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Allgemeine Diskussionen => Allgemeine Diskussionen => Thema gestartet von: velvet am 16. Februar 2012, 11:30:59
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Griechenlands Staatspräsident Karolos Papoulias geht mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wegen der harten Haltung Deutschlands in der Schuldenkrise scharf ins Gericht.
“Ich kann nicht hinnehmen, dass Herr Schäuble mein Land beleidigt”, sagte Papoulias am Mittwoch sichtlich erbost. “Wer ist Herr Schäuble, dass er Griechenland kränkt? Wer sind die Niederländer? Wer sind die Finnen?” [...].
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In der griechischen Bevölkerung wächst der Unmut über die Forderungen Deutschlands.
Kommentar:
Er sollte Frieden bringen und Europa eigentlich vereinen – offiziell zumindest. Nun jedoch scheint sich das wahre Gesicht des Friedensbringers zu zeigen und das kurz vor seinem Ende. Wird der Euro kurz vor seinem Ableben etwa noch zu Kriegsgrund?
Bei Geld hört die Freundschaft auf. Das Sprichwort könnte seine Bedeutung kaum besser zeigen als in der laufenden Eurokrise, denn der Euro einte die Völker nur solange, wie es ihn quasi für alle Nehmerländer geschenkt gab.
Aus unserer Sicht mag das Gerede in Griechenland zwar wie das einer beleidigten Leberwurst klingen. Doch die Bevölkerung dort befindet sich bereits in einer sehr schwierigen, teils sogar die Existenz bedrohenden Situation. Wer Fahnen einer anderen Nation verbrennt, macht dies wohl kaum aus purer Lust und Laune, sondern will damit etwas deutlich zum Ausdruck bringen.
Wenn nun auch noch die Politik damit beginnt, gegen andere Nationen zu hetzen, insbesondere gegen die größten Geldgeber, dann ist die Lage nicht mehr uneingeschränkt beherrschbar. Es steht zwar nicht zu befürchten, dass Griechenland demnächst einen Krieg mit der BRD anzetteln wird, aber der Ton wird allerorten immer schärfer.
Solange die Bevölkerungen in Europa in der Mehrheit noch in Wohlstand gebettet sind, wird es außer gegenseitigen Beleidigungen und Verurteilungen zunächst auch nicht zu weiterer Eskalation kommen. Doch wehe, andere, nationalistisch orientierte Regierungen übernehmen die Macht in diesen Ländern.
In Griechenland sind demnächst Wahlen, in Frankreich ebenfalls. Verschlimmert sich die Krise und wird für die Bürger zu einer schmerzhaften Depression, ist es jedoch nicht mehr ausgeschlossen, dass aus politischen Drohungen gefährlicher Ernst wird. Die Geschichte lehrt uns das und sie wiederholt sich blöderweise tatsächlich.
Leider befindet sich der Euro auf genau dieser Bahn. Er wird Millionen von Menschen eine noch nie gekannte Armut bescheren. Diejenigen, welche dann nichts mehr zu verlieren haben, werden schlussendlich auch noch sämtliche Hemmungen verlieren und sich nehmen, was sie zum Leben brauchen. Wann das soweit sein wird, wissen wir nicht, aber es dürfte eher weniger als fünf Jahre dauern.