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Papst ruft »Jahr des Glaubens« aus (2012–2013)

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Marcel:
Auf der Vatikan-Website findet sich ➤ hier das neue Motu proprio
»Porta fidei« unseres Heiligen Vaters, mit dem er für die Zeit vom
11. Oktober 2012 (fünfzigster Jahrestag der Eröffnung des Zweiten
Vatikanischen Konzils und zwanzigjähriges Jubiläum der Veröffent-
lichung des ➤ KKK) bis zum 24. November 2013 ein »Jahr des Glau-
bens« ausruft. Darin wird insbesondere das Studium des Katechis-
mus empfohlen.

Einige Passagen aus dem Dokument:

6. (...) Aus dieser Sicht ist das Jahr des Glaubens eine Aufforderung
zu einer echten und erneuerten Umkehr zum Herrn, dem einzigen
Retter der Welt.

7. (...) Darum ist auch heute ein überzeugterer kirchlicher Einsatz
für eine neue Evangelisierung notwendig, um wieder die Freude am
Glauben zu entdecken und die Begeisterung in der Weitergabe des
Glaubens wiederzufinden.

9. (...) Nicht zufällig waren die Christen in den ersten Jahrhunderten
angehalten, das Credo auswendig zu lernen. Das diente ihnen als täg-
liches Gebet, um die mit der Taufe übernommene Verpflichtung nicht
zu vergessen.

10. (...) Wie man feststellen kann, ist die Kenntnis der Glaubensinhalte
wesentlich, um die eigene Zustimmung zu geben, das heißt um sich
dem, was von der Kirche vorlegt wird, mit Verstand und Willen völlig
anzuschließen. Die Kenntnis des Glaubens führt in das Ganze des von
Gott offenbarten Heilgeheimnisses ein. (...) Andererseits dürfen wir
nicht vergessen, daß in unserem kulturellen Kontext viele Menschen
zwar die Gabe des Glaubens selbst nicht kennen, doch ernstlich auf
der Suche nach dem letzten Sinn und der endgültigen Wahrheit über
ihr Leben und über die Welt sind.

11. Um zu einer systematischen Kenntnis der Glaubensgeheimnisse
zu gelangen, können alle im Katechismus der Katholischen Kirche ein
wertvolles und unentbehrliches Hilfsmittel finden. Er ist eine der
wichtigsten Früchte des Zweiten Vatikanischen Konzils. (...) In eben-
dieser Aussicht soll das Jahr des Glaubens einen einhelligen Einsatz
für die Wiederentdeckung und das Studium der grundlegenden Glau-
bensinhalte zum Ausdruck bringen, die im Katechismus der Katho-
lischen Kirche systematisch und organisch zusammengefaßt sind.
Dort leuchtet nämlich der Reichtum der Lehre auf, die die Kirche
in den zweitausend Jahren ihrer Geschichte empfangen, gehütet
und dargeboten hat.

13. (...) In dieser Zeit werden wir unseren Blick auf Jesus Christus
richten, „den Urheber und Vollender des Glaubens“ (Hebr 12,2): In
ihm finden alle Sorge und alles Sehnen des menschlichen Herzens
ihre Erfüllung.

14. Das Jahr des Glaubens wird auch eine günstige Gelegenheit
sein, das Zeugnis der Liebe zu verstärken. Der heilige Paulus er-
innert: „Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch
am größten unter ihnen ist die Liebe“ (1 Kor 13,13). Mit noch kräf-
tigeren Worten – die von jeher die Christen in die Pflicht nehmen –
sagt der Apostel Jakobus: „Meine Brüder, was nützt es, wenn einer
sagt, er habe Glauben, aber es fehlen die Werke? (...)“ (Jak 2,14-18).

Der Glaube ohne die Liebe bringt keine Frucht, und die Liebe
ohne den Glauben wäre ein Gefühl, das ständig dem Zweifel
ausgesetzt ist. Glaube und Liebe erfordern sich gegenseitig,
so daß eines dem anderen erlaubt, seinen Weg zu gehen.

15. (...) Möge dieses Jahr des Glaubens die Beziehung zu
Christus, dem Herrn, immer mehr festigen, denn nur in ihm
gibt es die Sicherheit für den Blick in die Zukunft und die
Garantie einer echten und dauerhaften Liebe. (...) Vertrauen
wir der Mutter Gottes, die „selig“ gepriesen wird, weil sie
„geglaubt hat“ (Lk 1,45), diese Zeit der Gnade an.

Gegeben zu Rom, bei Sankt Peter, am 11. Oktober des Jahres
2011, dem siebenten des Pontifikates.

Benedikt XVI.

Hier mal wieder ;-) als Lese-Empfehlung der Link auf das
Kompendium des KKK: ➤ hier klicken (ca. 400 KB)

Marcel

Marcel:

--- Zitat von: Marcel am 19. Oktober 2011, 17:22:07 ---Auf der Vatikan-Website findet sich ➤ hier das neue Motu proprio
»Porta fidei« unseres Heiligen Vaters, mit dem er für die Zeit vom
11. Oktober 2012 (fünfzigster Jahrestag der Eröffnung des Zweiten
Vatikanischen Konzils und zwanzigjähriges Jubiläum der Veröffent-
lichung des ➤ KKK) bis zum 24. November 2013 ein »Jahr des Glau-
bens« ausruft. Darin wird insbesondere das Studium des Katechis-
mus empfohlen.

Einige Passagen aus dem Dokument:
--- Ende Zitat ---

Hier noch ein Ausschnitt aus der Nr. 4, worin erwähnt wird, daß
schon Papst Paul VI. für 1967/68 ein »Jahr des Glaubens« ausgeru-
fen hat. Dieses schloß damals am 30. Juni 1968 mit dem feierlichen
»Credo des Volkes Gottes« (lateinisch »Sollemnis professio Fidei«,
abgekürzt: SPF).

4. (...) Es ist nicht das erste Mal, daß die Kirche aufgerufen wird, ein
Jahr des Glaubens zu feiern. Mein verehrter Vorgänger, der Diener
Gottes Paul VI., rief 1967 ein ähnliches Jahr aus, um des Martyriums
der Apostel Petrus und Paulus anläßlich der 1900-Jahr-Feier ihres
letzten Zeugnisses zu gedenken. Er plante es als einen festlichen
Anlaß, damit es in der ganzen Kirche „ein authentisches und aufrich-
tiges Bekenntnis ein und desselben Glaubens“ gebe; zudem wollte er,
daß dieser Glaube „einzeln und gemeinschaftlich, frei und bewußt,
innerlich und äußerlich, demütig und freimütig“ bekräftigt würde.
Er dachte, auf diese Weise könne die ganze Kirche eine „genaue
Kenntnis ihres Glaubens“ wiedergewinnen, „um ihn neu zu beleben,
ihn zu läutern, zu festigen und zu bekennen“. Die großen Umwäl-
zungen, die in jenem Jahr geschahen, machten die Notwendigkeit
einer solchen Feier noch deutlicher. Sie wurde mit dem Credo des
Volkes Gottes abgeschlossen, um zu beweisen, wie dringend die
wesentlichen Inhalte, die seit Jahrhunderten das Erbe aller Gläubi-
gen bilden, immer neu bekräftigt, verstanden und vertieft werden
müssen, um unter geschichtlichen Bedingungen, die sich von denen
der Vergangenheit unterscheiden, ein kohärentes Zeugnis zu geben.

Der Text des »Credos des Volkes Gottes« findet sich hier:
▶ lateinisch
▶ deutsch

Der Wikipedia-Eintrag dazu: ▶ hier.

Im ▶ Katechismus (KKK) wird auch gelegentlich unter der Abkürzung
SPF darauf Bezug genommen, so etwa am Ende der Nr. ▶ 962 (wobei
aber wohl leider die Numerierung nicht mit derjenigen der deutschen
Übersetzung übereinstimmt).

Wichtig finde ich z. B. die Nr. 29 des SPF:

29. Messe und Kreuzesopfer

Wir glauben, daß die heilige Messe, wenn sie vom Priester, der die Person
Christi darstellt, kraft der durch das Weihesakrament empfangenen Gewalt
gefeiert und im Namen Jesu Christi und der Glieder Seines mystischen Lei-
bes dargebracht wird, das Opfer von Calvaria ist, das auf unseren Altären
sakramental vergegenwärtigt wird.

Marcel

Marcel:
Hier eine am 6. Januar 2012 veröffentliche Note der Glaubenskongregation
mit pastoralen Hinweisen zum kommenden Jahr des Glaubens:

▶ http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_20120106_nota-anno-fede_ge.html

Marcel

Marcel:
Über einen ▶ Link auf der Website des katholischen Fernsehsenders
▶ EWTN bin ich auf folgende Site gestoßen, die ich allen Interessierten
empfehlen möchte. Dort finden sich Dokumente der römischen Glau-
benskongregation als Vorbereitung und Begleitung für das von Papst
Benedikt XVI. ausgerufene »Jahr des Glaubens« (vom 11. Oktober
2012 an).

▶ http://www.doctrinafidei.va/index_ge.htm

Beim ersten Überfliegen habe ich dort schon einige lesenswerte Doku-
mente gefunden, so z. B.:

▶ Schreiben zu einigen Fragen der Eschatologie (1979)
▶ Christlicher Glaube und Dämonenlehre (1975)
▶ Erklärung zum Verbot des Eintritts von Katholiken in freimaurerische Organisationen (1981)
▶ Erklärung bezüglich freimaurerischer Vereinigungen (1983)
▶ Unvereinbarkeit von christlichem Glauben und Freimaurerei (1985)
usw.

Wer Zeit hat, möge sich auf der Seite einmal umschauen. Es findet sich bestimmt
einiges Lesenswerte dort für den einen oder anderen.

Marcel

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