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Allgemeine Diskussionen => Allgemeine Diskussionen => Thema gestartet von: velvet am 16. August 2012, 05:38:30

Titel: Syrische Rebellen verfügen jetzt über erste T-62-Panzer
Beitrag von: velvet am 16. August 2012, 05:38:30
Kopp-online.com
15.08.2012
 
Syrische Rebellen verfügen jetzt über erste T-62-Panzer
Redaktion

Die westlichen und arabischen Unterstützer der syrischen Rebellen haben ihre Militärhilfe durch die Lieferung von 20 T-62-Panzern russischer Bauart aus Libyen noch einmal deutlich ausgeweitet. Die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton gab während ihres Kurzbesuchs am Samstag, dem 11. August, »grünes Licht« für diese erste Lieferung schwerer Waffen an die Rebellen. Dies soll aber nur das Vorspiel für den nächsten Schritt in diesem Krieg sein.

(http://info.kopp-verlag.de/data/image/redaktion/2012-08/Syrische%20Rebellen%20verfgen%20jetzt%20ber%20erste%20T62Panzer/shutterstock_91945229.jpg)
Katar übernimmt die Finanzierung der Panzer. Die Regierung Obama stimmte darüber hinaus der Lieferung von FIM-92-Stinger-Boden-Luft-Raketen an die Freie Syrische Armee (FSA) durch die Türkei zu, wie ebenfalls am 11. August berichtet wurde.

Bereits am Montag gelang den Rebellen zum ersten Mal in ihrem seit 18 Monaten andauernden Aufstand gegen das Assad-Regime über der im Nordosten des Landes gelegenen Stadt Dair az-Zur der Abschuss eines syrischen Kampfflugzeugs vom Typ MIG-21, wobei Stinger-Raketen, die von einer einzelnen Person abgeschossen werden können, zum Einsatz gekommen sein sollen. Die

syrische Regierung machte für den Absturz technische Probleme verantwortlich, aber die Rebellen veröffentlichten daraufhin Fotos des gefangengenommenen Piloten, Oberst Rafik Mohammed Suleiman, der von bewaffneten syrischen Rebellen umgeben war.

Damit ist der Syrienkonflikt in eine neue Phase eingetreten, die als Vorbereitung auf die Errichtung so genannter »Sicherheitszonen« im Landesinneren gilt, die die FSA und andere Rebellengruppen dann mit Waffengewalt verteidigen wollen.

Berichten aus Ankara zufolge hat die Türkei bereits Pläne für solche sicheren Rückzugsgebiete ausgearbeitet, die von fünf bis zu 25 Kilometer tief im Landesinneren im Grenzgebiet zur Türkei und dem Irak errichtet werden sollen. Ankara geht es weniger um die militärischen Aspekte dieser Sicherheitszonen. Diese sollen vielmehr der Türkei Entlastung im Zusammenhang mit den Flüchtlingsströmen aus Syrien bringen. Hunderttausende sind bereits in die Türkei geflüchtet, und ihre Zahl nimmt täglich zu. Da diese Flüchtlinge oft völlig mittellos ins Land strömen, wird ihre Unterbringung und Versorgung für die Türkei immer schwieriger.

Die Lieferung der Panzer und der Stinger-Raketen ermöglicht die Verteidigung der Schutzzonen gegen die Kampfflugzeuge und Panzer Assads, die bisher sowohl in der Luft wie auch am Boden massiv überlegen waren.

Die 20 T-62-Panzer mit einem 115-Millimeter-Geschütz waren in der vergangenen Woche in dem türkischen, an der Südostküste des Landes gelegenen, Hafen İskenderun angekommen und trugen bereits die Kennung der FSA. Sie wurden dann an Rebellengruppen übergeben, die bereits in Panzerkriegführung ausgebildet waren, und befinden sich jetzt auf dem Weg in den Norden Syriens.

Aus Militärkreisen heißt es, Assad stehe jetzt vor schicksalhaften Entscheidungen. Die Lieferung schwerer Waffen an die syrischen Rebellen, der Abschuss eines Kampfflugzeugs durch eine Stinger-Rakete und die drohende Errichtung von Sicherheitszonen, die das Land zerteilen könnten – alles dies sind aus seiner Sicht düstere Vorzeichen dafür, dass sich der der Krieg nun gegen ihn wenden könnte.

Solange er sich an die Macht klammert und eine Flucht ablehnt, wächst die Gefahr erheblich, dass er als letztes Mittel zu nichtkonventionellen Waffen greift, um sein Regime zu retten. Er kann kaum weiter militärisch gegen die Rebellen vorgehen, wenn seine Streitkräfte ständig das Gesicht verlieren, weil sie weltweit im Fernsehen vorgeführt werden, wie sie Kampfflugzeuge verlieren, die in der Luft explodieren und deren Trümmer begleitet von dunklen Qualmwolken auf den Boden herabstürzen – ganz offensichtlich von einer feindlichen Rakete getroffen.

Israel, die Türkei und Jordanien bereiten sich deshalb auf einen Angriff Syriens mit biologischen und chemischen Waffen vor. Sie haben zusammen mit den USA Gruppen gebildet, die Gegenmaßnahmen sowie für den Notfall medizinische Versorgung vorbereiten, sollten die genannten Länder und dort befindliche amerikanische Militäreinrichtungen mit nichtkonventionellen Waffen angegriffen werden.

Aufgrund ihrer Überzeugung, Israel habe keine Zeit zu verlieren, trafen der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und sein Verteidigungsminister Ehud Barak am vergangenen Montagabend zu einer Nachtsitzung zusammen. Am folgenden Dienstagmorgen stand dann fest, dass der frühere Chef des Geheimdienstes Schin Bet und Sicherheitsminister Avi Dichter mit sofortiger Wirkung zum Heimatschutzminister ernannt werden soll. Er löst damit Matan Vilnai ab, der als Botschafter nach China entsandt werden soll.