Christsein - Mystik - Gaben, Charismen, Früchte. > Christsein im Alltag
Gedichte von Cordula Wöhler
Caelum:
"Das ist es!"
Das ist es, was wir glauben,
Und was uns glücklich macht,
Das soll uns niemand rauben,
Nicht Welt- noch Teufels-Macht;
Das ist´s, wodurch das Leben
Allein wird licht und klar:
Das süßeste, das reinste
Herz Jesu im Altar!
Das ist´s, was voller Freude
Der Himmel staunend mißt,
Und was bei allem Leide
Der Erde Labung ist;
Das ist´s, wovor die Hölle
Erzittert immerdar:
Das süßeste, das reinste
Herz Jesu im Altar!
Das ist´s, worauf das Sehnen
Der Patriarchen ging,
Woran mit Freudentränen
Schon Davids Auge hing,
Was der Apostel Wonne
Der Zeugen Stärke war:
Das süßeste, das reinste
Herz Jesu im Altar!
Das ist´s, was der Bekenner
Und Büßer Trost und Kraft,
Das Ziel der edlen Kenner
In geist´ger Ritterschaft;
Das ist´s, was Lohn und Liebe
Der Jungfrau´n allzeit war:
Das süßeste, das reinste
Herz Jesu im Altar!
Das ist´s, was so viel Herzen
Zur Heiligkeit gebracht,
Und nach des Lebens Schmerzen
Sie ewig froh gemacht; -
Das ist´s, was stets der Kirche
Das größte Kleinod war:
Das süßeste, das reinste
Herz Jesu im Altar!
Das ist´s, was jeder Wunde
Noch Hilf und Heilung bringt,
Was selbst die Todesstunde
Mit hellem Licht durchdringt;
Das ist es, was wir lieben
Und loben immerdar:
Das süßeste, das reinste
Herz Jesu im Altar!
Caelum:
"Selig"
Dreimal süße, sel´ge Stunde,
Wo der Glocke Ton mich ruft,
Wo mit ihrem heil´gen Munde
Weit sie kündet durch die Luft:
"Kommt ihr Seelen, kommt zu ehren
Euren Gott auf den Altären, -
Selig Alle, die nicht sehn,
Und doch fest im Glauben stehn!"
Dreimal süße, sel´ge Stätte,
Die jetzt still mein Fuß betritt,
O, da eilen um die Wette
Wohl die Engel Gottes mit!
Denn, o Glück! dort vom Altare
Strahlt das ew´ge Licht, das klare!
Selig Alle, die nicht sehn,
Und doch fest im Glauben stehn!
Dreimal süße, sel´ge Stille,
Jeder Ton verstummt und schweigt,
Und auf Priester-Wort und Wille
Jetzt das Lamm vom Himmel steigt;
Herr, mein Gott, zu Deinen Füßen
Laß mich jetzt voll Lieb Dich grüßen!-
Selig Alle, die nicht sehn,
Und doch fest im Glauben stehn!
Dreimal süße, sel´ge Stätte,
Gnadenort mein Herz jetzt ist!
Ist es doch das Wiegenbette,
Kripplein nun für Jesus Christ!
Und die Engel singen leise
Um mich holde Weihnachtsweise;
Selig Alle, die nicht sehn,
Und doch fest im Glauben stehn!
Dreimal süße, sel´ge Stille, -
Ich in Gott - und Gott in mir!
Was nur wünscht der kühnste Wille,
Birgt dies Brot des Lebens hier!
Bis wir, Herr! Dich droben schauen,
Wollen hier wir Hütten bauen! -
Selig, die im Glauben stehn,
Und im Glauben heimwärts gehn!
Caelum:
Deinen Segen"
Ich muß erst Deinen Segen haben,
Nicht eher kann ich von Dir gehn,
Ich muß -Du Gabe aller Gaben -
Dich in der Hand des Priesters sehn; -
Erhebt und senkt ob meinem Haupt,
Dann fühl ich es mit Wonnebeben:
"Mir ist geschehn, wie ich geglaubt!"
Ich muß erst Deinen Segen haben!
O, dieser Segen ist mein Glück,
Nur er kann Leib und Seele laben,
Und neu gestärkt kehr ich zurück;
Ja, all mein Wirken, all mein Wandeln,
Mein Wunsch und Will´, mein Ruhn und Tun,
Es wird ein Dir-zu-Füßen-Handeln,
Es wird ein Dir-zu-Füßen-Ruhn.
Ich muß erst Deinen Segen haben,
In ihm allein ruht all mein Heil,
Und würden sonst mir alle Gaben,
Ja, selbst die ganze Welt zu Teil;
Ein Bettler wär ich auf dem Throne,
Dürft nicht ich dem Altare nahn,
Und bettelarm, ist mein die Krone,
Blickst Du im Sakrament mich an!
Ich muß erst Deinen Segen haben,
Doch ist es nicht allein für mich,
Daß diese Gabe aller Gaben
Mit heißem Wunsch begehre ich;
Ich hab - Du weißt´s!! - so viele Herzen,
Die, ach! nicht selber zu Dir gehn;
Drum möcht ich stets - in Lieb und Schmerzen -
für sie den Segen auch erflehn!
Ich muß, Herr, Deinen Segen haben,
Den süßen Segen bis ans End;
So wollst Du mich und Alle laben
In Deinem Liebes-Sakrament!
Laß uns an des Altares Stufen
Vor´m Tabernakel Hütten bau´n,
Bis einst wir - wenn Du uns gerufen -
Im ew´gen Licht Dich droben schau´n!
Caelum:
"Das rechte Licht"
Viel Lichter gibts auf Erden von gar verschied´nem Schein,
Doch jedes mag zur Freude, zu Nutz und Trost uns sein;
Denn Licht und Menschenseele, die sind gar eng verwandt,
Es bindet sie zusammen, ein tief geheimes Band.
Wie dringt in alle Herzen, doch so ein Sonnenstrahl,
Weckt drinnen helle Wonne und hohe Lust zumal!
Wie leuchtet in die Seele des Himmels Sternenpracht,
Daß stilles, süßes Sehnen und Träumen d´rob erwacht!
Und dann der allerhellste, der allerreinste Schein -
Das Licht im Menschenauge - was mag wohl schöner sein!
Ist doch ein Himmelsabglanz - vom ew´gen Licht getränkt, -
Ein Liebesstrahl von Oben ins Menschenaug´ gesenkt!
Viel Lichter gibts auf Erden von gar verschied´ner Pracht,
Doch gegen e i n e s sinken sie all in Schattennacht,
Dies Eine, das da leuchtet weit über alle Welt,
Und selbst des Todes Dunkel noch hold und mild erhellt.
Dies Eine, das der Seele den besten Trost erteilt,
Das alle Schatten lichtet, und alle Schmerzen heilt;
Dies Eine, das als Leuchte auf unsern Pilgerpfad, -
Damit wir sicher gehen, - Gott selbst gegeben hat!
Dies Eine Licht der Gnaden - jedwedes Herz es kennt, -
Es ist, - die ew´ge Lampe, die vor´m Altare brennt,
Die hell bei Nacht und Tage zum Tabernakel weist,
Und still mit Flammenzungen den Gott des Lebens preist.
Ja wohl, für jede Seele, - wenn diesen Gott sie liebt, -
Wohl auf der ganzen Erde kein lieber Licht es gibt;
Nach allem Glanz des Lebens, nach Glück begehrt sie nicht,
Nur nach dem Tabernakel, nur nach dem ew´gen Licht!
Ist doch das Erdenleben oft gar so trüb und schwer, -
Wie trostlos wärs, wie einsam, wenn Er nicht bei uns wär;
Er, der im Tabernakel auf jede Seele harrt,
Um ewig sie zu segnen mit seiner Gegenwart.
Ja - ohne Tabernakel nenn´ ich die Freude - Not,
Und alles Licht nur - Schatten, und alles Leben - Tod!
Doch mit dem Tabernakel wird alles Leid zur Lust,
Zur Perle jede Träne, zum Himmel jede Brust!
Mög Alles man mir geben, - ich acht es klein und schlecht,
Mög Alles man mir nehmen, mir ist es lieb und recht; -
Ich flieh zum Tabernakel, wenn mir das Herz auch bricht,
Ich zieh voll heißer Liebe nur - nach dem ew´gen Licht!
Caelum:
"Goldau"
Wir Menschenkinder wandern,
Sind nirgends recht zu Haus,
Von einem Ort zum andern
Ruht kurz nur man sich aus.
Ein flüchtiges Umfassen,
Ein wonnig süßes Seh´n,
Ein schmerzliches Verlassen,
Ein schnell von dannen Geh´n. -
Das nennt man Wanderleben,
Ist Erdenpilgerart;
Erst - stetes Vorwärtsstreben,
Dann - stille Grubenfahrt!
Wir seh´n zwar alle Tage
Die Welt im schönsten Licht,
Doch tönt´s wie leise Klage:
"Die Heimat ist dies nicht!"
Und weil in jedem Herzen
Die Heimatsliebe lebt,
Fühlt´s auch mit leisen Schmerzen
Vom Heimweh sich durchbebt!
Und weil bei stetem Wandern
Ein bleibend Heim gebricht,
Fragt still es nach dem andern,
Dem Heim im ew´gen Licht!
Die Schweizer Berge steigen
Bis in des Himmels Blau,
In abendlichem Schweigen
Ruh´n Fels und Tal und Au,
Und Gold-au wird das schlichte,
Das stille Dorf genannt,
Dess´ traurige Geschichte
Dem Wand´rer wohl bekannt!
Hier lebte still zufrieden -
In Berges-Schutz und Schoß,
Ein Völklein, dem beschieden
Ein gut´ und glücklich´ Los.
Gebet - mit Fleiß verbunden,
Bracht allen Brot genug,
So schwanden denn die Stunden
Der Zeit in schnellem Flug!
Da brach ein Tag voll Bangen
Aufs stille Dorf herein,
Da kam der Tod gegangen
Und traf mit Fels und Stein,
Und deckte Haus und Herzen
Mit eisig kalter Hand,
Und weckte Schreck und Schmerzen
Ringsum im ganzen Land!
Nur ärmlich kleine Hütten
Sind wieder aufgebaut,
Auf grüner Höh inmitten
Ein Kirchlein niederschaut;
Was Goldau einst geschehen
Und was es früher war,
Mag hier im Bilde sehen
Der Beter fromme Schar!
Und drunter steht geschrieben
Ein tiefergreifend Wort,
Das - wo wir immer blieben -
Uns klingt im Herzen fort:
"Ob noch so fest wir bauen,
Hier bleibt der Pilger nicht,
Zum künft´gen Heim wir schauen,
Zur Stadt im ew´gen Licht!"
Das hatt´ ich oft gelesen,
Das war mir wohlbekannt,
Doch nie im tiefsten Wesen
Ich´s so wie hier verstand,
Hier, wo es steht geschrieben
Im Kirchlein nicht allein, -
Nein, ringsum ist geblieben
Die Schrift in Fels und Stein!
Still hab ich nun verlassen
Das kleine Gotteshaus,
Wie Wehmut wills mich fassen,
Preßt mir die Träne aus:
"Dies Wallen und dies Weilen
In buntem Wechselspiel,
Dies rastlos stete Eilen,
Was ist sein letztes Ziel?
Was will die Welt? - Genießen!
Was wird ihr einst? - Ein Grab!
Mit jeder Stunde fließen
Wir jenen Strom hinab,
Deß´ Mündung in dem Meere
Der Stillen Ewigkeit, -
Vielleicht auf dieser Fähre
Ist´s nimmer allzuweit!
O, welch´ ein trostlos Klagen,
Wär´ damit alles aus!
Nein, rastlos will ich fragen
Nach ew´gem Heim und Haus,
Will täglich es bedenken,
Daß hier mein Bleiben nicht,
Und Herz und Auge lenken
Zur Stadt im ew´gen Licht!
So such´ ich - Gottes Gnade,
So find´ ich - ew´ges Heil,
So wall´ ich - Lebenspfade,
Ob auch zu Grab ich eil;
So seh´ ich, daß hienieden
Das Herz ruht nirgends aus,
So fleh´ ich: "Führ´ zum Frieden
Mich heim, Herr, in Dein Haus!"
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