Land Israel .
13 Und ihr werdet erkennen, daß ich der HERR bin, wenn ich eure Gräber öffne
und euch aus euren Gräbern heraufkommen lasse als mein Volk. 14 Und ich gebe
meinen Geist in euch , daß ihr lebt, und werde euch in euer Land setzen. Und
ihr werdet erkennen, daß ich, der HERR, geredet und es getan habe , spricht
der HERR .(Ez 37)
Versuchen wir den
jetzt gegliederten Text noch einmal durchzugehen!
A) In sieben
Abschnitten: Sie weist darauf hin, dass der HEILIGE GEIST hier am Werk ist°
|
I. Das
Kommen zum Grab mit wohl-
riechenden Ölen |
IHM
entgegen, Bestimmung der Zeit: sehr früh |
Am
Sabbat, erster Tag der Woche: Ein Neues beginnt |
Die
getreuen Frauen: M. Magdalena, die am Kreuz ausgehalten haben |
|
II.
Hindernis, das bedrückt |
Menschliche Sorgen |
„Wer wird
ihn weg wälzen?“ |
Er ist
schon weggewälzt
|
|
III. Sie
sind nicht die Ersten
|
Der Engel
erwartet sie |
Sein
Aussehen |
Furcht
vor ihm |
|
IV.
Anrede des Engels |
„Er ist
nicht hier, ER ist auferstanden!“ |
„Fürchtet
euch nicht“ |
Wo ist
ER? |
|
V. Er
weist sie zurecht |
Was sucht
ihr IHN unter den Toten? |
Seht die
Stelle, wo ER gelegen |
Sagt den
Jüngern: ER ist auferstanden |
|
VI. ER
geht euch voran nach Galiläa |
Aufnahme
des Auftrages |
Verlassen
des Grabes |
Hinweis
auf ihre innere Verfassung |
|
VII.
Weitergabe der Botschaft |
|
|
|
Dort wo arme
Menschen nur das Dunkel des Todes sehen, bricht plötzlich durch die hl.
Engel das tröstende Licht des Himmels herein,
Wieder sind es
drei Abschnitte im Blick auf die Erfüllung aller Dinge im DREIEINIGEN GOTT.
I) Der Weg zum
Grab
II) Die Begegnung
mit dem Engel im Grab
III) Der Auftrag
Es sind sieben Elemente in ihrer Eigenprägung, die wir hier erkennen
|
Abschnitt |
Elemente |
Bei Mt |
Mk |
Lk |
Jo |
|
A. DAS LEERE GRAB |
|
|
|
|
|
|
I. Das Kommen zum Grab |
1.Bestimmung der Zeit: sehr
früh. |
Spät am Sabbat, in der
Dämmerung des 1. Wochentages |
Und als der Sabbat
vergangen war, ganz in Frühe, in der 1. Stunde. des 1.Wtg., als die
Sonne aufging |
Am ersten Wochentage, in
der ersten Stunde (es war noch tiefe Nachtorthou batheos) kamen sie
zur Gruft |
In der ersten Stunde, als
es noch finster war |
|
II. Bestimmung der Zeit |
des ersten Tages |
Spät am Sabbat |
..am Sabbat |
..am Sabbat |
.. am Sabbat |
|
III. Bestimmung |
der Personen |
Maria Magdalena u. die
andere Maria |
M.M., M.die Mutter des Jak.
u. Salome |
...sie.. |
|
|
IV. Ihr Beitrag |
Salben (Kräuter,
Duftstoffe) |
Um das Grab(taphos, sonst:
mnäma)zu schauen |
Sie hatten Salben
gekauft,..um IHN zu salben |
Und sie brachten, was sie
an Gewürzen bereitet hatten |
--------- |
|
IV. Der weg gewälzte Stein |
Wer wird ihn wegwälzen? |
Und es gab eine großes
Erdbeben. Ein Engel stieg vom Himmel, wälzte den Stein weg und
setzte sich darauf (28,2) |
- Und sie fragen sich, wer
wird den Stein...?
- Als sie aufschauten,
sahen sie (theoreisthai), daß er schon...
- Er war aber sehr groß. |
Sie fanden den Stein schon
vom Grabe weggewälzt |
Sie (M.M.) sieht, wie der
Stein schon weggenommen ist (20,2) |
|
III. Der Engel |
1.Aussehen |
Sein Aussehen aber war wie
ein Blitz, sein Gewand leuchtend wie Schnee; |
Als sie in das Grabmahl
hineingingen, sahen sie einen Jüngling mit einer weißen Stola. |
Da sie hineingingen fanden
sie den Leib den HERRN JESUS nicht. Als sie darüber verlegen waren,
siehe, da waren zwei Männer in strahlendem Gewand bei ihnen. |
Sie sagt ihnen, sie haben
den HERRN aus dem Grab weggenommen (20,2b). Petrus geht
hinein...(4), der andere Jünger geht hinein(8)...M.M. geht hinein
und sieht (theorei) zwei Engel in weißen Gewändern (11f) |
|
V. Was in ihnen geschieht |
Furcht vor ihm |
Aber aus Furcht vor ihm
bebten die Wächter und waren wie tot |
Sie entsetzten sich
(exethambäthäsan) |
Als sie aber Furcht befiel
und sie ihr Angesicht zur Erde neigten |
Sie fragen sie, warum sie
weint. Auseinandersetzung mit dem Engel(13). |
|
VI. Hilfe des Engels |
Anrede |
Fürchtet euch nicht |
Er aber spricht zu ihnen:
Entsetzt euch nicht. |
Sprachen sie zu ihnen: |
Direkte Begegnung mit dem
HERRN, den sie zuerst für den Gärtner hält. |
|
|
Erklärung des Engels |
Ich weiß, dass ihr JESUS,
den Gekreuzigten sucht.
|
Ihr sucht JESUS, den
Nazarener, den Gekreuzigten- |
Was sucht ihr den Lebenden
unter den Toten? |
|
|
|
Zurechtweisung |
ER ist nicht hier. ER ist
auferstanden, wie ER gesagt hat |
ER ist auferstanden, er ist
nicht hier. |
ER ist nicht hier, ER ist
auferstanden. |
|
|
|
Seht den Ort... |
Kommt und seht die Stelle,
wo ER gelegen hat. |
Siehe da die Stätte, wohin
sie IHN gelegt hatten, |
Was sucht ihr den Lebenden
unter den Toten? ER ist nicht mehr hier sondern auferstanden.
|
|
|
|
Sagt den Jüngern |
Daß ER von den Toten
auferstanden ist |
Aber geht hin und sagten
den Jüngern und Petrus |
Gedenkt daran, wie ER zu
euch geredet hat, |
|
|
VII. Auftrag und |
ER geht voraus nach
Galiläa,
|
...dort werdet ihr IHN
sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. |
Daß ER euch nach Galiläa
vorausgeht. Dort werdet ihr IHN sehen, wie Er euch gesagt hat |
Als ER noch in Galiläa
war....Der MenschenSOHN muß leiden...... |
|
|
Erledigung des Auftrages |
Verlassen des Grabes |
1.Verlassen des Grabes
|
1.Verlassen des Grabes
|
1.Meldung an die Elf und
die Übrigen |
|
|
|
Ihre innere Verfassung |
2.sie liefen in Furcht und
Freude |
2.zitternd und wie außer
sich |
2.Es waren M.M.. Johanna,
Maria des Jakobus und die mit ihnen |
|
|
|
Weitergabe |
3. 1.Begegnung mit dem
HERRN |
3.Keine Weitergabe |
3.Sie erzählen es den
Aposteln |
|
|
|
Aufnahme |
4. Der HERR bittet die
Jünger nach Galiläa |
|
4.Doch es erschien ihnen
wie leeres Geschwätz |
|

Auch in den
Auferstehungsberichten erweisen sich die 4 Evangelien als das eine
Evangelium JESU CHRISTI; das zeigt sich in den 3 Grundelementen, die bei
allen vier zu finden sind:
I. Das Kommen zum
Grab und der weg gewälzte Stein,
II. Der Engel,
III. Der Auftrag
an die Jünger. Sie sind auch dort zu erkennen, wo sie in der jeweiligen
Sicht der Evangelisten abgewandelt werden:
I. Das Kommen zum Grab:
Die
Zeitbestimmung
Die Zeit des
Kommens zum Grab wird der Sache nach in der gleichen Weise, in der Aussage
jedoch verschieden gegeben: „sehr früh, Dämmerung, ganz in der Frühe, als
die Sonne aufging, in der ersten Stunde, als es noch finster war“.
Gemeinsamer Nenner ist: es war noch sehr früh!
In der Bestimmung des Tages mag die Verschiebung
des jüdischen Sabbat auf den Sonntag der Christen mitgespielt haben. Bei Mk
ist der Unterschied am deutlichsten. Sabbat in der Einzahl steht für den
jüdischen Sabbat, im Plural für den ersten Wochentag, den Tag der
Auferstehung, wie er .in allen 4 Evangelien gebraucht wird.
Sabbat im Plural
hat drei Bedeutungen: 1). Mehrere Festtage, 2) 1. Tag der Woche – wie in den
Evangelien, 3. die Wochentage überhaupt. Sabbat ist der Tag, an dem GOTT von
all Seinen Werken ausruhte (Gen 2,3) Er wird einmal alle Zeit der Schöpfung,
die sich in „7 Tagen“ entfaltet, aufnehmen. Mit dem Erlösungstod JESU
CHRISTI hat GOTT in Seiner Liebe das Letzte getan. An ihm sind wir in die
Ruhe GOTTES eingetreten, wir müssen nur zulassen, dass sie an uns offenbar
werde. Nicht zufällig betet die Kirche in der Einleitung zur Matutin bis
heute täglich den Psalm (95/94): wir sollen versuchen: „in Seine Ruhe
einzugehen“. Diese „Ruhe“ ist eine der tieferen Dimensionen des Grabes in
der Auferstehungsperikope. Der HERR ist eingegangen in die Ruhe des 7. Tages
– wir müssen IHM nachfolgen!
Heben wir auch
hier den trinitarischen Charakter der Ruhe hervor wie er in anderer Weise im
dreimaligen „Frieden“ aufscheint, den der HERR den Jüngern bei Johannes in
der Erscheinung im Obergemach verheißt.
Vom VATER her:„Er
ruhte am siebten Tag, nachdem ER Sein ganzes Werk vollbracht hatte. (2,2)
Vom SOHN her. ist
er die Vollendung der Schöpfungstage der Erlösung, wie wir sie in Parallele
zu den 7 Tagen der Genesis sehen. Sie ist das „Es ist vollbracht des HERRN“
am Kreuz.
Vom Hl. GEIST her
sind es im Blick auf die Kirche die „1000 Jahre“ von Offb 20, in der die
Fülle der Erlösung noch hier auf Erden im HEILIGEN GEIST offenbar wird.
Wieder reichen
hier die Auferstehungsberichte hinüber in die Geheime Offenbarung. Sie sind:
„Eschata“, dh. Letztes, das uns GOTT zu sagen hat und in ihrer Tiefe nur im
Blick hinüber zum Ende aller Dinge zu verstehen.
Von der Schöpfung
her:
Der weg gewälzte Stein
Bei den Personen,
die als Zeugen gerufen sind, steht Maria Magdalena im Vordergrund, bei Mt
noch die „andere Maria“, wohl die Mutter des Jakobs, wie bei Mk, und Salome.
Der, (die beiden)
Engel im Grab
Der „Stein“
findet sich bei allen 4 Evangelien, er wird zum dreifachen Symbol:
Überwindung des
Todes,
Verheißung der
Auferstehung
ferner Hinweis
auf die Kirche, die Fels sein wird im Sturm der Welt.
Die vierfache
Sicht der Vier Evangelisten, im Hintergrund, weist auf die Zahl 12=3x4. In
der Auferstehung wird das Neue Jerusalem auf Erden und im Himmel
grundgelegt, seine zwölf Tore werden geöffnet.
Ringen um das Zeugnis zwischen
Engel und Mensch
Der „Engel“
ist erster Zeuge und Säule für die Auferstehung in den vier Evangelien, wenn
er auch verschieden gezeichnet wird. Sein Auftrag steht in der Spannung:
leeres Grab-
Verheißung: JESUS
in Galiläa zu treffen,
darum weist der
Engel am Anfang noch einmal ausdrücklich auf das Grab und weckt damit die
Erinnerung an die Passion und den Tod des HERRN! Bei Johannes steht für
diese Spannung die Verwechslung des HERRN mit dem Gärtner durch M.M..
Die Erfüllung des
Auftrages teilt notwendig diese Spannung, sie kennt vier Schritte im Kreuz:
Das Verlassen des
Grabes,
Hinweis auf die
innere Verfassung der Frauen
die Botschaft ist
in Gefahr, missverstanden zu werden
ihre zwiespältige
Aufnahme.
Gemeinsam ist
seine Lichterscheinung, doch in verschiedener Deutung:
„wie der Blitz“:
der Mensch wird davon getroffen, doch kann es nicht greifen (Strahlung)
„weiße Stola“:
priesterliche Sendung in Verlängerung des Opfers CHRISTI am Kreuz
„strahlendes
Gewand“, umhüllt den hl. Engel wie ein Kraftfeld
„in weißen
Gewändern“: Die hl Engel haben Teil am LICHTE GOTTES (Strömung).
Die Frauen
fürchten sich vor ihm, das Licht des Engels vermag noch nicht, das Dunkel
der Passion zu lichten. Es ist da in ihnen noch der Kampf von Licht und
Finsternis. Ausnahme ist M.M.. Sie will den HERRN, wie immer er jetzt sei.
Er ist für sie nicht tot! Zu sehr ist sie noch voll von IHM Hier setzt in
der Gnade MARIENS ihre lebenslange Wandlung ein. Allen ist aufgegeben, den
Tod zu überwinden. Darum auch der mahnende Hinweis des hl. Engels, nicht den
„Gekreuzigten“(Mt, Mk), unter „den Toten“(Lk) zu suchen, denn er sei
auferstanden.

Bestimmung der
Zeit:
Bei Matthäus
steht die Zeit nicht weniger wie das ganze Evangelium in der Spannung des
Kreuzes: Wir meinen auf einen Widerspruch in der Bestimmung des Tages zu
stoßen: „spät am Sabbat – in der Dämmerung der ersten Stunde des ersten
Wochentages. Es ist als wollte Mathäus als Jude die Zeit des Sabbat
ausdehnen hinein in den ersten Wochentag. Es ist hier nicht nur eine
Zeitangabe, sondern schon eine theologische Deutung: die Auferstehung des
HERRN ist Erfüllung des jüdischen Sabbat!
Der Sabbat,
höchster religiöser Tag für die Juden, ist dabei, entthront zu werden; auch
wenn die Juden noch blind sind: der Messias, den sie erwarten, ist in der
Auferstehung Wirklichkeit geworden! Zeichenhaft drückt dies auch das Wort
„Dämmerung“ aus. Die dunkle Erwartung des „Sabbat shalom = Gruß dir
Sabbath!“, den die Juden jeden Freitagabend feiernd begehen, beginnt sich zu
erfüllen. Der Plural von Sabbat =sabbaton, weist nüchtern darauf, daß die
letzte Erfüllung, auf die die Juden warten, noch aussteht. Es braucht noch
die Wochentage der Zeit nach Christus, bis endlich der Sabbat eingeholt ist.
Markus steht
schon mehr am „anderen Ufer“: das Neue löscht das Alte, das nur Vorzeichen
war: „ganz in der Frühe, in der ersten Stunde des Sabbat, des Ersten
Wochentages, als die Sonne aufging.“ Auch hier müssen wir wie bei Mt die
„Dämmerung“, so hier den Sonnenaufgang tiefer verstehen im Blick auf den
„Sol invictus = die unbesiegbare Sonne=CHRISTUS, Sieger.
Lukas scheint die
Spannung zum Alten hinter sich gelassen zu haben. Der wahre Sabbat ist für
die Christen der Tag der Auferstehung. Die ersten Christen haben in der
Erfahrung der Auferstehung sehr wohl gewusst, daß hier ein Neues begonnen
hat! Wir haben es heute verloren.
Der weggewälzte Stein:
Die Frage: „Wer
wird ihn wegwälzen“ ist nicht durchgehend ausgesprochen und doch steht sie
in allen vier Evangelien im Hintergrund, am meisten ist sie in Mt
zurückgenommen, wo der Himmel mit Gewalt einbricht. Mk ist der einzige, der
das bedrückte Fragen der Frauen wiedergibt, das sich im „Aufschauen“ löst.
Menschlich ist es unmöglich. Bei Mk hat es die Allmacht GOTTES vollbracht,
du brauchst nur Glauben, dh. IHM gehorchen! Da mag in ihnen ein Ahnen sein,
was einmal der „Fels der Kirche“ bedeuten wird. Keine Macht von Außen wir
ihn mehr wegrücken!
Bei Mt hat der
Himmel eingegriffen. Die Frage braucht nicht mehr ausgesprochen zu werden,
auch wenn sie sicher im Herzen der Frauen aufgestiegen ist. Was menschlich
keine Lösung hat, ist vom HEILIGEN GOTT her schon gelöst. Die dreifache
Bestimmung umgreift:
von oben den
Engel, Anruf,
von unten das
Erdbeben. Die Erde vermag den Gekreuzigten nicht zurückzuhalten: Antwort.
Der Engel thront
auf dem Stein als Zeichen des Sieges: bleibendes Zeichen:
Die Spannung
zwischen Himmel und Erde, die der HERR im Kreuz durchgetragen hat, ist
überwunden. Auch hier lässt der Stein im Bild den Blick auf die Kirche zu.
Sie ist erst voll Kirche, wo sie mit dem Engel für den Sieg CHRISTI steht.
Die Heiligkeit GOTTES überwindet als Licht alle Finsternis! Auch diese bange
Frage wird im Aufschauen gelöst. Immer verlangt der Engel, auch wenn wir ihn
nicht sehen, den Blick nach Oben.
Mt schaut mehr
von Oben herunter: die HEILIGKEIT GOTTES hat es schon vollbracht. Der Engel
hebt bei MT den Blick den Menschen weg vom Dunkel hinein ins Licht der
HEILIGKEIT GOTTES: vgl.28,5: „ich weiß, daß ihr JESUS, den Gekreuzigten
sucht!“ Wie könnt ihr den, der heilig ist, unten suchen?
Bei Markus ist es
ein Dreischritt. Er reißt mit Löwenschrei den Blick des Menschen nach Oben
im Vertrauen auf die Allmacht GOTTES.
Lk hat
betrachtend in der Weisheit GOTTES die Antwort schon gefunden. Es kann nicht
anders sein: sie finden den Stein weggewälzt vom Grabe. Wer ihn weggewälzt
hat, steht hier nicht zur Frage. GOTTES Weisheit findet immer einen Weg.
Johannes lässt
uns über M.M. erkennen, wie der HERR im Herzen des Glaubenden zur
Auferstehung kommt. Auch hier muss erst ein Felsblock weg geschoben werden,
bevor der Mensch wahrhaft den Auferstandenen HERRN erkennt. Der Engel ist
hier nur Wegbereiter. Doch ist er der Erste, der den Blick des Menschen im
Geist anzuheben versucht: die GERECHTIGKEIT GOTTES. muss den SOHN in ihr
Licht heben.
Die „DREI“, das
Maß des Engels
Je mehr wir uns
dem Geheimnis der Auferstehung nähern, um so mehr tritt ihr trinitarisches
Geheimnis nach vorne: es sind bei allen vier Evangelisten drei Schritte in
der Begegnung mit dem Engel. Die Gewalt seiner Lichterscheinung ist am
deutlichsten von Mt gezeichnet, sie lässt das Gewicht des Steines, der über
dem Grab liegt, wie vergessen. Sein Lichtsein wird hier mit dem Blitz
verglichen, das das Dunkel der Nacht der Passion zerreißt. Es ist für den
Menschen kaum zu ertragen und erinnert an das Wort Jahwes an Mose: keiner
kann GOTT schauen, ohne zu sterben. Die Wächter haben es erfahren!
Der von Mk
gezeichnete „Jüngling mit einer weißen Stola“ ist menschlich schon näher,
und doch sind die Frauen über seine Erscheinung entsetzt. Er gehört einer
anderen Welt an, sie hat keinen Boden wie die Erde. Die Stola erinnert an
den priesterlichen Dienst JESU in Seiner Aufopferung am Kreuz. Die Allmacht
GOTTES reißt uns hinein in das Opfer CHRISTI, nur im Opfer des Menschen ist
Antwort auf diese Großtat GOTTES!
Bei Lukas wird
der Engel noch deutlicher Vermittler hinüber zu dem Unbegreiflichen, das
hier im Grab geschehen ist: „als sie verlegen waren“, ist hier wohl die
schwächste Übersetzung. Besser wäre: „als sie ratlos waren“. Daß es bei Lk
und Jo zwei Engel sind, mag mit dem Zeugnis zusammenhängen, das hier die
Engel für die Auferstehung des HERRN ablegen, vgl. Jo 8,17: “Aber auch in
eurem Gesetz steht geschrieben, daß das Zeugnis zweier Menschen wahr ist.“
Die Leere des Grabes ist menschlich nicht fassbar. Sie wirft den Menschen
um, nimmt ihm den Boden unter den Füßen. Er weiß nicht mehr weiter. Das
tiefste menschliche Fragen ist hier aufgerufen. Die Gestalt des Jünglings
bei Mk ist Antwort des Lebens, neuen Lebens. Der Jüngling steht in den
Mythen für das Neue Leben des Frühlings, er ist Antwort auf die Entwaffnung
des Menschen durch den Tod. Die Erscheinung des Engels in Fatima will in
diesem Sinne verstanden werden.
Bei Jo greift
M.M. in tiefem Schmerz zuerst ins Leere. Sie will es nicht wahrhaben, daß
ihr der HERR genommen ist, sie schlägt wie um sich und trifft zuerst die
beiden Engel, die sie als solche gar nicht erkennt. Weil sie den HERRN mehr
vom „Fleische“ her kennt, ist es nicht verwunderlich, daß sie für die
Geistwirklichkeit des Engels nicht offen ist. Wer den HERRN nicht im GEIST
erkennt, kann sich nicht öffnen für die Wirklichkeit des Engels, der Träger
und Werkzeug des Hl. GEISTES ist. Die Leugnung der hl. Engel in der Kirche
ist Hinweis, daß wir JESUS CHRISTUS zu sehr vom Menschlichen her verstehen.
Die Sendung der Engel will uns erinnern: GOTT ist GEIST und die IHN anbeten
wollen, müssen IHN anbeten im GEIST und in der Wahrheit! Die zwei Engel,
einer zu Füßen, einer dort wo der Kopf des HERRN war, geben das geistige Maß
CHRISTI, sie erinnern an das Wort des HERRN an Nathanael, Jo1,51 vom Auf -
und Absteigen der Engel über dem MENSCHENSOHN!
Die Gewalt des
Lichtes
ist am stärksten
bei Mt ausgesprochen im Hinweis, daß die Wächter vor Furcht fast starben.
Hier ist am deutlichsten, wie sehr Auferstehung und Engel zusammengehören.
Nur der hl. Engel als GEISTträger kann dem Menschen im HEILIGEN GEIST ein
Licht über das Geheimnis der Auferstehung schenken. Wo dieses Licht wie
heute weitgehend in der Kirche erlischt, ist die Auferstehung auch eine
Chiffre des Glaubens, die der Christ übernimmt. Hier setzt der kritische
Geist der Theologen an. Statt Antwort Diskussion..
Bei Mk wird das
Entsetzen der Frauen vor der Erscheinung des Engels noch einmal im Wort an
sie unterstrichen. Der Engel bestätigt damit, daß es nicht nur subjektiv
verstanden werden darf und übertrieben ist, sondern der Wirklichkeit, die
sie erfahren entspricht. Der Engel hebt uns aus der Welt heraus, die wir
weitgehend selbst gestaltet haben.
Lukas in seiner
liturgischen Sicht lässt die Frauen sich in Ehrfurcht vor den Engeln
verneigen, ähnlich wie die Kinder von Fatima mit dem Engel beteten, mit der
Stirn auf dem Boden. Hier ist in anderer, feierlicher Weise etwas von der
Größe des Engels angedeutet, den wir verkitscht und verniedlicht haben.
Bei Johannes ist
für die tief erdgebundene M. Magdalena der Engel Teil dieser irdischen
Wirklichkeit, sie muss erst zur Wirklichkeit des GEISTES erwachen! Um dem
Menschen zu helfen, muss der hl. Engel sich hinunter beugen zum Menschen.
Erste Schule ist für ihn das Schutzengelamt. Er lernt es, das Fleisch
geworden WORT im Menschen zu suchen, IHM entgegen zu kommen, IHM zu helfen,
dass ER durchbreche durch das Dunkel des Unglaubens. Wie er den Menschen
anheben soll, den HERRN im GEIST zu erkennen, so wird dem Engel Hilfe, das
Geheimnis der Menschwerdung aus nächster Nähe zu erleben. Auch er als Engel
lernt hier in der Schule des EINEN, der unser Lehrer ist. Er steht vor einem
Geheimnis, das ihm nicht weniger unbegreiflich ist als dem Menschen: GOTT –
GEIST und doch Mensch. Wunderbare Ergänzung, die erst möglich ist, wenn
beide Geschöpfe herangewachsen sind zu dieser höchsten Erfüllung ihrer
Berufung in GOTT.
Seine Brüder sind
im Anfang dieser Herausforderung nach ihrer Seite ausgewichen. Die Prüfung
im Anfang bestanden zu haben, bedeutet für den hl. Engel noch nicht, ihre
ganze Spannweite in beiden Richtungen zu ermessen. Darum ist bei aller Last
der Dienst am Menschen auch für sie Anruf, den Größeren GOTT bei aller ihm
bleibenden Anbetung in Herrlichkeit, in Seiner Erniedrigung als Mensch zu
erfahren. Der endzeitliche Einsatz der hl. Engel, den das Werk kündet,
bedeutet auch für sie Vollendung ihres Dienstes in und mit CHRISTUS
bedeutet. Darüber können wir betend nicht genug mit MARIA betrachten. Auch
sie muss noch zur letzten Fülle des MUTTERseins im Mystischen Leib des
SOHNES heranwachsen. Selbst lernend aber ist sie uns Erste Lehrmeisterin in
ihrer besonderen Auserwählung, wie sie es für Johannes aber auch schon für
Lukas war. Immer ist alles Heilswirken GOTTES ausgerichtet nicht nur auf
Seine Größere Ehre, sondern auf das heilige Mit- und Füreinander der drei
Schöpfungsteile: materielle Schöpfung, der Mensch in der Mitte und der hl.
Engel.[22]
Bei Mt ist die
Spanne im Blick: Mensch hin zum HEILIGEN GOTT am größten, darum
unterstreicht er, dass der hl. Engel sich herunter beuge zur Armut, zum
Unverstehen der Jünger, wie der HERR an Zachäus getan hat. „Ich weiß, daß
ihr JESUS, den Gekreuzigten sucht“. Im Wort vom „Gekreuzigten“ nimmt er den
Schmerz der Frauen bei der Passion auf und versucht ihm die Richtung nach
oben zu geben. Das Wort: „ER ist nicht hier, ER ist auferstanden!“ findet
sich fast wortwörtlich bei den anderen beiden Synoptikern. Mt fügt noch
hinzu: „wie er gesagt hat“ – in Erfüllung der Schrift. Der HERR weist mit
diesem Wort der Verkündigung der Apostel den Weg.
Johannes zeigt,
wie notwendig es ist, daß der Mensch sich der Auferstehung vergewissere und
zwar jeder nach seiner Weise: angefangen mit der erdschweren M. Magdalena,
dem nicht weniger schwerfälligen Petrus, dem jungen Stürmer Johannes (er
nimmt sich nicht aus!) bis hin zum skeptischen Thomas. Wie sich die
Auferstehung erst am Ende vollendet, so gilt es für jeden Gläubigen. Keinem
bleibt die Prüfung des Todes erspart – erst hier wird sich erweisen, ob die
Auferstehung in ihm Leben geworden ist, das den Tod überwindet.
Der hl. Engel
knüpft noch einmal direkt an das letzte Wort der Anrede an: „ER ist nicht
hier“. Die Frauen müssen in anderer Weise wie die Männer leer werden von all
den menschlichen Vorstellungen, die sie mit JESU verbinden. Nur so kann der
Auferstandene im HEILIGEN GEIST in ihnen lebendig werden. Auch hier erweist
sich die Wahrheit des Wortes Jahwes an Moses: „Steig hinab, warne das Volk,
dass sie nicht zum HERRN durchbrechen, um zu schauen; sonst müssten viele
von ihnen fallen“.(Ex 19,21). Der Engel weist sich schon hier aus als der
Wegweisende, als der, der den Auftrag hat, uns zu GOTT zu führen.
Mt hebt dies mit
dem „Und siehe ER geht voraus…“ noch besonders hervor.
Bei Mk geht der
Auftrag noch besonders an Petrus, als Hirt der Kirche.
Lukas erinnert:
sie gedachten an Seine Worte. Weitergegeben kann nur werden, was wir in, mit
und durch MARIA im Hl. GEIST bedacht haben.
Jo zeigt den
Engel als den, der sie im Hl. GEIST erinnert, Wort und Leben des HERRN ins
Gedächtnis ruft, wie es der HERR in der Abschiedsrede verheißen hat: 14:26
„Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem
Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch
gesagt habe!“ Wenn wir das Wort ernst nehmen, dann ist der Auftrag, den der
Engel hier erteilt nur in Einheit mit dem Engel im HEILIGEN GEIST zu
erfüllen. Johannes in der Sicht der Gerechtigkeit GOTTES verlangt, dass wir
Wort und Leben des HERRN in uns durchkämpfen, durchleiden, bis es ganz Licht
in uns geworden ist. Wir könnten hier sagen: bis wir es so vom Engel
empfangen, wie er es uns übermittelt.
Hier zeigen sich,
weiter entfaltet in den Nachgeschichten, deutliche Unterschiede in der
Wiedergabe bei den verschiedenen Evangelisten. Die Verarbeitung dieser
erschütternden Erfahrung muss notwendig ihre ganze Tiefe offenbaren.
Schon das
Weggehen vom Grab ist verschieden gezeichnet: Bei Mt zeigt es die ganze
Spannung zwischen Furcht vor der Gewalt des Geschehens und zugleich Freude,
den HERRN lebend zu wissen. Es ist die Mt eigene Spannung von Dunkel und
Licht. Vgl wir Gen 1,1ff, wo auf die Schöpfung und die Prüfung der hl. Engel
im Bild von Licht und Dunkel hingewiesen wird. Denken wir daran: „Wie im
Anfang….so am Ende!“ Die Prüfung, in der wir heute stehen, steht in der
Verheißung: der HERR will uns im Zeichen des Kreuzes hinauf heben in ihr
Licht. Mensch und Engel sollen in dem Licht eins, das den hl. Engeln schon
im Anfang wurde, da sie sich in den Dienst der Erlösung gestellt haben!
Diese Engelsicht muss notwendig bei Mt nach Vorne stehen! Sie ist wohl auch
für die Meisten von uns der Zugang zum hl. Engel. Doch da sind auch noch die
drei anderen Zugänge.
Bei Mk verlassen
die Frauen das Grab wie auf der Flucht – sie können das, was sie hier
gesehen und gehört haben noch nicht fassen und deswegen auch nicht
weitergeben. Es zerreißt sie; da sie weglaufen, machen sie dieser Spannung
Luft. So wird uns notwendig in der Sicht des Löwen, wenn wir nur wahrhaftig
mit uns selbst sind, der blinde Schrecken anfallen. Doch im Maße wir uns
hinüber neigend zu Lukas an die Gegenwart MARIENS als der Sonnen umkleideten
FRAU erinnern, kommen auch wir in ihr, der Schmerzhaften MUTTER, dazu, unter
dem Kreuz zu stehen. Erinnert uns ULF nicht in allen Erscheinungen an die
Notwendigkeit des betrachtenden Gebetes? Nur in ihr, in der Kraft des
HEILIGEN GEISTES ist das Gewaltige, das auf uns zukommt zu verkraften
Lukas hat
betrachtend schon verarbeitet; die Frauen sind bereit, den Elf die Botschaft
weiter zugeben. Doch es zeigt sich, da sie (nochmals) die Sache erzählen,
dass sie nur Unglauben und Ablehnung finden.
Johannes gibt der
Auseinandersetzung, die sich im Herzen von M.M. abspielt am meisten Raum.
Erst da sie den HERRN wirklich als den Auferstandenen erkannt hat, kann sie
hingehen und melden.
Was uns in der
Betrachtung der Berichte über das Leere Grab als „Gericht und Verheißung“
aufgehen sollte, ist die Vielfalt der Perspektiven, die hier von den
Evangelisten aufgezeigt werden und doch ihre Einheit im EINEN DREIFALTIGEN
GOTT. Hier ist „Wissenschaft des Kreuzes“ , „admirabilis scientia“ wie es im
Introitus der Ostermesse heißt: „wunderbare Wissenschaft“, die in aller
Klarheit der Aussage das Geheimnis des Geschehens nicht antastet, sondern
noch mehr hervorhebt.
Die vier
Perspektiven, bedingt durch die Evangelisten und die dahinter stehenden
Lebenden Wesen, weisen die Auferstehung als ein Geheimnis des Kreuzes aus:
aus dem Dunkel der Kreuzigung bricht das Licht der Auferstehung, über die
Auferstehung fällt das Licht hinein in das Dunkel unmenschlicher
Grausamkeit. Immer ist es das LICHT DES DREIFALTIGEN GOTTES, nur in ihm
finden wir heim durch eine der Tore des Neuen Jerusalem.
Es sind die
Auferstehungsperikopen in besonderer Weise HEILSBERICHT, an dem sich der
Gläubige im HEILIGEN GEIST aufrichten soll. Es geht hier um unsere je
persönliche Auferstehung in JESUS CHRISTUS, wie sie besonders an der Person
der Maria Magdalena in der Sicht des hl. Johannes deutlich wird. Steht sie
in dieser Sicht nicht anderen „Einzigen“ wie MARIA und Johannes besonders
nahe, da sie ihren je einzigartigen Weg aus dem Chaos hin zum Bekenntnis im
Schweigen ausreifen ließ?
Hier gilt
abgewandelt das Wort bei Lukas: 21,28 „Wenn aber diese Dinge anfangen zu
geschehen, so blickt auf und hebt eure Häupter empor, weil eure Erlösung
naht.“ Wollen wir dieses Wort im Blick auf unsere Betrachtung deuten, heißt
es für uns: Schaut in die Richtung des Lichtes, das uns in der Auferstehung
JESU vermittelt wird. Nur so finden wir Zugang zur GO. Nicht die Greuel des
Zornes GOTTES sind das Letzte, sondern die Herrlichkeit GOTTES, die durch
alles Dunkel hindurch bricht und die stärkt, die sonst letzten Halt
verlören, wenn GOTT die Zeit der Prüfung nicht abkürzte. So weisen die
Auferstehungsberichte hinüber zur Geheimen Offenbarung, in der über Gericht
und Verheißung diese Schöpfung ihre Erfüllung findet
In den
Auferstehungsberichten ist noch Zeit für eine innere Auseinandersetzung mit
dem Gewaltigen, das hier geschehen ist, in der GO ist diese Zeit vorbei:
„Sie bekehrten sich nicht!“ heißt es nach der Siebten Posaune! Nur
wenigstens im Funken ansetzender Glaube kann hier vielleicht noch aufflammen
und Rettung bringen. Hier ist innerer Kampf, doch ohne dass das Antlitz des
Bösen sichtbar wird. Im Licht der Auferstehung ist er wie ein Nichts. Dort
ist der Kampf außen, wie er zwischen den Engeln des Lichtes und der
Dunkelheit entbrennt und endlich ein Ende im Sieg des Weißen Reiters findet.
12:1 „Dann
erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet;
der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem
Haupt. 2 Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen. 3
Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein Drache, groß und feuerrot, mit
sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen. 4
Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die
Erde herab. Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr
Kind verschlingen, sobald es geboren war. 5 Und sie gebar ein Kind, einen
Sohn, der über alle Völker mit eisernem Zepter herrschen wird. Und ihr Kind
wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt. 6 Die Frau aber floh in die
Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte; dort wird man sie
mit Nahrung versorgen, zwölfhundertsechzig Tage lang.“
Es kommt uns hier
schon etwas von dem milden Licht des Trostes über dieses Bild entgegen, wie
es uns die Erscheinung in Guadalupe hinterlassen hat. So sehr auch in ihm
noch das Dunkel des vorhergehenden Kampfes zu erkennen ist, sind doch die
lichten Elemente im Bild vorherrschend: GOTTES Erbarmen hat in MARIA schon
jetzt gesiegt, auch wenn dieser Sieg in dieser ersten Etappe erst in den
Einzelnen und auf je persönliche Weise durchdringen muss. Er wird dort
durchdringen, wo sich die Zerstreuten um MARIA versammeln und ihre
Erfahrungen stärkend austauschen. Auferstehung ist noch Weg, GO ist Gericht!

Größte Gnade für
uns Arme Sünder!
In der GO bleibt
die je persönliche Begegnung der Menschen mit dem Richter über Lebende und
Tote verhüllt, sie ist Teil des je persönlichen Gerichtes wie des
Weltgerichtes am Ende, in dem die Seele die Vielfalt der Beziehungen ihres
eigenen Lebens mit GOTT dem HERRN der Schöpfung, Erlösung und Heimholung
erkennen darf. Sie wird nach dem Maß ihrer Heiligkeit höher oder niedriger
liegen, wie es für die hl. Engel schon jetzt gilt. Immer ist sie einzig,
Geheimnis GOTTES, immer geht sie über MARIA, besonders die Sonnenumkleidete
FRAU, die Braut des HEILIGEN GEISTES. Weil sie die ganze gerettete
Menschheit umfängt, versucht sie schon jetzt ihre Kinder in ihrem Reich zu
sammeln, das dem des CHRISTKÖNIGS, wenn ER kommt in Herrlichkeit, voraus
geht.
Nirgendwo können
wir besser erkennen, wie wir dem Gericht entgegen gehen sollen wie in der
Person von M. Magdalena. GOTT hat sie über den „Goldenen Weg“ der Buße
gestellt, der dem Kleinsten wie dem Größten offen steht, wenn er sich unter
die Hand GOTTES stellt, wie sie es von der ersten Stunde ihrer Begegnung mit
IHM getan hat. M. Magdalena hat im Blick auf diese Verheißung die uns schon
jetzt nicht mehr fremde Aufgabe, sich in besonderer Weise der verirrten
Sünder anzunehmen, die wie sie einen letzten Funken Sehnsucht nach GOTT in
aller Verwirrung und Verdunkelung des Geistes nicht verloren haben. Weil sie
sich in ihrer Begegnung mit dem HERRN vom ersten Augenblick an Seiner
Gerechtigkeit übergeben hat, um sich Seiner Liebe ohne Vorbehalt zu öffnen,
kommt sie der Sehnsucht Seines HERZENS, von der uns schon M.M. Alacque
gesprochen hat, entgegen.
Ist ER es doch,
der Sich zuerst nicht nur für die Menschheit, sondern für jeden Einzelnen
der Gerechtigkeit GOTTES ausgeliefert und den bitteren Tod am Kreuz auf sich
genommen hat. M.M. ist darum in besonderer Weise der Sendung MARIAS als
„Mutter der Straße“, sie fügt sich ein in das geheimnisvolle Zueinander der
Herzen JESU und MARIAE, auf die die GO im 11. Kapitel als Zeichen
endzeitlicher Vollendung hinweist[23]:
Das Herz steht für den ganzen Menschen, der in MARIA seine Antwort auf die
ihm geschenkte Liebe JESU geben soll. Im irdischen Leben MARIENS ist sie
vollkommen, sie muss auch im Mystischen Leibe JESU vollkommen werden. Was
außerhalb dieses Liebesverhältnisses liegt, wird Beute des Feindes, der sich
darüber einen Augenblick freut. Offb 1:1 „Dann wurde mir ein Messstab
gegeben, der aussah wie ein Stock, und mir wurde gesagt: Geh, miss den
Tempel Gottes und den Altar, und zähle alle, die dort anbeten! 2 Den Hof,
der außerhalb des Tempels liegt, lass aus, und miss ihn nicht; denn er ist
den Heiden überlassen. Sie werden die heilige Stadt zertreten,
zweiundvierzig Monate lang. 3 Und ich will meinen zwei Zeugen auftragen, im
Bußgewand aufzutreten und prophetisch zu reden, zwölfhundertsechzig Tage
lang. 4 Sie sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn
der Erde stehen.“
In MARIA, der
„Miterlöserin“ und „Mittlerin aller Gnaden“[24]
ist der Erlösersehnsucht die Antwort gegeben, auf die der VATER in Jedem von
uns wartet. Ihr wird die Fülle Seiner LIEBE im HEILLIGEN GEISTE[25].
Wie notwendig ist es uns, mit MARIA diese „über alle Maßen überschreitende
Liebe GOTTES“ zu betrachten, Tag und Nacht. Dann werden wir ihr, wenn wir
heimgerufen werden, nicht unvermittelt und erschrocken gegenüber stehen, wie
es den Frauen bei Mk ergangen ist. Hier kann uns MM bis in den Alltag hinein
helfen, den Weg mitten durch das Rote Meer der Sünden unserer Zeit zu
finden.
Die Begegnung mit
dem HERRN hat in MM nicht nur den Boden ihres Menschseins bis in die Tiefe
aufgerissen, bis dorthin, wo sie dem Bösen in die Arme lief und mit ihm des
Weges ging. Von „sieben Dämonen besessen“ besagt mehr als „Sieben“[26],
es weist auf die Unzahl und Schwere ihrer Sünden, da sie sich zuerst dem
Urfeind GOTTES überlassen hatte. Aus dieser Tiefe hat sie der HERR
herausgeholt an der Angel des letzten Funkens Lichtes, das in ihrer Seele
geblieben sein muss. Wie wir aus anderen Teufelsaustreibungen wissen, ist
Besetzung durch den Feind nicht auf einen Schlag zu heilen. Der Feind hat ja
nicht nur die Seelenburg umlagert, abgeriegelt, ja besetzt. da Leib und
Seele eins sind, ist er auch in den Leib des Menschen eingedrungen, um
seinen Besitz zu sichern. Die hl. Hildegard wusste um diese Zusammenhänge.
Wo eine Austreibung notwendig war, hat sie die ganze Gemeinschaft zum Gebet
gerufen. Der Feind muss zuerst durch dauerndes Gebet –nach Möglichkeit rund
um die Uhr- so bedrängt werden, dass er es kaum mehr aushält. Dies ist der
rechte Zeitpunkt für den Exorzismus des Priesters, um durchzuschlagen. Nicht
weniger entscheidend ist die Nachbereitung, dass der Feind dann nicht mit
sieben noch stärkeren Dämonen zurückkehrt, wenn das Haus gereinigt und
gesäubert ist.
Wer in der
Konkordanz diese Stelle sucht, wird sich wundern, sie nicht im direkten
Zusammenhang mit einer konkreten Teufelsaustreibung zu sehen. Darum ist es
zur Deutung dieses Zitates notwendig, zuerst sein Umfeld zu bestimmen. Wir
finden folgende Bestimmungen:
Auch Zeichen und
Wunder wirken nicht
Schon im „Zweiten
Schöpfungstag“, im Zeichen des „Firmamentes“ (Siehe Gen 1) des Evangeliums
von Matthäus[27],
wo es um die „Verkündung durch Zeichen und Wunder“ geht, um die die
Wortverkündung des HERRN in der „Bergpredigt“ zu unterstützen, drängt der
HERR auf Entscheidung. Es sind dort folgende Wunder:
Zeichen seiner
Erlöserkraft. 1. Gruppe,
Zeichen, die die
Nachfolge JESU bestärken, 2. Gruppe
außerordentliche
Wunder, die das Neue und Unerhörte Seiner Verkündigung zusammen fassen (3.
Gruppe). Sie lösen die Gegenstellung der Pharisäer aus. Die
außerordentlichen Wunder sind: Erweckung der Jairustochter, die Heilung der
blutflüssigen Frau, der beiden Blinden, die alles hinaustragen.
In das Dunkel,
das hier ausgelöst wird, stiftet der HERR am III. Schöpfungstag Seine
Familie, die das Licht des Erbarmens GOTTES in die Welt tragen soll.
Hier steht am
Anfang die Jüngerunterweisung im 10. Kapitel, mit dem Hinweis, dass seine
Sendung auf die „Verlorenen Schafe Israels“ beschränkt ist.
Im nächsten
Abschnitt geht es um die Scheidung für oder gegen IHN (11,1-12,50). Trotz
aller Wunder kann der HERR Israel nicht bekehren. Was hat er nicht alles
versucht?
Mt 11,16 „Mit wem
soll ich diese Generation vergleichen? Sie gleicht Kindern, die auf dem
Marktplatz sitzen und anderen Kindern zurufen: 17 Wir haben für euch auf der
Flöte (Hochzeitslieder) gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben
Klagelieder gesungen, und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen. 18
Johannes ist gekommen, er isst nicht und trinkt nicht, und sie sagen: Er ist
von einem Dämon besessen. 19 Der Menschensohn ist gekommen, er isst und
trinkt; darauf sagen sie: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der
Zöllner und Sünder. Und doch hat die Weisheit durch die Taten, die sie
bewirkt hat, recht bekommen. 20 Dann begann er den Städten, in denen er die
meisten Wunder getan hatte, Vorwürfe zu machen, weil sie sich nicht bekehrt
hatten“.
Zuerst im Wort
„Wehe Chorazim und Betsaida….“(20 -24), danach der Jubelruf JESU (11,25 –
30)
Dann im Werk:
Bezug auf das Sabbathgebot (Heilung der „Verdorrten Hand“), die Pharisäer
beraten, wie sie IHN umbringen können.
Rückzug JESU „ER
löscht den glimmenden Docht nicht aus!“, doch wie soll ER noch ansetzen?
Zuspitzung der
Auseinandersetzung mit den Pharisäern (22-45) wegen der Heilung am Sabbath,
17. „Auf diese Weise sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja
gesagt worden ist: 18 Seht, das ist mein Knecht, den ich erwählt habe, mein
Geliebter, an dem ich Gefallen gefunden habe. Ich werde meinen Geist auf ihn
legen, und er wird den Völkern das Recht verkünden. 19 Er wird nicht zanken
und nicht schreien, und man wird seine Stimme nicht auf den Straßen hören.
20 Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht
nicht auslöschen, bis er dem Recht zum Sieg verholfen hat. 21 Und auf seinen
Namen werden die Völker ihre Hoffnung setzen.“
Die Zuspitzung
erreicht ihren Höhepunkt in der Heilung eines Besessenen. Man wirft IHM vor:
ER treibe die Dämonen mit Belzebul aus. Hart antwortet JESUS, da er sie
hinweist, dass diese Sünde gegen den Hl. GEIST nicht vergeben werden kann
(31).
Die Beschuldigung
der Pharisäer, die Seine Wunder dem Feind zuschreiben, wird unterstrichen,
wo man ein Zeichen fordert. Sind sie so blind im Geist, dass sie auch in den
Wundern, die JESUS gewirkt hat, nur einen Angriff gegen ihre wankende
Autorität sehen. Schon hier stehen sie mit Herodes, der von JESUS mit
Wundern unterhalten werden möchte, auf einem Boden. Ob in Politik oder in
Religion, es gilt nur der Buchstabe! Die wachsende Uneinigkeit in der Kirche
zeigt den gleichen Hintergrund. Da der Buchstabe abstößt, sucht dass irre
geführte Volk im Außerordentlichen seine Wegweisung. 38 „Zu dieser Zeit
sagten einige Schriftgelehrte und Pharisäer zu ihm: Meister, wir möchten von
dir ein Zeichen sehen. 39 Er antwortete ihnen: Diese böse und treulose
Generation fordert ein Zeichen, aber es wird ihr kein anderes gegeben werden
als das Zeichen des Propheten Jona. 40 Denn wie Jona drei Tage und drei
Nächte im Bauch des Fisches war, so wird auch der Menschensohn drei Tage und
drei Nächte im Innern der Erde sein. 9 Er antwortete ihnen: Diese böse und
treulose Generation fordert ein Zeichen, aber es wird ihr kein anderes
gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona.“
Muss der HERR
nicht in „anderer Richtung“ suchen? Hier begegnet ER MM!
Sie gehört in die
Gruppe der Anawim = der Armen Israels, die von Abraham her gegen alle
Widrigkeiten in ihren Herzen den Begriff des Messias rein bewahrt haben.
Wann immer der
HERR zuerst MM begegnet ist, hier ist eine Frau zur Gruppe der IHM folgenden
Frauen dazu gestoßen, in der die ganze Verlorenheit Israels zum Ausdruck
kommt, da es sich in den Vorstehern dem Feind ausgeliefert sieht. MM und die
IHN begleitenden Frauen haben SEIN ZEICHEN erkannt und aufgenommen. Jede von
ihnen hat der HERR, ähnlich wie MM aus der Flut des Bösen gerettet. Er hat
sie, um im Gleichnis zu bleiben, aus dem „Bauch des Fisches“ heraus ans
Licht führen dürfen, Schritt für Schritt. Denn dies hat sie den
Gesetzesbesserwissern voraus, sie kann IHN nicht mehr lassen. Sie kommt
Seinem Erbarmen Schritt für Schritt entgegen, sie kann ihn nicht lassen,
während die Besserwisser sich immer mehr in diesem Besserwissen auf die
Seite des Lichtträgers rutschen.
Wir begegnen hier
wahrhaft einer apokalyptischen Finsternis, wie sie sich heute, nicht
aufzuhalten, über die ganze Menschheit legt und von Jedem wie von Allen eine
persönliche Entscheidung fordert, wie sie MM in jedem kleinen Schritt hin zu
IHM unter Beweis gestellt hat.
Nicht auf einmal
ist sie wie Jonas aus dem Bauch des Fisches ausgespuckt worden auf festes
Land. Sie musste mit IHM und auf IHN hin jeden Schritt gegen den Feind, der
sie nicht lassen wollte, erkämpfen – und dies nicht nur, da sie in Seiner
Nähe sein durfte. Ihr ganzes weiteres Sühneleben ist sie auf diesem Weg
geblieben. Darf man sie in diesem Licht nicht mit Recht als Wegbereiterin
für die Letzten in dieser letzten Zeit bezeichnen? Ist sie nicht auf ihre
Weise dem Erlösungsweg JESU bis in den „Bauch des Wales“, bis in die letzte
Dunkelheit hinein Tag für Tag neu nachgegangen, in tiefster Dankbarkeit? Wer
durfte näher all die Stufen des Ringens JESU am Ölberg nachvollziehen, da Er
den VATER um Hilfe anfleht?
40 „Denn wie Jona
drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird auch der
Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Innern der Erde sein. 41 „Die
Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und
sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier
aber ist einer, der mehr ist als Jona. 42 Die Königin des Südens wird beim
Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam
vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer,
der mehr ist als Salomo.“
Wer weiß aus
Erfahrung besser, was es bedeutet, dem Feind ausgeliefert zu sein, wie sie
es in ihrer „siebenfachen“ Besessenheit erfahren hat. Hier kommt sie als
Hilfe in wunderbare und doch so gegensätzliche Nähe zur MUTTER des HERRN in
ihrer Engelreinheit, die nie von einer Sünde getrübt wurde. Dies ist die
Gegensätzlichkeit zu ihr, zugleich aber die wunderbare Ergänzung zur MUTTER
der IMMERWÄHRENDEN HILFE.
43 „Ein unreiner
Geist, der einen Menschen verlassen hat, wandert durch die Wüste und sucht
einen Ort, wo er bleiben kann. Wenn er aber keinen findet, 44 dann sagt er:
Ich will in mein Haus zurückkehren, das ich verlassen habe. Und wenn er es
bei seiner Rückkehr leer antrifft, sauber und geschmückt, 45 dann geht er
und holt sieben andere Geister, die noch schlimmer sind als er selbst. Sie
ziehen dort ein und lassen sich nieder. So wird es mit diesem Menschen am
Ende schlimmer werden als vorher. Dieser bösen Generation wird es genauso
gehen.“
Sie weiß sehr
wohl, was der HERR mit den „sieben anderen Geistern“ meint, die bereit sind
einzuziehen…….! Nicht auf einmal werden sie die „Sieben“ verlassen haben,
und immer wieder werden die Gebliebenen ihr vorgehalten haben, dass sie es
mit ihnen doch nicht schaffen würde. Mit Nichts arbeitet der Feind mehr als
mit Zermürben, mit dem „Umsonst“, „Du kommst nicht mehr heraus“, das ist die
„Wissenschaft“ ihres Verlorensein, die sie hier weiter bringen wollen, denn
dieses Wissen: „Sie kommen nie mehr heraus!“, erschlägt sie schon heute. Wer
dies nur annähernd einmal erfahren hat, wird diese furchtbare Erinnerung
erst verlieren, wenn er es hinüber schafft. Sie weiß was auf die zukommt,
die die Wunder JESU angenommen, aber dann nicht zu innerer Begegnung
heranreiften! Ist das größte Wunder, das wir erfahren haben als Christen
nicht die Gnade der Taufe, die heute eine tote Zeremonie geworden ist, nach
der es ein Festmahl gibt………..und das ist Alles. Wie furchtbar! Selbst wenn
da im Übermaß der Gnaden Menschen im Nahtod von Drüber wieder herüber kommen
um Zeugnis abzulegen…..wer lässt es sich zu Herzen gehen? Für die Meisten
ist nur ein neuer Kitzel, morgen vergessen!
Auch wenn wir
durch solche Hinweise wie die der „Sieben Dämonen“ ein wenig mehr Licht
bringen in das Geheimnis der Liebe des HERRN zu dieser „Großen Sünderin“,
das Letzte bleibt immer eifersüchtig gehütetes Eigen GOTTES allein mit der
Seele. Und doch, wie notwendig ist es besonders für uns heute, für die es
keine Sünde gibt, die man nicht irgendwie rechtfertigen könnte, durch arme
Sünder wie diese „Große Sünderin“ belehrt zu werden, dass die Sünde, in die
wir gedankenlos hineinrutschen, „weil es heute eben so ist“ wenig wiegt im
Vergleich zur der des Besserwissens der Bessergestellten, die wir durch das
Wirtschaftswunder irgendwo alle geworden sind. Wo gibt es noch Arme……..? nur
im Fernsehen, auf entsprechendem Abstand, für die wir am Sonntag ja gerade
50 cent in den Klingenbeutel geworfen haben. Wie nüchtern kann uns dies in
der Begegnung mit MM klar werden, dass dies wahrhaft die größte Sünde ist,
dass wir GOTT nicht mehr brauchen, weil wir uns selbst gott geworden sind.
Der Böse hat uns sehr in seine nächste Nähe gerückt: „Wozu das LICHT GOTTES,
da wir uns mit unserem Besserwissen genug Licht sind?
Ist es nicht eine
furchtbare Sünde, dass wir die Existenz des Bösen leugnen, für ein Märchen
der Kirche halten (das sie inzwischen selbst überwunden hat!), aber die
Gegenwart des LEBENDIGEN GOTTES leugnen. Haben wir nicht Alles von IHM. Den
Anderen, der Nichts ist als ein aufgeblähter, gegen GOTT geworfener Gedanke
(wie sie uns tausendfach im Kopf schwirren!) aber haben wir unser Haus
geöffnet, dass er ein und aus gehen kann, als sei er der beste unserer
Freunde. Wie sehr ist es dem Bösen gelungen, die Pole auszutauschen! In der
Verfolgung werden wir bald erfahren, was es für uns bedeutet, diesem Tausch
entgegen zu stehen.
An MM können wir
erkennen, wie sehr der HERR heute auf die Ärmsten schaut, um ihnen aus den
Klauen des Würgengels zu helfen!
Hl. M.M. bitt’
für uns, dass das Gift des Besserwissens nie in uns eindringe!“
Mit Johannes
zusammen ist sie in der Nähe MARIAS geblieben (Tradition der Ostkirche) bis
in Ephesus. Erst dann hat sie den Ort ihrer letzten Wandlung als
Einsiedlerin in Südfrankreich gefunden. Wenn in einem Zeugen, dann hat sich
in ihr die Gnade der Wandlung durch den Auferstandenen HERRN reifend bis zur
ihrer gänzlichen Wandlung ausgewirkt. Sie ist es, die in spannungsgeladener
Einheit mit der Schmerzhaften MUTTER erste Zeugin der Gnade der Sühne
geworden istr. Sie ist in anderer Weise als Johannes in der Schule MARIENS
gewachsen.
Sie geschah im
Hause Simons, des Aussätzigen. Eine nähere Verbindung zum Haus des Lazarus
gegeben war durch beider Nachbarschaft zu Gethsemani gegeben oder auch durch
JESUS angebahnt. Die Perikope will deshalb wie im „Kraftfeld!“ des Hauses
Lazarus gesehen werden.
Jo 12,7 Jesus
antwortete ihm: „Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später
wirst du es begreifen. 8 Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die
Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du
keinen Anteil an mir. 9 Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur
meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt. 10 Jesus sagte zu ihm: Wer
vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen.
Auch ihr seid rein, aber nicht alle. 11 Er wusste nämlich, wer ihn verraten
würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein.“
Wir sehen hier ab
von der Unsicherheit der meisten Exegeten, die von einer „anderen Magdalena“
sprechen. Seltsam und tiefer zu betrachten ist, dass gerade Simon dem Hause
von Bethanien nahe ist, wohl nicht nur äußerlich. Simon scheint sehr wohl
eine Beziehung zur Familie des Lazarus gehabt zu haben. Hier geschieht nicht
nur Außergewöhnliches, das alle äußeren Formen durchbricht, sondern hier
geht es um Letztes, zu dem in Hingabe nur MM s
|
a. im
Hause Simons Lk 7, 31 - 39
31 Mit
wem soll ich also die Menschen dieser Generation vergleichen? Wem
sind sie ähnlich?
32 Sie
sind wie Kinder, die auf dem Marktplatz sitzen und einander zurufen:
Wir haben für euch auf der Flöte (Hochzeitslieder) gespielt, und ihr
habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt
nicht geweint.
33
Johannes der Täufer ist gekommen, er ißt kein Brot und trinkt keinen
Wein, und ihr sagt: Er ist von einem Dämon besessen.
34 Der
Menschensohn ist gekommen, er ißt und trinkt; darauf sagt ihr:
Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder!
35 Und
doch hat die Weisheit durch alle ihre Kinder recht bekommen.
36 Jesus
ging in das Haus eines Pharisäers, der ihn zum Essen eingeladen
hatte, und legte sich zu Tisch.
37 Als
nun eine Sünderin, die in der Stadt lebte, erfuhr, daß er im Haus
des Pharisäers bei Tisch war, kam sie mit einem Alabastergefäß voll
wohlriechendem Öl
38 und
trat von hinten an ihn heran. Dabei weinte sie, und ihre Tränen
fielen auf seine Füße. Sie trocknete seine Füße mit ihrem Haar,
küsste sie und salbte sie mit dem Öl. |
b. beim
Abendmahl
Jo 12:1 -
8
Sechs
Tage vor dem Paschafest kam Jesus nach Bethanien, wo Lazarus war,
den er von den Toten auferweckt hatte.
2 Dort
bereiteten sie ihm ein Mahl; Marta bediente, und Lazarus war unter
denen, die mit Jesus bei Tisch waren.
3 Da nahm
Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus die Füße
und trocknete sie mit ihrem Haar. Das Haus wurde vom Duft des Öls
erfüllt.
4 Doch
einer von seinen Jüngern, Judas Iskariot, der ihn später verriet,
sagte:
5 Warum
hat man dieses Öl nicht für dreihundert Denare verkauft und den
Erlös den Armen gegeben?
6 Das
sagte er aber nicht, weil er ein Herz für die Armen gehabt hätte,
sondern weil er ein Dieb war; er hatte nämlich die Kasse und
veruntreute die Einkünfte.
7 Jesus
erwiderte: Laß sie, damit sie es für den Tag meines Begräbnisses
tue.
8 Die
Armen habt ihr immer bei euch, mich aber habt ihr nicht immer bei
euch.
|
39 „Als der
Pharisäer, der ihn eingeladen hatte, das sah, dachte er: Wenn er wirklich
ein Prophet wäre, müsste er wissen, was das für eine Frau ist, von der er
sich berühren lässt; er wüsste, daß sie eine Sünderin ist. 40 Da wandte sich
Jesus an ihn und sagte: Simon, ich möchte dir etwas sagen. Er erwiderte:
Sprich, Meister! 41 (Jesus sagte:) Ein Geldverleiher hatte zwei Schuldner;
der eine war ihm fünfhundert Denare schuldig, der andere fünfzig. 42 Als sie
ihre Schulden nicht bezahlen konnten, erließ er sie beiden. Wer von ihnen
wird ihn nun mehr lieben? 43 Simon antwortete: Ich nehme an, der, dem er
mehr erlassen hat. Jesus sagte zu ihm: Du hast recht.
44 Dann wandte er
sich der Frau zu und sagte zu Simon: Siehst du diese Frau? Als ich in dein
Haus kam, hast du mir kein Wasser zum Waschen der Füße gegeben; sie aber hat
ihre Tränen über meinen Füßen vergossen und sie mit ihrem Haar abgetrocknet.
45 Du hast mir (zur Begrüßung) keinen Kuß gegeben; sie aber hat mir, seit
ich hier bin, unaufhörlich die Füße geküsst. 46 Du hast mir nicht das Haar
mit Öl gesalbt; sie aber hat mir mit ihrem wohlriechenden Öl die Füße
gesalbt. 47 Deshalb sage ich dir: Ihr sind ihre vielen Sünden vergeben, weil
sie (mir) so viel Liebe gezeigt hat. Wem aber nur wenig vergeben wird, der
zeigt auch nur wenig Liebe. 48 Dann sagte er zu ihr: Deine Sünden sind dir
vergeben. 49 Da dachten die anderen Gäste: Wer ist das, daß er sogar Sünden
vergibt? 50 Er aber sagte zu der Frau: Dein Glaube hat dir geholfen. Geh in
Frieden!
Erinnern wir uns:
Johannes ist in Patmos ausgesondert aus jeglicher Gemeinschaft. Er ist
Gefangener auf der Insel und wohl auch in der Grotte, auch wenn die Wache
ihm gewisse Freiheiten lässt wie Paulus in Rom. Der Anruf GOTTES geht an ihn
über die Kirche hinaus an die Vollendung aller Dinge zu denken. Es muss eine
neue Art von Gemeinschaft werden, die über das, was der Kirche aufgetragen
ist, hinausgeht. Immer wieder rutscht sie ab von einem Wellenberg, auf den
sie ein Heiliger für kurze Zeit gebracht hat. Das Gewicht der Erde und der
Sünden, die immerwährende Bedrängnis durch den Feind brauchen andere Kräfte,
um sie zu überwinden. Wie kann die Kraft des GEISTES, der ihr zu Pfingsten
geschenkt wurde, tiefer dringen, wenn sie das Irdische immer wieder hinunter
zieht?
Johannes geht auf
diese Frage zu in der Begegnung mit Nikodemus, wie in einer anderen Welt,
verhüllt im Dunkel der Nacht. Nie kann sie gelöst werden im grellem Licht
des Tages. Schon dieses können die Menschen dieser Tage nicht mehr ertragen.
Sie haben ihr eigenes Licht, mit dem sie tun, was sie wollen, nicht wissend,
dass der Lichtscheue es ihnen unterschiebt, damit sie nicht merken, dass sie
GOTTES Licht in der Seele verloren haben. Darum muss er es auch ständig
wechseln, unruhiger auf sie eindringen lassen, bis das immer härtere Licht
den Menschen aufgelöst hat. Er hat alle Mitte verloren, aus der doch sein
Leben gekommen und gewachsen war. Etwas Ähnliches muss Nikodemus in seiner
Zeit erfahren haben. Muss er nicht fragen, da ihn die Wunder JESU einen Weg
der Heilung zu weisen scheinen?
Er fragt, wie wir
Menschen alle, von Außen. So kann er den ersten Hinweis JESU, dass es
notwendig sei, neu geboren zu werden, nicht fassen. JESUS packt ihn bei
seinem Ehrgefühl als Lehrer Israels. Sollte es IHM gelingen, wenigstens
Einen, die aus dem Glauben ein Totenhaus gemacht haben, wieder ans Licht zu
bringen? Einfacher kann ER es nicht sagen als im Hinweis auf die
Notwendigkeit, neu geboren zu werden. „Aber wie?“ Sind sie damals nicht wie
heute beim Lebensunterhalt fest gefahren, um den Rest, der am Leben blieb,
noch zum Grab zu schleppen. Wo die Lüge nicht in der Wurzel heraus gerissen
wird, muss sie alles Leben vernichten. Wie scharf zielt JESUS auf die
Wahrhaftigkeit, den Hunger an Licht, ohne die das Leben schon lebend tot
ist. Wo ER diesen Hunger wecken kann, ist der erste Schritt zurück zum VATER
schon getan.
Den zweiten zeigt
Johannes auf in der Perikope der Samariterin. Wo einmal die aus dem Herzen
aufsteigende Frage nach GOTT leise geweckt ist, muss tiefer aufgebrochen
werden, um begraben unter toten Traditionen, letzte Lebenswurzeln frei zu
legen. Es ist da tief Wahres um den „Vater Jakob“, der den Brunnen gegraben
hat, doch es ist vergessen. Nur ein Buchstaben von Erinnerung ist geblieben.
Das Wasser, das die Frau schöpft, kann den Durst der Seele nie und nimmer
löschen, denn er geht in die Tiefe, hinein in den Ursprung alles lebendigen
Wassers: GOTT.
Dem dritten
Schritt begegnen wir in der Perikope der Heilung des Knechtes auf
Entfernung, der die Erfahrung des HL. GEISTES bindet an die Forderung
aufzubrechen jenseits des Greifbaren, in dem sich der Mensch selbst gefangen
hat. Wo nur einer durchstößt, kann eine ganze Familie zu Neuem Leben kommen.
Es beginnt mit der Bekehrung des Hauptmann, greift über auf seine Familie,
doch um tiefer zu wurzeln, muss das Samenkorn in die Erde fallen, bis die
rechte Zeit da ist, ein ganzes Volk zum Glauben zurück zu führen. Wie
organisch greift Johannes diese entscheidenden Fragen an! Das Ziel, die
Einheit in der LIEBE, kann nur in kleinen, demütigen Schritt erreicht
werden. Israel muss hinter seinen Anfang zurück, um dem Messias zu begegnen,
wie es verheißend der Samariterin geschah. Hier sind die hl. Engel als
Geburtshelfer (Offb 12!) gerufen, nicht nur helfend von Außen, wie es auch
weiter ihre Aufgabe bleibt, auch nicht nur als Schutzengel des je einzelnen
Getauften, sondern hin auf JESUS CHRISTUS, in IHM eine neue Gemeinschaft zu
bilden, die dem Totenreich den Boden nimmt und neu, in der Asche beginnt.
Versteckt ist in ihr letzte Glut geborgen. Das ist das Anliegen der
Gemeindebriefe, die wir daraufhin befragen müssen.
[28]
Der HERR selbst
gibt hier den ersten Hinweis: die Kirche muss im HEILIGEN GEIST von den hl.
Engeln geführt werden, wie einst beim Auszug der Israeliten von Ägypten:
2,20 „Der geheimnisvolle Sinn der Sieben Sterne, die du auf meiner rechten
Hand gesehen hast, und der sieben goldenen Leuchter ist: Die sieben Sterne
sind die Engel der sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter sind die sieben
Gemeinden“ (1,20). Damit die Kirche endlich werde, wozu GOTTES weise
Vorsehung bestimmt hat, nämlich das Neue Paradies, muss in jedem Glied wie
im Ganzen der WILLE GOTTES erfüllt werden, wie er grundlegend und Richtung
gebend in MARIA erfüllt wurde in der Überschattung durch den HEILIGEN GEIST.
Jedes einzelne Glied ist dabei so entscheidend wie die Erfüllung Seines
Willens im Miteinander und hin zu GOTT. Das kann nicht mehr administrativ
von der Hierarchie bestimmt werden, sondern muss in der Kraft des BLUTES
CHRISTI das einzelne Glied wie den ganzen Leib CHRISTI durchströmen. Darum
muss diese Erneuerung bei denen beginnen, die GOTT zu Hirten Seiner Herde
bestimmt hat: die Priester. Dies ist erster Wille GOTTES, da ER das Werk der
hl. Engel auf Erden gründete, damit es von der Kirche als Keim für das
„Siehe, ICH mache Alles neu!“ aufgenommen werde.
Die Botschaft,
die Johannes vermitteln muss, ist eine Engelbotschaft. Menschlich
ausgedrückt: „Finger weg!“, wir können sie abweisen oder annehmen. Wo wir
sie annehmen, müssen wir ihrer Weisung gehorchen! Die Begegnung Engel –
Mensch bedeutet für beide, eine Schwelle zu überschreiten: der Engel muss
sich herabbeugen zum Menschen, der Mensch soll zum Engel aufschauen. Beide
sollen im endzeitlichen Geisterkampf wie eins werden. Die Einheit zwischen
beiden ist der HERR, in dessen Dienst Engel und Mensch gerufen sind, um die
Schöpfung zum VATER heimzubringen. ER stellt sich für jede der Sieben
Gemeinden in anderer Weise da. Es ist uns Hilfe, wenn wir hier an die Sieben
Gaben des HEILIGEN GEISTES denken, die je nach Adressat eine andere Prägung
erhalten. Immer steht der HERR hier für den DREIEINIGEN GOTT. Wenn diese
Seine Dreifaltige Gegenwart auch in den Evangelien, besonders bei Johannes
zu erkennen ist, so wird sie hier doch eine „Engelprägung“, auf die wir, um
dem HERRN mit den hl. Engeln näher zu kommen, bewusst achten müssen.
Vereinfachungen
sind ausschließend, denn sie achten nicht auf den apokalyptischen Plan
GOTTES, die ganze Schöpfung heimzuholen. Der Mensch muss zur
GOTTebenbildlichkeit der Schöpfung in aller Vielfalt Ja sagen. Je
verschieden auch unser jeweiliger Zugang ist, er darf nie von diesem von
GOTT gewollten Ziel absehen. Hier ist ein Anliegen des Vat II aufgenommen,
das sicher im Licht der hl. Engel noch geklärt und vertieft werden müsste.
Hier müssen wir, um besser zu verstehen auf die Viergestalt der Evangelien
schauen, die geheimnisvoll die Sicht auf die DREI GÖTTLICHEN PERSONEN mit
einschließt. Nur dort, wo wir die Vielfalt der Schöpfung sowohl vom VATER,
wie vom SOHN, wie vom HEILIGEN GEIST im Blick auf das Eine und doch
Vierstrahlige Kreuz sehen, kommen wir zur Vollendung, wie sie in der Zwölf,
Zahl der Patriarchen, der Propheten, der Zwölf Tore des Neuen Jerusalem
gegeben ist. Nicht nur die DREI sind eins, sondern auch die Vier! Diese
„heilige Mathematik“ hilft uns im Geheimnis: GOTT und Seiner Abbildlichkeit
in der Schöpfung zu bleiben.
Sie muss
dreifach, im Blick auf die Drei GÖTTLICHEN PERSONEN
und zugleich
vierfach im Blick auf den Einen Weg zu GOTT, das Kreuz, geprägt sein.
Es ist richtig im
Blick auf den VATER zu sagen: „GOTT ist die Ordnung“, doch nicht in der
verängstigten Enge, wie sie die Traditionalisten beanspruchen. Sie bleibt
ferne der Engelsicht des hl. Mt, der sie vom VATER her seinem Evangelium
über das LW „Engel“ voran stellt. Wie viel größer, weiter, weiser die
Ordnung GOTTES ist, als unser sehr menschliches Bemühen, alles auf Einen
Nenner zu bringen, das werden wir „Drüben“ nachzuholen haben. Fast immer
wirkt im Menschen, wo er auf Ordnung pocht, das Besserwissen – und wollen
der eigenen Ich mit, das die Rundsicht des hl. Engels als „zusätzlich“, ja
überflüssig beschneidet. Dabei ist nicht zu leugnen, dass das Mt Evangelium
die katholische Kirche fast 2000 geprägt hat und wohl noch weiter prägen
wird. Die LW sind immer Vier, auch wo eine Prägung nach vorne tritt, sind
die anderen drei Prägungen mit gegeben und wollen in der Deutung des
Evangeliums beachtet werden.
Das Wort ist des
SOHNES, dafür steht vor allem die erste Verkündigung JESU. Es ist „Tat“, es
wirkt, was es aussagt. Hier ist besonders durch Markus die Sendung des
Evangeliums über die ganze Schöpfung, nicht nur die Menschheit, mit
ausgesagt. Dafür steht über dem Evangelium das LW Löwe, das als Erstes den
bedingungslosen Glauben, den Gehorsam verlangt, der uns heute fremd geworden
ist in aller Anpassung an die Welt. Und doch endet nicht auch Mt mit dem
Auftrag, hinauszugehen in alle Welt, um die Frohbotschaften allen Völkern zu
künden, hier jedenfalls mehr im Blick auf den Menschen. Das Wort des Mk ist
zuerst Tat, frisch, zupackend, nicht nur auf den Menschen, es will auch die
Schöpfung in seinen Griff nehmen und GOTT unterordnen, nach dem Auftrag im
ersten Schöpfungsbegriff. Wer tiefer sieht, wird in dem Auftrag des Mt den
hl. Engel mitwirkend erkennen, wie es der letzten Verkündigung aufgegeben
ist. L.M.Monfort hat sie den „Aposteln der Letzten Zeit“ zugeschrieben. Wie
viel feiner werden Unterscheidungen, wenn uns der hl. Engel dabei zu Hilfe
kommt. Bei uns geht es immer darum, möglichst bald und praktisch mit einer
Aufgabe fertig zu werden. Der hl. Engel kennt keinen Zeitdruck, er kennt nur
den von GOTT gegebenen Auftrag, der erfüllt werden muss, Zeit ist dabei
nicht mehr als begleitendes, für uns Menschen nicht auszuschaltendes
Element. Erstes bleibt: die Aufgabe mit letzter Hingabe zu erfüllen. Dies
werden die meisten Menschen erst in der Läuterung erfahren, wo ihnen
auferlegt ist, das Versäumte in heiliger Geduld nachzuholen.
Doch das Wort ist
nicht nur „Tat“, es ist wie wir es über das immerwährende Betrachten MARIENS
erkennen, Besinnung, Betrachtung, Schauen auf das, was uns das Wort sagen
will. Nur der Betrachtende kann schon hier auf Erden, wenn auch
bruchstückhaft, in den Sinn dessen, was uns aufgegeben ist, eindringen. Nur
betrachtend kann er ganz werden, was er nach dem weisen Plan GOTTES sein
sollte. Nur „ganz“ kann er in den Himmel eintreten. Hier wird nicht wenig
nachzuholen sein. Das macht das „Fegfeuer“ für uns unbegreifbar, auch wenn
die Kirche uns hier in den Indulgentien mit Zahlen zu Hilfe kommen will.
Drüben fällt immer mehr die Zeit mit der Ewigkeit GOTTES zusammen. Je mehr
einer mit ihr auch drüben weiter zu rechnen versucht, um so länger wird es
dauern!
Nicht zuletzt in
der Sicht des Adlers, wie sie Johannes gegeben ist, will uns GOTTES Erbarmen
und Güte schon hier über das Nächste hinaus hinaufheben in die Adlerschau,
die vergleichsweise ganze Ländereien übersieht. Wenn wir im betrachtenden
Schauen des hl. Lukas schon die Nähe des HEILIGEN GEISTES ahnen, der
behutsamer an Dinge und Menschen heran geht, wie wir es hier zugreifend tun,
bei Johannes ist es nicht nur der Hl. GEIST, der uns anhebt zur Adlersicht,
es ist der DREIFALTIGE GOTT selbst. Nicht zu Unrecht wird deshalb Lukas’
Sicht dem HEILIGEN GEIST, Johannes’ ‚Sicht der HLST. DREIFALTIGKEIT
zugerechnet Wie viel könnte der hl. Engel uns helfen, wieder zum Staunen der
ersten griechischen Philosophen zurück zu kehren, die nicht aufhörten das
Wunder der Schöpfung auf ihre inne wohnende Ordnung zu befragen. Wir können
sicher sein, dass MM in ihrer liebenden Nähe zum HERRN wegweisend voraus
eilt. Warum nicht wie sie wenigstens zeitweise ein wenig Abstand vom
Nächstnotwendigen finden, das uns erschlägt.
Die Kirche ist
dort, wo sie sich den hl. Engel öffnet die sie betreuen, nicht allein auf
Erden. Sie hat in ihnen nicht nur ihr Widerbild im Himmel. Hier wie dort ist
der HERR mitten in ihr - dort sichtbar den hl. Engeln, unten im Geheimnis
des Sakramentes wie im Dunkel, aus dem sich die sieben Gemeinden im Bild von
Säulenbögen erheben. Es ist Eine Kirche, auch wenn sie jetzt noch
dreigeteilt ist in die glorreiche (die Heiligen mit den hl. Engeln im
Himmel), die kämpfende auf Erde (in der von GOTT im HEILIGEN GEIST gegebenen
Ordnung) und unter ihr noch die leidende Kirche der Seelen im Reinigungsort,
hier nur wie in Schemen zu erkennen.
Die Begegnung MMs
mit Simon im Sinne einer vollkommenen Umkehr hin zum Neuen Leben, wird im
Blick auf das Herz des Menschen durch das Bekenntnis der römischen
Hauptmanns wie durch die Erschütterung bis zum Tod der Soldaten am Grab als
hingeordnet auf die Letzten Dinge unterstrichen.
|
51 Da
riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei. Die Erde
bebte, und die Felsen spalteten sich.
52 Die
Gräber öffneten sich, und die Leiber vieler Heiligen, die
entschlafen waren, wurden auferweckt.
53 Nach
der Auferstehung Jesu verließen sie ihre Gräber, kamen in die
Heilige Stadt und erschienen vielen.
54 Als
der Hauptmann und die Männer, die mit ihm zusammen Jesus bewachten,
das Erdbeben bemerkten und sahen, was geschah, erschraken sie sehr
und sagten: Wahrhaftig, das war Gottes Sohn! |
38 Da
riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei.
39 Als
der Hauptmann, der Jesus gegenüberstand, ihn auf diese Weise sterben
sah, sagte er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn. |
47 Als
der Hauptmann sah, was geschehen war, pries er Gott und sagte: Das
war wirklich ein gerechter Mensch.
48 Und
alle, die zu diesem Schauspiel herbeigeströmt waren und sahen, was
sich ereignet hatte, schlugen sich an die Brust und gingen betroffen
weg.
49 Alle
seine Bekannten aber standen in einiger Entfernung (vom Kreuz), auch
die Frauen, die ihm seit der Zeit in Galiläa nachgefolgt waren und
die alles mit ansahen. |
31 Weil
Rüsttag war und die Körper während des Sabbats nicht am Kreuz
bleiben sollten, baten die Juden Pilatus, man möge den Gekreuzigten
die Beine zerschlagen und ihre Leichen dann abnehmen; denn dieser
Sabbat war ein großer Feiertag.
32 Also
kamen die Soldaten und zerschlugen dem ersten die Beine, dann dem
andern, der mit ihm gekreuzigt worden war.
38 Josef
aus Arimathäa war ein Jünger Jesu, aber aus Furcht vor den Juden nur
heimlich. Er bat Pilatus, den Leichnam Jesu abnehmen zu dürfen, und
Pilatus erlaubte es. Also kam er und nahm den Leichnam ab.
|
Jo 19, 33 Als sie
aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm
die Beine nicht, 34 sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine
Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus. 35 Und der, der es gesehen
hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr. Und er weiß, dass er Wahres
berichtet, damit auch ihr glaubt. 36 Denn das ist geschehen, damit sich das
Schriftwort erfüllte: Man soll an ihm kein Gebein zerbrechen. 37 Und ein
anderes Schriftwort sagt: Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt
haben.
Zu den Einzelnen,
die schon in der Stunde des Gerichtes im Bekenntnis zu JESUS stehen, gehören
notwendig auch die Ältesten aus dem Kreis der Schriftgelehrten, auch wenn
ihr Zeugnis noch hinkt. Sie müssen wachsen hin auf die Stunde, da ihr Volk
sich als ganzes zum HERRN bekehrt.
39 Es kam auch
Nikodemus, der früher einmal Jesus bei Nacht aufgesucht hatte. Er brachte
eine Mischung aus Myrrhe und Aloe, etwa hundert Pfund. 40 Sie nahmen den
Leichnam Jesu und umwickelten ihn mit Leinenbinden, zusammen mit den
wohlriechenden Salben, wie es beim jüdischen Begräbnis Sitte ist. 41 An dem
Ort, wo man ihn gekreuzigt hatte, war ein Garten, und in dem Garten war ein
neues Grab, in dem noch niemand bestattet worden war. 42 Wegen des Rüsttages
der Juden und weil das Grab in der Nähe lag, setzten sie Jesus dort bei.
Betrachten wir
hier vor allem, wie sehr es auf unserer Seite Zeugen bedarf, die bei all der
Unbegreiflichkeit der Ereignisse die Brücke von Tod JESU hinüber zu Seiner
Auferstehung bilden. In diesem Licht will auch das außerordentliche Zeugnis
Johannes des Evangelisten in der Geheimen Offenbarung gesehen werden. Es
zieht über Tod/Auferstehung den Bogen hinüber zur Vollendung aller Dinge in
der Apokalypse.
|
Bei Mt
27,55 - 61 |
Mk 15,40
– 47 |
Lk 23,49 |
Jo 19,25
– 30 |
|
Matthäus
Grablegung
27, 55
Auch viele Frauen waren dort und sahen von weitem zu; sie waren
Jesus seit der Zeit in Galiläa nachgefolgt und hatten ihm gedient.
56 Zu ihnen gehörten Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des
Jakobus und des Josef, und die Mutter der Söhne des Zebedäus.
57 Gegen
Abend kam ein reicher Mann aus Arimathäa namens Josef; auch er war
ein Jünger Jesu. 58 Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu.
Da befahl Pilatus, ihm den Leichnam zu überlassen. 59 Josef nahm ihn
und hüllte ihn in ein reines Leinentuch. 60 Dann legte er ihn in ein
neues Grab, das er für sich selbst in einen Felsen hatte hauen
lassen. Er wälzte einen großen Stein vor den Eingang des Grabes und
ging weg.
61 Auch
Maria aus Magdala und die andere Maria waren dort; sie saßen dem
Grab gegenüber.
|
Markus
Grablegung
15,40
Auch einige Frauen sahen von weitem zu, darunter Maria aus Magdala,
Maria, die Mutter von Jakobus dem Kleinen und Joses, sowie Salome;
41 sie waren Jesus schon in Galiläa nachgefolgt und hatten ihm
gedient. Noch viele andere Frauen waren dabei, die mit ihm nach
Jerusalem hinaufgezogen waren.
42 Da es
Rüsttag war, der Tag vor dem Sabbat, und es schon Abend wurde,
43 ging
Josef von Arimathäa, ein vornehmer Ratsherr, der auch auf das Reich
Gottes wartete, zu Pilatus und wagte es, um den Leichnam Jesu zu
bitten. 44 Pilatus war überrascht, als er hörte, dass Jesus schon
tot sei. Er ließ den Hauptmann kommen und fragte ihn, ob Jesus
bereits gestorben sei. 45 Als der Hauptmann ihm das bestätigte,
überließ er Josef den Leichnam.
|
Lukas
49 Alle
seine Bekannten aber standen in einiger Entfernung (vom Kreuz), auch
die Frauen, die ihm seit der Zeit in Galiläa nachgefolgt waren und
die alles mit ansahen.
50 Damals
gehörte zu den Mitgliedern des Hohen Rates ein Mann namens Josef,
der aus der jüdischen Stadt Arimathäa stammte. Er wartete auf das
Reich Gottes und hatte dem, was die anderen beschlossen und taten,
nicht zugestimmt, weil er gut und gerecht war.
– 51 - 52
Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. 53 Und er nahm ihn
vom Kreuz, hüllte ihn in ein Leinentuch und legte ihn in ein
Felsengrab, in dem noch niemand bestattet worden war. 54 Das war am
Rüsttag, kurz bevor der Sabbat anbrach. 55 Die Frauen, die mit Jesus
aus Galiläa gekommen waren, gaben ihm das Geleit und sahen zu, wie
der Leichnam in das Grab gelegt wurde.
|
Johannes
siehe vorher!
38 Josef
aus Arimathäa war ein Jünger Jesu, aber aus Furcht vor den Juden nur
heimlich. Er bat Pilatus, den Leichnam Jesu abnehmen zu dürfen, und
Pilatus erlaubte es. Also kam er und nahm den Leichnam ab.
39 Es kam
auch Nikodemus, der früher einmal Jesus bei Nacht aufgesucht hatte.
Er brachte eine Mischung aus Myrrhe und Aloe, etwa hundert Pfund.
40 Sie
nahmen den Leichnam Jesu und umwickelten ihn mit Leinenbinden,
zusammen mit den wohlriechenden Salben, wie es beim jüdischen
Begräbnis Sitte ist.
41 An dem
Ort, wo man ihn gekreuzigt hatte, war ein Garten, und in dem Garten
war ein neues Grab, in dem noch niemand bestattet worden war.
42 Wegen
des Rüsttages der Juden und weil das Grab in der Nähe lag, setzten
sie Jesus dort bei.
|
46 Josef kaufte
ein Leinentuch, nahm Jesus vom Kreuz, wickelte ihn in das Tuch und legte ihn
in ein Grab, das in einen Felsen gehauen war. Dann wälzte er einen Stein vor
den Eingang des Grabes. 47 Maria aus Magdala aber und Maria, die Mutter des
Joses, beobachteten, wohin der Leichnam gelegt wurde.
Bereitung der
Salben bei Lukas
56 Dann kehrten
sie heim und bereiteten wohlriechende Öle und Salben zu. Am Sabbat aber
hielten sie die vom Gesetz vorgeschriebene Ruhe ein.
Der Text sei hier
noch einmal zur besseren Erinnerung vorgelegt
|
28:1 Nach
dem Sabbat kamen in der Morgendämmerung des ersten Tages der Woche
Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen.
2
Plötzlich entstand ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn
kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und
setzte sich darauf. 3 Seine Gestalt leuchtete wie ein Blitz, und
sein Gewand war weiß wie Schnee. 4 Die Wächter begannen vor Angst zu
zittern und fielen wie tot zu Boden.
5 Der
Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr
sucht Jesus, den Gekreuzigten. 6 Er ist nicht hier; denn er ist
auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch die Stelle
an, wo er lag. 7 Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen:
Er ist von den Toten auferstanden. Er geht euch voraus nach Galiläa,
dort werdet ihr ihn sehen. Ich habe es euch gesagt.
8
Sogleich verließen sie das Grab und eilten voll Furcht und großer
Freude zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden.
|
16:1 Als
der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter
des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um damit zum Grab zu
gehen und Jesus zu salben. 2 Am ersten Tag der Woche kamen sie in
aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging. 3 Sie sagten
zueinander: Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes
wegwälzen? 4 Doch als sie hinblickten, sahen sie, dass der Stein
schon weggewälzt war; er war sehr groß.
5 Sie
gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen
jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war; da
erschraken sie sehr. 6 Er aber sagte zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr
sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er
ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wo man ihn hingelegt hatte.
7 Nun aber geht und sagt seinen Jüngern, vor allem Petrus: Er geht
euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch
gesagt hat.
|
24:1 Am
ersten Tag der Woche gingen die Frauen mit den wohlriechenden
Salben, die sie zubereitet hatten, in aller Frühe zum Grab. 2 Da
sahen sie, dass der Stein vom Grab weggewälzt war; 3 sie gingen
hinein, aber den Leichnam Jesu, des Herrn, fanden sie nicht.
4 Während
sie ratlos dastanden, traten zwei Männer in leuchtenden Gewändern zu
ihnen. 5 Die Frauen erschraken und blickten zu Boden. Die Männer
aber sagten zu ihen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? 6 Er
ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. Erinnert euch an das,
was er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war:
7 Der
Menschensohn muss den Sündern ausgeliefert und gekreuzigt werden und
am dritten Tag auferstehen. 8 Da erinnerten sie sich an seine Worte.
|
Am frühen
Morgen
20:1 Am
ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch
dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen
war. 2 Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus
liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab
weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat.
3 Da
gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab;
4 sie
liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller
war als Petrus, kam er als erster ans Grab. 5 Er beugte sich vor und
sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein. 6 Da kam auch
Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er
sah die Leinenbinden liegen 7 und das Schweißtuch, das auf dem Kopf
Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern
zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle.
8 Da ging
auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein;
er sah und glaubte. 9 Denn sie wussen noch nicht aus der Schrift,
dass er von den Toten auferstehen musste..
|
|
28,9
Erste Begegnung mit JESUS bei Matthäus
Plötzlich
kam ihnen Jesus entgegen und sagte: Seid gegrüßt! Sie gingen auf ihn
zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße. 10 Da sagte
Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern,
sie sollen nach Galiläa gehen, und dort werden sie mich sehen.
|
16,8
Schrecken
8 Da
verließen sie das Grab und flohen; denn Schrecken und Entsetzen
hatte sie gepackt. Und sie sagten niemand etwas davon; denn sie
fürchteten sich. |
24, 9
Erfüllung des Auftrages
9 Und sie
kehrten vom Grab in die Stadt zurück und berichteten alles den Elf
und den anderen Jüngern. 10 Es waren Maria Magdalene, Johanna und
Maria, die Mutter des Jakobus; auch die übrigen Frauen, die bei
ihnen waren, erzählten es den Aposteln.
*Übereinstimmung mit Johannes und Matthäus |
20,10
Rückkehr der beiden Jünger
10 Dann
kehrten die Jünger wieder nach Hause zurück |
Die Begegnung mit M. M bei
Johannes.
Die Begegnung M.
Magdalenas mit dem „Gärtner“ bei Johannes:
Sie steht nicht
wie die Hirten dem Geheimnis der Geburt betrachtend und anbetend gegenüber,
sie erleidet sie in allen Schmerzen der Sonnenumkleideten Frau. So arm sie
zum Grabe kommt, so blind und verloren, auch wenn sie es nicht erfährt, sie
ist schon jetzt hinein genommen in die Strahlen – Mandorla, wie wir sie im
Bild von Guadalupe erkennen können.
11 „Maria aber
stand draußen bei der Gruft und weinte. Als sie nun weinte, bückte sie sich
vornüber in die Gruft 12 und sieht zwei Engel in weißen <Kleidern> dasitzen,
einen bei dem Haupt und einen bei den Füßen, wo der Leib Jesu gelegen hatte.
3 Und jene sagen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Weil sie
meinen Herrn weggenommen und ich nicht weiß, wo sie ihn hingelegt haben.“
Neigen sich hier
nicht beide so gegensätzlichen Geschöpfe, Engel und Mensch zueinander über
dem Ort, an dem der HERR gelegen? Ist nicht hier etwas von dieser von GOTT
gewollten Einheit beider Geschöpfe zu erahnen, die JESUS in Seinem
Hohenpriesterlichen Gebet vom VATER im HEILIGEN GEIST erbittet? Wird sie
nicht in Seiner Todesstunde gesiegelt, da Er spricht: „Es ist vollbracht!“?
Vorbereitet ist sie schon zu Weihnachten, da die hl. Engel vom Himmel das
Gloria anstimmen und die Hirten bewegen, hinüber zu gehen zur Geburtsgrotte,
die schon hier Zeichen für das Grab auf Golgotha ist.
14 „Als sie dies
gesagt hatte, wandte sie sich zurück und sieht Jesus dastehen; und sie wußte
nicht, daß es Jesus war .
Zu sehr ist noch
in ihr das Greifen nach dem, was sie verloren glaubt. Nie wird sie es
erreichen, wenn sie zurück schaut. Doch wie nahe ist ER dort, wo sich die
Blicke von M.M. und des Engels kreuzen über der leeren Stelle, wo der HERR
gelegen war! Das Geheimnis von Tod und Auferstehung ist nicht nur
unauslotbar tief, es ist aus der Hand des VATERS reinstes Geheimnis der
Liebe zum SOHN und durch IHN hin zur dreifaltigen Schöpfung, die nur in IHM
neu werden kann. Muss ER nicht im HEILIGEN GEIST an dem Ort gegenwärtig
sein, wo man IHN hingelegt hatte? Kann es bei GOTT je dort auf Erden eine
Leere geben, selbst wo ER nur einmal Seinen Fuß hin gesetzt hat? Wer betend
die Wallfahrt ins Hl. Land unternimmt, darf es erfahren!
Wie zart deutet
Johannes diese Wandlung an. Notwendig muss MM zuerst zurück schauen auf den
ganzen Weg, da sie IHM zum ersten Mal begegnet war. Doch das „Zurück“ will,
so sehr sie es wirklich tut, im GEIST verstanden werden. Sie muss wissen,
wovon sie sich abwendet, bevor ihr die Lösung und Wandlung hinein in das
Geheimnis der Auferstehung geschenkt wird. Hier wird der hl. Engel, der sie
anspricht wunderbarer Mittler, auch wenn sie es noch nicht bewusst fassen
kann, ja ihn geradezu wegschieben will, um mit IHM, wie sie IHN kannte, auch
wenn ER nur noch Leichnam ist, allein zu sein. Hier wird das Übermaß ihrer
Liebe zu IHM offenbar, das notwendig auf das rechte Maß gewandelt werden
muss. Dies aber ist wesentlich „Engelarbeit“, da wir das rechte Maß in der
Sünde verloren haben.
Immer wird unser
Besserwissen und Habenwollen unsere Sicht trüben, verzerren, bis unmöglich
machen. Seien wir behutsam, wenn wir der sich hier vollziehenden Wandlung
nachspüren wollen! Die hl. Engel stehen, wo immer sie uns im Geschehen der
Auferstehung begegnen (das sich schon in der Geburt JESU andeutet) schon
durch ihr Sein für GOTT-GEIST. Hier sind wir auf falschem Wege, da wir den
HERRN nur in der Sicht eines eigenwilligen Humanismus sehen. Der HL.GEIST
muss dazwischen treten, nicht in Seiner ganzen Herrlichkeit, die würde uns
augenblicklich verbrennen, sondern durch Seine Werkzeuge, Seine Diener. Es
bedarf persönlicher Vermittelung, wo es um unsere Wandlung in Sein Neues
Sein als GOTTmensch geht.
M.M. muss
umkehren, sich abwenden vom „Gärtner“ hinter ihr, um IHN über den hl. Engel,
der vor ihr steht, in Seiner im GEIST gewandelten Gestalt zu erkennen. Die
wenigen Worte, die der HERR an sie richtet, wollen sie leise auf ihren
Irrtum aufmerksam machen und ihn berichtigen. Da der hl. Engel entweder noch
da ist oder wenigsten geistig am Platz bleibt, muss sie den HERRN dort
suchen, wo er ihr zuerst begegnet ist. Dies ist eines der zarten
Geheimnisse, die wir im Griff nach der Hilfe der hl. Engel verfehlt haben.
Schauen wir auf die Umkehr M. M.s, und wir werden besser verstehen.
Der hl. Engel
will, wie hier besonders deutlich wird, nichts für sich selbst, so wie St.
Gabriel, der nach der Verkündigung sofort verschwand. Er ist Platzhalter für
den HERRN. Wo wir auf ihn als Vermittler schauen, hat er augenblicklich
seinen Platz frei gegeben für IHN, der allein unsere Aufmerksamkeit verdient
und deshalb auch leise fordern kann. Wie sehr ist uns das „leise“ im Lärm
dieser Zeit verloren gegangen. Notwendig schieben wir hier wie M.M. immer
unsere Sichtweise vor, die vom Haben- und Besitzenwollen gezeichnet ist.
Dass es Wesen wie die hl. Engel gibt, die davon frei sind, will uns nicht
eingehen, da wir den Menschen zum Maß aller Dinge gemacht haben. Im „besten
Falle“ wird aus der Engelhilfe eine „Engelideologie“, die in gefährliche
Nähe mit der Gnosis kommt.
15 „Jesus spricht
zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie, in der Meinung, es sei der
Gärtner, spricht zu ihm: Herr, wenn du ihn weggetragen, so sage mir, wo du
ihn hingelegt hast! Und ich werde ihn wegholen.“ Irregeführt erkennt sie
immer noch nicht. Das Habenwollen weist jedes fragende Innehalten (wie bei
Adam und Eva am Anfang) in Ungeduld zurück. Sie will IHN haben und steht
doch vor IHM! Diesen sinnlosen Widerspruch will uns der hl. Engel lösen
helfen!
16 „Jesus spricht
zu ihr: Maria!“
Der HERR muss sie
in aller Zartheit tiefer anrühren im „Zauberwort“ MARIA, das M.M. wohl lange
beiseite geschoben hat, obwohl sie ihr doch auf ihrem Weg zu JESUS immer
wieder wie im Hauch des GEISTES entgegen trat. Wie sehr hat MARIA wegen der
andringenden M.M. in den vergangenen Jahren mit sich kämpfen müssen. Wie
sehr musste ihr hier in anderer Weise als bei der Hochzeit zu Kana das Wort
JESU entgegen treten: „Was ist da zwischen uns, Frau?“ Wie schwer ist diese
Stelle zu übersetzen, belastet von all den Verirrungen, die seit der Sünde
der Voreltern das Verhältnis der Geschlechter verzerren. Und doch muss der
HERR um Seiner Sendung willen MARIA in ihrer mütterlichen Besorgnis sachte
zurückweisen. Ist ER nicht gekommen, um den Menschen in dieser Wurzelsünde
zu heilen? Wie sehr bedurfte ER zugleich ihrer verzichtenden Hilfe!
Wie sehr bedürfen
wir in unserem Verhältnis zum hl. Engel der Vermittlung MARIENS! So sehr ihn
GOTT als Vermittler im GEISTE zu uns sendet, so sehr muss der hl. Engel uns
menschlich in seinem Geistsein im Blick auf den SOHN vermittelt werden. Wie
anders wird unser Blick auf MARIA, wo uns der GEIST anhebt und löst aus
einer allzu erdgebundenen, eigensüchtigen Marienfrömmigkeit. Wie heilig ist
doch dieses Geheimnis der Vermittlung, wo immer wir ihm begegnen, wie sehr
will es in der Gegensätzlichkeit von Fleisch und Geist verstanden werden,
ohne Abstrich nach der einen oder anderen Seite! Hier ist später noch
Einiges mehr zu M.M. zu sagen, die hier für uns arme Sünder, MARIA ergänzend
ein goldener Schlüssel werden soll.
„Sie wendet sich
um und spricht zu ihm auf hebräisch: Rabbuni ! das heißt Lehrer“.
Angesprochen in MARIA gibt sie die richtige Antwort und sie ist frei für
ihre Sendung in, durch und mit IHM!
17 „Jesus spricht
zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater.
Geh aber hin zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen: Ich fahre auf zu meinem
Vater und eurem Vater und zu meinem Gott und eurem Gott! 18 Maria Magdalena
kommt und verkündet den Jüngern, daß sie den Herrn gesehen und er dies zu
ihr gesagt habe.“
Weil sie jetzt
gelöst ist von ihrer zu engen Bindung an JESUS, wird der Friede, den der
HERR ihr schon nach der Salbung bei Johannes zugesprochen hat, in ihr
wirksam und gibt ihr die Kraft, den Auftrag des Engels weiterzugeben. Auch
hier zeigt sich wieder, wie sehr wir sie in ihrem Zeugnis in der Nähe der
MUTTER sehen müssen.
Bevor sie in der
Führung des HEILIGEN GEISTES durch ihre hl. Engel zusammen finden können,
muss jeder Einzelne für sich die Katastrophe des Kreuzes hinter sich
gelassen, seine Schuld bereut und persönlich hin zu MARIA seinen Weg
gefunden haben. Thomas steht hier beispielhaft. Jeder musste an der Hand
seines hl. Engels durchbrechen durch das Dunkel der Enttäuschung und des
Zweifels am HERRN. Ohne MARIA, Johannes und die Frauen, wäre die Brücke von
der Katastrophe des Kreuzes hinüber zur Auferstehung nicht zustande
gekommen. Hier haben sühnend mit MARIA die Frauen den Weg bereitet.
Versuchen wir die
beiden folgenden Texte zu deuten, beide im Abendmahlsaal, dort wo der HERR
in sakramentaler Hingabe Seines Leibes und Blutes die Einheit unter ihnen
gestiftet hat, die der HEILIGE GEIST dann organisch entfaltet hat. Weil
schon dort MARIA verborgen, für den HERRN stehend (wie unter dem Kreuz)
stehen durfte in ihrem Ja zu JESU Leiden und Sterben, wurde sie Kristall des
Neuwerdens im HEILIGEN GEIST, der nach der Reinigung in ihrer bleibenden
Mystischen Gegenwart die Kirche nach dem Vorbild der himmlischen Hierarchie
neu gestalten wird. Dies mag uns andeutungsweise deutlich werden, wenn wir
die beiden Bilder des „Kristallenen Meeres“ in der GO tiefer betrachten:
Offb 4,6 Und vor
dem Thron war etwas wie ein gläsernes Meer, gleich Kristall. Und in der
Mitte, rings um den Thron, waren vier Lebewesen voller Augen, vorn und
hinten.
Die Deutung
dieses Bildes auf die Ordnung der Engelhierarchie liegt nahe. Was könnte es
sonst bedeuten? Das Bild erscheint unmittelbar nach dem letzten
Sendschreiben an die Sieben Gemeinden, die vorausgehend im Zeichen von
„Drei“ (TRINITÄT) und „Vier“ (Kreuz) gerichtet werden. Da der Himmel
aufreißt und der Thron GOTTES sichtbar wird sind sie auf diese Ordnung über
ihnen ausgerichtet, wie sie sich wegweisend schon in der Ausrichtung der
Vier LW und den 24 Ältesten um den Thron zu verwirklichen begonnen hat. Als
Kristalle, in Einheit mit ihren hl. Engeln müssen sie sich in diese Ordnung
schon hier auf Erden einfügen.
In dieser Sicht,
gilt es die beiden Texte: Lk und Jo zu betrachten!
Lk 24, 33 - 46
1.Im
Abendmahlsaal
33 „Noch in
derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück, und sie
fanden die Elf und die anderen Jünger versammelt.“ Um MARIA und den
unsichtbar anwesenden HERRN hat sich im HEILIGEN GEIST aus der Katastrophe
von Golgotha kristallisierend haben sie nicht nur zueinander gefunden aus
ganz verschiedenen Richtungen, in die sie sich verloren hatten, sie fand
hier zugleich in die Ordnung zurück, die der HERR ihnen im Abendmahlsaal
gewiesen hatte (auch wenn dies dort nicht erwähnt ist).
34 „Diese sagten:
Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. 35 Da
erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten,
als er das Brot brach.“ Bewusst weisen sie vor den Anderen darauf hin, dass
sie IHN vor allem am „Brotbrechen“ erkannt hatten. Damit ist der
vorhergehende Hinweis noch unterstrichen. Der HEILIGE GEIST muss dort
anknüpfen, wo sie erschreckt vor dem Zugriff der Häscher, diese Einheit
gebrochen hatten und davon liefen. Wandlung im HEILIGEN GEIST ist an ihnen
geschehen, auch wenn sie es jetzt noch nicht fassen können. Es genügt, dass
MARIA als die Erstgewandelte unter ihnen ist. Nach der durchstandenen
Todesangst durchströmt sie Neues Leben.
36 „Während sie
noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen:
Friede sei mit euch!“ Noch bevor sie der Gruß des HERRN erreicht, sind sie
auf dem Weg hin zu diesem Frieden, den die Welt nicht geben kann. Notwendig
muss hier der HERR auch ihren fleischlichen Augen sichtbar werden, auch wenn
er in seiner Erscheinung notwendig ein ganz Anderer ist, als sie IHN gekannt
hatte. Er fügt sich hier wie vorher nahtlos in die Ordnung ein, die ER
selbst gestiftet hat.
37 „Sie
erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen.“
Notwendig muss die Gegensätzlichkeit des Kreuzes weiter in ihnen wirken. Im
Gegensatz zu einer Auferstehungsideologie heute, die das Kreuz vergisst,
muss das Kreuz die Mitte bleiben, auf die hin sie schon in Galiläa gerufen
wurden.
38 „Da sagte er
zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche
Zweifel aufkommen?“
Was Innen
begonnen hat, ist noch wie ein zartes Pflänzlein, das in der Sonne Seiner
Liebe und den sorgenden Tränen MARIENS und der übrigen Frauen wachsen muss.
Es bedarf notwendig, wie ein neu gepflanztes Reis einer äußeren Stütze, die
der HERR ihnen durch seine sichtbare Gegenwart schenkt.
39 „Seht meine
Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an, und
begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. 40
Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße.“ Sie wissen im
Herzen durch den hl. Engel: es ist der HERR, doch sie können das Neue an IHM
noch nicht fassen. Das verlangt der HERR auch nicht an ihnen und kommt ihnen
deshalb entgegen.
41 „Sie staunten,
konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Ob es Lukas selbst mit
erfahren hat? Er gehörte ja nicht zu den Zwölf, kam erst unter dem Kreuz
über MARIA in den inneren Kreis (siehe später!). Als Arzt konnte er sich
psychologisch einfühlen, sie verstehen. Die Kreuzspannung hat sich
inzwischen gewandelt in die Gegensätzlichkeit von Staunen und Freude.
„Da sagte er zu
ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? 42 Sie gaben ihm ein Stück gebratenen
Fisch; 43 er nahm es und aß es vor ihren Augen.“ Tief verstehend hilft der
HERR ihnen wie ein guter Vater verstörten Kindern. Sie brauchen noch mehr
„Beweis“, um durchzustoßen. Über all dem, das ihnen geschieht, liegt tiefes,
erwartendes Schweigen, das Keiner zu brechen gewagt hätte. Es bedarf Seines
klärenden Wortes, wie ER es schon den beiden Jüngern auf dem Weg nach Emmaus
getan hatte.
44 „Dann sprach
er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch
bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den
Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist. 45 Darauf öffnete er
ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift. 46 Er sagte zu ihnen: So
steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den
Toten auferstehen,“ So beruhigend seine schweigende Gegenwart unter ihnen
auf ihre nicht wenig belasteten Gefühle gewirkt hat, so sehr wirken seine
Worte Frieden in ihrem nicht weniger durcheinander geworfenen Geist.
Jo, 20, 19 – 29,
Sündenvergebung: - 23
Im Abendmahlsaal
20,19 „Am Abend
dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die
Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen:
Friede sei mit euch! 20 Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und
seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen.“ Bei
Johannes tritt von Anfang an stärker die beruhigende Kraft Seines Geistes
nach vorne. Er sieht das Geschehene von Anfang an mehr aus der Warte des
Adlers über den Wolken. So will die Freude auch mehr als eine Gnadengabe des
HEILIGEN GEISTES verstanden sein. Den ersten Frieden, den ER ihnen verheißt,
kommt aus der weisen Voraussicht des VATERS.
21 „Jesus sagte
noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat,
so sende ich euch. 22 Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und
sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! 23 Wem ihr die Sünden vergebt,
dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie
verweigert.“
Der zweite
Frieden ist der Seine als des Sendling des VATERS, der jeder von ihnen auf
seine Weise werden soll. Was zu tilgen bleibt, ist all das, wo sie noch
nicht mit ganzem Herzen in Seine Sendung sich einfügen. Nur in Einheit mit
dem VATER als Boden der Sendung mit dem SOHN, können sie in IHM ganz
Sendling werden, für den nichts so bedeutsam ist als die Sendung, vor der
alles Andere zurück treten muss.
Die Bekehrung
Thomas’ 20, 24 - 29
24 Thomas,
genannt Didymus (Zwilling), einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus
kam. 25Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er
entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe
und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht
in seine Seite lege, glaube ich nicht. 26 Acht Tage darauf waren seine
Jünger wieder versammelt, und Thomas war dabei. Die Türen waren
verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit
euch! 27 Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus - hier sind meine
Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht
ungläubig, sondern gläubig! 28 Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein
Gott! 29 Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig
sind, die nicht sehen und doch glauben.
Der dritte
Frieden wird nicht im Wort, sondern in der im HEILIGEN GEIST gefordert, aber
auch verliehen, soweit die Einheit mit dem SOHN in ihnen wirklich.
Alle drei
„Frieden“ müssen in ihnen wachsen zur Vollendung,
·
der erste in aller Statik der Sendung
·
der zweite in der notwendigen Dynamik, in
der die Sendung zu vollbringen ist,
·
der dritte in aller Beweglichkeit, die allein
der HEILIGE GEIST zu schenken vermag.
Nicht nur die
Erde wird neu, auch der „Himmel“, das zeigt sich schon in der Sendung der
Zorschalenengel, die die Erde von allen Schlacken der Sünde reinigen werden,
um die Neue Schöpfung in CHRISTUS durchzusetzen. Alles was nicht von IHM ist
und auf IHN hinweist, wird verbrennen, wird Asche.: Offb 15:1
Dann sah ich ein anderes Zeichen am Himmel, groß und wunderbar. Ich sah
sieben Engel mit sieben Plagen, den sieben letzten; denn in ihnen erreicht
der Zorn Gottes sein Ende.
Drei Zeichen im Bezug auf „Kristall“ helfen uns die Zielrichtung der
Reinigung klarer zu erkennen!
Das „andere Zeichen“ von „Kristall“ ergänzt das Zeichen MARIENS im 12.
Kapitel. Beide sind untrennbar verbunden. Auf die Immaculata hin ist alle
Reinigung, in ihr wird sie endlich im Mystischen Leibe vollendet. Um dieses
„wasserklar“ geht es jetzt in der Kirche, das unerbittlich alle
Unwahrhaftigkeit, die sich in der Bindung an Ich, Welt und Satan
einschleichen wollte. Bestehen kann im Feuer der Reinigung nur wer mit Leib
und Seele, mit allem, was er ist und hat, gereinigt ist. Dieses Geheimnis
drückt die GO aus im „gläsernen Meer, mit Feuer vermischt“. Die in der
Prüfung gesiebte Menschheit steht für das Feuer, das mit dem Kristall sich
untrennbar verbindet.
Offb 15,2 „Dann sah ich etwas, das einem gläsernen Meer glich und mit Feuer
durchsetzt war. Und die Sieger über das Tier, über sein Standbild und über
die Zahl seines Namens standen auf dem gläsernen Meer und trugen die Harfen
Gottes.
Ein drittes und letztes Zeichen gilt es zu betrachten:
22:1 „Und
er zeigte mir einen Strom, das Wasser des Lebens, klar wie Kristall;
er geht vom Thron Gottes und des Lammes aus.“
Die von allen Schlacken gereinigte Schöpfung darf
endlich in GOTT eingehen. Der Strom des Lebens aus dem VATER über den´SOHN
und MARIA kann unvermindert durch sie ziehen.
Geheimnisvoll
geht in der GO die Sendung JESU, wie wir sie in der Auferstehung betrachtet
haben, auf die sieben verschiedenen Gemeinden und ihre Glieder über. Im
Opfer der Prüfung muss sich auch das allgemeine Priestertum vollenden.
Lebendiges Glied der Kirche ist nur, wer in seiner Berufung teilhat am
Einen, Alles überragenden Opfer CHRISTI, wie wir es in der hl. Messe feiern.
In dieser Sicht
erklärt sich auch die zweite Stelle, die sich auf den „Kristall“ bezieht,
der kraft der Auferstehung die ganze Kirche nach dem Bild der hl. Hierarchie
der hl. Engel umformen wird. Jeder hat seinen Platz im Ganzen des Mystischen
Leibes CHRISTI gefunden, zusammen mit seinem hl. Engel: Schon hier auf Erden
soll diese Einheit werden.
Im zweiten
(„unechten“) Markusschluss fasst Mk die drei Abschnitte der Auferstehung
nüchtern zusammen. In der Sicht der ALLMACHT GOTTES (Mk), die mit der Sicht
der GERECHTIGKEIT (Jo) im Westen zusammen geht, muss er den Unglauben und
das Zögern der Apostel unterstreichen, nicht als ein moralisches Urteil,
sondern als nüchterne Festsstellung. Vor der Gewalt von Passion und
Auferstehung muss der Mensch zu Boden gehen, ob in Schwäche oder in
Ehrfurcht vor seiner Herrlichkeit. GOTT muss in Seiner Allmacht und
Gerechtigkeit GOTTES dem Menschen in Barmherzigkeit aufhelfen, wo er sich in
Demut öffnet.
Wer sich nicht
beugt, wie wir es in der GO erkennen, muss schon hier vor der nüchternen
Strenge der Aussagen bei Mk zurück schrecken. Wer kann vor GOTT bestehen?
Nur der, der sich blind Seiner Barmherzigkeit in die Arme wirft. Diese
Erkenntnis muss in aller Wahrhaftigkeit in uns aufstehen. Hier erweist sich,
wie sehr der Humanismus unsere Sicht hin zu GOTT trübt, ja verfälscht. Wir
müssen der schweren Verletzung, die wir schon in Adam erlitten haben, ins
Auge schauen, nicht nur in Anderen, sondern zuerst in uns selbst. Keiner
kann sich von ihren Folgen befreien. Darum kommt uns ja auch GOTT gerade
hier in Seiner ALLMACHT entgegen, darum beweist ER uns, dass Seine
GERECHTIGKEIT für uns, solange wir leben, BARMHERZIGKEIT sein muss, wenn sie
uns nicht erschlagen soll.
Hier wird die
Lüge alles Besserwissen und Moralisierens auf der einen Seite, des humanen
Zudeckens auf der anderen Seite offenbar. Dafür steht die nüchterne Sicht
des LW Löwen, der über Mk steht, dem er als Werkzeug GOTTES dient. Hier
fällt auch ein Licht auf das Ausscheiden Markus’ bei der ersten gemeinsamen
Sendung, da er sich von Paulus zurückzieht. Es gibt Gegensätzlichkeiten, die
nur GOTT lösen kann. Sie hatten einen je verschiedenen Zugang zu einer und
derselben Wirklichkeit, der sie deswegen auch in verschiedener Weise Antwort
stehen mussten, jeder auf seine Weise. So hat Markus seinen Platz an der
Seite des Petrus gefunden.
Der Einheit
von Allmacht und Gerechtigkeit begegnen wir in ihrem Vollzug in der GO.
Sie ist das Buch
des Gerichtes GOTTES über eine Welt, die sich dem Licht GOTTES widersetzt,
ja es abweist. GOTT aber muss sie endlich mit Gewalt durchsetzen nach allem
barmherzigen Warten auf die Menschen „guten Willens“. Es zeugt von
mangelnder Einsicht in die Sendung des Mk, wenn man diesen Schluss als
„unecht“ bezeichnet, da er zu der Sicht steht, die ihm durch das LW Löwe
aufgegeben ist und deshalb das ganze Evangelium durchzieht. Wo der Mensch
seiner Berufung in GOTT untreu wird und in diese Untreue verharrt, scheidet
er sich selbst aus. Gerechtigkeit in GOTT Treue zu Sich selbst. Der Mensch
kann dies als Geschöpf und armer Sünder nie und nimmer fassen kann, außer
sie kommt ihm als Barmherzigkeit entgegen! Wo er sie annimmt, wird er besser
verstehen!
Es gilt die
drei klassischen Schritte der Auferstehung in der Sicht auf die
Gerechtigkeit des DREIEINIGEN GOTTES zu betrachten, dann wird uns nicht nur
bei Mk aufgehen, dass der Mensch sich ihr anbetend unterwerfen muss, dann
erfährt er etwas von dem dreifachen Frieden, in dem der HERR den Jüngern bei
Johannes begegnet.
Engel und Mensch müssen sich hier ergänzend helfen. Der hl. Engel weiß aus
der Prüfung im Anfang besser um die unerbittliche Gerechtigkeit GOTTES, der
Mensch sollte in diesem nüchternen Licht seines himmlischen Bruders besser
erkennen, was es um die Barmherzigkeit GOTTES ist, die allein ihn retten
kann. An uns armen Sündern darf der hl. Engel was es um die für ihn
unverständliche Barmherzigkeit ist, da er in der Prüfung gelernt hat, sich
ihr blind zu unterwerfen!
Am Grab
9 „Als Jesus am
frühen Morgen des ersten Wochentages auferstanden war, erschien er zuerst
Maria aus Magdala, aus der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. 10 Sie ging
und berichtete es denen, die mit ihm zusammen gewesen waren und die nun
klagten und weinten. 11 Als sie hörten, er lebe und sei von ihr gesehen
worden, glaubten sie es nicht.“
In persönlicher
Begegnung, Beispiel Emmaus
12 „Darauf
erschien er in einer anderen Gestalt zweien von ihnen, als sie unterwegs
waren und aufs Land gehen wollten. 13 Auch sie gingen und berichteten es den
anderen, und auch ihnen glaubte man nicht.“
Im Abendmahlsaal
14 „Später
erschien Jesus auch den Elf, als sie bei Tisch waren; er tadelte ihren
Unglauben und ihre Verstocktheit, weil sie denen nicht glaubten, die ihn
nach seiner Auferstehung gesehen hatten.“
Im zweiten
Schluss zeigt Mk auf, was uns auch heute verloren ist und dem Feind freie
Hand gibt: die Einheit von Glaube, Gehorsam und Treue. Hier überzeugt neu
das Zeugnis, wie es auf dem Hintergrund allgemeinen Versagens in den Drei:
M.M., MARIA, den Frauen und Johannes in besonderer Weise aufleuchtet.

|
Mt 28,16
- 20
16 Die
elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt
hatte.
17 Und
als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten
Zweifel.
18 Da
trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben
im Himmel und auf der Erde.
19 Darum
geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern;
tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen
Geistes,
20 und
lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiß:
Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.
|
Mk 16, 15
– 18
15 Dann
sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das
Evangelium allen Geschöpfen!
16 Wer
glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt,
wird verdammt werden.
17 Und
durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen
geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden
in neuen Sprachen reden;
18 wenn
sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen
nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden
gesund werden.
|
Lk 24, 46
- 49
46 Er
sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden
und am dritten Tag von den Toten auferstehen,
47 und in
seinem Namen wird man allen Völkern, angefangen in Jerusalem,
verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden.
48 Ihr
seid Zeugen dafür.
49 Und
ich werde die Gabe, die mein Vater verheißen hat, zu euch
herabsenden. Bleibt in der Stadt, bis ihr mit der Kraft aus der Höhe
erfüllt werdet.
|
Jo 19, 15
ff
Als sie
gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des
Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja,
Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine
Lämmer!
16 Zum
zweitenmal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?
Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus
sagte zu ihm: Weide meine Schafe!
17 Zum
drittenmal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?
Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum drittenmal gefragt
hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zu Antwort: Herr, du weißt
alles; du weißt, dass ich dich liebhabe. Jesus sagte zu ihm: Weide
meine Schafe! |
Jo 21. “Dritte
Erscheinung” am See Tiberias
21:1 „Danach
offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias,
und er offenbarte sich in folgender Weise. 2 Simon Petrus, Thomas, genannt
Didymus (Zwilling), Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und
zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. 3 Simon Petrus sagte zu
ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen
hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts.
4 Als es schon
Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wußten nicht, dass es
Jesus war. 5 Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu
essen? Sie antworteten ihm: Nein. 6 Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz
auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie
warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische
war es.7 Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr!
Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand
um, weil er nackt war, und sprang in den See.
8 Dann kamen die
anderen Jünger mit dem Boot - sie waren nämlich nicht weit vom Land
entfernt, nur etwa zweihundert Ellen - und zogen das Netz mit den Fischen
hinter sich her.
9 Als sie an Land
gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot. 10
Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt.
11 Da ging Simon
Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen
Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriß das Netz nicht. 12
Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und eßt! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu
fragen: Wer bist du? Denn sie wußten, dass es der Herr war. 13 Jesus trat
heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. 14 Dies war schon
das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den
Toten auferstanden war.“
Auffallen sollte
uns wie hier das Zeugnis über die Auferstehung bei Johannes so dreifaltig
endet wie bei Markus. Im Westen, wo es um den Endkampf geht, stehen beide
Evangelisten zusammen:
Gerechtigkeit und
Allmacht sind verschmolzen in der einen Hand des Richters der Lebenden und
der Toten. Auch von den Elementen her, denen sie über die Lebenden Wesen
zugeordnet sind, ergibt sich da eine Weisung. Mk steht hier in anderer Weise
als Lukas, der im Norden, dem Gemüt zu, seinen Platz hat, für das
entfesselte Element „Wasser“, das materiell in den Katastrophen alle Grenzen
niederreißt, geistig aber als Gnadenwasser auch alle Schranken, die unsere
geistige Enge ihm setzte, zerbricht. Es werden im Glauben im letzten Kampfe
Menschen in Einheit mit ihren hl. Engel aufstehen, die leuchtend wie Fackeln
auch den letzten Funken in den müden Herzen der Menschen zu Licht machen.
Johannes, dem
Element Luft zugeordnet, steht in der entfesselten Luft nicht nur für die
Stürme, die die Erde peitschen werden, sondern ebenso für die entfesselte
Kraft des GEISTES, der unser Dunkel aufhellt und letzte Kräfte in uns löst.
Beide Elemente kommen im Westen, der Erde zugeordnet, im Zeichen der
Allmacht GOTTES zusammen. Im Wasser und im Geist wird die Erde gewandelt und
kehrt als solche nach Osten in den DREIEINIGEN GOTT zurück. Die Apostel sind
durch das Priestertum nicht nur mit dem HERRN eins geworden, sie sind hinein
genommen in das Leben des DREIFALTIGEN GOTTES.
Petrus/Johannes
Jo 21, 14 – 23
Dass Johannes
Paul II und Benedikt XVI antreten mit der Frage „Liebst Du mich?“, zeigt,
dass die Kirche auf einen Neuen Kurs gerufen ist, dem nur noch die Kraft
fehlt, sich „in der Kirche durchzusetzen“, gegen die Vormacht der
Administration. Doch wo der GEIST führt, brauchen wir nicht zu sorgen. Nicht
mehr unser Tun bis hin zum Herrschen ist entscheidend, sondern unsere
Bereitschaft, es der Führung des GEISTES zu überlassen, das durchzuführen,
was ER angestoßen und in diese beiden Päpsten zum Zeugnis werden ließt. Die
Exkommunikation durch den Patriarchen der Ukraine mit Unterstützung der
Traditionalisten, kann dies nur noch unterstreichen: nur die LIEBE wird
siegen. Hier muss sich die Türe zur Hilfe der hl. Engel hin öffnen. Muss
nicht der GEIST es tun, da das Werk zuerst SEIN WERK ist? Es braucht von
unserer Seite nur Glaube und Geduld. Die Scheidung hin zur „Kleinen Herde“
und damit zu den Versiegelten Gemeinden ist auf dem Wege!
a. Sendung Petri:
Hirte
14 „Dies war
schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von
den Toten auferstanden war. 15 Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon
Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er
antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm:
Weide meine Lämmer! 16 Zum zweiten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des
Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich
dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! 17 Zum dritten Mal
fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus
traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er
gab ihm zu Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich liebhabe.
Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! 18 Amen, amen, das sage ich dir:
Als du noch jung warst, hast du dich selbst gegürtet und konntest gehen,
wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände
ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du
nicht willst. 19 Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er
Gott verherrlichen würde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir
nach!
Wo einer „jung“
ist, vertraut er auf seine eigenen Kräfte, wo er, wie er wie Johannes Paul
II seine letzten Kräfte hingegeben hat („labor solis“) kann er getrost
gehen. Wo er selbstgerechte Grenzen überschritten hat, wie der Buchstabe
richtend vermerkt, kann er der größeren Liebe GOTTES vertrauen, für die er
nicht nur im Fest der Barmherzigkeit, sondern auch im Wagnis „Assisi“ und
ähnlichen „Ungereimtheiten“ Zeugnis abgelegt hat. Seine Freundschaft mit
Therese von Calcutta, ja seine Einheit mit ihr und ihrem Wagnis heraus aus
dem Ghetto einer „gesicherten“ Gemeinschaft, sind vom HEILIGEN GEIST
unterzeichnet. Durfte es in Indien am Ort erfahren! Sein Zeugnis schlägt die
Brücke von Paulus hin zu Johannes. So ist auch er ein „Bleibender“ geworden!
Hat er nicht SEIN Wort aufgenommen vom Bleiben? Auch wenn es den Sicheren
nur Abenteuer erscheint. Wahrlich es ist Abenteuer in nächster Nachfolge des
HERRN, der noch das „Steig’ herab vom Kreuz!“ überhört!
Die „Sendung“
Johannes’ ist „Bleiben“
20 „Petrus wandte
sich um und sah, wie der Jünger, den Jesus liebte, (diesem) folgte. Es war
der Jünger, der sich bei jenem Mahl an die Brust Jesu gelehnt und ihn
gefragt hatte: Herr, wer ist es, der dich verraten wird? 21 Als Petrus
diesen Jünger sah, fragte er Jesus: Herr, was wird denn mit ihm? 22 Jesus
antwortete ihm: Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was
geht das dich an? Du aber folge mir nach! 23 Da verbreitete sich unter
den Brüdern die Meinung: Jener Jünger stirbt nicht. Doch Jesus hatte zu
Petrus nicht gesagt: Er stirbt nicht, sondern: Wenn ich will, dass er bis zu
meinem Kommen bleibt, was geht das dich an?“
Das „Folge mir
nach!“ ist im „Bleiben“ überholt! Ist heute, wo wir uns auf die
Garabandalgnade bereiten, nicht dies unsere einzige Aufgabe, in dem zu
bleiben, was das kostbarste Geschenk für jeden wachen Christen ist, unserer
je einzigartigen Berufung, auch wenn wir sie mehr erahnen und ersehnen, als
sie in unserer Hand ist. Geheimnis verlangt nicht Zugriff, sondern
Auslieferung, wie sie vor aller Welt ein Johannes Paul II bis zum letzten
Blutstropfen gelebt hat! Zeugnis des Lebens, nicht des Buchstabens, mit dem
wir nur unsere Feigheit rechtfertigen! Halten wir dagegen die Sicherheit der
Pharisäer, die sie bis heute beanspruchen und durchzusetzen versuchen, auch
gegen das Leben….siehe „den Betrug der Hierarchen“!
NACHTRÄGE
11 Noch während
die Frauen unterwegs waren, kamen einige von den Wächtern in die Stadt und
berichteten den Hohenpriestern alles, was geschehen war. 12 Diese faßten
gemeinsam mit den Ältesten den Beschluß, die Soldaten zu bestechen. Sie
gaben ihnen viel Geld 13 und sagten: Erzählt den Leuten: Seine Jünger sind
bei Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen. 14 Falls
der Statthalter davon hört, werden wir ihn beschwichtigen und dafür sorgen,
dass ihr nichts zu befürchten habt. 15 Die Soldaten nahmen das Geld und
machten alles so, wie man es ihnen gesagt hatte. So kommt es, dass dieses
Gerücht bei den Juden bis heute verbreitet ist.
|
Mk 16.19f
19
Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte, wurde er in den
Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes.
20 Sie
aber zogen aus und predigten überall. Der Herr stand ihnen bei und
bekräftigte die Verkündigung durch die Zeichen, die er geschehen
ließ. |
|
Diesem
Schlusswort gilt es noch tiefer nachzuspüren. Notwendig wird auch hier noch
einmal deutlich, wie sehr erst die vierfache Schau der Gewalt der
Auferstehung nahe kommt.
Bei Mt ist das
Wort „Himmelfahrt“ nicht zu finden, und doch ist die Wirklichkeit der
Himmelfahrt gegenwärtig in der Sendung und der bleibenden Gegenwart des
HERRN in Seiner Kirche.
16 Die elf Jünger
gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. 17 Und als
sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel. 18
Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im
Himmel und auf der Erde. 19 Darum geht zu allen Völkern, und macht alle
Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des
Sohnes und des Heiligen Geistes, 20 und lehrt sie, alles zu befolgen, was
ich euch geboten habe. Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende
der Welt.
In der Sicht des
LW Engel erkennen wir die bleibende Gegenwart der hl. Engel im Aufbau der
Kirche und ihre Prüfung durch das Kreuz, das hier im Licht der Scheidung im
HEILIGEN GEIST mit gesehen wird, wie sie schon in Gen 1 angedeutet ist. Sie
wird die Kirche noch hier auf Erden vollenden.
Verhüllter und
doch zugleich ausgesprochen ist sie bei Lukas:
Lk 24, 50 -53
Himmelfahrt
50 „Dann führte
er sie hinaus in die
Nähe von Bethanien. Dort erhob er seine Hände und segnete sie. 51 Und
während er sie segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben 52
sie aber fielen vor ihm nieder. Dann kehrten sie in großer Freude nach
Jerusalem zurück. 53 Und sie waren immer im Tempel und priesen Gott.“
Warum Bethanien?
Dort war die „Kleine Herde“, die im Kreuz aber auch Auferstehung wusste,
ohne sie erfahren zu müssen. Denn wo die Liebe herrscht, da ist schon ein
Stück Himmel!
Der HERR, der
unsichtbar und doch mit Leib und Seele bei Seiner Kirche geblieben ist, wird
langsam mehr von Innen als von Außen den getreuen Gläubigen sichtbar, es
lichtet sich seine demütige Gegenwart im Allerheiligsten Sakrament des
Altares in dem Maße wie unsere Augen durch das Licht des Engels angehoben
werden. Die mehr statische Erscheinung des DREIEINIGEN GOTTES am Anfang der
GO, wird hier im Bild des Reiters dynamisch: der Feind ist geschlagen, der
Weg ist frei, dass das himmlische Jerusalem sich dem Maranatha der Getreuen
entgegen neigt.
Auf weißem Roß
reitet Er den himmlischen Heerscharen voran:
19,12 Seine Augen
waren wie Feuerflammen, und auf dem Haupt trug er viele Diademe; und auf ihm
stand ein Name, den er allein kennt. 13 Bekleidet war er mit einem
blutgetränkten Gewand; und sein Name heißt ĞDas Wort Gottesğ. 14 Die Heere
des Himmels folgten ihm auf weißen Pferden; sie waren in reines, weißes
Leinen gekleidet.“
Nichts von Kampf
ist hier an den heimkehrenden Siegern zu erkennen. Das Dunkel ist geschieden
durch Seine Gegenwart. Es braucht da kein Tun mehr, mit dem wir uns
rechtfertigen. GOTTES Licht durchdringt die Schöpfung und hebt sie hinauf in
die Himmlische Herrlichkeit, auch wenn diese letzte Wandlung noch Äonen
dauern sollte. Die Zeit wie wir sie kennen, ist auf dem Weg in die Ewigkeit.
15 „Aus seinem
Mund kam ein scharfes Schwert; mit ihm wird er die Völker schlagen. Und er
herrscht über sie mit eisernem Zepter, und er tritt die Kelter des Weines,
des rächenden Zornes Gottes, des Herrschers über die ganze Schöpfung. 16 Auf
seinem Gewand und auf seiner Hüfte trägt er den Namen: ĞKönig der Könige und
Herr der Herren ğ.

IV. Teil: „Passion MARIENS“
Für den Engel
bietet der Raum kein Gesetz.
Seine Haltepunkte
sind
das Herz GOTTES,
des Auferstandenen,
und das Herz des
Menschen, des mühsam ringenden,
diese beiden
Pole,
zwischen denen
die Funken sprühen
und die Blitze
zucken,
und das Heil oder
Unheil der Menschheit
in Rettung oder
Verwerfung besiegelt wird.
Manches in den
folgenden Betrachtungen zur „Passion MARIENS“ ist mehr ein Suchen als ein
Finden; doch beides ist dem Unbefleckten Herz MARIENS anvertraut und der
Führung des guten hl. Engels, was heraus kommt, soll auch allein ihr zu Ehre
sein. Es ist da ein stilles Versprechen über dieser „Letzten Zeit“, die ihr
ganz in GOTTES Erbarmen anvertraut ist: dass langsam so Manches der vielen
Geheimnisse, die sie im Herzen bewegte, denen, die sie lieben, kund getan
werde zur größeren Ehre GOTTES und damit auch ihr Glanz über dieser dunklen
Zeit immer mehr aufstrahle wie heilige Morgenröte eines Neuen Tages, der
über dieser Schöpfung aufgehen soll. Erste heilige Andeutung dieser Hoffnung
ist das Bild von Guadalupe, in dem sie in vielfältigen Bildern und Zeichen
zu den einfältigen Indios gesprochen hat – und sie haben verstanden!
Eine Freude
ersehnen - ist schon Freude
und das Warten
wird selig
wenn die heilige
Hoffnung
die Erfüllung im
Herzen trägt.
Beginnen wir bei
„Lazarus“, auch wenn wir auch mehr ahnen als wissen, in welcher Beziehung
diese auserwählte Familie zu MARIA stand. Da der HERR besonders in der
letzten Zeit ein Stück „Heimat“ hier auf Erden fand, ist anzunehmen, dass
nicht nur MARIA davon wusste und sich sicher darüber freute und GOTT dankte.
Die Familie Lazarus’ ist schon vor Pfingsten „Angeld der Kirche“. Sie ist
Brücke vom Alten Bund hinüber zum Neuen Bund nicht durch das Wort, sondern
auf dem Weg der Liebe. Nach der Ermordung ihrer Eltern durch römische
Soldaten (wie man erzählt), waren sie nach Jerusalem gezogen. Sie führten
weiter, was ihre Eltern begonnen hatten: Gäste aufzunehmen und zugleich für
die Toten zu sorgen. Dieser stille Dienst hat sie nach dem Tod der Eltern
noch näher an die Grenze von hier und drüben gebracht, an der sie dem HERRN
begegnen mussten.
Hier brauchte der
HERR nicht in Bild und Gleichnissen zu sprechen wie vor den Menschen, sie
auch nicht wie den Jüngern später auslegen. Sie waren in diesem Bereich zu
Hause, seit sie ihre Eltern verloren hatten. Schon damals durfte Lazarus die
Erfahrung machen, dass das Leben nach dem Tode weiter geht. Er konnte nicht
aufhören, mit seinen Eltern zu sprechen, als wären sie noch im Leben, ja er
durfte erfahren, dass sie mehr als „lebten“ und die Hilfe der Kinder
brauchten. Vielleicht ist auf diese Weise noch vor dem Abstieg JESU ein
erster Lichtstrahl der Frohbotschaft nach Drüben gelangt, wo die Gerechten,
die Weg des HERRN bereitet haben, in inniger Teilnahme darauf warten, dass
sich Alles vollende. Sie warten in Geduld auf die Erfüllung der Verheißung
(ist also weder Vorhölle noch Fegfeuer).
Standen die
Kinder nicht auch an dieser Grenze, da sie nicht aufhörten um ihre Schwester
Magdalena zu ringen. Sie hat in ihrer Schönheit den Feind ins Haus gebracht.
War der Erste ein römischer Offizier? Wie immer! Die zarte Blüte war in
Gewalt gebrochen, aus ihren Träumen gerissen; wenn sie nicht JESUS begegnet
wäre, die tiefste Sehnsucht ihres Herzens nach reiner Liebe wäre sie
verwelkt. War ihr Triumph über die Männer nicht bittere Rache für die
Gewalt, die sie wohl zuerst erlitten hatte?
Notwendig musste
Lazarus in seinem stillen Betrachten JESUS an Seinen Nährvater Joseph
erinnern. In dieser Familie war ein Stück der hl. Familie lebendig geworden,
Musste nicht JESUS in der Mitte kommen? Sie lebten so sehr am Rande der
Gesellschaft, ja religiöser Unterschiede, jenseits alles bösen Streites um
den Messias, dass wir in allem Umbruch wahrlich eine Oase des Friedens war.
Es gibt Hinweise, dass Maria Magdalena der MUTTER und Johannes nach Ephesus
folgten, dass sie erst von dort nach Frankreich kam. Wie immer! Waren ihr
nicht schon Lazarus und die stille Maria Wegweisung hin zum kontemplativen
Leben?
Musste sie nicht
immer neu und tiefer ihrer letzten Begegnung mit dem HERRN als „Gärtner“
nachdenken und all den Gnaden, die sie durch IHN erfahren hat? Vor allen
anderen Heiligen ist sie berufen, den Weg heiliger Buße zu eröffnen als den
sichersten Weg JESUS zu begegnen; hatte er nicht mit dem Bußruf seine
Verkündigung eröffnet? Nicht wenige Frauen sind mit MARIA und Johannes unter
dem Kreuz gestanden, da dort das Herz der MUTTER bis in seine letzten Tiefen
aufgebrochen wurde „damit die Gedanken vieler offenbar werde“. Ist ihr nicht
schon dort Magdalena gefolgt, umso mehr da sie der HERR in ihrer Verblendung
mit „Maria“ angesprochen hatte? Kam ihre Sehnsucht nach reiner Liebe, die so
tief gebrochen wurde, nicht der Sehnsucht des MUTTERherzens MARIAE nahe?
Will sie zusammen mit MARIA nicht der Menschheit von heute helfen, diesen
letzten Rettungsweg nicht zu verfehlen?

Schlagen wir von
der Betrachtung zur Familie von Lazarus die erste Brücke hinüber zu MARIA.
Muss ihr liebendes Mutterherz nicht schon immer diesen einen Gedanken im
Herzen bewegt haben: „Wie wird ER bei uns bleiben?“. Hat sie nicht schon in
Betlehem = „Haus des Brotes“ im Angesicht des KINDES in der Krippe darüber
nachgedacht? War sie nicht in der Schrift des Alten Bundes mit all den
Stellen bekannt, die auf dieses Geheimnis wiesen, vorderst im „Brot vom
Himmel, dem Mannah in der Wüste“? Hat sie nicht in den Gleichnissen, die sie
JESUS lehren durfte, Sein Wort zum Brot für die Kleinen bereitet?
So muss dieser
Gedanke immer mehr zu einem heißen Wunsch aufgeblüht sein, den JESUS in
ihrem Herzen lesen konnte, auch wenn sie darüber nicht gesprochen hat, weil
das Geheimnis zu groß war, um es in Worte zu bringen. Hier sollte ja mehr
sein als „Bild und Gleichnis“, wahrhaft Gegenwart in Leib und Blut.
Immer braucht das
Kind die Mutter,
wenn es Kind sein
will.
Immer muß die
Mutter wissen,
daß es ihre
heilige Pflicht ist,
Vor-Bild ihrem
Kind zu sein.
GOTTES Gnade, und
ein Pfund ists,
Mutter nach dem
Bild MARIENS sein zu dürfen,
weil im sicheren
Selbstvergessen
auch das sichere
Gefühl des rechten Leitens
ihr gegeben wird,
eine Blutbahn mit
dem Kind,
Herz zum Herzen
bindend.
Wäre GOTT sonst
Mensch geworden,
wenn ER uns nicht
eine Mutter wollte geben,
wie sie wirklich
nach dem Herzen GOTTES ist?
In der Bereitung
des Letzten Mahles, besonders des Brotes hat sie den letzten Schritt getan,
um diesem Geheimnis Gestalt zu geben. Sie hat nicht nur im Haus des
Nikodemus mit den Frauen das Abendmahl bereitet, sie hat auch das
ungesäuerte Brot gebacken, das der HERR dann in Seinen Leib verwandelte. So
wie ER in ihr Mensch wurde, so sollte ER in dem Brot, Brot werden „zum Leben
der Welt“. Es musste das Geheimnis Seiner Gegenwart an diese Erde gebunden
bleiben. Seine Menschwerdung verlangte in letzter Folgerung nach
„Brotwerdung“, schon die wunderbare Brotvermehrung zielte in dieser
Richtung.
So sehr sie als
Mutter im Anfang erschrocken war über die Beziehung JESU zu Maria Magdalena,
denn sie durfte in die Abgründe dieses enttäuschten Herzens schauen, so sehr
wusste sie, dass solche tiefe Verletzung nur geheilt wird, wenn sie in der
Tiefe ansetzen kann. Dazu aber brauchte es das Brot. Als ihr der HERR am
Kreuz genommen war, wäre Maria Magdalena wenigstens für den Augenblick
getröstet gewesen, wenn sie nach der Kreuzigung den toten Leib für sich
gehabt hätte. Sie war noch blind für IHN, der gewandelt war. Sie wollte IHN
greifen; doch der HERR wies sie ab mit dem Wort: „Ich bin noch nicht zum
VATER aufgefahren“(Jo 20,15). Sie musste erst hinüber finden zu MARIA!
Welch’ wunderbares Verhältnis muss damals zwischen beiden Frauen aufgeblüht
sein!
Hier treffen wir
auf einen weiteren Zusammenhang, den es tiefer zu betrachten gilt. Immer
wieder ist MARIA auf der Via dolorosa den Leidensweg ihres SOHNES hinauf
nach Golgotha gegangen in all den Jahren, die sie in Jerusalem blieb. Nicht
nur um die Verdienste ihres SOHNES immer wieder dem VATER vor Augen zu
stellen, sondern auch um Erbarmen auf „ihre Stadt“ herabzuflehen. War sie
nicht hier aufgewachsen, ist sie nicht als Tempeljungfrau in den Tempel
eingetreten in den Kreis der Getreuen um den Hohenpriester Hillel? Die
dunkle Prophezeiung JESU über Jerusalem: „Kein Stein wird hier auf dem
anderen bleiben!“, blieb für sie schreiende Herausforderung, der sie ihr
ganzes Gebet und das Blut CHRISTI entgegen halten musste, auch wenn sie wie
später Johannes über das irdische Jerusalem hinaus auf das himmlische
schauen durfte.
Auch wenn JESUS
„draußen vor der Stadt“ leiden musste, ER hatte Seinen Ort in ihr. Sie
ahnte: ER wird Allen neu machen! Wenn bei der Zerstörung durch die Römer
auch nur die Westmauer des Tempels erhalten blieb, geht da nicht eine Linie
von Getsemani hinüber zum Gemach des Abendmahles? Im Blick auf die
„Trennungslinie“, die Johannes in der Beschreibung des Neuen Jerusalems
bringt, die von NW nach SO zieht, ist sie nicht nur Trennung des Lichtes von
der Finsternis, sondern zugleich Verheißung, dass dieses Licht auch im
tiefsten Dunkel durchbrechen wird. Die Verheißung ihres Namens: „Stadt des
Friedens“, die schon im Zusammenhang mit der Begegnung Abrahams und
Melchisedechs aufleuchtet, wird sich erfüllen kraft des Blutes CHRISTI, das
diese Stadt mehr geheiligt hat als alle anderen heiligen Stätten.
Der Boden von
Jerusalem weist zurück auf den des Paradieses, wo GOTT den Menschen aus ihr
bildete. Ihn konnte der Fluch Jahwes über die Sünde der Voreltern nicht
treffen. Wir müssen nur das Wort Jahwehs an Adam, als er vertrieben wurde,
tiefer betrachten: „Du sollst dorthin zurück kehren, woher du genommen bist“
(Gen. 3,14). Es meint nicht nur die Vergänglichkeit unseres Lebens, an der
wir besonders am Aschermittwoch erinnert werden. Er soll „Ackerboden“ werden
für einen Neuen Anfang in der Gnade. Jerusalem wird durch das Blut CHRISTI
heilige Erde der Verheißung, zu der nach den Prophezeiungen des Isaias
einmal alle Völker hinaufpilgern werden.
Von Jerusalem aus
hat die Evangelisierung immer wieder neue Länder in das Land MARIA
gewandelt. Von Portugal aus und Spanien, ging es hinüber in die Neue Welt:
„terra de MARIA“ – einmal wird alles Land ihr Land sein und der SOHN wird es
beim Hochzeitsmahl dem VATER zu Füssen legen.
MARIA ist als
Lebensbaum die Mitte des Neuen Paradieses, das in der lobpreisenden Einheit
von Engel, Mensch und Schöpfung zum Neuen Jerusalem wird. MARIA ist der
Ackerboden auf dem das Brot der Engel heranwächst, das diese letzte Einheit
schweißen wird. Das scheint schon Lukas ahnend zu erkennen, da er von ihr
als dem Kelch des Blutes CHRISTI in den Wandlungsworten spricht, nicht
einfach vom „Blut des Bundes“ wie Mt und Mk. Je mehr wir dem Ende aller
Dinge entgegen gehen, um so mehr wird das Neue Jerusalem schon hier auf
Erden Wirklichkeit im Geheimnis der Gegenwart des HERRN durch die Hlst.
Eucharistie, dh. durch MARIA. Nur über sie können wir diesem Geheimnis näher
kommen, wo wir sie außer Acht lassen, wird Sein Bleiben nur schwer zu
deutendes Zeichen, das sich endlich verlieren muss.
Das Wort wird nur
dann als Wort vom WORT verstanden, wenn der Gläubige es aufnimmt mit Seinem
ganzen (durch das Wort geprägten) Sein über seine vier Fähigkeiten in
Zuordnung zu den Himmelsrichtungen – Elementen – zur GOTTESstadt. Nur so
kann es auch über MARIA in uns Fleisch werden. Dieser Ansatz ist mit der
Hilfe MARIAS von Lukas aufgenommen worden, besonders deutlich in den Vier
Seligpreisungen.
JESUS steigt hier
im Gegensatz zu Mt und seinen Seligpreisungen vom „Berg herunter“ und begibt
sich mitten in die Menge hinein, um Sein Wort zu künden. Es soll den Boden
anheben, dem der Mensch verpflichtet bleibt.
Die „Armen“
rücken in das helle Licht des Südens – da sie einfältig sind wie die Tauben,
gelten ihnen die Geheimnisse des Himmelreiches, im Gegensatz zu den Reichen
und Gescheiten dieser Welt. Hier ist dem Geist des Menschen der rechte Platz
gewiesen.
Die Hungernden,
die im Lebenskampf (Westen) zu unterliegen scheinen, werden gesättigt und
gestärkt mit dem Brot der Engel, der Hlst. Eucharistie. GOTT ist nicht nur
GEIST, ER ist Fleisch geworden, so dürfen sie IHN bis in ihre Sinne hinein
aufnehmen.
Über den
Verachteten und Verfolgten, ins Dunkel des Nordens gestoßen, leuchtet auf
dem Hirtenfeld das Gloria der hl. Engel auf. Die Nacht der Welt wird zum
hellsten Tag. Weil ihr Herz offen ist, sind sie die Ersten, die den Heiland
im Fleische schauen.
Die nach GOTT
Weinenden, werden lachen, wenn sie endlich vor GOTTES Angesicht treten. Im
unbedingten Willen zu GOTT haben sie durchgehalten, jetzt wird ER selbst ihr
größter Lohn.
Dies ist die
GOTTESstadt, die Lukas den Kleinen schon hier auf Erden verheißt, da der
HERR mitten unter sie tritt: sie ist wahrhaft in ihrer Mitte!
Dafür sind die
„Brotwundern“ schon die erste Verheißung, die sich in den Wandlungsworten
erfüllen soll. Darum sprechen die Evangelisten auch von dem „Gras“, das sich
dort vorfand. Mk unterstreicht: es war „grünes Gras“, nicht durch die Sonne
verdorrt. Auch die Ordnung in Gruppen, die dort vorgegeben wird, weist
hinüber auf das himmlische Jerusalem, in dem sie sich vollenden wird, da
GOTT endlich in Allem die Mitte und über Allem das Ewige Licht geworden ist.

Wie MARIA neu zum
Leben kam, eine Osterbetrachtung. Nur im Licht der Schmerzhaften Mutter
können wir wieder in dieses heute verlorene Geheimnis GÖTTLICHEN Wirkens
eindringen. Ohne das Leiden der Sühneseelen, wäre die Welt längst am Ende.
Sie schieben das verdiente Gericht immer wieder hinaus.
Immer schon hat
MARIA das Geheimnis der Hlst. Eucharistie in ihrer Seele getragen, beginnend
wohl in Betlehem bei der Geburt JESU. Über die Jahre ist dieses Geheimnis in
ihr gewachsen, die Höhe der Vollendung deutet der HERR in Seinem Wort der
Eucharistischen Rede an: „ICH bin das BROT DES LEBENS, wer von diesem Brote
ist, wird leben in Ewigkeit“. ER hat es von der MUTTER!
Eine andere
„Verankerung“ ist MARIENS tiefe Verbundenheit mit Jerusalem. Sie war dort
aufgewachsen, erzogen worden, kannte alle messianischen Voraussagen über
diese Stadt. Sie ist 10 Jahre nach dem Tod ihres SOHNES dort geblieben,
bevor sie nach Ephesus ging, um den Kreuzweg ihres SOHNES immer wieder
nachzugehen und Sein Blut dem VATER aufzuopfern für die ungetreue Stadt.
Hier standen ihr
die beiden gläubigen Pharisäer: Joseph von Arimathäa und Nikodemus zur
Seite. Sie sind eingebunden in das Begräbnis JESU im Garten Josephs von
Arimathäa. Der „Garten“ weist zurück auf das Verlorene Paradies, das in der
Kraft des Blutes CHRISTI neu werden soll.
Aus
charismatischer Quelle wissen wir, dass MARIA immer wieder unter dem Kreuz
in Ohnmacht gefallen ist. Sie musste als Mutter mit IHM sterben. Da man ihr
den Leichnam in den Schoß legte, fiel sie in die letzte und tiefste
Ohnmacht, in der sich die Seele MARIENS fast vom Leib gelöst hat. Man hat
damals Lukas zur Hilfe gerufen und sie in den Abendmahlsaal zurück gebracht,
wo die Frauen, die auch beim Abendmahl mitgeholfen haben, mit ihr blieben.
Ist es schwer zu verstehen, dass sie nicht mehr leben wollte, dass sie
glaubte, jetzt sei ihre Sendung zu Ende?
Die wartende
Liebe klammert sich an das Wort,
des Trägers der
Sehnsucht,
und je größer und
heiliger sie ist,
desto mehr ist
die wartende Liebe
in GOTT geborgen
und Träger der
heiligen Hoffnung,
an derem Ende,
ohne Angabe der
Zeit,
die Erfüllung
steht.
Lasse DICH loben
und preisen, o GOTT,
für das
Gnadengeschenk der wartenden Liebe!
Wir müssen im
Gebet ihrem Sterben tiefer nachbeten. Wenig wissen wir in der Kirche von
dieser Passion MARIAE obwohl schon die Väter von ihrem „unblutigen
Martyrium“ gesprochen haben und von der „Zweiten Geburt JESU“ unter dem
Kreuz. Die Schrift gibt hier keinen Hinweis. Hilft uns die Not der Kirche
nicht, uns betrachtend in ihr Mitsterben mit dem SOHN hinein zu beten?
Musste sie dem SOHN nicht ins „Reich des Todes“ folgen? Konnte sie IHM nicht
helfen, schweigend von dem Großen, das auf Golgotha geschehen war, ihren
Vorfahren zu erzählen, während ER die seligen Gerechten ans Licht der
Erlösung führte? Der hl. Joseph mag sie wohl als Erster an das Wort erinnert
haben: „Steh auf Tochter Jerusalem!“, doch wie sollte sie aufstehen von
diesem Tod der furchtbarer war als alle Tode?
Leise mag in
ihrer Seele der Gedanke an die Partikel der Hlst. Eucharistie, die sie beim
Abendmahl gesammelt und zu sich genommen hatte, aufgestiegen sein. Als JESUS
das Wort der Wandlung über die Gestalten sprach und das „Nehmet und esset
Alle davon!“,
da war sie mit hinein genommen in Seine Auferstehung, da durfte sie IHM neu
ihren Leib schenken, damit ER Seine Sendung in der Kirche kraft der Hlst.
Eucharistie im Hl. GEIST fortsetze.
ER sprach ja im
Abendmahl, das Wandlungswort nicht nur über Brote und Wein, sondern
notwendig auch über Leib und Seele Seiner MUTTER, über all die Seinen, ja
die ganze Schöpfung, damit sie neu werde.
Hat sie Seiner
Seele nicht in der Empfängnis Leib und Seele geschenkt, dass sie Mensch
werde? Auch wenn ER in Seiner Sendung mehr bei den Jüngern als ihr nahe war,
war sie IHM nicht mit den getreuen Frauen bis unter das Kreuz gefolgt?
Nichts hat IHN in Seiner furchtbaren Passion mehr gestärkt als ihre Nähe und
die Johannes’ und der Frauen, Verheißung Neuen Lebens für Alle, die aus
Seiner Seite geboren werden sollten.
So wie die Frau
aus der Seite Adams genommen wurde, so wie sie IHM zuerst ihren Leib
geschenkt hatte, so hat der VATER sie als Neue Eva aus der Rippe Seines
SOHNES neu gebildet: Aus ihr sollte der Neue Adam werden! Ave MARIA! Aus ihr
sollte im Hl. GEIST in eins mit Johannes die Kirche wachsen. Auch wenn alle
Jünger den HERRN verlassen hatten, Johannes ausgenommen, in ihr war dem
„Mich dürstet“ des SOHNES eine Antwort gegeben, die alle spätere Antwort der
Gläubigen einschließt und übersteigt.
Auch wenn die
Kirche im Ansturm der Hölle zu zerbrechen scheint, dieser Fels MARIA,
umgeben und gestützt von allen hl. Engeln und Heiligen wird dem Sturm des
Bösen nicht nur widerstehen. Es wird der Felsblock, der das Grab JESUS
verschloss durch sie und ihre Gegenwart im Grab, zum Davidstein, der den
Todfeind JESU schlägt, gerade dort, wo er zu triumphieren meint! In MARIA
ist die Verheißung Davids gegenwärtig, auch wenn es nur wenige Gläubige
sind, die unter dem Kreuz durchstehen, sie werden in, mit und durch MARIA
dem Feind endgültig das Haupt zertreten! „Tod wo ist dein Triumph, dein
Sieg?“ In diese Verheißung sind wir heute hinein gerufen mit allen heiligen
Engeln. Mit der hl. Johanna von Orleans dürfen wir zuversichtlich den Banner
der Unbefleckten tragen und ihrem Wort vertrauen: „Unser Kampf heißt Sieg!“
Es ist diese
Frage heute nicht mehr so schwer zu beantworten, da wir nicht wenige
Zeugnisse von Menschen haben, die vom Tode wieder zurück gekommen sind, die
der HERR bewusst zurück geschickt hat, damit sie von dieser Erfahrung einem
ungläubigen Geschlecht Zeugnis gäben. Wo sie dieser Sendung treu bleiben,
sind sie mit und durch MARIA „Christoph = CHRISTUS – träger“, wie wir es als
Gläubige in und durch MARIA Alle sein sollten. Doch viel weiter und tiefer
greift dieses Geheimnis in MARIA!
Wie ist es mit
den Aussagen der Schrift zu vereinbaren? Unter den Frauen, die um die
ohnmächtige MARIA waren, war M. Magdalena die Erste, die im Morgengrauen
aufbrach zum Grab. Als sie MARIA nicht mehr schlafend bei den Frauen fand,
wussten sie, sie war schon früher aufgebrochen. In ihrer Ohnmacht war sie
dem SOHN gefolgt auf Seinem Weg zu den Gerechten. Da sie wieder zu sich kam,
eilte sie zum Grabe und durfte auf dem Weg dorthin als Erste dem
AUFERSTANDENEN begegnen. Später hat sie ihnen schlicht und einfach erzählt,
dass sie beim Grab war. So ist bis heute verborgen geblieben dass sie JESU
auf dem Weg zu den Gerechten begleitet hatte.

Nur als
gewandelte und immer neu zu wandelnde können wir der Größe des Auftrages,
der uns mit den hl. Engeln gestellt ist, entsprechen. Wir gehen der Binde-
und Lösegewalt der Kirche entgegen, wir erkennen ihre Bedeutung und Weite.
Solche Erkenntnis bringt die Gnaden aus den Sakramenten zum Fließen. Wir
nehmen den Heilswillen GOTTES auf, der auf alle Menschen zielt. Das Vat.II
hat hier die Türe aufgestoßen, doch noch verstehen wir nicht in der Tiefe,
was das bedeutet. Der Satz, dass die Heidenkinder nicht zur beseligenden
Anschauung GOTTES kommen, ist heute nicht mehr so allgemein angenommen wie
früher. Teresa von Calcutta hat durch ihr Leben und Wirken eine Bresche
geschlagen.
Sie hat Allen
geholfen, ohne je Einen zur Taufe führen zu wollen, wenn er es nicht selbst
verlangte. Dogmatisch bleibt die Türe geschlossen, bis wir alle Enge des
Herzens und Geistes gesprengt haben und die Kirche im HEILIGEN GEISTE diesen
universalen Heilswillen nicht nur als Wille GOTTES bejaht, sondern auch lebt
und dafür einsteht. In solcher „Überforderung“ könnten wir nüchterner
erkennen, warum uns, je persönlich, der hl. Engel zu Hilfe kommen muss. Wo
wir im Heilswillen GOTTES leben und sterben, eröffnet sich der Kirche eine
Sendung über die ganze Schöpfung hin, von der wir heute wenig ahnen, auch
wenn sie schon in Prophezeiungen angesagt ist.
Wir alle streben
zur Mitte,
denn dort ist der
Herr:
unsere
Befehlsgewalt und alle Erfüllung,
so daß wir nichts
anderes wollen,
als durch IHN -
und nur mehr durch IHN
sehen - und
wiedersehen zu können.
"Das ist eure
nächste Aufgabe", sagt der Herr,
"daß ihr nur mehr
MICH
und so
ausschließlich MICH vor Augen habet,
daß euer ganzes
Denken und Wollen und Schauen
nur mehr durch
MICH geht;
dann erreicht ihr
die Stufe, "wie die Engel" zu sein".

Zuerst die
kritische Frage: Wo ist da Sühne bei den Jüngern, da sie noch mit dem HERRN
auf dem Weg nach Jerusalem waren, wo noch mehr in der entscheidenden Stunde
der Passion? Haben sie nicht alle versagt?
Es ist notwendig,
diese Frage zu stellen, denn an ihr kann deutlich werden: Sühne ist nicht
etwas, das wir machen, sie ist immer zuerst Gnadengeschenk GOTTES.
Sühnen in Wahrheit konnte nur der Menschensohn, weil ER zugleich SOHN GOTTES
war. Wo wir in der Taufe als Adoptivsöhne angenommen sind, kann ER uns
gnadenhaft daran Anteil geben, wenn wir zu diesem Angebot, das die Meisten
zurückweisen werden, Ja sagen. Wir haben schon auf die Überforderung
hingewiesen, die den Menschen hier anfällt und ihn niederwerfen, ja
zerstören kann, wenn in der Sühne nicht der ausdrückliche Wille GOTTES
liegt. Immer hat der HERR Sühneseelen vorher gefragt. Selbst hier kann der
menschliche Stolz sich einmischen, doch er zerstört.
Wie wir im
Folgenden durch die hl. Engel erkennen dürfen, wird Sühne von den Mächten,
ja von den Gewalten und zuletzt von den Herrschaften in der Hierarchie mit
getragen. Die Mächte sind hier mehr die den Menschen bereiten, wie man den
Ackerboden bereit, bevor die Saat ausgestreut wird. Der Mensch muss schon
vorausgehend gewandelt sein, gelöster von seinem Ich und seinen Wünschen als
der durchschnittliche Christ. Er muss leben aus den drei theologischen
Tugenden von Glaube, Hoffnung und Liebe (dreimal sieben Mächte) er muss
geborgen sein, nicht nur von Außen, sondern noch mehr von Innen von den
viermal drei Mächten, die die Kirche in ihrer Struktur aufbauen. Wenn sich
auch heute, wo das Ordensleben zerfällt, der HERR nicht wenige Sühneseelen
aus den Laien holt, früher waren es meistens Ordensleute. Die Struktur des
Ordensleben hilft nicht wenig, diese schwere Last leichter zu tragen, denken
wir vor allem auch an die stärkende Kraft der Vier Gelübde. Nicht weniger
hilft, wenn die Gemeinschaft lebendig ist, die Bereitschaft der Anderen, die
nicht in der Sühne stehen, mit zu tragen. Sühne ist nichts Anderes als
mittragen dürfen an der Last des Kreuzes, das der HERR mystisch für seine
Kirche trägt.
Die Mächte der
Kirche tragen in besonderer Weise das W e i t e n der Seelen nach Länge,
Breite und Tiefe. Sie weiten die Seele, damit GOTT in ihr immer mehr Platz
finde, damit ER a l l e i n in uns bestimme und durch uns hinaus wirke zum
Heil der Welt. Das Siegel der Vierergruppe, zu der St. Hajim gehört: "REX
GLORIAE" bedeutet als Wort des HERRN vor dem VATER im letzten Gericht: "SIE
HABEN MICH VOR DER WELT BEKANNT." In diesem Bekenntnis wirken drei Kräfte:
im VATER tragen die Mächte über die Throne das "Werde!“, im SOHNE über die
Gewalten das "Weiche!", im HEILIGEN GEIST das "Komme!" als die ihnen eigene
Kraft. Diese drei Kräfte wirken in der Perikope von Emmaus.

Die Jünger
beurteilen JESUS nach den irdischen Messiasvorstellungen des jüdischen
Volkes: "wir hatten gehofft, ER würde das Reich aufrichten." Für sie ist
JESUS der versprochene Messias, der prophetischen Verheißung sind die Flügel
beschnitten. Sie sehen IHN nur irdisch, wie es uns heute in der Kirche im
Übergewicht der Horizontale ergeht. Für die F ü l l e des Lebens die uns der
VATER in Seinem SOHN schenken möchte ist in ihnen noch kein Platz, Was in
den Wundern JESU geschehen ist, gehört in den Bereich des Außerordentlichen,
ist nur „Ausnahme von der Regel“, wie uns die Wissenschaft noch heute zu
deuten versucht. Sie hören zwar die Worte, mit denen der HERR ihnen die
Schrift auszulegen versucht, doch sie gehen nicht ein in ihr Herz und ihren
Geist. Die Katastrophe des Kreuzes hat sie in ihrem Lebenswillen
niedergeschlagen, das Licht der Erkenntnis fast gelöscht, in der Angst vor
Verfolgung ihre Liebe zu JESUS gefesselt. Sie laufen neben dem HERRN einher,
ohne zu wissen woher und wohin. Was sie bei IHM hält, sind ihre
Vorstellungen, nicht das was GOTT in IHM wirken will. Es ging auch bei ihnen
um den „besseren Platz“.
Man vergleiche
dazu die Dritte Leidensvorhersage bei Markus:
10.32 „Während
sie auf dem Weg hinauf nach Jerusalem waren, ging Jesus voraus. Die Leute
wunderten sich über ihn, die Jünger aber hatten Angst. Da versammelte er die
Zwölf wieder um sich und kündigte ihnen an, was ihm bevorstand. 33 Er sagte:
Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den
Hohenpriestern und den Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod
verurteilen und den Heiden übergeben; 34 sie werden ihn verspotten,
anspucken, geißeln und töten. Aber nach drei Tagen wird er auferstehen.
35 Da traten
Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sagten: Meister,
wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst. 36 Er antwortete: Was soll ich
für euch tun? 37 Sie sagten zu ihm: Lass in deinem Reich einen von uns
rechts und den andern links neben dir sitzen.“
·
·
Sie leben in einer anderen Welt: ER ist ihnen
im wahrsten Sinne des Wortes ein Fremder. So wie der Kirche heute der Glaube
an die hl. Engel „fremd“ ist. Wo sonst finden wir den Schlüssel für das Eine
Buch, das uns den Weg weisen könnte, die GO? Es sind dort andere Maße, die
unsere aus den Angeln heben, sie stehen im Vergleich wie der uns mit bloßen
Augen sichtbare Sternhimmel zu ganzen Kosmos. Sie müssten erst den Tod, der
in ihnen wirkt, überwinden, um neue Menschen in CHRISTUS zu werden, die
politischen Vorstellungen vom Messias abtun. Nur der Schlüssel des Kreuzes
kann hier die Tür öffnen. Der HERR hat in Seinem Weg hinauf nach Jerusalem
das Seine getan, um sie vorzubereiten. Es bleibt IHM nur, sie der
Katastrophe des Kreuzes auszuliefern, die Jedem spätestens in der Stunde des
Todes bevorsteht. Nur im Licht und der Kraft des HL. GEISTES wird ihnen dazu
die Gnade. Das Kreuz hört im Licht des HL.GEISTES auf, ein Marterwerkzeug zu
sein!
Rufst DU noch
heute, gern geh ich mit DIR!
Rufst DU zum
Kreuztragen, geht es schon langsamer!
Und sagst DU gar
nichts, bleibe ich knien
und warte so
lange, bis ich DICH wieder höre!

Sie müssen in
ihrem Herzen erkennen: "MUSSTE DER MESSIAS NICHT ALLES DIES LEIDEN, UM IN
SEINE HERRLICHKEIT EINZUGEHEN?“ Erst dann wird auch das Wort der Schrift zum
bekräftigenden Licht. Die Erkenntnis kommt im Brotbrechen. Nur aus DER
Größeren LIEBE GOTTES kann die Wandlung kommen. Sie setzt bei den
Emmausjüngern nur dort an, wo sie IHN einladen, mit ihnen in die Herberge zu
kommen. Es ist das erste Zeichen, dass sie IHN nicht mehr nur als Fremden
sehen. Nicht wenig drängt sie freilich dazu die Angst vor der Nacht, die
hereinbricht. doch erst im Mahl mit dem HERRN als Ausdruck der tiefsten
Hingabe an uns sündige Menschen. wird dieser erste Funke des Erkennens zu
einem kleinen Feuer, das unter der Asche ihrer Enttäuschung über den Tod des
HERRN zu brennen beginnt.
Hier könnte uns
die Verheißung der Sakramente, besonders der Hlst. Eucharistie aufleuchten.
Erst auf dem Rückweg wird das Wort des HERRN ihnen im Herz lebendig, der
tote Geist der Schriftgelehrten in ihrer Herrschaft äußeres Ordnung nach dem
Buchstaben vermag sie nicht mehr zu unterjochen. Erinnern sie sich jetzt
doch, dass schon bei Seinen Worten etwas vom Feuer der Hingabe JESU an den
Willen des VATERS ihr Herz zu entzünden begann. Hier beginnt die WANDLUNG im
Strom der Liebe.
Es muss im
Herzen Freude und Dankbarkeit erwachen, dass Einer sich der Sühne hingibt,
denn es gibt keine innigere Verbindung mit dem HERRN als die in Seinem
Leiden. Auch dafür steht das Zeugnis der Schmerzensmutter, das zuerst die
Frauen gewonnen hat, nicht nur damals unter dem Kreuz sondern durch die
ganze Geschichte der Kirche. Der Mann ist durch seinen Willen zur Tat meist
so gehemmt, dass ihm schon der Gedanke fremd scheint, auch wenn er später
bereuend erkennen muss, wie sehr er aus dem Stolz des Besserwissens und Tun
kommt.

Neues Leben
wird der Schöpfung durch die Auferstehung JESU CHRISTI. Der Hauch des
GEISTES trifft zuerst die Apostel über die Mächte der Kirche, durch sie geht
er an alle Menschen guten Willens und auf die ganze Schöpfung: DIE MÄCHTE
SIND JENE HEILIGEN KRÄFTE, DIE AUF DEN BEFEHL GOTTES UND NACH SEINEM WILLEN,
den Menschen die Seelen einhauchen, die Seelen weiten, und so im Namen des
HERRN das "WERDE!" sprechen. SIE SELBST ZEUGEN NICHTS. GOTT ZEUGT DURCH SIE
IN DIE SCHÖPFUNG HINEIN.“
Wo der Mensch
verriegelt hat, wenn er nur in der Seele noch einen Funken trägt, brechen
sie auf, lösen das verkrampfte Herz und weiten es hinein in die größeren
Wege GOTTES, wie es den Aposteln in der Begegnung mit dem Auferstandenen
HERRN geschieht. Immer ist das Wort des HERRN an Seine Kirche Hauch des
Hl.GEISTES, doch in besonderer Weise in der Zeit nach der Auferstehung. Wort
und Hauch sind eins. Wo der Hauch verloren geht, ist das Wort bloßer Schall
und fällt in seiner Schwere zu Boden. Wer immer das Wort GOTTES in bereitem
Herzen aufnimmt, wird diesen Hauch verspüren, in dem das Wort in ihm sich
entfaltet, weitet und zu leuchten beginnt.
"AUSWEITEN ist
nicht ein Druck von Aussen, sondern ein Weiten von der Tiefe her, aus den
Kraftspeichern des dunklen Glaubens, der dunklen Hoffnung, der dunklen
Liebe. DARIN LIEGT WIE IN EINEM ZEUGUNGSSCHOSS DER MUTTER, DIE KRAFT, DAS
GÖTTLICHE "WERDE" AUFZUNEHMEN UND SCHWEIGEND IN DIE SCHÖPFUNG ZU HAUCHEN -
den Menschen nicht fassbar". (DB I S.28 ff):
In die Mitte des
Regenbogens,
stellst DU das
Dunkle Licht
als eine Gnade,
behütet vom
hellen Licht
der
Seraphs-Sonnen auf beiden Seiten.
So sieht die
Mitte Deiner Augen
geradewegs in
dieses Dunkle Licht
und, indem DU
höchste Seligkeit
in die Nacht der Sinne haltest,
legst DU auch in
dieses Dunkel
Deine Erlösung.

Jeder Mensch
soll ein Abbild der GOTTESstadt werden, Abbild JESU CHRISTI in Seiner
zweifachen, menschlichen und GÖTTLICHEN NATUR (= 2 x 2). Darum muss der HERR
die Jünger v i e r f a c h ansprechen, im Zeichen des Kreuzes, das es in
Jedem von ihnen aufleuchte.
- Angesprochen im Gemüt
Zuerst wird der
Mensch - die Apostel stehen hier für die ganze erlösungsbedürftige
Menschheit - angesprochen in seinem G E M Ü T. Es meint das T i e f e r e im
Menschen, seine Seele - doch in Verbindung mit seinem Leib. Darum wird für
Gemüt auch manchmal Herz gebraucht. Dann liegt der Akzent mehr auf dem
Leibhaften als bei Gemüt. Die lateinische Entsprechung wäre wohl " mens ",
die griechische "nous ". Das althochdeutsche Wort "muot" bedeutet „ S i n n
– Sinnhaftigkeit“. „Mutig“ ist nur der Mensch, der dem SINN seines Lebens
entspricht, der diesen Sinn gegen alle feindlichen Kräfte in und um ihn
durchhält. Der HERR baut den Sinn des Lebens neu auf und will ihn festigen
inmitten einer der Sünde verfallenen Welt, in die er die Apostel senden
wird.
Darum muss ER
„IN IHRE MITTE" treten (Lk 24,36). Lukas hat schon einmal dieses Wort
"Mitte" verwendet, wo er den HERRN darauf hinweisen lässt, wo das REICH
GOTTES zu suchen ist .... nicht draußen ....sondern „ SIEHE, ES IST MITTEN
UNTER EUCH“ (Lk 17,20). Schon hier hat das Wort die zweifache Bedeutung: in
der Mitte des Einzelnen – wie: in der Mitte der Gemeinschaft. Das G e m ü t
ist die M i t t e des Menschen, als leibhaftes Geistwesen; auch eine
Gemeinschaft kann dafür Zeugnis geben in der Wärme und Geborgenheit, die sie
ausstrahlt.
- Anrede an den
Geist: zu stehen auf der Flucht!
Die Furcht hat
sich bei den Aposteln in dieser Mitte festgesetzt. In dieser Tiefe sollte
sich jeder Mensch von GOTT gerufen erkennen. Bei Ihnen, letztlich bei uns
Allen, legt sich darüber der Todesschatten von Golgotha. Sie haben auf den
HERRN gehofft: doch die Juden haben ihn getötet. In Angst, es werden Ihnen
Gleiches geschehen, sind sie geflohen, einer der Ersten: Johannes. So tief
war sein Erschrecken, dass die Angst sogar in den eingedrungen, der doch am
Herz des HERRN ruhen durfte. Sie sind noch immer auf der Flucht. Letzter
Rest ihrer Hoffnung ist die Frage: wie konnte es zu dieser Katastrophe
(Kreuzes) kommen? Immer wieder tritt sie bei Lukas nach vorne. Auf diese
Furcht geht der HERR zu: “WARUM SEID IHR VERWIRRT, UND WARUM STEIGEN SOLCHE
GEDANKEN IN EUREM HERZEN AUF" (Lk 24,39).
- Herausforderung des Willens
Auch wenn der
Messias JESUS in ihren Köpfen spukt, in ihrem Herzen ist verborgen ein
anderes Bild gewachsen in den drei Jahren der Gemeinschaft mit IHM, Tag und
Nacht. Doch es konnte nicht durch. Die Messiaserwartung musste erst geklärt
werden. Jetzt wo der HERR auf sie zukommt, scheint die einzige mögliche
Erklärung zu sein, dass ER ein "Geist" sei, gleichbedeutend mit u n w i r k
l i c h - phantastisch. Sie haben den Boden unter den Füßen verloren. Wenn
Petrus am See Tiberiades einige seiner Brüder einlädt, mit zum Fischen zu
kommen, liegt es nahe zu deuten: „packen wir dort wieder an, wo der HERR uns
am Anfang gerufen hat: beim Fischfang!“.
- Die Hilfe der Sinne
Der HERR muss
ihnen seine LEIBHAFTIGKEIT beweisen; nur so kann ER sie aus ihren sie
einkreisenden Überlegungen zurückholen.
Darum ZEIGT ER IHNEN DIE MALE SEINER PASSION. Als sie noch immer zweifeln.
verlangt ER von ihnen etwas zu essen. Die Jünger reichen IHM einen
gebratenen Fisch: Zeichen des Geopfertseins und eine Honigwabe - Bild der
neuen, in hl. Ordnung gefügten Schöpfung. Der Beweis Seiner Wirklichkeit ist
geliefert. Doch was diese Zeichen bedeuteten, können die J ü n g e r nur
ahnen. Es ist ihnen wohl später im Licht des HEILIGEN GEISTES aufgegangen.
- Sendung als neue Menschen
- durch das Erkennen der Schrift (Erkenntnis)
Erst jetzt, da
sie dort angesprochen sind, wo ihre tiefste Not liegt, kann der HERR sie
auch in ihrem Geist aufbauen. Dazu erklärt ER ihnen, wie ER es vorher den
Jüngern von Emmaus getan hat, die Schrift, die all dies, was geschehen ist,
voraussagt.
- Sendungsauftrag
(Wille)
Jetzt kann ER
auch ihren WILLEN wecken: „In Seinem Namen soll bei allen Völkern...Buße und
Vergebung der Sünden gepredigt werden“ (24,47). Damit ist ihrem Leben der
Sinn gegeben, den sie verloren hatten, weil sie IHN falsch verstanden
hatten.
- im Hl. GEIST (der ganze Mensch)
Zuletzt
verleiht ER ihnen im Hauch die SENDUNG (Lk 24,48): „Seht, Ich sende die
Verheißung meines VATERS auf euch herab. Bleibt in der Stadt, bis ihr mit
Kraft von oben ausgerüstet seid“. In ihr wird ihr Leben heil, heilig werden.
Das Ganzwerden entspricht in der parallelen Perikope von Johannes dem Gruß
des HERR: „Der FRIEDE sei mit euch." (vgl. Joh 20,19 ff). Wo der Mensch in
JESUS CHRISTUS neu geworden ist, ist er in den Frieden GOTTES eingegangen
und keine Macht des Bösen kann ihn aus diesem Frieden mehr herausreißen, wie
es uns am Beispiel der Märtyrer deutlich wird. Sie sind bereit, das Leben
(des Leibes) hinzugeben, weil sie die Gegenwart des Neuen Lebens in sich
tragen.
Der Mensch wird
in seinen vier wesentlichen Fähigkeiten erneuert:
Im Norden, wo
ihn der Feind zuerst angegriffen hat, in der Tiefe seines Gemütes.
Im Süden durch
das Wort in seinem Geist.
Im Osten, weil
sein Wille zur Tat aufgerufen wird.
Im Westen als
ganzer, sinnenhafter Mensch durch die Ausgießung des HEILIGEN GEISTES. Hier
ist die Schließe zum Gemüt, wo dieses „Ganze“, die Sinngebung des Lebens
grundgelegt ist. Die drei ersten Schritte sind Bereitung. In der Sendung
wird die Aufgabe der Mächte der Kirche bestätigt: "SIE TRAGEN DAS MERKMAL
DES EINEN GOTTESVOLKES IN SEINEM S E I N , mit der ihm von GOTT gegebenen
Struktur" (siehe dazu DB I S. 28 ff. Und DB II S. 57 ff; ).
Kreuz und
Wandlung
Wunderkraft der
Sühne II

Nicht wenige
Waffen sind dem Christen gegeben, sie leben aus der Kraft der Auferstehung
CHRISTI. Sie sind uns gegeben, damit wir in der Nachfolge des gekreuzigten
HERRN im Kampf des Lebens bestehen gegen alle Versuchungen der Welt, des Ich
und des Teufels. Sie sind Waffen des HEILIGEN GEISTES, nur durch IHN können
wir lernen, sie in rechter Weise zu nützen. Kinder, in der Gnade der
Taufgnade des GEISTES, nehmen sie im Herzen auf wie Dinge dieser Welt.
Werden sie nicht angehalten sie zu nützen, verfallen sie wie Alles auf
Erden. Es sind ganz einfache Gebete: zum Schutzengel, zur Himmelsmutter, zum
Heiligen ‚Schutzengel, zum Namenspatron. Damit war der Mensch schon von
Kindsbeinen an in eine unsichtbare Gemeinschaft gestellt, ganz abgesehen von
der Ordnung christlichen Lebens, in die er durch eine gute Familie wie von
selbst hineinwuchs.
Sie ist uns
verloren gegangen, selbst auf dem Lande sind nur noch die Alten letzte
Zeugen, dass es „einmal besser und einfacher war“. Schon die mittlere
Generation weiß kaum mehr davon: ihre Welt ist die der Arbeit und des
Vergnügens, und damit Punkt. Dem Menschen ist aufgegeben, sich auf dieser
Erde einzurichten, er ist dabei mit allen Kräften. Die Welt des Glaubens
wird Museum, durch das man gelangweilt geht, weil man jeglichen Bezug dazu
verloren hat. Wo die Kirche versucht, mit der Welt mitzuhalten, reiht sie
sich ein als Mitkonsument, der je nach Beteiligung, beachtet wird. Die
Großveranstaltungen sind wie eine letzte Kraftanstrengung.
Sie sind so
schnell vergessen wie die Tagesereignisse. Sie flackern auf und erlöschen.
Vielleicht, dass in der kommenden Zeit der Prüfung die eine oder andere
Erinnerung aufflammt, wir wollen es hoffen und dafür beten. Wird sie sich
mit den Kindergebeten, die das Kind fast mit der Muttermilch aufgenommen
hat, messen können, die nicht Wenige, die später abgerutscht sind, noch
retten konnten? GOTTES Erbarmen misst nach dem Maß unserer Not! Kaum ist von
hier eine Brücke zu schlagen hinüber zu Sühne. Buße, Sühne, Opfer sind
geistige Wirklichkeiten, die aus unserem Horizont geschwunden sind und wohl
nur gnadenhaft noch erweckt werden können.
Das Buch:
„Wunderkraft der Sühne I“ sollte ein erster Hinweis sein, wie sehr wir in
dieser Zeit auf die Sühne als die entscheidende Waffe im Kampf gegen Feind
hingewiesen sind und wie wir hier notwendig dem hl. Engel in ähnlicher Weise
begegnen wie der HERR ihm am Ölberg begegnet ist. Je mehr uns der HERR ans
Kreuz schlägt, umso besser werden wir verstehen, welche Gnaden uns durch die
hl. Engel angeboten sind. Doch erinnern wir uns nüchtern: hier am Ölberg
steht der HERR dem Widersacher Angesicht zu Angesicht gegenüber wie zuerst
nach den Vierzig Tagen Fasten in der Wüste. Sollte es uns anders gehen, wenn
wir uns mit IHM dem Kampf stellen.
Am Ende heißt es:
Mt 4,11 Darauf ließ der
Teufel von ihm ab, und es kamen Engel und dienten ihm.
Wenn wir durchhalten, wird uns ähnlich geschehen. Wir
müssen nur den längeren Atem haben. Wenn IHN auch der Widersache nie aus den
Augen gelassen hat, um herauszufinden, wie er IHM wieder beikommen könnte,
so muss er erfahren, was der HERR im Blick auf „Seine Zeit“ unterstreicht,
zuerst in Kana bei der Hochzeit Jo 2,
4 Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch
nicht gekommen. In gleicher Weise später die Juden.
Da sie IHN zu ergreifen suchen: Jo 7,30 Da wollten sie ihn festnehmen; aber
keiner wagte ihn anzufassen, denn seine Stunde war noch nicht gekommen. Der
HERR selbst deutet dieses Geheimnis, als die Griechen über Philippus nach
IHM fragen kurz vor Seiner Passion.
Seine Stunde, in
der Zeit und Ewigkeit zusammenfallen, ist die Seines Leidens und Sterbens.
Sie ist in Seiner Sendung in eins die Stunde Seiner tiefsten Erniedrigung
wie Seiner Verherrlichung, die einmal in je anderer Weise auch die unsere
sein wird. Die
Stunde ist gekommen, daß der Menschensohn verherrlicht wird. 24 Amen,
amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt,
bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.
25 Wer an seinem
Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet,
wird es bewahren bis ins ewige Leben. 26 Wenn einer mir dienen will, folge
er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir
dient, wird der Vater ihn ehren.
27 Jetzt ist
meine Seele erschüttert. Was soll ich sagen: Vater, rette mich aus dieser
Stunde? Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen. 28 Vater,
verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn schon
verherrlicht und werde ihn wieder verherrlichen. 29 Die Menge, die
dabeistand und das hörte, sagte: Es hat gedonnert. Andere sagten: Ein Engel
hat zu ihm geredet. 30 Jesus antwortete und sagte: Nicht mir galt diese
Stimme, sondern euch. 31 Jetzt wird Gericht gehalten über diese Welt; jetzt
wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden. 32 Und ich, wenn ich
über die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen. 33 Das sagte er, um
anzudeuten, auf welche Weise er sterben werde.“
Um die
Bedeutsamkeit dieser Stunde zu erfassen, gilt es sie im Licht unserer
Berufung in IHM zu betrachten. Spätestens in der „Stunde“, da uns der HERR
heim ruft, manchmal auch in schweren Ereignissen, ist unser ganzes Leben wie
auf einen Punkt zusammengefasst. An ihm wird offenbar, wie wir vor GOTT
stehen, welches unser Name in IHM einmal sein wird für alle Ewigkeit. Wir
erkennen, nicht nur die Zeit kommt aus der Ewigkeit, sie wird notwendig
wieder in sie zurückkehren. Doch welche die Stunde sein wird, selbst der
MENSCHENSOHN sollte es erst erfahren, da sie da ist.
In dieser Stunde
stehen wir Angesicht zu Angesicht wie der HERR dem Bösen nicht nur in einem
allgemeinen Sinne gegenüber, wir erkennen konkret die Geister, die uns zu
Fall gebracht haben. Sie warten nur darauf, sich für ihre Arbeit an und für
uns den Lohn zu holen. Der die Fäden in der Hand hält, führt das Wort. Er
kommt über uns in dem Augenblick, da GOTT es ihm gewährt, um das persönliche
Gericht als der Ankläger vor GOTT einzuleiten. Ähnliches hat JESUS am Ölberg
erfahren. Nicht Sünden kann er ihm vorhalten, doch dass all Seine
Anstrengung, die Menschen für GOTT zu gewinnen umsonst war.
Nicht zuerst auf
die äußere Erfüllung der Gebote sind wir gefragt, (um uns zu rechtfertigen),
sondern ob unser Leben eins mit unserer Berufung geworden ist, die wir erst
jetzt im Licht GOTTES klarer erkennen. Nur Heilige werden hier bestehen, die
das eine Notwendige gesucht haben: IHN, wie ER in ihnen leben und wirken
wollte. Die Prüfung fasst die Vielzahl unserer Prüfungen im Leben zusammen:
im Blick auf das Eine Notwendige: unsere Berufung im Mystischen Leib der
Kirche. Haben wir IHM dort gedient, wo ER auf uns gewartet hat? Die meisten
Sünden haben eine Wurzelsünde, nicht selten, die erste war, die wir trotz
besserer Erkenntnis taten.
Auf sie sollte
unsere Gewissenserforschung jeweils durchstoßen, um sie immer klarer ins
Licht zu stellen. Was in Sein LICHT gestellt wird, wird Licht oder fällt ins
Dunkel. Nur so bleiben wir im Bild und Gleichnis des Lebens CHRISTI, und
dürfen uns in IHM erkennen. Dies wird in nicht wenigen Nahtoderlebnissen
bestätigt: nicht selten ist da, was wir als Sünde angesehen haben, im Licht
GÖTTLICHER Gerechtigkeit keine Sünde, anderes jedoch, was mit unserem
Versagen in der eigenen Berufung zusammenhängt, das wir nicht gebeichtet
haben, ist Teil der Wurzelsünde unseres Lebens.
Die in Garabandal
versprochene Größte Gnade, die je der Menschheit geschenkt wurde, will in
diesem Licht verstanden und gewürdigt werden. Es heißt dort, dass im
Höhepunkt des geistigen Kampfes mit den Mächten die Bösen allen Menschen das
Licht werde, sich im Augenblick ihres persönlichen Gerichtes zu erkennen.
Braucht es noch einen näheren Hinweis, dass in dieser Zeit die ganze
Menschheit vor Gericht steht, dass uns schon jetzt nichts notwendiger ist,
als uns täglich in der Gewissenserforschung diesem Gericht zu stellen? Wir
könnten dies leicht schon an all den Anstrengungen des Feindes erkennen, uns
den Glauben immer leichter zu machen, um ihn endlich ganz zu rauben.
Es dürfte nicht
zuletzt dem nüchternen Beter, der die Augen offen hält, klar werden, wie
wenig wir bis in die Kirche hinein dieser Prüfung nüchtern ins Auge sehen,
dass selbst diese Garabandalgnade ohne Wirkung an den Meisten vorbeigehen
wird, weil mitten im heftigsten Kampf die Menschen keine Zeit mehr finden,
der Stimme ihres Engels im Gewissen Raum zu geben. Er weiß besser um unser
Versagen aber auch um unser Ringen, das der Feind im Augenblick der
Verwirrung uns entreißen will. Wenn wir Richtung „Gericht“ schauen, sei es
auf das persönliche, dem Keiner entgeht, sei es auf das Schwert der
Scheidung, das über uns ist, wird uns leichter die Brücke hinüber in das
Geheimnis der Sühne. Hier kann uns nicht nur theologisch, sondern für je
unser Leben aufgehen, dass wir gefordert sind im Maße unseres Glaubens für
unsere Bruder zu stehen, die noch im Dunklen tasten. Die Gnade der Sühne ist
so groß, dass die Wenigen, die sich ihr ausgeliefert haben, noch Viele
retten können!
Doch wir müssen
unbeirrt auf die Passion JESU schauen, nicht nur die historische, sondern
auf Seine in unserem Leben, in den Unsrigen, in unserer Umgebung. Erst dann
kann uns das tiefere Anliegen der Sühne im HEILIGEN GEIST aufleuchten. Dies
wird bewusst schon im Titel dieser Arbeit angedeutet. Erst im Licht der
Passion JESU erkennen wir gnadenhaft, dass uns die Hilfe geschenkt ist, die
wir heute brauchen. Wo die Ordnung der Kirche zerfällt, Wort und Sakramente
ausgehöhlt sind, sind wir gerufen, dieses End - Geheimnis tiefer zu
erschließen, es in unserem Leben wirksam zu machen und so im HEILIGEN GEIST
zu Vollendung von Schöpfung und Erlösung zu bringen.
Die hl. Engel
stehen nicht irgendwo abseits im Himmel, sondern sie sind eingebaut in die
drei Phasen von Schöpfung, Erlösung und Vollendung. Ohne ihre Hilfe können
wir das Geheimnis der Menschwerdung des WORTES weder erkennen, noch
persönlich mitwirkend erfahren, und im Mystischen Leib der Kirche
verwirklichen. Es beginnt hier in der Heilsgeschichte ein Neues, das zuerst
erkannt, dann gelebt und mehr durch das Zeugnis als durch das Wort der
Kirche als der Neue Weg im Erbarmen GOTTES aufleuchten muss. Im „ Siehe, ICH
mache Alles neu!“ ist es uns von Anfang an dieser Weg in der Geheimen
Offenbarung aufgezeigt. Doch bis auf den heutigen Tag ist dieses Buch selbst
der Kirche verschlossen geblieben. GOTT muss erst die Sieben Siegel dieses
Buches lösen.
ER hat dies
verborgen vor der Welt getan, da ER einer demütigen Magd die Tür zu den hl.
Engeln öffnete und sie auf dem Weg der Passion in dieser Reich eintreten
ließ. Sie hat dafür in Sühne ihr Leben geopfert. Warten wir im dunklen
Glaube, dass das Samenkorn, das er mit ihr in den Boden gelegt hat, aufgehe.
Nicht Menschen sondern Engel – werk doch in Einheit mit ihnen durch den
HERRN!
Dass Kirche und
Menschheit heute in einer Prüfung stehen, die das Antlitz der Erde erneuern
wird, ist in den begleitenden Zeichen der Zeit wenigstens hier und dort
aufgegangen, mehr auf der Seite der Sekten, der Dissidenten im Glauben, die
weniger geschützt, dem Angriff des Feindes ausgesetzt sind. Hier ließe sich
eine ganze Vorgeschichte zum „Engelwerk“ schreiben, zu der Zeit und Muße
fehlen. Es können hier nur Blitzlichter gesetzt werden. Die Daten 1513,
1713, 1913 unterstreichen, dass die „Neuzeit“ nicht nur ein Ordnungsbegriff
der Geschichtswissenschaft ist, sondern dass in der Wende vom Mittelalter
zur Neuzeit tatsächlich Neues einbricht in die Geschichte der Menschheit.
Über diesem Umbruch steht das Bild der „Sonnenumkleideten FRAU“, Offb 12.
Die synoptische
Apokalypse gibt uns konkretere Hinweise: über die „Kriege der Nationen“, die
uns seit der Neuzeit heimgesucht haben, bis hin zu den endzeitlichen Wirren
und den kosmischen Zeichen, die das Zweite Kommen des HERRN begleiten.
Unter den vielen, diesen Umbruch deutenden Zeichen, sei nach Guadalupe 1531
in Mexiko, besonders Fatima erwähnt. Das Dogma der Himmelfahrt MARIENS
einerseits und die Aufmerksamkeit der letzten Päpste auf Fatima sind
Hinweis, dass die Kirche der Sendung MARIENS als Wegbereiterin (wie einst
Johannes der Täufer) entgegen zu kommen versucht. Wir sind in einen
geistigen Kampf gestellt, dessen Bedeutung wir verfehlen, wenn wir im Nebel
der Verwirrung übersehen, dass der Feind sehr wohl erkannt hat, dass seine
letzte Stunde angebrochen ist und Alles daran setzt auf dem Boden eines
billigen Humanismus, die Menschheit vom Weg des Heiles abzubringen.
Wo immer hier
Fragen aufbrechen, in der endzeitlichen Sendung der hl. Engel, wie sie Frau
Gabriele Bitterlich mitgeteilt wurde, ist auf sie nicht nur eine
grundsätzliche Antwort, sie ist jedem Einzelnen in der engeren Bindung an
seinen heiligen Schutzengel gegeben. Nicht das New Age hat diesen Schlüssel
in der Nachfolge der Gnosis, sondern der Schutzengel selbst ist jedem
Glaubenden Schlüssel hinein in das Reich der Engel. Das wahre Erkennen, das
nicht allein durch den Kopf geschieht, sondern durch das Herz des Menschen,
ist hier der Neue und doch alte Weg, auf den uns GOTTES Erbarmen ruft.

Sie ziehen wir
ein goldener Faden durch die ganze Heilsgeschichte, beginnend bei Abraham
mit den „Anawim = den Armen Israels“, die doch den größten Schatz: den
Begriff GOTTES, durchgetragen bis hin auf Sta. Anna, die Mutter MARIENS. In
den Frauen und Johannes unter dem Kreuz, verborgen schon in der Familie des
Lazarus in Bethanien, wird dieser Faden in den Heiligen der Kirche
aufgenommen und durchgetragen bis auf unsere Tage, wo sein Gold das Dunkel
der Prüfung, in der wir stehen, durchbricht. Sie stehen mit Paulus unter dem
Wort: Ich ergänze an meinem Leib, was noch aussteht an den Leiden CHRISTI
für Seine Kirche, den Mystischen Leib. Im Zweiten Korintherbrief lässt uns
Paulus etwas von diesen Leiden erkennen, die er übernehmen durfte, um die
Kirche aufzubauen: 24 „Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich
für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem
irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt.“
„Leiden“
Der Mensch läuft
wie instinktiv weg von jedem Leid. Der Auftrag Jahwehs in der Genesis: der
Mensch solle sich die Erde unterwerfen, hat keinen Bezug mehr zu GOTT. Was
tieferes Betrachten und Umkehr verlangt, wird geflissentlich übersehen. Dass
der Mensch arbeiten müsse, liegt auf der Hand, hier weiß der Mensch noch
etwas vom verlorenen Paradies, doch auch er wird es sich langsam aus eigener
Anstrengung aufbauen. Von allem Streben nach Oben ist übrig geblieben der
Ehrgeiz, sich durchzusetzen, es dem Anderen zuvor zu tun, es besser zu
wissen. Dieses Gift liegt schon im schillernden Wort der Schlange:
5 Gott weiß vielmehr: Sobald ihr
davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut
und Böse.
Der Mensch muss
über sich hinaus, doch im Maß seines Geschöpfseins, das der Böse leugnet und
bewusst übersieht: er will sich selbst Schöpfer sein. Auch diese Verführung
des Schöpferischen müssen wir mit einschließen, wenn wir verstehen wollen,
warum auch Arbeit eine Versuchung sein kann, wenn sie Richtung Maß verloren
hat. Der Mensch braucht die Arbeit, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen
und die Gemeinschaft mit aufzubauen. Wo ihm diese natürliche Gnade im Alter
immer mehr genommen wird, muss er einen Ersatz finden. Meist kommt er nur
auf Umwegen dazu, zu erkennen, dass die ihm jetzt gestellte Aufgabe die
Arbeit an sich selbst ist.
Selbst im
religiösen Raum wird dies kaum mehr erkannt, so sehr sind wir in die
Bewegung nach Außen hinein gerissen. Arbeit an sich selbst setzt voraus,
dass wir den unmittelbaren Raum, den wir uns in Familie, Arbeit, Vergnügen
geschaffen haben, nach Oben überschreiten. überschreiten. Weil selbst das
„Oben“ in der Religion noch als ein Außen gedeutet wird, ist hier eine
weiteres Hindernis zu überwinden. Erst wenn der Mensch sein Innen entdeckt,
öffnet sich hier eine Türe. Der Feind, der einen Stunde früher aufsteht, hat
sie inzwischen schon geschlossen. Für das Außen der Tat, dient die soziale
Hilfe, die ihn vereinnimmt, für das Innen die Gnosis, wie sie uns vom Osten
her überschwemmt.
Überall wartet
der Feind an der Grenze, die er selbst am Anfang leichtfertig überschritten
hat. Der blinde Drang nach Freiheit, hat die in Weisheit gesetzten Grenzen,
die Generationen aufgebaut haben, nieder gerissen. Verloren sucht der Mensch
nach Halt und Sicherung. Wo er sie nicht mehr finden kann, fällt er in der
Schwerkraft der Sünde dem Feind entgegen, der darauf wartet, ihn
aufzufangen. Auch dort ist etwas vom Licht, etwas von der „Gemeinschaft, die
wir suchen, seit wir den Mutterleib verlassen haben, doch es ist ein
unruhiges, schillerndes Licht, die Geborgenheit aber fällt über uns wie ein
Netz, das wir nicht mehr zerreißen können.
War früher noch,
getragen von einer mehr christlichen Lebensordnung die Moral ein Halt, der
wenigstens nach Außen gewahrt wurde, sobald die Jugend rücksichtslos diesen
Schleier herunterriss in ihrer Suche nach Freiheit, musste diese Täuschung
fallen. In dieses Loch ist bald auch die Beichte gefallen, soweit sie sich
nur an einer äußeren Ordnung ausgerichtet hatte.
Wo GOTT als Anker
fällt, ist das Lebensschiff des Menschen ohne Steuer. GOTTES nüchterne
Weisheit lässt zu, dass alle Ordnung menschlichen Lebens, die nicht
letztlich auf IHN bezogen ist, fällt, wie es mitleidlos jeder Mensch in der
Stunde seines Todes erfahren muss. Nicht selten haben deshalb auch Heiden
dafür ein besseres Gespür als wir, die wir die uns im Glauben vorgegebene
Ordnung nach unseren Bedürfen umändern, auch wenn sie dann ihren Inhalt
verliert. Der Abbau jeder Ethik hat unseren Moraltheologen nicht wenig zu
schaffen gegeben. Das „Gesetz CHRISTI“ stellt mit Häring den Anruf CHRISTI
an jeden Einzelnen Christen über eine bis ins Einzelne gehende
Moralverpflichtung, wie sie zum Beispiel in der Moraltheologie von Nolding
(die jahrzehntelang neu aufgelegt wurde) die Ordnung christlichen Lebens
bestimmte.
Häring steht am Anfang aller oft gewagten Versuche, die christliche Moral
unserer Zeit anzupassen.
Die Antwort der
Zeit ist nüchterner und geht auf den Kern: christliche Lebensordnung setzt
die Begegnung mit dem HERRN voraus. Wo sie nur von der Tradition getragen
war, muss sie im Ansturm des Bösen zerfallen. Wie sehr uns auch auf dem
Gebiet der Moral auf den nüchternen Boden: Erfüllung des Willens GOTTES
stellt, müsste noch näher beleuchtet werden. Hier möge der Hinweis genügen:
wo wir es langsam lernen, auf den Anruf des hl. Engels sei es von Außen
durch ein Zeichen, sei es von Innen im Gewissen zu hören, kommen wir
fortschreitend auf sicheren Boden, ohne leichtfertig christliche
Wertordnungen zu überspringen. Immer schaut auch der Schutzengel auf GOTT
allein und damit auf die Ordnung GOTTES, auf die er sich in der Prüfung am
Anfang entschieden hat. Zugleich aber ist er verpflichtet, den Willen GOTTES
seinem Schützling kundzutun, ihm nahe zu bringen, ohne seine persönliche
Freiheit anzugreifen.
Im Umbruch aller
Werte ist die Kirche in der Gefahr um der Ordnung willen, äußere Ordnung
mehr zu bewerten als die Freiheit des Gewissens. Wo sich Parteiungen
durchzusetzen versuchen, wird diese verständliche Sorge, je nach Ausrichtung
zur eigenen Rechtfertigung benützt nach dem bleibenden „Vorbild von
Pharisäern und Sadduzäern“. Die Gesetzestreuen versuchen sie in Richtung
Tradition zu verengen, die Sadduzäer sie in ihrer Forderung nach Anpassung
zu lockern. Wieder gibt hier Paulus in der Befreiung von allem äußeren
Gesetz, die er erfahren durfte, die Richtung, die wir nicht verlieren
dürfen: die Liebe des HERRN. In allem Streit und aller Spaltung, die die
Kirche mehr schwächt als der Angriff von Außen, muss notwendig fallen, was
nicht in GOTT verankert ist. Wir sind schon in der Mitte dieser Reinigung,
wo der Feind morgen über uns auch von Außen her fällt, wird die Spreu vom
Weizen getrennt. Wie sehr könnten wir mit offeneren Augen erkennen, dass
hier die hl. Engel am Werke sind!
Die brutale
Gewalt des letzten Weltkrieges, die moralische Verwüstung durch den
Wohlstand haben den Weg für den Feind bis in die Mitte des einst
christlichen Kontinentes Europa bereit. Bis in den Boden hinein sind heilige
Ordnungen geschliffen, nicht nur in den materialen Mahnmalen, unseren
Kirchen und Klöster, viel mehr noch im Menschen selbst. Er ist haltlos und
Beute des Zufalls geworden, der vom Feinde klug gesteuert wird. Der Griff
nach dem Kismet der Moslems, zeigt, dass die Steinwüste des Mondes, von der
wir jetzt besser wissen, Bild der Wüste unseres Lebens geworden ist.
Wo die Anbetung
dieses kalten GOTTES im Feuer der Reinigung zu Asche wird, kann morgen die
Anbetung des Lebendigen GOTTES mit und durch den Engel aus den Herzen der
Getreuen aufsteigen, die in der Gnade GOTTES diese Prüfung bestanden haben.
Sie dürfte in ihrer Gewalt nicht hinter der der Engel am Anfang stehen. Die
Auswirkungen sind für klarsichtige Augen noch heute spurenhaft auch in der
äußeren Schöpfung zu erkennen. Sie werden dieses Mal auch nach Außen nicht
geringer sein: das Angesicht der Erde wird sich erneuern, nicht nur im
Menschen.
Wo die Erde von
Innen auf sich reckt und aufbricht, kann der Mensch der im Wahnwitz der
Technik auf sie seine Hände gelegt hat, sich nur noch in Sein Innen
zurückziehen. Der Feind weiß besser als wir um diese letzte Türe, darum hat
er in uns in Voraussicht auf das nicht Geringere Innen des Menschen das den
Menschen in aller GOTTverlassenheit Zuflucht geworden ist. Nicht unser Weg,
das hat die Hekatombe nicht weniger junger Menschen gefordert, die im Yoga
ihr Heil gesucht haben. Das einfache Wort des hl. Augustinus: DEUS intimior
intimo meo“ hätte hier Korrektur und Weisung sein können, wenn es irgendwo
noch in uns gebrannt hätte. Weil wir ausgebrannt waren, mussten wir auch
diesem Rattenfang in die Hände fallen. Das Feuer, das von Außen über uns
kommen wird, wird nur offenbar machen, was schon Innen verbrannt ist!
GOTT hat von
weither Wege des Heiles bereitet hat, auch wenn sie über Jahrhunderte schon
in Vergessen geraten sind. Gnadenvoll hat die Theologie des hl. Thomas die
heilige Ordnung Europas mit aufgebaut. Doch schon ein hl. Franziskus und in
seiner Nachfolge der hl. Bonaventura durften weiter sehen. Was hier
aufgebaut wurde, hat der Feind mit Ende des Mittelalters immer unverschämter
an sich gezogen, nur an den Mystischen Weg der Franziskaner, die schon
damals ahnten, was mit der Alten Welt geschehen wird, konnte er nicht heran.
Der Aufbruch in
die Neue Welt hinter dem mehr war als „Eroberung“ von Abenteurern war dafür
ein äußeres Zeichen wie es die Missionen der Franziskaner bis an der
Westküste bis hinauf nach Kanada noch heute weisen. Sie schauten schon
damals auf das Reich GOTTES, das eine Neue Welt aufbauen wird, ja sie ahnten
wohl sogar, dass dies durch die MUTTER GOTTES geschehen müsste. Die
Erscheinung ULF von Guadalupe in Mexiko sollte sie darin nicht wenig
bestärken. Doch GOTTES nüchterne Weisheit lässt erst den alten Weg
auslaufen!
Der Weg des
Menschen nach Innen ist nicht in östlicher Verzerrung ein Weg tiefer hinein
in das eigene Ich und seine Pläne, sondern der Weg in die Freiheit der
Kinder GOTTES.
Das hat uns der
hl. Franz vorgelebt. Dass ihm die eigenen Jünger nicht folgen konnten,
sondern sich in Auseinandersetzung drittteilten, zeigt wie weit er in der
Gnade schauen durfte, bis hin zum Seraphischen Orden, der nur in Einheit mit
den hl. Engeln wirklich werden kann …., wenn das Herz des Menschen wie das
des Poverello durchbohrt ist von der Liebe GOTTES. Dann ist Innen und Außen
ein Neues. Dorthin will uns der Erbarmende Wille GOTTES bringen, dass die
Herrlichkeit der Neuen Jerusalem schon hier auf Erden offenbar werde.

In der
Auferstehung JESU sind durch die hl. Engel diese Endzeitgeheimnisse wie im
Hauch zu erahnen. Je mehr wir sie mit den hl. Engeln betrachten, um so mehr
werden sie in uns, die wir schon hier Neues Jerusalem werden sollen,
wirklich werden. Doch vergessen wir in der nüchternen Liebe GOTTES nicht,
dass der Weg zur Auferstehung über Golgotha geht, für jeden Einzelnen, die
Kirche und die ganze Menschheit. An der Hand des hl. Engels müssen wir
lernen durchzuschauen durch den Leidenden CHRISTUS und Seine Sendung vom
VATER. Wir stoßen hier auf ein dreifaltiges Geheimnis. Wo der Mensch heute,
verführt durch den Bösen, immer mehr nach Außen drängt, muss GOTTES
unerforschliche Weisheit die Kraft der Sühne in Seinen Getreuen anheben, um
das äußere wie innere Gleichgewicht von Mensch, Engel und Kosmos, in der
Kraft Seines Kostbaren Blutes zu stärken.
Priester im
Auftrag der Sühne
Von Amt her ist
die Gnade der Sühne zuerst den Priestern der Kirche aufgetragen. Sie sollen
nicht nur nach Außen die heilige Messe lesen, sie soll in ihrem Leben
wirklich werden. Dafür hat ER uns gerade in dieser Zeit, da das Priestertum
seine innere Kraft verloren hat und abzusterben droht, den heiligen Pater
Pio von Petrelcina geschenkt und seine Heiligsprechung durchgesetzt. Nicht
die Ordnung, die die Kirche in der Christenheit der Welt geschenkt hat, wird
uns mehr retten, nicht mehr das Wort GOTTES, das schale Salz geworden ist,
sondern die Wunderkraft der Sühne, die in nicht wenigen Sühneseelen
aufgelodert ist. Ohne diesen heiligen, verborgenen Quell, wäre unsere Welt
schon heute eine Wüste.
Diese Sühnekraft
ist wunderbar schon im verborgenen Leben der hl. Familie da, sie tritt in
der Familie des Lazarus schon vor Golgotha in das Licht der Erlösung, sie
lebt von Golgotha weg weiter in den Kleinen und Verachteten, den „Helden des
Alltags“ die all das, was sie kaum tragen können, hineinwerfen in den
Feuerofen der Passion des HERRN. Hier wird der Boden für das Wort, das der
HERR in Seiner Verkündigung hinaustragen wird, bereitet, hier brechen wie
kostbare Rosen die Wunder JESU auf, die Seinen Leidensweg begleiten. Wo
immer sie nicht nur den Leib des Menschen wandeln, sondern den Weg nach
Innen aufbrechen, sind sie mit der Schmerzhaften Mutter GOTTES verborgene
Quellen Neuen Lebens, die in der Kirche aufbrechen.
Die Sühneseelen
öffnen nicht selten in ihrer Hingabe auch eine ganz Neue Sicht auf das
verborgene Leben JESU, das in den Evangelien ja nur wie in wenigen Strichen
angedeutet ist. Dafür stehen nicht wenige Heilige, zuerst die Mystiker des
Mittelalters, dann aber immer auch besonders gerufene Seelen, denen GOTT
etwas mitteilt von dem unsagbaren Schatz des Lebens JESU, wie es im Herzen
MARIA nur darauf wartet, den Getreuen offenbar zu werden. Wie viel mehr wir
nur durch MARIA über die Geheimnisse des Glaubens die uns jetzt noch
verschlossen oder versiegelt sind, erfahren werden, ist uns prophetisch
vorausgesagt. Auch dafür steht die Geheime Offenbarung als Kronzeuge von der
Kirche selbst als letztes Buch dem Neuen Testament eingefügt. Wie sehr schon
sie aus dem Schatz MARIENS schöpft, mag uns in der engen Verbindung des hl.
Johannes mit MARIA in Ephesus ahnend nahe kommen, auch wenn die eigentliche
Offenbarung in Patmos direkt aus der Hand GOTTES kommt.
Wo die Kirche
gegen den Ansturm der Hölle durch die hl. Engel versiegelt wird, werden sich
die Getreuen um diese verborgenen Quelle sammeln. In aller Bedrängnis und
Verfolgung wird hier in der Liebe GOTTES ein neues Leben aufblühen, das
schon jetzt die GOTTESstadt auf Erden bringt, auch wenn ihr Glanz in äußerer
Armut vor der Welt verborgen bleibt. In ihnen bereitet MARIA durch ihre
Getreuen die Wiederkunft des Richters der Lebenden und der Toten, der am
Ende die Kirche im Triumph heimführen wird. Die Kraft, die in ihnen wirkt,
ist keine Andere als die der Auferstehung CHRISTI, die im Maße die Kirche
nach Außen arm wird, in ihrer Fülle offenbar werden soll. Diesem Geheimnis
wollen wir in dieser Arbeit in besonderer Weise nachspüren.

Im Leben der
Sühneseelen
Wir müssten hier
zuerst das Leben der meist verborgen gebliebenen Sühneseelen in der
Kirchengeschichte nachgehen. Hier wären sicher nicht wenige Perlen zu
finden. Vielleicht gibt GOTT dazu noch die Zeit. Es wäre eine lohnende
Arbeit. Weil Sühne vom ihrem Wesen her verborgen ist, sich selbst auslöscht,
wo sie bewusst ans Tageslicht tritt, darum kann sie auch nur dort erkannt
werden, wo der Suchende an sich selbst diese Gnade erfahren haben muss.
Nicht zufällig war es im Verfall der deutschen Romantik ein Dichter, Clemens
Brentano, der aus allen Träumen dieser letzten großen literarischen Bewegung
in anderer Weise als Eichendorf festen Boden unter den Füßen fand. Es
braucht ein Gespür für dieses geheime, liebende Wirken GOTTES, um ihm nahe
zu kommen, das mit wenigen Ausnahmen der mehr intellektuellen Theologie
abgeht.
Zeugen dafür,
dass Theologie und Mystik nicht unvereinbar sind, sind nicht nur der hl.
Bonaventura und andere mystisch inspierirte Kirchenlehrer….. bis auf die
Kleine Therese…., dafür steht nicht zuletzt, Schüler von Romano Guardini
unser hl. Vater Benedikt XVII. So sehr die Welt draußen ihren Anspruch auf
den Menschen durchsetzt, um so stärker muss in der Kirche das Soli DEO, für
das schon die Kirchenväter stehen, nach vorne drängen, damit der Glaube sie
nicht im Fortschritt der Technik und Wissenschaften verstricke. Gerade
heute, wo nicht Wenige in der Kirche durch eine sezierende Exegese den
Glauben an die lebendige Kraft der Schrift in ihrem Lebensnerv abgeschnitten
haben, haben nicht Wenige über die „wunderbaren Lebensberichte JESU einer
Katharina Emmerich, einer Valtorta u.a.m aus dem Unglauben heraus einen Weg
ins Licht JESU gefunden.
Nicht nur die hl.
Engel drängen im Kampf nach vorne, der HERR ruft auch die Heiligen in die
geistliche Schlacht unserer Tage, besonders die Märtyrer unserer Tage, die
ihr Leben für den Glauben hingegeben haben. Zeugnis dafür ist das 20.
Kapitel der Geheimen Offenbarung über das Tausendjährige Reich. Die nicht
wenigen Heilig- und Seligsprechungen unserer Tage wollen nicht zuletzt in
diesem Licht gesehen werden. Da das Wort durch die Medien dem Feind
weitgehend Beute wurde, oder gar gelöscht, muss um so mehr das lebendige
Zeugnis für den HERRN aufsteigen, Sein inkarniertes Wort, das nicht so
leicht zu entstellen ist, wie der ohnmächtig ausgelieferte Buchstabe der
Schrift, den der Feind zu manipulieren ja zu fälschen nicht müde wird.
Wenn die Welt in
all dem erschreckenden moralischen Verfall, in dem wahrlich die Hölle
triumphiert noch nicht mit schwereren Strafen geschlagen wurde, wie wir sie
jetzt laufend erfahren, dann verdanken wir es wesentlich den Sühneseelen,
die sich bedingungslos ins Feuer des Opfers CHRISTI hineinwerden, um das
Gericht noch aufzuhalten oder zu mildern. Hierzu gehören nicht nur die
Seelen, die spätestens nach ihrem Tode vom frommen Gespür des einfachen
Volkes erkannt und „selig gesprochen werden“, sondern auch die zahllosen
einfachen Seelen, die Lastträger, die Tag für Tag opfernd die Kreuze auf
sich nehmen, die von den Kindern der Welt nicht achtend weggeworfen werden.
Hier ist ein Kapital der Kirche, wieder im Herzen MARIAE gesammelt, das das
Gleichgewicht der Welt noch wie im letzten Augenblick rettet.
Täglich gibst DU
uns den Einen Denar, Herr: D I C H .
Täglich haben wir
diesen Denar umzuwandeln
in Blumen der
Liebe, in Licht des Trostes,
in den
schimmernden Faden am Hochzeitsgewand,
wie es von der
starken Frau in der Hl. Schrift heißt.
Jeden Abend knien
wir vor DIR
und der Engel,
der Unbestechliche,
der liebend
Gerechte, muß DIR vorweisen,
was wir für
diesen Einen Denar erworben haben.
Hilf,
Barmherzigkeit GOTTES,
daß unser guter
Engel sich nicht jeden Abend
verdemütigen und
für uns schämen muß!
Hier ist es, wo
die hl. Engel, uns in der Ölbergstunde der Kirche zur Hilfe gesandt
einsteigen, und auch diesen in den Augen der Welt und meist auch der Kirche
vergessenen und verkannten Seelen zur Hilfe kommen. Wie sehr wäre dies eine
Aufgabe der Priester. Wie sehr konnten in der Geschichte hier Hilfe leisten:
denken wir nur an Maria Margaretha Alacoque uam, die in aller Anfechtung
auch durch die Kirche durchgehalten haben, weil da ein Priester für sie
eingestanden ist. Liegt hier nicht eine der vornehmsten Aufgabe der
Priester? Kommen wir hier, die wir uns so leicht in Amtsgeschäften
verlieren, dem lebendig schlagenden Herz des HERRN näher, das uns fremd
geworden ist?
