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römisch-katholisch => Fragen und Themen zum Glauben allgemein => Thema gestartet von: Andal am 04. Februar 2011, 08:40:59

Titel: Pflichtzölibat
Beitrag von: Andal am 04. Februar 2011, 08:40:59
Bischof Marx hat sich (in meinen Augen recht gut) zu den aktuellen Forderungen seitens deutscher Politiker (u.a. Bundestagspräsident Lammert) geäußert, das Pflichtzöllibat zu überdenken:

Erzbischof Reinhard Marx fordert eine differenziertere Zölibats-Debatte. Es dürfe nicht nur um die Frage gehen, wie die katholische Kirche mehr Personal bekomme, sagte Marx am Mittwochabend im Liebfrauendom. Die Diskussion müsse sich vor allem um die Frage drehen, ob ein Leben, das auf Ehe und Familie verzichtet, überhaupt möglich sei, 'oder ob das eine unmenschliche Forderung ist, die den Menschen verkrümmt und verfremdet, ihn unmenschlich und krank macht'. Marx sagte in seiner Predigt zu Mariä Lichtmess, dass die Verpflichtung von Ordensleuten auf Ehelosigkeit, Gehorsam und Armut dem Lebensbeispiel Jesu folge. Für die katholische Kirche gelte es, dieses Zeichen als kostbare Gabe an die ganze Kirche zu sehen, 'und nicht den Priestern und Ordensleuten einzureden, dass sie verrückt sind'

Quelle:
http://www.sueddeutsche.de/b5338Z/3882315/Marx-will-differenzierte-Debatte-um-Zoelibat.html (http://www.sueddeutsche.de/b5338Z/3882315/Marx-will-differenzierte-Debatte-um-Zoelibat.html)

lg
Andal
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Theo2 am 07. Februar 2011, 16:36:35
Warum tut man sich eigentlich so schwer? Es gab doch bis zum 12. Jahrhundert in der Kirche schon verheiratete Priester und noch heute toleriert die RKK die verheirateten Priester in der Ostkirche. Wenn eine Regel =Zölibat eingeführt wurde, muss man genau so gut den Zölibat auch wieder abschaffen können. Im NT jedenfalls steht nix davon, dass Priester unverheiratet seinmüssen.
Theo2
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: kleineMaria am 07. Februar 2011, 17:38:36
Es war übrigens einer sehr gute Predigt von Reinhard Kardinal Marx. Er gab damit ein deutliches Signal an die Lehmannfreunde, dass Bayern in der Zölibatsdebatte eindeutig hinter dem Heiligen Vater und dem Lehramt der Kirche steht. Dass wurde auch eindrucksvoll von den anderen bay. Bischöfen bestätigt, die in ihrer Mehrzahl dem bayrischen Primas in ihren Predigten gefolgt sind.


Sehr gut geschrieben, lb. Wendelinus.
 LG adina.
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Andal am 07. Februar 2011, 22:02:27
@ theo
Unter anderem halt aus dem Grunde, den Bischof Marx angesprochen hat. Es wird dem Lebensbeispiel Jesu gefolgt.

Es stellt sich aber doch eher die Frage, weshalb die besagten Theologen den Priestermangel am Zöllibat festmachen? Die Protestanten schlagen sich ebenfalls mit dem Priestermangel rum. Und das, obwohl sie die Grundlagen für dieses zöllibatslose "Erfolgsmodell" unlängst geschaffen haben.
Dieser Brief wurde mit oberflächlichen Forderungen versehen, die bei näherer Betrachtung unhaltbar sind.

Man sollte theologische Fragen philosophisch begegnen und nicht mit dem Taschenrechner.
Kardinal Brandmüller hat deshalb auch recht, als er Bundestagspräsident Lammert nach seiner Legitimation fragte, zu solchen Themen öffentlich Stellung zu beziehen.

lg
Andal
Titel: Pflichtzölibat
Beitrag von: kleineMaria am 07. Februar 2011, 22:10:56
Hallo @theo.

Ja genau so ist es.
Pfarrer Buschor vom K-TV sagte heute Abend auch in den tagesthemen, diese Theologen und die anderen, sind nicht mehr katholisch, sie sollen zu den anderen christlichen Gemeinschaften gehen,
wenn sie so eine gesinnung haben...

LG
adina
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Anemone am 08. Februar 2011, 16:05:02
Warum tut man sich eigentlich so schwer? Es gab doch bis zum 12. Jahrhundert in der Kirche schon verheiratete Priester und noch heute toleriert die RKK die verheirateten Priester in der Ostkirche. Wenn eine Regel =Zölibat eingeführt wurde, muss man genau so gut den Zölibat auch wieder abschaffen können. Im NT jedenfalls steht nix davon, dass Priester unverheiratet seinmüssen.
Theo2


Zölibat braucht Auferstehung
Interessant, wer der katholischen Kirche alles rät, den Pflichtzölibat aufzugeben. Hat das schon jemand dem Dalai Lama geraten? Wie würde es bei uns ankommen, wenn afrikanische Demoskopen uns Europäern rieten, doch endlich mehr Kinder pro Familie zu zeugen? (Dass es immer wieder Europäer gibt, die Afrikanern mit umgekehrten Ratschlägen reinreden wollen, lasse ich mal beiseite.)

Das alles ist wie Bäckerweisheit für Nachtbarbesitzer. Wahrer Respekt vor einer Lebensart verbietet besserwisserische Einmischung.  Wer nicht an die Auferstehung Jesu glaubt und nicht seine Wiederkunft erwartet, dem bestreite ich das Recht, über Sinn und Unsinn von Zölibat zu diskutieren.

Ich bin für die Beibehaltung des Pflichtzölibates. Zumindest solange, bis alle Katholiken an die Auferstehung glauben.
(Hervorhebung von mir Anemone)

Bis jetzt tun es laut Studie (von 2003) nur 41%. Die Zahl dürfte weiter gesunken sein.

Von ihren Amtsträgern den Zölibat zu erwarten, kommt aus der göttlichen Stiftung der Kirche. Die Orthodoxie hat sich diese Praxis zumindest bei den Bischöfen erhalten. Der Zölibat ist die institutionelle Regel, die auf das Fehlen Jesu als des himmlischen Bräutigams zeigt und auf ihn hin verweist.

So, das wäre jetzt ausgesprochen. Wer logisch denkt, versteht das nicht. Wer das glaubenslogisch erfassen will, sei mir willkommen.

Der oft rein pragmatische Streit über den Zölibat muss seine evangelische (d.h. evangeliumsgemäße) Grundlage wiedererlangen. Wir müssen wieder durchdringen: Ist Christus von der Jungfrau Maria geboren worden? Tut Gott seine Wunder heute noch? Wird Christus wiederkommen, zu richten die Lebenden und die Toten? 

Keiner muss das glauben. Wer es glaubt, wird für den Pflichtzölibat eher Verständnis haben. Und wenn es alle glauben in der katholischen Kirche, wird auch Platz sein, Ausnahmen von der Pflicht zuzulassen. 

Ihr

Bruder Paulus (Kapuziner)


Gottes Segen

Anemone
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Martial am 08. Februar 2011, 19:52:50
Habe hier einen sehr schönen Aspekt gefunden der den Zölibat betrifft.
Hier ist er (mit der Überschrift:)
Zölibat: Es geht um die Erhaltung einer Institution
...wenn es gerade noch hieß, man könne den Zölibat gar nicht abschaffen, so muss gleich ein Gedanke bedacht werden, ohne den etwas fehlen würde. Man kann den Zölibat sehr wohl abschaffen und ich glaube, das wäre ein großer Verlust. Es gibt wieder zwei Möglichkeiten, die Sache zu sehen. Der Zölibat ist eine Lebensform, die auf eine persönliche, natürliche Veranlagung des einzelnen antwortet. Insofern kann man ihn natürlich nicht abschaffen. Der Zölibat ist eine persönliche Berufung, wie auch die Ehe eine solche ist. Die Ehe....
Quelle:http://www.vita-in-deum.de/blogs/johannes/johannes/tag/zolibat.html
LG Martial
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Theo2 am 11. Februar 2011, 13:37:57
Danke für die Antworten
Ob durch die Aufhebung des Zölibates sich mehr Bewerber für das Priesteramt finden lassen halte ich für wenig wahrscheinlich.
Ob die Scheidungsraten dadurch größer würden, lässt sich ebenfalls als nicht zutreffend (bisher jedenfalls) belegen.
Und es ist völlig unwesentlich ob ein Dhalai Lama oder sonstiger Kirchenfürst zölibater lebt oder nicht.

Die Frage nach der Richtigkeit des Zölibates entsteht nur deshalb, weil die Kirche mit, nach meiner Meinung konstruierten Begründungen, weil es keine expleziten Anweisungen aus der Bibel dazu gibt, auf dem Pflichtzölibat besteht, was offensichtlich nicht nur bei den "Außenstehenden" sondern innerhalb der Priesterschaft für Irritationen sorgt.

Der Zölibat ist, auch wenn das einige nicht gerne hören, nun mal eine von den Kirchenvätern festgelegte Regelung.
Und weil das so ist, sollte man doch in der Lage sein, über eine evtl. Änderung einer in früheren Zeiten gefällten Entscheidung nachdenken zu können und nicht kategorisch mit ebenso konstruierten Begründungen schon das Nachdenken darüber als "Glaubensabfall" zu behandeln.

Kaum ein Katholik hält den Pflichtzölibat für eine "natürliche Regelung".
Wenn ein Priester wirklich freiwillig ehelos bleiben will, kann er das ja tun.

Bisher gibt es aber keine wirkliche Freiwilligkeit, sondern es ist ein Zwang - auch wenn mancher sagt er hat ja die eigene Entscheidungsmöglichkiet zu sagen ob er Priester werden will oder nicht.
Solche Aussagen halte ich eher für zynisch.

Vielleicht sollte man in dem Zusammenhang darüber nachdenken, ob es nicht so ein Zynismus ist, der vielen Menschen die Kirche immer weniger glaubwürdig und immer weniger respektabel macht?

Dann bekäme die Aussage auch Sinn:
"Es fehlt nicht an Priestern, sondern an Gläubigen"!

Oder ist das auch schon wieder zynisch gemeint?
ratlos fragend
theo2


Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Andal am 11. Februar 2011, 13:53:04
theo, der Kirche und letztlich uns Gläubigen geht es doch vor allen Dingen um die Herstellung einer Beziehung zu Gott.
Der Zöllibats ist eine Möglichkeit, sich Gott vollkommener hingeben zu können.
Sollte es dem Menschen denn nicht möglich sein, seine "natürlichen" Leidenschaften hintenan zu stellen?

Den Zöllibat dabei als unnätürlich betrachten zu wollen, halte ich für eine gewagte Festlegung. Hast Du denn schon mit Priestern gesprochen, die den Zöllibat bewußt leben? Es gibt viele die Dir bestätigen würden, dass gerade der Zöllibat sie Gott näher bringt.
Unnatürlich....natürlich. Das sind zwei Begriffe, die im Zusammenhang mit Gott ohnehin kaum zu gebrauchen sind.

lg Andal
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Andal am 11. Februar 2011, 14:24:07
Und theo, noch ein Nachtrag zu Deiner Aussage:

Zitat
Und weil das so ist, sollte man doch in der Lage sein, über eine evtl. Änderung einer in früheren Zeiten gefällten Entscheidung nachdenken zu können und nicht kategorisch mit ebenso konstruierten Begründungen schon das Nachdenken darüber als "Glaubensabfall" zu behandeln

Es ist durchaus schwer, in der Öffentlichkeit die Standpunkte der katholischen Kirche deutlich zu machen, weil eben auch die andere Seite wenig bereit ist, theologische Standpunkte näher zu betrachten und akzeptieren zu wollen.
Das Schreiben v. Kardinal Brandmüller wurde beispielsweise in den Medien gefiltert wieder gegeben. Die meisten Medien vermeldeten nur den Angriff auf Lammert ohne auf den Inhalt näher einzugehen.

Man merkt halt auch auf der anderen Seite eine gewisse Voreingenommenheit, die dann genauso zynische Züge annehmen kann.

Nimm zum Beispiel auch das "Religionskritikforum". Ich habe zwar schon längere Zeit nicht mehr reingeschaut, dennoch wird sich an den hämischen und zynischen Kommentaren zu theologischen Standpunkten nichts geändert haben.

Du wirst sicher nicht leugnen können, dass ein "nachdenken" bzw. Dialog beider Seiten nicht allein wegen der "Sturheit" der Katholischen Kirche scheitert.

lg Andal
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Theo2 am 11. Februar 2011, 14:57:56
Andal, es ist mir durchaus bewusst, dass der Zölibat ein Mittel sein kann, sich spiritueller verhalten zu können, oder wie du es formulierst, "die Herstellung einer Beziehung zu Gott."

Das ist eine Sache - indische Fakire nutzen sexuelle Enthaltsamkeit in gleicher Weise.

Aber das ist überhaupt nicht die Frage.
Es geht vielmehr darum zu behaupten, dass der Zölibat Gottgewollt ist und mit Bibelstellen zu "belegen" die konstruiert sind und einer Prüfung nicht standhalten, weil es Interpretationen sind.

Ja ich habe mit katholischen Priestern gesprochen, die den Zölibat leben und sie haben mir ihre Befindlichkeiten geschildert. Die wenigsten bejahen, nach meinen Beobachtungen, ihre Situation.
Weißt du was der "Pastoren-Sonntag" ist?  Das ist der Tag, an dem Priester (ich behaupte hier jetzt nicht dass das alle machen) ihren sexuellen Neigungen nachgehen.
Den Begriff habe ich von - nicht nur einem - katholischen Geistlichen gelernt. Und sie leiden darunter!!!!
Wenn dann jemand hier behauptet, dass Menschen, die den Zölibat ablehnen sich vom Glauben entfernen oder gar abgefallen sind, dann zeigt das, wie weit sich solche Leute vom Menschsein entfernt haben, weil sie Menschen nicht kennen.

Auch, nicht nur, aus diesem Grund, verstehen viele Menschen die Kirche nicht mehr und lehnen sie ab. Weil die Kirchenlehre als zynisch empfunden wird und z. T. auch so kommuniziert wird - von Kirchenleuten.

Herr Lammert wurde, wie verschiedene andere Politiker auch, angegriffen, weil sie sich "in Kirchenangelegenheiten" gemischt hätten.
Solche Verwahrungen seiten der Kirche verlieren ihre Glaubwürdigkeit, wenn man weiß, dass die genannten Politiker sich stets als Vertreter der Kirchen verstanden haben, z. B. in Laienorganisationen der Kirchen und man deren Hilfe sonst immer gerne in Anspruch genommen hat.
Das fällt dann in den Bereich Glaubwürdigkeit.

Zu Art und Weise vorgetragener Kritik gegen die Kirche kann ich für andere hier keine Stellungnahme abgeben.

Es ist aber davon auszugehen, dass ein Dialog mit der Kirche so lange nicht funktioniert, als man innerhalb der Kirche nicht bereit ist, die eigenen Positionen zu hinterfragen.
Doch, das ist Sturheit und daran scheitern, bisher, alle Gesprächsansätze.
kritisch grüßend
theo2
 

 
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Fanny am 11. Februar 2011, 17:02:16
Ganz einfach die Priester und Ordenleute gehören Gott sind Gottgeweiht und nicht den Menschen. ;uhhjz
Wer die weltliche Kirche sucht muss die lutherischen Wege gehen, das ist der Weg einen Schritt von Gottes Wille weg, den Wünschen der Menschen entsprochen.
Jesu will von reinen Priestern wiedergeboren  ;hqdffrthjbh werden die nur Ihm geweiht sind.

LG Gottes Schutz und Segen
Fanny
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Theo2 am 11. Februar 2011, 17:17:11
Jesu will von reinen Priestern wiedergeboren  ;hqdffrthjbh werden die nur Ihm geweiht sind.
Liebe Fanny, das glaubst DU und für DICH mag das ja auch zutreffen.

Was mich interessiert ist aber WOHER DU DAS SO GENAU WEIßT.

Das, was Du sagst, ist eine fromme Annahme und lässt sich mit der Bibel nicht belegen sondern wird interpretiert.

Sonst wären die Priester der Ostkirche oder andere verheiratete Priester "minderer Qualität" und davon gehen wir sicher beide nicht aus!
hoffnungsvolle Grüße
theo2 
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Fanny am 11. Februar 2011, 18:00:44
Hallo Ihr Lieben,

Jesus hat dies gesagt wie in meinem letzten Postin geschrieben,
es ist irgendwo im alten Forum da nahm er dazu Stellung.

Hier noch mal von der Gottesmutter es besagt das Gleiche.

http://web246m.dynamic-kunden.ch/maria/ (http://web246m.dynamic-kunden.ch/maria/) … ._Kapitel_

Heilige Brigitta
Zölebat ... die Gottesmutter spricht zur heiligen Brigitta...

10. Kapitel
Freue dich ewiglich, du gesegneter Leib Gottes, in deiner ewigen Ehre, deinem ewigen Sieg und immer währenden Macht, eins mit deinem Vater und dem Heiligen Geist, und auch mit deiner gesegneten, allerwürdigsten Mutter und dem ganzen ehrenreichen himmlischen Hof! O ewiger Gott, dir sei gleichfalls Lob und unendlicher Dank, weil du geruht hast, Mensch zu werden und uns hier auf Erden deinen ehrwürdigen Leib aus materiellem Brot hast weihen wollen und uns den liebevoll als Speise zur Rettung unserer Seelen beschert hast!

Es geschah einem Menschen, der im Gebet versunken war, dass er eine Stimme hörte, die zu ihm sagte: „O du, der die Gnade empfangen hat, geistlich zu hören und zu sehen, höre nun, was ich dir über den Erzbischof offenbaren will, der sagte, wenn er Papst wäre, würde er allen Klerikern und Priestern erlauben, fleischlich eine Ehe einzugehen. Er dachte und glaubte, dies wäre Gott wohlgefälliger, als dass sie so leichtfertig leben, wie sie es jetzt tun. Er glaubte, dass durch eine solche Ehe schwerere fleischliche Sünden vermieden würden, und obwohl er Gottes Willen hierin nicht richtig verstand, war dieser Erzbischof doch ein Freund Gottes.

Aber nun will ich dir Gottes Willen in dieser Angelegenheit sagen, denn ich habe ja Gott selbst geboren. Du sollst dies meinem Bischof verkünden und ihm sagen: Die Beschneidung wurde Abraham gegeben, lange bevor dem Mose das Gesetz gegeben wurde, und zur Zeit Abrahams wurden die Menschen, ein jeder nach seinem Verstand und nach seinem eigenen Willen geführt, und doch waren viele von ihnen Gottes Freunde. Aber nachdem dem Mose das Gesetz gegeben war, gefiel es Gott mehr, dass die Menschen unter dem Gesetz und dementsprechend leben sollten, statt dass sie ihrem eigenen menschlichen Verstand und Gutdünken folgen würden.

In ähnlicher Weise war es mit dem gesegneten Leibe meines Sohnes. Denn nachdem er das neue Sakrament dieser Eucharistie auf der Welt gestiftet hatte und zum Himmel aufgefahren war, wurde noch das alte Gesetz eingehalten, so dass die christlichen Priester in fleischlicher Ehe lebten. Nichts destoweniger waren viele von ihnen Gottes Freunde, denn sie glaubten in Einfalt und Reinheit, es würde Gott gefallen, dass christliche Priester Ehefrauen hatten und in einer Ehe lebten, wie es ihm früher gefallen hatte, dass die jüdischen Priester so lebten, und so lebten die christlichen Priester lange Zeit in dieser Weise.

Aber dieser alte Brauch war für den ganzen himmlischen Hof und für mich, der seinen Leib geboren hatte, ganz abscheulich und verhasst; wir konnten es nicht leiden, dass dieser Brauch von den christlichen Priestern geübt wurde, die mit ihren Händen dieses neue und unbefleckte Sakrament des allerheiligsten Leibes meines Sohnes berührten. Denn die Juden im alten Gesetz des Alten Bundes besaßen nur einen Schatten oder ein Vorbild zu diesem Sakrament; die christlichen Priester haben dagegen in diesem gesegneten und geweihten Brot die Wahrheit selbst, nämlich Christus, wahrer Gott und Mensch.

Nachdem die christlichen Priester eine Zeitlang so gelebt hatten, sandte Gott durch seinen Heiligen Geist dem Papst, der damals die Kirche lenkte, eine Eingebung ins Herz, ein anderes Gesetz darüber zu stiften, das ihm besser gefiel: Er gab dem Papst nämlich den Gedanken ins Herz, dass er für die ganze Kirche bestimmen sollte, dass sich die christlichen Priester, die ein so heiliges und höchstwürdiges Amt hatten, nämlich dieses kostbare Sakrament zu verwalten, auf keinen Fall mit der Lust der fleischlichen Ehe beflecken sollten.
Und deshalb ist es durch Gottes vorher gegebene Anordnung und durch sein Urteil gerecht bestimmt, dass die Priester, die nicht in Keuschheit und Enthaltsamkeit des Fleisches leben, vor Gott verdammt und gebannt sind und verdienen, ihr Priesteramt zu verlieren. Doch sollen die, die sich mit dem ehrlichen Vorsatz bessern, nicht mehr zu sündigen, von Gott Barmherzigkeit erhalten.

Du sollst auch das wissen, dass – wenn ein Papst den Priestern erlauben würde, eine fleischliche Ehe einzugehen, er von Gott auf geistlichen Weise von demselben Gericht betroffen werden würde, wie der Mann, der so schwer gesündigt hat, dass ihm die Augen nach gesetzmäßiger Gerechtigkeit ausgerissen würden, seine Zunge abgeschnitten und die Lippen und seine Nase abgeschnitten würden und ihm die Ohren, Hände und Füße abgehauen werden, alles Blut in seinem Körper vergossen wird und der blutlose Körper hinausgeworfen wird, um von Hunden und anderen wilden Tieren gefressen wird.
So soll es auf geistliche Weise dem Papst ergehen, der gegen Gottes Anordnung und Willen den Priestern die Erlaubnis gibt, eine Ehe einzugehen. Ja dieser Papst würde sein geistliches Augenlicht und Gehör und seine geistlichen Worte und Taten verlieren; seine ganze geistliche Klugheit sollte völlig erkalten, und nach dem Tode soll seine Seele in die Hölle geworfen werden, um ewig gepeinigt zu werden und dem Teufel ohne Ende zum Fraß dienen.

Sogar wenn der hl. Papst Gregorius eine solche Bestimmung eingeführt hätte, wäre er von diesem Gericht betroffen und hätte niemals Gnade von Gott gefunden, ehe er nicht vor seinem Tode die Verordnung demütig zurückgenommen hätte.


LG Gottes Schutz und Segen

Fanny
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Kristina am 11. Februar 2011, 18:07:02
1.Thess. 5,21-24
22 Meidet das Böse in jeder Gestalt!
23 Der Gott des Friedens heilige euch ganz und gar und bewahre euren Geist, eure Seele und euren Leib unversehrt, damit ihr ohne Tadel seid, wenn Jesus Christus, unser Herr, kommt.
24 Gott, der euch beruft, ist treu; er wird es tun. ..

Durch Reinheit an Körper, Geist und Seele sollten natürlich die Priester als Vorbild dienen.
Doch dies ist für alle Menschen der Weg zum Himmel.
Wie anders sollte er denn aussehen?
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Andal am 11. Februar 2011, 18:36:40
theo, theo, für wie repräsentativ sollen wir denn Deine Umfrage halten?

Schlimm genug, wenn tatsächlich einige Priester den freien "Pastoren-Sonntag" als Vorwand sexueller Auslebung mißbrauchen sollten. Bist also Du von Bistum zu Bistum gereist und die Priester haben sich dann an Deiner Schulter ausgeweint? Ich hätte meine Probleme damit, jemand Fremden etwas derartiges anzuvertrauen.

Das war aber jetzt sowieso alles eine unbefriedigende Antwort von Dir. Du sprichst von Konstruktionen durch die Kirche. Diese Pauschalaussagen haben keinen Wert, wenn Du dabei nicht auf den Punkt kommst.
Politiker einer Großpartei dann als ethische Vorbilder heranzuziehen ist beinahe eine exotische Sichtweise. Bis zur nächsten Spendenaffäre und der Aufdeckung von Schwarzkassen gilt aber natürlich die Unschuldsvermutung. Ok, das mag vielleicht auch populistisch rüberkommen. Die Moral und Ethik eines Politikers würde ich zunächst aber nicht nach seiner Außendarstellung beurteilen. Wie Du es wirklich hältst, weiß ich ja nicht. Ich kanns aber nicht wirklich so glauben, wie Du es mir da vorsetzen möchtest.... ::)

Aber egal:
Ein Berufener muss wissen was eine Priesterweihe bedeutet und diese nicht nur als bloßes Amt verstehen. Er muss dabei natürlich bedenken, auf was er alles verzichten muss. Anders ist er nicht dafür geeignet und berufen. Hinter dieser Feststellung kann doch kein Zynismus stecken. Oder würdest Du einen Fußballer Schwanensee tanzen lassen?

Zitat
Zu Art und Weise vorgetragener Kritik gegen die Kirche kann ich für andere hier keine Stellungnahme abgeben

Du willst es bloß nicht. Mit Kritik gegen die Kirche sparst Du freilich nicht.

lg
Andal
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Theo2 am 11. Februar 2011, 18:57:05
Ich erhebe keinerlei Anspruch auf Repräsentativität, sondern habe lediglich meine persönlichen Erfahrungen geschildert. Und da ich tatsächlich innerhalb Deutschlands in einigen Diozesen unterwegs war - nicht in kirchlichen Dingen, sondern weltlicher Art, eben in Deutschland, habe ich verschiedene Priester kennengelernt.

Ich habe davon gesprochen, dass Aussagen dadurch konstruiert werden, dass Bibelstelen interpretiert werden.
Wenn du schon auf solche Unterschiede Wert legst, dann sei bitte auch selbst präzise in der Behandlung meiner Aussagen.
Ich bin durchaus auf den Punkt gekommen, weil mir bisher noch niemand  - ohne Interpretation - die Bibelstelle nennen kann, in der explizit der Zölibat vorgeschrieben wird. Oder hast du entsprechende Hinweise gegeben? 

Und was die Politiker anbetrifft, habe ich diese keinesfalls als "ethische Vorbilder" benannt, sondern nur darauf hingewiesen, dass die Kirche die Dienste dieser Leute, so sie sich FÜR die Kirche eingesetzt haben - und das haben sie - kommentarlos hingenommen haben.
Solche Leute würde ich durchaus als Freunde der Kirche bezeichnen. Und Freunde müssen auch das sagen dürfen, was "dem Freund" nicht unbedingt gefällt, weil ein Freund ehrlich ist.

Der Zynismus steckt nach meiner Meinung darin, dass man von einem "freiwilligen Zölibat des Priesters" spricht, wohl wissend, wer dieses Gelöbnis nicht abgeben kann/will, von vorneherein das Amt, bei aller sonstigen Eignung, nicht antreten kann - selbst wenn er ein wirklich Berufener ist.

Zu meiner Kritik stehe ich, nur möchte ich nicht mit anderen in einen Topf geworfen werden.
Da ich meine Gedanken klar und ohne Beleidigungen darstelle, erwarte ich, das man zu mir ebenfalls klar und ohne Unterstellungen oder ähnliches antwortet.
Das sollten wir uns schuldig sein!
freundliche Grüße
theo2
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Andal am 11. Februar 2011, 21:35:08
Wurdest Du beleidigt? Ich hoffe nicht.

Wegen Deiner gesuchten Bibelstelle weiß ich nicht was daran so schwer sein soll, der Katholischen Kirche und ihrem Katechismus Glauben zu schenken:

1579 Mit Ausnahme der ständigen Diakone werden alle geweihten Amtsträger der lateinischen Kirche normalerweise aus den gläubigen Männern gewählt, die zölibatär leben und den Willen haben, den Zölibat „um des Himmelreiches willen“ (Mt 19,12) beizubehalten. Dazu berufen, sich ungeteilt dem Herrn und seiner „Sache“ zu widmen [Vgl. 1 Kor 7,32], geben sie sich ganz Gott und den Menschen hin. Der Zölibat ist ein Zeichen des neuen Lebens, zu dessen Dienst der Diener der Kirche geweiht wird; mit freudigem Herzen auf sich genommen, kündigt er strahlend das Reich Gottes an [Vgl. PO 16] (Vgl. dazu auch 1618, 2233).

Gepaart mit dem Vertrauen, dass Jesus seiner Kirche den Geist für das weitere Lehramt mitgab, bin ich gewillt das zu glauben. Es gibt auch genügend Stellungnahmen der Päpste dazu. Ich verweise nur auf den aktuellen Papst und auf Papst Paul VI.
Link: http://www.kathpedia.com/index.php?title=Z%C3%B6libat#Der_Z.C3.B6libat_im_Katechismus_der_Katholischen_Kirche (http://www.kathpedia.com/index.php?title=Z%C3%B6libat#Der_Z.C3.B6libat_im_Katechismus_der_Katholischen_Kirche)

Es fehlt also nicht an Versuchen, die Beweggründe für das Zölibat tiefsinnig den Gläubigen näher zu bringen. Konstruktionen aber würden im Gegensatz dazu bewußt umgangen werden. Ich kanns mir nicht verkneifen und verweise da auf das schlechte Beispiel der Politiker, die ihre Konstruktionen gerne mal als "alternativlos" bezeichnen. Nicht umsonst das "Unwort des Jahres" 2010.

Es tut mir wirklich leid, dass Du Dir so schwer damit tust, der Kirche zu glauben und ihr Vertrauen zu schenken. Vermutlich fühlst Du Dich den Protestantismus näher verbunden, die die meisten Deiner Vorstellungen umgesetzt haben.

Noch ein Wort zu Deinem Einwand bzgl. der Politiker:
Hätten sich Lammert etc. als Privatpersonen mit einem persönlichen Brief an den Papst gewandt, würde ich Dir Recht geben. Das würden wir von Laien und "Freunden der Kirche" selbstverständlich auch so erwarten. Nachdem der Brief von den Politikern aber öffentlich vorgetragen wurde, kann ich Dein Argument so nicht verstehen.

lg Andal
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Kristina am 11. Februar 2011, 22:05:56
Hier einige Bibelverse zum Zölibat:
Matth. 19,11-12
11 Jesus sagte zu ihnen: Nicht alle können dieses Wort erfassen, sondern nur die, denen es gegeben ist.
12 Denn es ist so: Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht und manche haben sich selbst dazu gemacht - um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, der erfasse es.

Lukas 1,8,26-30
26 Die Leute, die das hörten, fragten: Wer kann dann noch gerettet werden?
27 Er erwiderte: Was für Menschen unmöglich ist, ist für Gott möglich.
28 Da sagte Petrus: Du weißt, wir haben unser Eigentum verlassen und sind dir nachgefolgt.
29 Jesus antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Jeder, der um des Reiches Gottes willen Haus oder Frau, Brüder, Eltern oder Kinder verlassen hat,
30 wird dafür schon in dieser Zeit das Vielfache erhalten und in der kommenden Welt das ewige Leben.


1.Korinther 7,32-35
32 Ich wünschte aber, ihr wäret ohne Sorgen. Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn; er will dem Herrn gefallen.
33 Der Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; er will seiner Frau gefallen.
34 So ist er geteilt. Die unverheiratete Frau aber und die Jungfrau sorgen sich um die Sache des Herrn, um heilig zu sein an Leib und Geist. Die Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; sie will ihrem Mann gefallen.
35 Das sage ich zu eurem Nutzen: nicht um euch eine Fessel anzulegen, vielmehr, damit ihr in rechter Weise und ungestört immer dem Herrn dienen könnt.

1.Kor. 7,7
7 Ich wünschte, alle Menschen wären (unverheiratet) wie ich. Doch jeder hat seine Gnadengabe von Gott, der eine so, der andere so.


1 Joh 2,15-17
"Liebt nicht die Welt und was in der Welt ist! Wer die Welt liebt, hat die Liebe zum Vater nicht. Denn alles, was in der Welt ist, die Begierde des Fleisches, die Begierde der Augen und das Prahlen mit dem Besitz, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Die Welt und ihre Begierde vergeht; wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit"
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Theo2 am 11. Februar 2011, 23:07:21
Ich fühle mich nicht beleidigt, will aber mit dem gleichen Respekt behandelt werden, den ich jedem anderen ebenfalls entgegenbringe - also ohne "Vorverurteilungen", sondern in sachlich neutraler Auseinandersetzung.
Dein Zitat Andal:
Wegen Deiner gesuchten Bibelstelle weiß ich nicht was daran so schwer sein soll, der Katholischen Kirche und ihrem Katechismus Glauben zu schenken:

Du zitierst dann den KatholischenKatechismus.
Der Kathechismus ist ein Auslegungsinstrument der Kirche, eine Interpretation und keine Bibelstelle!
Ich will aber "die genaue Quelle" wissen - und diese Quelle gibt es nicht!
Wenn DU bereit bist, DEINEN Glauben auf die Interpretation und das Wort von Menschen(Päpsten) zu begründen, dann kannst du das gerne so halten - mir ist das zu wenig.
Nenn' mich einen ungläubigen Thomas - Interpretationen reichen mir nicht!
Wie ich sehe, hat Kristina einige Bibelstellen herausgesucht.
Ich werde mich dort dazu - kritisch - äußern und hoffe, nicht vom "Bannstrahl des Forums" getroffen zu werden.
immer noch hoffende Grüße
theo2
 
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Anemone am 11. Februar 2011, 23:45:06
Hallo Theo,

Du hast Dein Wort gebrochen. Du hast mir versprochen, nicht mehr das andere Forum und die User aus diesem Forum zu nennen.

Deine Hartnäckigkeit ist unerträglich. Diese Hartnäckigkeit: Mit keinem einzigen wahrhaft Glaubenden Mitglied stimmst Du überrein. Wir sind aber in Einheit! Wir sind Eucharistische Menschen und wir haben Wissen über unsere Kirche, weil wir sie auch lieben.

Solltest Du jetzt denken: Stimmt alles nicht Anemone, dann sei bitte so nett und finde mir einen Beitrag von Dir (du kannst das alte Forum dazu zählen) der mit uns übereinstimmt.

Gottes Segen

Anemone
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Theo2 am 11. Februar 2011, 23:56:40
Danke für Deine Arbeit Kristine,
gestatte mir bitte, dass ich jeweils unter die von dir gefundenen Stellen direkt antworte und damit meine Fragestellung präzisiere:

Hier einige Bibelverse zum Zölibat:
Matth. 19,11-12
11 Jesus sagte zu ihnen: Nicht alle können dieses Wort erfassen, sondern nur die, denen es gegeben ist.
12 Denn es ist so: Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht und manche haben sich selbst dazu gemacht - um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, der erfasse es.


Du musst den in Matth. 19 bestehenden Gesamtzusammenhang natürlich vollständig darstellen, damit kein falscher Eindruck entsteht.
Jesus diskutiert auf dem Weg nach Jerusalem mit seinen Jüngern über die Ehe an sich. Es ist an keiner Stelle erkennbar, dass er auch nur ein einziges Wort über das Priestertum sagt.
Prüfe bitte das Kapitel 19, das mit "Von Ehe und Ehelosigkeit" überschrieben ist.
                                                       

Lukas 1,8,26-30
26 Die Leute, die das hörten, fragten: Wer kann dann noch gerettet werden?
27 Er erwiderte: Was für Menschen unmöglich ist, ist für Gott möglich.
28 Da sagte Petrus: Du weißt, wir haben unser Eigentum verlassen und sind dir nachgefolgt.
29 Jesus antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Jeder, der um des Reiches Gottes willen Haus oder Frau, Brüder, Eltern oder Kinder verlassen hat,
30 wird dafür schon in dieser Zeit das Vielfache erhalten und in der kommenden Welt das ewige Leben.

Es tut mir leid Kristine, diese Stelle kenne ich nicht.
In meiner Bibel gibt es Lukas 1, 26- 30  oder Lukas 8,25-30 . Aber dort finde ich keines Deiner Zitate.
Bitte gib mir die korrekte Stelle an oder berichtige mich.

1.Korinther 7,32-35
32 Ich wünschte aber, ihr wäret ohne Sorgen. Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn; er will dem Herrn gefallen.
33 Der Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; er will seiner Frau gefallen.
34 So ist er geteilt. Die unverheiratete Frau aber und die Jungfrau sorgen sich um die Sache des Herrn, um heilig zu sein an Leib und Geist. Die Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; sie will ihrem Mann gefallen.
35 Das sage ich zu eurem Nutzen: nicht um euch eine Fessel anzulegen, vielmehr, damit ihr in rechter Weise und ungestört immer dem Herrn dienen könnt.

Dieses Unterkapitel ist ab Satz 25 überschrieben mit "von der inneren Freiheit" und es geht um das Verhältnis zwischen Mann und Frau im Allgemeinen und nicht um das Priesteramt. Lediglich im Satz 32  wird im zweiten Halbsatz erklärt, dass sich der Unverheiratete um die Sache des Herrn "sorgt", wie er gefalle dem Herrn.
Und wenn du bis zum Satz 35 zitierst, dann heißt in 34... und ist geteilt (bezieht sich auf den vorgehenden Satz) Die unverheiratete Frau und die Jungfrau sorgt sich um die Sache des Herrn, daß sie heilig seian Leib und Geist; die Verheiratete aber sorgt sich um die Sache der Welt, wie sie gefalle dem Manne.
Auch hier ist keine Rede von einem Priesteramt.
In meiner Bibel heißt es dazu in der Fußnote:
7,25ff: Wertmesser in jedem Stand ist die Liebe zu christus.Von ihr erhält die Juingfräulichkeit ihr besonderes Motiv. Ein weiteres Indiz, dass es sich auch an dieser Stelle nicht um eine Zölibatsstelle handelt.

1.Kor. 7,7
7 Ich wünschte, alle Menschen wären (unverheiratet) wie ich. Doch jeder hat seine Gnadengabe von Gott, der eine so, der andere so.


Diese Stelle hätte eigentlich vor der bereits besprochenen genannt werden müssen, weil dann schon klar geworden wäre, dass das nichts mit dem Zölibat zu tun hat.
Das Kapitel 7 ist überschrieben mit "Ehe und Jungfräulichkeit, also eindeutig nicht zum Thema Zölibat

1 Joh 2,15-17
"Liebt nicht die Welt und was in der Welt ist! Wer die Welt liebt, hat die Liebe zum Vater nicht. Denn alles, was in der Welt ist, die Begierde des Fleisches, die Begierde der Augen und das Prahlen mit dem Besitz, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Die Welt und ihre Begierde vergeht; wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit"
Der erste Johannesbrief befasst sich mit dem "Zeugnis vom Wort des Lebens".
Oberflächlich betrachtet könnte man dies für eine Anordnung für die Priester halten - ist es aber nicht, da es sich um die Gebote der Bruderliebe und die Erfüllung der Bruderliebe an erster Stelle handelt.
So heißt es auch in Satz 3 "Wandelt nach Christi Geboten" und es folgen sehr genaue Anweisungen, wie die Gebote zu beachten sind. Es geht im wesentlichen immer wieder um die Bruderliebe, die Johannes anmahnt zu beachten. So schreibt er schließlich in Satz 15 - 17 die von dir zitierten Worte als Bekräftigung, vor allem weil er in Satz 18 zusätzlich erklärt: es ist v die letzte Stunde und wie ihr gehört habt, daß der Antichrist kommt, so sind auch jetzt viele Antichristen erstanden, daran erkennen wir, daß es (die) letzte Stunde ist.
Das kann als "Beweis für den Zölibat" niemals herhalten, weil es ein willkürlich aus dem Kontext herausgerissenes Zitat ist, das ich, so hoffe ich, im Gesamtzusammenhang dargestellt habe.

Deine Argumentation trifft nicht zu Kristina.

Und damit du nicht glaubst, dass ich aus einer "modernistischen Bibel" zitiert habe, ich habe hier aus der "Heiligen Schrift" , Ausgabe 1957, Imprimatur 19.Febr. 1957, Dr. Fuchs Würzburg, Generalvikar, zitiert.
Es handelt sich um eine Bibel, die mir ein katholischer Pastor geschenkt hat. Andere Übersetzungen habe ich bewusst außen vor gelassen.

So, jetzt bin ich gespannt, wie wir weiter reden können.
spannend, erwartungsvolle Grüße
theo2   
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Theo2 am 12. Februar 2011, 00:04:47
Tut mir leid Annemone, wenn ich "wortbrüchig" geworden bin - das geschah unbeabsichtigt und erfolgte ausschließlich um das behandelte Problem zu bearbeiten. Ich werde künftig darauf achten mein Wort einzuhalten.

Ja, ich bin hartnäckig! Wenn du aber mit deiner Aussage behaupten willst, dass ich mit keinem "wahrhaft glaubenden Mitglied" übereinstimme, dann gestatte mir die Frage ob zum "wahren Glauben" nicht auch die Fähigkeit des Fragens gehören darf?

Ich war an keiner Stelle polemisch und habe mich redlich bemüht sachlich und mit entsprechenden Belegen die Argumente von Kristina zu widerlegen.
Das halte ich - auch in einem solchen Forum - für legitim. Oder sieht "man" das anders?

Wenn ihr nicht in der Lage oder Willens seid, wie das in einem Forum üblicher Weise gedacht ist auch kontrovers über Fragen zu diskutieren, dann sagt mir das.
Ansonsten hoffe ich, dass man  vernünftig miteinander reden kann - auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind.
erwartungsfrohe Grüße
theo2 
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Sairo am 12. Februar 2011, 02:19:16
Lieber Theo

Liebe den Häretiker, aber hasse die Häresie! (Zitat vom heiligen Augustinus)

Die heilige Schrift und auch der Katechimus der römisch katholischen Kriche sind vom heiligen Geist inspiriert worden und deshalb haben Sie ewige Gültigkeit! Du konstruierst Formulierungen aus deiner persönlichen Sichtweise und das ist leider nicht richtig! Auch wenn Du die heilige Schrift nach deinem Gutdünken zitierst!

Viele hier im Forum wiedergeben die Lehre der heiligen und apostolischen Katholischen Kirche und auch das Zöllibat gehört zur Kirche. Die Kristina hat Dir ja unzählige Bibelstellen aufgeführt, wo das Zöllibat indirekt erwähnt wird. Wenn Du es von Dir aus nicht erkennen willst, dann ist das deine Angelegenheit und dies wird Dir niemand Abspenstig machen. Ich für meinen Teil möchte denjenigen danken, die das Zöllibat mit frommen Eifer verteidigen. Betet ohne Unterlass für heilige Priester und heilige Familien.

Euch allen Gottes Segen!
Sairo
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: KleinesLicht am 12. Februar 2011, 03:33:59
Es findet sich in der Bibel keinen eindeutigen Beweis für das Pflichtzölibat. An Bibeltexten lässt sich aber die gewünschte Ehelosigkeit gotteweihter Menschen ableiten:

Zum Beispiel schreibt Paulus (und er war unbestritten in der Nachfolge Christi) im 1. Konrintherbrief:
7 Ich wünschte, alle Menschen wären (unverheiratet) wie ich. Doch jeder hat seine Gnadengabe von Gott, der eine so, der andere so.
32 Ich wünschte aber, ihr wäret ohne Sorgen. Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn; er will dem Herrn gefallen.
33 Der Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; er will seiner Frau gefallen.
34 So ist er geteilt. Die unverheiratete Frau aber und die Jungfrau sorgen sich um die Sache des Herrn, um heilig zu sein an Leib und Geist. Die Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; sie will ihrem Mann gefallen.
35 Das sage ich zu eurem Nutzen: nicht um euch eine Fessel anzulegen, vielmehr, damit ihr in rechter Weise und ungestört immer dem Herrn dienen könnt.


Im Kommentar steht u.a.:
"Paulus gibt dem ledigen Stand den Vorzug, weil man sich so der Sache des Herrn ungehindert hingeben kann. Man möchte nur IHM gefallen. Wer verheiratet ist, muss sich notwendigerweise auch den Bedürfnissen von Frau und Kindern widmen. Sein Interessse ist also geteilt. ..."

Matthäus 19,12:
"Denn es ist so: Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht und manche haben sich selbst dazu gemacht - um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, der erfasse es".


Lukas18,28-30:
"Da sagte Petrus: Du weißt, wir haben unser Eigentum verlassen und sind dir nachgefolgt. Jesus antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Jeder, der um des Reiches Gottes willen Haus oder Frau, Brüder, Eltern oder Kinder verlassen hat, wird dafür schon in dieser Zeit das Vielfache erhalten und in der kommenden Welt das ewige Leben."

Zumindest Petrus war verheiratet und er verließ seine Frau, um Christus zu folgen. Nichts anderes tun die Priester heute; sie folgen Jesus Christus und zwar unverheiratet.

(Vorhebungen sind von mir)



@Theo2,

Du möchtest bibliche Nachweise für das Zölibat haben. Drehen wir das Ganze doch einmal um: Gib uns doch anhand von Biblestellen die Hinweise darauf, dass Jesus verheiratet war. Da die Priester in der Nachfolge Christi stehen, wäre die Abschaffung des Zölibats dann ja gar kein Thema mehr. Sollten die Nachweise fehlen, liegt schon alleine in der Nachfolge Christi die Ehelosigkeit unserer Priester begründet. Bibelstellen als Rechtfertigung des Zölibats sind dann m. E. nicht mehr notwendig.



Gottes Segen
KleinesLicht
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: hiti am 12. Februar 2011, 09:53:00
Liebe Leser/innen!

Die Antwort, warum Zölibat, ist sehr einfach für den, der es verstehen will:

Jesus hat ihn vorgelebt.

Es ist freilich heute so, dass wir ihn kaum mehr verstehen können weil wir die Sexualität zu unserem Lebensziel gemacht haben: Medien vergöttern doch nichts anderes als dies, dann die Pornografieschwemme… So wird der Mensch regelrecht in eine Sexualmoral hineingezwungen, die so aber von Gott nicht vorgesehen ist. Die Verhütungsmittel tragen das ihre dazu bei…
Warum ich das schreibe?

Weil wir glauben, dass Sexualität zum Leben gehören MUSS. Diese Auffassung ist grundsätzlich falsch! Sie ist denen vorbehalten, die auch den Auftrag Gottes erfüllen und in einer kirchlich geschlossenen Ehe leben. So die Weisung der Kirche laut Gottes Wort. Ansonsten wird sie zum Laster. Und was haben wir heute? Glauben wir tatsächlich, Gott müsse sich dem anpassen?

Und aus diesem Grund heraus versuchen wir den Priestern die Sexualität aufzuzwingen und wettern gegen den Zölibat. Eben weil wir die Sexualität zu unserem Gott erhoben haben! Das ist vielfach unser 1. Gebot!
Auch Eheleute, die Gottes Auftrag nicht erfüllen haben dies zum 1. Gebot gemacht!

Doch das 1. Gebot lautet anders!
Der Priester hat den Auftrag, Seelen zu Gott zu führen, und dies bedarf der ganzen Zeit, Kraft, Hingabe, Gebet. Und gerade die jungen Priester leben mit Freude den Zölibat denn sie können so mit ganzer Hingabe Gott zum Ziel ihres Lebens machen.

Es stimmt in keinster Weise, dass die Mehrzahl der Priester für die Abschaffung des Zölibats sind! Geschwätz und Manipulation der Medien und deren Helfer! Geschwätz derer, die Gott in sich schon zerstört haben und dies auch bei anderen tun wollen!

Jesus hat keine Mühe gescheut, Menschen zu Gott zu führen, um Seelen zu retten.
Und seine Priester sind ebenso berufen, den Menschen den Weg zuweisen, jederzeit zur Verfügung zu stehen, das Opfer darzubringen mit möglichst reinen Händen, einem liebenden Herzen, mit ganzer Hingabe, zu beten für die ihm anvertraute Herde, die er in den Himmel führen sollte.

Dies kann die Welt und der im Laster lebende Mensch kaum verstehen, heute schon gar nicht mehr, denn der Mensch hat verschiedene Idole zum Gott erhoben und ein ganz großes ist eben die Sexualität, nicht das 1. Gebot, was zu verwirklichen wäre.

Warum wohl hat uns Gott das 1. Gebot gegeben?
Hermann
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Theo2 am 12. Februar 2011, 12:13:36
Guten Tag, Kleines Licht,
irgendwie habe ich den Eindruck, du hast meine Ausführungen überhaupt nicht gelesen.

Wie sonst kommt es, dass du einerseits bestätigst, dass es keine eindeutige Bibelstelle gibt, die den Zölibat vorschreibt ..... und dann genau die gleichen Stellen, die ich ein Stück weiter oben als NICHT ZÖLIBATVORSCHREIBEND erläutert habe mit anderer Zusammenstellung wiederholst?

Glaubst du, dass durch die Wiederholung der nachweislich unzutreffenden Bibelstellen die Aussagen richtiger werden?

Einzig in Lukas 18, 28-30 werden zwar diejenigen gelobt, die alles für die Nachfolge aufgeben, aber auch das ist theologisch als Beweis für den Zölibat nicht haltbar.

In dem gesamten 18. Kapitel geht es, lies bitte selbst nach um „Sieg der Beharrlichkeit“ und ab Vers. 18 um „Reichtum und Gottesreich“ .
Das was du, und auch andere machen ist eine willkürliche Uminterpretation von Bibelstellen nach dem Motto:
 „Was nicht passt, wird passend gemacht“, wenn mir diese flapsige Bemerkung erlaubt ist.

Und dein Versuch der „Beweislastumkehr“ ist zwar ein geschickter Trick, aber für die Beweisführung irrelevant.

Es geht doch nicht darum ob Jesus verheiratet war oder nicht, oder ob die Jünger ihre Familien verlassen haben weil sie eben Jünger sein wollten.

Es geht einzig um allein um die seit Jahren falsche Behauptung, dass der Zölibat biblich begründet ist – ER IST ES NICHT! 

Es ist eine Anordnung von Kirchenvätern, der folgen kann, wer folgen will – ich greife den Zölibat ja auch nicht an.

Was ich angreife, ist die falsche Begründung und die Unfähigkeit zuzugeben, dass es sich um eine Kirchenanordnung handelt, die man aufheben könnte, wenn man wollte, wie man sie seinerzeit eingeführt hat.

Es ist unlauter diese Entscheidung mit falschen Behauptungen zu legitimieren.

Und, lieber hiti, Ich interpretiere nichts, ich weise nur auf die Zusammenhänge hin und widerlege die von vielen,  ohne genaue Kenntnis der Zusammenhänge, nachgesprochenen Bibelstellen.
Wenn ihr alle so bibelfest seid, dann lest doch selbst einmal nach – und zwar nicht nur die Zitate, sondern das ganze Kapitel.

Die Einführung des Zölibat hat historische Gründe, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte.
Diese Gründe sind längst obsolet – und es wird Zeit, dass die Kirche das akzeptiert. Erkannt hat sie es längst, nur sie fängt sich selbst in ihren eigenen Begründungen und traut sich (noch) nicht entsprechend zu handeln.

Das ist eine Frage der Glaubwürdigkeit – aber das wäre dann wieder ein neues Thema.
entspannte Grüße
theo2
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Sairo am 12. Februar 2011, 13:56:56
Lieber Theo

Jesus selber sagte bevor er in den Himmel entrückt ist, dass er noch sovieles sagen möchte. Doch wer nach ihm kommt, der wird Sie leiten. Damit war der Heilige Geist gemeint. Daraus lässt sich so vieles ableiten. Die Kirchengeschichte zeigt ja eindeutig, das Wirken des Heiligen Geistes. Das Zöllibat kann man aus der heiligen Schrift ja ableiten! Ableiten - wie es KleinesLicht schön erklärt hat.

Die Kirche hat schon immer von Erneuerung gesprochen, jedoch Erneuerung der Tradition. D.h. bei Gott nicht, bewährtes mit neuen zu Ersetzen, sondern das bewährte verständlicher für die Gläubigen machen. Die Kirche ist durch Jahrhunderte zu der geworden was sie heute ist. Viele erwähnen die Ostkirche. Ja sie kennen verheiratete Priester, aber nur solche die vor Ihrer Priesterweihe schon verheiratet waren. Zudem leben Bischöfe und Patriachen unter dem Zöllibat! Auch in der Ostkirche.

Lieber Theo
Kennst Du die sieben Gaben des Heiligen Geistes?
Es wäre wünschenswert, wenn Du diese hättest, denn dann würdest Du uns verstehen! Die kannst Du durch beständiges Gebet und den Empfang der Sakramente erhalten.

Gottes Segen
sairo

Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Theo2 am 12. Februar 2011, 14:26:58
Lieber sairo,
ich kann dich ja verstehen, dass du mir das Glauben nahe und mich vom Fragen wegbringen willst.

Nun bin ich eben ein kritischer Geist und prüfe Aussagen genau, bin aber auch bereit meine aussagen der gleichen Prüfung zu unterziehen oder unterziehen zu lassen.

Diese Aussage von dir:  "Die Kirche hat schon immer von Erneuerung gesprochen, jedoch Erneuerung der Tradition. D.h. bei Gott nicht, bewährtes mit neuen zu Ersetzen, sondern das bewährte verständlicher für die Gläubigen machen. Die Kirche ist durch Jahrhunderte zu der geworden was sie heute ist." stimmt so nicht.

Der Zölibat war nicht von Anfang an sondern wurde angeordnet - über das genaue Datum streiten manche Theologen - aber er wurde angeordnet.
Damit wurde nicht eine Tradition erhalten ( ohne Zölibat) sondern es wurde etwas neues eingerichtet (derZölibat).
Jeder, der den Zölibat einhalten und danach leben kann, soll das tun - ich würde NIE etwas dagegen sagen.

Nur, derzeit fehlen der Kirche Priester. Und ein hoher Kirchenführer hat gesagt, dass es nicht an Priestern, sondern an Gläubigen.
Warum fehlen Gläubige?
Vielleicht liegt es daran, dass es immer mehr Menschen gibt, die, wie ich, kritisch hinterfragen und sich angesichts der erdrückenden Fakten, dass das, was behauptet wird, unzutreffend ist, der Kirche nicht mehr glauben. 

Die, die mit falsche Behauptungen an alten Entscheidungen festhalten, verlieren an Glaubwürdigkeit!

Vielleicht begreifen durch solche Gedankenketten endlich manche Leute, dass man den Menschen keine "Geschichten" mehr erzählen muss, sondern dass Menschen Wahrhaftigkeit schätzen.

Wer heute, in einer aufgeklärten Zeit Menschen Geschichten oder Märchen erzählt, wird nicht ernst genommen.

Die Lösung mancher Probleme liegt näher, als eingeengte Blickfelder es für möglich halten.
Ich akzeptiere jeden, der nach dem Zölibat leben will, aber ich lehne die "offizielle Begründung" als Märchen ab.
konsequente Grüße
theo2



Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Fanny am 12. Februar 2011, 14:36:09
Lieber Theo,

Du kritisierst am Zölebat rum suchst Auswege, kritisierst an der Gottesmutter rum,
Du kommst mir wirklich wie der Zweifler vor der früher bei uns war, der machte es auch so, zwischenzeitlich hatte er Nachuchs bekommen und schrieb nicht mehr.
Es ist nicht schön wenn alles was Gott, ...betrifft zerbröselt und kritisiert wird.

LG
Fanny
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Theo2 am 12. Februar 2011, 14:43:30
Liebe Fanny,

tut mir leid, du irrst!

Ich kritisiere nicht den Zölibat, ich kritisiere nicht Maria!

Ich kritisiere menschliche Begründungen, die unzutreffend.

Wer das eine oder andere glauben will, kann und soll das tun.

Ich für meinen Teil wünsche mir Klarheit und keine Geschichten, die leicht widerlegbar sind.
freundliche Grüße
theo2

Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: hiti am 12. Februar 2011, 15:42:11
Diese Gründe sind längst obsolet – und es wird Zeit, dass die Kirche das akzeptiert. Erkannt hat sie es längst, nur sie fängt sich selbst in ihren eigenen Begründungen und traut sich (noch) nicht entsprechend zu handeln.
theo2

Lieber theo, liebe Leser/innen!

Erkennt haben es jene, lieber theo, die nie in eine richtige Beziehung mit Gott getreten sind, wie ich vorhin geschrieben habe und wiederhole:
"Geschwätz derer, die Gott in sich schon zerstört haben und dies auch bei anderen tun wollen!".

Dazu zählen leider auch geweihte Personen, ohne dass ich aber auf diese losgehen möchte, denn sie bedürfen des Gebetes, des Mitleids. Und eben die Mehrzahl der Gläubigen, die auch das 1. Gebot nie richtig verwirklicht haben.

Du fordest eine Bibelstelle um es zu begründen. Ich habe dir doch geschrieben, dass Jesus es vorgelebt hat. Das hat doch denselben oder noch höheren Wert als eine Bibelstelle?
Und Jesus hat doch die Jünger zu seine Nachfolge gerufen.

Diese Nachfolge heißt "Seelen retten" und dafür bedarf es der ganzen Aufmerksamkeit und Zeit.


Hermann
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Andal am 12. Februar 2011, 17:31:23
Theo, eine eindeutige Stelle die wortwörtlich einen Beweis darstellt, wird sich vermutlich nicht finden lassen. Vielleicht auch doch. Die Bibel habe ich zwar oft gelesen, aber ich weiß sie nicht auswendig.

Das Problem für Dich ist zu akzeptieren, dass die Kirche sich als legitime Instanz versteht, das Wort Gottes zu verkünden und die Bibel richtig auszulegen.

Du hast ein ganz anderes Verständnis von Kirche und letztlich von Gott. Da bringen Dir die Gespräche mit Gläubigen nichts. Die Gegensätze sind sehr tief. Leider.

lg Andal


PS: Ich sehe keinen Grund, für eine Sperre von theo zu sein. Er ist nicht beleidigend und wegen seiner Sichtweise ist er doch eher zu bedauern.
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Robert am 12. Februar 2011, 19:13:45
Theo2
Wenn es Dich beruhigt: Der Zölibat ist kein Dogma, das ist inzwischen den meisten bekannt. Er könnte durchaus abgeschafft werden.
Allerdings hat er eine lange Tradition in der Kirche, und die kann man nicht einfach mit einem Federstrich beenden. Vor allem wäre es wichtig, nach den Gründen für seine Abschaffung zu fragen. Es müßten sich unzweifelhaft Vorteile für die Kirche und für die Gläubigen ergeben. Das scheint mir nicht der Fall zu sein. Schau Dir doch die wortbrüchigen Priester an, was sind das oft für lächerliche Gestalten. Ihre Selbstdarstellung in den Medien beweist sehr häufig, daß sie schon lange vor ihrem Wortbruch ihren Glauben verloren haben. Sie haben nachgewiesen, daß sie eben nicht zum Priesteramt berufen waren. Keine Armee der Welt mildert die Eingangsvoraussetzungen ab, wenn sie gute Offiziere braucht. Wenn sie es doch tut, dann hat das langfristig nachteilige Folgen für alle. Daß das heutige Kirchenvolk, das von seinem Glauben oft nur noch rudimentäre Vorstellungen hat, solche „allseits beliebten“  Priester häufig schätzt, steht auf einem anderen Blatt.

Vielleicht interessiert es Dich: Die eifrigsten Kritiker des Zölibats in der Priesterschaft sind alte 68er. Viele Junge sehen das inzwischen ganz anders. Du erkennst es auch am Aussehen. Die grauhaarigen Alten tragen regelwidrig ihr Konfektionsanzügerl und wenn es hochkommt ein winziges Kreuzle am Revers, manchmal nicht einmal mehr das. Die Jungen sehen oft schon wieder wie Priester aus.  Die Verantwortung für die Verbürgerlichung, also die Verweltlichung der Priester liegt nicht immer bei den Einzelpersonen. Ein gläubiger katholischer junger Mann hat heute die größten Schwierigkeiten, in ein Priesterseminar aufgenommen zu werden. Sollte er sich gar als Rosenkranzbeter oder Marienverehrer  outen, hat er keine Chance mehr. Er muß kommunikations- und teamarbeitsfähig sein, Managerqualitäten wären auch nicht schlecht. Ein heiliger Pfarrer von Ars sähe heute zumindest im romfeindlichen Deutschland kein Priesterseminar von innen: viel zu fromm.

 Es wird in regelmäßigen Abständen Druck aufgebaut, von den Medien, von Leuten, die die Kirche bekämpfen, die ihr schaden wollen, die den römischen Zentralismus beklagen. Und auf einmal ist der Zölibat obsolet. Wer bestimmt das? Du? Ich? Die veröffentlichte Meinung?

Die geradezu mörderische Sexualisierung unserer Gesellschaft ist ein Faktum. Der Sexus nimmt eine gottähnliche Stellung ein. Ich darf daran erinnern, daß nach katholischer Lehre praktisch alle Alleinlebenden zölibatär leben müßten. Früheren Generationen war das nicht fremd. Wenn Du heute so etwas äußerst, hast Du eine vor Wut heulende Meute am Hals, die Dich am liebsten in die Psychiatrie verbringen würde.

Die Frage nach der biblischen Begründung ist eine typisch protestantische Fragestellung, die uns nicht weiter hilft. Wenn Du wissen willst, warum protestantische Religionsdiener so seltsame weiße Streifen am Kragen haben, dann bekommst Du keine Antwort von der Bibel. Das sind Traditionen, die sich auch in den Gemeinschaften gebildet haben, die die Tradition als Quelle des Glaubens ablehnen. Das tut die Kirche aber nicht. Die Bibel ist die Grundlage des christlichen Glaubens, wohlgemerkt des Glaubens, nicht der Wissenschaft. Dazu kommt die Lehre der Väter, also die Tradition. Von denen nimmt die Kirche übrigens sicher an, daß sie vom heiligen Geist geleitet wurden. Wenn Christus dazu noch seinen Repräsentanten auf Erden die Binde- und Lösegewalt zubilligt, dann habe ich keinerlei Schwierigkeiten, das zu akzeptieren. Und wenn die Kirche sagt, die Zölibatsfrage ist entschieden, dann ist sie das, jedenfalls für mich. Einige Bischöfe mögen das anders sehen.

Also: konkrete Beweise für die Berechtigung des Zölibats findest Du in der heiligen Schrift nicht, zahlreiche Hinweise aber schon. Die muß man aber sehen wollen. Wenn man sie nicht sehen will, dann sieht man sie auch nicht.
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: hiti am 12. Februar 2011, 21:46:51
Die geradezu mörderische Sexualisierung unserer Gesellschaft ist ein Faktum. Der Sexus nimmt eine gottähnliche Stellung ein. Ich darf daran erinnern, daß nach katholischer Lehre praktisch alle Alleinlebenden zölibatär leben müßten. Früheren Generationen war das nicht fremd. Wenn Du heute so etwas äußerst, hast Du eine vor Wut heulende Meute am Hals, die Dich am liebsten in die Psychiatrie verbringen würde.

Lieber Robert, liebe Leser/innen!

So ist es. Wie du schreibst, müßten alle Alleinstehenden zölibatär leben und wie ich vorher betont habe:
Nur wer den Schöpfungsauftrag erfüllt, lebt die Ehe gültig.
Wer keine Kinder will, hat nicht das Recht auf die Ehe!
Hier gibt die Kirche zurecht klare Richtlinien vor die nichts anderes bewirken sollten, als dich zu schützen vor der Vergötzung der Sexualität.

Dieser Auftrag ist es nämlich, der verhindert, dass die Sexulaität dein Gott wird.
Heute wird dieser Auftrag leider vielfach abgeleht, was NIE im Sinne Gottes ist!


Hermann
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: KleineSeele am 12. Februar 2011, 23:47:17
Diese Formulierung gefällt mir außerordentlich gut und bringt es auf den Punkt:

[Zitat]Norbert Geis: Der eigentliche Grund, weshalb die Kirche am Zölibat festhält, ist das Verständnis, das die Kirche vom Priesteramt hat, ein Amt, das Christus durch die Kirche dem Priester auferlegt. Es ist der Auftrag des Priesters, das Werk Christi, den Menschen das Heil zu bringen, bis zum Ende unserer Zeit fortzusetzen. In seinem Namen erteilt er in der Beichte die Absolution: „ego te absolvo...". In seiner Vollmacht wandelt er in der heiligen Messe Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi. Diese Vollmacht kann wahrhaftig nur ausüben, wer den totalen Anspruch des Priesteramtes auf sich nimmt. Darin liegt der Grund für den Zölibat. Die Welt braucht diese Menschen. Auch wir Christen, die wir das Salz der Erde sein sollen, brauchen sie, damit sie uns daran hindern, selbst schal zu werden.[/Zitat]

http://www.medrum.de/content/nicht-schal-werden-sondern-salz-bleiben (http://www.medrum.de/content/nicht-schal-werden-sondern-salz-bleiben)
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: KleineSeele am 12. Februar 2011, 23:55:46


... müßten alle Alleinstehenden zölibatär leben 
Wer keine Kinder will, hat nicht das Recht auf die Ehe!


Wieso .."müßten"? Klingt so einschränkend.
Und es gibt kein "Recht" auf Ehe, zumindestens kirchenjuristisch gesehen.
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: hiti am 13. Februar 2011, 09:38:48
Liebe Leser/innen!

Warum einschränkend? Es ist so.
Das Recht auf Sexualität haben wirklich nur jene Eheleute in einer gültig geschlossenen, kirchlichen Ehe, wo Gott der 3. und wichtigste im Bunde ist, wie es die Kirche lehrt
UND
wenn der Schöpfungsauftrag Gottes angenommen wird.

Alle anderen: die Alleinstehenden, die nur Zusammenlebenden, die nur zivil getrauten bis hin zu den perversen Verbindungen
haben dieses Recht nicht.

Das ist keine Einschränkung, sondern Schutz.

Unser Ziel ist Gott und wer diesem Ziel nachgeht der wird dessen Sinn erkennen, der andere nicht und vielfach will er es auch nicht.

Hermann
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: KleineSeele am 14. Februar 2011, 01:23:47
Liebe Leser/innen!

Warum einschränkend? Es ist so.
Das Recht auf Sexualität haben wirklich nur jene Eheleute in einer gültig geschlossenen, kirchlichen Ehe, wo Gott der 3. und wichtigste im Bunde ist, wie es die Kirche lehrt
UND
wenn der Schöpfungsauftrag Gottes angenommen wird.

Alle anderen: die Alleinstehenden, die nur Zusammenlebenden, die nur zivil getrauten bis hin zu den perversen Verbindungen
haben dieses Recht nicht.

Das ist keine Einschränkung, sondern Schutz.

Unser Ziel ist Gott und wer diesem Ziel nachgeht der wird dessen Sinn erkennen, der andere nicht und vielfach will er es auch nicht.

Hermann
Vollkommen anders gemeint! :)
Ich meinte mit Einschränkung eigentlich Abschwächung. Mein Fehler.
Nicht müsste, sondern muss. Voll dazu stehen, ohne Abstriche.
Das habe ich nach meiner (unserer) Bekehrung mit meinem Mann so praktiziert (wir haben Humane Vitae als Anleitung genommen und auf unsere Beichtväter gehört) und tue es als Witwe genauso. Ich bemühe mich zumindestens.
(Weiß noch gut, wie mein Mann angefangen hat, in Erwartung der Kinder auf einen Van zu sparen. Es hat leider nur zu dreien gereicht. Musste nach dem dritten Kind wegen Tumore operiert werden.)
Der Sinn ist wunderbar. Sich nach Seinen Geboten und den Geboten der hl. Kirche zu richten, erfüllt zutiefst, legt das wahre Menschsein frei, bis in bis dorthin noch unerkannten Tiefen.
Das kann ich nur jedem empfehlen. Ja, es kostet was, ist nicht billig zu haben, aber das ist dauerhafte Qualität nie.
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: kleineMaria am 19. Februar 2011, 13:43:25
Ich mag das Wort "Plichtzölibat" nicht. Was soll hier dass Wort Pflicht. Es wird von jenen benutzt die den Zölibat negativ bewerten und ihn abschaffen wollen! Diese verkennen aber die Hohe Würde eines Menschen, der sich zur Selbsthingabe berufen fühlt. Darum erwartet die Kirche schon immer absolute Freiwilligkeit für diese Berufung. Niemals seit den Tagen der Apostel, ist von der Katholischen Kirche ein Christ gezwungen worden, sich zum Priester weihen zu lassen. Alles andere ist Kirchenfeindliche Propaganda. Hier noch die Ansicht eines Theologen, mit der ich völlig übereinstimme.
Jesus ruft seine Jünger aus Beruf und Familie in seine Nachfolge, um das Reich Gottes zu verkünden; "doch das sollt ihr wissen: Das Reich Gottes ist nahe." (Lk 10,11) Wo die Einsicht in die messianische Sendung der Jünger und wo die eschatologische Erwartung des Gottesreiches verlorengehen, da dreht sich das Bewusstsein der Christen nur noch um sich selbst: um menschliche Selbstbefindlichkeiten; um kirchliche Ämter und Strukturen, um Strukturwandel - aber nicht um Umkehr, um Selbstpreisgabe im Sinne der Kreuzesnachfolge, die keine Melancholie des Abschieds kennt (vgl.Lk 9,62).

Deutlich wird das am Gleichnis von den zehn Jungfrauen, dem jüdischen Philosophen Walter Benjamin zufolge das messianische Gleichnis par excellence. Auch die törichten Jungfrauen glauben ja an die Wiederkunft des Bräutigams, rechnen aber nicht so schnell damit. Daher nahmen sie "ihre Lampen mit, aber kein Öl." (Mt 25,3) Das Öl aber ist nichts anderes als die "riserva escatologica" (wie die italienische Übersetzung des eschatologischen Vorbehalts lautet); Ausdruck einer brennenden Erwartung des messianischen Bräutigams, die alles aufgibt, um ihm entgegenzugehen: Nichts anderes verlangt der Zölibat als solche Selbstaufgabe, die mit einer bürgerlichen Lebensform unvereinbar ist, weil zahlreiche Dinge wie das Geldverdienen, gesellschaftliches Weiterkommen und vieles mehr uns an unsere Lebenswelt binden. So wichtig jene nun für eine bürgerliche Existenz sein mögen - sie sind es nicht im Hinblick auf das Reich Gottes, dem ein Priester wie auch ein Ordensmann oder eine Ordensfrau sein bzw. ihr Leben geweiht hat.

Kurt Anglet ist Priester und Theologieprofessor aus dem Erzbistum Berlin




Zitat von Wendelinus.
Ich mag das Wort "Plichtzölibat" nicht. Was soll hier dass Wort Pflicht. Es wird von jenen benutzt die den Zölibat negativ bewerten und ihn abschaffen wollen! Diese verkennen aber die Hohe Würde eines Menschen, der sich zur Selbsthingabe berufen fühlt. Darum erwartet die Kirche schon immer absolute Freiwilligkeit für diese Berufung. Niemals seit den Tagen der Apostel, ist von der Katholischen Kirche ein Christ gezwungen worden, sich zum Priester weihen zu lassen. Alles andere ist Kirchenfeindliche Propaganda. Hier noch die Ansicht eines Theologen, mit der ich völlig übereinstimme.

Genau so ist es. Ich bin derselben Meinung.
LG
Adina
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Marias Kind am 19. Februar 2011, 14:42:07
Liebe adina,

danke für Deine guten und klaren Worte! Niemand zwingt jemanden, Priester zu werden und damit zölibatär zu leben!

Jeder, der Priester werden will, entschließt sich freiwillig auch im Zölibat Christus nachzufolgen! Eigentlich ist das doch alles so einfach!

Christus hat seinen Nachfolgern und Stellvertretern im Apostelamt die Schlüsselgewalt in der Kirche gegeben, und wenn diese Schlüsselgewalt dafür angewandt worden ist, Christus auch im Zölibat nachzufolgen, dann hat das akzeptiert und angenommen zu werden!


Liebe Grüße,
Marias Kind

Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: kleineMaria am 20. Februar 2011, 22:13:40
Priesteram -  höchstes Amt. Oh wenn das so manche Priester selbst verstehen könnten!

Priester sind durch das Weihesakrament beauftragt, die Sendung weiterzuführen, die Jesus Christus seinen Aposteln anvertraut hat. Durch die Weihe haben die Priester ein unauslöschliches geistliches Siegel, das sie Christus gleichförmig macht und sie befähigt, auf besondere Weise im Namen Jesu Christi zu handeln. Ein Priester hat insbesondere die Vollmacht, in der Eucharistie die eucharistischen Gaben (Brot und Wein), in persona Christi handelnd, in den Leib und das Blut Jesu Christi zu wandeln ("Das ist mein Leib..") und gleichfalls in persona Christi in der Beichte den Gläubigen ihre Sünden zu vergeben ("Ich spreche Dich los..").

Das priesterliche Amt geht direkt auf den Willen Jesu zurück, der seine Kirche auf Petrus und die Apostel gründete. Diakonat, Priester- und Bischofsamt sind die in der Kirche weitergegebene Gestalt apostolischer Autorität. Diese Amtsverfassung der Kirche übt zugleich einen notwendigen Dienst am allgemeinen Priestertum aller Getauften aus. Jeder Getaufte hat Anteil am einzigen Priestertum Christi, der einziger Mittler zum himmlischen Vater ist. Jedoch hat niemand in der Gemeinde aus eigener Legitimität das Recht, die anderen Getauften zu lehren, zu leiten und zu heiligen. Der Vollzug des Lehramts, Leitungsamts und Priesteramts Christi setzt vielmehr einen besonderen Ruf des Herrn voraus, der in der sakramentalen Weihe die Anerkennung der Kirche gefunden hat. Nur die sorgfältige Unterscheidung, der gleichen Königswürde aller Getauften in Christus einerseits und der besonderen Berufung des verfassten Amtes andererseits, garantiert den bestmöglichen Zugang des ganzen Gottesvolkes zu dem im Sakrament gegenwärtigen Christus.

Die scheinbare Abwertung spezieller Charismen durch das Amtsprinzip hat in der Kirchengeschichte immer wieder zu schweren Konflikten geführt. Letztlich hat sich aber oft und oft gezeigt, dass nur so die Vielfalt besonderer Gnadengaben zum Wohl des gesamten mystischen Leibes Christi, der nämlich die Kirche ist, weitergetragen werden konnte.

Ich mag das Wort "Plichtzölibat" nicht. Was soll hier dass Wort Pflicht. Es wird von jenen benutzt die den Zölibat negativ bewerten und ihn abschaffen wollen! Diese verkennen aber die Hohe Würde eines Menschen, der sich zur Selbsthingabe berufen fühlt. Darum erwartet die Kirche schon immer absolute Freiwilligkeit für diese Berufung. Niemals seit den Tagen der Apostel, ist von der Katholischen Kirche ein Christ gezwungen worden, sich zum Priester weihen zu lassen. Alles andere ist Kirchenfeindliche Propaganda. Hier noch die Ansicht eines Theologen, mit der ich völlig übereinstimme.
Jesus ruft seine Jünger aus Beruf und Familie in seine Nachfolge, um das Reich Gottes zu verkünden; "doch das sollt ihr wissen: Das Reich Gottes ist nahe." (Lk 10,11) Wo die Einsicht in die messianische Sendung der Jünger und wo die eschatologische Erwartung des Gottesreiches verlorengehen, da dreht sich das Bewusstsein der Christen nur noch um sich selbst: um menschliche Selbstbefindlichkeiten; um kirchliche Ämter und Strukturen, um Strukturwandel - aber nicht um Umkehr, um Selbstpreisgabe im Sinne der Kreuzesnachfolge, die keine Melancholie des Abschieds kennt (vgl.Lk 9,62).

Deutlich wird das am Gleichnis von den zehn Jungfrauen, dem jüdischen Philosophen Walter Benjamin zufolge das messianische Gleichnis par excellence. Auch die törichten Jungfrauen glauben ja an die Wiederkunft des Bräutigams, rechnen aber nicht so schnell damit. Daher nahmen sie "ihre Lampen mit, aber kein Öl." (Mt 25,3) Das Öl aber ist nichts anderes als die "riserva escatologica" (wie die italienische Übersetzung des eschatologischen Vorbehalts lautet); Ausdruck einer brennenden Erwartung des messianischen Bräutigams, die alles aufgibt, um ihm entgegenzugehen: Nichts anderes verlangt der Zölibat als solche Selbstaufgabe, die mit einer bürgerlichen Lebensform unvereinbar ist, weil zahlreiche Dinge wie das Geldverdienen, gesellschaftliches Weiterkommen und vieles mehr uns an unsere Lebenswelt binden. So wichtig jene nun für eine bürgerliche Existenz sein mögen - sie sind es nicht im Hinblick auf das Reich Gottes, dem ein Priester wie auch ein Ordensmann oder eine Ordensfrau sein bzw. ihr Leben geweiht hat.

Kurt Anglet ist Priester und Theologieprofessor aus dem Erzbistum Berlin




Zitat von Wendelinus.
Ich mag das Wort "Plichtzölibat" nicht. Was soll hier dass Wort Pflicht. Es wird von jenen benutzt die den Zölibat negativ bewerten und ihn abschaffen wollen! Diese verkennen aber die Hohe Würde eines Menschen, der sich zur Selbsthingabe berufen fühlt. Darum erwartet die Kirche schon immer absolute Freiwilligkeit für diese Berufung. Niemals seit den Tagen der Apostel, ist von der Katholischen Kirche ein Christ gezwungen worden, sich zum Priester weihen zu lassen. Alles andere ist Kirchenfeindliche Propaganda. Hier noch die Ansicht eines Theologen, mit der ich völlig übereinstimme.

Genau so ist es. Ich bin derselben Meinung.
LG
Adina
Titel: Allgemeiner Glaubensverlust....
Beitrag von: kleineMaria am 21. Februar 2011, 16:49:00
Aufstand statt Problemlösung

Der sogenannte „Aufstand“ zahlreicher deutscher Theologen ist meines Erachtens reine Effekthascherei. Mit diesen Themen erregt man natürlich in den weitgehend agnostisch und atheistisch geprägten deutschen Medien und in der Öffentlichkeit die meiste Aufmerksamkeit.

Diese Theologen wissen nur zu gut, dass weder der Papst allein, noch

der Papst mit den deutschen Bischöfen allein wesentliche geltende kirchliche Bestimmungen ändern können. Hierzu muss die weltweite Gemeinschaft der Bischöfe gehört werden. In den Entwicklungsländern hat man jedoch wohl ganz andere Sorgen als in der wohlstandsgesättigten deutschen Gesellschaft. Die Damen und Herren Theologen wären besser beraten, sie würden sich konstruktive Gedanken machen, um die eigentlichen Probleme unserer Gesellschaft zu lösen, zum Beispiel:
Erstens: Den allgemeinen Glaubensverlust mit dem Ziel einer Neuevangelisierung. Wo sollen denn die angeblich fehlenden Priester- und Ordensberufungen herkommen, wenn 90 Prozent der Bevölkerung Fragen des Glaubens ablehnend oder gleichgültig gegenüberstehen?

Zweitens: Jährlich werden in Deutschland 200 000 bis 300 000 Kinder im Mutterleib ermordet – wohlgemerkt finanziert mit unseren Steuergeldern. Wie viele Berufungen wurden so wohl in den letzten dreißig bis vierzig Jahren verhindert? Über diesen Skandal verlieren unsere Theologen kein Wort.

Drittens: Permanenter Geburtenrückgang und Überalterung unserer Gesellschaft mit den ständig wachsenden Demographie-Problemen. Auch das finden unsere Theologen nicht erwähnenswert, obwohl hier eine weitere Ursache für die fehlenden Berufungen zu sehen ist. Viele eventuelle Priesterkandidaten hatten „dank Pille“ erst gar nicht die Chance, geboren zu werden.

Zum ewigen Zölibatsproblem empfehle ich den Theologinnen und Theologen die sorgfältige Lektüre des Berichts von Manfred Lütz in der „Tagespost“ vom 5. Februar „Ein Lebensbekenntnis, das provoziert“.

Im übrigen sind alle Forderungen unserer Theologen in der evangelischen Kirche realisiert. Es wäre daher ehrlicher, diese Damen und Herren würden sich der evangelischen Kirche anschließen, als permanent Unruhe in unsere katholische Kirche zu tragen. Merkwürdigerweise sind trotz der Erfüllung all dieser Forderungen die Austrittszahlen in der evangelischen Kirche noch größer als in der katholischen. Die Zahl der praktizierenden Christen ist bei den Protestanten noch immer deutlich geringer als bei den Katholiken. Wenn also die Vorschläge der Theologen eine Lösung der Probleme unserer Postmoderne zur Folge hätten, müsste ja der Zustrom zur evangelischen Kirche und der dortige Kirchenbesuch gewaltig sein.

Zur Frage des Zölibats sei nur noch erwähnt, dass die evangelischen Pfarrer heute eine der Berufsgruppen mit den höchsten Scheidungsraten sind. Dies wäre bei katholischen Pfarrersehen kein Jota anders. Was wohl, wenn dann unsere geschiedenen katholischen Pfarrer wieder heiraten möchten? Für uns ist ja die Ehe ein Sakrament und nicht nur – wie Luther gesagt hat – ein weltlich Ding.

Ich wundere mich über die Reaktion oder besser Nicht-Reaktion unserer deutschen Bischöfe. Man will mit den Beschwerdeführern in den Dialog treten. Diesen Dialog führen unsere Bischöfe schon seit vierzig Jahren, ohne dass Ergebnisse erkennbar sind. Hier möchte ich ein bekanntes deutsches Sprichwort zitieren: „Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“. Solchen Damen und Herren müsste sofort die Befugnis entzogen werden, weiterhin unsere jungen Priester auszubilden. Kein Wunder, dass zahlreiche junge Priesteramtskandidaten im Laufe ihres Studiums aufgeben oder den Glauben sogar ganz verlieren.

Marliese Eberwein-Dietz, 69469 Weinheim-Oberflockenbach
[/u]

Ermutigung im priesterlichen Dienst
Zum Beitrag „Ein Lebensbekenntnis, das provoziert“: Der „Tagespost“ für den Beitrag vom 5. Februar und, natürlich, dessen Verfasser, Herrn Dr. Manfred Lütz, herzlichen Dank! Klar, verständlich und dennoch differenziert und dem Thema angemessen, aus tief fundierter theologischgeistlicher Sicht, wird aus berufenem Munde ganz Wesentliches im Hinblick auf den priesterlichen Zölibat vermittelt. Jenseits jeder emotionalen Diskussion ist mit diesem Beitrag ganz allgemein ein hervorragender Denkanstoß gegeben und denen, die im priesterlichen Dienst stehen, Ermutigung, Hilfe und Stärkung!

Peter Heitmann, Pfarrer i.R., 69221 Dossenheim

Kirchenspalter auf dem Vormarsch
Wenn der Papst als Vertreter einer verknöcherten, handlungsunfähigen Bastion Ewiggestriger es wagt, das Land der Reformation zu besuchen, stehen CDU-Politiker und eine selbstherrliche Theologenphalanx auf den Barrikaden und fordern Umsturz und Neuanfang, eine Kirche nach eigenem Gusto mit verheirateten „viri probati“, Ordination von Frauen, Bischofswahlen durch Gelegenheitschristen und Segen für homosexuelle Paare. Fernziel die Abschaffung des Zölibates und den Abgesang einer lebenslangen Ehe, „römisch“ als Schimpfwort und konservative Priester ein Anachronismus.

Nicht zu leugnen ist der Rückgang der Priesteramtskandidaten, doch wie sollen solche wachsen aus einer immer kleiner werdenden Zahl von Gläubigen, die noch den Sonntag durch einen Kirchenbesuch heiligen in einer Zeit, in der „Frömmigkeit“ ein Schimpfwort und Ehrfurcht und Demut vor Gott antike Begriffe geworden sind.


Hier kann ich nur die Empfehlungen von Matthias Matussek weitergeben: Wie wär's, wenn Politiker und „Theologie“-Professoren sich wieder einmal als einfache Katholiken begreifen würden? Sich öfter mal hinknieten, das Haupt senkten und sich dem Gebet hingäben. Für mich ist klar, aus einer deutschen katholischen Nationalkirche würde ich mich sofort abmelden.

Prof. Dr. Dr. h.c. Friedrich Strauch, 48329 Havixbeck

http://www.die-tagespost.de/Leserbriefe-zum-Thema-Zoelibat-der-Bitte-von-acht-Unionspolitikern-nach-Pruefung-des-Modells-bdquo-viri-probati-ldquo-und-dem-Theologen-Memorandum-bdquo-Kirche-2011-ldquo-;art456,122023 (http://www.die-tagespost.de/Leserbriefe-zum-Thema-Zoelibat-der-Bitte-von-acht-Unionspolitikern-nach-Pruefung-des-Modells-bdquo-viri-probati-ldquo-und-dem-Theologen-Memorandum-bdquo-Kirche-2011-ldquo-;art456,122023)


Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: kleineMaria am 21. Februar 2011, 17:22:33
Katholische Kirche
Kardinal Brandmüller fordert harte Linie beim Zölibat
Der deutsche Kardinal Walter Brandmüller hat die katholische Kirche in der Debatte um den Zölibat zu Kompromisslosigkeit aufgefordert.


Walter Brandmüller
In einem Interview mit der "Augsburger Allgemeinen" wies der 82-Jährige entschieden einem Appell namhafter CDU-Politiker zurück, die sich bei der Deutschen Bischofskonferenz für eine Lockerung des Zölibats starkgemacht und Unverständnis über das Eheverbot geäußert hatten. Brandmüller, betonte, "niemand wird dazu gezwungen, Priester zu werden".

Der Kardinal sagte das Thema Zölibat dürfe nicht mit dem Priestermangel in verbindung gebracht werden: "Es kann doch bei diesem Thema nicht um weltliche, gesellschaftliche Zweckmäßigkeit oder Machbarkeit gehen", betonte Brandmüller. "Hier kommt Gott ins Spiel: Er beruft. Also muss um gute Priester gebetet werden", fügte er hinzu. "Keinesfalls kann es darum gehen, durch Absenken der Anforderungen einem Mangel an Priestern abzuhelfen", betonte Brandmüller.

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Der Kardinal sagte, die Kirche müsse in der Frage hart bleiben: "Tapferkeit ist gefordert, wenn es gilt, gegen den Mainstream zu rudern, anstatt mit den Wölfen zu heulen oder vor dem Wolf zu fliehen", betonte Brandmüller. Der Zölibat sei keine Bürde, wohl aber eine Hürde, "die zu überspringen ist, wenn ein junger Mann der Berufung zum Priestertum folgen will", sagte der Kardinal. "Kann oder will er sie nicht überspringen, ist er auch nicht berufen." AZ

Es fehlt nur noch dass die Moraltheologen sagen:    "ach die   "Armen"  sie müssen auch noch arbeiten! :-bk

 

Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: KleinesLicht am 22. Februar 2011, 03:26:41
"Kardinal Meisner weiht einen Familienvater zum Priester - Papst macht Ausnahme für ehemaligen evangelischen Geistlichen"

(http://www.wz-newsline.de/home/panorama/kardinal-meisner-weiht-einen-familienvater-zum-priester-1.583963 (http://www.wz-newsline.de/home/panorama/kardinal-meisner-weiht-einen-familienvater-zum-priester-1.583963))


Das es derartige Ausnahmeregelungen gibt wusste ich gar nicht. Ich frage mich aber, ob der Zeitpunkt für eine solche Ausnahme gut gewählt ist?


Liebe Grüße
KleinesLicht
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: kleineMaria am 22. Februar 2011, 10:55:07
Kardinal Brandmüller über die Zöllibatsdebatte, die schon zum Überdruß werde....
......ein Auszug aus seiner Predigt,


„Ihre Berufung auf den Priestermangel erscheint in einem merkwürdigen Licht, bedenkt man die immer geringer werdende Zahl von Gottesdienstbesuchern und Gläubigen, die die Sakramente empfangen wollen“, schreibt er. Und weiter: „Wenn Sie dennoch auf Ihrem Begehren bestehen, nähren Sie den Verdacht, es gehe dabei nicht nur um den Zölibat, sondern um ersten Schritte hin zu einer ‘anderen Kirche’.“ Ein solcher „deutscher Sonderweg“ führe „in die Nähe eines Schismas, einer Nationalkirche“.

Kardinal Brandmüller weist darauf hin, „dass der Zölibat der Priester auf apostolischer Tradition beruht“. Zwar seien in der frühen Kirche tatsächlich „verheiratete Männer zu Bischöfen und Priestern geweiht“ worden, doch hätten diese von da an nicht „die eheliche Gemeinschaft“ fortgesetzt. Die Weltkirche und auch ein Konzil könnten und dürften „eine apostolische Überlieferung nicht ignorieren“. Die von den CDU-Politikern angestoßene Diskussion habe „viele schon zum Überdruss belästigt und beleidigt und darüber hinaus die Verwirrung unter den Gläubigen vermehrt“, urteilt Brandmüller.

http://www.radiovaticana.org/ted/articolo.asp?c=457219
 (http://www.radiovaticana.org/ted/articolo.asp?c=457219)

http://www.kath.net/detail.php?id=30245 (http://www.kath.net/detail.php?id=30245)
Liebe Grüße
adina

Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: kleineMaria am 22. Februar 2011, 13:52:06
Eine Lesermeinung bei  kath.net
der ich ganz zustimme....

Man kann es langsam nicht mehr hören
Diese ewige, elendige Zölibatsdebatte! Begreifen die engstirnigen Politiker überhaupt nicht, daß es Jesus Christus selbst vorgelebt hat und die Kirche nicht das Recht hat, die Vorgaben ihres Gründers zu ändern? Am "deutschen Wesen" soll mal wieder die Welt genesen? In anderen Ländern lachen sie sich kaputt über die deutsch(sprachig)en "Probleme", die hausgemacht sind. Ein afrikanischer Katholik würde die Lehre der Kirche gewiß nicht derart in Frage stellen. Gott sei Dank haben wir einen wunderbaren Papst!!

Viele Menschen gehen davon aus, dass die Ehe leichter "lebbar" ist, als die Ehelosigkeit. Beides hat aber seine Vorzüge, aber natürlich auch seine Lasten und Pflichten.
...wenn man schon von einer "Krise des Zölibats" spricht, dann muss man gleichzeitig auch von einer "Krise der Ehe" sprechen. Die vielen Ehescheidungen zeugen davon.

Liebe Grüße
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: kleineMaria am 22. Februar 2011, 18:53:10
"Kardinal Meisner weiht einen Familienvater zum Priester - Papst macht Ausnahme für ehemaligen evangelischen Geistlichen"

(http://www.wz-newsline.de/home/panorama/kardinal-meisner-weiht-einen-familienvater-zum-priester-1.583963 (http://www.wz-newsline.de/home/panorama/kardinal-meisner-weiht-einen-familienvater-zum-priester-1.583963))


Das es derartige Ausnahmeregelungen gibt wusste ich gar nicht. Ich frage mich aber, ob der Zeitpunkt für eine solche Ausnahme gut gewählt ist?


Liebe Grüße
KleinesLicht



Ehefrau gehört dem weltlichen Zweig des Karmeliter-Ordens an
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: KleinesLicht am 22. Februar 2011, 23:34:48
Lieber Wendelinus,

vielen Dank für Deine Erklärung.

Es wäre sicherlich hartherzig von Seiten der Kirche, wenn die Trennung von der Familie verlangt werden würde. Aber mir ist (losgelöst vom vorliegenden Fall) eines nicht verständlich: Es gibt 3 Weihestufen: 1. zum Diakon, 2. zum Priester und 3. zum Bischof

Diakon und Priester verkünden beide das Wort Gottes (lehren den kath. Glauben). Entgegen dem Priester darf der Diakon selbst die Eucharistie nicht feiern (Wandlung), nicht Beichthören, keine Krankensalbung und keine Weihesakramente spenden. Er darf aber (wie im Notfall jeder Mensch) die Taufe spenden und außerhalb einer Eucharistiefeier eine Eheschließung vor Gott bestätigen sowie Beerdigungen vornehmen. Was den Zölibat angeht kenne ich es bei einem Diakon nur so: Wer als Unverheirateter zum Diakon geweiht wird, muss wie ein Priester zölibatär leben. Bei Verheirateten muss die Ehefrau der Diakonenweihe zustimmen; stirbt die Ehefrau, darf der geweihte Diakon nicht wieder heiraten.

Es heißt ja, Herr Klueting werde in der Studentenseelsorge eingesetzt und bekomme keine eigene Gemeinde. Es heißt auch, die päpstliche Ausnahme, vom Zölibat entbunden zu sein, gilt für seine bestehende Ehe (Schlussfolgerung: Stirbt die Ehefrau, darf er wie der Diakon nicht wieder heiraten). Aber nun stelle ich mir die Frage: Wäre in einer solchen Situation die Weihe zum Diakon nicht die "richtigere" Wahl? Warum die 2. Weihestufe zum Priester?

Zugegeben, auch wenn ich Deine Argumente, lieber Wendelinus, alle nachvollziehen kann (weil Herr K. ja zuvor einer anderen Konfession angehörte und somit Unwissenheit zu Grunde gelegt werden muss), habe ich da im Augenblick ehrlich gesagt eine Gedankensperre. "Unwissenheit schützt vor Schaden nicht" (das sagt uns auch jedes weltliche Gesetzbuch). Darum meine Meinung (im Augenblick): Weihe zum Diakon, ja - Priesterweihe (trotz Großmut der Kirche), nein. 



Liebe Adina,

dass die Ehefrau dem 3. Orden der Karmeliter angehört, sagt mir jetzt erst einmal "nur", dass sie ein besonders geistliches Leben führt und (wie jede katholische Ehefrau) die "standesgemäße" Keuschheit übt um nicht der Todsünde zu verfallen. Es heißt ja nicht unbedingt, dass sie in ihrer Ehe enthaltsam lebt; also mit ihrem Ehemann eine "Josefsehe" führt. Wäre das aber so, wäre meine Gedankensperre entriegelt :-)


Liebe Grüße
KleinesLicht




Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Sairo am 23. Februar 2011, 00:49:02
Liebe Leser/Innen

Hier noch etwas zu Thema: Konvertiten werden Priester! http://www.gloria.tv/?media=132296 (http://www.gloria.tv/?media=132296)

Interessant ist, sie erhalten zwar die Priesterweihe, aber werden nicht als Pfarrer eingesetzt.

Gottes Segen
sairo
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: kleineMaria am 23. Februar 2011, 11:31:15
Lieber Wendelinus,

vielen Dank für Deine Erklärung.

Es wäre sicherlich hartherzig von Seiten der Kirche, wenn die Trennung von der Familie verlangt werden würde. Aber mir ist (losgelöst vom vorliegenden Fall) eines nicht verständlich: Es gibt 3 Weihestufen: 1. zum Diakon, 2. zum Priester und 3. zum Bischof

Diakon und Priester verkünden beide das Wort Gottes (lehren den kath. Glauben). Entgegen dem Priester darf der Diakon selbst die Eucharistie nicht feiern (Wandlung), nicht Beichthören, keine Krankensalbung und keine Weihesakramente spenden. Er darf aber (wie im Notfall jeder Mensch) die Taufe spenden und außerhalb einer Eucharistiefeier eine Eheschließung vor Gott bestätigen sowie Beerdigungen vornehmen. Was den Zölibat angeht kenne ich es bei einem Diakon nur so: Wer als Unverheirateter zum Diakon geweiht wird, muss wie ein Priester zölibatär leben. Bei Verheirateten muss die Ehefrau der Diakonenweihe zustimmen; stirbt die Ehefrau, darf der geweihte Diakon nicht wieder heiraten.

Es heißt ja, Herr Klueting werde in der Studentenseelsorge eingesetzt und bekomme keine eigene Gemeinde. Es heißt auch, die päpstliche Ausnahme, vom Zölibat entbunden zu sein, gilt für seine bestehende Ehe (Schlussfolgerung: Stirbt die Ehefrau, darf er wie der Diakon nicht wieder heiraten). Aber nun stelle ich mir die Frage: Wäre in einer solchen Situation die Weihe zum Diakon nicht die "richtigere" Wahl? Warum die 2. Weihestufe zum Priester?

Zugegeben, auch wenn ich Deine Argumente, lieber Wendelinus, alle nachvollziehen kann (weil Herr K. ja zuvor einer anderen Konfession angehörte und somit Unwissenheit zu Grunde gelegt werden muss), habe ich da im Augenblick ehrlich gesagt eine Gedankensperre. "Unwissenheit schützt vor Schaden nicht" (das sagt uns auch jedes weltliche Gesetzbuch). Darum meine Meinung (im Augenblick): Weihe zum Diakon, ja - Priesterweihe (trotz Großmut der Kirche), nein.  



Liebe kleineMaria,

dass die Ehefrau dem 3. Orden der Karmeliter angehört, sagt mir jetzt erst einmal "nur", dass sie ein besonders geistliches Leben führt und (wie jede katholische Ehefrau) die "standesgemäße" Keuschheit übt um nicht der Todsünde zu verfallen. Es heißt ja nicht unbedingt, dass sie in ihrer Ehe enthaltsam lebt; also mit ihrem Ehemann eine "Josefsehe" führt. Wäre das aber so, wäre meine Gedankensperre entriegelt :-)


Liebe Grüße
KleinesLicht



Ja  ich gebe  Dir recht, kleines Licht.
LG
adina
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: peanutbecker am 23. Februar 2011, 20:32:38
Es gibt etwas Größeres

Die bräutliche Beziehung der Seele zu Gott soll im Zölibat, in der völligen Ausrichtung auf Gott, jetzt schon gelebt werden – Ein bemerkenswertes Zeugnis über den Zölibat von Pfarrer Richard Kocher, Programmdirektor von Radio Horeb

Ein Bericht auf kath.net http://www.kath.net/detail.php?id=30263 (http://www.kath.net/detail.php?id=30263)
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: hiti am 23. Februar 2011, 21:18:26
Liebe Leser/innen!

Wie wichtig der Zölibat ist, die Ganzhingabe an Jesus, zeigen diese Aussagen der Muttergottes:

Wie viele meiner vielgeliebten Söhne leben ihr Priestertum nicht mehr, weil der Heilige Vater darauf bestanden hat, daß auch heute der Zölibat aufrecht bleibt.
Wie viele andere bleiben, leben ihn aber nicht mehr. Entweder sie betrachten ihn als überholt oder als etwas Vorübergehendes. Oder sie halten ihn für innerlich ungerechtfertigt und nicht mehr bindend . . .

Auf diese Weise leben heute so viele meiner Priestersöhne im Dauerzustand der Unkeuschheit!
Kehrt zurück, meine vielgeliebten Söhne, und lebt in eurem Leib wieder die Jungfräulichkeit meines Sohnes Jesus und die Wundmale seines Leidens!
Euer priesterlicher Leib muß ein gekreuzigter Leib sein. Gekreuzigt der Welt und ihren Verlockungen!

Heute ruft eure Unbefleckte Mutter euch alle auf, euren Geist, euer Herz und euren Leib keusch zu halten, um so die Tugenden des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung zu leben.


Hermann
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: KleinesLicht am 25. Februar 2011, 02:01:13
Lieber Wendelinus,

danke für Deinen Beitrag, der mich wirklich sehr zum Nachdenken angeregt hat.

Ja, meine Gedanken entspringen da wirklich eher meiner Logik  :)  und da mir die Möglichkeit einer solchen Priesterweihe bislang nicht bekannt war, musste ich es für mich wirklich hinterfragen um es verstehen zu können. Häufig scheint mir eine solche Priesterweihe aber nicht vorzukommen. Bei meiner „Recherche“ bin ich auf eine Aussage aus dem Jahre 2008 gestoßen die besagte, dass es in 2008 weltweit ca. 300 solcher Fälle gab. Die gleiche Zahl stand gestern in unserer Tageszeitung; also 3 Jahre später ebenfalls weltweit 300 Fälle. Ich schätze Kardinal Meisner als einen der letzten Konservativen in unserer Kirche sehr und darum kam mir diese Entscheidung gegenüber seinem üblichen konservativen Handeln ein wenig widersprüchlich vor. Nun bin ich ja Dank Deiner Ausführung eines Besseren belehrt aber ich gebe zu, wahrscheinlich kann ich mein logisches Denken dabei noch nicht gänzlich ablegen.

Ich kann als Gläubige eine solche Priesterweihe annehmen; damit habe ich wirklich kein Problem, weil ich da auch zu sehr auf unseren Papst vertraue. Aber wenn ich dies aus Demut und Nächstenliebe tue, dann darf ich eigentlich von einem konvertierten Geistlichen auch erwarten, dass er aus Demut und aus Liebe zum Herrn „nur“ einer Diakonenweihe zustimmt. Andernfalls würde ich (auch aus Gründen der Gleichbehandlung) begrüßen, wenn in solchen Fällen von unserer kirchl. Autorität die „Josefsehe“ vorausgesetzt wird.

Denn Jesus forderte zwar nicht die Scheidung von seinen Jüngern aber er sagte in Lk 14: 
„Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein. Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein. Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen? Sonst könnte es geschehen, dass er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertig stellen kann. Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten und sagen: Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen. … Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.“


Ob ich da jetzt richtig denke und ob ich den o. g. Bibeltext richtig verstehe weiß ich nicht. Aber ich bin der Ansicht, wenn das Zölibat für kath. Priester gelten soll (vorweg, ich bin Befürworterin des Zölibats) dann bitte gleiches Recht für alle.


Gottes Segen
KleinesLicht
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: kleineMaria am 25. Februar 2011, 16:51:48
Möchte mich hiermit bedanken für die vielen Mail's und guten Zuschriften in meinem Postfach.
Ihnen alles Gute und herzliche Grüße von
adina.
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: hiti am 25. Februar 2011, 20:49:19
Liebe Leser/innen!

Heute bin ich auf Worte der Muttergottes gestoßen, die den Zölibat und das Wesen der Priesterschaft wirklich treffend darlegt:

Disziplinlosigkeit ist der Mangel an innerer Fügsamkeit dem Willen Gottes gegenüber. Sie zeigt sich in der Überschreitung der besonderen Verpflichtungen eures Standes. Die Verpflichtung zu beten, ein gutes Beispiel zu sein und ein heiliges und apostolisches Leben zu führen. Wie viele gibt es unter den Priestern, die sich von einer ungeordneten Aktivität in Beschlag nehmen lassen und nicht mehr beten! Sie vernachlässigen gewohnheitsmäßig das Stundengebet, die Betrachtung, das Beten des heiligen Rosenkranzes. Sie beschränken das Gebet auf eine eilige Feier der heiligen Messe.

So werden diese meine armen Kinder innerlich leer und haben kein Licht und keine Kraft mehr, um den vielen listigen Versuchungen zu widerstehen, von welchen sie ständig umgeben sind. Deshalb werden sie vom Geist der Welt angesteckt und nehmen ihre Lebensweise an. Sie eignen sich ihre Wertmaßstäbe an, machen bei ihren profanen Kundgebungen mit, lassen sich von ihren Propagandamitteln beeinflussen und am Ende sind sie von der weltlichen Denkungsweise beherrscht. Schließlich leben sie wie Diener der Welt, nach dem Geist der Welt, den sie rechtfertigen und verbreiten, und damit verursachen sie bei so vielen Gläubigen Ärgernis.

Dadurch entsteht die weit verbreitete Auflehnung gegen die kirchlichen Normen, die das Leben der Priester regeln, und die immer wiederkehrende Anfechtung der Verpflichtung zum heiligen Zölibat. Dieser ist von Jesus durch seine Kirche gewünscht und euch neuerlich vom Papst mit Festigkeit bestätigt worden.   


fg
Hiti
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: CSc am 08. März 2011, 22:05:05
Ich kann in diesem Forum den Text nicht einstellen, so dass er ganz gezeigt wird.

Ich werde in Kürze einen Link angeben unter dem er gelesen werden kann.
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: CSc am 08. März 2011, 22:23:53
Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,

angesichts der vielfachen Forderung - selbst aus hohen Kirchenkreisen - den Pflichtzölibat für Priester aufzuheben. Ist es wichtig die Legitimation dieser Forderungen zu untersuchen, indem man die Entwicklungsgeschichte des Klerikerzölibats studiert und indem man nach der Begründung des Zölibats fragt. Ich habe das in folgendem Text ein bisschen zusammengetragen:  

http://kath-tradition.npage.de/zölibat_92904607.html (http://kath-tradition.npage.de/zölibat_92904607.html)

Es ist wichtig sich über den Zölibat (vor allem in der heutigen Zeit, in der er so sehr angefochten wird) zu informieren. Nur so können wir ihn in angemessener Weise verteidigen. Dieser Text kann gerne auch verbreitet werden.
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: CSc am 09. März 2011, 11:07:54
Ja, ich meinte diesen Text, aber man kann ihn - wie Du siehst - nicht in dieses Forum reinstellen. Wenn man diesen Text hier reinstellt, dann gehlt plötzlich einiges aus der Mitte des Textes und es ergibt keinen Sinn mehr. Hier kannst Du das sehen:


"In der Zeit, in der immer wieder Verfolgungen gegen die Christen durch das Imperium Romanum losbrachen, war es schwierig für die Kirche, Gesetze schriftlich festzulegen. 2 Thess 2, 15 (

Der Text hier dazwischen fehlt. Und das ist ganz schön viel Text.

Subdiakone] Kinder. Ich antworte, dass dies nicht gemäß der Regel geschieht, sondern wegen der Lässigkeit der Menschen“ (Haer. 59,4; PG 41, 1024). Der Zölibat war wirklich universal und ökumenisch. Im 4. Jahrhundert verfielen dann die Reichsdiözesen Thrakien, Kleinasien und Pontus dem Arianismus."

Darum bitte ich dem angegebenen Link zu folgen. Dort kann man dann den Text als Ganzen lesen. Der Text hier ist in der Mitte ein únsinniges Durcheinander.

Hier noch einmal der Link:

http://kath-tradition.npage.de/zölibat_92904607.html
 (http://kath-tradition.npage.de/zölibat_92904607.html)
 
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: CSc am 09. März 2011, 12:45:29
Ja, der Text scheint vollständig.

Gut gemacht Wendelinus.
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Anna-Maria am 09. März 2011, 13:54:40
Lieber Wendelinus,

das ist eine interessantes Post. Auch von mir ein Dankeschön :-)

Ich muss mal ganz schlicht sagen, dass das Wort "Pflichtzöllibat" irgenwie ein Propagandabegriff zu sein scheint, derer die das Zöllibat und vielleicht überhaupt das Priestertum untergraben wollen. Priester - sein ist doch eine Berufung von Gott und die Hingabe voll und ganz (siehe oben) ist doch nur eine Konsequenz.

Ist ist nicht ein Bestandteil der Weihe eines Priesters im Zöllibat zu leben. Wie soll ein Priester denn wirklich verantwortlich  Priester sein können UND Sexualität mit allem, was dazugehört im katholischen Sinn, eben auch Kinder zu zeugen, vereinbaren.

Er kann nicht beiden gerecht werden. Echt ernstlich, wie kann man auf solche Ideen kommen?

Vielleicht bin ich zu naiv ;-(

Viele Segensgrüße
Anna-Maria
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: CSc am 09. März 2011, 14:27:47
Liebe Anna-Maria,

ich glaube der Begriff Pflichtzölibat ist gerechtfertigt und meint auch nichts Schlechtes. Schließlich ist der Zölibat für Priester verpflichtend. Vielmehr ist der Begriff "Zwangszölibat" ein falscher Begriff. Es gibt nämlich keinen Zwangszölibat. Der Weihekandidat wählt frei und aus voller Überzeugung diese Lebensweise, die ihm unserm Herrn gleichförmiger Macht. Man bedenke wie nah ein Priestern unserm Herrn durch das hl. Messopfer kommt und das in seinen Händen, durch seine Worte das Größte geschieht, was auf dieser Erde geschehen kann. Das ist das Opfer unseres Herrn auf dem Altar. Angesichts dieser Tatsache darf sich der Priester mit nichts anderem beschäftigen als mit den Dingen Gottes und er darf keine andere Sorge kennen als die Sorge um die unsterblichen Seelen, die ihm anvertraut sind. Im Priester sehen die Gläubigen niemand anderen als unsern Herrn selber, der sich bei der Priesterweihe mit ihm verbindet. Der Priester ist ein zweiter Christus durch seine Weihe. Wie wichtig ist es, dass er auch dementsprechend - seiner hohen Würde entsprechend - lebt und sich innigst mit unserm lieben Heiland verbindet. Die Jungfräulichkeit eines Priesters ist unverzichtbar. Er muss sich ganz dem Herrn hingeben und nur für ihn leben und ihn von ganzem Herzen lieben.

Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Anna-Maria am 09. März 2011, 14:31:57
Lieber Bruder,

danke für den Hinweis! :-)  Mea culpa: Da habe ich das Wort "Pflichtz."  mit "Zwangsz." gleich gesetzt. Verzeiht bitte!  Das wäre Edith Stein nicht passiert. Wenn mir hier im Forum noch öfter so was passiert, muss ich das Bild wegnehmen. (Das geht ja nicht.)   :(

Ich hatte meinen Beitrag versucht zu löschen, bevor du geantwortet hast. Doch das ging technisch nicht. Nun steht der  Mi..  drin. I`m sorry.

Anna-Maria
P.S. Den Sinn des Priestertums habe ich aber vom Geiste her trotz meiner Dummheit verstanden.
Titel: Pflichtzölibat
Beitrag von: kleineMaria am 10. März 2011, 13:01:42
Dieses Zitat, dieser Satz, von Wendelinus, ist sehr wertvoll.....

 Die Geister scheiden sich mit zunehmender Heftigkeit, es ist nun die Zeit den Schwur zu leisten. Mit dem Heiligen Vater für die eine heilige römische katholische und Apostolische Kirche, oder eben gegen sie. Letztlich die Entscheidung für das Leben oder den Tod. Jeder ist aufgerufen seine Wahl zu treffen.

Wir brauchen erneuerte, bekehrte Priester! Hier steht es auch sehr genau....

http://www.kath.net/detail.php?id=30523 (http://www.kath.net/detail.php?id=30523)

Liebe Mitbrüder,
die Zeit der Gnade, die uns allen geschenkt ist, ruft uns zu einer Erneuerung der Umkehr, so wie das Geschenk des Priesteramtes immer neu ein Geschenk ist, durch das Jesus der Herr gegenwärtig ist in unserem Leben und durch dieses im Leben aller Menschen.

Für uns Priester bedeutet die Umkehr vor allem, unser Leben immer mehr der Verkündigung anzugleichen, die uns täglich anvertraut ist, um sie den Gläubigen anzubieten, um auf diese Weise “ein lebendiges Evangeliums” zu werden, das alle lesen und verstehen können.

Das Fundament einer solchen Haltung ist zweifellos die Bekehrung zur eigenen Identität: Wir müssen uns zu dem bekehren, was wir sind! Die Identität, auf sakramentale Weise empfangen und angenommen von unserer verwundeten menschlichen Natur, erfordert die beständige Gleichgestaltung unseres Herzens, unseres Geistes, unserer Verhaltensweisen, von allem, was wir sind, mit dem Bild des Guten Hirten Christus, das in uns auf sakramentale Weise eingeprägt worden ist.

Wir müssen in die Mysterien eintreten, die wir feiern, besonders in die Heilige Eucharistie, und uns von ihnen formen lassen. In der Eucharistie entdeckt der Priester seine eigene Identität! In der Feier der heiligen Geheimnisse erkennen wir das “wie” des Hirte-Seins und das, “was” unbedingt zu tun ist, um dies im Dienst für die Brüder zu sein.

Eine entchristlichte Welt erfordert eine neue Evangelisierung, aber eine neue Evangelisierung braucht “neue” Priester, sicher nicht im Sinne einer oberflächlichen und flüchtigen Modeerscheinung, sondern im Sinne eines bei jeder Feier der heiligen Messe tief erneuerten Herzens; erneuert nach dem Maß der Liebe des Heiligsten Herzens Jesu, des Priesters und Guten Hirten.

Besonders dringend ist die Umkehr von der Geschäftigkeit zur Stille, von der Anstrengung, etwas zu machen, zum Verweilen bei Christus, indem wir immer mehr ganz bewusst an seinem Sein Anteil nehmen. Jedes pastorale Handeln muss immer ein Echo und eine Weitung dessen sein, was der Priester ist!

Wir müssen uns zur Gemeinschaft bekehren, indem wir das wieder entdecken, was sie wirklich ist: Gemeinschaft mit Gott und mit der Kirche und in dieser mit den Brüdern. Die kirchliche Gemeinschaft wird in fundamentaler Weise von dem erneuerten und gelebten Bewusstsein charakterisiert, die gleiche Lehre, die gleiche Tradition, die gleiche Geschichte der Heiligkeit und so die gleiche Kirche zu leben und zu verkünden. Wir sind aufgerufen, die Fastenzeit aus einem tiefen kirchlichen Empfinden zu leben, indem wir die Schönheit wiederentdecken, in einem Exodus des Volkes zu sein, der den ganzen Priesterstand einschließt und unser ganzes Volk, das die eigenen Hirten als Beispiel verlässlicher Orientierung betrachtet und von diesen ein erneuertes und erleuchtetes Zeugnis erwartet.

Wir müssen uns zur täglichen Teilnahme am Kreuzesopfer Christi bekehren. Wie Er in vollkommener Weise jene Stellvertretung zum Ausdruck brachte und verwirklichte, die unsere Rettung möglich machte und bewirkte, so ist jeder Priester als alter Christus gerufen, wie die großen Heiligen persönlich das Geheimnis solcher Stellvertretung im Dienst an den Brüdern, vor allem durch die treue Feier des Bußsakramentes, das er selbst empfängt und großzügig den Brüdern anbietet, einhergehend mit geistlicher Leitung und in der täglichen Hingabe des eigenen Lebens zur Wiedergutmachung für die Sünden der Welt, zu leben. Priester, die vor dem Heiligen Sakrament klar bereut haben, die fähig sind, das Licht der Weisheit des Evangeliums und der Kirche in die gegenwärtige Lage hineinzutragen, die unseren Glauben herauszufordern scheint, werden wirklich authentische Propheten, die ihrerseits fähig sind, der Welt die einzige authentische Herausforderung zu unterbreiten: jene des Evangeliums, die zur Umkehr ruft.

Manchmal ist die Mühe groß und wir machen die Erfahrung, wenige zu sein, im Hinblick auf die Notwendigkeiten der Kirche. Aber wenn wir nicht umkehren, werden wir immer weniger werden, weil nur ein erneuerter, bekehrter Priester, ein “neues” Instrument wird, durch das der Heilige Geist die neuen Priester ruft.

Der Seligen Jungfrau Maria, der Königin der Apostel, vertrauen wir diesen Weg durch die Fastenzeit an, indem wir die göttliche Barmherzigkeit bitten, dass nach dem Vorbild der himmlischen Mutter auch unser priesterliches Herz ein “Refugium peccatorum” werde.

http://www.kath.net/detail.php?id=30523 (http://www.kath.net/detail.php?id=30523)




LG
adina.
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: CSc am 10. März 2011, 15:37:22
Geliebte Schwestern und Brüder,

das Wichtigste, so scheint es mir, ist den Glauben zu bewahren und zwar mit voller Überzeugung. Dabei müssen wir jene ernst nehmen, die Fragen und Zweifel haben. Unser hl. Glaube besteht nicht aus blindem Gehorsam, vielmehr befriedigt er das menschliche Herz und den menschlichen Verstand im höchsten Maße. Wir müssen auf jene zugehen, die solche Fragen haben und unsere eigenen Fragen überzeugend klären, so das wir aus ganzem Herzen zustimmen können. Ich habe selbst viele Frage und immer wieder suchen mich Zweifel heim. Wir müssen uns diesen Zweifel stellen, jedem einzelnen. So wird der lebendige Glaube zum Kampf und am liebsten möchte man manchmal alles hintersichlassen und den Glauben aufgeben und ein ganz einfaches glückliches Leben führen. Ich wollte das. Mehrmals habe ich das versucht. Doch immer wieder habe ich gemerkt, dass man nirgends Ruhe für sein Herz findet als im katholischen Glauben und selbst der größte Kampf innerhalb des Glaubens ist ruhiger und einfacher und man ist glücklicher damit, als wenn man unsern hl. Glauben aufgibt. Das habe ich erfahren und zwar mehrmals, weil ich es die ersten paar Mal nicht glauben konnte.

Lassen wir nicht zu, dass sich die Fronten bzgl. der Zölibatsfrage verhärten. Wir müssen uns einerseits zur Kirche aller Zeiten bekennen und andererseits doch auf die andern zugehen und viel Verständnis aufbringen für alle ihre Bedenken. Wir müssen ihnen helfen unsern Herrn zu lieben.

Wendelinus hat recht. Selbst Priester, ja sogar Bischöfe und Kardinäle sind gegen den hl. Zölibat. Wir müssen uns ganz innig mit dem lieben Heiland verbinden und seine Kirche vor allen Anfeindungen schützen, indem wir die Feinde der Kirche - die, sich ja zumeist nicht als solche sehen - zu Freunden gewinnen. Wir müssen uns zurückbesinnen auf die hl. Tradition und auf die Messe aller Zeiten. Denn nur vom Messopfer her ist das Priestertum zu verstehen, dass der Herr beim letzten Abendmahl zusammen mit der hl. Messe eingesetzt hat. Das Unheilige ist in die Kirche eingedrungen selbst in hohe Kirchenkreise. Was sollen wir tun? P. Michael Wildfeuer FSSPX antwortet sehr kurz und überzeugend in einem Video:

http://www.gloria.tv/?media=10880 (http://www.gloria.tv/?media=10880)

Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: CSc am 10. März 2011, 20:43:59
Verbreitet folgenden Text. Er passt auf ein Din-A4-Blatt, dass hinten und vorn bedruckt ist. Schriftgröße: 12
Schriftart: Times New Roman
Zeilenabstand: 1, 15
Blockschrift
Überschrift: Schriftgröße 20
Seitenränder (oben, unten, an den beiden Seiten) kleiner gemacht
So ungefähr passt der Text genau auf ein Blatt.
Das kann dann z.B. in Kirchen aufgelegt werden.


Verteidigung des ZÖLIBATS

Der Klerikerzölibat geht auf die Lehre der Apostel und damit auf unseren Herrn Jesus Christus selbst zurück. Schließlich hat der Herr die Apostel, die er in seine engste Nachfolge berufen hat, selber gelehrt und ihnen aufgetragen diese Lehre zu verkünden. Die apostolische Überlieferung kann also nicht ignoriert werden. Wir können nichts verändern, was auf Jesus Christus selbst zurückgeht. Man muss allerdings geschichtlich zwischen dem Enthaltsamkeits- und dem Ehelosigkeitszölibat unterscheiden. Den Enthaltsamkeitszölibat gab es von Anfang an und im Laufe der Kirchengeschichte entwickelte er sich zum Ehelosigkeitszölibat. In der frühen Kirche war es üblich, verheiratete Männer zu Klerikern zu weihen. Verheiratete Diakone, Priester und Bischöfe mussten aber ab ihrer Weihe in völliger geschlechtlicher Enthaltsamkeit leben. Wenn sie mit ihrer Ehefrau überhaupt noch zusammenlebten, dann als ob sie ihre Schwester wäre. Nach ihrer Weihe durften auch verwitwete Kleriker oder solche die nie verheiratet waren nicht mehr heiraten.
Die Evangelien berichten, dass der Apostel Petrus verheiratet war, denn es ist von seiner Schwiegermutter die Rede (vgl. Mt 8, 14f; Mk 1, 29-31; Lk 4, 38f). Wer meint, dies sei ein Argument gegen den Zölibat, der übersieht, dass es später heißt, dass die Apostel alles verlassen haben und ihrem Herrn nachgefolgt sind (vgl. Mt 19, 27; Mk 10, 28; Lk 18, 28). Auch die Anweisung des Apostels Paulus an seine Schüler Timotheus und Titus, nur solche Kandidaten zu weihen, die nur einmal geheiratet haben (vgl. 1Tim 3, 2.12; Tit 1, 6) spricht nicht gegen den Klerikerzölibat. Vielmehr zeigt diese Anweisung, dass man jene, die nach dem Tod ihrer Frau noch das Bedürfnis hatten, erneut zu heiraten, nicht dazu in der Lage sah, ein zölibatäres Leben zu führen.
Um 306 fand in Elvira (Spanien) eine Synode statt. Zum ersten Mal wurde hier die Enthaltsamkeitsverpflichtung für Diakone, Priester und Bischöfe schriftlich als Gesetz festgelegt. Das ist das erste uns bekannte noch erhaltene eindeutige schriftliche Zeugnis, das den Enthaltsamkeitszölibat verpflichtend vorschreibt. Der eheliche Verkehr durfte nach der Weihe zum Diakon nicht mehr fortgesetzt werden. Verstoßen die Kleriker dagegen, so müssen sie aus dem Klerikerstand entfernt werden. (vgl. Kanon 33) Auch wenn dies das erste Zeugnis für den Enthaltsamkeitszölibat ist, so heißt das nicht, dass er auf dieser Synode zum ersten Mal eingeführt worden wäre. Das Ziel der Synode war es nicht neue Regelungen aufzustellen, sondern die in der Verfolgungszeit durch das Imperium Romanum verlorengegangene kirchliche Disziplin wieder herzustellen. Zudem wäre eine neue Regelung dieser Art auf den Widerstand der Konzilsteilnehmer gestoßen, wenn sie nicht gut begründet oder bereits selbstverständlich gewesen wäre. Es heißt aber in den Konzilstexten, dass man in dieser Regelung übereinstimmte. Es gibt auch keine Quellen, die in der Zeit vor der Synode von Elvira belegen würden, dass Kleriker nach ihrer Weihe erlaubterweise den ehelichen Umgang fortgesetzt hätten.
Die verheirateten Kleriker lebten damals als ob sie unverheiratet wären. Freilich musste die Versorgung der Familie des Klerikers sichergestellt sein, man ließ sie nicht im Stich. Schon auf dem Konzil in Elvira (vgl. Kanon 27) verbot man den Klerikern weiter mit Frauen zusammenzuziehen, ausgenommen mit der eigenen Schwester oder Tochter, wenn es sich dabei um eine gottgeweihte Jungfrau handelte. Auch das 1. Ökumenische Konzil von Nicäa (325) bestimmte, dass Bischöfe, Priester und Diakone keine Frau mehr in ihrem Haus wohnen lassen durften.
Zwei Dekretalen von Papst Siricius aus den Jahren 385 und 386 schärfen die Klerikerenthaltsamkeit ein, die auf die apostolische Tradition zurückgehen würde. Auch die Synoden von Karthago im Jahre 390 und 419 bestätigen, dass Bischöfe, Priester und Diakone enthaltsam leben müssten. Dies sei schon die Lehre der Apostel gewesen.
Freilich gab es aber auch damals – wie heute – Kleriker, die sich nicht an die Regelungen hielten. Dies galt als eine sehr schwere Sünde. Erst 461 wurde die Exkommunikation auf Lebenszeit für dieses Sakrileg in einen dauernden Ausschluss vom kirchlichen Dienst umgewandelt.
Dass der Enthaltsamkeitszölibat in den ersten vier Jahrhunderten in den West- und Ostkirchen gleichermaßen selbstverständlich war, davon zeugen die Synoden und die Kirchenväter. Berühmte Zeugen aus dieser Zeit sind Klemens und Origenes von Alexandrien, Hippolyt von Rom, Tertullian und Zyprian von Karthago, Eusebius von Caesarea, Kyrill von Jerusalem, Athanasius von Alexandrien, Hieronymus, Epiphanius von Salamis und Sinesius von Cyrene.
Die Ostkirchen vermochten es jedoch nicht den Klerikerzölibat aufrecht zu erhalten. Im Osten hatten die Christen mehr mit Irrlehren zu kämpfen als im Westen. Die lateinische Kirche war im Unterschied zu den Ortskirchen im Osten, die unabhängiger waren, auch besser organisiert, so dass es im Westen leichter war allgemein verbindliche Gesetze bzgl. des Klerikerzölibats aufzustellen und so die apostolische Tradition zu bewahren. Mit dem II. Trullanum (691/92) ergab man sich der im östlichen Klerus mehr und mehr eingerissenen Praxis und bestimmte, dass nur die Bischöfe zölibatär leben müssen, nicht aber die Diakone und Priester, wenn sie zum Zeitpunkt ihrer Weihe schon verheiratet waren. Bei diesen Beschlüssen berief sich das II. Trullanum auf die Texte der nordafrikanischen Synoden (siehe Synoden von Karthago), die allerdings genau das Gegenteil lehrten. Bei der II. Trullanischen Synode berief man sich entweder auf manipulierte oder auf schlecht übersetzte Texte dieser Synoden.
Im Westen legte Papst Benedikt VIII. zusammen mit Heinrich II. 1022 auf der Synode in Pavia fest, dass Kleriker von nun an nicht mehr verheiratet sein dürfen. Man wollte ledige Kleriker ohne Frau und Familie. Verheirateten Klerikern wurde Amt und Besitz entzogen. Damit verhinderte man, dass der Kirchenbesitz an legitime vor der Weihe gezeugte Priesterkinder vererbt wird. Die vom Priester verwalteten kirchlichen Pfründe wurden durch den Lebensunterhalt seiner Familie reduziert. Mit diesen Maßnahmen konnte man auch verhindern, dass legitime Söhne das Priester- oder Bischofsamt des Vaters übernahmen und so mehr Gleichheit für den Zugang zum Priesteramt gewähren. Das 2. Laterankonzil 1139 legte dann fest, dass Ehen, die von Klerikern geschlossen werden nicht nur wie bis dahin unerlaubt, sondern auch ungültig sind.
Wie das II. Trullanum für die Ostkirchen, so begab sich auch das II. Vatikanum (1962-65) für die lateinische Kirche auf einen Irrweg, indem es irrtümlicherweise entschied, verheiratete Männer zu ständigen Diakonen weihen zu lassen und ihnen auch nach der Weihe die Fortsetzung des ehelichen Verkehrs gestattete. Diakone dürfen jedoch von Priestern und Bischöfen in Bezug auf die Zölibatsverpflichtung nicht getrennt betrachtet werden. Das zeigt schon die Synode von Elvira. Alle drei Weihestufen wurden bzgl. der Zölibatsregelung stets gleich behandelt.
Die Kleriker mussten von jeher allein für unsern Herrn Jesus Christus leben. Niemand anderer war die Liebe ihres Herzens als der Herr. Denn auch zu Zeiten des Enthaltsamkeitszölibats lebten verheiratete Kleriker als hätten sie keine Ehefrau. Die innigste Vertrautheit, Nähe und Verbindung der Priester mit dem Heiland im heiligen Messopfer verlangt notwendigerweise eine brennende, ungeteilte Liebe allein zum Herrn. „Der Unverheiratete […] will dem Herrn gefallen. Der Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; er will seiner Frau gefallen“ (1 Kor 7, 32f). Schon bei seinem Erdenwandel lebten die engsten Vertrauten Jesu – seine Mutter, sein Nährvater und der hl. Johannes – jungfräulich. Der Herr selber lebte ebenfalls jungfräulich und auch in der frühen Kirche galt die Jungfräulichkeit als ein Zeichen der Vollkommenheit und wurde hochgeschätzt. Im Priester sehen die Augen des Glaubens nichts anderes als den Herrn selber. In der Weihe verbindet sich der Herr mit dem Priester, damit dieser sein Werk fortführe. Dementsprechend soll der Priester auch leben und den Herrn nachahmen. Mit dem Zölibatsversprechen bekunden die Priesteramtskandidaten, dass sie mit Herz, Seele und Leib sich ganz und gar ihrem Herrn hingeben. Die einzige Sorge des Priesters sind die ihm anvertrauten unsterblichen Seelen, die er in den Himmel führen muss. Der Priestermangel ist nicht auf den Zölibat zurückzuführen, sondern auf die gewaltige Glaubenskrise unserer Zeit. Die Ursache der Zölibatskrise ist eine Glaubenskrise. Man weiß nicht mehr was der Priester ist und was das Messopfer ist. Wenn man den Priester als gewöhnlichen Menschen betrachtet, dann vermag man nicht den Sinn hinter seinem zölibatären Leben zu erkennen. Der Priester vermag es durch seine Worte, Gott auf den Altar herabkommen zu lassen. Er trägt in seinen Händen wahrhaftig den lieben Gott und schenkt ihn den Gläubigen. Der Priester muss wie die hl. Theresa von Avila sagen können: „Wer Gott hat, dem fehlt nichts. Gott allein genügt.“
Literaturempfehlung:
„Zölibat in der frühen Kirche“
von Prof. Dr. Stefan Heid vom Päpstlichen Institut für christliche Archäologie in Rom
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: KleineSeele am 11. März 2011, 12:32:33
Ich glaube lieber dem Wort der Hl. Schrift: "Was Du auf Erden geschlossen hast, ist im Himmel geschlossen, was Du auf Erden geöffnet hast, ist im Himmel geöffnet." als der FSSPX. Für mich ist diese Bruderschaft nur das Gegenstück der Modernisten und ein Grund, dass diese Modernisten sich so halten können.
Sie spalten und schaden der Kirche genauso wie die Gegenseite. Gott sei ihnen gnädig und barmherzig!
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: CSc am 11. März 2011, 14:50:31
Lieber wendelinus, liebe KleineSeele,

mein Beitrag verteidigt den Zölibat in erster Linie geschichtlich. Diese geschichtliche Entwicklung ist keine Meinung der Piusbruderschaft. Auch der Irrtum mit den ständigen Diakonen ist keine Ansicht der Piusbruderschaft. Dies sind die Ergebnisse der historischen Forschung. Seine Eminenz, Kardinal Alfons Maria Stickler, der die Geschichte des Zölibats genau studiert hat, weist in seinem Buch "Der Klerikerzölibat. Seine Entwicklungsgeschichte und seine theologischen Grundlagen" nach, dass die Forderung des Zölibats für Diakone, Priester und Bischöfe auf apostolischer Überlieferung beruht. Zum gleichen Forschungsergebnis kommt Prof. Dr. Stefan Heid in seinem Buch „Zölibat in der frühen Kirche". Ich habe das oben in dem Text unmissverständlich dargelegt. Aber ich schreibe es gern noch einmal: Das erste schriftliche Zeugnis über den Zölibat findet sich in den Kanones der Synode von Elvira, die um das Jahr 306 stattfand. In Kanon 33 heißt es, dass die verheirateten Bischöfe, Priester und Diakone gleichermaßen sexuell enthaltsam leben müssen. Auch in der Folgezeit ist in sämtlichen schriftlichen Zeugnissen (Kirchenväter, Synoden, Päpstliche Schreiben) die Rede davon, dass Diakone die gleiche Enthaltsamkeitsverpflichtung haben wie Priester und Bischöfe. Papst Leo der Große (440-461) stellte das 456 auch noch einmal in einem Brief an Bischof Rusticus von Narbonne klar (wie ich im ausführlicheren Text zur Geschichte des Zölibats bereits angeführt habe): "Das Gesetz der Enthaltsamkeit ist das gleiche für die Diakone wie für die Bischöfe und Priester." Das Enthaltsamkeitsversprechen wurde damals ja sogar schon vor der Subdiakonatsweihe abgelegt. Bischöfe, Priester und Diakone haben höchstwahrscheinlich von jeher die gleichen Zölibatsverpflichtungen einhalten müssen. 
Dies alles kann man historisch nachweisen. Überzeugt euch selbst. Studiert die Geschichte des Zölibats, wenn ihr mir nicht glaubt. Es geht hier nicht um Rechtsverbindlichkeit, sondern um historische Fakten, die gerade die neuere Zölibatsforschung bestätigt. Wir können uns davor nicht verschließen. Das ist übrigens auch gar kein Grund das II. Vatikanum abzulehnen.
 
Das ich mich bei meiner geschichtlichen Verteidigung des Zölibats auf eine Einzelmeinung einer Gemeinschaft stützen würde und nicht auf die Ergebnisse der historischen Forschung ist eine falsche Unterstellung. Scheinbar ist man beim kleinsten Einwand gegen das II. Vatikanum ein Anhänger der Piusbruderschaft. Freilich, ich habe eine Zeit lang die Ansichten der FSSPX geteilt, aber das tue ich heute nicht mehr, weil ich bzgl. der Religionsfreiheit wohl nicht zustimmen kann. In vielen Dingen stimme ich der FSSPX aber zu. Und zwar in jenen Dingen, die man glaube ich allesamt auch bei der Petrusbruderschaft vorfindet. Man muss kein Piusbruder sein, um die Verdienste dieser Gemeinschaft zu erkennen.

So sagt z.B. der emeritierte Kirchenrechtler von Mainz, Prof. Georg May, ein unermüdlicher Verteidiger der Kirche:

http://www.gloria.tv/?media=19923 (http://www.gloria.tv/?media=19923)

Zitat
Also wenn schon Treukatholisch dann richtig, und nicht manchmal so, und bei Bedarf wieder Lefebristisch dagegen.


Es ist wirklich schade wie hier manche Diskussionen geführt werden. Mit Ernsthaftigkeit hat das oft nichts mehr zu tun. Ich bin sicher, das schadet unserer hl. Kirche sehr. Der Hl. Vater will sich mit der FSSPX wieder ganz versöhnen. Wie könnten dann jene, die sich aufs innigste mit ihm verbunden wissen, der FSSPX nur mit Ablehnung begegnen?

Jenen, die die FSSPX mit Modernisten nur eben in die andere Richtung gleichsetzen wollen, kann ich nie und nimmer zustimmen. Die Modernisten wollen eine neue Kirche schaffen, während die FSSPX nur das weiterführt, was man all die Jahrhunderte vor dem II. Vatikanum getan hat. Das kann plötzlich nicht - zumindest nicht so extrem - falsch sein wie der Modernismus. Durch den Modernismus wird das Hochheilige Messopfer als einfaches Mahl verkündet und das Allerheiligste verunehrt. Die Modernisten glauben nicht mehr daran. Die Beichte hat man sowieso vergessen und überhaupt macht und glaubt jeder, was er will. Die Dogmen werden geleugnet. Wie kann man so etwas mit der Piusbruderschaft gleichsetzen? Sie ist genau das Gegenteil davon und sie unterwirft sich und anerkennt auch den Hl. Vater und betet für ihn. Sie feiert die altehrwürdige Messe aller Zeiten, anerkennt alle Dogmen und hat einen sehr tiefen Glauben. Dass die Priester der FSSPX oft weitaus besser und geeigneter für das Priesteramt sind, als unsere Priester ist offenkundig. Während die Modernisten den Hl. Vater angreifen, verteidigt die FSSPX ihn. Zur Zeit des großen Missbrauchsskandals beispielsweise, als man ungerechter Weise den Hl. Vater angriff, konnte man sehr viele Texte auf ihrer Homepage finden, die ihn in Schutz nahmen.

Die FSSPX ist katholisch. Das kann man nicht bezweifeln. Zudem lehne ich es auch ab, dass ich mit jenen nicht zusammenarbeiten würde, die gleiche Ansichten haben, auch wenn sie keine Katholiken sind. Sollen wir etwa alle Nicht-Katholiken ignorieren? Können wir nicht zusammenarbeiten in gleichen Anliegen? 

Aber die ganze Diskussion über die FSSPX ist hier völlig fehl am Platz. Hier geht es um den Zölibat und um seine Geschichte.
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: CSc am 11. März 2011, 21:38:38
Lieber Wendelinus,

Ich kann nichts machen als die Wahrheit zu verkünden. Ich habe nichts anderes getan als die historische Forschung darzulegen. Auch wenn man sagt, dass die Kirche zur Zeit (!) etwas anderes diesbezüglich lehrt. Wir können die Wahrheit nicht verändern.

Ich kann nicht nur die halbe Wahrheit darstellen. Soll ich auf den Irrweg des II. Trullanums etwa hinweisen und auf den des II. Vatikanums nicht?

Es geht hier übrigens nicht um das Amt des ständigen Diakons. Es geht noch nicht einmal darum, dass man verheiratete Männer zu Diakonen weiht, sondern es geht darum - und das ist der Bruch mit der Tradition - dass man verheiratete Männer den ehelichen Verkehr fortsetzen lässt, nach der Weihe. Darum geht es. Die engsten Vertrauten unseres Herrn Jesus Christus haben jungfräulich gelebt. Das war seine allerseligste Mutter Maria, das war sein lieber Nährvater Josef, das war der hl. Johannes, sein Lieblingsjünger, der beim letzten Abendmahl an seiner Brust lehnte. Jene also, die mit dem Herrn in engster Vertrautheit verbunden waren, die ihm so nah waren, wie sonst keiner, die lebten jungfräulich und ihr Herz gehörte ungeteilt dem Herrn. Auch von jenen, die in vollkommenerer Weise am hl. Messopfer teilnahmen - das sind die höheren Weihestufen, d.h. Subdiakon, Diakon, Priester, Bischof - verlangte die Kirche, dass ihr Herz allein unserm Herrn gehört. Niemand anderer ist die Liebe ihres Herzens als unser Herr Jesus Christus. Das Subdiakonat ist von den Stufen, die zum Priestertum emporführen, eine sehr bedeutende und markante Stufe. Die Subdiakone nehmen vollkommener am hl. Messopfer teil. Das bedeutet eine besondere Vertrautheit, Nähe und Verbindung mit unserm Herrn. Darum wurden bereits vom Subdiakon ganz besonders ernste und weitgehende Versprechen verlangt. Die Kirche verlangte vom Subdiakon, das Versprechen den Zölibat zu halten. Die Synode von Elvira um 306 bestätigt den Enthaltsamkeitszölibat für Bischöfe, Priester und Diakone. Ich habe in mehreren Quellen gelesen Papst Leo der Große hätte im 5. Jahrhundert dann das Enthaltsamkeitsversprechen auf Subdiakone ausgedehnt. Aber ich habe mittlerweile auch schon in einem der Kanones einer Synode von Karthago, also noch vor der Zeit von Papst Leo dem Großen, gelesen, dass der Subdiakon enthaltsam leben muss wie der Diakon, der Priester und der Bischof. Auch der hl. Bischof Epiphanius von Salamis (315-403) bestätigt das bereits.

Wie gesagt, es ist keine private Meinung, dass das II. Vatikanum bzgl. des Zölibats verheirateter Diakone eine Fehlentscheidung getroffen hat. Dies zeigen die Texte der Synode ab Anfang des 4. Jahrhunderts (davor haben wir keine Zeugnisse), die Päpstlichen Schreiben und auch die Schriften der Kirchenväter. Prof. Dr. Stefan Heid vom Päpstlichen Institut für christliche Archäologie hat dies nachgewiesen. Kardinal Stickler schon vor ihm. Es gibt da noch mehr Autoren. Wenn das gewünscht ist, kann ich viele Zeugnisse aus der Zeit dazu aufführen. Ich habe schon einige in meiner ausführlicheren Verteidigung des Zölibats (also nicht im Flyer) angeführt.

Auch ich habe außer auf der HP der FSSPX, diese Behauptung vom Irrtum des Konzils im Bezug auf den ständigen Diakon, nirgends auf einer Webseite gefunden. Aber ich habe in den Quellen, die die Entwicklungsgeschichte des Zölibats darlegen gelesen, dass die Synode von Elvira, die Synoden von Karthago und alle ersten Zeugnisse darüber klar festgelegt haben, dass Bischöfe, Priester und Diakone geschlechtlich vollkommen enthaltsam leben müssen. Daraus zeigt sich ja gerade die Fehlentscheidung des II. Vatikanums. Ob man jetzt noch explizit dazu schreibt, dass das II. Vatikanum diesbezüglich eine irrtümliche Entscheidung getroffen hat oder nicht, das spielt keine Rolle. Wenn Du also den Flyer verbreiten möchtest ohne folgende Worte:

"Wie das II. Trullanum für die Ostkirchen, so begab sich auch das II. Vatikanum (1962-65) für die lateinische Kirche auf einen Irrweg, indem es irrtümlicherweise entschied, verheiratete Männer zu ständigen Diakonen weihen zu lassen und ihnen auch nach der Weihe die Fortsetzung des ehelichen Verkehrs gestattete. Diakone dürfen jedoch von Priestern und Bischöfen in Bezug auf die Zölibatsverpflichtung nicht getrennt betrachtet werden. Das zeigt schon die Synode von Elvira. Alle drei Weihestufen wurden bzgl. der Zölibatsregelung stets gleich behandelt."

Wenn Du das machen möchtest, dann würde ich das besser finden, als wenn Du den Flyer überhaupt nicht verbreitest. Aber ich möchte darauf hinweisen, dass diese Worte nur auf eine Fehlentwicklung noch einmal explizit hinweisen. Wer sich ein bisschen auskennt, der wird wissen, dass die Kirche nun nach dem II. Vatikanum auch verheiratete Diakone beschäftigt und ihnen die eheliche Enthaltsamkeit nicht vorschreibt. So kann er sich selbst daraus erschließen, dass dies nicht mit der Apostolischen Tradition, auf die sich die im Flyer ebenfalls erwähnten Synoden berufen, vereinbar ist.

Auf folgender Internetseite wird übrigens auch von Prof. Dr. Manfred Hauke unter den Fragen (wenigstens) erwähnt, die man sich angesichts der neuen Erkenntnisse der historischen Forschung stellen muss: "War die Einführung des ständigen Diakonates für verheiratete Männer ein Irrtum?"

Siehe unter:

http://www.gottesdienste.bistum-wuerzburg.de/bwo/dcms/sites/bistum/pfarreien/homepages/pg_pv/pg_erlenbach_triefenstein/Interessante_Artikel/Apostolische_Nachfolge_Hauke.pdf (http://www.gottesdienste.bistum-wuerzburg.de/bwo/dcms/sites/bistum/pfarreien/homepages/pg_pv/pg_erlenbach_triefenstein/Interessante_Artikel/Apostolische_Nachfolge_Hauke.pdf)

Zitat
Um es noch einmal ganz klar zu sagen, alle die mich etwas besser kennen, wissen dass ich kein Feind der FSSPX bin.

Das ist natürlich erfreulich.  :D

Zitat
Wenn du ehrlich zu dir selber bist, habe ich in meinem Post keine Kritik an deinem Flyer, sondern an der einen Aussage zum Konzil geübt.

Da stimme ich Dir zu. Das habe ich auch nie in Abrede gestellt.

Ich vertrete also keineswegs private Meinungen von Klerikern. Und ich sage noch einmal: Das kann jeder selber nachprüfen, indem er die Geschichte des Zölibats studiert. Man muss mir nicht glauben. Ich fühle mich auch ganz und gar nicht persönlich angegriffen von Deinen Darlegungen, die meine eigenen (die der Historiker) soweit ich das bisher gesehen habe, in keinster Weise betreffen oder sie widerlegen. Ich möchte weiterhin alle auffordern, dieses Informationsblatt über den hl. Zölibat zu seiner Verteidigung zu verbreiten. Ich habe heute selbst (für den Anfang) zehn Exemplare davon dem Pfarrer meiner Heimatgemeinde übergeben, damit sie in der Kirche aufgelegt werden. Ich habe drei weitere einer frommen Frau aus meiner Gemeinde gegeben, damit auch sie eine historische Grundlage hat, um den Zölibat zu verteidigen und damit sie diese auch verbreiten kann. Diese Frau setzt sich sehr für die Bewahrung des hl. Glaubens ein. Das sind ganz einfache Dinge, die wir tun können, um den Hl. Vater und die ganze hl. Kirche in ihrem Kampf zu unterstützen. Das sind keine großen Heldentaten, die wir vollbringen brauchen. Der Hauptanstoß, warum ich mich ernsthafter mit der historischen und theologischen Begründung des Zölibats auseinandergesetzt habe, war die letzte Pfarrgemeinderatssitzung. Man hat mich nämlich in den Pfarrgemeinderat gewählt. Da haben wir ein bisschen über den Zölibat diskutiert und eine Frau hat sich vehement dagegen ausgesprochen. Die anderen waren ein wenig zurückhaltender, aber auch nicht überzeugt vom Pflichtzölibat. Darum habe ich mich damit auseinandergesetzt. In der nächsten Sitzung werde ich solchen Bestrebungen gegen den Zölibat gut entgegentreten können. Das können wir alle, wenn wir uns ein bisschen damit auseinandersetzen.
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: KleinesLicht am 11. März 2011, 23:10:41
Zitat von CSc: "Man hat mich nämlich in den Pfarrgemeinderat gewählt"

Lieber Christian,
hierzu möchte ich Dir von Herzen gratulieren.

Wenn ich mich in meiner Gemeinde einmal umschaue sehe ich kaum junge Menschen Deines Alters, die sich für die Kirche so einsetzen wie Du. Die meisten beschäftigen sich lieber mit Internet, Computerspiele, Disco ... Manchem Jugendlichen Deiner Pfarrgemeinde dürftest Du ein gutes Vorbild sein!


Gottes Segen
KleinesLicht
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Sairo am 12. März 2011, 01:35:14
Zitat
"...so begab sich auch das II. Vatikanum (1962-65) für die lateinische Kirche auf einen Irrweg, indem es irrtümlicherweise entschied, verheiratete Männer zu ständigen Diakonen weihen zu lassen und ihnen auch nach der Weihe die Fortsetzung des ehelichen Verkehrs gestattete...."   

Lieber Wendelinus
Darf ich Dich in grosser Demut bitten, den Christian nicht in die häretische Ecke zu schieben? Danke Dir, denn solche Worte lösen bei mir ein grosses Unwohlsein aus. Ich verstehe den Christian, was er sagen will.

Vorab möchte ich hier mal feststellen, dass wir keine Theologen sind. D. h. nicht, dass wir die Konzilstexte nicht richtig interpretieren können, doch wir sollten in aller Demut und Zurückhaltung unsere Worte wählen.

Aus dem Konzilstext Lumen Gentium geht hervor, dass verheirate Männer reifen Alters (genau ab 35 Jahren) sich zu Diakonen Weihen lassen dürfen. Doch geht aus diesen Texten auch hervor, dass sich die verheirateten Diakone die Tugenden der Keuschheit und der Enhaltsamkeit bewusst werden sollen. Ehelicher Verkehr für das Zeugen von Kindern ist nicht Bestandteil des verheirateten Diakons und dies kommt auch nicht in den Konzilstexten zum Audruck. Es wird immer davon geredet, dass die Diakone schon eine Familie haben. Deshalb sagen Sie, Männer reiferen Alters. Dies bedeutet, dass sich die Diakone in den Dienst Christi stellen sollten. Wie wir aus der geschichtlichen Tradition erkennen können, gab es den Zölibat auch für Diakone. Verheiratet und Enthaltsam sein, gab es auch bei verheirateten Heiligen. Deshalb finde ich die geschichtliche Überlieferung sehr spannend. Den Schritt in die Diakonie ist ein Schritt in den Dienst Christi und es wird auch angeregt, die Priorität des Dienstes an Christi höher zu werten, als das Sakrament der Ehe. Weil das Sakrament der Ehe KEIN UNAUSLÖSCHLICHES Merkmal besitzt im Gegensatz zur Diakonweihe. Das ein Kandidat der verheiratet ist und sich zum Diakon weihen lassen will, sollte dies aus der richtigen Herzenseinstellung tun. Leider wird das heute auch in unserer Kirche missbraucht. Diakon sein, weil dies ein angesehener JOB ist! Es ist nicht ein Beruf, sondern eine BERUFUNG in den Dienst von Jesus Christus!

Ich denke, ihr beide bewegt euch in die richtige Richtung, doch man sollte das GROSSE II Vatikanische Konzil ins rechte Licht rücken. Wahrlich ein grosses Konzil, doch von vielen missbraucht in der Auslegung: von Modernisten sowie Tradionalisten! Das bezieht sich nicht auf euch :-)

Lieber Christian
Manfred Hauke unterstützt in seiner Argumentation nicht einen Irrtum des Konzils, er reflektiert nur die geschichtliche Tradition und geht in die Richtung des II Vatikanischen Konzils. Die Frage die er aufwirft ist aus Sicht eines Theologen berechtigt, doch er geht nicht mehr konkreter auf die Situation der Diakone ein. Er sagt ja sogar: "Von daher gibt es zwar eine sehr hohe Angemessenheit des jungfräulichen Lebens für die geweihten Amtsträger, aber die Verpflichtung des Zölibates formell zum Dogma zu erklären, wie es vereinzelt gefordert wird, scheint problematisch. Was freilich bleibt, ist das maßgebende Beispiel der apostolischen Zeit, das auf das Vorbild Christi selbst weist."

Für mich stellt sich die Frage, was für Diakone haben wir in der Kirche? Eher modernistische oder eher romtreue Diakone. Wer den Glauben der katholischen Kirche wirklich praktiziert, der wird unweigerlich mit der Gnade Gottes in den Zölibat geführt und auch wenn er verheiratet ist! Das ist meine persönliche Meinung.

Gottes Segen und liebe Grüsse
Sairo
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Sairo am 12. März 2011, 12:19:32
Lieber Wendelinus

Solche Zitate sind sehr problematisch, weil man dem Konzil einen Irrtum anlasten will. Ich gebe Dir Recht, das Konzil und der Papst haben sich nicht geirrt.

Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass Du und der Christian Recht habt

1. Das Konzil lässt verheiratete Diakone zu, ABER sie sollten der Keuschheit und Enthaltsamkeit gebührend Raum geben, geht aus dem Text der Grundnormen für die Ausbildung der Diakone hervor:

Der verheiratete Diakon soll seine Verantwortung besonders darin sehen, dass er ein klares Zeugnis von der Heiligkeit der Ehe und der Familie abgibt. Je mehr die Eheleute in ihrer Liebe füreinander wachsen, um so stärker wird ihre Hingabe an die Kinder sein und als um so bedeutsamer wird sich ihr Beispiel für die christliche Gemeinschaft erweisen. »Die Pflege und Vertiefung der gegenseitigen opferbereiten Liebe zwischen Mann und Frau stellen vielleicht die wesentlichste Beteiligung der Frau des Diakons am öffentlichen Amt ihres Mannes in der Kirche dar«. (222) Diese Liebe wächst dank der Tugend der Keuschheit, die immer, auch durch die Übung verantwortlicher Elternschaft, durch die Erfahrung der Achtung für den Ehepartner und durch die Einhaltung einer gewissen Enthaltsamkeit wirksam ist. Diese Tugend begünstigt die reife Hingabe, die sich sehr bald im Dienst äußert, während sie besitzergreifendes Verhalten, Vergötzung des beruflichen Erfolges, Unfähigkeit zur Zeiteinteilung beseitigt und glaubwürdige zwischenmenschliche Beziehungen und das Gespür und die Fähigkeit begünstigt, jeder Sache ihren richtigen Platz zu geben.


2. Das Zölibat lässt sich ganz klar aus der geschichtlichen Tradition ableiten, da gebe ich Christian Recht. Das Zölibat für verheiratete Diakone sollte ein erstrebendes Ziel sein. Deshalb muss die Einwilligung der Ehefrau eingeholt werden, denn Diakon zu sein, bedeutet wirklich am Dienst Christi teilzunehmen. Nur es wird heute nicht mehr so gehandhabt. Das Konzil hat was definiert und auch hier sehe ich einen Missbrauch des Konzils. Nicht einen Irrtum!

Dieses Konzil hat meiner Meinung auch folgendes Anstreben wollen: Den Wert und die Heiligkeit des FREIEN WILLENS zu unterstreichen. JEDER MENSCH kann sich FÜR Gott oder GEGEN Gott entscheiden.

Wenn Sie nicht hören wollen, dann werden Sie das beim persönlichen Gericht schon zu hören bekommen. Deshalb bitte ich Dich lieber Wendelinus, wenn Du schon den Glauben verteidigst, dies zu berücksichtigen. Klare Worte ja, aber dann in einer Formulierung, die den anderen nicht verletzt! Deshalb mein Unwohlsein. Der Freie Wille ist für Gott heilig und wenn Gott ihn für heilig anschaut, dann müssen wir auch danach handeln. Nicht in einen Ton des Zwanges geraten, sondern aufzeigen und wenn derjenige nicht hören will, ihn sein lassen. Für Ihn beten, beten und nochmals beten. Gott zwingt niemanden, sondern Gott liebt die Sünder und hofft darauf, dass Sie zurückkehren.

Ich hoffe, ich habe meine Position geklärt. Ich bin ein grosser Befürworter des Konzils, doch ich versuche, den wirklichen Sinn des Konzils zu verstehen. Für mich hat das Katholische Lehramt die höchste Priorität! 

Liebe Grüsse und Gottes Segen
sairo
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Anemone am 12. März 2011, 12:43:38
Verbreitet folgenden Text.  So ungefähr passt der Text genau auf ein Blatt.
Das kann dann z.B. in Kirchen aufgelegt werden.

  so begab sich auch das II. Vatikanum (1962-65) für die lateinische Kirche auf einen Irrweg, indem es irrtümlicherweise entschied, verheiratete Männer zu ständigen Diakonen weihen zu lassen und ihnen auch nach der Weihe die Fortsetzung des ehelichen Verkehrs gestattete.  
Zitat
Ich kann nichts machen als die Wahrheit zu verkünden. Ich habe nichts anderes getan als die historische Forschung darzulegen. Auch wenn man sagt, dass die Kirche zur Zeit (!) etwas anderes diesbezüglich lehrt. Wir können die Wahrheit nicht verändern.

Ich kann nicht nur die halbe Wahrheit darstellen. Soll ich auf den Irrweg des II. Trullanums etwa hinweisen und auf den des II. Vatikanums nicht?




Christian betont hier zum zweiten Mal, das II. Vatikanum lehrt falsch.

@CsC
Willst Du damit sagen: Dass die neuesten Dokumente des Papstes Johannes Paul II. eine Irrlehre ist und dass im eigetretenen Fall des Versagens des Lehramtes, Du bzw. die Piusbruderschaft als Sprachrohr Gottes und wahre Gläubige, die jetzt die Bischöfe und Priester zur Rückkehr zur wahren Lehre aufrufen?

Auch ich sehe wie Wendelinus keinen Grund dem zweiten Vatikanum zu misstrauen.

Gottes Segen

Anemone
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: CSc am 12. März 2011, 13:16:53
Kleines Licht schrieb:

„Lieber Christian,
hierzu möchte ich Dir von Herzen gratulieren.“

Vielen Dank.


KleinesLicht schrieb:

„Manchem Jugendlichen Deiner Pfarrgemeinde dürftest Du ein gutes Vorbild sein!"

Ich wünschte ich wäre ein größeres Vorbild. Da muss sich noch ganz viel ändern


Wendelinus schrieb:

„Also beharrst Du weiter auf der Behauptung:
‚...so begab sich auch das II. Vatikanum (1962-65) für die lateinische Kirche auf einen Irrweg, indem es irrtümlicherweise entschied, verheiratete Männer zu ständigen Diakonen weihen zu lassen und ihnen auch nach der Weihe die Fortsetzung des ehelichen Verkehrs gestattete....‘“   

Wie gesagt, dass ist nicht eine Behauptung von mir, sondern nachweislich historisch erwiesen und soll ebenso wenig ein Angriff auf das II. Vatikanum und die nachkonziliare Kirche sein wie der Hinweis auf die irrtümliche Entscheidung des II. Trullanums ein Angriff auf die Ostkirchen nach jener Zeit ist. 


Wendelinus schrieb:
„Damit mein lieber Christian machst du dich zu einem Irrlehrer. Du behauptest nämlich dass das Konzil, und damit der Heilige Vater samt dem Lehramt der Kirche im Irrtum sind, während du bzw. der Autor dieses Zitates, im Besitz der Wahrheit sind?“

Ich mache mich nicht zum Irrlehrer, wenn ich auf die Ergebnisse der historischen Forschung verweise. Ich glaube auch kaum, dass die Einführung verheirateter Diakone, denen man nach der Weihe den ehelichen Verkehr weiterhin erlaubt, eine unfehlbare Entscheidung des kirchlichen Lehramtes ist. Nebenbei bemerkt hat das II. Vatikanum überhaupt keine unfehlbaren Entscheidungen gefällt. Es verstand sich als Pastoralkonzil und nicht als ein dogmatisches Konzil. Ich kann Deine Vorwürfe einfach nicht nachvollziehen und zwar in keinster Weise. Warum sollte die derzeitige Praxis verheirateter Diakone ohne geschlechtliche Enthaltsamkeit eine Irrlehre sein? Das ist eine irrtümliche Praxis. So würde ich das Bezeichnen. Aber ich kenne mich mit den genauen Bezeichnungen nicht aus.
Der Heilige Vater duldet sogar die stehende Handkommunion, die ein Sakrileg ist, obwohl er selbst ein eindeutiges Zeichen gesetzt hat, dass er die kniende Mundkommunion befürwortet. Er selber spendet nur die kniende Mundkommunion und hat bei Papstmessen die Handkommunion bereits verboten. Trotzdem gibt es allgemein kein Verbot der stehenden Handkommunion. Auch die stehende Handkommunion ist keine Irrlehre, sondern eine irrtümliche mit dem Glauben unvereinbare Praxis.


Wendelinus schrieb:
"Glaubst Du wirklich Papst Benedikt XVI. würde es dulden, dass die Kirche hier eine Irrlehre vertritt?"
 
Die Autorität der Päpste nach dem II. Vatikanum wurde von aufmüpfigen Bischöfen ziemlich untergraben. Ich glaube der Hl. Vater würde einiges verändern, wenn er die Möglichkeit hätte.
Zudem darf ich auf die Briefe des 2007 verstorbenen Kurienkardinals Stickler hinweisen, die die Una-Voce Korrespondenz veröffentlicht hat. Diese Briefe hat der Kardinal an Pfarrer Franz Ehgartner gesandt. In einem Brief schreibt der Kardinal: „Habe in meinem Büchlein bewusst das Problem der falschen Konzilsentscheidung zur Freigabe der ehelichen Unenthaltsamkeit für die verheirateten Diakone nicht berührt, um nicht polemisch zu werden und die Schwierigkeiten zu vermeiden, die langsam an die Oberfläche kommen. Immer sind nämlich bei allen Zeugnissen zur Klerikerenthaltsamkeit alle drei Grade des Weihesakraments ausdrücklich angezeigt: Bischöfe, Priester, Diakone. Für die Ostkirche habe ich auf die Fälschung des Trullanum II für die Priester und Diakone hingewiesen, die die Unsicherheit der Ostkirche in diesem Traditionseinbruch erweist.“
Weiter schreibt er, dass Kardinal Ratzinger ihm nach der Lektüre seines Büchleins gesagt habe, dass er das alles nicht gewusst habe und dass auch die meisten Bischöfe es nicht wüssten.
Bischof Franic von Spalato soll nach der Lektüre der Studien Sticklers gesagt haben: Was die Ostkirche im Trullanum II in bewusster Fälschung getan hat, das hat – für das Diakonat – die römische Kirche aus Unwissenheit getan.
Soviel zur Haltung von Joseph Ratzinger, unserm Papst.
Glaubst Du zudem wirklich, dass unser Papst, selber ein Wissenschaftler, der früher sehr viel geforscht hat und der sogar zeitweise für die Aufhebung des Pflichtzölibats eintrat, dass er wünscht, dass wir uns nicht informieren, dass wir immer dem in der Kirche gerade bestehenden blind folgen sollen? Wie hat es der sel. Kardinal Newman ausgedrückt (übrigens ein Vorbild unseres Papstes): „Ich wünsche mir Laien, nicht arrogant, nicht vorlaut, nicht streitsüchtig, sondern Menschen, die ihre Religion kennen, die sich auf sie einlassen, die ihren eigenen Standpunkt kennen, die wissen, woran sie festhalten und was sie unterlassen, die ihr Glaubensbekenntnis so gut kennen, daß sie darüber Rechenschaft ablegen können, die über so viel geschichtliches Wissen verfügen, daß sie ihre Religion zu verteidigen wissen“ (The Present Position of Catholics in England, IX, 390).
Diesem Zitat hat Papst Benedikt XVI. in der Predigt zur Seligsprechung des Kardinals am 20.9.2010 zugestimmt.
Mir scheint irgendwie, wir reden aneinander vorbei. Du behauptest die ganze Zeit, ich würde Irrlehren verbreiten, obwohl ich mich nur auf historische Quellen berufe.

Danke, lieber Sairo, für Deine Unterstützung.

Sairo schrieb:

"D. h. nicht, dass wir die Konzilstexte nicht richtig interpretieren können"
 
Hier geht es auch gar nicht um großes Interpretieren. Ich zitiere Kanon 33 der Synode von Elvira: „Es wurde beschlossen, den Bischöfen, Priestern und Diakonen sowie allen Klerikern, die den Dienst versehen, folgendes Verbot aufzuerlegen: Sie sollen sich von ihren Ehefrauen enthalten und keine Kinder zeugen: jeder aber, der es tut, soll aus der Ehrenstellung des Klerikers verjagt werden.“
Kardinal Newman gab zu, dass sie ein Grund für seine Konversion war: „Es war auch der Eifer, mit der die lateinische Kirche die Lehre und Regel über den Zölibat bewahrte, die ich als apostolisch ansah; auch ihre Treue zu anderen Gepflogenheiten der alten Kirche war mir teuer. All dies sprach zu Gunsten der großen römischen Kirche.“


Sairo schrieb:
Manfred Hauke unterstützt in seiner Argumentation nicht einen Irrtum des Konzils
Habe ich auch nie behauptet. Ich habe nur gesagt, dass er die Frage aufwirft.


Wendelinus:„Um es noch einmal ganz deutlich zu sagen. Christian erklärt mit dieser Aussage das Konzil und alle seitdem folgenden Päpste samt Lehramt der Katholischen Kirche zu Irrlehrern.“

Das stimmt einfach nicht. Ich verteidige den Zölibat und stelle mich auf die Seite des Hl. Vaters.
Deine immer wieder gemachten, völlig ungerechtfertigten Unterstellung entbehren jeder Grundlage.

Sairo schrieb:
"Das Zölibat lässt sich ganz klar aus der geschichtlichen Tradition ableiten, da gebe ich Christian Recht. Das Zölibat für verheiratete Diakone sollte ein erstrebendes Ziel sein. Deshalb muss die Einwilligung der Ehefrau eingeholt werden, denn Diakon zu sein, bedeutet wirklich am Dienst Christi teilzunehmen. Nur es wird heute nicht mehr so gehandhabt."

So ist es.
Titel: Die Hirten dürfen nicht schweigen
Beitrag von: kleineMaria am 12. März 2011, 14:20:38
Die Hirten dürfen nicht schweigen...

Verschoben vom Moderation

Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: KleinesLicht am 13. März 2011, 01:56:16

Zitat CSc: "Soll ich auf den Irrweg des II. Trullanums etwa hinweisen und auf den des II. Vatikanums nicht?"

Lieber Christian,

niemand sollte sich anmaßen, das II. Vatikanum als Irrweg zu bezeichnen. Kardinal Ratzinger wurde zum Papst gewählt und dies war eine sehr gute Wahl! Anstatt zu zweifeln sollten wir ihm uneingeschränktes Vertrauen und Gehorsam schenken; er wird schon das Richtige tun. 

Welche Ansichten Kardinal Ratzinger hatte ist m. E. für die Entscheidungen unseres Papstes Benedikt XVI nicht mehr von großer Relevanz. Jeder Mensch (und erst recht wenn er wie unser Papst unter der Führung des Heiligen Geistes steht) kann zu anderen Überzeugungen gelangen. Deine Behauptung: "Ich glaube der Hl. Vater würde einiges verändern, wenn er die Möglichkeit hätte" ist ein Wagnis und sollte von Dir noch einmal überdacht werden. Durch neue Erkenntnisse können Menschen ihre Ansichten ändern, so wie auch Du Deine Einstellung zur Piusbruderschaft geändert hast.

Gottes Segen
KleinesLicht
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: kleineMaria am 13. März 2011, 09:34:37
Ein herzliches Vergelts Gott Allen, die hier zu unserer Kirche und zum heiligen Vater Papst Benedikt XVI. stehen. Und so frei und mutig unseren Glauben bekennen und verteidigen....Der Papst ist der Nachfolger Petri und auf IHN sollen wir hören. Unser Heiliger Vater ist ja so ein demütiger Nachfolger Christi. Er führt uns, seine Schäfchen schon richtig, und er hat es schon schwer mit  uns, und da sollen anderere Reformer, egal von welcher Seite, es IHM nicht noch schwerer machen wollen, endlich mal zur Einsicht kommen...Die heutige Predigt von Wigratzbad, die vorher kam, hat es uns auch wieder ganz deutlich gesagt....

Auch unser mutiger Pfarrer Buschor von  www.K-TV.at (http://www.K-TV.at)    nahm gestern Abend, bei der Predigt,  kein Blatt vor den Mut. Wunderbar! Und wies auf Fatima hin, was vorhergesagt wurde, was geschehen wird, wenn die Menschen nicht mehr auf Gott hören und seine Gebote beachten. Und erwähnte noch, dass die Jungfrau Maria den drei Seherkindern auch sagte: dass soviele Seelen dadurch in die Hölle kommen. Es wurde auch weiter erwähnt, dass das Land Japan keine Schuld an der großen Kathastrophe hätte........doch es könne möglich sein, dass es so kommt, wie die Jungfrau Maria vorrausgesagt hat, dass wenn die Menschheit sich nicht bekehrt, mehrere Nationen vernichtet werden. Das könne zum Anfang, ev. schon Japan sein....Nun das weiß niemand, aber wie gesagt, es wurde Schlimmes vorrausgesagt, ja wenn.......die Menschen nicht zur Einsicht kommen.....Es sind die vielen Verfüherer, auch in unserer Kirche......Und dass die Medien sovieles an Sitte und Moral verderben.....Die hätten auch eine große Schuld, dass die Menschheit so gottlos wurde...- Mein "Persönliches":  Allen mutigen Priestern und Bischöfen, die die Sache öffentlich beim Namen nennen, und mutig darüber sprechen, und die Menschen immer wieder zur Umkehr und Gebet und Buße ermahnen, sei herzlich gedankt dafür! Gott vergelte es ihnen!

Was ist zu tun?
   Die Antwort ist einfacher, als man denkt: Kehren wir um; wenden wir uns erneut Gott zu; geben wir unseren Kindern einen unverfälschten Glauben weiter; beschützen wir sie vor dem Glaubensabfall; beginnen wir bei uns selbst!
   Lasst uns mit Maria von einem Jahrhundert der Sünde - das hinter uns liegt – in ein Jahrhundert der Sühne schreiten! 


Einen gesegneten Sonntag wünscht Euch
kleineMaria.
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: KleinesLicht am 13. März 2011, 13:52:04
Nein, lieber Botschafter, da steckt bei mir keine Taktik dahinter und erst recht nicht à la Aquila. Wer mich ein wenig kennt weiß, dass ich kein Anhänger der FSSPX bin. Ich höre mir auch alles an, nur ich äußere mich solange nicht darüber, bis die Gespräche in Rom "gelaufen" sind. Es ist meine feste Überzeugung (oder nennen wir es Gehorsam), auch in diesem Falle die Entscheidung unseres Papstes abzwarten und seine Bemühungen, die ich aus Sicht der Wiedervereinigung der Christen nachvollziehen kann, nicht zu hinterfragen.

Ich sehe mittlerweile die FSSPX als so etwas wie eine "katholische" Sekte. Aber darüber urteilen oder diskutieren mag ich erst, wenn die Entscheidung aus Rom vorliegt. Ich sage es noch einmal, Papst Benedikt XVI weiß genau was er da tut. Warten wir es doch bitte einfach nur ab, danach können sich unsere Beiträge immer noch gegen die PiusXer richten.


Gottes Segen
KleinesLicht
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: kleineMaria am 13. März 2011, 14:06:58
Genau so ist es liebes kleinesLicht...

LG
kleineMaria.
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: KleinesLicht am 13. März 2011, 15:10:35
Sorry Botschafter, wenn Du nicht erkennen konntest, welcher Mod die Löschung vorgenommen hat. Ich bin davon ausgegangen, wenn unten im Text "Letzte Änderung ... KleinesLicht" steht ist das klar zu erkennen. Da habe ich nicht bedacht, wenn Du z. B. eine erneute Änderung in Deinem Text vornimmst, dass mein Name verloren geht, weil ja nur die letzte Änderung festgehalten wird. Um Irrtümer zu vermeiden, werde ich künftig meinen Namen unter dem Löschvermerk schreiben.  ;)

Dass ich zum Beitrag von CSc nichts geschrieben habe lag lediglich daran, weil ich den Antworten von Wendelinus zustimmen konnte und die waren ja schon recht deutlich.

CSc (noch recht jung an Jahren) setzt sich sehr intensiv mit seinem Glauben auseinander. Vor einigen Wochen noch überzeugter Anhänger der Piusbruderschaft, erkennt er immer mehr hinzu. Da ich mich über seine Entwicklung wirklich freue (und auf weitere Erkenntnisse hoffe) reichte es mir, dass Wendelinus mit ihm in der Diskussion stand; ein ungerechtes Maßregeln wollte ich dadurch nicht zum Ausdruck bringen.

Gruß
KleinesLicht
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Sairo am 13. März 2011, 16:51:35
Lieber Christian

Folgendes Zitat von Dir:
Zitat
Es verstand sich als Pastoralkonzil und nicht als ein dogmatisches Konzil

Was heisst es, wenn ein Konzilsdokument mit folgenden Worten schliesst:
"Was in diesem Dekret im gesamten und im einzelnen ausgesprochen ist, hat die Zustimmung der Väter gefunden. Und Wir, kraft der von Christus Uns übertragenen Apostolischen Vollmacht, billigen, beschießen und verordnen es zusammen mit den Ehrwürdigen Vätern im Heiligen Geiste und gebieten zur Ehre Gottes die Veröffentlichung dessen, was so durch das Konzil verordnet ist.

Rom, bei St. Peter am 4. Dezember 1963.

Ich, Paulus, Bischof der katholischen Kirche"


Sieht echt nicht nach einem PASTORALKONZIL aus, sondern die Bischöfe zusammen mit dem Papst haben beschlossen. Ich bitte Dich, das II Vatikanum nicht als Pastoralkonzil zu sehen, sondern als Kontinuität zum I Vatikanum!

Liebe Grüsse und Gottes Segen
Sairo
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Anemone am 13. März 2011, 18:01:10
Ich denke, Kleines Licht hat das Posting von Botschafter wegen des "Schimpfwortes" à la  kreuznet-Chater gelöscht. Zu Recht.

Doch Botschafter muss ich in diesem Punkt auch Recht geben. Solche Inhalte müssten ebenso gelöscht werden:

"Zitat von: CSc am 10. Mrz 2011, 20:43:59
Verbreitet folgenden Text.  So ungefähr passt der Text genau auf ein Blatt.
Das kann dann z.B. in Kirchen aufgelegt werden.

  so begab sich auch das II. Vatikanum (1962-65) für die lateinische Kirche auf einen Irrweg, indem es irrtümlicherweise entschied, verheiratete Männer zu ständigen Diakonen weihen zu lassen und ihnen auch nach der Weihe die Fortsetzung des ehelichen Verkehrs gestattete. 

Zitat
Ich kann nichts machen als die Wahrheit zu verkünden. Ich habe nichts anderes getan als die historische Forschung darzulegen. Auch wenn man sagt, dass die Kirche zur Zeit (!) etwas anderes diesbezüglich lehrt. Wir können die Wahrheit nicht verändern.

Ich kann nicht nur die halbe Wahrheit darstellen. Soll ich auf den Irrweg des II. Trullanums etwa hinweisen und auf den des II. Vatikanums nicht? "



Liebe Kleines Licht,
nimm Du Dich bitte Christian an, da Du wahrscheinlich sein Fortschreiten im Glauben doch am besten kennst.

Ich möchte Christian an dieser Stelle noch einmal bitten:
Bitte schreibe nichts mehr gegen Papst oder Bischöfe die er bestellt hat. In unserem Forum geht das nicht, weil wir zu unserem Papst und seine Sendung vollends stehen.

Leider Gottes wird im Tradiforum sehr viel über Papst und Bischöfe negatives geschrieben. Das geschieht nicht zum Aufbau der Kirche.
Bitte Christian bei uns im Forum nicht! Vielen Dank!


Gottes Segen

Anemone
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: kleineMaria am 14. März 2011, 23:31:13
Das ist pure Gotteslästerung.

Ich frage mich warum so etwas heute nicht mehr verboten wird.

Ein Film -

"Wir sind Gott"
Der Medienbeauftragte der EKD, Oberkirchenrat Markus Bräuer (Frankfurt am Main), appelliert an die Verantwortlichen, sensibel und verantwortungsvoll mit dem Thema umzugehen.

Baake erklärte am 11. März auf Anfrage von idea, zwar dürfe man Comedy über Menschen machen, aber nicht über den Dreieinigen Gott: „Wo sind die Grenzen des öffentlich-rechtlichen Rundfunksystems, und wo bleibt der Protest der Kirchenvertreter im Fernsehrat des ZDF?“ Er fragt ferner, was wohl geschehen würde, wenn das ZDF eine Comedy über Allah brächte. Baake fordert die Christen auf, massiv Protest einzulegen.
 
Religiöse Gefühle darf man nicht verletzen.
ZDF: Gott ist „weiblich und zu zweit“

Wie das ZDF (Mainz) mitteilt, stellen Inge und Renate, „Damen im besten Alter“, in der Comedy Gott dar. Carsten Strauch und Rainer Ewerrien, die als Inge und Renate aufträten, widmeten sich stets einem großen Thema der Menschheitsgeschichte, beginnend mit Adam und Eva.

Hier geht es weiter.
http://www.kath.net/detail.php?id=30560 (http://www.kath.net/detail.php?id=30560)
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: hiti am 15. März 2011, 21:38:40
Liebe Leser/innen!

Ja, das ist Gotteslästerung, wie so vieles heute.

Trotzdem: Lassen wir uns nicht zum Hass treiben!
Der Teufel möchte uns ja zur Lieblosigkeit und zum Hass verführen.
Machen wir ihm nicht diesen Gefallen.
Bleiben wir in der Liebe. Dann ist er machtlos. BLeiben wir in den Herzen Jesu und Maria.
Beten wir, das ist im Sinne Jesu.

Hermann
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: KleineSeele am 15. März 2011, 22:39:46
Die Lästerungen werden ihnen noch vergehen. Gott lässt seiner nicht spotten, diese ewige Wahrheit werden auch die Hochmütigen bald erkennen.
..und wie sie ihnen vergehen werden!

Oh mein Jesus, Barmherzigkeit!
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: CSc am 16. März 2011, 18:18:05
Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,

aus schulischen Gründen - ich schreibe heuer Abitur - werde ich in den nächsten Monaten wohl nicht mehr hier im Forum schreiben, noch irgendetwas lesen. Wendelinus spricht von einer Brücke, die Sairo mit seinen Ausführungen geschlagen hat zwischen ihm und mir. Und diese Brücke soll ich gehen, sagt Wendelinus. Ich gehe diese Brücke sehr gerne.
Nun kann man sagen, historisch stimmen meine Darlegungen ohne Zweifel. Die Frage ist nur, ob man gleich von einem "Irrweg" sprechen muss oder gar sprechen kann. Darum nehme ich gerne dieses Wort "Irrweg des II. Vatikanums" zurück, damit wir uns nicht auf solche Diskussionen versteifen und ich tue das auch um mich klar und deutlich zum Hl. Vater zu bekennen. Ich bekenne mich aber gleichzeitig zur Praxis der Kirche wie sie höchstwahrscheinlich seit den Aposteln gehandhabt wurde, weil ich sie für angemessener  und richtiger halte. Genauso wie ich die kniende Mundkommunion für angemessener und richtiger halte als die stehende Handkommunion. So sehe ich das. Das II. Vatikanum bezeichnete ich übrigens nicht als solches als Irrweg, sondern nur die Entscheidung verheiratete Diakone zuzulassen und ihnen den ehelichen Umgang weiterhin zu gewähren. Was die Stellung des II. Vatikanums unter den Konzilien betrifft, so sagte Kardinal Ratzinger selbst in einer Rede an die chilenischen Bischöfe: "Viele Ausführungen vermitteln den Eindruck, dass nach dem Vaticanum II jetzt alles anders ist und das Frühere keine Gültigkeit mehr haben kann oder [...] diese nur noch im Lichte des Vaticanum II hat. Die Wahrheit ist, dass das Konzil selbst kein Dogma definiert hat und sich bewusst in einem niedrigeren Rang als reines Pastoralkonzil ausdrücken wollte; trotzdem interpretieren es viele, als wäre es fast das Superdogma, das allen anderen die Bedeutung nimmt."   
Ich möchte im Gegensatz zu Botschafter und Anemone bitten, dass meine Beiträge nicht gelöscht werden. Wenn alles immer gleich gelöscht werden würde, dann ist das hier kein Diskussionsforum mehr, dann ist keine Diskussion mehr möglich. Ich weiß nicht, was Botschafter für "Beschimpfungen" geschrieben hat, meine Beiträge jedenfalls waren in keinster Weise Beschimpfungen.
In meiner Heimatgemeinde liegt übrigens die "Verteidigung des Zölibats" in der Pfarrkirche auf und das obwohl der Herr Pfarrer alles andere als ein Traditionalist ist, der das II. Vatikanum ablehnt. Ich habe erst heute wieder neue Zettel dazugelegt, weil nur noch drei übrig waren, von den ersten, die ich aufgelegt hatte. Man sieht das Interesse an diesem Thema. Das alles hat der Herr Pfarrer erlaubt und ich habe ihm die Zettel zuerst zur Einsicht vorgelegt.

Ich möchte noch einmal darum bitten, dass die "Verteidigung des Zölibats" verbreitet wird. Das Wort "Irrweg" bzgl. des II. Vatikanums kann man ja rausstreichen, wenn euch das lieber ist.

Ich hoffe das nun alles klargestellt wurde.


Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: CSc am 17. März 2011, 16:46:07
Wendelinus schrieb:

"Wer ein Katholik sein will, der muss notwendigerweise die Dogmen der Kirche anerkennen. Das sind die sicheren, unveränderlichen Glaubenswahrheiten. Ein echter Katholik ist nicht gezwungen den Beschlüssen des II. Vatikanums zuzustimmen. CSc am 18.01.2011 im alten Forum.
Dort wird auch das unten dick hervorgehobene Ratzingerzitat verwendet, da aber als Zeugnis gegen die Erklärung "Nostra Aetate"."


Dieses Zitat handelt ja auch vom II. Vatikanum allgemein.


Botschafter:

"bitte übernimm nicht wie ein Höriger von Deinen Patres was zu glauben oder abzulehnen ist. Das bestimmen nicht sie. Ich weiss, dass sie mit dem Gruppendruck auf die Gleichschaltung der Gläubigen hinarbeiten und keine anderen Sichtweisen dulden, als die ihrigen. Sie dulden kein Abweichen von ihrer Linie."

Das weiß ich nicht. Da kann ich nichts dazu sagen. Ich bin kein Anhänger der FSSPX. Einige Wochen oder Monate - ich weiß nicht mehr genau wie lange - habe ich ihre Überzeugungen geteilt. Ich war nie bei einer hl. Messe der FSSPX. Ich hatte lediglich Kontakt zu einem Anhänger und über Telefon und Email zu einem Priester. Ich kann darüber also nicht viel sagen. Der Anhänger war aber sehr aufgeschlossen und gar nicht autoritär und auch der Priester machte einen ganz anderen Eindruck. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies nichts weiter als eine Unterstellung ist. Das, was Botschafter hier schreibt trifft ziemlich gut auf einige Mitglieder dieses Forums zu. In diesem Thread sieht man das sehr deutlich. Man geht gar nicht auf den Diskussionspartner ein, sondern erhebt immer wieder die gleichen Vorwürfe, egal wie oft sie vom Gesprächspartner schon zurückgewiesen wurden und dabei genauer erklärt wurde. Man akzeptiert keine andere Meinung. Dabei habe ich noch nicht einmal groß meine eigene Meinung verkündet, sondern lediglich die historische Forschung dargelegt, die unumstritten ist. Papst Benedikt XVI. hat Prof. Dr. Stefan Heid, der die Entwicklungsgeschichte des Klerikerzölibats in seinem Buch "Zölibat in der frühen Kirche" dargelegt hat - dabei wurde auch deutlich, dass der Zölibat stets auch für Diakone gleichermaßen wie für Bischöfe und Priester galt - zum "Kaplan Seiner Heiligkeit" ernannt. Unentwegt bezeichnet man mich als Piusbruder, obwohl ich nie wirklich einer war. Unentwegt sagt man ich würde den Hl. Vater angreifen oder zumindest nicht auf seiner Seite stehen, obwohl dies gar nichts mit dem Thema zu tun hat und ich nirgends gegen den Hl. Vater geschrieben habe. Man sagt ich verbreite das Gedankengut einiger aufmüpfiger Kleriker, obwohl dies nichts anderes ist als das Gedankengut der frühen Kirche wie die Schriften der Kirchenväter, der Synoden und Päpste der damaligen Zeit zeigen. Ich habe die Bezeichnung "Irrweg des II. Vatikanums" zurückgenommen, wenngleich ich die neue Praxis weiterhin ablehne, genauso wie ich die stehende Handkommunion ablehne, die auch nicht mehr verboten ist in der katholischen Kirche und ich denke, die werden mehr in diesem Forum ablehnen. Das so mancher Piusbruder einen reineren und echteren Glauben lebt als so mancher hier im Forum, dessen bin ich mir sicher. 
 
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: hiti am 17. März 2011, 21:06:48
Liebe Leser/innen!

Entnommen aus Offenbarungen der Gottesmutter und auf ein paar Sätze zusammengefasst:

Der Priesterstand ist auch heute zum Zölibat berufen! Der Klerus hätte die Verpflichtungen: zu beten, ein gutes Beispiel zu sein und ein heiliges und apostolisches Leben zu führen, ganz nach dem Leben Jesu. Doch viele lassen sich von einer ungeordneten Aktivität in Beschlag nehmen, vernachlässigen gewohnheitsmäßig das Gebet und beschränken sich auf eine eilige Feier der heiligen Messe. So werden die Priester innerlich leer und haben kein Licht und keine Kraft mehr, um den vielen listigen Versuchungen zu widerstehen. Somit werden sie vom Geist der Welt angesteckt und nehmen ihre Lebensweise an, lassen sich von den Medien beeinflussen und am Ende sind sie von der weltlichen Denkungsweise beherrscht. Schließlich leben sie wie Diener der Welt, nach dem Geist der Welt, den sie rechtfertigen und verbreiten, und damit verursachen sie bei so vielen Gläubigen Ärgernis.
Dadurch entsteht die weitverbreitete Auflehnung gegen die kirchlichen Normen, die das Leben der Priester regeln, und die immer wiederkehrende Anfechtung der Verpflichtung zum heiligen Zölibat. Dieser ist von Jesus durch seine Kirche gewünscht und vom Papst mit Festigkeit bestätigt worden.

Hermann
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: ChrS am 17. Juli 2011, 11:51:59

"Siehe, wir haben alles verlassen"
(Predigt von Bischof Huonder)

http://gloria.tv/?media=176154 (http://gloria.tv/?media=176154)

Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: ChrS am 17. August 2011, 18:50:34
Ist der Zölibat für Priester nicht unmenschlich?
Der Franziskaner und Priester Br. Rene Dorer gibt Einblick in sein Leben und seine Erfahrungen mit Ehelosigkeit.

http://gloria.tv/?media=59519 (http://gloria.tv/?media=59519)
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: hiti am 22. August 2011, 12:47:45
Ist der Zölibat für Priester nicht unmenschlich?


Liebe Leser/innen!

Das kommt leider daher, dass heute eine ganz falsche Einstellung zur Sexualität vorherrscht. Dazu tragen freilich die Medien und die Verhütungsmittel wesentlich bei.
Somit wird das ganze als etwas gesehen, das jedem zu jeder Zeit zusteht und folglich wird die Enthaltsamkeit als unmenschlich angesehen.

In Wahrheit ist es aber nicht so. Die Kirche gibt hier klare Anweisungen obwohl sich LEIDER die Mehrzahl der Menschen nicht mehr daran halten! Und dieser Ungehorsam hat zur Folge dass viele Menschen diese Sexualität zum Götzen erhoben hat und in der Folge Gott und seine Wege nicht erkannt werden…

Die Sexualität hat nur in der kirchlich geschlossenen Ehe ihren Platz unter Ausschluss jeglichen Verhütungsmittels.

- Wer eine Ehe schließt und keine Kinder möchte, entheiligt die Ehe, sie ist ungültig.
- Wer eine Ehe schließt und 10 Jahre verhütet, da ein Kind nicht in den Plan passt, entheiligt die Ehe, er sollte bis dahin keine Ehe eingehen.


Es ist sehe schade dass die meisten Menschen sich nicht an das Gebot der Kirche halten denn damit halten sie sich Gott auf Distanz. Auf den 1. Blick – und für viele endet das Thema da – scheint diese Sexualmoral unmenschlich. In Wirklichkeit ist es aber ein Schutz denn für allzu viele ist die Sexualität die wahre Religion, nicht Gott und viele gehen daran zugrunde. Sie verhüten in dem Sinne den Eintritt Gottes in ihr Leben, Der ihnen helfen möchte, das ganze zu ordnen, denn ungeordnete Sexualität ist ein großes Hindernis auf dem Weg zu Gott…

Hermann
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Laus Deo am 02. Januar 2012, 13:58:48
Ich bin der Meinung, dass jeder Priester das es jedem Priester goboten ist, selber zu entscheiden. Für das Zölibat finde ich gibt es vieles was dafür spricht, jedoch auch einige Dinge was dagegen sind.

Für das Zölibat
- der Priester ist ganz alleine für seine Gläubige da und so zusagen mit dem Herrn verheiratet.

Gegen das Zölibat
- es gäbe viele Diakone, welche verheiratet sind, eine harmonische Familie haben und denoch Gottes Diener sind, und oftmals die besseren Seelsorger und Prediger als mancher Pfarrer.
- Das Zölibat wird in der Bibel als eine empfohlene Form beschrieben jedoch NIE als ein muss.
- Ich denke ein Familienvater als Pfarrer würde manche Probleme besser verstehen, da er sich auch damit befassen muss.
- Es gibt sicherlich viele junge Leute, welche gute Priester würden, aber sich nicht wagen so ein Gelübde abzulegen, da sie nicht mit sicherheit sagen können, dass sie es auch einhalten können.

Die Sexualität wie sie zur Zeit ist, ist sicherlich nicht das was Gott möchte, denoch hat er uns Liebe geschenkt.

Ich hoffe das der Heilige Geist für diese Diskusion die richtige Lösung findet, denn es gibt viele Fürsprecher für eine frei Wahl des Zölibat. Und schauen wir in die Ostkirche, dort können Priester auch heiraten, und es sind auch gute Christen.

Ich will mich nicht für ein oder gegen ein Pflichtzölibat aussprechen, ich möchte nur aus verschieden Blickwinkel die Diskusion betrachten.

LOB DEM DREIFALTIGEN GOTT.
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Christa am 02. Januar 2012, 22:38:27
lieber Herrmann ,

das hast du soooooo gut geschrieben , besser kann man es nicht sagen. :) (ich habe dir direkt einen Punkt dafür gegeben)
ich bin auch der Meinung , wenn jemand wirklich  aus Berufung Priester werden will,
wird er auch den Zölibat gerne in Kauf nehmen ,
denn der gelebte Zölibat ist ja auch eine ganz besondere Art , der Ehre Gottes
und jeder hat lange genug Zeit sich das  genaustens zu überlegen.
Für mich sind Menschen die im Zölibat leben  , etwas ganz Besonderes ,  :)
sie zeigen doch  durch das "Ja" zum Zölibat der Welt schon wie "wichtig" ihnen Gott ist.
man kann doch kein besseres und überzeugenderes Zeugnis für Gott
und unseren katholischen Glauben abgeben, oder ?
also ich, als blutiger Laie und immer   bestrebt , meinen Glauben zu vertiefen und besser zu verstehen
ich bin schon der Meinung  das der Zölibat für katholische Priester bleiben sollte, es wird ja Keiner dazu gezwungen!
aber man muß schon wissen was man will und bei der Verantwortung und dieser Last die ein Priester zu tragen hat,
käme letztendlich doch immer Etwas zu kurz .
Aber wie gesagt , das ist nur meine  eigene Meinung und ich möchte  damit ganz sicher Keinem zu nahe treten.

Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: LoveAndPray85 am 06. Januar 2012, 07:13:26
Ich spreche mich klar für den Pflichtzölibat aus!
Wer Priester wird oder in einen Orden eintritt, weiß, warum:
Jesus gibt ihm Liebe wie kein Mensch sie geben könnte.
Er umpfängt ihn mit besonderer Liebe
und möchte, dass der Priester und der Ordenschrist
ihn mit ungeteiltem Herzen liebt, sich ihm also ganz hingibt,
ganz SEIN ist.
Nehmen wir Jesus doch nicht weg, was er ganz für sich möchte...

Für den Priester ist diese Freiheit von der Bindung an eine Familie
auch deshalb wichtig, dass er sich mit ganzem Herzen auf die Seelsorge
konzentrieren kann.
Außerdem sind sie auf besondere Weise berufen, nach Vollkommenheit
zu streben und dabei ist es sehr hilfreich, sich nur auf Christus auszurichten.
Man ist eben ganz "Gott geweiht" und gibt damit das stärkste Zeugnis
für den Glauben ab.
Für die Kirche sind die Gottgeweihten sehr wichtig.

LG,
LoveAndPray
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Laus Deo am 06. Januar 2012, 09:16:34
Versteht mich nicht falsch, ich bin ein sehr gläubiger Katholik, doch wenn wir ehrlich sind, viele Priester können dies einfach nicht aushalten. Warum gibt es immer wieder Missbrauchsfälle? Ich kenne einen Mönch von einem Kloster sehr gut und er sagte mir auch, dass einfach viele diesen Druck nicht mehr aushalten. Und wie bereits gesagt, ich kenne viele Diakone, welche durch ihre Predigten eher an die Jugend kommt als die alten Priester. Mal ein konkretes Beispiel. Ich als Laie faste JEDEN Freitag. Während der Fastenzeit, die vollen 7 Woche und esse kein Fleisch. Die meisten Priester welche ich kenne fasten nicht mehr so sondern nur noch an den 2 gebotenen Fasttage, Aschermittwoch und Karfreitag. Leider sind viele Priester nicht mehr wirkliche Vorbilder im Leben. Ich bin sehr Papsttreu, doch wenn ich jeweils die Cardinäle und Bischöfe in Rom betrachte und ich sehe 90% teils stark übergewichtige Leute frage ich mich ob so ein Priester zum Beispiel in Afrika als Vorbild betrachtet werden kann. Masslosigkeit ist heute eine der grössten Sünden auf ganzer Linie. Ich hoffe das der Heilige Geist durch die Kirche fegt und den verblendenten die Augen öffnet.

Heute am Tag des Erscheinen des Herr, bitte ich die drei Heiligen Könige, Caspar, Melchior und Balthasar, dass sie für diese Welt beten, dass jeder den wahren Gott unseren Herrn Jesus Christus erkennt und ihm von Herzen folgt. Amen
 ;kreuz+ ;uhhjz ;gdaaaw
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Schear-Jaschub am 06. Januar 2012, 09:44:46
Wieder einmal.... schließe ich mich der Meinung von LoveandPray85 an.
Persönlich denke ich, dass ein Priester, der im Gebet bleibt, nicht das geringste Problem mit dem Zölibat hat. Jeder, der Priester wird, entscheidet sich gänzlich freiwillig für oder gegen das Priestertum, somit gänzlich freiwillig für oder gegen den Zölibat.
Priester sein heißt eben ein vollkommenes Opfer sein, wie Christus, der unser Hohepriester im Himmel ist. Es heißt: "Ihr habt alles um meinetwillen verlassen." 

Was fehlt den einem zölibatär lebenden Priester? Besser: Was fehlt denn einer jungfräulich lebenden Seele?
Hätten wir auch alles auf dieser Welt, aber die Liebe nicht, dann hätten wir gar nichts.
Das bedeutet aber auch, dass wir - wenn wir die Liebe haben - alles haben und nichts benötigen als die Liebe, die Gott selbst ist.

Ich denke, dass - wer diese Liebe hat - nicht das geringste Verlangen nach "menschlicher Ehe" hat. Und ich bin überzeugt, dass - wer endlich sich und der Welt abzusterben beginnt und dabei Christus als den wahren Bräutigam unserer Seelen erkennt - sein Herz nur mehr dem Herrn schenken möchte. Der Gedanke an den "Zölibat" ist für diesen Menschen wohl das Schönste überhaupt, da dieser Mensch sein Herz UNGETEILT dem Herrn schenken DARF - weil Gott es so WILL!
 
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: LoveAndPray85 am 06. Januar 2012, 09:54:01
Lieber Laus Deo!

Ich verstehe Deine Ansicht und Deinem letzten Beitrag stimme ich auch zu.
Doch wenn die Priester eine wahre Andacht zur Gottesmutter halten,
werden sie es sehr wohl ertragen! Da ich selbst diesen Schutz erfahre
(nach einem früheren völlig ungeordneten Leben in dieser Hinsicht) und
andere, die ich kenne, auch, ist das für mich klar!

LG

 ()*kjht545

Maria, Mutter und Königin der Priester,
bewahre unsere Priester in Heiliger Reinheit!


Lieber Schear-Jaschub,

klasse Beitrag!

Je mehr man der Welt abstirbt, desto mehr fängt Christus an, sich uns zu schenken!



Ganz gut, um das zu verstehen, ist die Nachfolge Christi.
Ich finde gerade ein bestimmtes Zitat diesbzgl. nicht,
aber im Laufe des Tages komme ich vielleicht noch dazu.
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Laus Deo am 06. Januar 2012, 12:56:43
Da stimm ich dir ganz zu, leider ist die realität nicht so wie sie sein sollte. Möge die Heilige Muttergottes mit dem Pfarrer von Ars für alle Priester und Werdende Priester beten. ;ghjghg
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Gine am 18. Januar 2012, 11:36:29
Guten Morgen :-)

Ohjehh das ist ein wirklich schweres Thema und ich muss gestehen dass auch ich mir sehr oft Gedanken darüber gemacht habe, besonderst in Hinblick auf die letzten Vorkommnisse die in den Medien breitgetreten wurden...
Ich glaube auf der einen Seite dass tatsächlich ein Priester den Zöllibat einhalten sollte wenn er denn eben dazugehört und sich vorher entscheiden sollte welches Amt er da begeht.
Zudem denke ich dass die Sensibilität eines Menschen sich enorm steigert wenn er den Zöllibat einhält , praktisch eine Art Umwandlung der Emotionen die den zu betreuenden Gläubigen zu Gute kommt. Ich denke nicht dass ein Priester selber Vater sein muss um Probleme in Familien zu begreifen. Ein Mensch mit Herz, Intelligenz und Gefühl ist auch dazu in der Lage ohne Kinder zu haben. (Es gibt ja auch viele Frauen die keine Kinder bekommen können oder weil der Ehemann nicht zeugungsfähig ist und dennoch sind sie gleichwertige und wertvolle Mitglieder einer Gesellschaft)
Das Thema Sexualität ist in der heutigen Zeit zu einer Ware verkommen , nicht zuletzt durch Medien jeglicher Art. Überall wo man hinsieht , ob Fernsehen, Zeitschriften etc... wird man ja förmlich bombardiert mit Brüsten und sonstigen Geschlechtsteilen. Das empfinde sogar ich als äusserst abstossend und ich bin mit Sicherheit nicht prüde .
Ich kenne mich zwar leider nicht so gut in der Bibel aus und weiss nicht ob und wo dort steht dass der Zöllibat ein MUSS ist , aber wenn sogar dort dies empfohlen wird, so denke ich ist er unbedingt einzuhalten.
Wie soll ich als einfacher Gläubige einen Priester als eine Art Vorbild/Leitbild sehen , wenn er nicht Vorbildfunktion lebt?
Ja sicher, der Mensch ist an sich erst einmal schwach. (OMG das weiss ich nur zu gut..) dennoch ist eben das Amt eines Priesters nicht mal eben mit dem Beruf eines Busfahrers ,ezc... zu vergleichen.

Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: velvet am 21. Januar 2012, 16:10:01

Zum Thema "Zölibat" wird viel diskutiert, Gründe pro und kontra werden angeführt, doch vermisse ich folgendes Argument: Priester sein ist nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung zum Seelsorger der Gläubigen. Wenn er diese Aufgaben voll wahrnimmt, ist er mehr als ausgelastet und braucht nicht noch Familienstress. Viele berufstätige Männer in Spitzenpositionen haben keine Familie, oder werden den Aufgaben in der Familie aus Zeitmangel und beruflicher Belastung nicht gerecht. Ein Priester sollte rund um die Uhr da sein können für seine Gläubigen in Not und nicht nur zu festgelegten Sprechzeiten. In der heutigen Zeit sind die seelischen Nöte nicht weniger, sondern viel mehr geworden und viele Gänge zum Psychiater wären überflüssig, wenn die Seelsorger ihren Beruf ernst nehmen würden! Da würde die Zeit für die Frau und Kinder fehlen und nur eine zusätzliche Belastung darstellen. Es gibt so viele Menschen, die in ihrem Beruf aufgehen und freiwillig allein bleiben, das stört doch auch niemanden.

Gott segne Euch alle
















Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: KleinesLicht am 21. Januar 2012, 16:32:35

Herzlich Wilkommen, liebe Velvet!

Du sprichst mir mit Deinem Beitrag aus der Seele.


Gottes Segen
KleinesLicht
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Gine am 05. Februar 2012, 11:35:25
 ;xdysaa Hallochen liebe Velvet,

deinen Beitrag finde ich richtig.
Nur ein Punkt passt nicht ganz ( für meine Auffassung) :

Zitat
Viele berufstätige Männer in Spitzenpositionen haben keine Familie, oder werden den Aufgaben in der Familie aus Zeitmangel und beruflicher Belastung nicht gerecht.

Diese Männer jedoch leben ihre Sexualität aus.... gerade sie sind es die manchmal sogar ihre Sexualität bei Prostituierten suchen.
Weils schnell - unkompliziert und verfügbar sein muss.
Desswegen kann man das nicht so gut mit  zöllibatpflichtende Beruf(ungen) mit Managern oder Spitzenführungspositionpersonal vergleichen.

liebe Gedanken

dein Ginchen
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: velvet am 16. Februar 2012, 02:59:06
hallo Gine,
es gibt sicher nicht nur Männer, die ihrem Trieb leben. Ich denke wer sich selber ( seine Triebe) nicht im Griff hat, der hat nichts im Griff. Glaubst Du nicht, dass man auch ohne Sex ein glücklicher Mensch sein kann?
In meinem Leben hatte ich mit einigen Ordensleuten (männlich und weiblich) Begegnungen, die mir nicht den Eindruck machten, dass ihr Leben nicht erfüllt wäre. Im Gegenteil, sie strahlten eine innere Zufriedenheit aus, die mich sehr angenehm berührte.
Priester weihen ihr Leben Gott und glaubst Du nicht, dass die Liebe zu Gott einen Menschen innerlich erfüllen kann, ich schon.

Gott gebe Dir innere Zufriedenheit

Velvet                                                     ;uhhjz
Titel: Re:Pflichtzölibat
Beitrag von: Gine am 16. Februar 2012, 11:21:33
 ;xdysaa Liebe Velvet,

da hast Du meinen Beitrag aber gründlich missverstanden.
Ich sagte lediglich dass diese Männer , von denen gesprochen wurde (Manager in Spitzenpositionen die Single sind) , grösstenteils ihren Sex schnelllebig ausleben, nicht dass ich das gut heisse.

Kraft und Liebe Dir.

deine Gine