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römisch-katholisch => Die Bibel => Thema gestartet von: videre am 08. April 2012, 22:44:22
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Die Emmaus-Jünger
Bibelstellen: Lukas 24 ;ksghtr
Wie verschieden waren doch die Herzenszustände der Jünger am Auferstehungsmorgen. Petrus war gefallen, Thomas war ein Zweifler, Maria Magdalene war untröstlich, und die zwei Jünger auf dem Weg nach Emmaus waren enttäuscht. Außerdem ist es gesegnet, zu sehen, mit welch einem göttlichen Geschick und welch einer vollkommenen Gnade sich der Herr auf die verschiedenen Herzenszustände einstellt. Er hat ein wiederherstellendes Wort für den Gefallenen, ein sanft tadelndes und doch gleichzeitig ermunterndes Wort für den Zweifler, ein tröstendes Wort für die Untröstliche und ein erweckendes Wort, das die Herzen der Enttäuschten berührte und ihre Gewissen erreichte.
Die Emmausjünger
13 Und siehe, zwei von ihnen gingen an demselben Tage in ein Dorf, das war von Jerusalem etwa zwei Wegstunden entfernt; dessen Name ist Emmaus.
14 Und sie redeten miteinander von allen diesen Geschichten.
15 Und es geschah, als sie so redeten und sich miteinander besprachen, da nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen.
16 Aber ihre Augen wurden gehalten, dass sie ihn nicht erkannten.
17 Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Dinge, die ihr miteinander verhandelt unterwegs? Da blieben sie traurig stehen.
18 Und der eine, mit Namen Kleopas, antwortete und sprach zu ihm: Bist du der Einzige unter den Fremden in Jerusalem, der nicht weiß, was in diesen Tagen dort geschehen ist?
19 Und er sprach zu ihnen: Was denn? Sie aber sprachen zu ihm: Das mit Jesus von Nazareth, der ein Prophet war, mächtig in Taten und Worten vor Gott und allem Volk;
20 wie ihn unsre Hohenpriester und Oberen zur Todesstrafe überantwortet und gekreuzigt haben.
21 Wir aber hofften, er sei es, der Israel erlösen werde. Und über das alles ist heute der dritte Tag, dass dies geschehen ist.
22 Auch haben uns erschreckt einige Frauen aus unserer Mitte, die sind früh bei dem Grab gewesen,
23 haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben eine Erscheinung von Engeln gesehen, die sagen, er lebe.
24 Und einige von uns gingen hin zum Grab und fanden's so, wie die Frauen sagten; aber ihn sahen sie nicht.
25 Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren, zu trägen Herzens, all dem zu glauben, was die Propheten geredet haben!
26 Musste nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen?
27 Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm gesagt war.
28 Und sie kamen nahe an das Dorf, wo sie hingingen. Und er stellte sich, als wollte er weitergehen.
29 Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneigt. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben.
30 Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch saß, nahm er das Brot, dankte, brach's und gab's ihnen.
31 Da wurden ihre Augen geöffnet und sie erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen.
32 Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete?
33 Und sie standen auf zu derselben Stunde, kehrten zurück nach Jerusalem und fanden die Elf versammelt und die bei ihnen waren;
34 die sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simon erschienen.
35 Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war und wie er von ihnen erkannt wurde, als er das Brot brach.
(http://kathspace.com/community/file/pic/gallery/651.jpg)
Die zwei nach Emmaus reisenden Jünger können treffend als enttäuschte Gläubige bezeichnet werden. Sie fühlten sich, wie andere Gläubige, zu Jesus hingezogen, von ihrer Not getrieben und von seiner Gnade gezogen. Sie hatten seine mächtigen Taten der Kraft gesehen, seine Worte der Gnade gehört und waren seinem heiligen Weg der Liebe gefolgt. Sie waren überzeugt, dass er der lang ersehnte Messias war, und hatten zuversichtlich darauf gewartet, dass das Joch der Römer gebrochen und Israel mit Macht aus der Hand aller Feinde befreit würde. Aber ach, die Hohenpriester und Schriftgelehrten hatten ihren Messias zu Tode gebracht. Statt seinen Thron als König der Könige einzunehmen, war er an ein Kreuz genagelt worden zwischen zwei Verbrecher. Statt sich seine Feinde zum Fußschemel zu machen, war der Sohn Gottes von ihnen mit Füßen getreten worden. Die ganze Hoffnung der Jünger war damit auf grobe Weise vernichtet worden. Sie waren bitter enttäuschte Gläubige.
Das Ergebnis dieser Enttäuschung wird schnell deutlich. Sie kehrten der kleinen Schar der Gläubigen in Jerusalem den Rücken zu und gingen ohne zu zögern „am gleichen Tag“ nach Hause nach Emmaus. Und als diese zwei unterwegs waren, „überlegten“ sie (Vers 15), und beim Überlegen waren sie „niedergeschlagen“ (Vers 17).
In Glaube und Hoffnung,
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