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Beichte - Gewissenerforschung - Bussandacht
hiti:
Liebe Leserinnen!
Dem Beitrag von Admin kann ich nur voll und ganz zustimmen.
Ergänzend möchte ich aber, da die BEICHTE neben der NÄCHSTENLIEBE, VERGEBUNG, DEMUT UND GOTTESLIEBE etwas vom wichtigsten ist, empfehlen:
BEICHTE JEDE SÜNDE, die dir auffällt, sündigst du einmal schwer oder gegen die Liebe, was immer größere Sünden sind, dann beichte sie möglichst noch in DIESER Woche, denn „der Tod kommt wie ein Dieb in der Nacht…“.
Allgemein gilt: die monatliche Beichte. Schaffst du das noch nicht, dann kämpfe dafür. So wirst du langsam aber sicher Sünde für Sünde einmal besser erkennen (sonst erkennen wir sie nicht einmal) und ablegen (Gott führt dich dahin).
Deshalb: Beichte alles, überlege nie, das war eigentlich nur eine lässliche, leichte Sünde. Warum?
Weil du dann in Gefahr kommst, alle Sünden nach und nach zu verharmlosen! Du denkst anfangs, das und das muss ich beichten doch schnell hast du das vergessen und dann denkst du, nehmen wir dieses Beispiel (siehe unten im link), ach der Verkäufer ist selber dumm, wenn er falsch rechnet, das beichte ich nicht.
So verlierst du das „Gespür“ für die Sünde. Wir sind schwache Menschen, deshalb demütig JEDE Sünde regelmäßig beichten.
Wichtig sind auch die Unterlassungssünden und die des schlechten Einflusses!
ALLES BEICHTEN, was dir der Hl. Geist - um dessen Erleuchtung du vorher unbedingt beten solltest - aufzeigt, das bringt dich sicher ans Ziel, zu Gott. Dann vergibt dir Gott auch das, was dir nicht mal bewusst ist (das dürfen natürlich keine SCHWERE Sünden sein!).
Dazu offen, ehrlich sein, ganz nach dem Motto: GOTT SIEHT ALLES.
Im link unten ist auch ein Beispiel einer Gewissenerforschung die aufzeigt, dass es gar nicht so einfach ist die Sünden aufzuspüren und den URSPRUNG der Sünde zu finden!
http://www.christliche-erziehung-und-schule.com/hiti/beichte.htm#beichte_4
Hermann
LoveAndPray85:
Lieber Hermann,
für mich ist es nicht immer möglich, alles, was ich als Sünde empfinde,
zu beichten, zumal das bei meiner Vergangenheitsbewältigung wirklich schier unmöglich ist
(die Frage ist dann noch: wie detailliert in wechem Bereich). Außerdem kann ich manche Dinge,
die mir als Sünde vorkommen, nicht mal in Worte fassen. Zudem vergesse ich dann im Beichtstuhl immer etwas
und wenn ich mir dann gleich wieder die vergessenen Dinge auf einen Zettel schreibe und täglich neue dazu
nehme, kommt es mir gleich wieder so vor, als hätte ich nicht richtig gebeichtet.
So hätte ich nie das Gefühl einer Befreiung.
Manche Leute haben auch nicht dauernd Zeit, sich über ihre Sünden Gedanken zu machen.
Wenn man korrekt beichten möchte, müsste man sich aber täglich darüber Gedanken machen
(zumindest ist das bei mir so).
Ich brauche aber zur Gewissenserforschung Zeit und die habe ich neben meinen Alltagsverpflichtungen nicht.
Außerdem würde mich das ganz verrückt machen.
Wenn man vielleicht etwas perfektionistisch veranlagt ist,
kann es sehr belastend werden, unbedingt jedes Detail sagen zu wollen
(man kramt verzweifelt in seinen Erinnerungen; denn auch wenn mir bei Verstößen dies häufig sofort auffällt,
nimmt man sich ja nicht gleich Zettel und Stift zur Hand).
Ich musste mich daher zwangsläufig von dieser Denkweise verabschieden.
Die Art deiner Darstellung wirkt etwas so, als schaue Jesus ganz kleinlich darauf, dass jedes Detail gebeichtet ist.
Da das häufiger - insbesondere hier - so dargestellt wird, ist bei mir auch nicht selten ANGST aufgetreten
und das sollte nicht der Sinn des Sakraments der Versöhnung sein.
Wollte ich alle Verstöße - kleinere und größere - beichten, käme ich nicht mehr aus dem Beichtstuhl raus,
denn meine Liste wäre sehr lang. Ich bin daher der Auffassung, dass man manche Dinge auch zusammenfassen
kann mit einigen Beispielsnennungen (z.B. Verstöße gegen die Nächstenliebe, z.B. Ungeduld, Gereiztheit gegenüber dem
Nächsten usw.). SO KLEINLICH IST JESUS NICHT!
Außerdem hat meine Mutter mir gesagt, dass man - gerade bei häufigen Beichten - sich auch auf bestimmte Dinge
in jeder Beichte konzentrieren sollte.
Wie man beichtet, das hängt also auch davon ab, was für ein Typ Mensch man ist.
Sairo:
Liebe Leser/Innen
Möchte gerne hier ein Link platzieren. Das Sakrament der Beichte schön erklärt, dazu ein Beichtspiegel für die eigene Gewissensforschung.
http://www.fides-et-oratio.at/beichtandacht/beichtandacht.php
@Loveandpray85
Ich denke, der liebe Herrmann wollte nur aufmerksam machen, dass uns manchmal der Relativismus packt und dazu verleitet nicht alle Sünden so zu beichten, wie der liebe Heiland dies von uns wünscht.
Der innere Zwang oder die Angstgefühle die Du da erwähnst, sind oftmals untrügliche Zeichen von dem da: :-t . Die habe ich immer wieder und ich fühle mich sehr verbunden mit dem was Du gefühlsmässig hier erwähnst. Ich kämpfe oft mit mir, doch nach der Beichte fühle ich mich sehr befreit! Eines dürfen wir nicht vergessen, die Beichte ist ein sehr wichtiges Sakrament, denn wir sündigen oft vielmals und unbewusst! Mit der Beichte machen wir uns der Sünden die wir begangen haben bewusst und der Heiland kann uns davon heilen.
Euch allen Gottes Segen
Sairo
LoveAndPray85:
Hallo sairo,
ja, da hast du Recht, die Beichte ist sehr wichtig.
Heute werde ich auch wieder gehen :-).
Ich wollte natürlich auch nichts Grundsätzliches gegen Hermanns Beitrag sagen,
nur die Frage der Details und ob man wirklich immer alles sagen muss,
ist eben schwierig (das wird auch wohl keiner schaffen).
Aber den Ansatz verstehe ich schon, denn ich glaube auch, dass die Gefahr besteht,
vieles zu verharmlosen, wenn man sich z.B. sagt: "Ich beichte nur schwere Sachen".
So wird das, denke ich, aber niemand (der ernsthaft beichtet) machen.
Wenn man im Sinne Christi leben will, fallen einem ja dann doch häufiger Dinge auf,
die man falsch macht, eigentlich fast täglich. Und die einzelnen Bereiche sollte man
schon versuchen anzusprechen.
Viele Grüße
Sairo:
--- Zitat von: Botschafter am 19. April 2011, 19:27:44 ---
Konkrete Frage: Sind meine Sünden nun vergeben oder nicht? Dass der Mann ein Bruder ist, wurde mir erst am Schluss offenbart, denn ich hielt ihn für einen Pater.
--- Ende Zitat ---
Lieber Botschafter
Ich lebe im gleichen Bistum wie Du. Ja, wir haben es nicht einfach in unserem Bistum. Destotrotz, sollte unsere Devise weiterhin das Gebet für unser Bistum sein. Mich stimmen diese Misstände auch sehr traurig und ja, sie sind äusserst bedenklich. Auf dem Bischof S. E. M. Büchel lastet grosse Verantwortung, die er vor dem Richter einmal verantworten muss. Beten wir für Ihn, dass er die Gnade erhält und zum Glauben zurückfindet!
Sind dir die Sünden vergeben? Nur bei einem Priester kann man das Sakrament der Beichte gültig ablegen. Wenn Du nicht im Stande der heiligmachenden Gnade warst, jedoch durch Erweckung aufrichtiger Reue (vollkommene Reue) erhälst Du die heiligmachende Gnade sofort zurück. Jedoch musst Du die Sünden vor einem Priester nochmals erwähnen. Erst mit der Absolution werden die Sünden definitiv getilgt! Du dürftest dann auch nicht, ohne vorher beim Priester gebeichtet zu haben, die heilige Eucharistie empfangen.
Liebe Grüsse und Gottes Segen
Sairo
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