Das Soziale Königtum Christi - Von der Herrschaft des Christkönigs über die Gesellschaft!
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Bischof Bernard Tissier de Mallerais FSSPX wies in seinem Vortrag vom 12.5.2009 in München darauf hin, dass „das Werk der Kirche“ nicht ausschließlich darin besteht, die Einzelnen zu bekehren, „sondern auch die Einrichtungen der Gesellschaft umzuwandeln“. Als Beispiel nennt er „die Umwandlung des heidnischen Römischen Reiches in eine christliche Gesellschaft“. Aus katholischer Sicht basiert der Idealstaat eben nicht auf der weltanschaulichen Neutralität, sondern auf der katholischen Religion. Der hl. Papst Pius X. lehrt in seinem Apostolischen Schreiben „Notre Charge Apostolique“ vom 29.8.1910: „Man kann das Gemeinwesen nicht anders bauen, als Gott es gebaut hat; man kann die Gesellschaft nicht errichten, wenn die Kirche nicht die Fundamente legt und nicht die Bauarbeiten leitet; nein, es ist nicht mehr nötig, eine Kultur zu ersinnen, noch auch ein neues Gemeinwesen in den Wolken zu bauen. Es hat sie gegeben und es gibt sie: Es ist die christliche Kultur und das katholische Gemeinwesen. Es kann sich nur noch darum handeln, es unablässig gegen die immer wieder neu aufbrechenden Angriffe einer falschen Utopie der Revolte und der Gottlosigkeit auf seine natürlichen und göttlichen Grundlagen zu stellen und sie darin zu stärken und zu festigen.“ Wenn Katholiken in einem Staat die Mehrheit bilden und wirklich an Christus als den König und Retter der Menschen und der Gesellschaften glauben, dann werden sie auch danach verlangen einen katholischen Staat zu bilden. Papst Pius XI. empörte sich in seiner Enzyklika „Quas primas“ vom 11.12.1925 darüber, dass „der süße Name unseres Erlösers bei internationalen Zusammenkünften und in Parlamenten totgeschwiegen wird“. Er appelliert an den Eifer der Gläubigen: „Umso lauter müssen wir ihn in die Welt hinausrufen, umso kräftiger überall die Rechte der Königswürde und der Königsgewalt Christi bejahen und stützen.“ Christus muss über die Gesellschaft herrschen. Auf seinen Gesetzen muss das Staatswesen gründen. Nun könnte man einwenden, Christus habe gesagt, dass sein „Königtum [...] nicht von dieser Welt“ sei (Joh 18,36) und dass man „dem Kaiser“ geben solle, „was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört“ (Mk 12,17). Die kirchliche Lehre berücksichtigt diese Worte Christi durch die Lehre von den beiden Gewalten, der geistlichen und der weltlichen Gewalt.
Der hl. Papst Gelasius († 496) erklärt: „Christus hat, eingedenk der menschlichen Schwäche, durch eine großartige Anordnung zum Heil der Seinigen weise abwägend, die Rechtsbereiche beider Gewalten in eigenständige Betätigungsfelder und wohlgetrennte Würden geschieden […] So sollten die christlichen Kaiser für das ewige Leben der Bischöfe bedürfen, die Bischöfe dagegen im Bereich der irdischen Dinge nach den kaiserlichen Gesetzen leben.“ Ein katholischer Staat gründet auf der katholischen Staatsreligion. Eine Staatsreligion ist eine „von einem Staat in seinem Territorium ausschließlich anerkannte oder zumindest bevorzugte Religion bzw. Konfession“ und ist von einer Staatskirche zu unterscheiden, die vom „Staat [...] direkt beeinflusst oder mit ihm identisch“ ist (Artikel: Staatsreligion, Der Brockhaus in zehn Bänden, Band 9, Leipzig 2005, S. 6001). Die Staatsreligion verletzt also, im Gegensatz zum Staatskirchentum, die Lehre von den zwei Gewalten nicht. Eine Trennung von Kirche und Staat, so wie sie der Laizismus fordert, wurde immer selbstverständlich abgelehnt und z.B. vom hl. Pius X. in der Enzyklika „Vehementer nos“ vom 11.2.1906 explizit verurteilt. Das Ideal besteht darin, dass die beiden eigenständigen Gewalten in harmonischen Beziehungen zueinander stehen. Papst Pius XII. sagte 1955 in seiner Rede vor dem 10. Internationalen Historikerkongress, dass die Kirche „die Einheit des Volkes in der wahren Religion und die Einmütigkeit des Handelns zwischen ihr und dem Staat als ideal betrachtet“. Ein katholischer Staat erleichtert es den Menschen katholisch zu leben und zu sterben und so das ewige Heil zu erlangen. Da ein jeder Staat seine Grundlagen schützen muss, wird der katholische Staat die katholische Religion schützen und die anderen Religionen in ihrer öffentlichen Freiheit wenigstens einschränken. Das ist das Christkönigtum, für das wir als Katholiken eintreten müssen!