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Ich bin freikirchlich

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Enrico:
Hallo Forum,
ich bin vor einiger Zeit auf das alte Forum gestoßen, und habe einiges dort gelesen.

Zuerst möchte ich vorausschicken, dass ich freikirchlich bin, als Kind wurde ich katholisch getauft, bin sehr oft mit meiner Großmutter in der Kirche gewesen, war dann auch in einem Klosterhort, und habe einiges mit und in der katholischen Kirche "erlebt", das wirklich ziemlich schlimm war.
Daher bin ich als ich großjährig war auch ausgetreten, und wollte nichts mehr mit der Kirche in irgendeiner Form zu tun haben.

Ca. 30 Jahre später habe ich durch einen sehr guten Freund zum Glauben gefunden, bin jetzt seit knapp 2 Jahren gläubig, und habe mich letzte Woche Samstag nochmals taufen lassen.

Warum habe ich mich hier jetzt angemeldet ?

Ich verstehe viele der Beiträge nicht, vor allem die Beiträge, wo gewissermaßen sehr verallgemeinernd steht, dass Freikirchler die kath. Kirche, oder deren Lehre hassen, und einer Irrlehre folgen.
Ich bin wie gesagt seit 2 Jahren sehr intensiv mit verschiedenen Freikirchlichen Gemeinden in Verbindung, in keiner habe ich Hass, Ablehnung erfahren, weder gegen Personen noch gegen irgendwelche Überzeugungen.

Meine Frau ist übrigens praktizierende Katholikin, wir sind seit 27 Jahren verheiratet, und haben 2 Kinder (26 und 15 Jahre), die aber beide leider (noch) nicht gläubig sind. Wir respektieren unseren Glauben, der ja in der Essenz völlig gleich ist.
Das Heil erlangt man nur durch Jesus, in dem man sich zu ihm bekehrt, Buße tut, den Heiligen Geist empfängt, und Jesus nachfolgt. Dieser Glaube trägt Früchte, in Form von geistlicher Entwicklung und durch Taten in Liebe zu unseren Mitmenschen, egal welcher Überzeugung.
Wir haben sehr viele Freunde, die katholisch sind, natürlich durch meine zugehörigkeit auch Evangelikale, aber auch Atheisten zählen wir zu unseren Freunden, genauso wie den einen oder anderen  buddhistisch veranlagten, einer betreibt sogar ZEN, ......und wir alle akzeptieren uns gegenseitig. Natürlich gibt es manchmal Diskussionen, wir halten uns immer wieder sehr zurück, und versuchen durch Beispielhaftes handeln in Liebe einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Was aber nicht heißt, dass wir das Evangelium nicht verteidigen, doch manchmal ist es einfach besser nichts zu sagen.

In diesem neuen Forum habe ich zB. den Beitrag von Marias Kind verfolgt, der beschreibt wie man einen Protestanten in die katholische Kirche einführt (oder einführen kann).
Ich möchte eine ernst gemeinte Frage in den Raum stellen.

Sind katholiken überzeugt, dass nur der katholische Glaube errettet ?

Schöne Grüße
Enrico

Marias Kind:
Lieber Enrico,

schön, dass Du hier bist!

Zum errettenden Glauben: Nur der Glaube an Jesus Christus und in Christus errettet, und dazu zählt natürlich die wahrhaftige Liebe zu Gott, allen Gläubigen, Heiligen und überhaupt zu allen Menschen. Paulus lehrte Glaube - Hoffnung - Liebe, diese drei, und die größte von den dreien ist die Liebe. Diese drei gehören unzertrennbar zusammen! Und wer Christus liebt, in Christus liebt und in dieser Liebe zu Christus und in Christus lebt, der wird auch gerettet werden. Und wer Christus liebt, der wird auch alles annehmen, was er uns geschenkt hat, sein Leben, seine Mutter, seine Kirche, die Sakramente (z.B. die Heilige Eucharistie, Beichte). Natürlich nimmt unser Herr in seiner unendlichen Güte darauf Rücksicht, wenn jemand von diesen Geschenken nicht weiß und sie deshalb nicht annimmt. Wer aber um diese Geschenke weiß, sie aber dennoch von sich stößt und sie vielleicht sogar bekämpft, und das sogar noch im Hass, da, denke ich, sieht es meiner Ansicht nach schon etwas anders aus.

Im Übrigen werfe ich nicht alle Freikirchler in einen Topf. Ich persönlich kenne ja zwei sehr liebe Freikirchlerinen mit denen ich Umgang habe. Eine von den Beiden hat sogar vor "Zeugen Jehovas" den Papst und die Katholiusche Kirche verteidigt! Nun aber kenne ich leider auch Freikirchler, die uns Katholiken tatsächlich hassen und uns bekämpfen. Zudem hassen sie tatsächlich auch Maria, und ich kenne sogar einen, der die Engel Gottes verachtet! Und gegen solche Freikirchler richtet sich hauptsächlich meine Kritik.

Was Irrlehren betrifft: Irrlehren können sehr gefährlich sein. So lehren z.B. die Pfingstler, dass die Taufe nicht notwendig sei. Eine sehr gefährliche Lehre, weil die Taufe Bestandsteil des christl. Glaubens ist. Ebenso gefährlich ist die Lehre, dass Kinder nicht getauft werden dürfen, obwohl doch auch hier die Bibel etwas anderes aussagt. Und Jesus sagt ja selbst, dass die Taufe heilsnotwendig ist. Dann gibt es Freikirdchen, in denen gelehrt wird, es gäbe kein Leben direkt nach dem Tode und bei der Auferstehung Jesu Christi würden die, die nicht zu Christus gehören, für ewig vernichtet werden. Deshalb hätten die beiden Freikirchlerinnen, die ich oben erwähne, kein Problem damit, sich umzubringen. Andere Freikirchler lehren, dass die Liebe nicht im Herzen sei, asondern im Kopf. Auch eine sehr gefährliche Lehre. Das sollten nur einige Beispiele dafür sein, dass Irrlehren sehr gefährlich sein können.


Liebe Grüße und Gottes und Mariens Segen,
Marias Kind



Marcel:

--- Zitat von: Enrico am 04. Februar 2011, 15:50:40 ---Ich möchte eine ernst gemeinte Frage in den Raum stellen.

Sind katholiken überzeugt, dass nur der katholische Glaube errettet ?

--- Ende Zitat ---

Im Prinzip ja. Siehe dazu hier:
<http://kathpedia.com/index.php?title=Heilsnotwendigkeit_der_Kirche>.

Das Konzilsdokument LUMEN GENTIUM (Licht der Völker) kann
man in Gänze hier finden:
<http://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19641121_lumen-gentium_ge.html>.

Dort sind meiner Meinung nach neben der Nr. 14 auch die
Nummern 1 und 15 interessant.

Auszug aus Nr. 15:

Mit jenen, die durch die Taufe der Ehre des Christennamens teilhaft
sind, den vollen Glauben aber nicht bekennen oder die Einheit der
Gemeinschaft unter dem Nachfolger Petri nicht wahren, weiß sich die
Kirche aus mehrfachem Grunde verbunden. Viele nämlich halten die
Schrift als Glaubens- und Lebensnorm in Ehren, zeigen einen auf-
richtigen religiösen Eifer, glauben in Liebe an Gott, den allmächtigen
Vater, und an Christus, den Sohn Gottes und Erlöser, empfangen
das Zeichen der Taufe, wodurch sie mit Christus verbunden werden;
ja sie anerkennen und empfangen auch andere Sakramente in ihren
eigenen Kirchen oder kirchlichen Gemeinschaften.

Marcel

PS: Ich versuche jetzt einmal, die Links klickbar zu machen.
Mal sehen, ob das klappt ...

a) http://kathpedia.com/index.php?title=Heilsnotwendigkeit_der_Kirche
b) http://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19641121_lumen-gentium_ge.html

Enrico:
Lieber Marias Kind,
danke für dein willkommen heißen.

Ich persönlich, und auch niemand den ich aus meiner Gemeinde kenne hasst Maria. Ganz im Gegenteil, sie ist für uns die Mutter Jesu, und auserwählt.
Du kennst unsere "Glaubensunterschiede" betreffend Maria, daher denke ich, dass es jetzt nicht notwendig ist, diese hier nochmals anzuführen.
Ich betone auch, dass ich völlig konform damit gehe, dass die kath.Lehre nicht verlangt Maria anzubeten.
Bitte verstehe was ich nun schreibe nicht als Stichelei, ich meine das wirklich rein sachlich:
Weiß das auch die Mehrheit der Kirchenbesucher?

Was die Taufe betrifft, weißt du bestimmt auch über unsere verschiedenen Überzeugungen bescheid, doch offensichtlich gibt es auch unter Freikirchen unterschiedliche Auffassungen.
In den Freikirchen, die ich kenne, kann man nur getauft als Gemeindemitglied, im Sinne unseres Bekenntnisses aufgenommen werden.

Lieber Marcel,
das ist wahrlich sehr deutlich, und ich bin jetzt wirklich betroffen.

Schöne Grüße,
und Gottes Segen

Marcel:

--- Zitat von: Enrico am 04. Februar 2011, 18:02:51 ---Lieber Marcel,
das ist wahrlich sehr deutlich, und ich bin jetzt wirklich betroffen.

--- Ende Zitat ---

Lieber Enrico,

das hatte ich mir fast schon gedacht, aber wäre es denn nicht
verwunderlich, wenn eine Institution, die für das Seelenheil ihrer
Mitglieder eingesetzt wurde, nicht einen gewissen "Absolutheits-
anspruch" für sich reklamieren würde?

Die Nr. 15 aus "Lumen Gentium" (die Kirche zeigt sich mit den
Getauften verbunden; Gemeinschaft im Gebet und Verbindung
im Heiligen Geist; usw.) hatte ich eigens noch erwähnt, um die
Sache etwas 'abzumildern'. ;-)

Viele Grüße
Marcel

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