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römisch-katholisch => Fragen und Themen zum Glauben allgemein => Thema gestartet von: leidfragend am 03. September 2012, 17:39:54

Titel: Fragen und Zweifel am Glauben....
Beitrag von: leidfragend am 03. September 2012, 17:39:54
HI Allerseits.
Freue mich hier so schön fragendes und denkendes aber auch gaubendes Forum gefunden zu haben.

Mich quälen immer wieder Fragen zum Glauben, mal sind sie leicht zewifelnd, dann mal wieder interessiert, und  mal
eine Mischung oder anderer Kategorie.
Ich bin aufgrund einer Depression mit Angst in Situationen gekommen, wo ich gemerkt habe,und daran erinnert worden bin (evtl wusste ichs als glaubendes Kind besser...) dass es
da mehr geben muss, als die Welt, wie sie in den Medien oder durch die Umwelt erklärt wird.

Der Weg zum Glauben begann erneut. Seit einigen Jahren bin ich wöchentlich in der Messe, habe den Rosenkranz gelernt,
versuche jeden Tag christliche Medien statt "Massenmedien" einzuschalten, und versuche mich "auszurichten" auf Gott und es so gut wie möglich zu leben.

Aber manchmal dann diese Zweifel...
Warum das Christentum?
Der sich quälende Mensch, der von Gott erettet wordne ist: Das gabs doch bei Eliah (Depression) oder Hjiob ( Schicksalschläge auch)

Ok, der kranke Mensch, der direkt von Gott geheilt wird, oder den leidenden Gott (jesu am Kreuz), das gabs im AT nicht,
aber dass Gott den Menschen mal nah und mal fern ist kennen wir doch aus dem AT....


Der Heilige Geist,...ich verstehe manchmal nicht den UNterschied...was wäre wenn Jesu einfach gesagt hätte..ich gehe zum Vater zurück aber Gott wird Euch immer nah sein (ist doch die Eigenschaft des Heiligen Geistes oder?)
Maria als unbefleckte Jungfrau, wow, ich liebe es oft den Rosenkranz zu beten, und ihr für das Vertrauen zu danken dass sie in Gott hatte, keine Zweifel, und dann Jesu Mut(bzw den "Befehl") zugesprochen zum ersten Wunder (auf der Hochzeit)...
Alles heilige Eigenschaften, ...
ich meine wenn Jesu wirklich gelebt hat und diese Wunder geschafft hat und uns zum Herrn bringt...es gibt kein größeres Geschenk, aber ich habe einfach durch (auch eigenes Leid) manchmal die Frage, ob
das Christentum nicht einfach da ist, wenn man in der Welt versagt, oder abgelehnt wurde, um sich immer mehr Schwäche eingestehen zu können, aber evtl da nie wieder rauszukommen (Bsp bei mir Depression oder so...)

Ich mache den Glauben nicht davon abhängig ob Gott mir ein schönes Leben schenkt (bin kein Fan vom "Wohlstandsevagelium"), aber könnte man sich das nicht einfach machen wie die Buddhisten und sagen"erde und Ego = leid, und wenn das nicht mehr da ist gibts Nirwana = Paradies)?
Oder wie die Juden, die sich nur auf die Ausrichtung der Gebote richten, und sich immer nur diesen Maßstab nehmen, ohne auf Jesu zu vertrauen?

Ihr seht ich bin gläubig aber etwas durcheinander ...
Schöne Grüße!
Titel: Antw:Fragen und Zweifel am Glauben....
Beitrag von: LoveAndPray85 am 03. September 2012, 20:46:23
                                     
                                (http://wegwahrheitleben.files.wordpress.com/2010/05/pfingsten-taube.png%3Fw%3D380)

   Heiliger Geist!

Siehe, meine Schwester ist auf der Suche nach der Wahrheit.
Jesus hat uns gesagt: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben".
Lass sie erkennen, dass Seine Worte wahr sind,
dass Er allein es ist, der uns ewiges Leben gibt!...
Ewiges Leben, das schon hier auf der Erde seinen Anfang nehmen kann,
indem wir uns für Ihn, für Jesus - den Herrn - entscheiden und mit Ihm
gehen!
Heiliger Geist, meine LIEBE, lass sie Dein Geheimnis verstehen!
Schenke ihr Deine 7 Gaben und 12 Früchte, besonders Liebe, Freude, Friede!


   Jesus,

unser Erlöser! Schenke meiner Schwester Einsicht in die ewigen Wahrheiten.
Du hast gesagt: "Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werdet ihr erhalten!"
Es ist immer mit Deinem Willen übereinstimmend, dass ein Mensch, der Dich
rechten Herzens sucht, auch zu Dir findet... Du bist der GUTE HIRTE,
der Sein Leben gab für die Schafe... Die Schafe, das sind wir!
Zeige ihr, dass, wenn sie den Weg mit Dir geht, Du sie mit Deiner Gnade verfolgen wirst,
mit Deiner Barmherzigkeit! Gib ihr Zeichen Deiner Gegenwart und Deiner Liebe!...
Offenbare ihr, dass es unsere Berufung und Bestimmung ist, eines Tages bei DIR zu sein,
in einem ewigen Glück Dich von Angesicht zu Angesicht zu schauen.


   Allmächtiger Vater,

ich bitte Dich im Namen Deines Sohnes, unseres Herrn, Jesus Christus,
erhöre meine Bitten und schenke ihrem Herzen, dem Herzen Deines Kindes,
den wahren Frieden, der sogar im Kreuz zu finden ist...
Offenbare meiner Schwester den ganzen Reichtum, der in unserer Hl. Kirche
zu finden ist!


  Maria, Mutter Gottes und unsere Mutter,

sieh, Dein Kind hat sich schon Deinem Sohn und Dir genähert. Nie ist es gehört worden,
dass Du ein Kind, dass seine Mutter bittet, nicht erhört hättest... Erweise Deine
Macht und Güte und bitte für sie bei Jesus!


Amen.

(http://www.wallfahrtskloster-bornhofen.de/Bilder/Barmherzigkeit-2008/02.jpg)

Jesus, ich vertraue auf Dich!

Titel: Antw:Fragen und Zweifel am Glauben....
Beitrag von: leidfragend am 04. September 2012, 06:08:18
Hi!
Vielen Dank für die Antwort...
Wunderschön.
Ich werd versuchen es aufzunehmen,
Bin zwar ein Bruder und keine Schwester, dennoch Vielen Dank! ;)



Titel: Antw:Fragen und Zweifel am Glauben....
Beitrag von: vianney am 04. September 2012, 14:45:58
Hallo lieber Bruder,

Das Leiden und das Christentum sind in der Essenz nicht zu trennen. Nicht so wie es die Masochisten tun, und sich im Leiden gefallen. Das Christentum ist auch nicht unbedingt eine Antwortslebensformel auf Leiden nach dem Motto , ich leide also suche ich das Christentum auf als Lösung meines Leidens.

Das Leiden des Christentums entspringt aus seinem Widerspruch mit dem Weltgeist. Dieser setzt den Menschen im Zentrum und dieser darf nicht leiden, er soll sich lieben und dann vielleicht die Freunde und Bekannten, aber der Zeitgeist mag Vergnügen, Spass, Oberflächlichkeit, keine Moral und keine Grenzen . Dagegen hält das Christentum , nach dem Vorbild Jesu, uns ein Leben der Nächstenliebe in Ausssicht, nach dem Motto, liebe Gott, dann den Nächsten, ja sogar deine Feinde, und zuletzt dich. Wenn jemand es ernst meint mit Christus wird er irgendwann geprüft so wie der reiche Jüngling, von dem Jesus verlangte alles zu verkaufen und den Armen zu geben, dann käme er ins Himmelreich. Das christliche Leiden ist ein permanentes Loslassen von dem Erschaffenen und seinem Spassfaktor, um sein Kreuz auf sich zu nehmen, und unter Kreuz kann man vieles verstehen, ja jedes Schicksal eines Christen kann ein Kreuz sein, UM JESUS ZU FOLGEN. Wohin?
Einmal zum Kreuzestod:sich selbst erniedrigen lassen bis zum Verlust seiner selbst.
Einmal zum vater hin, denn wir sind berufen volkommen zu werden, wie der Vater volkommen ist. Dies setzt einen strengen Gehorsam Gott und seinen Geboten voraus, was wiederum ein Leiden und ein Kreuz sein kann. Nicht jeder hat es leicht mit dem Befolgen der Gebote.Da kommt unsMaria mit ihrem Beispiel entgegen: sie war demütig bis zur Zerknirschung ihrerselbst, und gehorsam Gott gegenüber wie ihr Sohn es später sein würde.
Die Nähe Gottes spüren ist eingrosses Geheimnis: Gott ist nicht fühlbar, und seine immense Liebe auch nicht für unsere Sinne. Aber er ist immer bei uns: das ist jetzt eine Glaubenssache und desto höher du deine Seele Gott empor erhebst, desto geliebter wirst du dich empfinden...aber nicht fühlen!!
Jesus ist Gott der Mensch geworden ist um uns die Wahrhaftigkeit der Essenz Gottes mitzuteilen , um für unsere Erlösung zu sterben und um immer bei uns hier auf Erden zu bleiben im allerheiligsten Sakrament des Altares. Das ist das neue was im Alten Testament nicht da war: Gott versöhnt sich mit uns und vergibt die Schuld die niemand im Alten Testament begleichen konnte und schliesst einen neuen Bund mit uns im allerheiligsten Sakramente des Altares , das Symbol und die Wirklichkeit seiner realen Präsenz hier auf Erden .
Und als Hilfe Für uns Christen hat Jesus uns den Heiligen Geist gesandt: dieser ist die Kraft der Liebe die den Vater mit dem Sohn in Gott verbindet. Er ist nicht einfach der Vater, oder der Sohn, er ist eine Emanation aus beiden und kommt nicht so mal daher  sondern wir müssen täglich um die Gabe des Heiligen Geistes bitten damit auch wir beseelt werden mit der Liebesglut die den Vater und den Sohn vereinen und uns zu Helden des Glaubens und der Nächstenliebe macht. Dazu müssen wir aber voller Demut sein und beten, beten, beten,

in Caritas Dei

Dominique
Titel: Antw:Fragen und Zweifel am Glauben....
Beitrag von: Martial am 04. September 2012, 15:05:40
@Leidfragend
Du machst dir genau die gleichen Gedanken, die ich mir seinerzeit machte.
Viele Fragen, keine oder wenig zufrieden stellende, falsche oder verwirrende Antworten.
Unsere Probleme teilen wohl Mio. andere von Menschen auch...
Nun, mit einigem Abstand meine ich zu glauben / wissen, wie man diese Unsicherheit/ Unglauben ändern kann.

Man muss wirklich ohne Hintergedanken aufrichtig suchen!
Gott wird dir all deine Fragen in einem einzigen Augenblick beantworten.
Ja, ich glaube, daß man ein mystisches Erlebnis braucht, eine Vision, Eingebung, Traum oder ähnliches, damit alle Unsicherheiten verschwinden.

Wer suchet, der findet!
Alter Spruch, der sich immer wieder bewahrheitet.
Zum für dich günstigsten Zeitpunkt wird Gott dir die Augen öffnen.
Denn was wäre das für ein Vater?!... Kennst du diesen Bibelvers?

Mt 7,7-11
Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet.
Oder ist einer unter euch, der seinem Sohn einen Stein gibt, wenn er um Brot bittet, oder eine Schlange, wenn er um einen Fisch bittet? Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten.

Lg Martial
Titel: Antw:Fragen und Zweifel am Glauben....
Beitrag von: Logos am 05. September 2012, 23:46:10
Lieber leidtragend,

ich war seinerzeit auch sehr froh, bzw. bin es immer noch! dieses Forum gefunden zu haben, wobei ich Dich auch auf die Website selber mit den vielen informativen Einträgen verweisen möchte. Für mich persönlich sind die Artikel dort jedenfalls eine sehr große Unterstützung.

Du hast auch bereits einige und wie ich finde sehr gute Antworten erhalten, so dass ich selbst dem jetzt auch nichts mehr hinzufügen wüßte.

Du fragst:

Zitat
Warum das Christentum?

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. Johannes 14,6

Zum Thema Leiden und Christentum möchte ich unseren Papst zitieren:

Von den Christen wird mehr erwartet

Unsere menschliche Wirklichkeit ist für das Leben geschaffen und geht in Christus insgesamt auf Gott zu. In dieser Welt bleiben wir vom Leiden nicht verschont; den Christen ist nicht verheissen, dass sie nicht leiden werden. Dies ist nicht die Weise, wie wir erlöst sind. Im Gegenteil, Augustinus sagt, uns wird mehr zugemutet, weil Gott von uns mehr erwahrtet, einen tieferen und radikaleren Einsatz für die Geschichte, aber gerade so, indem wir Tieferes wagen und Leid auf uns nehmen, erfahren wir die Grösse des Lebens, seine Schönheit und seine Freude. In allem, was wir tun und erleiden, trägt uns die Hoffnung, dass das Leben Christi in uns wirkt und dass wir an seiner Fülle Anteil erhalten werden. Wie Paulus sagt: "sind wir mit Christus gestorben, so glauben wir auch, dass wir mit ihm leben" (Röm 6,8).

(Generalaudienz, 5. November 2008)