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  • Hl. Vincenzo Pallotti: 22. Januar 2013

Autor Thema: Hl. Vincenzo Pallotti  (Gelesen 3660 mal)

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Hl. Vincenzo Pallotti
« am: 22. Januar 2013, 08:57:54 »
Hl. Vincenzo Pallotti


Vincenzo Pallotti (deutsch auch Vinzenz Pallotti; * 21. April 1795 in Rom; † 22. Januar 1850 in Rom) war ein katholischer Priester und Gründer der "Vereinigung des Katholischen Apostolates" (Unione Apostolatus Catholici, UAC), die erst 2003 als internationale Vereinigung von Gläubigen kirchlich anerkannt wurde. Innerhalb dieser Vereinigung entstanden noch zu Lebzeiten Pallottis die Schwesterngemeinschaft der Pallottinerinnen und die Pallottiner, eine Gesellschaft apostolischen Lebens. Vinzenz Pallotti wurde an seinem hundertsten Todestag (22. Januar 1950) durch Papst Pius XII. seliggesprochen und am 20. Januar 1963 während des Zweiten Vatikanischen Konzils durch Papst Johannes XXIII. heiliggesprochen. Sein Fest- und Gedenktag ist der 22. Januar.
 
Leben

Vincenzo Pallotti wurde am 21. April 1795 in Rom als drittes von zehn Kindern geboren und am darauffolgenden Tag in der Kirche San Lorenzo in Damaso getauft. Sein Vater Pietro Paolo Pallotti stammte aus dem umbrischen Dorf San Giorgio di Cascia (nahe Perugia), seine Mutter Maria Maddalena geb. De Rossi war Römerin. Seine Kindheit und Jugendjahre waren geprägt von der Frömmigkeit der Familie und dem Zwiespalt zwischen seinem katholischen Milieu und dem sich formierenden säkularen Staat.

Am 10. Juli 1801 erhielt er die Firmung und 1805 die Erste Kommunion, verbunden mit dem damals unüblichen Privileg, täglich statt nur an den Sonn- und kirchlichen Festtagen an der Kommunion teilzunehmen. Er besuchte die Schule bei den Piaristen von San Pantaleo und dann das Collegium Romanum, das wegen der Unterdrückung der Jesuiten seit 1870 als stattliches Lyceum von Weltgeistlichen geführt wurde. Er begann 1814 das Studium an der römischen Universität La Sapienza in klassischen, neueren und orientalischen Sprachen, erwarb 1818 die Laurea in Theologie und Philosophie und versah anschließend Lehraufgaben als Repetitor.

Bereits 1815 hatte er gegenüber seinem Beichtvater das Gelübde abgelegt, sein Leben in Keuschheit, Armut und Gehorsam, den drei monastischen Tugenden, zu verbringen. Am 20. September 1817 wurde er zum Diakon geweiht und am 16. Mai 1818 erhielt er in der Lateranbasilika die Priesterweihe. Er engagierte sich in der Armen- und Jugendseelsorge und gab schließlich seine wissenschaftliche Lehrtätigkeit auf, um die Rektoratsstelle von Spirito Santo dei Napoletani in der Via Giulia im Viertel Regola anzunehmen und sich ganz pastoralen Aufgaben und der Erneuerung des religiösen Lebens zu widmen. Er war neben seinen vielfältigen Initiativen ein gefragter Beichtvater in zahlreichen Pfarreien und auch in Häusern des römischen Adels und wurde seit 1827 als Spiritual mit der religiösen Betreuung der Studenten am Collegium Romanum und mehreren anderen Seminaren, unter anderem seit 1833 am Collegium Urbanum, betraut.

1835 rief er die Vereinigung des Katholischen Apostolats (Unione Apostolatus Catholici, UAC) ins Leben, in der Menschen aller Lebensstände (Priester, Ordensleute und Laien) sich apostolischen Aufgaben widmen sollten. Die von Papst Gregor XVI. zunächst unterstützte Vereinigung, die ihre volle Anerkennung erst 2003 durch Johannes Paul II. erhielt, gewann bald zahlreiche Mitglieder unter den römischen Laien, in verschiedensten Klöstern und dem Klerus bis hinauf an die Spitze der kirchlichen Hierarchie.

Nach dem Ausbruch der Cholera von 1837 gründete Pallotti in einem ehemaligen Studentenwohnheim in Borgo Sant'Agata dei Goti, Rom ein Heim für verwaiste und obdachlose Mädchen. Es wurde zum Ausgangspunkt für den von Pallotti 1838 gegründeten und 1935 von Pius XI. approbierten weiblichen Zweig der Gemeinschaft (Schwestern des Katholischen Apostolates, Congreatio Sororum Apostolatus Catholici, (Ordenskürzel CSAC).

Seit 1891 traten in ein Missionskolleg der Gemeinschaft in Rom deutsche Frauen ein, die Interesse hatten, in die den Pallottinern übertragene Kamerun-Mission zu gehen. Die neue Aufgabe machte bald eine Neugründung in Deutschland notwendig, was 1895 in Limburg an der Lahn gelang. Bald entwickelte sich daraus eine eigene Gemeinschaft, die 1899 M. Felizitas Massenkeil zur ersten Generaloberin wählte. Diese Missionsschwestern vom Katholischen Apostolat (Ordenskürzel SAC) wurden 1964 als Kongregation päpstlichen Rechts anerkannt; heute haben sie ihr Generalat in Rom.

1846 gründete Vinzenz Pallotti die Priester- und Brüdergemeinschaft, die ein Leben in Gemeinschaft führt. Die Mitglieder weihen sich – ohne Gelübde – Gott und versprechen der Gemeinschaft Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen, Armut, Gehorsam, Beharrlichkeit, Gütergemeinschaft und selbstlosen Dienst in der Liebe Christi.

Von Pius IX., der den Anspruch auf ein gemeinschaftliches „Apostolat“ von Priestern und Laien ablehnte, wurde die Gemeinschaft in „Fromme Missionsgesellschaft“ (Pia Societas Missionum, PSM) umbenannt. Erst 1947 konnte sie wieder ihren Namen „Gesellschaft des Katholischen Apostolates“ (Societas Apostolatus Catholici) annehmen. Ihr Generalat steht neben der Kirche San Salvatore in Onda, Rom, die Vinzenz Pallotti übertragen worden war, wo Pallotti auch starb.

Niederlassungen, Bildungsstätten und Spitäler

Die so genannte Herz-Jesu-Provinz umfasst Deutschland und Österreich sowie die drei Delegaturen Spanien, Kroatien, und Südafrika. In diesen Ländern sind ca. 400 Mitbrüder tätig.

Deutschland

Die Pallottiner betreiben 21 Niederlassungen: in Vallendar die Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar mit einer philosophisch-theologischen und einer pflegewissenschaftlichen Fakultät und eine Jugendbildungsstätte Haus Wasserburg. An der Hochschule in Vallendar ist zudem das Pallotti-Institut und die Begegnungs- und Bildungsstätte Forum Vinzenz Pallotti der deutschsprachigen pallottinischen Gemeinschaften (als Arbeitskreis Pallottinische Forschung) angesiedelt, dessen Schwerpunkt die Erforschung der Gestalt, des Charismas und der Wirkungsgeschichte Vinzenz Pallottis ist.[1]

In Olpe befindet sich die Jugendbildungsstätte Jugendhof. Pallottiner unterhalten ebenfalls verschiedene Gäste-, Exerzitien- und Bildungshäuser, wie das Pallottihaus in Freising als christliches Haus für Bildung und Therapie. Das Vinzenz-Pallotti-Kolleg, ein privates katholisches Jungengymnasium, in Rheinbach bei Bonn, das durch die freie Trägerschaft der Pallottiner verwaltet wird, soll – laut Angaben der Schule – 2016 geschlossen werden.[2] In Bruchsal gründeten Pallottiner das St. Paulusheim, ursprünglich ebenfalls ein reines Jungeninternat, später mit eigenem Gymnasium. Dieses gehört mittlerweile zur Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg.[1]

Die Pallottinerinnen gründeten das Vinzenz-Pallotti-Hospital in Bergisch Gladbach-Bensberg. Es wurde später in die Verantwortung der St.-Vinzenz-Pallotti-Stiftung übergeben, die von den Pallottinerinnen gestiftet wurde. Ebenso übernahm diese Stiftung die Verantwortung für die anderen Einrichtungen der Schwestern: das Exerzitien und Bildungshaus Limburg, das Altenwohn- und Pflegeheim St. Josefshaus in Bergisch Gladbach-Refrath, das Altenpflegeheim Haus Felizitas in Limburg und die Kindertagesstätte St. Josef in Bergisch Gladbach-Refrath.[3]

Schweiz


3 Niederlassungen: Provinzleitung in Gossau SG, mit Gymnasium Friedberg; Gymnasium St. Klemens, Ebikon, Exerzitienhaus Morschach und Pallottinerinnengemeinschaft in Niederuzwil.[4][5]

Österreich

2 Niederlassungen: Bildungs- und Gästehäuser Pallottihaus in Wien und Apostolats- und Gästehaus Johannes-Schlößl in Salzburg.

Zitate

    «Wir sind alle verpflichtet, uns gegenseitig zu helfen, den Himmel zu erlangen.»
    «Suchen Sie Gott, und Sie werden ihn finden. Suchen Sie Gott in allen Dingen, und Sie werden ihn in allem finden. Suchen Sie ihn immer, und Sie werden ihn immer finden.»
    «Wir müssen Gott einatmen und Gott ausatmen, Gottes Gegenwart ausstrahlen.»
    «Vernunft und Erfahrung beweisen, daß das Gute, das vereinzelt getan wird, spärlich, unsicher und von kurzer Dauer ist und daß selbst die hochherzigsten Bemühungen einzelner zu nichts Großem führen, wenn sie nicht vereint und auf ein gemeinsames Ziel hingeordnet sind.»

 

La Salette 1846



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