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römisch-katholisch => Fragen und Themen zum katholischen Glauben => Thema gestartet von: Laus Deo am 21. Dezember 2011, 17:59:52

Titel: HEILIGEN VEREHRUNG
Beitrag von: Laus Deo am 21. Dezember 2011, 17:59:52
Liebe Brüder und Schwestern
Ich möchte mal hier etwas erklären was vielleicht nicht allen bekannt ist, da leider viele Leute vorallem Jugendliche nicht wirklich viel Ahnung vom Glauben haben. In Einsiedeln habe ich ein mich mit einem Mönch und Theologen unterhalten welcher auch Profesor ist und betreffend Heiligenverehrung hat er mir eine super Antwort gegeben:
Als Papst Gregor der Grosse um das Jahr 600 den Benediktiner Abt Augustinus
mit einer Schar von Mönchen nach Britannien sandte, um dort die heidnischen
Germanen zu missionieren, gab er ihnen die Anweisung: Man soll den Germanen
nicht alle religiösen Vorstellungen zerstören, sondern christlich umdeuten.
So setzten die Missionare an die Stelle Donars (Thors), der für das Wetter
verantwortlich war, den hl. Apostel Petrus (der im Volksmund bis heute als
Wettermacher gilt). Damals war diese Anweisung weise und doch auch
fragwürdig:
Lange Zeit und teilweise heute noch ist diese Deutung der Heiligen in
unserer Kirche spürbar. Die "Vierzehn Nothelfer" sind im gewissen Sinn die
Nachfolger heidnischer Gottheiten. Dass die Kirche auch heute noch bestimmte
Heilige als "Patrone" für einzelne Bereiche bezeichnet, gehört auch zu
dieser Tradition. So betet man zum heiligen Antonius von Padua, wenn man
etwas verloren hat...    Diese Art der Heiligenverehrung möchte ich nicht
einfach verurteilen, aber sie ist nicht wirklich christlich.
Das Gebet zu den Heiligen, auch zu Maria, ist für uns Christen nicht
notwendig - aber es kann uns eine Hilfe sein. In einer bestimmten Notlage
bete ich vielleicht leichter zur Mutter Maria. Ich kann sie anflehen, dass
sie bei ihrem Sohn Fürbitte für mich oder einen andern einlege. Die Heiligen
können uns durch ihr Leben auch Vorbilder und Wegweiser sein - gute
Heiligenbiografien können
uns auf unserem Weg helfen, sie können uns im Glauben und in der Hoffnung
bestärken. Sie können für uns ein Zeichen des Wirken Gottes sein.
Alle diese Erscheinungen Marias gelten in der Kirche als so genannte
Privatoffenbarungen; sie sind nicht Gegenstand des Glaubensbekenntnisses.
Jeder Mensch kann religiöse Erfahrungen machen. Wenn er mir solche
Erfahrungen mitteilt, kann mir dies helfen, Gott zu suchen - aber die
Erfahrungen des andern werden für mich nicht zum Objekt des Glaubens.
Die Kirche ist sehr zurückhaltend, sie anerkennt eventuell die Heiligkeit
einer Seherin (Bernadette), aber sie äussert sich nicht zu der Natur der
Erscheinungen. Ich selber finde, dass Bernadette in ihrer ehrlichen,
schlichten und demütigen Art eine grosse Heilige ist. Sie hat immer nur ganz
einfach von der Dame gesprochen, die ihr erschienen ist, nicht von Maria.
Für viele Katholiken sind diese neuen "Marienoffenbarungen" von grosser
Bedeutung - und ich möchte niemanden die Freude und die Überzeugung von der
Bedeutung solcher Erscheinungen verunglimpfen; aber sie gehören nicht zum
Wesentlichen unseres Glaubens.
Ich kann einen Konvertiten ein Jahr lang unterrichten über den katholischen
Glauben, ohne je einmal Lourdes oder Fatima zu erwähnen.
Gewisse Andachtsformen in der Verehrung Marias finde ich falsch und
übertrieben. Maria ist nicht barmherziger als ihr Sohn. Aber psychologisch
ist es verständlich, dass jemand sich lieber an eine Frau als an einen Mann
wendet. Es gibt, Gott sei es gedankt, verschiedne Wege in den Himmel.....
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