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Christsein - Mystik - Gaben, Charismen, Früchte. => Christsein im Alltag => Thema gestartet von: Hemma am 05. Mai 2012, 23:28:10
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Aus dem Fastenhirtenbrief 2012 von Erzbischof Dr. Werner Thissen:
"Ich finde es wichtig, auch diese Versuchung wahrzunehmen. Nämlich die Versuchung, anderen den guten Willen oder die wohlüberlegte Meinung abzusprechen. Die Versuchung, Sündenböcke zu suchen oder anderen falsche Absichten oder Vorurteile zu unterstellen.
Wir müssen und können gar nicht in allen Fragen einer Meinung sein. Aber wir müssen und können mit Wertschätzung aufeinander hören und gegenteilige Meinungen ebenso sorgsam erwägen wie unsere eigenen . Eine solche Streitkultur hilft weiter. Dann dürfen wir darauf vertrauen, dass der heilige Geist in unseren Diskussionen nicht außen vor bleibt. Der Geist Gottes ist der Geist der Einheit. Diese Einheit betrifft sowohl unser Erzbistum als auch die Weltkirche.
Erster Diener dieser Einheit ist unser Papst Benedikt. Seinem Bemühen, verlorengegangene Einheit wieder zu erlangen und neue Spaltung zu verhindern, wissen wir uns verpflichtet."
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Liebe Hemma,
Du hast recht mit deiner Aussage und wir sollen unsere Nächsten auch lieben, doch hier wird die Nächstenliebe schon manchmal überstrapaziert. Was ich nicht verstehe ist, warum jemand der hier ins Forum kommt und vorgibt an der katholischen Lehre interessiert zu sein, dann versucht für einen anderen Glauben Werbung zu machen und uns dazu bringt, dass wir uns immer wieder mit anderen Glaubenslehren auseinandersetzen müssen. Es werden nicht etwa Fragen gestellt was den Glauben betrifft, sondern erst werden Mißstände in der RKK aufgezeigt und dazu sollen wir unser Urteil sprechen. Was wäre wohl, wenn wir das in deren Foren machen würden?
So abgeklärt bin ich nicht, dass mich das nicht aus der Ruhe bringt. Irgendwo sollte auch ein Katholik Grenzen ziehen dürfen.
Deine Ruhe ist bewundernswert!
alles Liebe
velvet
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Hallo ihr Lieben,
nach einer sehr langen Bannzeit bin ich nun wieder da.
Das habe ich dem Admin zu verdanken.
Ein herzlichen Vergelt`s Gott dafür.
Ich glaube dieses Thema ist wirklich sehr wichtig.
Denn selbst Jesus hatte ja ständig seine liebe Not mit Leuten, die meinten alles besser zu wissen, wie Gottes Sohn.
Oder sagen wir besser: sie waren die Ältesten und die Glaubenslehrer und hatten somit auch das eindeutige Recht ihn zu prüfen
Doch denken wir nicht oft ganz falsch, wenn wir meinen, der Status, den uns das Recht in dieser Welt gibt, würde auch Gott gefallen?
Würde es Gott gefallen, wie wir diese Position anwenden?
Jesus sagte zu Pilatus:"Du hättest keine Macht, wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre" (Joh 19,11)
http://www.passionisten.de/downloads/passion_johannes.pdf (http://www.passionisten.de/downloads/passion_johannes.pdf)
Überlegen wir einmal, weviele menschen in der geschichte er Menschheit wirlich aus Gottes Willen an ihrer Position waren?
Was haben sie aus dieser Position gemaht?
Sehr viele menschen wären wohl nie an die mcht gekommen, wenn sie dazu Gottes Willen engewendet hätten. Wir müssen dazu nur das leben der heiligen heranziehen.
Welcher davon hatte macht und wie hat er seine Position in der welt angewendet?
Ich nehme dazu eine geschichte, wie nachweislich historisch echt ist
http://de.wikipedia.org/wiki/Jeanne_d%E2%80%99Arc (http://de.wikipedia.org/wiki/Jeanne_d%E2%80%99Arc)
Was hat in dieser Begebheit der Dauphin, welcher wirklich aus Gottes Willen zur Macht kam aus dieser Position gemacht?
Ich denke deshalb, die wichtigste Aufgabe von uns Christen ist immer zu bedenken, ob unsere Absichten Gottes Willen entsprechen und vor allem, welche Folgen sie für den Mitmenschen haben.
Können wir beides guten Gewissens positiv beantworten, sind wir auf dem besten Weg und tun den Willen Gottes.
Liebe Grüße eure E.
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Ich finde, wenn es der Wunsch der Katholischen Kirche ist, gegenteilige Meinungen ebenso sorgsam zu erwägen wie unsere eigenen, dann sollten wir dem auch in diesem Forum gerecht werden. Dann dürfen wir darauf vertrauen, dass der heilige Geist in unseren Diskussionen nicht außen vor bleibt.
Wenn jemand die Meinung eines anderen nicht versteht, heißt das ja nicht, dass sie falsch ist. Dann ist Klärungsbedarf gegeben und dieser sollte voll erfüllt werden.
Die Nächstenliebe gebietet, die Meinung eines anderen gelten zu lassen. Sie gebietet aber nicht, mit jedem einer Meinung zu sein. Paulus schreibt in Römer 12,9: "Eure Liebe soll aufrichtig sein. Und wie ihr das Böse hassen müsst, sollt ihr das Gute lieben." Es gilt also herauszufinden, was gut bzw. wahr ist und was nicht. Und von letzterem soll man sich dann distanzieren.
Jesus gebietet, nicht mit gleicher Münze heimzuzahlen. Das ist nicht immer leicht, vor allem nicht, wenn es persönlich wird (Beleidigungen, Verleumdungen). Aber wenn es um die Meinung geht, dann sollten wir uns vom Heiligen Geist leiten lassen. Gott hat König David sogar seinen indirekten Mord an dem Mann seiner Geliebten verziehen. Wieviel mehr sollen wir dann denen vergeben, die sich uns gegenüber lediglich durch eine andere Meinung "falsch verhalten"?
Grenzen überwinden, wo künstlich Grenzen gezogen werden- das ist die Aufgabe eines Christen. Ich erinnere dabei an die friedlichen Montagsdemonstrationen in der ehem. DDR (Leipzig), die auf Friedensgebete in der Nikolaikirche folgten und ab dem 16. Oktober 1989 mehrmals über 100.000 Menschen auf die Straße lockte! Sie waren Mitauslöser für den Fall der Mauer und die Wiedervereinigung in Deutschland.