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Verehrung - Heilige - Biographien => Heilige und Biographien => Thema gestartet von: KleinesLicht am 17. Dezember 2011, 01:33:29
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Rom (kath.net/KAP) Die heilige Hildegard von Bingen (1098-1179) soll nach Informationen der italienischen Tageszeitung «La Stampa» (Donnerstag) im Herbst 2012 von Papst Benedikt XVI. zur Kirchenlehrerin erhoben werden. Die mittelalterliche Mystikerin wäre die erste deutsche Frau und die vierte Frau insgesamt, die diesen seltenen Ehrentitel erhält. Insgesamt verehrt die katholische Kirche gegenwärtig 33 «Kirchenlehrer». Mit diesem Titel werden Heilige gewürdigt, die durch ihr Leben und ihre Schriften einen herausragenden Beitrag zur katholischen Lehre geleistet haben.
Die katholischen Kirchenlehrer:
Albertus Magnus (um 1200–1280), deutscher Universalgelehrter
Alfons Maria di Liguori (1696–1787), italienischer Jurist, Bischof und Ordensgründer
Ambrosius von Mailand (um 340–397), Bischof von Mailand
Anselm von Canterbury (um 1033–1109), Erzbischof von Canterbury, Begründer der Scholastik
Antonius von Padua (1195–1231), portugiesischer Franziskaner, Prediger
Athanasius der Große (um 298–373), Bischof von Alexandria
Augustinus von Hippo (354–430), Bischof von Hippo
Basilius von Caesarea (um 330–379), Bischof von Cäsarea
Beda Venerabilis (um 673–735), englischer Benediktiner, Geschichtsschreiber
Bernhard von Clairvaux (um 1090–1153), französischer Zisterzienser, Mystiker
Ephraem der Syrer (um 306–373), Einsiedler
Franz von Sales (1567–1622), französischer Ordensgründer, Mystiker
Gregor der Große (um 540–604), Papst
Gregor von Nazianz (um 329–390), Patriarch von Konstantinopel
Hieronymus (347–420), Bibelübersetzer
Hilarius von Poitiers (um 315–367), Bischof von Poitiers
Isidor von Sevilla (um 560–636), Bischof von Sevilla
Johannes Bonaventura (1221–1274), Franziskaner, Bischof von Albano
Johannes Chrysostomos (344/349–407), Erzbischof von Konstantinopel
Johannes vom Kreuz (1542–1591), spanischer Karmelit und Mystiker, Ordensgründer
Johannes von Damaskus (um 650–749), orthodoxer Mönch, Dogmatiker
Katharina von Siena (1347–1380), italienische Mystikerin
Kyrill von Alexandria (um 375/380–444), Patriarch von Alexandria
Kyrill von Jerusalem (um 315–386), Bischof von Jerusalem
Laurentius von Brindisi (1559–1619), italienischer Kapuziner
Leo der Große (um 400–461), Papst
Petrus Canisius (1521–1597), erster deutscher Jesuit
Petrus Chrysologus (um 380–451), Bischof von Ravenna
Petrus Damiani (um 1006–1072), italienischer Bischof
Robert Bellarmin (1542–1621), italienischer Jesuit
Teresa von Ávila (1515–1582), spanische Karmelitin, Mystikerin, Ordensgründerin
Thérèse von Lisieux (1873–1897), französische Karmelitin
Thomas von Aquin (um 1225–1274), italienischer Dominikaner, Hauptvertreter der Scholastik
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"ALLES KOMMT MIR VOR WIE STROH"
THOMAS VON AQUIN - THEOLOGE, MÖNCH, MYSTIKER UND VERFASSER GROSSER CHRISTLICHER GEBETE
Jeder kennt die Geschichte von Mose und der Gottesoffenbarung im brennenden Dornbusch. "Ich bin der, der ich bin", sagte Gott dem Mose. Der Name Gottes bleibt unausgesprochen, sein Wesen dem menschlichen Verstand verborgen. Wer Gott ist, erfährt sein Volk aus seinen Taten und seinen Geboten.
Aber wozu dann Theologie?
Wozu der Versuch, doch etwas über Gott und sein inneres Wesen auszusagen? Diese Frage haben sich die großen Theologen gestellt: Ist es nicht Unsinn, was wir da mit einem riesigen Aufwand machen? Wäre es nicht korrekt, diese Arbeit überhaupt nicht erst aufzunehmen? Sich an den berühmten Satz des Philosophen Ludwig Wittgenstein zu halten? "Wovon man nicht sprechen kann, davon muss man schweigen."
Der größte Theologe und Philosoph des Mittelalters, Thomas von Aquin (1225-1274), hat sich dieser Frage gestellt. Er kommt zu zwei Antworten: Wir können über Gott sprechen, weil Gott sich dem Menschen und seinem Verstand zu erkennen gibt. Aber wir können nie Gott begreifen.
Wenn wir von Gott sprechen, ist das keine "adäquate", sondern nur eine "analoge" Redeweise.
Es gibt eine Beziehung zwischen unseren Einsichten und der Wahrheit, aber keine Übereinstimmung. Dasselbe gilt auch für andere Dinge. Vollständig begreifen können wir sie nicht.
Das kann nur Gott.
Von Gott sprechen ist aber nicht nur Aufgabe und Privileg großer Theologen. Jeder, der zu Gott betet, denkt sich etwas dabei, er hat ein irgendwie geartetes Gottesbild und einen Gottesbegriff. Der Beter darf sich dem verborgenen Gott nähern, weil sich dieser offenbart, weil er der Höchste und Unbekannteste den Kleinen sein Gesicht zeigt - vor allem in seinem Sohn -, und als Vater sein "Antlitz über uns leuchten lässt". Dieses Leuchten, bekennt Thomas von Aquin am Ende seines Lebens, bringt den betenden Menschen viel näher an die Wirklichkeit Gottes als sein eigener Verstand. Er gibt zu: "Alles was ich geschrieben habe, kommt mir vor wie Stroh."
In einem Gebet hat Thomas um die Gabe der Erkenntnis gebeten.
Es ist nicht nur ein Theologen-Gebet, sondern für alle, die an Wahrheit und Wissen interessiert sind.
Quelle: Neue KirchenZeitung-Nr. 3, ahü
Anmerkung: Jetzt können viele verstehen, warum ich ein so großer Verehrer von Thomas von Aquin bin.
Herzliche Grüße und Gottes Segen, Amos
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THOMAS VON AQUIN:
GEBET UM EINSICHT
"Du, so sage ich, der du die
wahre Quelle des Lichtes und der
Weisheit und der überragende
Ursprung genannt wirst, du
wollest über die Dunkelheiten
meines Verstandes den Strahl
deiner Klarheit ergießen und
von mir die Doppelte Dunkelheit
nehmen, in der ich geboren bin,
nämlich die Sünde und die Un-
wissenheit.
Du, der du die Zungen der Kinder
beredt machst, mögest meine
Zunge formen und durch deinen
Segen Anmut auf meine Lippen
ausgießen. Schenke mir beim
Erkennen Scharfsinn,
beim Behalten Merkfähigkeit,
beim Hinzulernen Weite und
Leichtigkeit, beim Interpretieren
feines Gespür und beim Formu-
lieren die Gnade, mühelos die
rechten Worte zu finden.
Du mögest dem Beginn die rech-
te Grundlage schenken,
den Fortgang lenken
und den Ausgang vollenden.
Du, der du wahrer Gott und
Mensch bist und der du lebst und
herrschst in Ewigkeit. Amen"