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Allgemeines => Neues & Wissenswertes => Thema gestartet von: amos am 01. Mai 2012, 17:34:45
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AUFBRÜCHE
Glaubenszeuginnen im Arbeitsalltag
Die Kirche in Deutschland steht in einem Übergangsprozess. Doch wer einmal die vielen Klagen darüber beiseite lässt, entdeckt spannende Aufbrüche.
Während an vielen Orten Gemeinden fusionieren, Ordensgemeinschaften Niederlassungen aufgeben, gibt es hin und wieder doch Neuanfänge.
Im Bistum Osnabrück eröffneten vor einigen Jahren Mauritzer Franziskanerinnen eine Ordensniederlassung am ehemaligen Konzentrationslager Esterwegen. In Kevelaer im Bistum Münster hat sich die französische Ordensgemeinschaft "Vom Lamm" niedergelassen - Schwestern, die in radikaler Armut leben und bei Betteltouren für den Lebensunterhalt von Gott erzählen.
Nun Hamburg. Die Schwestern der Gemeinschaft "La Xaviére" haben ein spannendes Lebensmodell: Sie verdienen ihren Lebensunterhalt in meist weltlichen Berufen in weltlichen Firmen. Anders als im Klosterbetrieb wird hier keine Rücksicht genommen auf geistliches Leben. Das hat Folgen für das Leben der Gemeinschaft: Die Zeit für das Morgengebet etwa richtet sich danach, wann die erste Schwester zur Arbeit muss. Das Stundengebet im Laufe des Tages, der tägliche Gottesdienst - diese Zeiten müssen die Schwestern in ihren Arbeitsaltag als Lehrerinnen, Alten- oder Krankenpfegerinnen, Ingenieurinnen oder Bankangestellte einbauen.
Menschen, die ihr Leben ganz Gott widmen und anderen Menschen am Arbeitsplatz begegnen.
Eine große Chance, dem Glauben Gesicht zu geben, ihn weiterzutragen. Nur so können wir in Zukunft unseren Glauben in der Welt zur Geltung bringen.
Ulrich Waschki, Chefredakteur Kirchenbote Osnabrück