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römisch-katholisch => Priestertum / Klerus / Vatikan (Hl. Vater) => Thema gestartet von: hiti am 05. April 2012, 14:45:09

Titel: Papst kritisiert Pfarrer-Initiative: „Ungehorsam ist kein Weg“
Beitrag von: hiti am 05. April 2012, 14:45:09
Liebe Leser/innen!

Der Papst hat am Donnerstag ausdrücklich die Forderungen der österreichischen Pfarrer-Initiative abgelehnt.

In seiner Predigt bei der Chrisammesse am Gründonnerstag mit rund 3.000 Priestern aus der Diözese Rom und der vatikanischen Kurie ging Benedikt XVI. auf den „Aufruf zum Ungehorsam“ ein und sagte, dass dieser Appell „vor kurzem von einer Gruppe von Priestern in einem europäischen Land“ veröffentlicht worden sei.

„Wir wollen den Autoren dieses Appells glauben, dass sie von Sorgsamkeit für die Kirche bewogen sind, dass sie überzeugt sind, die Trägheit der Institutionen mit drastischen Mitteln in Angriff zu nehmen, um neue Wege zu öffnen. Ist Ungehorsam allerdings ein Weg?“, fragte der Papst.

Er warnte vor der Gefahr, dass die Pfarrer-Initiative lediglich „einen verzweifelten Drang“ darstelle, die Kirche nach eigenen Wünschen und Ideen umzuwandeln.
Dieser Weg sei jedoch nicht mit der Haltung Jesus' konform. Jesus sei es „um den wahren Gehorsam“ gegangen, der „gegen die Eigenwilligkeit des Menschen“ gerichtet sei.

Die kirchenkritische Pfarrerinitiative will Laien predigen lassen und die Kommunion auch Geschiedenen und Ausgetretenen spenden.

Neben in der katholischen Kirche ausdrücklich Verbotenem wollen die Priester in Zukunft auch in jedem Gottesdienst eine Fürbitte für die Kirchenreform sprechen.

Hermann
Titel: Antw:Papst kritisiert Pfarrer-Initiative: „Ungehorsam ist kein Weg“
Beitrag von: videre am 05. April 2012, 15:49:10

Hallo Hermann, Leserinnen und  Leser,

dazu ist mir dieser Bericht bekannt geworden:

5.4.2012
Papst erteilt Österreichs Priester-Protest eine Absage
Chrisammesse in Rom


Papst Benedikt XVI. hat zum Auftakt der Osterfeiern Reformforderungen von Klerikern eine Absage erteilt. Ungehorsam sei kein Weg, um die Kirche zu erneuern, betonte er bei einer Messe mit mehreren tausend Priestern am Gründonnerstag im Petersdom. Seine Kritik richtete sich gegen die österreichische "Pfarrer-Initiative", die unter anderem für die Zulassung verheirateter Priester und für wiederverheiratete Geschiedene eintritt.

 
 Papst-Predigt in der Chrisammesse


Die Initiative zeuge von einem "verzweifelten Drang, etwas zu machen, die Kirche nach unseren Wünschen und Vorstellungen umzuwandeln", sagte der Papst während der traditionellen Chrisam-Messe. Zwar glaube er den betreffenden Priestern, dass sie aus Sorge um die Kirche handelten und den Eindruck hätten, der "Trägheit der Institutionen mit drastischen Mitteln begegnen" zu müssen. Priester müssten jedoch auf die "vielbeschworene Selbstverwirklichung" verzichten und wie Jesus dem Willen Gottes gehorchen. Dies habe nichts mit einer Verteidigung erstarrter Traditionen zu tun, sagte der Papst.

Zugleich bekräftigte Benedikt XVI. die kirchliche Ablehnung einer Zulassung von Frauen zum Priesteramt. Sein Vorgänger Johannes Paul II. habe in "unwiderruflicher Weise" erklärt, "dass die Kirche dazu keine Vollmacht vom Herrn erhalten hat". Wer auf die Geschichte nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) schaue, könne "die Dynamik der wahren Erneuerung erkennen, die in lebendigen Bewegungen oft unerwartete Gestalten angenommen hat", sagte er.

"Religiöser Analphabetismus"
Der Papst beklagte zudem einen wachsenden "religiösen Analphabetismus". Priester sollten die christliche Botschaft "mit neuer Freude" verkünden. Die wichtigsten Hilfen dafür seien die Konzilstexte und der Katechismus. Beide bezeugten unverfälscht die katholische Glaubenslehre, sagte Benedikt XVI.

Im Juni 2011 hatte eine Gruppe von österreichischen Klerikern um den früheren Wiener Generalvikar Helmut Schüller zu "Ungehorsam" gegen Rom aufgerufen. In ihrem Aufruf forderte die "Pfarrer-Initiative" die Kommunion auch für wiederverheiratete Geschiedene, Mitglieder anderer Kirchen und Ausgetretene; Wortgottesdienste mit Kommunionspendung sollten als "priesterlose Eucharistiefeiern" betrachtet werden.

  Weiter will die Initiative, die nach eigenen Angaben rund 400 Mitglieder zählt, das Predigtverbot für Laien missachten. Man wolle sich für Leiter von Pfarrgemeinden unabhängig von Geschlecht, Familienstand oder kirchlicher Anstellung sowie für eine Zulassung von Frauen und Verheirateten zum Priesteramt einsetzen. Wiens Kardinal Christoph Schönborn bemüht sich um den Dialog mit der Initiative, lehnt deren Forderungen jedoch ab.
( kna )
Aus:
http://www.domradio.de/aktuell/81026/chrisammesse-in-rom.html (http://www.domradio.de/aktuell/81026/chrisammesse-in-rom.html)

LG
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