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Maria - Immerwährende Junfrau

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Marias Kind:
Hallo zusammen,

da Enrico dieses THema in einem anderen Thread angesprochen hat, möchte ich es hier als neues Thema eröffnen.

Was sagt die Bibel über Maria? WAr sie bis zum Lebensende Jungfrau oder nicht?


Liebe Grüße und Gottes Segen,
Marias Kind

Marias Kind:
Gut, dann fang ich mal an!

Um die Immerwährende Jungfräulichkeit Mariens biblisch zu widerlegen, argumentiert man mit Mt. 1,25 und Lk. 2,7:

„Und er [Josef] erkannte sie nicht, bis sie [Maria] einen Sohn gebar, und er gab ihm den Namen Jesus.“ (Mt. 1,25)

„und sie gebar ihren erstgeborenen Sohn“ (Lk. 2,7)

Man argumentiert, dass Maria gemäß dieser biblischen Zeugnisse nach der Geburt Christi also doch weitere Kinder gebar, die diesmal von Josef gezeugt wurden, denn aus dem Wort „bis“ ginge hervor, dass Josef erst nach der Geburt Jesu Maria „erkannte“, und sie so ihre Jungfräulichkeit verloren habe. Dies beweise auch die Bezeichnung „erstgeborener Sohn“, denn wenn Jesus der erstgeborene leibliche Sohn Mariens war, dann gebar sie später weitere Söhne. Gegen diese Argumente ist einzuwenden:

1.) „bis“ bezeichnete im Hebräischen und Griechischen etwas, was sich innerhalb dieser Grenze abspielt, ohne dass eine Aussage darüber getroffen wurde, dass danach etwas anderes geschehen wäre. Das bedeutet hier konkret: Wenn es heißt, dass Josef bis zur Geburt Christi Maria nicht erkannte, so sagte das im damaligen jüdischen und griechischen Sprachgebrauch nichts darüber aus, dass er sie danach erkannte. Wenn nach 2 Sam. 6,23 Michal bis zu ihrem Tod kinderlos war, dann heißt das nicht, dass sie nach ihrem Tod Kinder gebar? Denn dann müsste man ja an die Reinkarnation glauben! Und wenn nach Ps. 110,1 Christus zur Rechten des Vaters sitzt, bis der Vater ihm seine Feinde unterwirft, bedeutet das dann, dass Christus danach nicht mehr zur Rechten des Vaters sitzen wird, dass er ihn entmachten wird? Und wenn es in 1 Makk. 5,54 heißt, dass Judas mit seinen Anhängern nicht umkam „bis zu der glücklichen Rückkehr“, heißt das dann, dass sie danach umgekommen waren? Und wenn Jesus nach Mt. 28,20 sagt, „ich bin mit/bei euch alle Tage bis zum Ende des Zeitalters/der Welt“, heißt das dann, dass er danach nicht mehr mit/bei seinen Aposteln sein wird? Anhand dieser und noch anderer Bibelstellen kann man ersehen, dass „bis“ lediglich eine Grenze beschreibt, über die hinaus keine Aussage getroffen wird!

2.) Die Bezeichnung „Erstgeborener“ oder „erstgeborener Sohn“ sagte im Jüdischen ebenfalls nichts darüber aus, ob die Mutter dieses Sohnes später weitere Kinder gebar oder nicht, denn „Erstgeborener“ ist im Jüdischen lediglich der Titel des Sohnes, der als erster aus dem Mutterschoß kommt, auch dann, wenn die Mutter danach keine weiteren Kinder geboren hat. Ob nun weitere Kinder folgen oder nicht: der Sohn, der als erster geboren wird, ist der Erste, der Erstgeborene! Auf einer jüdischen Grabinschrift aus dem Jahr 5 v. Chr. heißt es deshalb: „Bei den Geburtswehen meines erstgeborenen Kindes führte mich das Schicksal an das Ende des Lebens.“


Mt. 1,25 und Lk. 2,7 sind also keine biblischen Beweise dafür, dass Maria nach der Geburt Jesu weitere Kinder hatte!

Hemma:
Ein Artikel, der uns hilft, den Sinn der Jungfräulichkeit Mariens besser zu verstehen:


Maria, Jungfrau der Jungfrauen


Die Jungfräulichkeit erfreut sich heute nur geringer Wertschätzung, und wahrscheinlich wird Maria von vielen deshalb wenig geschätzt, weil sie die Tugend der Jungfräulichkeit verkörpert und diese ihnen fremd ist.
Verzicht auf geschlechtlichen Umgang gilt heute als unnatürlich, und schon gar nicht wird er als größere Liebe um des Himmelreiches willen verstanden, auch von vielen Christen nicht.
Das hat bittere Folgen für die ganze menschliche Gesellschaft, besonders aber für die Kirche.

Die Gesellschaft verkümmert, weil die Familien keine tiefen Wurzeln mehr haben und zerfallen, und die Kirche verkümmert, weil auch sie nicht mehr aus den Wurzeln der Tiefe lebt; sie wird unfruchtbar und bringt nicht mehr genügend geistliche Berufe hervor. Die Folge ist ein geistlicher Notstand, der nicht durch äußere Veränderungen behoben werden kann.

Die Kirche ist schlechthin jungfräulich, weil sie einem einzigen Mann verlobt ist, Christus (2 Kor 11, 2).

Christus wiederum hat nur dadurch der Erlöser aller Menschen sein können, weil Er keinem Menschen so gehörte, wie sich Eheleute in der Ehe gehören. Er gehört ganz und ungeteilt dem Vater; den Willen des Vaters zu erfüllen, ist die „Speise", von der Er lebt.
Seine Verfügbarkeit für den Vater darf durch keine menschliche Bindung eingeschränkt werden. Deshalb musste Er auch eine Jungfrau zur Mutter haben, die ebenfalls das Verfügungsrecht über sich ausschließlich dem himmlischen Vater eingeräumt hatte.

Nicht zufällig ist der jungfräuliche Johannes der Lieblingsjünger des Herrn.

Es ist auch undenkbar, dass die Apostel, soweit sie verheiratet waren, ihre Ehe nach der Berufung fortsetzen konnten, als hätte sie der Herr nicht ausschließlich für sich berufen.
Die priesterliche Ehelosigkeit ist zwar nicht vom Wesen, wohl aber von der Heiligkeit des Priestertums gefordert. Darüber hinaus braucht Christus viele Brüder und Schwestern, die sich Ihm mit Leib und Leben ohne jede Einschränkung in einem gottgeweihten Leben zur Verfügung stellen.

Die Jungfräulichkeit um des Himmelreiches willen ist eine Gnadengabe, die nur einzelnen zuteil wird, die der Herr Seiner Kirche aber sicher in hinreichendem Masse schenkt, wenn sie Ihn aufrichtig und inständig darum bittet.

Vor allem junge Menschen sollten sich und den Herrn ausdrücklich fragen, ob Er sie nicht vielleicht in Seinen Dienst nehmen will.
Gewiss ist Jungfräulichkeit nichts für Träumer und Weichlinge. Kardinal Faulhaber hat einmal gesagt: „Auch am Sternenhimmel sind Jungfrau und Löwe Nachbarsterne.“
Aus der Jungfräulichkeit erwächst Kraft.

Jungfräuliche Menschen haben in der Kirche Großes vollbracht. Sie haben von der Liebe nicht nur geredet, sie haben die Liebe gelebt. Das soll keine Abwertung der Ehe sein, wohl aber deutlich die Frage nach der Berufung stellen.

Überaus fein hat es die hl. Hildegard einer ihrer Schülerinnen gesagt:

„Was soll ich sagen, was vor Gott höher ist. Jede Frau kann eine Krone tragen. Entweder die der Jungfräulichkeit oder die der Mutter. Beide zusammen schmücken nur eine einzige, Maria. Welche nun in den Augen Gottes kostbarer ist, darüber wage ich nicht zu richten. Auf jeder der beiden Kronen muss zudem etwas vom Glanz der anderen liegen. Die Krone der Mutter kann nicht leuchten, wenn nicht ein Strahl vom reinen Licht der Jungfräulichkeit sie verschönt. Die Jungfräulichkeit strahlt nicht recht, wenn ihr der warme Schimmer der Mütterlichkeit fehlt. Darf man da sagen, welche Krone kostbarer ist? Es muss nur jeder nach der Krone greifen, die Gott ihm zugedacht hat.“

Auch vielen, die nicht zum jungfräulichen Stand berufen sind, hat die Gottesmutter Wichtiges zu sagen.

Maria ist ein Leitbild der Hingabe, des Gehorsams und der Reinheit.

Reinheit ist Lebenskraft, die zu höchsten physischen und oft auch geistigen Leistungen befähigt.
Das beste Beispiel dafür ist Mutter Teresa von Kalkutta.

Der Gründer der Europäischen Ärzteaktion, der Ulmer Arzt und Konvertit Dr. Siegfried Ernst, hat darauf hingewiesen, dass die Spaltung der Christenheit nicht mehr zwischen den Konfessionen hindurchgeht, sondern dass sich die Geister am Problem der Reinheit und an ihrem Leitbild, Maria, scheiden.

„Wer kein reines Herz besitzt, kann weder die Göttlichkeit von Christus erkennen, noch die Bedeutung seiner Mutter, noch den innersten Kern des Erlösungswerkes. Er wird dann automatisch den christlichen Glauben umfunktionieren in eine sozialistische Befreiungstheologie. Das „Böse“ in der Welt wird dann nur noch bei den finanziellen und politischen Unterdrückern gesehen. Die „Armen“ sind die Guten und die „Reichen“ die Bösen. Und die Erlösung ist Befreiung von allen Zwängen, Strukturen und „Herrschaften.“ Deshalb auch völlige sexuelle Freiheit und Enthemmung bis hin zur Abtreibung. Und damit endet das Ganze wieder in der totalen Versklavung und Ausbeutung des Menschen. Der Verlust der „Antenne“ für die Existenz Gottes und die hochmütige Weigerung der jungen und älteren Generation, die Maßstäbe der Wahrhaftigkeit und Reinheit anzunehmen, hat einen wachsenden Sinnverlust und eine immer mehr zunehmende innere Verschmutzung zur Folge, die dann zur Unfähigkeit führt, die äußere Verschmutzung und Verunreinigung von Boden, Nahrung, Luft, Wasser, Flüssen und Meeren zu verhindern…Unreinheit führt nicht nur zum „Tode Gottes“, sondern zum Untergang und Tod des Menschen und der Welt.“

Wir haben alle die Reinheit des Herzens bitter nötig, weil nur, wer ein reines Herz hat, Gott schauen wird; das reine Herz aber verlangt gebieterisch nach einem reinen Leib.

Auch unser Leib ist erlöst und heilig; wir dürfen ihn nicht, wie der hl. Paulus sagt, zum Glied einer Dirne machen. „Der Leib ist nicht für die Unzucht da, sondern für den Herrn“ (1 Kor 6, 13).
Möge die Heilige Jungfrau uns allen die Gnade eines reinen Herzens und eines reinen Leibes erbitten!


Aus „Maria zu Füßen“
v. Msgr. Dr. Franz Burger








Marias Kind:
Liebe Hemma,

herzlichen Dank für diesen sehr schönen Beitrag!

Schon in der jungen Kirche unter den Aposteln gab es Frauen, die als Witwen vor Gott ein Gelübde geschlossen haben, bis zu ihrem Lebensende unverheiratet zu bleiben! Solche Frauen, die ihr Gelübde gebrochen haben, weist Paulus in 1 Tim. 5,11-13 strengstens zurecht!

Und Maria hatte, noch bevor ihr der Engel erschien, ein Gelübde gemacht: "Ich erkenne keinen Mann", was sie später vor dem Engel bekundete: Lk. 1,34. Dieses Gelübde hat sie bis zum Schluss bewahrt!


Liebe Grüße und Gottes Segen,
Marias Kind

Theo2:
Gestatte mir die Frage Marias Kind,
nach deinem Zitat: "   Maria hat das Gelübde gemacht )abgelegt): "Ich erkenne keinen Mann", was sie später vor dem Engel bekundete: Lk. 1,34. Dieses Gelübde hat sie bis zum Schluss bewahrt!"

Bedeutet dieses "Ich erkenne keinen Mann" das gleiche, dass es im hebräischen bedeutet ( Maria war ja Jüdin):   
begatten, Geschlechtsverkehr haben (als wörtliche Übersetzung von heb. ידע "kennen")?
freundliche Grüße
theo2


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