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römisch-katholisch => Predigten und Vorträge => Thema gestartet von: videre am 08. April 2012, 12:50:50
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Home > Vatikanische Dokumente > Artikel von 08/04/2012 12.22.37
"Urbi et Orbi"
Papst Benedikt XVI. erteilt den Ostersegen
Osterbotschaft: Auferstandener ist Hoffnung für Verfolgte
Papst Benedikt XVI. hat mit Zehntausenden Gläubigen an diesem Sonntag in Rom das Fest der Auferstehung des Herrn gefeiert. Nach der Ostermesse auf dem Petersplatz spendete er von der Segnungs-Loggia des Petersdomes aus den feierlichen Segen Urbi et Urbi, verbunden mit seiner Osterbotschaft.
„Wenn Jesus auferstanden ist, dann – und nur dann – ist etwas wirklich Neues geschehen, das die Lage des Menschen und der Welt verändert. Dann ist er – Jesus – jemand, dem wir unumschränkt vertrauen können, nicht nur seiner Botschaft, sondern ihm selbst, denn der Auferstandene gehört nicht der Vergangenheit an, sondern er ist gegenwärtig, heute, und lebt.“
Christus sei Hoffnung und Ermutigung besonders für jene Christen, die heute diskriminiert und verfolgt werden, so der Papst. Er benannte mehrere Länder, in denen die christlichen Gemeinden, und nicht nur sie, einen unsicheren Stand haben, allen voran den Mittleren Osten: Alle ethnischen, kulturellen und religiösen Gemeinschaften jener Region sollten „für das Gemeinwohl und für die Achtung der Menschenrechte zusammenarbeiten“, so der Papst.
„Besonders in Syrien sollte das Blutvergießen enden und unverzüglich der Weg der Achtung, des Dialogs und der Versöhnung eingeschlagen werden, was auch dem Wunsch der Internationalen Gemeinschaft entspricht. Mögen die zahlreichen Flüchtlinge, die aus jenem Land kommen und humanitärer Hilfe bedürfen, die Aufnahme und die Solidarität erfahren, die imstande sind, ihre schmerzlichen Leiden zu mindern.“
Auch der Iran, derzeit in deutschen Medien aufgrund einer Polemik des Literaturnobelpreisträgers günter Grass in den Schlagzeilen, war Gegenstand der päpstlichen Botschaft.
„Der österliche Sieg ermutige das iranische Volk, keine Anstrengung zu scheuen, um auf dem Weg der Stabilität und der Entwicklung voranzuschreiten.“
Israelis und Palästinenser ermutigte der Papst dazu, den Friedensprozeß wieder aufnehmen. Den christlichen Gemeinschaften Afrikas wünschte er, dass sie mit Gottes Hilfe zu „Friedensstiftern“ werden.
„Der auferstandene Jesus stärke die leidenden Bevölkerungen am Horn von Afrika und begünstige ihre Versöhnung; er helfe der Region der ostafrikanischen Seen, dem Sudan und dem Süd-Sudan, indem er den jeweiligen Einwohnern die Kraft zum Verzeihen schenke. Dem Staat Mali, der einen politisch heiklen Moment erlebt, schenke der glorreiche Christus Frieden und Stabilität. Nigeria war in letzter Zeit Schauplatz blutiger terroristischer Überfälle; möge die österliche Freude ihm die nötigen Energien spenden, um den Aufbau einer friedlichen Gesellschaft wieder aufzunehmen, die die Religionsfreiheit ihrer Bürger respektiert.“
Im ersten Teil seiner Osterbotschaft an die Welt schilderte der Papst das Ostergeschehen quasi aus der weiblichen Perspektive.
Für jeden Christen wiederhole sich die Erfahrung, die Maria Magdalena machte, die – als erste – den Auferstandenen sah.
„Das ist es, warum Maria Magdalena Jesus „meine Hoffnung“ nennt: weil er es war, der sie zu neuem Leben erweckte, ihr eine neue Zukunft schenkte, ein gutes Leben, frei vom Bösen. „Christus, meine Hoffnung“ bedeutet, dass all meine Sehnsucht nach dem Guten in ihm eine reale Möglichkeit findet: Mit ihm kann ich hoffen, dass mein Leben gut sei, dass es erfüllt und ewig sei.“
Maria Magdalena habe, so der Papst wörtlich, „wie die anderen Jünger mit ansehen müssen, wie Jesus von den führenden Männern des Volkes abgelehnt wurde, gefangengenommen, gegeißelt, zum Tode verurteilt und gekreuzigt wurde“. Mit dem Tod Jesu schien die Hoffnung aller, die auf ihn vertrauten, zu scheitern. Bis heute müsse die Hoffnung „in dieser Welt unweigerlich mit der Härte des Bösen rechnen“ und mit den „spitzen Stichen von Neid, Hochmut, Lüge und Gewalt“. Jesus habe dieses „tödliche Flechtwerk durchquert“, um uns den Weg in das Reich des Lebens zu bahnen. Gott schien besiegt, schweigend, Finsternis lag über der Welt.
„Aber siehe da, im Morgengrauen des Tages nach dem Sabbat ist das Grab leer. Und dann zeigt sich Jesus der Maria Magdalena, den anderen Frauen und den Jüngern. Da flammt der Glaube wieder auf, lebendiger und stärker denn je, jetzt unbezwingbar.“
(rv 08.04.2012 gs)
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Die komplette Segensformel
Der Wortlaut des Segens Urbi et Orbi – Der Stadt und dem Erdkreis in der Kirchensprache Latein
Sancti Apostoli Petrus et Paulus, de quorum potestate et auctoritate confidimus, ipsi intercedant pro nobis ad Dominum. Amen.
Precibus et meritis beatæ Mariae semper Virginis, beati Michaelis Archangeli, beati Ioannis Baptistæ et sanctorum Apostolorum Petri et Pauli et omnium Sanctorum misereatur vestri omnipotens Deus et dimissis omnibus peccatis vestris, perducat vos Iesus Christus ad vitam æternam. Amen.
Indulgentiam, absolutionem et remissionem omnium peccatorum vestrorum, spatium verae et fructuosae pænitentiæ, cor semper pænitens et emendationem vitae, gratiam et consultationem Sancti Spiritus et finalem perseverantiam in bonis operibus, tribuat vobis omnipotens et misericors Dominus. Amen.
Et benedictio Dei omnipotentis: Patris et Filii et Spiritus Sancti descendat super vos et maneat semper. Amen.
Deutscher Text
Die Heiligen Apostel Petrus und Paulus, auf deren Machtfülle und Autorität wir vertrauen, sie selbst mögen beim Herrn für uns Fürsprache halten. Amen.
Aufgrund der Fürsprache und der Verdienste der seligen allzeit jungfräulichen Mutter Maria, des heiligen Erzengels Michael, des heiligen Johannes des Täufers und der heiligen Apostel Petrus und Paulus und aller Heiligen, erbarme Sich euer der allmächtige Gott und nachdem Er alle eure Sünden vergeben hat, führe euch Jesus Christus zum ewigen Leben. Amen.
Der allmächtige und barmherzige Herr gewähre euch Nachlass, Vergebung und Verzeihung all eurer Sünden, einen Zeitraum echter und fruchtbarer Reue, ein allzeit bußfertiges Herz und Besserung des Lebens, die Gnade und die Tröstung des Heiligen Geistes und die endgültige Ausdauer in den guten Werken. Amen.
Und der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes komme auf euch herab und bleibe bei euch allezeit. Amen.
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Papst Benedikt XVI. erteilt den Ostersegen
(http://www.tagesschau.de/multimedia/bilder/papst1404~_v-banner3x1.jpg)
Feierliche Messe auf dem Petersplatz
Zehntausende erwarten den Segen "Urbi et orbi"
http://tagesschau.vo.llnwd.net/d3/video/2012/0408/TV-20120408-1234-3301.webm.webm (http://tagesschau.vo.llnwd.net/d3/video/2012/0408/TV-20120408-1234-3301.webm.webm)
Zum Höhepunkt der mehrtägigen Osterfeierlichkeiten versammeln sich zur Stunde in Rom Tausende Gläubige, um mit Papst Benedikt XVI. einen Gottesdienst unter freiem Himmel zu feiern.
Im Anschluss fährt Benedikt XVI. nach Castel Gandolfo, um sich von den anstrengenden Ostertagen zu erholen. In acht Tagen feiert der Deutsche Papst seinen 85. Geburtstag.
Urbi et Orbi
Der Segen "Urbi et Orbi" ist einer der bekanntesten Riten der römisch-katholischen Kirche. Die Formel "der Stadt und dem gesamten Erdkreis" geht auf die antiken Römer zurück. Die Kirche fügte sie erstmals im 13. Jahrhundert in das offizielle Ritual ein. Das antike Reichsbewusstsein setzte die Stadt Rom (urbs) mit dem Erdkreis (orbis) gleich.
Heute wird der Segen zu feierlichen Anlässen wie am Ostersonntag, am ersten Weihnachtstag oder nach einer Papstwahl erteilt. Er muss vom Papst als Bischof von Rom und als Oberhaupt der Weltkirche gespendet werden. Mit päpstlicher Erlaubnis können auch Kardinäle, Bischöfe oder Priester den Segen erteilen. Die Zeremonie auf dem Petersplatz ist für alle Gläubigen mit einem besonderen Ablass verbunden. Die Grußbotschaft zu Beginn wird in mehr als 60 Sprachen gesprochen.
Aus: http://www.tagesschau.de/ausland/ostern166.html (http://www.tagesschau.de/ausland/ostern166.html)