Hl. Anastasius der Tuchwalker, Patron von Split
(http://www.mdc.hr/split-arheoloski/media/salona/salona-14.jpg)
Anastatius entstammte einer vornehmen Familie. Er wurde Christ und nahm sich Paulus' Ratschlag aus dem 1. Thessalonicherbrief (4, 11), "mit den eigenen Händen zu arbeiten", zu Herzen; deshalb ging er nach Salona - dem heutige Solin - und versah das Handwerk eines Tuchwalkers *. Als er sich offen zum Christentum bekannte und ein Kreuz an seinem Geschäft anbrachte, wurde er gefangen genommen und mit einem Sterin um seinen Hals ertränkt.
Glaubensgenossen bargen Anastatius' Leichnam und bestatten ihn. Über seinem Grab wurde eine Kirche errichtet. Als 614 die Stadt durch die Awaren zerstört wurde und die Bewohner auf die Inseln und nach Spalato - dem heutigen Split - flohen, wurden seine Reliquien auch in diese Stadt gebracht. In der dortigen Kathedrale befindet sich der 1448 von Juraj Dalmatinac geschaffene Altar des Heiligen.
Die Entwicklung der salonitanischen kristlichen Gemeinschaft beginnt Mitte des 3. Jh. mit dem ersten salonitanischen Bischof Venancije, der aus Rom mit der Aufgabe kam, den Glauben in der Provinz Dalmatien zu verbreiten. Den Vertreibungen des Kaisers Diokletian fielen in Salona im Jahr 304 zahlreiche Christen zum Opfer, unter welchen sich auch der aus Syrien stammende Bischof Domnius befand, das angesehenste Mitglied der kristlichen Gemeinschaft.
Nach dem Mailänder Edikt von 313, mit dem die freie Glaubensbekennung erlaubt wird, beginnt das ruhmvolle Zeitalter der salonitanischen Geschichte. In Salona entwickelt sich eine starke christliche Gemeinschaft, und Anfang des 5. Jh. wird der salonitanische Bischof zum Metropolit von Dalmatien. Es werden zahlreiche Kirchen gebaut, die gänzlich sein urbanistische Bild geändert haben. Das Stadtzentrum wird vom Forum in den östlichen Teil der Stadt verlegt, nahe an den Ort, wo eine Kulttradition schon zu Zeiten der Verfolgungen bestanden hat. In einem nahegelegenen privaten Haus befand sich die älteste Hallenkirche (domus ecclesiae), die oratorium A genannt wurde. An diesem Platz haben sich die salonitanischen Christen in der zweiten Hälfte des 3. Jh. und Anfang des 4. Jh. heimlich getroffen. Südöstlich vom Oratorium A entsteht im 5. Jh. ein repräsentatives kristliches Zentrum, das episkopale Zentrum, mit zweifachen Basiliken (errichtet über der älteren Kirche aus der Mitte des 4. Jh.), Taufkapelle und Bischofspalast.
Die älteste Friedhofsbasilika wurde in der Mitte des 4. Jh. auf Kapljuc, über den Gräbern von fünf Märtyrern (Prister Asterius und vier Soldaten der kaiserlichen Leibgarde) errichtet. Auf Marusinac wurden in das Familiengrab (Mausoleum) die sterblichen Überreste des Märtyrers Anstasius gelegt, welcher mit einem Mühlstein um den Hals in die salonitanische Bucht geworfen wurde. Anfang des 5. Jh., östlich vom Mausoleum, wird einen große Basilika gebaut und der Sarkophag von Anastasius in das Presbyterium verlegt. Neben dieser wurden die Reste noch einer Basilika entdeckt, für die man glaubt, daß sie keine Dachkonstruktion hatte und deshalb als offene Basilika bezeichnet wird (basilica discoperta).
Bischof Domnius (Hl. Duimus, später Patron der Stadt Split) wurde nach einem Märtyrertod in der Arena des salonitanischen Amphitheaters im Jahre 304 auf Manastirine beigesetzt, und über seinem Grab wurde eine Memorialkapelle errichtet. Bald wurden ringsum ähnliche Kapellen errichtet, in denen Kristen beigesetzt wurden. Im 5. Jh. errichtet Bischof Gaius eine große Basilika mit drei Schiffen, in deren Presbyterium sich das Grab des Märtyrers Domnius befand, neben welchen während des 4. und 5. Jh. salonitanische Bischöfe, seine Nachfolger, beigesetzt wurden.