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Durch die Eucharistie zur Dreifaltigkeit

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Caelum:
4. Wie sollen wir uns mit Christus vereinigen und in ihm bleiben?

Durch die Taufe treten wir zuerst in Gemeinschaft mit Christus. "Durch die Taufe werden wir Christus einverleibt", sagt der hl. Thomas. Es folgt daraus, daß die ganze Lebens-,Gnaden- und Tugendfülle, die in ihm ist, in uns eindringt: es ist ordnungsgemäß, daß das Leben vom Haupt in die Glieder hinabsteigt. "Aus seiner Fülle haben wir alle geschöpft".
Die Firmung stärkt, entwickelt und vollendet die durch das Sakrament der Wiedergeburt zustandegekommene übernatürliche Vereinigung. Indem sie uns "mit dem Geiste Christi durchtränkt", führt sie unser geistliches Wachstum zur Reife und befähigt uns, männlich in der übernatürlichen Ordnung zu kämpfen, den in der Taufe empfangenen Glauben mutig zu bekennen und zu verteidigen. "Dieses Sakrament", sagt der hl. Thomas, "erhöht und vollendet unser geistliches Leben in Bezug auf die äußeren Kämpfe gegen die Feinde Christi. Aber es bedarf noch der Erhöhung und Vollendung, damit der Mensch in sich selbst durch seine innige Gottesgemeinschaft vollkommen werde: Das ist das Werk der Eucharistie".
Unsere in der Taufe begonnene, in der Firmung enger geschlossene Vereinigung mit Christus wird im Augenblick der Kommunion vollendet.
Nur ein einziges Mal empfangen wir die Taufe und die Firmung, und wir können leider das Leben, womit sie uns bereichert haben, - verlieren. Jedenfalls ist dieses Leben der Gefahr der Schwächung ausgesetzt; es ist sogar zu gewiß, daß es häufige Schwächungen durch unsere täglichen Fehler erleidet. Wird es nun durch die täglichen Schwächungen letztlich dahinschwinden? - Nein. Um es zu stärken, hat der Herr das Altarsakrament eingesetzt, das wunderbarste von allen Sakramenten, worin alle anderen ihre Vollendung und Krönung finden.
Sein Doppelziel besteht darin, uns zur letzten Vollendung zu führen und unsere Vereinigung mit Christus zu erhalten. Mehr als alle ist es das Sakrament des Lebens, denn es ist eine Nahrung, die wir täglich empfangen können, ein lebendiges Brot, eigens dazu gestiftet, um uns das ewige Leben, das Leben Gottes, mitzuteilen. Alles, was das materielle Brot für das körperliche Leben bedeutet, wirkt dieses lebendige Brot für das übernatürliche Leben: es ergänzt, erhält, stärkt, erneut, erfreut.
Das ganze Geheimnis Christi gipfelt in der Menschwerdung, in der Erlösung, in der heiligen Kommunion. Von den Höhen der hhl. Dreifaltigkeit steigt das menschgewordene Wort in der Eucharistie hinab zum Menschen, damit der Mensch durch die Kommunion emporsteige zu seinem letzten Ziel, der hhl. Dreifaltigkeit.
Von der Dreifaltigkeit zur Kommunion: das ist der Weg, den Christus durcheilt, um das Werk der Ausgießung des göttlichen Lebens zu vollenden - absteigender Weg der göttlichen Liebe zum Menschen, den sie retten will.
Von der Kommunion zur Dreifaltigkeit: das ist der Weg, den der geläuterte und gestärkte Mensch in Übereinstimmung mit Christus, seinem Weggenossen, zurücklegen muß, um zur Teilnahme am höchsten Gut zu gelangen - aufsteigender Weg der menschlichen Liebe zu Gott, der ihn an sich zieht zur unerschöpflichen Glückseligkeit in der Anschauung Gottes.


Sagen wir mit Freuden dem Vater Dank dafür, daß er uns 'befähigt hat, am Erbe seiner Heiligen im Lichte teilzunehmen'. Er hat uns der Gewalt der Finsternis entrissen und in das Reich seines geliebten Sohnes versetzt. Er ist das Ebenbild Gottes des Unsichtbaren, der Erstgeborene vor aller Schöpfung; denn in ihm ist alles erschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, Sichtbares und Unsichtbares, seien es Throne oder Fürstentümer, Herrschaften oder Mächte: alles ist durch ihn und für ihn erschaffen. Er ist vor allem, und alles hat in ihm seinen Bestand.
Er ist das Haupt des Leibes, der Kirche. Er ist der Anfang, der Erstgeborene unter den Toten, um in allem den Vorrang zu haben. Es gefiel Gott, die ganze Fülle in ihm wohnen zu lassen und durch ihn alles mit sich zu versöhnen, alles auf Erden und alles im Himmel, indem er durch sein Blut am Kreuze Frieden stiftete.
Auch euch, die ihr nicht Gott entfremdet und durch eure bösen Werke mit ihm verfeindet wart, hat er jetzt durch den Tod seines menschlichen Leibes versöhnt, um euch heilig, fehlerlos und untadelig vor ihm darzustellen. Doch müßt ihr unverrückbar fest im Glauben gegründet sein und von der Hoffnung des Evangeliums nicht abweichen".

Caelum:
II. Die eucharistische Vereinigung.

1. Christus schenkt sich uns hauptsächlich durch die Kommunion.

In der Praxis des täglichen Lebens vereinigen wir uns vornehmlich durch die heilige Kommunion mit Christus. Das große Mittel, uns mit göttlichen Leben zu bereichern, ist der Genuß des Lebensbrotes.
Im Augenblick des Genusses vollzieht sich eine wunderbare Vereinigung, unvergleichbar allen irdischen Vereinigungen, auch den allerinnigsten. Um einen Vergleich zu finden, müssen wir mit dem hl. Johannes Chrysostomus hinaufsteigen bis zu der Vereinigung der beiden Naturen in Christus und sagen: durch die Eucharistie sind wir mit Jesus vereint, wie seine heilige Menschheit vereinigt ist mit dem Worte.
Gewiß, das Dasein Jesu und das unsere bleiben voneinander unterschieden wie seine Natur von unserer Natur, wie seine Seele von unserer Seele. Und doch besteht eine unvergleichliche Liebeseinheit.
Um uns eine Vorstellung von dieser Einswerdung Christi und des Menschen zu geben, greifen die Kirchenväter zu packenden Vergleichen. "Gieße geschmolzenes Wachs in ein anderes Wachs," sagt der hl. Cyrill von Jerusalem, "so durchdringen sie sich gegenseitig gänzlich. Ebenso wenn jemand den Leib und das Blut des Herrn empfängt, ist die Vereinigung derart, daß Christus in ihm und er in Christus aufgeht.... Wir haben denselben Leib und dasselbe Blut." Der hl. Cyprian fügt hinzu: "Unsere Vereinigung mit ihm vereinigt die Meinungen und die Willen."
In der Tat, im Augenblick der Kommunion tritt Christus solchermaßen in unser Herz und in unsere Seele ein, daß unsere Neigungen und unsere Gedanken seine Neigungen und seine Gedanken genannt werden können. Er hat sie zuerst selbst. Dann teilt er sie uns mit nach dem augenblicklichen Grade unserer Liebe.
Wenn eine Seele nur wenig Liebe hat, ist Jesus wohl gezwungen, sich der Enge dieser Seele anzupassen und seine Gaben zu beschränken. Aber der von allen Geschöpfen und sich selbst losgelösten Seele, die sich ohne Vorbehalt hingibt, der geläuterten Seele, die sich gänzlich dem Einflusse der Hostie öffnet, gibt sich dagegen Jesus, wie nur Gott allein sich zu geben vermag. Es entsteht ein Liebesaustausch, eine Gütergemeinschaft, eine Liebeseinheit, die über jeden menschlichen Ausdruck erhaben ist. Die von Jesus durchdrungene Seele wird wie ein fruchtbares Erdreich, dem Blüten und Früchte entsprießen. Sie faßt lichtvolle Gedanken, bringt glühende Liebesakte hervor.
Gehören diese uns? - Ja, denn sie kommen aus unserem Erkennen und unserem Herzen, aber aus unserem mit Jesu Erkennen geeinten Erkennen, aus unserem mit seinem Herzen geeinten Herzen, so daß sie ihm gehören, wie sie uns gehören. Gemeinsam beten wir an, gemeinsam lieben wir und sagen wir Dank, gemeinsam opfern wir uns dem himmlischen Vater. Seine Liebe und unsere Liebe, sein Denken und unser Denken steigen miteinander vereint hinauf, wie zwei in demselben Rauchgefäß verbrannte Weihrauchkörner nur einen einzigen Duft zum Himmel hauchen.

Göttliches Wort, wie der Vater von Ewigkeit her dich durchdringt, so daß er dich ganz erfüllt und ganz in dir ist, so, o mein Jesus, erfasse mich und vollziehe Ähnliches in mir durch ein innerstes Durchdringen meiner selbst."

Caelum:
Vergelt´s Gott amos!
Ja, den Segen Gottes können wir alle sehr gebrauchen!

amos:
Gelobt sei Jesus Christus!

Lieber Caelum, es ist alles so schön was Du schreibst.
Alles ist wahr, berührt die Seele und berauscht in den
Gnaden Gottes. Gibt unendlich viel Frieden, Zuversicht
und Hoffnung in den Herzen der Menschen -
Bewahre uns die Quelle aus der Du uns gibst -
GOTTES LIEBE!

Es grüßt Dich herzlich und wünscht Dir Gottes Segen, amos.

Caelum:
2. Die Kommunion schenkt uns Christus ganz.

Im Augenblick der Kommunion sind wir wirklich im Besitz des Lebens. Wir besitzen das fleischgewordene Wort ganz und gar, mit allem, was es ist, und mit allem, was es tut, Jesus, Mensch und Gott, alle Gnaden seiner Menschheit und alle Schätze seiner Gottheit, oder um mit dem heiligen Paulus zu sprechen: "den unergründlichen Reichtum Christi".
Jesus ist in uns als Mensch. Die Kommunion ergießt also in uns das wirkliche, himmlische, ganz glorreiche Leben seiner hl. Menschheit, seines Herzens, seiner Seele. Im Himmel sind die Engel von Glück überflutet durch die Ausstrahlung dieses Lebens. Auf Erden haben einige Heilige den verklärten Leib Jesu geschaut. "Es war eine Schönheit, die das menschliche Wort ersterben läßt", erzählt die selige Angela von Foligno, der nach ihrer Vision "eine grenzenlose Freude" verblieb, "ein erhabenes Licht, ein Seligsein beglückender als alles Beglückende". - Und dieser verklärte Leib, der durchpulst ist von einem Herzen, das einen Abgrund von Liebe darstellt; der belebt ist von einer unsagbar schönen, heiligen, lichtglänzenden, leben- und gnadendurchfluteten, friede- und freudeatmenden Seele, dieses Heiligtum und Paradies der Gottheit wird unser Festmahl.
Jesus kommt zu uns als Gott. Das ist der Gipfel der göttlichen Großmut. "Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, liebte er sie bis ans Ende", bis zu den letzten Forderungen und bis zu den letzten Möglichkeiten der Liebe. Wir nehmen also an dem göttlichen Leben Jesu teil, an seinem Leben als Wort, als einzigem Sohn des Vaters.
Er sagt es uns selbst, daß er durch den Vater lebe. Ewig gibt der Vater das Leben, das in seinem Schoße ist, dem Sohne. Er gibt es ihm gänzlich, ohne Schranken, mit solcher Liebesgroßmut, daß sie, obgleich unterschieden bleibend, nur eine Gottheit bilden mit demselben Leben, derselben Fülle an Liebe, Freude, Frieden.
Dieses Leben empfangen wir.

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