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Allgemeine Diskussionen => Allgemeine Diskussionen => Thema gestartet von: videre am 14. Mai 2012, 09:15:43

Titel: Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: videre am 14. Mai 2012, 09:15:43
Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?

Im 21. Jahrhundert, dem Zeitalter des technischen Fortschritts und der sich rasant fortentwickelnden Wissenschaften, hat eine besondere Art und Weise des Denkens die Köpfe der Menschen übernommen:


Es ist hier die Rede von der „rationellen“ Denkweise. Gehörten Menschen, welche in den letzten Jahrhunderten bzw. Jahrtausenden lebten, und nicht an einen Gott glaubten noch zur Randerscheinungen der Gesellschaft, so erfährt die Leugnung Gottes heutzutage einen umso größeren Aufschwung.

 Obwohl der Rationalismus in viele unterschiedliche Strömungen geteilt werden kann (unter denen sich auch für einen Christen vertretbare Postionen finden), gilt die „ratio“ mit ihrem großen Dogma der „Vernunft“ als der heutige Maßstab des „modernen“ Menschen.
Auch die von Papst Benedikt XVI. angesprochene „Diktatur des Relativismus“ soll hier betrachtet werden.

Da wir es heute mit einer großen Masse von naturwissenschaftlichen Gegenpositionen zu tun haben (Darwinismus etc.), soll hier eine kleine Betrachtung der Frage folgen, ob Naturwissenschaften überhaupt geeignet sind über die Gottesfrage Auskunft zu erteilen.
Die epistemische Autorität
Zur nachfolgenden – sehr vereinfachten - Betrachtung benötigen Sie die Kenntnis des Begriffs der sogenannten epistemischen Autorität. Eine epistemische Autorität ist ein Mensch, der in einem gewissen Gebiet ein vollständigeres, tiefergehendes und kompetenteres Wissen als wir selbst aufweist. Auf Grund der größeren Kompetenz des Gegenübers nehmen wir seine Aussagen als wahrscheinlicher als unsere eigenen an.

Als einfaches Beispiel: Wenn wir krank sind, begeben wir uns im Regelfall zum Arzt. Auf Grund seiner größeren und überlegenen Kenntnis in der Medizin und seiner Kompetenzen nehmen wir sein Urteil als wahrscheinlicher als unser eigenes an. Genauso verhält es sich zwischen einem Fahrschüler und dessen Fahrlehrer oder zwischen einem Piloten und den Passagieren. All dies sind epistemische Autoritäten für den weniger Erfahrenen.
Epistemische Autoritäten - (Un)vernünftig?
Nun wäre die Annahme einer solchen Autorität ohne jegliche Begründung irrational und unvernünftig. Gemäß den Grundregeln der Moral soll ein Mensch immer vernünftig handeln. Deshalb wäre solch eine unbegründete Annahme ausdrücklich zu verwerfen. Der wohl vernünftigere Weg besteht wohl daran, solch eine Autorität mit einer entsprechenden Begründung anzunehmen. Doch genau hier bildet sich bereits der erste Gegensatz heraus: in den Augen vieler Rationalisten sind die ratio, also die Vernunft, und der Begriff der Autorität Gegensätze, die sich von vornherein ausschließen würden. Entweder soll man die Vernunft gebrauchen, oder blind einer Autorität gehorchen. Beides ist zumeist undenkbar für den Rationalisten. Der Fehlschluss aus dieser Annahme wäre aber nun, dass alle Menschen, die eine epistemische Autorität anerkennen, unvernünftig handeln würden. Doch wie wir oben gezeigt haben, bedient sich jeder Mensch im Alltag dieser Autoritäten und bringt ihnen Vertrauen entgegen: sei es dem Piloten, dem Automechaniker, dem Arzt, dem Lehrer o.ä.

Gerade in unserer hochtechnologisierten Zeit sind wir tagtäglich mit der Erfahrung konfrontiert, dass unser Wissen so hochspezialisiert worden ist, dass wir unmöglich alles direkt erkennen und einsehen können. Sei es beim Computer, beim Auto, bei den Naturwissenschaften etc.: Haben wir uns nicht selbst derartig in eine Materie eingearbeitet, dass wir sie von vorn bis hinten durchblicken (und selbst zu epistemischen Autoritäten werden), sind wir auf die Meinungen anderer Menschen angewiesen; welche dann wiederum für uns zu epistemischen Autoritäten werden. Wir müssen uns also auf die Aussagen anderer Menschen stützen, die kompetenter sind als wir. Dies gilt sowohl für das Alltagsleben, wie auch für die Wissenschaft. Jeder Wissenschaftler, der in einem Gebiet forscht, stützt sich auf Unmengen anderer Aussagen, die Menschen vor ihm getroffen haben. Die Wissenschaft ist somit nicht in der Lage, sich selbst von dieser Autorität zu befreien, da sie – genau wie das Alltagsleben – dieser stets und ständig unterliegt. Einen Unterschied, den man zwischen Alltagsleben und Wissenschaft nennen könnte, ist sicherlich, dass die Wissenschaft alles genauer und intensiver durchprüft. Letztlich stützt aber auch sie sich immer auf Autorität.
Die Wertsätze
Nun müssen wir uns noch einem zweiten Element zuwenden, nämlich jenem der so genannten „Wertsätze“. Was sind also diese Wertsätze? Ein Wertsatz ist ein Satz, der eine Wertung beinhaltet. So ist der Satz: „Die Marienstatue ist schön“ gewiss ein solcher. Ebenso: „Es ist dämonisch, dass jährlich 45 Millionen Kinder abgetrieben werden.“ Von Bedeutung ist, dass sich aus diesen Wertungen auch logische Weisungen ergeben: Wenn eine Marienstatue schön ist, folgt daraus, dass ich nicht möchte, dass sie zerstört wird. Im zweiten Fall könnte daraus folgen, dass ich mir eine Bestrafung der Verantwortlichen und ein Vorgehen gegen dieses Unrecht wünsche. Die Beispielsätze sind also Wertsätze, welche die Grundlage für Weisungen bilden. Weisungen sind eine logische Folge von jeglicher Art der Autorität.

Wenn ich einem kunstbegeistertem Freund ein Bild eines Meisterwerkes schicken möchte, aber selbst keine Ahnung von Kunst habe, werde ich einen Rat von kompetenteren Menschen suchen. Vielleicht gehe ich zu einem Kenner und lasse mich beraten. Ebenso ist es denkbar, dass ich moralischen Rat bei einem Menschen suche, von dem ich annehme, dass er moralisch höher stehend ist, als ich es selbst bin. Es ist also denkbar, dass es epistemische Autoritäten auf dem Gebiet der Wertsätze geben kann.
Der Rationalismus
Nach dem Verständnis des Rationalismus gibt es keine epistemischen Autoritäten. Sie vertreten nicht etwa die These, dass gegebene epistemische Autoritäten nicht anerkannt werden sollen, sondern schließen ihre Existenz aus. Vertreter dieser Geistesströmung akzeptieren kein vorhandenes Wissen, ohne es selbst bis in das letzte Detail nachvollzogen und untersucht zu haben. Das diese radikale Form des Rationalismus grundsätzlich falsch und definitiv nicht lebbar ist, braucht hier nicht weiter erörtert zu werden, da im Verlauf gezeigt wurde, dass wir uns tagtäglich in Alltag und Wissenschaft dieser bedienen; ja zum Teil sogar selbst in einem Gebiet zu diesen epistemischen Autoritäten werden.

Was also existieren kann, ist ein Rationalismus mit Einschränkungen. Eine durchaus logische Form des Rationalismus ist der so genannte Schlussrationalismus. Dieser besagt, dass man eine epistemische Autorität nur durch einen begründeten Schluss anerkennt. Diese Art des Rationalismus sollte für jeden Menschen tragbar und lebbar sein, ja sie ist die vernüfntige Form eines gesunden Rationalismus. Eine Unterart dieser Art des logischen Rationalismus, die sehr weit verbreitet ist, schränkt die Klasse der möglichen Autoritäten auf jene der Wissenschaftler ein. Diese Form nennt man szientistischen Rationalismus (science = engl. für Wissenschaft). Nun gibt es Menschen, die ausschließlich den Naturwissenschaftlern diese Autorität zusprechen (naturalistischer Rationalismus) und wiederum andere, welche diese nur Wissenschaftlern einer bestimmten Gruppe zugestehen; zum Beispiel jener der Biologen. Wir sehen also, dass mit dem Begriff des Rationalismus eine Vielzahl von Lehren und geistigen Strömungen bezeichnet werden.
Egalitarismus - weit verbreitet, doch logisch falsch
Ein weit verbreites Phänomen unserer heutigen westlichen Gesellschaft ist jenes des so genannten „epistemischen Egalitarismus“. Menschen, die dieser Strömung angehören, gehen davon aus, dass alle Menschen in ihrem Wissen gleich seien und niemand etwas besser wissen könne als die anderen („Wie kommt der dazu mir sagen zu wollen, was ich zu tun habe?“). Würde dies der Wahrheit entsprechen, folgt daraus natürlich, dass es keine epistemischen Autoritäten geben könnte. Da wir aber gesehen haben, dass es derer viele gibt, ist der Egalitarismus falsch.

Erschreckend ist zu sehen, wie leicht Menschen anscheinend logisch falsche Sätze anerkennen. Wir Menschen sind weder physisch, psychisch, weltanschaulich noch moralisch gleich, weder im Wissen noch in der Erkenntnis. Gerade jene Menschen, welche allein den Naturwissenschaftlern die alleinige Autorität zugestehen (ohne direkt von ihr zu sprechen), belegen dadurch indirekt, dass die Menschen in ihrem Wissen eben nicht gleich sind.
Die Naturwissenschaft und ihre Kompetenz
Sehr wichtig ist hierbei zu betrachten, dass die Wissenschaftler sehr wohl epistemische Autoritäten besitzen: Nämlich in ihrem jeweiligen Gebiet. Der Biologe besitzt sie zum Beispiel im Gebiet der Insektenforschung oder der Chemiker beispielsweise im Gebiet der Medikamente. In anderen Gebieten entschwindet diese Autorität jedoch dahin. Es ist also undenkbar, dass die epistemische Autorität auf einem Gebiet dieselbe in einem anderen Gebiet begründet. Bloß weil der Chemiker in seinem Gebiet diese spezifische Autorität inne hat, heißt dass noch lange nicht, dass er sie im Gebiet des Autobaus inne hat. Aus genau diesem Grund ist der Rationalismus, der die epistemische Autorität nur für eine Naturwissenschaft gestattet, als falsch abzulehnen. Nun sieht es in der alltäglichen Praxis jedoch so aus, dass gerade die Verfechter der verschiedenen bewusst gottesleugnerischen Wissenschaftstheorien diese Autorität von der Wissenschaft auf religiöse Fragen übertragen wollen.
Nun hat es die Naturwissenschaft aber an sich, niemals den Anspruch zu erheben Wertsätze zu bestimmen; sie ist von ihrer Natur aus wertfrei und objektiv. Wertsätze gehören schlicht und ergreifend nicht zu ihrem Gebiet. Die Medizin kann uns zum Beispiel sagen, was geschehen wird, wenn wir eine Abtreibung vornehmen. Ob dieses Geschehen nun zulässig oder unzulässig ist, liegt außerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches und würde ihre Kompetenzen überschreiten. Man kann also daraus schlussfolgern, dass kein Wissenschaftler als solcher eine Autorität im Gebiet der Wertsätze ist oder in diesem sein kann.

Das Selbe gilt für theologische, philosophische, religiöse oder weltanschauliche Fragen. Ein Biologe kann uns sagen, dass wir eines Tages sterben müssen. Ob unser Leben angesichts dieser Tatsache noch einen Sinn macht, liegt jedoch absolut außerhalb seiner Kompetenz. So liegen auch die echten religiösen Fragen außerhalb der wissenschaftlichen Kompetenz. Viele Philosophen sind und waren der Ansicht, dass die Annahme des Gottesbegriffes für eine konsequente und rationelle Denkensweise notwendig ist. Wie dieser Gott jedoch beschaffen ist, ob dies überhaupt stimmt und alle Fragen diesbezüglich können von den Naturwissenschaften von der Natur ihres eigenen Wesens nicht beantwortet werden.
Logische Schlussfolgerung
So lässt sich endlich schlussfolgern, dass jede rein auf die Naturwissenschaft aufgebaute Aussage über echte religiöse Fragen einer maßlosen Überschreitungen der eigenen Kompetenzen; ja sogar einem schweren Missbrauch der ihnen eigenen Gebietsautorität gleichkommt. Sicherlich ist es denkbar, fehlerhafte religiöse Sichtweisen auf die rein-materielle Welt zu widerlegen, für echte religiöse, also geistige Fragen, kann die Wissenschaft nur Hinführer, niemals aber Autorität sein. Nicht ohne Grund trennt man Geisteswissenschaften von Naturwissenschaften. Gott ist reiner Geist - und Menschen bestehen aus Materie + Geist. Es ist somit faktisch unmöglich die gesamte materiell-geistige Schöpfung mit Wissenschaften erklären zu wollen, die sich von ihrer "Natur" her (Natur-wissenschaften) rein auf die Materie stützen. Wer nur die Materie betrachtet fängt zu spät an zu denken und hört zu früh  damit auf. Er wird der gesamten Schöpfungsexistenz nicht gerecht. Schon Aristoteles, ein antikes Allround-Genie, Philosoph, Geistes- und Naturwissenschaftler kam vor Jahrhunderten in der Betrachtung der damals herrschenden Meinung von der Ewigkeit der Materie auf den Schluss, dass es einen ersten "unbewegten Beweger" geben muss, da sonst die Vorkommnisse in der Natur nicht zu erklären seien. Wir können also endlich schlussfolgern:
Eine rein auf die Naturwissenschaften gegründete Weltansicht ist von ihrer eigenen Natur her nicht in der Lage auf religiöse, ethische und moralische Fragen zu antworten. Der szientistische Rationalismus ist falsch und kann von keinem wahrhaft suchenden und logisch denkenden Menschen als wahr angenommen werden.
Wissenschaft und Theologie ergänzen und bedingen einander
Aus den oben genannten Gründen wird ersichtlich, warum die Wissenschaften in der Antike so geblüht haben und zu hervorragenden Resultaten gekommen sind: Sie haben zusammengearbeitet - und nicht gegeneinander. Jede einzelne Wissenschaft beschäftigte sich mit einem einzelnen Gebiet - wohlwissend, wo ihre Grenzen liegen.
Wenn es Gott wirklich gibt und er der Urheber der gesamten Schöpfung ist, dann wird es nicht möglich sein ihn mit wissenschaftlichen Entdeckungen zu "widerlegen" - man wird ihn als letzten Urgrund anerkennen müssen, da er am Ende und Anfang aller wissenschaftlichen Betrachtungen steht. Sonst müsste man ihn mit seinen eigenen Werken widerlegen: Die Brötchen müssten dazu dienen, die nicht-Existenz des Bäckers zu beweisen. Interessanterweise kommen Wissenschaftler im modernen Fortgang mehr und mehr an ihre Erklärungsgrenzen und bejahen, dass ihre Entdeckungen mehr und mehr auf das Eingreifen einer übergeordneten Intelligenz schließen lassen. Die Frage nach der Herkunft und Entstehung der in sich perfekten und komplexen Systeme dieses Erdballs; die Entdeckung von Naturgesetzen, welche schon aus sich heraus die Frage nach einer Intelligenz hinter dem Ganzen stellen; und vor allem die immerwährende Frage nach dem letzten Urgrund alles Geschaffenen bringen Wissenschaftler dazu, nicht mehr an einem Eingreifen Gottes vorbeizukommen.
Das wohl bekannteste Beispiel ist jenes des Quantenphysikers Anton Zeilingers, der mit einem kleinen Interview in der wissenschaftlichen Welt eine Menge Wirbel verursachte. Dass hier kein Laie spricht, bezeichnen die Unmengen an wissenschaftlichen Auszeichnungen, die er im Laufe seines Wirkens erhielt: Zeilinger ist „Österreichischer Wissenschaftler des Jahres“, erhielt den Wissenschaftspreis der Stadt Wien, das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst, die Isaac-Newton-Medaille des renommierten Institute of Physics, das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien, den Alexander von Humboldt-Forschungspreis, den „World Future Award“, den „King Faisal International Prize“, die Lorenz-Oken-Medaille der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte, den „Erwin Wenzl - Preis“ und die Ehrendoktortitel der Humboldt-Universität zu Berlin und der Uniwersytet Gdański.
Wo sehen Sie Lücken im Weltbild der Biologie?
Zeilinger: Für die Mutation, die spontane Änderung der Erbinformation verwenden auch Biologen das Wort Zufall – und geben damit zu, dass hier etwas ist, das man nicht immer im Detail erklären kann. In dem Moment, wo quantenmechanische Prozesse eine Rolle spielen – und das ist sicher bei einigen Mutationen der Fall –, heißt das, dass im Prinzip keine kausale Erklärung möglich ist. Also darf ich als Biologe nicht behaupten, dass ich alles erklären kann. Das heißt nicht, dass ich gezwungen werde, eine Intervention Gottes anzunehmen. Das heißt aber, dass ich es nicht ausschließen kann. Das wäre unseriös. Und wenn ein Theologe kommt und sagt, er sieht da eine gewisse Chance für ein Eingreifen Gottes, dann muss ich sagen: Das kann ich nicht widerlegen. Das ist natürlich eine Glaubensfrage. Wie es so schön heißt: „The Lord loves to hide.“
Bietet der quantenmechanische Zufall also eine Luke für Theologie?
Zeilinger: Man muss zwei Fragen unterscheiden. Die eine ist: Kann man sich einen Gott vorstellen, der am Anfang des Universums steht, sei es über Naturgesetze oder Anfangsbedingungen? Das kann man als Naturwissenschaftler nie widerlegen und als Theologe nie beweisen. Die zweite Frage ist: Kann es einen Gott geben, der nach wie vor in die Welt eingreift, was ja für viele Religionen eine zentrale Annahme ist? Und wie könnte das stattfinden, ohne den Naturgesetzen zu widersprechen? Da ist das Einzelereignis in der Quantenphysik sicher eine Möglichkeit. Ich möchte nicht sagen: Dort ist es. Aber dort muss der Naturwissenschaftler sagen: Hier sind Grenzen meiner Erklärungsmöglichkeiten.
Wieso sind heute Physiker eher bereit als Biologen, von den Grenzen der Naturwissenschaft zu sprechen?
Zeilinger: Wie war es denn mit der Physik im 19.Jahrhundert? Erinnern wir uns an die Antwort von La Place auf die Frage nach Gott: „Diese Hypothese benötige ich nicht.“ So geht es den Biologen vielleicht heute: Sie brauchen das noch nicht. Sie können noch alles wunderschön in einem kausalen, materialistischen Bild durchziehen. Die sind noch nicht so weit. Die kommen noch drauf, dass man nicht alles beantworten kann. Ich habe einmal in einem Vortrag gesagt, dass das Kausalgesetz in der Quantenphysik durchbrochen wird. Da ist dann ein Biologe zu mir gekommen und hat gesagt: „Das kann man doch nicht machen! Wir versuchen seit 1900, die Biologie der Physik nachzubauen. Jetzt kommen die Physiker und ziehen uns den Teppich unter den Füßen weg!“ – Natürlich ist das Forschungsprogramm der Biologie sehr erfolgreich. Man muss es sicher durchziehen, bis man ansteht. Aber dass man eines Tages anstehen wird, ist für mich ziemlich klar.
Und rein logisch betrachtet: Müsste nicht in jedem einzelnen Wissenschaftler bei jeder immer neuen Entdeckung, bei den hochgradig komplexen Lebewesen, Systemen, Mikrokosmen usw., die sie noch dazu besser verstehen als es jeder Laie tut, die Frage nach der Herkunft dieser wunderbaren Dinge aufkommen? Müsste nicht die Tatsache, dass man sich als Mensch vor solch einem riesigen Wunder befindet, das man es erst nach und nach entdecken und aufschlüsseln kann, endlich die Köpfe zum rattern bringen? Wissenschaft ist etwas Wunderbares, die Neugier der Menschen etwas gottgegebenes. Indem wir unsere Umwelt immer mehr untersuchen und nachvollziehen suchen, kommen wir mehr und mehr hinter diese riesige Genialität, die hinter dieser einzigartigen Gottesschöpfung stecken muss. Zuerst war die Schöpfung, und nun kommen wir - nicht umgekehrt. Wir sind nicht die Urheber, auch wenn wir inzwischen vieles davon verstehen. Wir sind Tag für Tag in eine perfekt funktionierende - und noch dazu wunderschöne - Welt gesetzt, die in allem was sich in ihr tut den Fingerabdruck der göttlichen Schöpfungsmacht trägt. Als Teil dieser wunderbaren Welt - und verstehen wir sie noch so gut - steht es uns nicht zu, uns über die Welt zu erheben und uns anzumaßen, den Urheber dieses riesigen Wunders ausblenden zu wollen. Viele berühmte Menschen sind gerade durch die Wissenschaften zum Glauben an einen Urheber - einen Schöpfergott - gelangt, da die Wissenschaft nichts anderes tut, als mit jeder neuen Entdeckung die Allmacht Gottes zu verherrlichen, so wie es Forscher tun, die sich der Existenz Gottes bewusst sind. Schauen Sie hier für die Aussprüche berühmter gläubiger Wissenschaftler!
Wissenschaft und Glaube können sich nicht ausschließen, denn es wird und kann niemals gelingen, dass der Urheber dieses Schöpfungswunders Kosmos, in dem wir uns alle befinden, widerlegt werden kann. Die Wirkungsallmacht der Herrn steht vor unser aller Nase - und jeder, der nur einmal den Flügel eines Schmetterlings oder einen Sonnenuntergang mit offenem Herzen miterlebt hat, wird tief in seinem Herzen die Wahrheit von Gottes Schöpfung erspüren. Der Mensch und der Kosmos sind keine Produkte des Zufalls. Sie sind tiefsinnig erschaffene und zielgerichtete Produkte eines liebenden Gottes. Sollte die Wissenschaft recht haben, wäre "jeder Mensch mit seinem bisschen Gewebe und Wasser ca. 80 Cent wert, bei steigenden Wasserpreisen vielleicht ein wenig mehr" (Manfred Lütz). Tief im Innern spürt ein jeder Mensch jedoch, dass er mehr wert und Teil eines großen Plans ist, der weit über das bloß-Materielle einer gottlosen Wissenschaft hinaus geht. Eine Ausblendung Gottes aus dem Leben der Menschen wird seinem inneren Anspruch und seiner gotteingegebene Sehnsucht nach dem vollendeten, letzten, ganz erfüllenden Ziel nicht gerecht. Die Menschen werden sich dieser Realität stellen müssen, ob sie es wollen oder nicht. Allein mit beiden Dimensionen, die im Menschen vereint sind - der materiellen und geistlichen Wirklichkeiten -, also der Natur- und Geisteswissenschaften im Verbund, kann eine allumfassende Beschäftigung mit unserer Welt gegeben sein. Durch das sture Ausblenden der geistigen Realitäten wird der Mensch auf ein wertloses Objekt reduziert, dass letztlich keinen Wert und keine Moral nötig hat. Das tiefsinnige Leben eines jeden Menschen, mit seinen spezifischen Aufgaben und seinem letzten Ziel in Gott, wird ver- und missachtet, so dass der Mensch dem als Ziel hinterherjagt, was eigentlich nur ein Mittel zum Zweck sein soll: Er macht das Vergängliche zum Mittelpunkt, obwohl die Ewigkeit des jenseitigen Lebens das eigentliche Ziel ist.
Machen wir die Augen auf, öffnen wir uns für alle Realitäten dieser Welt! Und dazu gehört Gott - wie durch so viele Menschen beispielhaft bestätigt - als allumfassender Grund mehr als jede andere. Was nützt die große Erkenntnis über die Funktionen des Lebens, wenn ich nicht weiß welchen Sinn mein Leben hat? Was nützt das Wissen vom Anfang des Lebens, wenn ich mich doch nicht aufs Ende besinne? Was nützt alles Wissen, wenn ich doch das wichtigste Wissen um die Ewigkeit und die damit verbunden Verpflichtungen nicht habe? Was einzig im Tod bleiben wird, werden die geistigen Schätze sein: das Leben für Gott, das Streben nach guten Werken, die Entfaltung der Liebe und das Eifern für Gottes Interessen. Zu diesen erhabensten aller Ziele kann die Wissenschaft ein dienliches Instrument sein. Doch wenn dieses Instrument als Waffe gegen die Wahrheit eingesetzt wird, um Menschen von ihrer ewigen Bestimmung abzulenken und den Menschen sowie das Leben zu entwerten, dann macht man nicht nur den Bock zum Gärtner, sondern lädt in seiner Blindheit eine Schuld auf sich, die mit dem Hören auf die Stimme des Herzens, dem Schauen auf den Fingerabdruck Gottes in der Schöpfung und einer gesunden Demut vermieden werden kann - und zu einem wirklich wahrhaftigen, nämlich der Wahrheit gewidmeten, Leben führt, in welchem man sein Leben nicht verlebt, sondern bewusst ausreizt bis zum Letzten: Nämlich in der tiefen Gewissheit, dass es letztlich darum geht, was der Katechismus so schön fomuliert:
Gott zu erkennen, ihn zu lieben, ihm zu dienen und dadurch in den Himmel zu kommen.
 
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Physiker: Größe des Universums lässt Größe Gottes erahnen
Rehe (kath.net/idea)
"Je mehr wir von der Natur entdecken, desto größer wird Gott." Diese Ansicht vertrat der Physikprofessor Thomas Schimmel (Karlsruhe) auf der Hauptkonferenz der Studiengemeinschaft Wort und Wissen, die vom 3. bis 6. Juni 2010 in Rehe (Westerwald) stattfand. Nach seinen Worten sind die bis ins kleinste Detail abgestimmten Gesetzmäßigkeiten in der Natur ein Hinweis auf das Wirken eines Schöpfers. Der britische Physiker Paul Davies habe diese Feinabstimmung mit der Präzision eines Scharfschützen verglichen, der ein Ziel mit einem Zentimeter Durchmesser am anderen Ende des beobachtbaren Universums treffe.

Schimmel zufolge kann die Wissenschaft die Naturgesetze lediglich verstehen, aber nicht sagen, woher die Spielregeln kommen. Zwar lasse die Größe des Universums die Größe des Schöpfers erahnen, man könne Gott aber nicht mit naturwissenschaftlichen Methoden beweisen. Deshalb dränge sich die Frage auf, wie der Mensch mit seinen begrenzten Erkenntnissen in einem riesigen Universum Gott finden könne. Die Botschaft der Bibel laute: "Nicht wir müssen Gott finden, Gott findet uns." Er habe sich dem Menschen in Jesus Christus zu erkennen gegeben: "Der große Gott kommt in meine kleine Welt." Im Blick auf das Verhältnis von Wissenschaft und Glaube zitierte Schimmel einen "Vater der modernen Physik", Max Planck (1858-1947): "Wissenschaft und Glaube sind keine Gegensätze, sondern sie ergänzen und bedingen einander."

Aus:
http://www.kathwahrheit.de/index.php?option=com_content&view=article&id=259&Itemid=1598 (http://www.kathwahrheit.de/index.php?option=com_content&view=article&id=259&Itemid=1598)
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: velvet am 14. Mai 2012, 13:39:58
http://kath-zdw.ch/forum/index.php?topic=1284.msg9547#msg9547 (http://kath-zdw.ch/forum/index.php?topic=1284.msg9547#msg9547)
http://youtu.be/ZH9ZTq6FAyY (http://youtu.be/ZH9ZTq6FAyY)
http://youtu.be/0qSrxCOUrf0 (http://youtu.be/0qSrxCOUrf0)

hier die Antwort

velvet
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: Jesod am 04. Juni 2012, 17:54:18
Wo, liebe(r) videre, hat die Naturwissenschaft konkret versucht Gott zu widerlegen?

Die Art und Weise wie du die Frage stellst und wie du an die Sache herangehst, zeigt, dass du ein unwissenschaftliches Verständnis von der Wissenschaft hast.
Naturwissenschaft nimmt NIEMALS das Recht für sich heraus ENDGÜLTIGE Antworten geben zu wollen oder gar zu können.
Wissenschaft kann lediglich nur das beschreiben, was erkannt wurde und was an erkennbaren Ursachen feststellbar ist.

Dein Satz:
Zitat
Da wir es heute mit einer großen Masse von naturwissenschaftlichen Gegenpositionen zu tun haben (Darwinismus etc.), soll hier eine kleine Betrachtung der Frage folgen, ob Naturwissenschaften überhaupt geeignet sind über die Gottesfrage Auskunft zu erteilen.
suggeriert mit verschraubter Satzstellung eine wissenschaftliche Untersuchung, ist aber substantiell weniger als dünn!

Wenn du schon von "naturwissenschaftlichen Gegenpositionen" sprichst und dann "Darwinismus etc." angibst, solltest du mindestens EINE Gegenposition zum Darwinismus oder einem dem "etc" entgegengesetzte Position benennen.

Die sich daran anschließende Frage ob Naturwissenschaft über die Gottesfrage Auskunft geben kann wird dir jeder Wissenschaftler eindeutig mit NEIN beantworten.

Wissenschaft zeichnet sich dadurch aus, dass sie zu Phänomene untersucht und versucht heraus zu bekommen, wieso es dazu kommt.
 
Als Kind hat man mir zu dem wunderschönen Sommer-Abendrot erzählt, dass die "Engelchen im Himmel Plätzchen backen" und durch das Glühen des himmlichen Ofens der ganze Abendhimmel diese Farbe annimmt.
 
Für ein Kind mag das eine schöne Erklärung sein, dem nachdenkenden Mensch genügt die Erklärung nicht, weil sie eine Erfindung der Erwachsenen ist, die selbst nicht wissen woher die Rötung des Himmels kommt.

Die Naturwissenschaft erklärt aber das Phänomen, mit den verschiedenen Zweige wie Meteorologie und Physik und "entzaubert" solche Märchen durch nüchterne, nachvollziehbare Vorgänge. 

Dieses simple Beispiel zeigt, wie "Vorstellungen" des Menschen durch nachprüfbare - verifizierbare - Fakten abgeklöst werden.

Das der Mensch die Aussagen der Meteorologie, Physik oder einer beliebig anderen Wissenschaft akzeptiert, deren "Autorität" kommt doch nicht davon, dass sie sich als Autorität darstellen, sondern dadurch, dass die Aussagen der Wissenschaft überall gelten, nachprüfbar, ja sogar berechenbar sind.

Jeder durchschnittliche Computer berechnet dir, wenn er über das entsprechende Programm verfügt,  für jeden beliebigen Ort der Erde die Abenddämmerungswerte mit und ohne "Abendrot", nicht weil er die Autorität hat, sondern weil solche Daten verfügbar und berechenbar sind.

Deine Aussage, dass sich die Wissenschaft auf die eigene Autorität berufen würde ist falsch.

Wissenschaft sagt, auch wenn sie es nicht immer explizit formuliert:
Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand - "entsteht Abendrot durch die Wechselwirkung von Lichtbrechung der Sonnenstrahlen, Staubgehalt der Luft, Zusammensetzung der Atmosphäre am Beobachtungsort usw.usw. usw. ..... .

Der "derzeitige Erkenntnisstand" bedeutet, dass es immer wieder Faktoren geben kann, die die Einsicht von gestern korrigiert.

Es gibt einige gesicherte Erkenntnisse -so dass Gegenstände wenn man sie fallen lässt nach einer mathematischen Formel in einer bestimmten Geschwindigkeit zur Erde fallen, aber auch da hat man schon Unterschiede festgestellt und sucht jetzt nach Gründen.

Theologie - die Lehre von Gott - ist da völlig anders!

Niemand kann Gott beweisen! Ich weiß, dass jetzt ein Aufschrei durch das Forum hallt - aber es ist so!

Gott ist nicht beweisbar!
Wäre er es, dann wäre er kein Gott mehr, weil Gott in seiner Größe und Herrlichkeit für Menschen überhaupt nicht fassbar ist.

Wie ist das Problem lösbar?
Es gibt nur eine Antwort: 

Man muss glauben!

Entweder an das, was man gelehrt bekam, oder, das gibt es auch, durch eigenes Nachdenken!

Das Gottesbild, das so entsteht ist  - hier kommt der Unterschied zur Wissenschaft - endgültig und unwandelbar.

Der scheinbare Widerspruch von Gottesglauben  und Wissenschaft ist schlicht, dass die Wissenschaft von einem variablen und nachweisbaren Wissen ausgeht und der Gottesglaube ausschließlich auf der Annahme des Gläubigen, "dass es so ist"!

Die entscheidende Frage kann (Natur)wissenschaft deshalb nicht beantworten, weil ihr die Instrumente dazu fehlen.
 
Gott ist nicht messbar, man kann ihn nicht wiegen, seine Ausdehnung oder sein Anfang oder gar Ende bestimmen.     

Bei seiner Suche nach den Ursachen der Phänomene,  es gibt schwerere als mein Abendrot-Beispiel, kann dazu führen, dass der Wissenschaftler "am Ende seiner Möglichkeiten" von Antworten ankommt.

Es gibt dann zwei Möglichkeiten: Entweder er sagt, ich kann nichts weiteres zu dazu aussagen - weil mir weitere Möglichkeiten der Überprüfung nicht zur Verfügung stehen ( das kann z. B. die Lichtfrequenz sein, die kleinere Beobachtungen physikalisch ausschließt).

Oder er wird "meta-physisch" und spricht von der "ordnenden Kraft" einer "vermuteten Intelligenz" oder er spricht von Gott.

Das hat aber mit Wissenschaft nichts zu tun - sondern ist reine persönliche Meinung.

Über die "Widerlegung der Evolutionstheorie" macht es wenig Sinn zu streiten, sie gilt in Wissenschaftskreisen als bewiesen, obwohl - auch das ist typisch für Wissenschaft und belegt meine vorherigen Ausführungen - es immer wieder Wissenschaftler gibt, die neue Theorien gegen alte Theorien stellen.

Als geradezu klassisches Beispiel sind die Beobachtungen der Astronomen, die immer von  "Kanälen auf demMars" sprachen, was sich durch die Mars-Rover-Aufnahmen eindeutig widerlegen liess.
Jetzt gibt es Menschen, die, auf Grund der Bilder von Mars-Rover behaupten der Mars sei tatsächlich von intelligenten Lebewesen bevölkert.

Solche "neuen Theorien" können sich entweder durchsetzen, weil sie verifizierbar sind, oder verschwinden als Unsinn im Papierkorb der Wissenschaft.

Fazit:
Wer Gott mittels Wissenschaft beweisen will, ist auf "dem falschen Dampfer", genau so ist es auch mit dem widerlegen Gottes.

Theologie ist in dem Sinn keine Wissenschaft,sondern ausschließlich ein Instrument des Glaubens, weshalb die Bibel auch kein Naturkundebuch ist.

Jesod
 


   
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: velvet am 04. Juni 2012, 18:18:34
Lieber Jesod,

es gibt noch einen Thread zu dem Thema:  http://kath-zdw.ch/forum/index.php/topic,1710.msg11911.html#msg11911 (http://kath-zdw.ch/forum/index.php/topic,1710.msg11911.html#msg11911)

es gibt den Ausspruch von Max Planck:"Wo die Wissenschaft aufhört, fängt der Glaube an!", das bestätigt auch Deine Meinung.

velvet
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: Jesod am 04. Juni 2012, 18:58:10
Liebe  velvet,
Der Artikel von Herrn Niehues ist erstaunlich:

"Die Evolutionstheorie genügt leider weder naturwissenschaftlichen Mindestanforderungen, noch ist sie in sich logisch. Sie steht zu vielen gesicherten Erkenntnissen und zu einigen physikalischen Grundgesetzen im fundamentalen Widerspruch. Da sie als Ablösung des biblischen „Schöpfungsansatzes“ konzipiert wurde und in ihren wichtigsten Aussagen nicht beweisbar bzw. widerlegt ist, ist der Evolutionsgedanke im weitesten Sinn eine Ersatzreligion und keine wertneutrale Wissenschaft."
 
Der erste Satz ist von ihm mit keinem Buchstaben auchnuransatzweise belegt worden - widerspricht auch der derzeitigen Lehrmeinung.
Zu behaupten, dass die ET als Ablösung des biblischen Schöpfungsansatzes konzipiert wurde, ist schlichter Unfug!

Die ET ist auf Grund von Beobachtung entstanden und von unterschiedlichen Bereichen lange anerkannt.
Auf den Erkenntnissen der Evolutionstheorie basieren  fast die meisten Zuchtergebnisse, sei es im Pflanzen oder Tierreich.

Herr Niehaus ist sicher ein frommer Mann, von Naturwissenschaft hat er keine Ahnung!

Es stimmt was Max Planck gesagt hat - die Quintessenz seiner Aussage habe ich versucht im vorherigen Post darzustellen.
Max Planck aber auch Albert Einstein haben während ihres Lebens ähnliche Aussagen gemacht - aber sich stets gegen die Vereinnahmung durch "Gläubige" gewehrt .

Wissenschaft kann m.E. nur aufzeigen WIE etwas funktioniert, wie es zusammengekommen ist und was Ursachen für verschiedene Entwicklungen sind.
Den Urgrund kann Wissenschaft vermutlich nie klären - sie versucht nur so nahewie möglich heran zu kommen.

Bedenkt man, dass zum Zeitpunkt des "Urknalls" alle Naturgesetze feststanden  und sich danach alles Weitere mit und durch die Naturgesetze entwickelt hat,wäre die Theorie,dass die Schöpfung sich im Urknall manifestierte und"aus Nichts" die Welt erschuf durchaus eine - auch wissenschaftlich verständliche - Erklärung.

Wir sollten einmal darüber nachdenken!

Jesod 

Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: velvet am 04. Juni 2012, 19:46:43
Lieber Jesod,

die Urknalltheorie kann man durchaus  mit der Schöpfungsgeschichte in Einklang bringen, während mir bei der Evolutionstheorie doch einige Glieder der Kette fehlen. Die Tatsache, dass in Zukunft per Gesetz die ET in den Schulen als Fakt gelehrt wird und die Schöpfungsgeschichte unter den Tisch fallen soll finde ich mehr als bedenklich.
Seit 25 Jahren arbeite ich in der Wissenschaft und weiss, dass jede neue Erkenntnis mehrfach bestätigt und beweisbar sein muss, was bei der ET nicht der Fall ist.
Das Drama ist, dass man den kommenden Generationen keine Alternative (Schöpfungsgeschichte) mehr lehrt, um eigene Überlegungen anzustellen. Man sieht auch bei diesem Thema deutlich, dass Gott aus dem Weltbild gedrängt werden soll. Da können noch soviele Wunder geschehen, es wird immer Menschen geben, die nach Erklärungen suchen, um ja nicht glauben zu müssen, denn dann müssten sie ja ihre Lebensweise überdenken und wahrscheinlich auch verändern.

velvet
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: Jesod am 05. Juni 2012, 11:48:32
Guten Tag velvet,

es stimmt nicht, dass bei die ET im vergleich  zu anderen Theorien schlechter belegt sind.

Wie ich bereits erwähnte, wären Zuchteregebnisse im Tierhalterbereich genau so wenig möglich, wie die gezielte Züchtung bestimmter Pflanzen, würde man die Mechanismen der Evolutionstheorie nicht kennen. Nur durch die sehr gute Kenntnis von Vererbung und Mutation ist es möglich, gute Zuchtergebnisse zu erzielen.

Bei dem häufig gemachten Vorwurf es fehle z. B. das "missing Link" frage ich dich worauf dieses "fehlende Stück" hinweisen soll?

Der Mensch stammt NICHT vom Affen ab, aber es  ist BEWIESEN, dass die Gene eines "Menschenaffen" zu mehr als 90Prozent mit unseren identisch sind.
Darüber hinaus würdest du dich wundern, mit wie vielen anderen Spezies wir alles verwandt sind.

In den Schulen sollte ausschließlich der Stand der wissenschaft gelehrt werden und nicht die Geschichten aus grauer Vorzeit, die wie das Märchen der "Plätzchenbackenden Engelchen" sich von selbst erledigen, sobald der Mensch erwachsen ist.

Die Tatsache der Evolution schließt doch nicht aus, dass es einen Schöpfer gibt!

Warum müssen wir glauben, dass der Schöpfer, Gott, jedes Teil, jedes Lebewesen, jeden Menschen persönlich geformt hat?

Würde es nicht reichen, wenn er die Voraussetzungen für die Entwicklung des Lebens gesetzt hätte und - so wie das mit dem freien Willen ähnlich geschieht - die Entwicklung der Welt nach den von IHM geschaffenen (Natur)Gesetzen eingeleitet hat und jetzt sieht, wie sich die Menschheit  entwickelt?

Das wäre für mich auch die Erklärung, wonach Gott es "bereut haben soll" die Menschen erschaffen  zu haben  und alles mit der Sintflut ersäuft hat - bis auf,na ja, die Story ist ja bekannt.

Im Religionsunterricht kann doch, ungeachtet der wissenschaftlich korrekten Darstellung, die religiöse Variante weiter verkündet werden.

Sollte jemand einen anderen Religionsunterricht besuchen, wird er sowieso von der christlichen Erklärung abweichende Geschichten hören - das ist eben Religion und keine Naturkunde. 

Für mich ist das kein Grundzur Beunruhigung.

Wer glauben  will kann das ungehindert tun - das garantiert ihm unser Grundgesetz.

Wer wissen will, kann das durch den Naturkundeunterricht erfahren.

Wo also soll das ein Problem sein - wenn man es nicht zum Problem macht?

Jesod     
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: velvet am 05. Juni 2012, 13:30:11
lieber Jesod,

für mich bleibt die ET eine Theorie,
Zitat
Wie ich bereits erwähnte, wären Zuchteregebnisse im Tierhalterbereich genau so wenig möglich, wie die gezielte Züchtung bestimmter Pflanzen, würde man die Mechanismen der Evolutionstheorie nicht kennen. Nur durch die sehr gute Kenntnis von Vererbung und Mutation ist es möglich, gute Zuchtergebnisse zu erzielen.

und ich weiss auch über die Mendelsche Vererbungslehre bescheid, was aber hauptsächlich bei der Züchtung interessiert.

Doch erkläre mir mal, warum es seit Jahrtausenden Menschen gibt und Affen und warum die Affen immer noch Affen und die Menschen immer noch Menschen sind! Natürlich gibt es viele gemeinsame Zellen, aber eben auch sehr unterschiedliche und nicht nur die verschiedenen Spezies, auch die eigene Art hat ganz spezielle Gene, sonst wären z.B. Organe ohne Probleme austauschbar. Der Mensch hat sich als Mensch und der Affe als Affe weiterentwickelt, aber ich seine keine Aufeinanderzubewegung.

Zitat
Die Tatsache der Evolution schließt doch nicht aus, dass es einen Schöpfer gibt!

Aber genau das soll den Kindern verklickert werden, nämlich die Evolution aus dem Zufallsprinzip entstanden ohne Gott.
Unsere Vorstellungen weichen nicht so sehr voneinander ab, doch weder Gott noch die ET ist beweisbar, nicht restlos und da sollte man auch beide Möglichkeiten den Lernenden unterbreiten, die ET ist streckenweise wahr, aber nicht komplett.
 
velvet

Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: ChrS am 05. Juni 2012, 14:20:03
Aus der Sicht des Glaubens

Die Evolutionstheorie ist mit der katholischen Religion nicht zu vereinbaren. Die Heilige Schrift lehrt uns, dass Gott sämtliche Tierarten getrennt voneinander erschuf (Gen 1,21.24f). Weiter lehrt sie, dass sie den Menschen getrennt von allen Tierarten als Ebenbild Gottes schuf (Gen 1,26f).

Zunächst einmal sei gesagt, dass nur eine irregeleitete Wissenschaft der göttlichen Offenbarung widerspricht. Die einzige Form der Erkenntnis zeigt Augustinus auf, wenn er sagt: „Glaube, um zu erkennen; erkenne, um zu glauben.“ Es gibt keine andere Art von sicherer Erkenntnis als jener, die sich an der einzig glaubwürdigen – weil in sich logisch und aus sich richtig erscheinenden – Autorität der katholischen Religion orientiert. Die vernünftige Einsicht, die uns unsere subjektive Befangenheit vor Augen führt, nötigt uns dazu, dass wir uns der göttlichen Autorität unterstellen, um uns so zur wahrhaften objektiven Erkenntnis zu erheben. Das Wissen ist ein Endprodukt der menschlichen Verstandestätigkeit, der Glauben dagegen ist das Endprodukt der göttlichen Gnade. Das Wissen kommt vom Menschen, der Glaube aber von Gott.  Das erklärt, warum dem Gläubigen der Glaube gewisser als alles Wissen und dem Ungläubigen der Glaube null und nichtig erscheint. Der Gläubige sagt schließlich, der Glaube kommt von Gott und es gibt nichts Sichereres als das, was von Gott kommt. Der Ungläubige dagegen behauptet, der Glaube kommt nicht von Gott.

Der Christ sagt, dass die Lebewesen von Gott erschaffen wurden. Der Atheist sagt, dass es keinen Gott gibt und folglich denkt er, dass das Leben zufällig entstanden sei. Die Evolutionstheorie ist der Versuch die Entstehung der Lebewesen zu erklären unter der Voraussetzung, dass es keinen Gott gibt. Dem kann kein Christ zustimmen. Dieses ganze Entwicklungsverständnis ist ja zur Ideologie der modernen Welt geworden: Die Zeit schreitet fort und alles wird besser. Wir Christen sagen, dass, wenn es eine Entwicklung gegeben hat, dann zum Schlechten hin. Der gute Gott hat eine vollkommene Welt geschaffen. Das Böse und das Leid aber kamen durch den missbrauchten freien Willen von Engeln und Menschen in die Welt.


Aus der Sicht der Wissenschaft

Wissenschaftlich nachgewiesen ist im Übrigen ausschließlich eine Mikro-Evolution innerhalb der Arten und Gattungen. Alles andere ist antichristliche Ideologie.

Evolution oder Schöpfer - Prof. Dr. Alma von Stockhausen
http://gloria.tv/?media=138343 (http://gloria.tv/?media=138343)

Evolution - eine Erklärung für komplexes Leben?
http://gloria.tv/?media=21419 (http://gloria.tv/?media=21419)
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: Jesod am 05. Juni 2012, 16:22:36
Liebe Velvet,
die Mendelsche Vererbungslehre ist wie die Evolutionstheorie auf Grund von Beobachtungen entstanden und BESCHREIBT lediglich Vererbungsvorgänge.
Durch die Beschreibung sind, in gewissem Maße Vorhersagen möglich, was Zucht bestimmter Eigenschaften erst möglich macht.
Wenn man als Beispiel den Hund nimmt, dann gab es die Vielzahl der Hunderassen z. B. zu Zeiten Christi Geburt überhaupt nicht, es waren bestenfalls Mischlinge die aus der zufälligen Paarung verschiedener Hunde und der damit ausgelösten Mutation entstanden sind.

Die Aussage, die einen Post später gemacht wird, dass Gott ALLE Tiere getrennt von ihm erschaffen wurden, kann demnach nicht stimmen.

Die Antwort zu deiner Frage warum Affen seit Jahrtausenden Affen und Menschen eben Menschen sind liegt geradezu auf der Hand:

Es sind unterschiedliche Lebewesen!
Ein Affe ist kein Mensch und ein Mensch ist kein Affe!
Das schließt aber doch nicht aus, dass es einen gemeinsamen Urahnen gegeben hat! Eine Bewegung „auf einender zu“ macht m.E. auch keinen Sinn, oder willstdu einem Affen dasSprechen beibringen?

Bleiben wir bei dem „Hundebeispiel“ . Heute gibt es Riesendoggen und Zwergpinscher. Hunderassen die sich  zwar ähnlich sind, aber trotzdem verschiedenen Rassen angehören.
Gemeinsam ist beiden, dass sie einen gemeinsamen Vorfahren, den Wolf haben –wenn du Biologin bist, weißt du was gemeint ist.

Übrigens, das mit dem Organaustausch zwischen den Spezien gibt es tatsächlich. Herzklappen für Menschen können aus Schweineherzen gewonnen werden – man müsste einen Mediziner fragen, der konkretere Angaben machen kann.   

Das mit der Evolutionstheorie hast du scheinbar falsch verstanden:
Kein Wissenschaftler sagt, dass damit Gott abgeschafft werden soll. Erstens beschäftigt er sich  nicht mit dieser Frage – für den Wissenschaftler ist, wie schon  oben erwähnt nur interessant WIE etwas funktioniert.
Das WARUM kann er nur bis zu einem gewissen Punkt beantworten, dann  kommt für ihn die Unerklärlichkeit und, wenn er gläubig ist, das Werk Gottes.
Evolution versucht lediglich das Werk zu erklären, nicht den Schöpfer.
Wer etwas anderes behauptet hat Evolutionstheorie nicht begriffen, oder behauptet falsche Dinge, so wie man z. B. Darwin nachsagte  er würde die Abstammung des Menschen vom Affen behaupten, was aber NIE der Fall war, das waren christliche Interpretationen, weil man von Naturwissenschaft nichts verstand und nicht verstehen wollte.

Gott, liebe Velvet, wird mMn NIE BEWEISBAR sein. Er  ist einfach zu groß als das wir ihn  begreifen  könnten.

Die Evolutionstheorie wurde, im Lauf ihrer Entwicklung immer präziser und gilt heute nominel zwar als „Theorie“,  praktisch gelten die gemachten Beobachtungen und Erfahrungen als gesichert – bis neue Erkenntnisse das Bild ergänzen, erweitern oder verändern.

Augustinus, lieber ChrS., war ein Theologe, der im 4.Jahrhundert lebte und kein Wissenschaftler.
Er hat die Welt aus der Sicht eines Gläubigen der damaligen Zeit beurteilt. Die Vorstellung der Erde, des Weltalls und der Elemente waren von mystischen Vorstellungen bar jeder Sachkenntnis.
Ja die Gläubigen legten, wie du das anscheinend heute immer noch tust, die Bibel wortwörtlich wie ein Naturkundebuch aus –es gab kaum Wissenschaft.
Und wer etwas anderes sagte als das, was in der Bibel stand, war ein Häretiker.
Hättest du damals Augustinus erklärt, dass du mit Menschen die tausende von Kilometern von ihm entfernt sind  sehen und sprechen kannst, hätte das als Zauberei gegolten.
Das Menschen sich reisend durch die Luft bewegen, dass der Mond von Menschen  betreten wird – alles Dinge die jenseits der Vorstellungen der Menschen dieser Zeit waren.

Und DU willst deren Aussagen heute als immer noch geltend, als verbindlich darstellen???????

Zunächst einmal sei daher gesagt dass deine Aussage :
Zitat
„Zunächst einmal sei gesagt, dass nur eine irregeleitete Wissenschaft der göttlichen Offenbarung widerspricht.“
selbst von der Kirche nicht verwendet wird.

Die Kirche hat längst erklärt, dass die Bibel kein Naturkunde- oder Geschichtsbuch ist.

Solche Gedanken, werden lediglich von einer kleinen Gruppe von Fundamentalisten und Traditionalisten, wie z.B. den Piusbrüdern gepflegt und sind schon als falsch entlarvt. 

Weil die Kirche naturwissenschaftlich WEIß was Sache ist und nicht UNWISSEND sich auf Glauben zurückziehen muss, so wie du das tust.

Mit diesen Sätzen:
Zitat
"Der Christ sagt, dass die Lebewesen von Gott erschaffen wurden. Der Atheist sagt, dass es keinen Gott gibt und folglich denkt er, dass das Leben zufällig entstanden sei."

machst du eine ziemlich verlogene Aussage, weil du nämlich Wissenschaftlern unterstellst sie wären allesamt Atheisten.

Sagst du das auch zu den Forschern und Wissenschaftlern des Vatikans?

So wie der von dir zitierte“Experte derVorzeit“ Augustinus kein Wissenschaftler war, genau so ist es mit der von dir als wissenschaftliche „Koryphäe“ berufene Frau Prof. Dr.Alma von Stockhausen.
 
Die Dame hat Philosophie, Theologie und Geschichte studiert vor allem hat sie sich mit Augustinus (!!!) beschäftigt.
Das soll eine Expertin in Biologie zur Evolutionslehre sein?

Mach‘ dich nicht lächerlich.

Genau so gut könnte ich Franz Beckenbauer als Experte für Biologie heranziehen, und vermutlich hat der „inhaltsstärkere Kenntnisse“ als diese Philosophie-Professorin, deren wissenschaftskenntnisse bestenfalls rudimentär sind.
Dafür kennt sie sich in katholischer Lehre, sie hat ja mit Josef Ratzinger eng zusammen gearbeitet, ziemlich gut aus.

Du versuchst mit pseudowissenschaftlichen Aussagen, die jeder Student im 1. Semster Biologie zerpflückt, Meinung zu machen.

Wenn ein Atheist sagt, dass sich alles“zufällig“ entwickelt habe,muss man, must DU, dich mit diesem Atheisten auseinander setzen.

Aber pauschal Wissenschaftler mit Atheisten gleich zu setzen ist schlicht eine Ungehörigkeit.

Die Evolutionstheorie ist,da kannst du dich sträuben wie du willst, ist anerkannte Wissenschaft, die ständig erweitert und ergänzt wird, das sieht auch der Vatikan so.

Und versuche nicht, mich, oder andere, die auf Grund von Erkenntnis die ET anerkennen als UNGLÄUBIGE darzustellen.

Ich glaube an Gott, auch wenn ich nicht weiß WIE ER DAS ALLES GESCHAFFEN HAT – ich kann aber bestimmte Funktionen seiner Schöpfung durch die ET erkennen, auch wenn Traditionalisten das nicht wahrhaben wollen.


Jesod
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: velvet am 05. Juni 2012, 19:05:19
Lieber Jesod,
Du hast mich mit Deiner antwort zum Schmunzeln gebracht, ich stellte mir plötzlich vor du sitz da und denkst Dir was sind das für Idioten. Spass bei Seite, ich bin kein Biologe ich mache Methodenentwicklung im Labor und befasse mich mit Gehirnerkrankungen (Alzheimer, Parkinson etc.). ich wollte eigentlich nur sagen, dass ich glaube, dass Gott alles Leben erschaffen hat und dass sich die verschiedenen Spezies langsam den Lebensbedingungen angepasst haben und weiterentwickelt aber dass der Mensch nicht vom Affen abstammt. ich wenigstens nicht.
Was mich ärgert ist, dass ein neuer Lehrplan eingeführt werden soll, der jede Einwirkung von Gott in der Evolutionstheorie ausschliesst.

Übrigens gibt es Schweine Herzklappen bei Menschen, jedoch ganze Organe werden abgestossen, was die Genetiker nicht daran hindert Pflanzen mit Tieren zu kreuzen.

Liebe Grüsse

velvet
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: Jesod am 05. Juni 2012, 23:07:28
Nein nein, velvet, wenn ich so denken würde, wäre das mehr als anmaßend.
Man hat mir nur irgendwann logisches Denken beigebracht und das führt gelegentlich dazu, dass ich auf nicht logisch klingende Einwände sehr heftig reagiere - da muss ich noch an mir arbeiten.
Aber ichbinmir bewusst darüber, dass Wissen an sich nie vollkommen ist, weil es sich ständig verändert,und das "nachkommen"ist schon schwer genug.
Du hast auch recht - KEIN MENSCH stammt vom Affen ab, obwohl manche sich so benehmen  ;). 
Das es einen Schöpfer gibt, der die Ursache von allem ist, ist uns klar.
 
Für mich ist es spannend und aufregend zu begreifen wie seine  Werke, unsere Welt funktioniert. Ob es sich um das wachsen eines Grashalmes, oder die Entwicklung unseres Planeten und Sonnensystemes sowie die Beschaffenheit der atomaren Welt handelt,alles ist von einer klar strukturierten Ordnung durchzogen.

Wir können all das Erkennen und die Wissenschaft hat uns dabei sehr geholfen!

Wo der Anfang und wo die Ursache liegt, können wir mit unseren bescheidenen Mitteln noch nicht einmal erahnen, weil der, der hinter allem steht,   für uns Menschen, jedenfalls für mich, immer unfassbarund unbegreiflich bleibt.
Es bleibt nur der Glaube!

Jesod   
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: Christian28 am 06. Juni 2012, 12:40:30
Zitat
Über die "Widerlegung der Evolutionstheorie" macht es wenig Sinn zu streiten, sie gilt in Wissenschaftskreisen als bewiesen, obwohl - auch das ist typisch für Wissenschaft und belegt meine vorherigen Ausführungen - es immer wieder Wissenschaftler gibt, die neue Theorien gegen alte Theorien stellen.

Lieber Jesod ,

es gelingt dir vielleicht Videre fertig zu machen , in dem du mit einem höheren wissenschaftlichen Intellekt gegen Sie vorgehst. Das ist für dich natürlich auch kein Problem , abgesehen davon das deine Haltung äußerst arrogant und manchmal extrem beleidigend gegenüber anderen Mitgliedern ist. Denn außer Todschlagargumente bringst du kaum Begründungen in Sachfragen hervor. Dein Beitrag ist alles andere als wissenschaftlicher Natur und deine lächerliche Argumentation sollte im Grunde opfer deiner eigenen Kritik werden. Würde ich deine eigenen Maßstäbe hier an deinen eigenen Beitrag anlegen könnte ich diesen genauso zerpflück wie du es gerne durch einseitige Polemik machst.

DU sprichst hier von Theorien die in wissenschaftlichen Kreisen anerkannt sind. Damit stellst du einen Absolutheitsanspruch auf in dem du andere Wissenschaftler die diese Theorie eben nicht teilen von vorne herein ausschließt und Ihnen eine wissenschaftliche Arbeitshaltung und Logik absprichst.  Du stellst deine eigene Logik in den Vordergrund und erniedrigst hier andere Mitglieder wie Videre , ohne in Frage zu stellen ob deine Logik nicht fehlerhaft ist.

Dieses abartige Spiel voller Hochmut und Arroganz funktioniert bei mir aber nicht , dein Selbstbild als Wissenschaftler welchst du versuchst in diesen Forum aufzubaue erzeugt bei mir nur ein müdes lächeln da ich selbst auf diesen Gebiet tätig bin. Da ich aber z.B die Evolutionstheorie in ihrem Absolutheitsanspruch ablehne hast du mich wohlwissentlich bereits aus den Kreisen der Wissenschfat ausgeschlossen , das macht deine eigene Argumentation natürlich einfacher die vollkommen ohne Argumente auskommen muß.

z.B beschäftigen wir uns mit der Forschung an den Ursachen der Klimaerwährmung haben haben durch Daten den Zusammenhang mit dem Co2 auschließen können, in den vorherschenden Meinungen ist die Co2 Theorie aber bereits genau wie die EVolutionstheorie zu einer Absolutheit erkoren worden und die Leugnung dieser Theorie wird zum Ketzertum.

Mir ist natürlich klar das du hier die Oberhand gegen andere Mitglieder gewinnst , auch wenn du dich jeglicher Sachdiskussion entziehst. Denn warum solltest du denn in Detailfragen zur Evolutionstheorie überhaupt einsteigen , dich umfassend wissenschaftlich zu diesen Thema äußern , denn dabei bestünde ja die Gefahr , das deine eigene Unkenntnis offensichtlich werden würde.  Daher ist es natürlich viel einfacher einen Erstsemester Biologie Studenten hier anzuführen , der die Ansichten anderer Leute zerpflücken könnte.
Hierbei lässt du mal vollkommen außer acht das dieser von dir beschriebene Student nur die ihm gelehrte Meinung vertritt ohne eigene Gedanke und keinesfalls für so eine Diskussion überhaupt zu gebrauchen ist. Denn seine eigene Leistung ist = 0!

Denn würde sich dieser von dir beschriebene Student einer tiefen Diskussion stellen müssen , die weit weg geht von deiner oberflächlichen Argumentation müsste er  aufgrund seiner Unwissenheit wohl hilfsuchend zu seinem Lehrmeister rennen.

Dir ist doch hoffentlich klar, das du mit der Argumentation die du hier betreibst vor anderen wissenschaftlern , wäre das Themengebit mal ein anderes als die Evolutionstheorie nur Hohn und Spott ernten würdest. Die Ansprüche welche du an andere Beiträge legst , denen wirst du nicht mal im Ansatz selbst gerecht , sondern bleibst fein an der Oberfläche sonst könnte man dich ja irgendwann wirklich in Sachfragen widerlegen.

Selbst dein Beispiel mit der Abenddämmerung würde durch die Maßstäbe deiner eigenen Kritik hier nicht bestehen können.  Dir ist hoffentlich klar das diese Vorhersagen nur zu einer gewissen Wahrscheinlichkeit zutreffend sind , da man niemals alle Einflüsse in einem offenen System vorhersagen , berücksichtigen oder sogar Steuern kann. Weshalb auch hier dein Absolutheitsanspruch vollkommen versagt. Nur wenn dieser versagt bricht damit auch deine Argumentationskette vollkommen in sich zusammen.

Man kann deine Ansichten also auf den Punkt  reduzieren "Du glaubst es weil du es nicht besser weißt"  Damit bist du also auch nicht in der Lage gegenteilige Meinungen vollkommen zu widerlegen und dir sollte das eigentlich auch klar sein. Wie im Beispiel der Evolutionstheorie welche du mit einer gewissen Absolutheit verkündest , begründest du deine Anerkennung damit , das es keine bessere Alternative gibt. Dies ist mMn. aber ein vollkommen überzogener Schritt da Detailfragen noch genug Interpretationsspielraum offen lassen , so das diese Theorie unter dem Gesichtspunkt zumindest meinem Anspruch nicht gerecht werden kann.

Bevor du hier aufgetaucht bist hab ich nie irgendwo hervorgehoben das ich mit der wissenschaft nicht fremd bin , sondern es ging mir einzig und allein immer um Themengebiete und deren Abhandlung. Dagegen hast du von Anfang an , zur Selbstdarstellung , auf deinen wissenschaftlichen Hintergrund verwiesen um deinen Aussagen damit mehr Gewicht zu verleihen , weil ansonsten vielleicht der kümmerliche Durchschnitt offensichtlicher zu Tage getreten wäre.

Und das zusammen mit deinen arroganten Verhalten ist einfach nur amüsant und peinlich
zugleich.
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: Jesod am 06. Juni 2012, 13:01:38
Da hat der "zornige Christian28" viel geschrieben, aber wenig gesagt!

ZurKlarstellung: Wenn du meine Ausführungen gelesen und verstanden hast,habe ich gerade den Gegensatz von etwas "glauben" und etwas "wissen" dadurch darzustellen versucht, dass die Wissenschaft nie ein ENDGÜLTIGES Urteil abgibt und das ich auch mehrfach vom "derzeit vorliegenden Wissensstand" gesprochen habe.
Dein Beispiel über die Wirkung von CO 2 als Einflussfaktor der Klimaveränderung ist ein excellentes Beispiel dafür, dass Wissenschaft NICHT absolut ist, sondern sich wandeln kann - wenn die Argumente und Fakten nachvollziehbar sind.
Ich kenne die Diskussionen über diese Thematik. Wenn du aber ehrlich bist - und davon gehe ich einmal aus, dann wirst du zugeben müssen, dass die Gegnerschaft sich aus den Gruppen zusammensetzt, die einerseits die noch genutzten Energien vertreibt und andererseits die, die an der sog. "grünen Energie" massig Geld verdienen.
In diesem Fall stehen massive wirtschaftliche Interessen gegen eine - vermutlich belegbare - Neuorientierung der Forschung.

Erlaube mir darauf hinzuweisen, dass ich niemand - außer dir vielleicht - und das unbeabsichtigt, beleidigt habe.

Wenn  du wissenschaftlich  tätig bist, dann solltest du inder Lage sein  einen Diskurs über unterschiedliche Meinungen sachlich und ohne den Versuch den Gesprächspartner lächerlich, oder was schlimmer ist, als unglaubwürdig darzustellen, führen.

Wiederlege bitte im Forum,oder nenne konkrete Fakten nach denen ET falsch und nicht anerkannt ist, dann reden wir - hoffentlich sachlich - weiter.

Einen schönen Tag noch!

Jesod
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: Christian28 am 06. Juni 2012, 13:32:48
@Jesod

Es war nichtens meine Intention mit dir hier eine wissenschaftliche Diskussion zu beginnen, sondern du versuchst hier die Wissenschaft zu verteidigen. Deine Vorwürfe mir gegenüber nun zeigen doch das du deine eigenen Beiträge nicht gelesen hast.
Soll ich dir daraus Zitate nennen ?

"Mach dich nicht lächerlich"  Das ist ein Teil deiner Antwort , ein anderer Teil deiner Antwort ist das der Beitrag von jedem Erstsemester Studenten zerpflückt wird.

Man kann in deinen Beiträgen noch viele solche Äußerungen finden , du unterstellst mir hier zornig zu sein und reagierst selbst aggressiv,abwertend und ohne Fakten zu nennen auf den Beitrag. Du versteckst dich hinter Floskeln.
Dies hat meinen Zorn erregt weil ich es äußerst unangemessen von dir finde so Leute zu behandeln , während du gleichzeitig aber andere Leute für die selben Taten abwertest
z.b mit sie würden nicht der Logik folgen , gehören nicht zu wissenschaftlichen Kreisen

Dies empfinde ich eben als äußerst dreist von dir , denn das durchzieht deine Beiträge wie ein roter Faden und hat schließlich meine Reaktion dazu ausgelöst.
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: velvet am 06. Juni 2012, 13:40:24
Meine Lieben,

vielleicht gelingt es Euch daran zu erinnern, dass wir in einem katholischen Forum sind und nicht im Hörsaal. Es geht hier nicht darum Theorien zu bestätigen oder zu verwerfen, es geht ganz schlicht um die Gott-Mensch-Beziehung.
Der gelebte Glauben besteht weder nur aus Liebe, noch nur aus Leid oder Strafen. Er beinhaltet beides, er dient uns als Anleitung für das Leben, als Richtlinie und wir sollen danach streben diesen Anforderungen an uns gerecht zu werden.
Wir entscheiden uns dafür oder dagegen, manchmal auch nur zeitweise dagegen und wir kehren dank weiser Einsicht wieder um. Unser Lebensweg im Blick darauf lässt uns ahnen ob wir belohnt oder verdammt werden.
Wir sind alle Sünder und jeder kämpft mit seinen Schwächen, also sollten wir diese Kämpfe unterstützen und auf keinen Fall verurteilen. Jeden Weg, den einer einschlägt auf Gott zu, sollten wir unterstützen und nicht bremsend eingreifen. Wie der Vater, der sich über die Rückkehr seines verloren geglaubten Sohnes freute, so sollten wir uns freuen über jeden der auf der Suche nach dem rechten Glauben ist!

velvet
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: ChrS am 06. Juni 2012, 14:32:37

Die wahre Wissenschaft steht mit dem wahren Glauben im Einklang. Wenn es einen Widerspruch zwischen Glauben und Wissenschaft gibt, dann ist entweder der Glaube falsch oder die Wissenschaft irrt oder beides. Es ist aber logischerweise unmöglich, dass sich Glaube und Wissenschaft widersprechen und gleichzeitig recht haben.

Die Heilige Schrift hat einen mehrfachen Sinn. Man kann das im aktuellen "Katechismus der Katholischen Kirche" Nr. 115-119 nachlesen. Nr. 15 gibt einen kurzen Überblick, den ich hier wiedergebe: "Nach einer alten Überlieferung ist der Sinn der Schrift ein doppelter: der wörtliche Sinn und der geistliche Sinn. Dieser letztere kann ein allegorischer, ein moralischer und ein anagogischer Sinn sein. Die tiefe Übereinstimmung dieser vier Sinngehalte sichert der lebendigen Lesung der Schrift in der Kirche ihren ganzen Reichtum." 

Heute werden die Worte "Fundamentalist" und "Traditionalist" als abwertend gebraucht. In Wahrheit muss ein Katholik fundamentalistisch sein, insofern er an Christus, dem unerschütterlichen Felsen, auf dem er sein Lebenshaus baut, kompromisslos festhält und er muss traditionalistisch sein, insofern er an dem festhält, was die Kirche immer gelehrt und getan hat. 

Zitat
Die Dame hat Philosophie, Theologie und Geschichte studiert vor allem hat sie sich mit Augustinus (!!!) beschäftigt.
Das soll eine Expertin in Biologie zur Evolutionslehre sein?

Man muss kein Evolutionsbiologe sein, um sich auf diesem Gebiet auszukennen.

Die Evolutionstheorie war immer, ist und bleibt ein Angriff auf den Schöpfungsglauben, der ihr diametral entgegensteht.
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: Jesod am 08. Juni 2012, 12:18:15
Velvet, du hast natürlich recht, dashier ist kein Hörsaal, in dem wissenschaftliche Theorien diskutiert werden.

Gestatte mir trotzdem eine Schlußbemerkung zu dem was ChrS sagt:

Es mag einen "wahren Glauben" geben, aber der hat mit Wissenschaft nichts zu tun.
Deine Aussagen zu Wissenschaft und Glauben sind einfach unsinnig, weil du etwas vermischt, was nichts miteinander zu tun hat.
Das  wäre nur dann der Fall, wenn Wissenschaft und Wissenschaftler erklärten sie wüssten woher diese Welt kommt und dabei Gott negierten.

Das machen Wissenschaftler aber nicht, das sind lediglich Interpretationen von Menschen wir Piusbrüder und Dir!°

Welchen Sinn die Bibel macht oder hat, wird von keinem Wissensschaftler interpretiert, das ist einfach nicht ihre Fakultät - das solltest auch Du begreifen.

Doch ChrS. es macht schon etwas aus, ob man Biologe ist oder Theologe um etwas zutreffendes zu einer wissenschaftlichen Theorie oder Lehre sagen zu können. Frau Professor hätte besser geschwiegen, dann hätte man sie als Philosophin anerkannt - als Wissenschaftlerin für Naturweissenschaften ist sie inkompetent!
 
Oder lässt Du Dich beim wegen einer Reparatur Deines Autos von Deinem Metzger beraten????

Die Evolutionslehre ist eine sich ständig wandelnde Wissenschaftstheorie, die jeden Tag präziser die Welt beschreibt.

Glauben ist eine in sich feststehende Lehre,die mit wissenschaftlichen Maßstäben nicht gemessen wird.

Wissenschaftlern ist das bewußt - Dir anscheinend nicht!


Jesod
 
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: ChrS am 08. Juni 2012, 23:50:00

@ Jesod

Ich weiß, dass Deine Sicht der Dinge von den liberalen Katholiken heute unaufhörlich eingebleut wird. Wir brauchen aber eine ganzheitlich katholische Weltanschauung und keine halben Sachen. Der wahre Glaube kann der wahren Wissenschaft nicht widersprechen. Wenn es einen Widerspruch gibt, dann muss mindestens einer irren. Die wahre Wissenschaft kann nur den wahren Glauben bestätigen und der wahre Glaube die wahre Wissenschaft. Heute versucht man freilich den Glauben einfach so umzudeuten, dass er mit der Evolutionstheorie nicht mehr in Konflikt gerät. Das ist aber eine typische modernistische Vorgehensweise, die sich nicht mehr um die überlieferte Lehre kümmert. Vom vorkonziliaren Lehramt wurde das alles eindeutig verurteilt. Heute sind aber eigentlich fast alle Modernisten.   

Eine vermeintliche Wissenschaft und der wahre Glaube sind sich schon in der Frage nach dem heliozentrischen Weltbild in die Quere gekommen. Der hl. Kardinalinquisitor Robert Bellarmin, der in dieser Angelegenheit ein Verfahren gegen Galileo Galilei leitete, fasste in einem Brief an Galileis theologischen Freund, den Karmeliter Foscarini, das Ergebnis seiner Gespräche mit Galilei folgendermaßen zusammen: "Drittens sage ich, wenn es wirklich einen Beweis dafür [für Galileis Auffassung von der Richtigkeit des Heliozentrismus] gäbe, dann müssten wir bei der Auslegung von Stellen der Heiligen Schrift, die das Gegenteil zu lehren scheinen, die größte Umsicht walten lassen und lieber sagen, wir verständen sie nicht, als eine Anschauung für falsch erklären, die als wahr bewiesen wurde. Ich bin indessen der Meinung, es gebe keine solchen Beweise, da mir keiner vorgelegt wurde. Darzutun, dass die Phänomene gut erklärbar seien, wenn man die Sonne im Zentrum des Universums annimmt, ist nicht das Gleiche wie darzutun, dass die Sonne sich de facto im Mittelpunkt und die Erde sich draußen in den Himmelsräumen befindet." Er meint darum: "Im Zweifelsfalle soll man die Schrift, wie sie von den heiligen Vätern ausgelegt wurde, nicht verlassen." Die heutige Wissenschaft bestätigt, dass Galilei keinen Beweis für die Richtigkeit des heliozentrischen Weltsystems erbringen konnte. Sie erklärt, dass erst Isaac Newton die Hypothese von Kopernikus, die eben auch Galilei mit falschen Argumenten (z.B. den Gezeiten) verfocht, bestätigte. Die heutige Wissenschaft widerspricht ja - wie allgemein bekannt - der Vorstellung des Kopernikus, wonach die Sonne Mittelpunkt des Universums ist, da sie nur Mittelpunkt unseres Sonnensystems, aber nicht unserer Galaxie, geschweige denn des Weltalls wäre.

Inwieweit der Heliozentrismus wissenschaftlich gesichert ist, weiß ich persönlich nicht. Auch er kann offenbar wissenschaftlich in Frage gestellt werden. Man müsste sich genauer damit befassen. Unter folgendem Link findet man dazu einiges. Ich möchte aber betonen, dass ich es selbst noch nicht gelesen habe. Ich äußere mich weder negativ noch positiv dazu: http://heiligekatholischekirche.info/index.php/geozentrismus/galileo-lag-falsch--r-sungenis (http://heiligekatholischekirche.info/index.php/geozentrismus/galileo-lag-falsch--r-sungenis)

Aber zurück zur Evolutionstheorie. Du behauptest stets das Prof. Dr. Alma von Stockhausen sich inkompetent zur Evolutionstheorie äußert in dem Video, dass ich eingestellt habe. Wie kommst Du zu dieser Behauptung? Eine Begründung hast Du bislang nicht gegeben. Im Allgemeinen behauptest Du, dass die Professorin sich deshalb nicht kompetent zur Evolutionstheorie äußern kann, weil sie keine Biologin ist. Das stimmt einfach nicht. Auch Dein Metzger-Vergleich ist keine Begründung: Wenn mein Metzger gut Autos reparieren kann, dann würde ich es ihm überlassen. Warum nicht? Viele kennen sich bei Autoreparaturen aus, ohne Automechaniker zu sein. Es gibt ja auch genug Biologen, die die Evolutionstheorie bestreiten. Einige kommen im anderen Video mit dem Titel „Evolution - eine Erklärung für komplexes Leben?“, auf das ich verwiesen habe, zu Wort.

Noch einmal sei betont, dass nicht die Mikroevolution, sondern nur die Makroevolution in Frage gestellt wird. Sie widerspricht auch der Aussage des ersten Schöpfungsberichtes, gemäß dem die verschiedenen Tierarten voneinander getrennt geschaffen und auch der Mensch getrennt von den Tieren geschaffen wurde. Dr. Adolf Remane, ehemals Professor der Zoologie an der Universität Kiel, schreibt: „Daß die Lebewesen sich in den geologischen Zeiträumen in ihrer Organisation gewandelt haben, wird wohl von keinem ernsthaften Biologen bezweifelt. Die spezielle Ausarbeitung der phylogenetischen Umwandlungsreihen hat aber zu einem solchen Chaos verschiedener Meinungen geführt, daß viele Biologen die Phylogenetik für wissenschaftlich nicht fundierte Spekulationen halten; verglich sie doch selbst der Morphologe Goebel mit den Produkten dichterisch schaffender Phantasie“ (Die Grundlagen des natürlichen Systems der vergleichenden Anatomie und der Phylogenetik, 2. Auflage, Leipzig 1956, 1).

J. Lefèvre, ehemals Direktor des bioenergetischen Laboratoriums in Paris legt dar: „Sonderbar ist der Gegensatz, mit welchem dieselben Transformisten, die den einheitlichen Ursprung alles Lebenden predigen, auf einmal den mehrfachen Ursprung des Menschen fordern und so den ‚Polygenismus‘ (d. h. mehrfache verschiedene Ahnen) dem ‚Monogenismus‘ (welcher den einheitlichen Ursprung des Menschen fordert) gegenüberstellen. Schon De Quatrefages weigerte sich nicht, seit 1877 zu sagen, daß der Polygenismus kein anderes Ziel hat, als den alten Glauben, der den Menschen denselben Vater und dieselbe Mutter gibt [gemeint sind die Stammeltern des Menschengeschlechts], zu bekämpfen. Wissenschaftlich ist der Polygenismus unhaltbar!“ (Manuel critique de Biologie, Masson, Paris 1938, 44). Auch Papst Pius XII. hat in seiner Enzyklika „Humani generis“ aufgezeigt, dass der Polygenismus mit der kirchlichen Lehre unvereinbar ist.

Hw. Prof. emer. Dr. theol. Otto Katzer erklärt: „Manche lassen sich von der äußeren Form verleiten, der Morphologie, und sind deshalb geneigt, den Walfisch den Fischen zuzuschreiben, obwohl er ein Säuger ist, und den erdichteten Urmenschen zu den Menschenaffen, obgleich der Menschenaffe, abgesehen von seinem äußeren ‚Aussehen‘, mit dem Menschen nichts Gemeinsames hat. Zu viele Dinge müssen berücksichtigt werden! […] Der fertige erwachsene Mensch konnte angeblich nicht entstehen: als ob es leichter wäre, eine befruchtete Zelle zu schaffen, die ihn ja irgendwie beinhalten muß!!! Was ist leichter zu schaffen: ein Apfelkern, oder ein blühender, Früchte tragender Apfelbaum?? Aufgrund einer optischen Täuschung meinen wir, es sei leichter, einen Kern, oder auch die Urzelle zu schaffen, weil wir die Mannigfaltigkeit der Formen und Funktionen nicht wahrnehmen. Daß diese Urzelle in sich alle jene Vollkommenheiten der später aus ihr entwickelnden Lebewesen beinhalten muß, daran denkt niemand; und dennoch behaupten alle, daß ein Eingriff von außerhalb der Natur ausgeschlossen ist, da nach ihnen allein die Natur existiert. Daß ein bloßes Anhäufen von Quantität eine Veränderung der Qualität verursachen könnte, daran glaub aber sicher niemand mehr. Es bleibt uns nur noch die Flucht auf andere Planeten übrig, was aber zugleich eine Flucht vor der Lösung des Problems ist! Daraus ist ganz klar ersichtlich, was alles jener glauben muß, der dem Worte Gottes nicht Glauben schenkt!“ (Katechismus der Katholischen Religion, 1. Teil, Nr. 94).

Sowohl das Zitat von Remane als auch das von Lefèvre stammen aus zweiter Hand. Ich habe sie dem "Katechismus der Katholischen Religion", 1. Teil, Nr. 94 von Hw. Katzer entnommen. Dieser erschien übrigens als Nr. 43 in der Reihe "Freude an der Wahrheit" von Karl und Ilse Haselböck.
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: Jesod am 09. Juni 2012, 01:10:35
ChrS., ich werde mit Dir keine wissenschaftliche Diskussion führen, weil Du nicht in der Lage bist Naturwissenschaft und Glaube auseinander zu halten.
Das was Du dazu sagst ist schlichter Unsinn und von zahlreichen Wissenschaftlern widerlegt und Theologen, die Du allerdingst als "Modernisten"bezeichnest, anerkannt.
Sich auf einen  "vorkonzilliaren Standpunkt"zurück zu ziehen zeigt, wie wenig Du und Deine geistigen Väter in der Lage sind Autoritäten nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern auch anzuerkennen.
Dein Hinweis auf Galileo Galilei ist dafür typisch. Wurde er doch anl. VII rehabilitiert und Du versuchst nach wie vor die  Entlastung durch Papst Paul VI.(?)  als Unrecht darzustellen.
Das ist typisch für Deine Haltung mit der Du Ansichten zu verbreiten versuchst,  die innerhalb der Amtskirche längst geklärt sind.
Wenn Du begriffen hast, was Beschlüsse und Entscheidungen von Konzil und Papst bedeuten und bereit bist das anzuerkennen, können wir uns gerne weiter unterhalten - ansonsten werde ich auf Deine Verdrehungen nicht mehr antworten und mich aus diesem Thread ausklinken!
Du kannst ja Dein Auto weiterhin von"Metzgern" reparieren lassen, ich bevorzuge FACHLEUTE und keine Dilettanten!

Jesod 
 
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: ChrS am 09. Juni 2012, 18:38:03
Sowohl die Makroevolution als auch der Polygenismus widersprechen der göttlichen Offenbarung in ihrem überlieferten Verständnis. Wie es der hl. Robert Bellarmin einst bzgl. des Heliozentrismus sagte, so wollen auch wir die gleichen Worte bzgl. der Evolutionstherie sagen: "[...] wenn es wirklich einen Beweis dafür gäbe, dann müssten wir bei der Auslegung von Stellen der Heiligen Schrift, die das Gegenteil zu lehren scheinen, die größte Umsicht walten lassen und lieber sagen, wir verständen sie nicht, als eine Anschauung für falsch erklären, die als wahr bewiesen wurde." Der Kardinalinquisitor hat Recht, wenn er schreibt: "Im Zweifelsfalle soll man die Schrift, wie sie von den heiligen Vätern ausgelegt wurde, nicht verlassen."

Zitat
Wenn Du begriffen hast, was Beschlüsse und Entscheidungen von Konzil und Papst bedeuten und bereit bist das anzuerkennen, können wir uns gerne weiter unterhalten - ansonsten werde ich auf Deine Verdrehungen nicht mehr antworten und mich aus diesem Thread ausklinken!

Das ist interessant, dass mir das ausgerechnet ein bekennender Freimaurer wie Du sagt. Hat doch selbst die nachkonziliare Glaubenskongregation erklärt: "Das negative Urteil der Kirche über die freimaurerischen Vereinigungen bleibt also unverändert, weil ihre Prinzipien immer als unvereinbar mit der Lehre der Kirche betrachtet wurden und deshalb der Beitritt zu ihnen verboten bleibt.  Die Gläubigen, die freimaurerischen Vereinigungen angehören, befinden sich also im Stand der schweren Sünde und können nicht die heilige Kommunion empfangen."
(siehe: http://www.doctrinafidei.va/documents/rc_con_cfaith_doc_19831126_declaration-masonic_ge.html (http://www.doctrinafidei.va/documents/rc_con_cfaith_doc_19831126_declaration-masonic_ge.html))

Zitat
Du kannst ja Dein Auto weiterhin von"Metzgern" reparieren lassen, ich bevorzuge FACHLEUTE und keine Dilettanten!

Niemand bringt sein kaputtes Auto zum Automechaniker, wenn er selber weiß, wie man es repariert oder einen guten Freund hat - mag er Metzger sein - der die nötigen Kenntnisse besitzt. Da spart man sich viel Geld.
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: Mariae am 09. Juni 2012, 20:32:38
Was der Jesod so alles schreibt . Als stünde die Wissenschaft über der überlieferten Wahrheit. Damit leugnet er ja die Wahrheit und gibt der Wissenschaft recht , die ihre Erkenntnis aus dem primitiven Verstand der Geschöpfe herleitet :-))
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: velvet am 10. Juni 2012, 07:12:57
Zu diesem Thema stelle ich die Aussage eines amerikanischen Sehers Edward Exline rein, denn ich glaube, dass das die Antwort für Eure Fragen sein könnte.
@Mariae
Jesod hat nie behauptet die Wissenschaft stünde über Gott, er sagte, dass man Glaube nicht als Wissenschaft bezeichnen kann und das ist so.

@Chrs
Zitat
Das ist interessant, dass mir das ausgerechnet ein bekennender Freimaurer wie Du sagt.

Jesod hat nie bestätigt, dass er Freimaurer ist, er hat es verneint. Es ist armselig, wenn man keine Argumente mehr findet unter die Gürtellinie zu schlagen nur um Recht zu bekommen.

 velvet

Gott hat alles, was ist, erschaffen

Ja, Ich habe das Universum erschaffen, sagt der Herr. Vor Milliarden Jahren, einer Zeitspanne jenseits eurer Urteilskraft, habe Ich das Universum mit Meinen Händen erschaffen.Mit Meinem scharfsinnigem Verstand hing Ich die Erde und alle Planeten an nichts auf, sagt der Herr. Ihr, die ihr nicht einmal einen Spiegel oder ein Bild an der Wand ohne Hilfe eines Nagels hängen könnt, möchtet wagen zu zweifeln, daß Ich es war, der die Erde an nichts aufgehängt hat.

Ihr macht euch selbst Doktrinen und Philosophien, die euren Wünschen genehm sind, ob sie wahr oder falsch sind, kümmert euch nicht. Ihr sagt, daß ihr vom Affen abstammt, und doch bereute sogar Darwin dies auf seinem Totenbett. Ihr würdet euch selbst erniedrigen, um euch eurer intellektuellen Eitelkeit anzupassen, sagt der Herr. Die Schöpfung des Universums war einfach ein Umstand? Ihr seid närrisch in allem, was ihr denkt, sagt der Herr. Ich plante es und dachte darüber nach, jeden Stern und jeden Planeten, jedes Solarsystem, jede Galaxie exakt dorthin zu plazieren, wo sie sind, sagt der Herr. Wenn eine Sonne stirbt oder ein Komet quer durch die Himmel schießt, glaubt bloß nicht an einen Zufall, sondern es liegt an Meiner Göttlichen Ordnung, daß diese Dinge geschehen. Solche unter euch, die sich selbst für intelligent und wohlerzogen halten, sind einige der dümmsten und ständig unwissenden, denn sie weisen ganze Realitäten, vollständige Spektra von Leben zurück, damit sie ihr krankhaft gegründeten, krankhaft empfangenen Meinungen beweisen können. Sie sind verloren, und der Tod wird sie übernehmen, sagt der Herr, wenn sie sich nicht Mir zuwenden.

Ihr möchtet euch selbst von Mir unabhängig machen, sagt der Herr; und ihr möchtet in eure Gräber fallen, völlig verloren und unwissend und eure Leben vergeuden in nutzlosen Worten und Argumenten, die sich als fruchtlos erweisen. Die Existenz von Leben und Universum? Ich erschuf alles, und ihr könnt diese Tatsache nicht ändern, und es ist von Unwichtigkeit, wie oft ihr debattiert oder wie viele Bücher ihr schreibt, weil der Kern eurer Argumentation keinen Bestand hat; ihr seid gegründet auf nichts, sagt der Herr. Ich erschuf alles, und mit einem Schlag Meiner Hand kann Ich es wegnehmen.

Ich habe alle Lebewesen nach ihrer eigenen Art erschaffen, sagt der Herr. Menschen habe Ich nach Meinem Bilde erschaffen, nach Mir. Ich habe euch über alle anderen Kreaturen gestellt und euch ein Herz und Gefühle und Gedanken gegeben, die die Tiere nicht in diesem Niveau haben. Keine Summe an Zeit wird dies ändern, sagt der Herr, da ihr und die Tiere nicht der Evolution unterliegen. Ihr seid nach Meinem Bilde erschaffen, ob ihr wollt oder nicht, sagt der Herr, und in eurem Innern - in eurem Herz und Geist - bin Ich dabei, noch ein anderes Lebewesen, ein solches wie Mich selbst, zu erschaffen. Euer Schicksal ist unsagbar, sagt der Herr, und doch möchtet ihr es sogar jetzt noch verneinen. Aber Mein Plan wird über jedem anderen Plan stehen, einschließlich eurem. Am Ende werdet ihr sterben, und euer Plan mit euch. Aber Ich sterbe nicht, sagt der Herr, und Mein Plan wird Bestand haben.

Ich bitte euch nicht, eins zu werden mit dem Universum; Ich bitte euch nicht, das anzubeten, was erschaffen wurde. Ihr sollt eins werden mit der Schöpfer des Universums; ihr sollt den Schöpfer anbeten, sagt der Herr. Da gibt es nichts, daß Ich nicht erschaffen habe; und Ich billige ein Nachfolgen der Wissenschaft, damit ihr versteht, wie Ich alles an seinen Platz gesetzt habe, sagt der Herr. Und doch ist ein Nachfolgen der physikalischen Wissenschaft leer ohne ein gleichwertiges und größeres Nachfolgen der geistlichen Seite; ein Eintauchen in Meinen Geist, sagt der Herr. Kein anderer Geist ist annehmbar, denn alle anderen Geister sind Lügen Geister, sagt der Herr.

Ich habe alles, was es gibt, erschaffen, und Ich habe euch erschaffen, sagt der Herr; und eine Zeit kommt, wenn ihr gezwungen werdet, dies zu bestätigen. Mein Rat ist, daß ihr euch jetzt selbst demütigt und Mich sucht, denn Ich bin da für alle, die Mich wahrhaft suchen, sagt der Herr. Für die, die an Erweiterung Ihres Wissens interessiert, sollten zum Sitz des Wissens kommen, denn Ich weiß alles und freue Mich, alle eure Fragen zu beantworten, sagt der Herr. Bittet und ihr werdet erhalten.

Legt eure Eitelkeit beiseite, sagt der Herr, denn sie wird euch nur in den Tod führen. Kommt zu Mir und erbittet, was ihr wollt, denn Ich kann all eure Fragen beantworten, sagt der Herr. Kommt zu Mir, Meine Kinder, und bittet um das, was ihr auf eine andere Weise nicht erfahren könnt.

10. April 96 - 3 : 45 p.m. EE 95
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: velvet am 10. Juni 2012, 07:44:06
Hier noch von den Gaben des Hl. Geistes:

Die Gabe der Wissenschaft


An zweiter Stelle vervollkommnet unsere Erkenntnis die Gabe der Wissenschaft. Sie ist ein besonders übernatürliches Licht des Heiligen Geistes, das uns zeigt, wie glaubwürdig und annehmbar die Wahrheiten des Glaubens sind, und zwar aus Gründen, die geschöpft sind aus dem Reiche des Geschaffenen.
Die Gabe der Wissenschaft ist also eine Erkenntnis, verbunden mit einem sicheren Urteil über die Glaubwürdigkeit der Offenbarung und dadruch unterscheidet sie sich von der Gabe des Verstandes.
Während die Gabe des Verstandes uns bloß den Sinn der Glaubenswahrheiten vermittelt, geht die Gabe der Wissenschaft weiter und gibt uns Gründe zur Annahme des Glaubens, erleichtert und befestigt denselben in uns. So stimmt auch der Name dieser Gabe mit ihrem Wesen überein. Wissen heißt ja erkennen durch Grund und Ursache.
Von dem Glauben unterscheidet sich die Gabe der Wissenschaft durch den Beweggrund. Der Glaube nämlich hält die Offenbarung für wahr einfach deswegen, weil Gott es sagt, ohne sich auf andere Gründe und Nachweise einzulassen. Die Gabe der Wissenschaft aber erleichtert oder bestärkt die Annahme des Glaubens, indem sie uns die Angemessenheit der gläubigen Annahme zeigt aus Gründen, die uns die Übereinstimmung der geoffenbarten Wahrheit nachweisen mit der geschaffenen Ordnung. Das Besondere und Unterscheidende dieser Gabe liegt also nicht im Gegenstande - derselben kann jede Wahrheit des Glaubens, auch die erhabenste, Gott selber, sein, - sondern in dem Beweggrund oder dem Nachweis, weshalb wir sie für wahr halten.
Die Gabe der Wissenschaft enthüllt uns vor allem die natürliche Schönheit und Erhabenheit der Tugenden und deren Angemessenheit und Übereinstimmung mit unserer adlen und von Gott geschaffenen Natur; wir lernen durch diese Gabe den Wert des Lebens und der zeitlichen Güter schätzen und sie recht gebrauchen; das Licht dieser Gabe vervollkommnet in uns die Selbst- und die Menschenkenntnis und erleichtert uns überhaupt das Leben nach der Vernunft und dem Adel unserer Natur.
Vermittelst dieses Lichtes dringen wir auch in die Ratschlüsse Gottes in Leitung und Führung einzelner Menschen und ganzer Völker ein und erkennen die Absichten und Zwecke in den göttlichen Zulassungen. Es ist eine Art religiös-politischen Scharfblickes, den wir gewinnen und der uns auf einen erhabenen Standpunkt der Anschauung in der Philosophie der Menschen- und Kirchengeschichte erhebt. Jede Kenntnis aus der Ordnung der geschaffenen Natur, insofern sie uns durch ein besonderes Licht des Heiligen Geistes vermittelt wird und dazu dient, unser Herz für die übernatürliche Wahrheit geneigt zu machen, fällt in den Umfang der Gabe der Wissenschaft.
Sie führt uns immer tiefer in die Geheimnisse des Glaubens ein und stärkt und erweitert ihn durch den überraschenden und wohltuenden Einblick in die Übereinstimmung des Glaubens mit der niedern Ordnung der Natur; sie zeigt, wie das Niedere für das Höhere da ist, und wie alles Geschaffene in den göttlichen Ideen ein herrliches und großartiges Ganze bildet.
Ebenso wohltätig wirkt diese Gabe auf die übrigen Tugenden; sie zeigt uns deren Erhabenheit und leitet uns an zur gründlichen Abkehr vom Irdischen und zur Hinkehr zu Gott.
Die Gabe der Wissenschaft leitet den Menschen an, mit anbetendem Staunen in das herrliche Buch zu schauen, das von innen und außen beschrieben ist, in das geschaffene Weltall, aus dem eine klare Erkenntnis Gottes leuchtet; soviel Gattungen von Kreaturen, soviel Stimmen des Lobpreises; sie befähigt den Menschen, auch andere anzuleiten, ihnen zu sagen, was ihnen im Streben nach christlicher Vollkommenheit paßt und hilft, je nach den Verhältnissen und Bedürfnissen.
Was diese Gabe in uns nähren und vermehren kann, ist neben Herzensreinheit, Gebet, besonders die Andacht zum Heiligen Geiste und ein rechtes Vertrauen auf ihn.
Wo also der Heilige Geist sein Willen als Gabe dem Christengeiste schenkt, da sieht der Christ überall seinen Gott und Vater; er sieht ihn in der Pracht der Blumen, in der Herrlichkeit des Waldes, beim kühlen Brünnlein, im grünen Talesgrunde und im prächtigen Alpenglühen; im lieblichen Morgenrot wie im furchtbaren Gewitter; in der warmen Julisonne und im freundlichen Blinken des Abendsternes. Er sieht Gott auch in der Geschichte aller Menschen, nicht bloß, wenn er gottlose Leute offenkundig straft, sondern auch, wenn er Gerechte prüft und im Feuer der Trübsal läutert, damit sie als Gold zu Tage treten; er sieht Gott im Leben der Heiligen und in ihren Wundern und Tugenden.
Eine besondere Frucht der Gabe der Wissenschaft verleiht der Heilige Geist dem frommen Christen, wenn er ihn den Gottmenschen in seiner Herrlichkeit kennen läßt und uns die Wissenschaft des heiligsten Herzens Jesu lehrt. Es liegen wunderbare Schätze von Gnade und Wahrheit und Erbarmung im heiligsten Herzen Jesu verborgen. Aber der Heilige Geist hat es in unsern Tagen Millionen guter Christen gegeben, diese Schätze zu entdecken. Darum kommen sie auch in alle Weltteilen so zahlreich zum Herzen Christi und unzählige Gnaden heraus, von denen die Kinder der Welt keine Spur haben und daran vorbei gehen, wie der Blinde an einem Goldhaufen, den er nehmen könnte, wenn er davon wüßte. Ja, es ist lautere Wahrheit, es ist der Heilige Geist, der die Gläubigen das heiligste Herz Jesu kennen lehrt und so Christi Wort bis zur Stunde wahr macht: "Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem Meinigen nehmen und euch kund tun."
Der Glaube allein nützt dir nichts; du mußt nach dem Glauben leben; der Glaube zeigt dir im allgemeinen den Weg, den du gehen mußt, um in den Himmel zu kommen. Es gibt aber auch viele Irrwege. Da braucht es ein genaues, klares, scharfes Wissen und Kennen, was der rechte und was der Irrweg ist. Auch das nun hast du vom Heiligen Geist in der kostbaren Gabe der Wissenschaft erhalten. Gott gebe, daß du sie nicht in dir zerstört hast.
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: Mariae am 10. Juni 2012, 13:14:11
Kurz gesagt : Die Wissenschaft verkommt dann zur Torheit, wenn sie geoffenbarte Glaubenswahrheiten glaubt widersprechen zu können. Die Wahrheit kommt von Gott , keine menschliche "Erkenntnis" kann sich über seine Weisheit stellen . 
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: ChrS am 10. Juni 2012, 13:59:05

Zitat
Jesod hat nie bestätigt, dass er Freimaurer ist, er hat es verneint. Es ist armselig, wenn man keine Argumente mehr findet unter die Gürtellinie zu schlagen nur um Recht zu bekommen.

Wenn man keine Argumente mehr findet? Ich habe wohl für den Anfang genug gebracht, die bislang von niemandem widerlegt wurden. Jesod war als "Matthew" bei uns im Forum der Katholischen Tradition angemeldet und ich habe öfter mit ihm per PM geschrieben. Er hat sich mir als Freimaurer zu erkennen gegeben und mir auch einiges über die Freimaurerei erklärt (u.a. das niemand Freimaurer werden kann, der nicht an "Gott" glaubt).
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: velvet am 10. Juni 2012, 14:47:52
Mariae, Deine Schlussfolgerungen kann ich nicht nachempfinden, denn man kann auch keinen Hut mit einem Schuh vergleichen.

Der Glaube und die Wissenschaft müssen sich nicht zwangsweise  widersprechen, das Eine kann das Andere unterstützen als Beispiel möchte ich die Schriftrollen von Qumran aufzeigen, die mit  Hilfe der Wissenschaft und ihren Prüfmethoden als echt bestätigt werden konnten. Auch wurde erst durch die Wissenschaft klar wie kompliziert und perfekt der Mensch aufgebaut ist.

Die Darwinsche Theorie ist längst verworfen und von ihm selbst wiederrufen worden.
Meiner Ansicht nach kann die Wissenschaft unseren Glauben unterstützen.

Genauso wie es im Glauben viele Irrlehren gibt, gibt es in der Wissenschaft schwarze Schafe und genauso wie wir diese Irrlehren widerlegen, so werden auch falsche Theorien in der Wissenschaft widerlegt, sobald neue Erkenntnisse bestehen. Es ist allerdings bei weitem leichter eine wissenschaftliche Theorie zu verwerfen als einen Irrglauben, denn in der Wissenschaft gibt es die Beweispflicht, während in der Religion nicht alles bewiesen werden kann.

Chrs
was Jesod auf einer anderen Webseite äussert kann ich nicht wissen, ob seine Identität die gleiche ist, weiss ich auch nicht, ich kann nur auf das reagieren, was hier gesagt wird, aber man kann ihn ja fragen, wenn er hier wieder aktiv ist.
Wenn er Freimaurer der unteren Ränge ist, glaubt er die beten Gott an, doch dieser Gott heisst Luzifer und das erfahren leider erst die oberen Ränge, es sind schon viele wieder ausgetreten, wenn sie das geschnallt haben. Solange er meint unseren Gott anzubeten ist er nicht verloren und kann umkehren.
Ihn aiuf den richtigen Weg zu bringen sollte uns wichtiger sein, als zu urteilen, was uns einfach nicht zusteht.

Keiner von uns sieht in das Herz des anderen, aber Gott sieht es was unsere Beweggründe sind.  Was soll das selbstgerechte Urteilen über einen anderen Menschen, dieses Denken , dass einer höher steht als der andere, dieses Streiten um Worte, wie es die Schriftgelehrten einst handhabten? Dieses Imponiergehabe und Geltungsbedürfnis ist nicht der Weg zur Nächstenliebe und auch nicht zu der Liebe zu Gott. Denkt zurück an die ersten Christen, die eine Gemeinschaft bildenten und dadurch die Verfolgungen überlebt haben, es wird Zeit diesen Geist der Gemeinschaft zu verbreiten und zu leben.

velvet
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: Mialein am 10. Juni 2012, 16:32:26
Hallo ihr Lieben,

ich bin neu hier und habe mich gerade so durch dieses Thema gelesen.

Erst wollte ich nichts dazu schreiben, aber ich habe mich anders entschieden.

Dieses Thema finde ich sehr interessant. Mir sind da eben beim lesen spontan zwei Gedankengänge durch den Kopf gegangen.

Der erste war: Ich habe vor einigen Jahren von einem Priester gehört, dass wir viel für die Wissenschaftler beten sollen.

Der zweite war: Es hätte hier Niemand eine Macht über etwas, wenn sie ihm nicht von Oben gegeben wurde.

Ich hoffe ihr nehmt mir das jetzt nicht übel.

Ich hatte einfach ein inners Bedürfnis dies zu schreiben, ganz ohne viel nachzudenken.

Euch allen noch einen gesegneten Sonntag.

Mialein.
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: velvet am 10. Juni 2012, 17:31:16
Liebe Mialein,
Schön, dass Du geschrieben hast, ich will versuchen Dir zu antworten:

zu 1. in irgendeiner Prophezeihung habe ich gelesen, dass die wissenschaftler noch von den Menschen verflucht werden würden und verfolgt.
Das kann ich mir schon vorstellen, denn Wissenschaft ist nicht gleich Wissenschaft. es gibt Zweige, die Genetik z.B. in denen Experimemte laufen, die Kreaturen schaffen, die wider die Natur sind und da ganz extrem in Gottes Schöpfung eingreifen. Dann gibt es Psychologen, Psychiater, Sozialingenieure, die helfen die Massen zu manipulieren und das nicht erst seit gestern. Es gibt also auch wissenschaften, die nicht nur gegen den Glauben, sondern auch gegen den Menschen arbeiten.
 zu 2. es ist richtig, dass nichts geschehen kann, was Gott nicht zulässt. Gott schafft diese Dinge aber nicht, er lässt sie zu, um uns das Werk Satans erkennen zu lassen. Damit wir sehen, dass Satan die Menschen hasst und sie vernichten will und Gott die Wahrheit und das Leben ist, dass wir umkehren zu ihm und seine Liebe erkennen.

velvet

P.s. Keiner nimmt Dir übel, wenn du hier schreibst, im Gegenteil, wir freuen uns darüber!
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: ChrS am 10. Juni 2012, 18:37:55
Zitat
was Jesod auf einer anderen Webseite äussert kann ich nicht wissen [...] Was soll das selbstgerechte Urteilen über einen anderen Menschen [...]?

Ich habe über niemanden selbstgerecht geurteilt. Dagegen hast Du mir vorgeworfen, dass mein Vorgehen "armselig" sei, dass ich "keine Argumente" habe, obwohl ich schon genügend vorgebracht habe, gegen die bisher nichts geschrieben wurde. Und weiter hast Du mir vorgeworfen, ich würde deshalb "unter die Gürtellinie [...] schlagen nur um Recht zu bekommen", womit Du wohl gemeint hast, dass ich schrieb, dass Jesod ein Freimaurer ist, was er mir aber ganz offen geschrieben hat. Ich verstehe die ganze Aufregung darum nicht. Wenn sich hier wer aufregen könnte, dann ich. Aber da denke ich lieber an die Worte des hl. Josemaría Escrivá: "Was willst du dich ärgern, wenn du damit Gott beleidigst, deine Mitmenschen belästigst, dir selber eine schlechte Stunde bereitest ... und dich schließlich doch wieder beruhigen musst?" (Der Weg, Punkt 8).

Zitat
Meiner Ansicht nach kann die Wissenschaft unseren Glauben unterstützen.

So muss es auch sein. Wahre Wissenschaft und wahrer Glauben stehen im Einklang miteinander. Wie könnte es anders sein? Die Wissenschaft bestätigt die göttliche Offenbarung und die göttliche Offenbarung die wahre Wissenschaft. Dagegen handelt es sich um eine irregeleitete Wissenschaft, wo diese der göttlichen Offenbarung - also dem, was sicher wahr ist - widerspricht. Und es handelt sich nicht um die göttliche Offenbarung oder ein falsches Verständnis von ihr, wo diese der wahren Wissenschaft widerspricht.
Titel: Antw:Kann Naturwissenschaft Gott "widerlegen"?
Beitrag von: velvet am 10. Juni 2012, 19:46:41
Lieber Chrs,

mit dem selbstgerechten Urteil, habe ich ganz allgemein gesprochen und nicht Dich persönlich gemeint.

Dass Du Argumente gebracht hast, habe ich schon gesehen, doch ich dachte um das ganze zu unterstreichen hättest du das mit dem freimaurer erwähnt.
Ich kenne seine wahre Identität nicht und kann deswegen auch nichts dazu sagen.

velvet