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römisch-katholisch => Priestertum / Klerus / Vatikan (Hl. Vater) => Thema gestartet von: velvet am 13. März 2012, 19:20:32
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11. März 2012, 12:38
Die Gewalt, Instrument des Antichrist, entmenschlicht die Menschheit
Benedikt XVI.: An Ostern beginnt der neue Kult der Liebe. Aufruf für Madagaskar. Von Armin Schwibach
Rom (kath.net/as) „Nie dient die Gewalt der Menschheit, sondern entmenschlicht sie“: mit diesen Worten wandte sich Papst Benedikt XVI. am heutigen dritten Fastensonntag in seiner Ansprache vor dem Angelus an die zehntausenden von Pilgern und Besuchern auf dem Petersplatz. Ausgehend vom Evangelium des Tages von der Vertreibung der Händler aus dem Tempel (Joh 2, 13-25) erklärte der Papst, dass dieses Handeln Jesu als eine prophetische Geste der Anklage gesehen werden konnte. Die Vertreibung der Verkäufer und Geldwechsler aus dem Tempel sei jedoch auch in einem politisch-revolutionären Sinn gedeutet worden. Jesus sei auf diese Weise mit den Zeloten in Verbindung gebracht worden, die bereit gewesen seien, auch Gewalt anzuwenden, um die Achtung des göttlichen Gesetzes zu gewährleisten. Zu jener Zeit sei ein Messias erwartet worden, der Israel von der Herrschaft der Römer befreien sollte.
Doch Jesus habe diese Erwartung enttäuscht, so dass ihn einige Jünger sogar verlassen und Judas Iskariot ihn verraten habe. Es sei unmöglich, Jesus als einen gewalttätigen Menschen zu deuten, so Benedikt XVI. eindringlich: „Die Gewalt ist gegen das Reich Gottes, sie ist ein Instrument des Antichrist“.
Die Mahnung Jesu, das Haus des Vaters nicht zu einer Markthalle zu machen, erinnere an ein Wort aus den Psalmen: „Denn der Eifer für dein Haus hat mich verzehrt; / die Schmähungen derer, die dich schmähen, haben mich getroffen“ (69,19). Dieser Psalm sei ein Ruf um Hilfe in einer Lage äußerster Gefahr aufgrund des Hasses der Feinde: jene Lage, die Jesus in seinem Leiden erleben werde.
Der Eifer für den Vater und sein Haus bringe Jesus bis ans Kreuz. Sein Eifer „ist ein Eifer der Liebe, der persönlich zahlt, nicht jener, der Gott durch die Gewalt dienen möchte“. Das Zeichen, das Jesus als Beweis für seine Autorität geben werde, werde gerade sein Tod und seine Auferstehung sei: „Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten“. Johannes merke an: „Er aber meinte den Tempel seines Leibes“.
Mit dem Pascha Jesu „beginnt ein neuer Kult, der Kult der Liebe, und ein neuer Tempel, der er selbst ist, der auferstandene Christus, durch den jeder Gläubige Gottvater 'im Geist und in der Wahrheit' anbeten kann“.
Nach dem Gebet des Angelus richtete der Papst einen Appell zugunsten der Bevölkerung von Madagaskar, die in den letzten Tagen von einem schweren Tropensturm betroffen war, welcher mehr als 70 Tote und fast 80.000 Obdachlose verursacht hat. Benedikt XVI. versicherte die Opfer und deren Familien seines Gebets und ermutigte die internationale Gemeinschaft zu einer großherzigen Hilfeleistung.
Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:
Mit Freude grüße ich alle Pilger und Besucher deutscher Sprache, besonders die Teilnehmer an der Siebenkirchenwallfahrt des Collegium Germanicum et Hungaricum und die Pilgergruppe aus Mannheim. Das heutige Evangelium berichtet uns von Jesu Tempelreinigung und dem Hinweis auf den neuen Tempel, der er selbst ist. Nach einem Wort des Apostels Paulus sind aber auch wir ein wahrer Tempel, wenn wir Christus in uns Gestalt werden lassen. Im Sakrament der Buße gibt uns der Herr Gelegenheit, diese Gestalt immer wieder zu erneuern. In jeder Beichte macht er uns neu zum Tempel, in dem er Wohnung nimmt. Der Herr schenke euch Freude und Zuversicht auf allen Euren Wegen.