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Verehrung - Heilige - Biographien => Marienverehrung => Thema gestartet von: videre am 01. Mai 2012, 17:23:57

Titel: 2. Maria im biblischen Offenbarungszeugnis
Beitrag von: videre am 01. Mai 2012, 17:23:57

2. Maria im biblischen Offenbarungszeugnis

1. b. Im Neuen Testament

Das Neue Testament beschreibt die von Gott realisierte Erfüllung aller Prophezeiungen und Vorbilder des AT in Maria. Wir haben einen deutlichen Hinweis auf Maria und ihre große Bedeutung für das Kommen Gottes im Galaterbrief (Gal 4,4): "Als aber die Fülle der Zeit gekommen war, da sandte Gott seinen Sohn, geboren aus einer Frau." Die Frau, die dem ewigen Logos die menschliche Natur miterwirkte und schenkte, wird nicht mit Namen genannt. Der Text bezeugt jedoch, daß der Sohn Gottes in wahrhaft menschlicher Natur zu existieren begonnen hat. Gott wurde gegenwärtig in der menschlichen Geschichte. In diesem konkreten Geschichtszusammenhang nimmt Maria ihre Stelle ein.
In den Evangelien, die in ihrer Gattung die Einheit von Geschichte und Kerygma bezeugen, gibt es vier Gruppen von Aussagen über Maria:
1) In der Kindheit Jesu (bei Mt 1-2; bei Lk 1-2; vgl. Mk 6,3)
2) In der Verkündigung an Maria (Lk 1,26-38)
3) In der Passion (Joh 2,1-11; 19,26f.)
4) In der Ereignissen nach der Auferstehung
Maria ist stets mit dem Heilswerk ihres Sohnes verbunden. Alle Stellen müssen im Lichte der Fülle der Offenbarung gelesen werden. Gott kommt zum Menschen durch eine Frau, die durch die Inanspruchnahme ihrer geschöpflichen Freiheit an dem beteiligt ist, was der Sohn tut, der uns in sein Gegenüber zum Vater, in seine ewige Sohnesrelation, hineinnimmt und uns auf diese Weise die Gotteskindschaft schenkt.
Wenn wir das NT als Ganzes betrachten, dann treten die folgenden Grundzüge Mariens darin hervor:
a. Maria steht durch die Gnade Gottes im Dienst der endzeitlichen Ankunft des Sohnes Gottes, der als Mensch unter uns weilen wollte.
b. Im Neuen Bund ist Maria einfach der Prototyp des neuen Gottesverhältnisses, in das wir als Menschen eintreten können. Dieses Gottesverhältnisses wird durch das wechselseitige Zusammenspiel von Offenbarungswort und Glaube begründet. Maria steht für die Kirche, sie wird zum Leitbild des glaubenden Menschen. Das Gottesvolk des Neuen Bundes ist in ihr vollkommen vorgebildet. Sie ist sein Typus.
c. Maria ist die Mutter Gottes, der aus ihr das Menschsein in einer Weise angenommen hat, die Gott zu Jesu unmittelbarem und alleinursächlichem "Vater" auch dem menschlichen Sein nach macht. Erlösung erscheint als ein Bundesgeschehen zwischen Gott und seinem Volk, und das wird in Maria zuhöchst wirksame Realität. Die Wirksamkeit des Heiligen Geistes ereignet sich in unbegreiflicher Weise niemals ohne uns - nur durch die aktive Bereitschaft Mariens zur Menschwerdung, nur durch die Kirche und ihre Tradition, durch die Sakramente und das Amt, realisiert sich die Heilsgnade. Gott liebt den Menschen so, daß er es liebt, durch den Menschen zum Menschen zu kommen. Darum will er Maria als Mittlerin seines Sohnes, der unser Heil und Gottes Gnade für uns ist.
d. In dem Zeugnis von der jungfräulichen Gottesmutterschaft haben wir die biblische Fundamentalaussage über Maria. Sie ist die Basis aller Marienverehrung.

Auszug aus:

http://stjosef.at/dokumente/maria_stickelbroeck.htm (http://stjosef.at/dokumente/maria_stickelbroeck.htm)

(http://img.fotocommunity.com/photos/13947544.jpg)


Wallfahrtskirche Birnau am Bodensee