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Empfehlungen => Kalenderereignisse => Thema gestartet von: velvet am 07. Juli 2012, 20:56:02

Titel: Hl. Kilian Bischof von Würzburg Märtyrer
Beitrag von: velvet am 07. Juli 2012, 20:56:02
Hl. Kilian Bischof von Würzburg Märtyrer

(http://www.holzfiguren2004.de/images/3201bischof.jpg)

Der Heilige Kilian (* vielleicht um 640 in Mullagh, County Cavan, Irland; † 689 in Würzburg) ist der Schutzheilige der Stadt und des Bistums Würzburg. Dem Frankenapostel wurde der Würzburger Dom geweiht.

Kilian soll ein iro-schottischer Missionsbischof gewesen sein. Der Name Kilian wird in älteren Namensbüchern meist mit "Kirchenmann" übersetzt, was sich vermutlich auf seinen berühmtesten Träger bezieht und als eigentlicher Sinn des Wortes nicht in Frage kommt. Wahrscheinlicher erscheint, dass der Name der keltischen Urform Ceallach entstammt und Krieg, Kampf, Kämpfer bedeutet.
Da die beiden ältesten Heiligenleben, die Passio minor[1] und die jüngere Passio maior[2] erst aus dem 9. Jahrhundert stammen, ist allen hier gebotenen Angaben zum Leben Kilians mit größter Skepsis zu begegnen, zumal es keine Kontinuität des Kults zwischen Tod (angeblich 689) und Erhebung der Gebeine (752, im sachlichen Zusammenhang mit der Gründung des Bistums Würzburg 742) gegeben zu haben scheint. So ist es höchst zweifelhaft, ob der in der Tradition der irischen Peregrinatio wurzelnde Mönch Kilian tatsächlich Bischof war und als solcher missionierte und taufte. Noch unwahrscheinlicher ist die behauptete Romreise zu Papst Konon. Beide Motive entsprechen nämlich der späteren Tradition der angelsächsischen Mission und sind offenbar konstruiert worden, um Kilian als Vorläufer des angelsächsischen Missionsbischofs und päpstlichen Legaten Bonifatius darzustellen. Damit fällt aber die einzige Angabe, der Pontifikat des Konon (686/689), aus der sich ein präzises Datum gewinnen lässt und von dem aus die übrigen Zeitangaben errechnet wurden. Nach dieser Berechnung kam Kilian 686 n.Chr. mit seinen elf Begleitern (zusammen also die Zwölfzahl der Apostel!) bzw. nach der jüngeren Vita mit zwei Gefährten (ein Topos der asketischen Tradition), Kolonat und Totnan, nach Würzburg. Er soll hier und in der Umgebung gepredigt und missioniert haben und sei dann (ca. 689) gemeinsam mit seinen Begleitern ermordet worden, nach dem Martyrologium des Hrabanus Maurus vom Herzog, die Passiones dagegen legen die Ermordung Gailana, der Frau des fränkischen Herzogs Gozbert von Thüringen, zur Last. Sie war die Witwe seines Bruders und ihre Heirat mit Gozbert galt daher nach christlichem Kirchenrecht als Blutschande. Kilian soll den bereits getauften Herzog gedrängt haben, die Verbindung aufzulösen. Gailana nutzte eine Abwesenheit ihres Mannes, den Bischof und seine beiden Gefährten ermorden zu lassen, ein Motiv, das aus der Korbiniansvita des Arbeo von Freising übernommen sein dürfte. Die Leichen sollen im Pferdestall der Herzogsburg (an der Stelle der heutigen Neumünsterkirche) verscharrt worden sein.
Im Jahr 752 wurde, wohl auf Initiative des Bonifatius, die Auffindung der Reliquien von Bischof Burkhard, dem ersten Würzburger Bischof, inszeniert und wahrscheinlich durch das nach späterer Tradition angeblich im Grab erhalten gebliebene Kiliansevangeliar (Würzburg, Universitätsbibliothek, M.p.th.q.1a), eine Evangelienhandschrift des frühesten 7. Jahrhunderts aus Gallien, beglaubigt.[3]

Heute werden die Gebeine der drei Heiligen in einem Reliquienschrein von Heinrich Gerhard Bücker in der Krypta der Neumünsterkirche aufbewahrt, die Schädel befinden sich in einem Schrein aus Bergkristall, der in den Altar des Kiliansdoms eingelassen ist. Während der Kiliani-Oktav (Woche um den 8. Juli) wird der Schrein mit den Schädeln öffentlich ausgestellt. Zu dieser Zeit findet auf dem Talavera-Festplatz in Würzburg das Kiliani-Volksfest und auf dem Marktplatz die Kiliani-Verkaufsmesse statt.

Die frühesten sicheren Zeugnisse für die Verehrung Kilians finden sich im Kalendar des Godescalc-Evangelistars (Paris, Bibl. nat., Nouv. Acq. lat. 1203) von 781-783, in einem auf vor 838 zu datierenden Nachtrag einer Würzburger Handschrift des Martyrologium des Beda venerabilis (Würzburg, Universitätsbil., M.p.th.f.49) und in dem Martyrologium des Hrabanus Maurus (842-856). Eine Fuldaer Handschrift der Passio minor aus dem letzten Viertel des 10. Jahrhunderts enthält den frühesten erhaltene Bildzyklus der Kilianslegende und ist damit das früheste erhaltene Beispiel einer ausführlich illustrierten Heiligenvita überhaupt.
Der Heilige ist Schutzpatron der Städte Würzburg, Heilbronn, Kostheim und der Region Franken sowie der Berufe Weißbinder und Tüchner. Er wird bei Augenleiden, Gicht und Rheumatismus angerufen.