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römisch-katholisch => Die Bibel => Thema gestartet von: amos am 10. Januar 2012, 17:03:47
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NAZARET
Nazaret gilt als die Heimatstadt Jesu. Zu seiner Zeit wird es aber eher ein kleines Dorf gewesen sein, hauptsächlich von Juden besiedelt.
Weder im Alten Testament, noch im Talmud oder bei Josephus Flavius wird der Ort erwähnt. Im Norden des Ortes liegt die Nachbarstadt Sepphoris, damals womöglich ein römischer Verwaltungssitz. Vermutlich hat hier Josef als Bauhandwerker gearbeitet. In Nazaret kam auch der Erzengel zu Maria und kündigte ihr die Geburt des Erlösers an. An der Stelle, wo nach der Überlieferung das Haus Marias stand, erhebt sich seit 1969 die Verkündigungsbasilika. Heute zählt Nazaret über 60000 Einwohner, darunter viele arabische Israelis.
Quelle:Neue KirchenZeitung - Nr.1 vom 8.1.2012
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DIE TAUBE IN DER BIBEL
Die Taube wird gleich an mehreren Stellen in der Bibel erwähnt und trägt dabei ganz unterschiedliche Bedeutungen. Das erste Mal taucht sie in der Sintflut-Erzählung (Genesis 8,9-11) auf. Die von Noah ausgesendete Taube kehrt mit einem Olivenzweig im Schnabel zurück und zeigt so: Gott hat mit den Menschen wieder Frieden geschlossen. Nicht nur als Zeichen des Friedens wird die Taube seit Jahrhunderten in der Kunst vewendet, sondern auch als Symbol für den Heiligen Geist. In den Evangelien kommt dieser in Gestalt einer Taube auf Jesus herab. Im Hohelied tritt die Taube dagegen mehrmals als Kosename für die Angebetete auf (Hoheslied 2,14-6,9). Als Vorbild des Gehorsams lobt der Prophet Jeremia dagegen die Turteltaube.
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Lieber Amos,
zu Deinem letzten Beitrag ein Gedanke von mir hierzu:
Bei Markus 1,10 heißt es: "Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam".
Die Beschreibung "wie eine Taube" lässt darauf deuten, dass der Heilige Geist nicht in Taubengestalt erschien, sein Erscheinungsbild aber Parallelen zu einer Taube aufweist.
Da fällt mir z.B. auch Genesis 1,2 ein: "die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Wasser".
Ggf. auch hier die Vorstellung denkbar, dass er wie eine Taube über der Urflut schwebte.
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Danke, lieber Andal für Deine Ausführungen. Ich stelle mir symbolisch beim Heiligen Geist immer die Taube vor. Prägend für mich die Taufe Jesu im Jordan.
Was jedoch das Wirken der Gnade Gottes durch den Heiligen Geist in meinem Herzen anbetrifft, so denke ich hierbei nicht an die Taube!
Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende und Gottes Segen.
Amos :)
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Im Lukas-Evangelium steht, dass der Heilige Geist
in Gestalt einer Taube herunterkam.
Man weiß also nicht, wie es wirklich war...
Es wird auch behauptet (von anderen Priesterkandidaten,
die ebenfalls an diesem Tag geweiht wurden), dass bei der Priesterweihe
von Josef Ratzinger eine Taube im Altarraum flog und niemand wusste,
wo diese Taube herkam.
;xdysaa
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UNZUCHT
Ursprünglich galt Unzucht (griech. porneia) in der Bibel als Gegenteil von Zucht, einem nach Prinzipien geordneten Leben. Die Einengung auf den Bereich der Sexualität erfolgte später. So wird im Buch Levitikus wie bei Paulus mit Unzucht jeglicher Art von Sexualität bezeichnet, die nicht den geltenden Normen entsprach. Dabei wird Paulus als studierter Jude vor allem an das Heiligkeitsgesetz im Buch Levitikus (18. Kapitel) gedacht haben. Im Brief an die Korinther erwähnt Paulus den Sexualverkehr mit einer Prostituierten als ein naheliegendes Beispiel. Sein eigentliches Anliegen ist aber: Macht Gott Ehre durch die Art, wie ihr mit eurem Körper umgeht. Das bedeutet noch lange keine Lustfeindlichkeit. (ju)
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ANDREAS
Andreas (griech: der Tapfere/Männliche) stammte wie sein jüngerer Bruder Simon aus Betsaida am See Genesaret. Als Jesus mit seinen öffentlichen Auftritten begann, lebten die beiden Fischer in Kafarnaum, wo auch Jesus meist wohnte. Anders als über Simon, der den Beinahmen Kephas (Fels, lat. Petrus) erhielt, berichten die Evangelien über Andreas nicht viel.
Der Kirchenhistoriker Eusebius berichtete im vierten Jahrhundert, Andreas habe westlich des Schwarzen Meeres gewirkt. Zur Zeit Kaiser Neros soll er im westgriechischen Patras an einem Kreuz aus diagonal gestellten Balken (Andreaskreuz) als Märtyrer hingerichtet worden sein. Andreas gilt zudem als Gründer der Christengemeinde von Byzanz/Konstantinopel und hat daher für die orthodoxe Kirche eine ähnliche Bedeutung wie Simon Petrus für die katholische. (ju)
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WIE MEINT PAULUS DIE ENTWELTLICHUNG?
Paulus erwartet die unmittelbar bevorstehende Wiederkunft des Messias und damit das Ende der Zeiten.
So kann er in dieser Naherwartung von allem Abstand nehmen, was "die Welt" ausmacht: Die Beziehung zu Christus in der Ewigkeit Gottes ist ihm wichtiger als alle anderen Beziehungen. Da die Welt "ihre Gestalt verliert" und vergeht, wie Paulus erwartet, hat auch alles Irdische nur einen zeitlich begrenzten Wert für ihn. Aus der Naherwartung der ersten Christen ist die Stetserwartung der Wiederkunft Christi am Ende der Zeiten geworden.
Wenn sich der Mensch bewusst ist, dass am Ende anderes zählt als das, was er an Irdischem anhäufen kann, lebt er in dieser entweltlichten Haltung, ohne das Hier und Jetzt zu vergessen oder zu verachten. (mk)
Quelle: neue KirchenZeitung-Nr.3
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WAS WISSEN ARCHÄOLOGEN ÜBER NINIVE?
Ninive war eine bedeutende Stadt im Assyrischen Reich.
Sie lag nahe der heutigen Stadt Mossul am Tigris im
Irak. Im 19. Jahrhundert interessierten sich internatio-
nale Archäologen für die Grabungen dort. Sie entdeckten
Tafeln mit Keilschriftberichten der Sintflut, die als Gil-
gamesch-Epos bekannt wurden. Der Brite Richard Campell
Thompson legte bei seinen Forschungen in den 1930er
Jahren fünf übereinanderliegende Schichten der Stadt frei.
Mitte der 1960er Jahre begann die irakische Verwaltung,
Palast- und Tempelgebäude zu rekonstruieren und einen
archäologischen Park anzulegen, auch mit Teilen der
Stadtmauer und von Stadttoren. Durch den Golfkrieg kamen
die Arbeiten ins Stocken. (mk)
Quelle: neue KirchenZeitung-Nr.3
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REINIGUNGSOPFER
Reinigungsopfer dienten im alten Israel dazu, Menschen endgültig wieder in die Gemeinschaft aufzunehmen. Denn ob jemand rein oder unrein war, hatte nicht allein mit Krankheiten oder Körperzuständen zu tun. Vielmehr dienten "rein" und "unrein" dazu, das gesamte gesellschaftliche Leben in seiner Beziehung zu Gott zu ordnen. Deswegen auch waren Priester, nicht Ärzte, die zuständigen Experten. Die komplizierten Opferrituale führte ein Priester im Beisein, teils an der zu reinigenden Person selbst durch, etwa indem er Ohrläppchen, Daumen und große Zehen der Person mit einem Öl-Mehl-Gemisch und mit dem Blut eines geopferten Tieres bestrich.
Das alles ist detailliert beschrieben im 14. Kapitel des Buches Levitikus. Dass Jesus den Geheilten auffordert, sich einem Priester zu zeigen und das Reinigunsopfer darzubringen, soll belegen, dass er in Gottes Sinne geheilt hat und nicht mit faulem Zauber. (ju)
Quelle: neue KirchenZeitung-Nr. 6, vom 12.02.2012
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SILVANUS UND TIMOTHEUS
Silvanus und Timotheus waren enge Mitarbeiter des Apostels Paulus. Silvanus (oder "Silas") stammt aus der judenchristlichen Gemeinde Jerusalems. Nach dem Apostelkonzil wurde er beauftragt, dessen Beschlüsse der Gemeinde von Antiochia mitzuteilen. Bei der zweiten Missionsreise sind Silas, Timotheus und Paulus gemeinsam unterwegs, sie geraten auch zusammen in Gefangenschaft.
In Beröa trennen sich die Wege von Paulus und Silvanus und Timotheus: Paulus reist zunächst alleine weiter, in Korinth treffen sie jedoch wieder zusammen. Dann verliert sich die Spur von Silas/Silvanus. Im ersten Petrusbrief wird ein Silvanus als Sekretär genannt. Es ist aber nicht erwiesen, ob es sich um dieselbe Person handelt.
Auch Timotheus begleitet den Apostel Paulus auf seinen Missionsreisen. Er ist griechischer Herkunft und zum Christentum konvertiert. Nach dem Bericht der Apostelgeschichte hatte Paulus an ihm die Beschneidung vorgenommen. Später wurde Timotheus Bischof von Ephesus und erlitt dort nach kirchengeschichtlichen Berichten des Eusebius von Cäsarea den Märtyrertod.
Timotheus ist auch Adressat und damit Namensgeber zweier Pastoralbriefe des Apostels Paulus, die im biblischen Kanon Aufnahme gefunden haben.
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WAS GENAU IST EINE ARCHE?
Üblicherweise kennen wir die Arche Noachs als hölzernes Schiff mit vielen Decks, auf denen die verschiedenen Tierpärchen sowie Noachs Familie wohnen. Eine solche hausschiffartige Arche in einer überfluteten Landschaft dominiert die Darstellungen aber erst seit dem 16. Jahrhundert. Das lateinische Wort arca, von dem sich das Wort Arche herleitet, bedeutet lediglich "kastenartiges Gebilde." Das zugrunde liegende hebräische Wort bedeutet ebenfalls "Kasten", wird aber sowohl für einen Sarg wie für einen Palast verwendet. In den fünf Büchern Moses finden sich viele Parallelen zwischen der Arche und dem Zeltheiligtum am Sinai, was dazu geführt haben kann, dass in der frühen christlichen Ikonografie die rettende Arche oft als Urbild der Kirche gestaltet wurde. (cb)
Quelle: neueKIRCHENZEITUNG-Nr. 8 vom 26.02.2012
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DER KREUZWEG
Der Kreuzweg ist vor allem eine Tradition westlicher Christen. Mit dieser Andachtsform, die ab dem 14. Jahrhundert von den Franziskanern in Europa verbreitet wurde, wollten sie den Leidensweg Jesu in Jerusalem nachgehen. Die dortige Via Dolorosa, auf dem schon sehr früh Pilger gingen und beteten, ist der erste eigentliche Kreuzweg. Gab es dort anfangs nur zwei Stationen - Verurteilung durch Pilatus und Kreuzigung -, so entstanden aufgrund der biblischen Passionserzählung im Lauf der Zeit weitere Stationen. Durchgesetzt hat sich die Zahl 14.
Mitunter diente als 15. Station früher die jeweilige Kirche als Abbild der Jerusalemer Grabeskirche, in Süddeutschland vereinzelt die Auffindung des Kreuzes durch Helena, im 20. Jahrhundert die Auferstehung Christi. (ju)
Quelle: neue KIRCHENZEITUNG-Nr. 13 vom 01.04.2012
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PROPHETEN DER VERGEBUNG?
Nachdem Simon Petrus den heidnischen Offizier Kornelius getauft hat - und damit eine zweite Bekehrung hinter sich gebracht hatt -, hält er erneut eine große Rede über den auferstandenen Christus. Dabei interpretiert er Jesus auch im Rückblick auf die Heilige Schrift. " Alle Propheten" bezeugen, dass jeder, der an Jesus glaubt, "die Vergebung der Sünden empfängt". Dabei bezieht Petrus sich vor allem auf Jesaja, Jeremia und Daniel. Das sind zwar nicht alle Propheten, aber sehr bedeutende. Jesaja erzählte vom Gottesknecht, der "wegen unserer Sünden zermalmt" wurde und durch dessen Wunden wir geheilt seien (53,5f). Jeremia sprach vom neuen Bund Gottes mit seinem Volk, mit dem er verzeiht und die Sünden vergessen will (31,34). Daniel hingegen, der Oppositionsprophet gegen die Unterdrückung durch die Seleukiden, verheißt kommende heilige Jahre, in denen "die Sünde versiegelt und die Schuld gesühnt ist" (9,24). (ju)
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DAS WETTRENNEN ZUM GRAB
Etwas sonderbar mutet es an, das Wettrennen zwischen dem "Jünger, den Jesus liebte" und Petrus.
Für den Verfasser des Evangeliums, der wohl zum Kreis des Lieblingsjüngers gehörte, vertreten beide Männer auch unterschiedliche Gruppen in der jungen Kirche. Petrus ist zwar etwas langsam, steht aber für anerkannte Autorität und erhält am Grab den Vortritt. Der Lieblingsjünger aber hat oft den besseren Zugang zu Jesus: Beim Abendmahl liegt er an seiner Seite, er lässt Petrus in das Haus Hannas und erkennt später den Auferstandenen zuerst. Auch im leeren Grab versteht und glaubt er eher als Petrus. (ju)
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(http://up.picr.de/10154581gf.jpg)
WARUM WIRD THOMAS "ZWILLING" GENANNT?
Der zweifelnde Apostel Thomas hat es auf viele Gemäl-
de geschafft. Bis in die heutige Zeit, wie der Kreuzweg
aus Polen (Foto) zeigt. Er ist eben der typische moderne
Mensch: erst sehen und dann glauben. Doch neben dem
"Zweifler" hat Thomas, der in allen vier Apostellisten im
Neuen Testament steht, in den Übersetzungen der bibli-
schen Texte noch einen weiteren "Namen": Er wird "Didy-
mos" genannt. Das ist griechisch und heißt auf Deutsch
"Zwilling". Im Aramäischen heißt "ta'am", wovon sich
der deutsche Thomas ableitet, "gepaart" oder einfach
"Zwilling". (job)
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WASSER, BLUT UND GEIST IM JOHANNESBRIEF?
Schon das alttestamentliche Gesetzbuch Deuteronomi-
um nennt eine Zeugenregel (Dtn 19,15): Drei sollen es
sein. Drei Zeugen. Daran knüpft der Verfasser des ersten
Johannesbriefs an, wenn er in Vers 7 schreibt: "Denn drei
sind es, die Zeugnis (für den Glauben) geben: der Geist
und das Wasser und das Blut, und diese drei stimmen
überein (sind eins)." Die drei Grundelemente des neuen
"Lebens in Christus" sind der Tod, die Auferstehung und
die Gabe des Heiligen Geistes. Symbolisiert durch das
Blut (Kreuzestod Jesu), das Wasser der Taufe (Auferste-
hund, neues Leben) und den Geist. (job)
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WER VERKÜNDETE, DASS DER MESSIAS LEIDEN MÜSSE?
In seiner Rede im Tempel erläutert Petrus den gläubigen Juden, wer Jesus war und welche Rolle er in Gottes Geschichte mit seinem Volk spielte. Dabei muß er ein Problem klären: Die religiösen Autoritäten hatten Jesus wegen Gotteslästerung verurteilt und seine Hinrichtung durch die Römer betrieben. Wie konnte er dann ein von Gott Erwählter sein? Perus nennt zwei Argumente: 1. Gott hat Jesus von den Toten auferweckt, dafür sind er und andere Zeugen. 2. Es sieht zwar so aus, als sei Jesus von Gott verstoßen. In Wahrheit aber war sein Schicksal von Gott vorherbestimmt und durch alle Propheten angekündigt.Bei den erwähnten Propheten denkt Petrus an keinen bestimmten, vielleicht noch an den Gottesknecht im Buch Jesaja.
Später erwähnt er Mose, der am Ende seines Lebens einen neuen "Propheten wie mich" angekündigt hat. So fasst Petrus die Überzeugung der ersten Christen zusammen: Jesus ist der Messias, von dem unsere Propheten auf die eine oder andere Weise gesprochen haben. (ju)
Quelle: neuneKirchenZeitung-Nr. 16
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KINDER GOTTES
Im ersten Johannesbrief ist recht vielversprechend die Rede von den Kindern Gottes: "Liebe Brüder, jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden." Was da noch kommen mag?
Der Verfasser ergeht sich nicht in Spekulationen. Die Zukunft behält er Gott vor. Der Ausdruck "Kinder Gottes" hingegen ist für ihn und seine Leser alte jüdische Tradition. Demnach galt das ganze Volk Israel, das Gott sich ja erwählt hatte, als seine Kinder. Daher hält Gott zu seinen Kindern, auch wenn sie ungehorsam sind.
Dabei hatten Kinder in der damaligen Gesellschaft keine besondere Stellung. Sie hatten zu gehorchen und meist auch kräftig mitzuarbeiten. Die hebräischen Wörter für "Kind" konnten auch "Sklave" oder "Diener" bedeuten.
Beeinflusst durch aufklärerische Philosophen entstand die Vorstellung, dass alle Menschen Kinder Gottes seien, also auch einen göttlichen Ursprung hatten. (ju)
Quelle:neueKirchenZeitung-Nr. 17
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WARUM GING PAULUS NACH TARSUS?
Die Jerusalemer Judenchristen kannten Paulus noch als den Christenverfolger Saulus, so dass sie ihm zunächst misstrauten. Barnabas erreichte, dass sie Paulus als bekehrt akzeptierten und Vertrauen aufbauten. Das sorgte aber für Unruhe bei den griechisch geprägten Christen, zu deren Kreis Paulus ursprünglich zählte. So war es wichtig, dass Paulus an seinen Herkunftsort Tarsus zurückkehrte, um so für eine Befriedung zu sorgen und gleichzeitig die Jerusalemer Gemeinde aus der Ferne unterstützen zu können. (mk).
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WAS WEISS MAN ÜBER BARNABAS?
Barnabas war ein Begleiter des Apostels Paulus auf dessen erster Missionsreise. Er stammt aus Zypern und hieß zunächst Joseph. Als er sich den Aposteln anschloss und sie unterstützte, wurde er Barnabas genannt. Barnabas war sehr kontaktfreudig und von missionarischem Eifer geprägt. So war er für Paulus ein guter Mitarbeiter, der als Judenchrist gute Kontakte für Paulus organisieren konnte, besonders in die Jerusalemer Gemeinde. Er nahm auch am Apostelkonzil in Jerusalem teil. Später gerieten Barnabas und Paulus aber in Meinungsverschiedenheiten und ihre Wege trennten sich. Barnabas ging mit seinem Cousin, dem Evangelisten Markus, nach Zypern, um dort das Wort Gottes zu verkündigen. Paulus setzte seine zweite Missionsreise mit Silas fort. Barnabas erlitt vermutlich den Märtyrertod. Seine Gebeine sind auf Zypern beigesetzt, Reliquien werden aber unter anderem auch in Köln und im Kloster Andechs aufbewahrt. Man vermutet Barnabas als Autor apokrypher Schriften, also von Briefen und Texten, die nicht in die Reihe der biblischen Bücher aufgenommen wurden. (mk)
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DIE JOHANNESBRIEFE
Anders als der zweite und dritte Johannesbrief, die als
typische antike Briefe verfasst sind, weist der erste Jo-
hannesbrief keines solcher Merkmale auf. Da in dem Text
aber der Leser mehrfach direkt angesprochen wird, ist
er der Sache nach ein Brief, wenn auch ohne formellen
Rahmen. Verfasst wurde er wohl Ende des ersten Jahr-
hunderts von einem oder mehreren Menschen, die auch
das Johannesevangelium herausgegeben und dessen
Nachwort (Kapitel 21) verfasst haben. Die Christen der
Johannes-Fraktion besaßen ein eigenes Bild und eigene
Überlieferungen von Jesus Christus. Die verteidigten
sie auch gegenüber anderen Christen - etwa im ersten
Johannesbrief: Die Christusgemeinschaft wandelt im
Licht und setzt ihre Botschaft in der Welt um; die Lage
der Gemeinden und ihr Abwehrkampf gegen "Antichris-
ten"; wie sich die Christusgläubigen von der schlechten
Welt unterscheiden, indem sie an den wahren Christus
glauben und seine Liebe leben. (ju)
Quelle: neueKirchenZeitung-Nr. 19
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HAUPTMANN KORNELIUS
Kornelius, von dem in der Lesung dieses Sonntags die Rede ist, ist laut der Apostelgeschichte der erste Heide, den Petrus tauft.
Davor hatte Petrus selbst ein Bekehrungserlebnis: Nicht nur den Juden, sondern allen Menschen soll die Botschaft von Christus verkündet werden. Als römischer Hauptmann war Kornelius ein hervorgehobener Vertreter des Heidentums.
Damit hatte seine Bekehrung eine gewisse Signalwirkung und größere Folgen. So konnte er bestimmen, dass auch seine Familie und seine Diener konvertieren sollten. Über Kornelius selbst weiß man heute wenig. Weil Lukas ihn als "gottesfürchtig" beschreibt, sympathisierte der römische Offizier wohl mit dem Judentum, hielt einen Teil der jüdischen Gebote und nahm eventuell an Synagogengottesdiensten teil. Weil er aber unbeschnitten war, galt er den Juden als Heide. Das geschilderte Ereignis klärt also die Frage der ersten Judenchristen:
Wie gehen wir mit Heiden um, wenn diese zu Christus gehören wollen? (ju)
Quelle: neueKirchenZeitung-Nr. 19
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WAS ZITIERT PETUS AUS DEN PSALMEN?
Nach dem Tod des Judas war der Kreis der zwölf Apostel unvollständig. Daher musste ein Nachfolger ernannt werden. Um das wirkungsvoll zu begründen, verwies Petrus auf die Bibel. Damit wurde das Vorhaben, einen Nachfolger zu bestimmen, zusätzlich legitimiert. Im ersten zitierten Psalm 69 schreit ein unschuldig verfolgter Mensch zu Gott um Hilfe. Seine Verfolger soll Gottes "glühender Zorn treffen. Ihr Lagerplatz soll veröden, in ihren Zelten soll niemand mehr wohnen". (Vers 25-26)
Der zweite Psalm, auf den Petrus anspielt, ist ein sogenannter Fluchpsalm. Ein frommer Mensch, der wegen eines bestechlichen oder ungerechten Richters sein Recht nicht bekommt und verfolgt wird, verflucht diesen Richter. Der soll nicht mehr lange leben - "gering sei die Zahl seiner Tage" - und schnellstmöglich ersetzt werden - "sein Amt soll ein anderer erhalten". (Psalm 109,8)
Da es in den zitierten Psalmenversen weder um Judas noch um Jesu Zwölferkreis geht, mutet Petrus' Argument heute schwach an. Früher jedoch war diese assoziative Argumentation üblich und auch anerkannt. Denn was Petrus letztlich sagt, ist: Es ist Gottes Wille, dass Unrecht vergolten wird und die Folgen ungeschehen gemacht werden. (ju)
Quelle: neueKirchenZeitung-Nr. 20
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WAS WEISS MAN ÜBER MATTHIAS?
Matthias ist die griechische Kurzform des hebräischen Namens Mattathias ("Geschenk Gottes"). Viel ist über ihn nicht bekannt. Auf jeden Fall muss er zu den Schülern Jesu gehört haben, die ziemlich von Anfang an mit ihm durchs Land gezogen sind. Sonst wird Matthias an keiner Stelle des Neuen Testaments erwähnt; historisch gesicherte Erkenntnisse gibt es nicht. Einige apokryphe, also inoffizielle frühchristliche, Schriften erzählen von Matthias' Missionsarbeit und seinen Märtyrertod. (ju)
Quelle: neuneKirchenZeitung-Nr. 20
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PFINGSTEN - PENTEKOSTÉ - SCHAWUOT
Wie Lukas in der Apostelgeschichte schreibt, waren die Jünger Jesu "am Pfingsttag" versammelt, als Gottes Geist über sie kam. Mit dem Pfingsttag,griechisch "pentekoste" (=50 Tage), ist das jüdische Fest Schawuot gemeint. Am 50. Tag nach Pessach erinnert das Fest an die Offenbarung der Tora an das Volk Israel. Daher gehört Schawuot zu den jüdischen Hauptfesten. Gleichzeitig ist es ein Erntedankfest, das den Abschluß der ersten Erntezeit feiert, die mit Pessach begonnen hat. (ju)
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WER WAREN PROSELYTEN?
Das Judentum ist keine missionarische Religion. Niemals haben Juden es darauf angelegt, dass "Heiden" oder Angehörige anderer Religionen sich zum Judentum bekehren. Im Gegenteil: Die Aufnahme von Männern und Frauen in das Judentum wurde stets sehr skeptisch und vorsichtig begleitet. Trotzdem gab es sie: Menschen, die sich vom jüdischen Leben und Glauben angezogen fühlten und dem Judentum beitreten wollten; sie nannte man Proselyten (=Hinzugekommene). Zur Zeit Jesu mussten sich (nach längeren Unterweisungen in der Tora) die Männer unter ihnen beschneiden lassen; für die Frauen gab es keinen eigenen Aufnahmeritus - sie wurden meist wegen einer Heirat jüdisch.
Prosolyten hatten nie den gleichen Status wie Menschen, die von Geburt an Juden waren; für sie galten eigene Gesetze und Vorschriften. Vergleichbar mit einem im Erwachsenenalter neugetauften Christen, der sofort alle Rechte und Pflichten und das volle Ansehen als Christ hat, ist das Proselytentum deshalb nicht. (kamp)
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WAS IST DER "BEISTAND"?
Das griechische Wort "parákletos" kommt in der Bibel ausschließlich in der johanneischen Literatur vor, also im Johannesevangelium und im ersten Johannesbrief. Das dazugehörige Verb hingegen ist allen Autoren bekannt: "parakalein" bedeutet "bitten" oder "mahnen", seltener im Sinne von "trösten".
Übersetzen wir das Wort mit "Beistand", wobei es so vielschichtig ist, dass zumindest früher auch das eingedeutschte "Paraklet" üblich war. Sicherlich ist wohl, dass eine wirkliche göttliche Person gemeint ist, die dauerhaft dem Glaubenden innewohnt und ihm beisteht in allen Lebenslagen.
Entfaltet wir die Vielschichtigkeit des "Parakleten" später in den Geistesgaben, etwa als "Geist der Wahrheit" oder als Geist des Trostes". Der Schweizer Theologe Friedolin Stier übersetzt "Paraklet" mit "Mutbringer".
Auch das ist eine der Weisen, in denen der "Paraklet" sich zeigte, seit Jesus seine Jüngerinnen und Jünger verlassen hat. (kamp)
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DIE ZWEIFEL DER ELF
Der Zweifel der Jünger hat in der Auslegung immer wieder zu Vermutungen geführt: Es seien vielleicht noch andere Personen als die Apostel auf dem Berg gewesen oder aber die Jünger hätten einmal gezweifelt, jetzt aber glaubten sie nur noch. Gerade dies aber ist nicht die Sichtweise des Evangelisten. Das Schwanken der Jünger zwischen Glauben und Zweifel ist für Matthäus typisch.
Der Glaube der Jünger lebt bis zum Schluss (und darüber hinaus) zwischen Vertrauen und Bedenken, zwischen Gewissheit und Zweifel - wie heute. (cb)
Quelle: neueKirchenZeitung-Nr. 22
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GALILÄA ODER ÖLBERG?
Warum steht Jesus bei seinem Abschied von den Jüngern einmal auf einem Berg in Galiläa und bei Lukas auf dem Ölberg?
Im Matthäusevangelium ist Galiläa ein Ort, der Schutz vor Verfolgung bietet. Dorthin hatte Jesus sich vor Herodes Antipas zurückgezogen. Auch jetzt befiehlt Jesus einmal mehr seinen Jüngern, sich nach seiner Kreuzigung von Jerusalem nach Galiläa zurückzuziehen. Der nicht näher beschriebene "Berg" ist wohl ein aus dem Evangelium schon bekannter. Drei bieten sich an: 1. der Berg der Versuchung, denn jetzt wird Jesus tatsächlich alle Macht gegeben - von Gott; 2. der Berg der Bergpredigt, denn Jesus gibt jetzt seine Lehre an die Jünger weiter; 3. der Berg der Verklärung, denn dort trat Jesus schon einmal in himmlischer Herrlichkeit zu seinen Jüngern. Zu sagen, welcher der drei es ist, ist nicht möglich und vielleicht nicht beabsichtigt: Die bildhafte Sprache sagt: Hier findet die Frohe Botschaft ihren Höhepunkt. (cb)
Quelle: neueKirchenZeitung-Nr. 22
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EZECHIELS BAUMSCHULE
Auch wenn die erste Lesung dieses Sonntags an eine Baumschule denken lässt: Was Ezechiel hier schreib, ist ein politischer Leitartikel darüber, wie es zur Eroberung Judas durch die Babylonier kam. Er umfasst das ganze 17. Kapitel. Ein großer Adler (Nebukadnezar II.) reißt von einer Zeder (Juda) die Spitze (Judas König Jojachin) ab und pflanzt sie an einen Fluss (Exil am Euphrat). Danach pflanzt er einen kleinen Weinstock (Judas neuer König Zidkija von Babylons Gnaden). Der wendet sich einem anderen Adler zu (ägyptischer Pharao) und droht daher vom ersten Adler (Nebukadnezar) und dem heißen Ostwind (sonstigen Umständen) vernichtet zu werden. Das geschah 586 v.Chr., als Jerusalem zerstört und Zidkija hingerichtet wurde. Solche Bild- und Rätselworte zu ersinnen, zu lösen und weiterzuspinnen, gehörte in der Antike zum Handwerkszeug gebildeter Kreise. Es war zudem Mittel der politischen Auseinandersetzung. Das etwas später verfaßte Trostwort der Vers-22-24 kündigt an, dass Gott selbst eine neue Zeder pflanzt und aufzieht. Ezechiel - oder ein Schüler - kündigt also ein Wiederaufleben des Königreiches Juda an und betont: Hinter all den politischen Entwicklungen steht Gott. (ju)
Quelle: neueKirchenZeitung-Nr. 24
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GUTE WERKE BEI PAULUS?
Vielfach heißt es, bei Paulus sei der Mensch allein durch den Glauben an Christus vor Gott gerechtfertigt, nicht durch seine guten Werke. Und nun erinnert er die Korinther an den Richterstuhl Christi, vor dem offengelegt wird, was wir im irdischen Leben an Gutem und Bösem getan haben? Ja, denn er hat es mit theologischen Gegnern zu tun, antiken Esoterikern, die meinten: Leib, irdisches Leben - ist alles egal, Hauptsache, dein Geist anerkennt Christus. Falsch, sagt Paulus, die Auferstehung, das SEIN bei Gott sind nicht denkbar ohne unseren Leib, unser irdisches Leben. Ebenso falsch das spätere Klischee: Für Protestanten zählt allein der Glaube, und Katholiken wollen sich den Himmel mit Werken verdienen. (ju)
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WEN LOBT DER VERFASSER DES PETRUS-BRIEFES?
Der Verfasser des "Petrus-Briefes" - es ist umstritten, ob das wirklich Petrus selbst ist - richtet sich an die jungen Gemeinden in Kleinasieen, die in der Minderheit leben. Sie sind vor allem als Heidenchristen zum Glauben gekommen. Der Verfasser des Briefes will diesen Brüdern und Schwestern im Glauben Mut machen, trotz der Diaspora-Situation für ihren Glauben einzustehen und lobt daher ihren Glaubenseifer, der zur Glaubensfreude werden soll und zum Heil führt. (mk)
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DER NAME ISRAEL IM ALTEN TESTAMENT
Der Name Israel taucht im Alten Testament 2514-mal auf, seine Bedeutung ist dabei aber nicht klar definiert. Israel begegnet weder als echter Personenname noch als Ortsname, sondern eher als eine Bezeichnung für ein Stämmekonglomerat. Einendes Element ist dabei vor allem der Glaube an Jahwe und die gemeinsame Beziehung zum Land. Der Prophet Jesaja verwendet den Begriff Israel als einen Ehrennamen für die Erwählten, die am Sinai die Tora empfangen hatten. Die christliche Theologie sieht in Israel zunächst das Volk, dem sich Gott geoffenbart hat und das er zu seinem "besonderen Eigentum" (Ex 19,5) gemacht hat. Die älteste Überlieferung des Namens Israel findet sich übrigens auf der Merenptah-Stele (in Ägypten 1896 ausgegraben) aus dem 13. Jahrhundert v. Chr., auch Israel-Stele genannt. Der Name Israel bezeichnet schon hier eine Ethnie in Zentralpalästina.(dg)
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"TALITHA KOUM!"
An drei Stellen zitiert der Evangelist Markus aramäische Wendungen, die er anschließend seinen griechischsprachigen Lesern übersetzt: "Efata - öffne dich (7,34)", "Eloi, eloi, lema sabachtani - mein Gott, mein Gott..." (15,34).
Die erste der drei Stellen ist das "talitha koum" im heutigen Evangelium: "Mädchen, steh auf!" Mit diesen Worten werden die Eltern auch sonst morgens ihre Tochter geweckt haben. So verdeutlicht Markus: Jesus verwendete keine Zauberformeln, sondern heilt kraft seines Wortes. Die entscheidende Aussage ist: "Ich sage dir...". (ju)
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DER SPENDENAUFRUF DES PAULUS
Im achten Kapitel des zweiten Korintherbriefes geht es um eine Kollekte für die christliche Gemeinde in Jerusalem. Da es den Christen in Jerusalem materiell nicht gutging und Paulus für seine umstrittene Heidenmission das Wohlwollen der Jerusalemer Führung brauchte, war ihm sehr an dieser Kollekte gelegen. Im Übrigen pflegten auch jüdische Diasporagemeinden ihre Glaubensgeschwister in der heiligen Stadt zu unterstützen. Da es zwischen einigen Christen in Korinth und Paulus zu massivem Ärger gekommen war, hatte die Kollekte ein gutes Jahr lang auf Eis gelegen. Am Ende des ersten Korintherbriefes (16,1-4) hatte Paulus erste Anweisungen gegeben, zwischendurch war sein Mitarbeiter Titus deswegen in der Hafenstadt gewesen. Nun aber, da sich die Wogen glätten, hält Paulus den Südgriechen zuerst das großzügige Vorbild ihrer nördlichen Landsleute in Makedonien vor Augen (dieVerse 10-12 wurden von der Liturgiekommission aus der Lesung gestrichen). Dann schmeichelt er den Korinthern, stellt ihnen zuletzt Christus vor Augen und setzt sie so moralisch unter Druck. (ju)
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Wer war Amazja?
Im alten Testament gibt es vier Personen namens Amazja. In der Lesung dieses Sonntags ist er leitender Priester im Staatsheiligtum Bet-El. Ihm passte es gar nicht, dass und wie der Prophet Amos dort auftrat.
Denn der predigte zur Zeit einer wirtschaftlichen Blüte gegen die ausbeuterischen Methoden der Oberschicht und prophezeite ihr Gottes Gericht. Daher beschuldigte Amazja den Amos vor König Jerobeam II. (782 - 747 v. Chr.) aufrührerischer Reden und verbot dem Propheten, weiter im Nordreich zu wirken. (ju)
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Was war Bet-El?
Bet-El (Haus Gottes), mitunter Bethel genannt, war ein Heiligtum im Nordreich Israel, 17 Kilometer nördlich von Jerusalem. Hier soll Jakob im Traum die Himmelsleiter erschienen sein. Nach der von der Trennung Israels in Nord- und Südreich (um 970 v. Chr.) machten die Nordkönige, besonders Jerobeam I. und Jerobeam II., Bet-El zu einem religiösen Konkurrenzort für den Tempel in Jerusalem, etwa indem sie dort einen goldenen Stier aufstellten. Heute liegt der antike Ort auf dem Gebiet der Palästinensischen Autonomiegebiete, nahe der 1977 gegründeten jüdischen Siedlung Bet El, vier Kilometer nördlich der Innenstadt von Rammallah. Um sie gab es im Juni heftige Auseinandersetzungen, als einige Siedlerhäuser von der israelischen Polizei geräumt wurden. (ju)
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HEBT JESUS DAS GESETZ AUF?
Bei Matthäus sagt Jesus eindeutig: "Denkt nicht, ich sei gekommen, das Gesetz...aufzuheben" (Mt 5,17...).
Paulus hingegen behauptet: "Er hob das Gesetz samt seinen Geboten und Forderungen auf!" Was stimmt?
Dass Jesus das komplette Gesetz aufgehoben hat, etwa auch die Zehn Gebote, meinte Paulus nicht. Eher ging es um die Auswüchse, um allzu strenge Regelungen, die dem Menschen mehr schaden als nutzen. Paulus nahm sich die Freiheit, die Anliegen Jesu in seinem Sinne zu interpretieren und hat so den christlichen Glauben zukunftsfähig gemacht ohne die jüdischen Wurzeln zu verleugnen. (kamp)
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WO LIEGT BAAL-SCHALISCHA?
Am Ende einer Reihe von Heilungen und Speisewundern des Propheten Elischa (ca, 850-800 v. Chr.) wird eine Brotvermehrung erzählt, wie sie später die Evangelisten auch von Jesus erzählen werden. Der Mann, der Elischa Brote und Getreidekörner gibt, stammt aus Baal-Schalischa. Der Ort lag vermutlich etwa 20 Kilometer westlich von Sichem, einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt 50 Kilometer nördlich von Jerusalem. Da Elischa im Nordreich Israel wirkte, spielte auch die Geschichte in der Ebene zwischen Judäa und dem Süden Galiläas. (ju)
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WAS WAREN ERSTLINGSFRÜCHTE?
Die sogenannten Erstlingsfrüchte waren sozusagen die ersten Früchte der Saison: im Frühjahr das erste Getreide und der erste Brotteig, im Herbst die ersten Früchte wie Wein, Oliven oder Obst. Sie wurden Gott gegeben, um anzuerkennen, dass er der Herr über die Schöpfung und das Leben ist. Das war mitunter ein harter Schritt, wenn die vorherige Ernte mager ausgefallen war und die Menschen schon Hunger litten. Die entsprechenden Früchte wurden im Tempel oder an einem anderen Heiligtum abgelieferrt und dort entweder als Brandopfer dargebracht oder sie dienten der Verpflegung der Priesterschaft. Zwar wurde die Abgabe nicht streng überprüft, galt aber als moralische Pflicht. (ju)
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WOHER STAMMTE ELISCHA?
Der Prophet Elischa, der in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts v. Chr. lebte, stammte aus dem Ort Abel-Mehola (deutsch: Tanzaue)am Ostufer des Jordans.
Elischa gilt als legitimer Nachfolger des Elija, begann aber erst öffentlich zu wirken, nachdem Elija entrückt worden war (Berg Kamel, an dem beide gewirkt haben).
Später scheint Elischa Anführer einer religiösen Gemeinschaft am Heiligtum von Gilgal gewesen zu sein, dessen Mitglieder "Prophetensöhne" genannt wurden. (ju)
Quelle: neueKIRCHEN ZEITUNG- Nr. 26
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TOTE SOLLEN TOTE BEGRABEN
Es gibt einige Zitate in der Bibel, aus denen bis heute klar wird, wie radikal Jesus oft dachte -und dass er gerne provozierte. Die Aufforderung an einen Mann, dessen Vater gerade gestorben war, er solle das Reich Gottes verkünen und "die Toten ihre Toten begraben" lassen, ist ein Beleg für beides. Immerhin war es eine der wichtigsten Pflichten von Kindern, ihre verstorbenen Eltern zu bestatten. Doch für seine Boten, die seine radikal neue Botschaft des Reiches Gottes ausrufen sollten, sollte die alte Welt nicht mehr gelten, die Welt, in der man sich einander bis in den Tod und zum Begräbnis begleitet. Das "neue System", das Jesus verkündete, war so radikal, dass noch Jahrzehnte später Paulus eine gewisse Anarchie, die sich in Gemeinden breitmachte, zurückstutzen musste. (ju)
Quelle: neue KIRCHEN ZEITUNG - Nr. 26
Anmerkung: Können Tote ,Tote begraben? Ich bin hier eher der Meinung, daß Jesus damit meinte, daß die, die das Reich Gottes verkünden, das Leben bedeuten, und die, die das nicht taten, zu den Toten gehörten . Diese Toten sollten dann auch ihre Toten begraben -
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GASTREGELN FÜR MISSIONARE
Jesus schickte seine Anhänger durch Galiläa, um seine Botschaft zu verbreiten. Mit dieser Erzählung gibt auch der Evangelist Lukas den ersten Christen einen Hinweis, wie sie missionieren sollen. Kommen Jünger Jesu in einen Ort, so fragen sie beim erstbesten Haus nach einem Quartier. Werden sie dort freundlich aufgenommen, von einem "Sohn des Friedens", so sind die Boten von Gottes neuem Friedensreich genau richtig. Weil sie gute und wichtige Arbeit machen, sollen sie ihre Verpflegung nicht als Bettler, sondern als Lohn bekommen. Allerdings verbietet der Respekt vor dem Gastgeber, dass sie weiterziehen, nur weil in einem anderen Haus das Essen schmackhafter und die Betten bequemer sein sollen. (ju)
Quelle: neue KIRCHEN ZEITUNG - 27
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DER SATAN FIEL VOM HIMMEL
"Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen" ist einer der rätselhaftesten Sätze aus dem Munde Jesu.
Sehr wahrscheinlich hat Jesus diesen Satz so gesagt; Lukas aber hat ihn vermutlich aus einem anderen Zusammenhang genommen.
Daher ist unklar, ob Jesus von einer Vision berichtet oder ob ihm eine intuitive Einsicht zuteil wurde. Laut jüdischen wie christlichen Vorstellungen lebte Satan ursprünglich im Himmel, wie ein untergebener Bote Gottes. Jesus erkannte/sah, dass dieser Zustand beendet ist: Gott selber hat den Verursacher des Bösen gestürzt. Zwar bedeutet die jenseitige Entmachtung Satans noch nicht, dass er auch im Diesseits besiegt ist, aber ein Anfang ist gemacht. Deshalb kann das Reich Gottes sich nun Bahn brechen. (ju)
Quelle: neue KIRCHEN ZEITUNG - Nr. 27
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NAMEN IM HIMMEL VERZEICHNET
Mit dem Satz "eure Namen sind im Himmel verzeichnet"
spielt Jesus auch auf die Bürgerlisten antiker Städte an.
Nur vollwertige Bürger mit allen Rechten und Pflichten
etwa wurden von einer politischen Gemeinde in ihre Bürger-
listen aufgenommen. Das gab Sicherheit, bedeutete aber
auch Pflichten - etwa zu Wehrdienst oder Steuerzahlung.
Gleichzeitig schwingt in der Aussage die jüdische Vorstellung
mit, dass Gott jene Menschen, die in seinen Augen gerecht
sind, genau kennt. (ju)
Quelle: neue KIRCHEN ZEITUNG - Br. 27
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SCHRIFTGELEHRTE
Schriftgelehrte waren die jüdischen Theologen und wurden meist mit "Rabbi" angeredet. Nach einem mehrjährigen Studium und der Ordination durften sie religionsgesetzliche Fragen entscheiden, in Strafprozessen als Richter mitwirken und Urteile in Zivilprozessen fällen; wer wollte, konnte eine Schule gründen. Rabbinen hatten keine priesterlichen Aufgaben.
Heutige Rabbinen sind die Nachfolger dieser Schriftgelehrten. (ju)
Quelle: neue KIRCHEN ZEITUNG - Nr. 28
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LEVITEN
Leviten galten als Nachkommen des Levi, des Sohnes von Jakob und einer von den zwölf Stammvätern Israels. Sie hatten im Volk Israel besondere Aufgaben im religiösen Kult, wurden dafür eigens gereinigt und geweiht. Sie waren Träger des heiligen Zeltes, später Priester an den verschiedenen Kultstätten Israels. Nach der Reform des Joschija (622 v. Chr.) war nur noch der Kult am Tempel in Jerusalem gestattet; dadurch verloren viele Leviten ihre Arbeit. (ju)
Quelle: neue KIRCHEN ZEITUNG - Nr. 28
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PRIESTER
Nicht alle Priester am Jerusalemer Tempel gehörten zur Gruppe der Leviten.
Daher unterschied man zwischen Leviten und anderen Priestern. Zur Zeit Jesu waren am Tempel besonders einflussreich die Zadokiden, Nachfolger des Priesters Zadok aus der Zeit Davids und Salomos. Auf jeden Fall waren alle drei Gruppen, Gesetzeslehrer, Priester wie Leviten, angesehene religiöse Gruppen. (ju)
Quelle: neue KIRCHEN ZEITUNG - Nr. 28
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VATER UNSER ODER UNSER VATER?
Im Evangelium dieses Sonntags berichtet Lukas, wie Jesus seine besondere Weise zu beten lehrt. Es heißt dort: "Vater, geheiligt werde dein Name...". Matthäus (6,9-1,3) überliefert das Gebet ausführlicher: "Vater unser, der im Himmel, geheiligt werde dein Name dein...". Im Deutschen müsste es korrekt heißen "Unser Vater im Himmel...". Weil aber im Griechischen (Páter hemón) wie im Lateinischen (Pater noster) das besitzanzeigende Fürwort "unser", wenn es nicht betont ist, nachgestellt wird, wurde aus dem jahrhundertelang lateinisch gebeteten "Paternoster" das deutsche "Vaterunser". Nur in der reformierten Kirche
beginnt das Gebet mit "Unser Vater...". (ju)
Quelle: neue KIRCHEN ZEITUNG-Nr. 30
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SODOM UND GOMORRA
"Hier geht's zu wie in Sodom und Gomorra", so ein Sprichwort. Die in Genesis 18,20 erwähnten Klageschreie lassen auf allgemeine Rechtlosigkeit, Willkür und sexuelle Ausschweifungen schließen. Deswegen vernichtete Gott die Städte mit Feuer und Schwefel, eine Erzählung die auch darauf beruht, dass die Gegend unfruchtbar ist und natürliche Vorkommen von Schwefel und Erdpech hat. Wegen des eindrucksvollen Strafgerichts wurden "Sodom und Gomorra" zum geflügelten Begriff. (ju)
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WINDHAUCH BEI KOHELET
Kohelet ist kein Eigenname eines Autors, sondern eine Anlehung an das Wort "qahal" für "Versammlung". Der Autor des Buches, aus dem die erste Lesung stammt, dürfte also ein Lehrer oder Prediger in der Versammlung sein. Manche Exegeten meinen auch, er ist das Gegenteil: ein Vertreter der Versammlung selbst, ein Gläubiger, der mit der herkömmlichen Lehre unzufrieden ist und nun das Wort ergreift. Das ganze Buch ist von einer pessimistischen Weltsicht geprägt. Das Wort "Windhauch" ist dafür typisch. Es kommt gelegentlich auch anderswo im Alten Testament vor (Ijob 7,16 oder Psalm 39) und bezeichnet die Vergänglichkeit des Menschen und die Vergeblichkeit seines Mühens. Auf Erden ist kein Lohn für gute oder schlechte Taten zu erwarten, und an ein Jenseits glaubt der Schreiber des Buches noch nicht. Kohelet ist ein Buch des Übergangs: Der alte jüdische Glaube, dass es den Menschen im Leben jeweils so ergeht, wie sie sich verhalten, trägt nicht mehr. Eine neue Hoffnung im Reich Gottes gibt es aber noch nicht. So bleibt nur die fatalistische Weltsicht: Alles vergeht, wie es gekommen ist. (kamp)
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WAS SIND SKYTHEN?
Die "Skythen" sind eher irrtümlich in die Bibel gewandert, denn wissenschaftlich sind sie indogermanische Nomaden, die im ersten Jahrtausend vor Christus in der südrussischen Steppe lebten.
Angeblich sollen sie bei einem großen Plünderungszug bis vor Ägypten vorgerückt sein und sind möglicherweise die "Feinde aus dem Norden", die bei Jeremia 4-6 erwähnt werden. Bei Paulus und anderswo in der antiken Literatur gilt "Skythen" als Sammelbegriff für "Barbaren", also für fremde Völker, die unkultiviert, gottlos und brutal sind. Aber auch sie sollen nach Paulus als gleichwertige Mitglieder in die christliche Gemeinde aufgenommen werden. (kamp)
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WARUM WAR EIN GÜRTEL WICHTIG?
Im Evangelium fordert Jesus seine Jünger auf: "Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen." Damit will er sagen: Rechnet jederzeit damit, dass der Menschensohn wiederkommt und Gott sein Reich auf Erden errichtet. Wer seinen Gürtel nicht ablegt, war jederzeit bereit zum Aufbruch. Mit einem Gürtel wurden Obergewänder und Mäntel, die weder Knöpfe noch Reißverschlüsse hatten, zusammengehalten, so dass Wind und Regen nicht darunterfahren konnten. Zudem konnten darin Werkzeug, Waffen oder Geld aufbewahrt werden. Mit einem Gürtel wurde auch das weite Untergewand geschürzt, das sonst wegen seiner Länge und Weite bei der Arbeit, der Reise oder im Kampf hinderlich wurde. (ju)
Quelle: neue KIRCHEN ZEITUNG -Nr. 32
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DER HEBRÄERBRIEF
Wer genau diesen Brief in bestem Griechisch verfasst hat, ist unbekannt. Ebenso die genauen Empfänger, obwohl die ältesten Abschriften des Briefes aus dem 2. bis 4. Jahrhundert den Text mit "An die Hebräer" betitteln. Damit gemeint sind Judenchristen, die noch ganz in der jüdischen Tradition leben. Deswegen kann der Autor die Bedeutung von Jesus Christus auch am ehesten mit Bezügen auf die Tora, die Propheten und die jüdische Tradition herausstellen. Deswegen spricht er von Engeln, von Abraham und Sara, vom Volk Gottes und der Treue zum Neuen Bund, von Opfer und vom Hohepriester.
Geschrieben wurde der Text wahrscheinlich gegen Ende des 1. Jahrhunderts von Rom aus. (ju)
Quelle: neue KIRCHEN ZEITUNG - NR. 32
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VORWÜRFE AN JEREMIA
Als Jerusalem von den babylonischen Truppen belagert wird, warnt Jeremia die politische Führung und die Bewohner der Stadt mehrfach: Den Babyloniern entkommt ihr nicht. Später rät er gar: Wer nicht verhungern oder bei der bevorstehenden Eroberung getötet werden will, sollte die Stadt verlassen und zu den Babyloniern überlaufen. Dieses Unheilsgerede, so seine Gegner, mache den Menschen Angst und lähme die verbliebenen Verteidiger. Sie werfen ihm also Wehrkraftzersetzung vor. Doch Jeremia sollte Recht behalten: Am 29. Juli 587 v. Chr. schlagen babylonische Truppen eine Bresche in die Festungsmauer Jerusalems und dringen in die Stadt ein. (ju)
Quelle: neue KIRCHEN ZEITUNG - NR. 33
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WER WAR EBED-MELECH?
Ebed-Melech war hoher Beamter am Hof des judäischen Königs Zidkija (618-585 v. Chr) aus der Region des heutigen Sudan oder Äthiopien. Anders als Zidkija glaubte Ebed-Melech Jeremias Worten und bat den König, den Propheten aus der Zisterne zu befreien. Aus Dank für diese Rettung warnt Jeremia den Mann, so dass er vor der Einnahme Jerusalems fliehen kann. (ju)
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GEGEN WELCHE SÜNDE WIDERSTAND LEISTEN?
Als "Sünde" bezeichnet der Verfasser des Hebräerbriefes das Gegenteil von Glauben - sein großes Thema: von Abraham bis Jesus Christus, der für den Glauben sein Blut gegeben hat. So schlimm ist es für die Adressaten dieser schriftlichen Predigt noch nicht gekommen. Aber in den aufkommenden Verfolgungen sollen sie durchhalten. (ju)
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WEN VERJAGT DER HAUSHERR?
Im Evangelium dieses Sonntags hat Lukas mehrere überlieferte Worte Jesu in einer Szene neu zusammengestellt.
Es geht dabei um die in Israel damals weit verbreitete Frage, ob nur wenige Menschen gerettet werden. Die Rabbinen waren geteilter Meinung; eine Mehrheit hielt es mit Fragesteller und Jesus: Es sind nur wenige -die Tür ins Reich Gottes ist eng. Es gibt keine reservierten Plätze und Einlassgarantien. Daher fordert Jesus die Menschen zum Kampf um Einlass auf: nicht gegeneinander, SONDERN MIT SICH SELBST GEGEN DIE VERSUCHUNGEN SATANS. (ju)
Quelle: neue KIRCHEN ZEITUNG - NR. 34
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WORTE, BEI DENEN DIE HÖRER FLEHTEN?
Im Hebräerbrief heißt es im 12.Kapitel:"Denn ihr seid nicht zu einem sichtbaren, lodernden Feuer hingetreten, zu dunklen Wolken, zu Finsternis und Sturmwind, zum Klang der Posaunen und zum Schall der Worte, bei denen die Höhrer flehten, diese Stimme solle nicht weiter zu ihnen reden." Das erinnert an die Naturereignisse, von denen berichtet wird, als Mose am Sinai den Bund mit Gott verkündet. Dort ist nämlich von Blitz, Donner und Getöse die Rede, was die Israeliten einschüchterte, so dass sie sich vor Gott fürchteten. Gott aber will den Menschen keine Angst machen. Seine Größe und Stärke soll die Feinde erschrecken, nicht aber sein Volk. Gottes- "Furcht" ist nicht gleichbedeutend mit Angst und Schrecken, sondern ist Ausdruck der Verehrung Gottes. (kamp)
Quelle: neue KIRCHEN ZEITUNG - NR: 35
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WO SCHRIEB PAULUS DEN BRIEF AN PHILEMON?
Ob es ein richtiger Kerker war oder nur ein Hausarrest in Ephesus, wo Paulus den Brief an Philemon um das Jahr 55/56 geschrieben hat, ist nicht ganz sicher. Einige Wissenschaftler meinten, der Brief sei später in Rom entstanden; dann aber hätte Philemon in der Nähe von Rom gewohnt und nicht in Kolossä, das in der heutigen Südwesttürkei, auf halbem Wege zwischen Izmir und Antalya lag. (ju)
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WER WAR ONESIMUS ?
Onesimus war ein Sklave des Philemon aus der kleinasiatischen Stadt Kolossä. Er war von seinem Besitzer fortgelaufen, kam zu Paulus, wurde von diesem zum Glauben an Christus bekehrt und getauft. Dann schickte Paulus ihn an Philemon zurück, mit einem Begleitschreiben, das die Kirche als Philemonbrief in den Kanon des Neuen Testaments aufnahm. Es ist die kürzeste Schrift der christlichen Bibel. Der griechische Name Onesimus bedeutet so viel wie "der Nützliche". Eigentlich wollte Paulus ihn gerne selber als Mitarbeiter gewinnen. Weil er aber damalige Gesetze und Gepflogenheiten wahren wollte, schickte er Onesimus zu seinem Herrn zurück.
Doch der soll ihn "nicht mehr als Sklaven, sondern ...als geliebten Bruder" aufnehmen (Vers 10).
Damit fordert Paulus zwar nicht die Abschaffung der Sklaverei. Aber als Christen sollen Herren und Sklaven anders miteinander umgehen. (ju)
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SIND 100 SCHAFE EINE GROSSE HERDE?
Es gab in Israel sicher größere Herden als 100 Tiere. Im 1. Buch Samuel wird etwa von einem Mann in Karmel berichtet, der 3000 Schafe und 1000 Ziegen hatte (25,2). Aber der galt auch als "sehr reich". Kleinviehherden bestanden meist aus Schafen und Ziegen, mitunter nur aus Schafen. Andererseits konnte sich nicht jeder Israelit eine Herde von 100 Schafen leisten. Zudem hüteten meist mehrere Hirten eine Herde von Tieren verschiedener Besitzer. (ju)
Quelle: neue KIRCHENZEITUNG-NR. 37
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WER WAR TIMOTHEUS?
Timotheus (deutsch: Fürchtegott) war ein einger Mitarbeiter des Paulus und stammte aus Lystra, einem Gebirgsort im heutigen Anatolien. Seine Mutter Eunike war eine Jüdin, die sich später taufen ließ, sein Vater ein griechischer Heide. In Lystra wurde er Paulus auf dessen Missionsreise als Mitarbeiter empfohlen. Timotheus stieg schnell zum engen Vertrauten des Paulus auf, der ihn mehrfach mit schwierigen Aufgaben betraute. Wohl deshalb wird er auch außerhalb der Timotheusbriefe an relativ vielen Stellen erwähnt, etwa in der Apostelgeschichte, in den Briefen an die Korinther, Thessalonicher und Philipper. (kamp)
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WARUM "GOLDENES KALB"?
Der Begriff "Kalb" ist abwertend gemeint -eigentlich handelte es sich um einen starken Stier. "Golden" deshalb, weil es zuvor in Vers 3 heißt, die Israeliten hätten für die Figur ihre goldenen Ohrringe einschmelzen lassen.
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WAS IST DAS NEUMONDFEST?
Das israelische Jahr war ein Mondjahr. Jeder Monat begann mit dem Erscheinen der Mondsichel, dem sogenannten Neumond. Er wurde nicht berechnet, sondern von Israels höchsten Bergen beobachtet und mittels Lichtsignalen bekanntgegeben.
Zum Zeichen dafür, dass jeder Monat dem Herrn geweiht ist, gibt es im Buch Numeri Gesetze zur Feier dieses Tages (Num 28,11ff.). Dazu gehören besondere Tier- und Trankopfer. Dabei mussten von den Priestern die silbernen Trompeten geblasen werden, teils zur Verkündigung des Festes, teils als Zeichen der Freude. Zwar war es nicht vorgeschrieben, am Neumondfest wie am Sabbat einen Ruhetag einzuhalten, doch war es offenbar üblich, ihn als Festtag zu begehen und Handel und schwere Arbeit ruhen zu lassen. (kamp)
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UNGERECHTER MAMMON
Geld und großes Vermögen werden in der Bibel oft skeptisch beurteilt. Schon der Begriff "Mammon" hat im Judentum einen abwertenden Beigeschmack. In diesem Sinne meint Jesus mit "ungerechtem Mammon" nicht nur Geld, das erwiesenermaßen betrügerisch erwirtschaftet wurde - wie beim Gleichnis vom ungerechten Verwalter. Jesus warnt überhaupt vor allzu großem Besitz, weil an ihm oft irgendein Unrecht hängt und er häufig "ungerechte" Verwendung findet. Vermutlich denkt er so wie Jesus Sirach im Alten Testament: "Des Geldes wegen haben schon viele gesündigt; wer es anzuhäufen sucht, schaut nicht genau hin." (Sir 27,1). Zuverlässig zu sein im Umgang mit dem "ungerechten Mammon". bedeutet dagegen, sich leicht vom Reichtum zu trennen und den Armen davon großzügig abzugeben. (kamp)
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FLEISCH UND GEIST BEI PAULUS
Das "Fleisch" bezeichnet in der biblischen Tradition alles,
was an das Irdische bindet. "Fleisch" (griechisch: sarx)
ist der Mensch in seiner Vergänglichkeit; "fleischlich"
sind vergängliche Güter wie Nahrung oder Geld. Bei Pau-
lus bekommt "sarx" aber einen noch spezielleren Klang:
Es ist der Mensch in seinem Gegensatz und Widerspruch
zu Gott, der Mensch, der sich nur auf sich selbst gründet
und so den Machtbereich Gottes verlässt. "Vom Fleisch
bestimmt" zu sein, kann nur zum Tode führen, zur end-
gültigen Vergänglichkeit. Christen hingegen leben aus
dem "Geist", dem lebenspendenden Geist Christi, den
Gott aus reiner Gnade geschenkt hat. Der Geist ist in die-
sem Sinne eine Gabe, die jetzt schon "in euch wohnt".
Dieses Geschenk führt allerdings auch zu einer Auf-Gabe
ganz praktisch und auch im moralischen Sinne "aus dem
Geist" zu leben. (kamp)
Quelle: neue KIRCHENZEITUNG NR. 14