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römisch-katholisch => Priestertum / Klerus / Vatikan (Hl. Vater) => Thema gestartet von: velvet am 25. Februar 2012, 12:03:17

Titel: Papst: Pfarrer und Kapläne sollten mehr Demut zeigen
Beitrag von: velvet am 25. Februar 2012, 12:03:17
Benedikt XVI. bei Empfang für Klerus der Stadt Rom: "Erwachsenen Glauben" nicht als Emanzipation vom kirchlichen Lehramt missverstehen
23.02.2012

Vatikanstadt, 23.02.2012 (KAP) Mehr Demut unter den Pfarrern und Kaplänen wünscht Papst Benedikt XVI. Ein "Mangel an Demut zerstört die Einheit" der Kirche, sagte er am Donnerstag bei einer Begegnung mit dem Klerus der Stadt Rom. Zugleich beklagte er einen fortschreitenden "religiösen Analphabetismus" in der heutigen Gesellschaft.

Wie in jedem Jahr traf der Papst in seiner Rolle als Bischof von Rom zu Beginn der Fastenzeit mit den Klerikern der Ewigen Stadt zu einer Audienz zusammen. Anstelle von Fragen und Antworten hielt er diesmal eine geistliche Vorlesung.

"Verhaltet euch in einer Weise, die eurer Berufung würdig ist", ermahnte Benedikt XVI. die Priester. Zu den grundlegenden Tugenden von Geistlichen müssten Demut, Milde und Großherzigkeit zählen. Insbesondere gelte es, den Hochmut als die "Wurzel aller Sünden" zu überwinden.

Kritisch setzte sich Benedikt XVI. in seiner Vorlesung mit dem Begriff des "erwachsenen Glaubens" auseinander, der vielfach als eine Emanzipation vom kirchlichen Lehramt verstanden werde. "Aber das Ergebnis ist kein erwachsener Glaube; das Ergebnis ist eine Abhängigkeit von den Wogen der Welt, von den Meinungen der Welt, von der Dominanz der Medien, von der Meinung, die alle denken und wollen. Das ist nicht echte Emanzipation". Diese bestehe dagegen darin, sich von der Dominanz der öffentlichen Meinung zu befreien, so der Papst bei dem Treffen in der vatikanischen Audienzhalle.

Das bevorstehende Jahr des Glaubens, das er zum Konzilsjubiläum von Oktober 2012 bis November 2013 ausgerufen hat, nannte Benedikt XVI. "ganz konkret auch ein Jahr des Katechismus": "Wir erneuern das Konzil nur, wenn wir den Inhalt des Katechismus uns neu aneignen." Eine katechetische Erneuerung, ein vertieftes Kennenlernen des Glauben und Jesu Christi, sei dringend notwendig.