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Empfehlungen => Kalenderereignisse => Thema gestartet von: velvet am 23. September 2012, 13:26:27

Titel: Hl. Lioba,Äbtissin von Tauberbischofsheim
Beitrag von: velvet am 23. September 2012, 13:26:27
Hl. Lioba,Äbtissin von Tauberbischofsheim

(http://www.netzwerk-familie-tbb.de/dynamic/bildgalerie/thumbnails/lioba.gif)

    


Urkunde über die Schenkung Karls des Großen an die hl. Lioba vom 28. Juli 782

 (http://schornsheim.sc.funpic.de/2d5c2330.jpg)

Die hl. Lioba

Karl der Große gab die Kirche des Fiskus Schornsheim mit ihrer Ausstattung (auch mit Grund und Boden) zunächst als beneficium,

d.h. in diesem Fall zur unentgeltlichen Nutzung, an die hl. Lioba. Lioba, mit angelsächsischem Namen eigentlich Leofgyth, war in

England in den Klöstern Minister auf der Insel Thanet in Kent und Wimborne in Dorset erzogen worden. Sie hatte nach angel -

sächsischem Brauch als Frau eine sprachliche und theologische Ausbildung erhalten, welche der eines Mannes völlig gleichkam.

Sie war eine Verwandte des hl. Bonifatius und er bewahrte ihr immer eine besondere Zuneigung. Deshalb fand Bonifatius der am

fränkischem Klerus Roheit und Ungebildetheit auszusetzen hatte, die nach seiner Ansicht Reste heidnischen Aberglaubens waren,

durch eine bessere Ausbildung in den Klöstern Abhilfe zu schaffen. Lioba war für ein solches Programm bestens geeignet, sie richtete

in Tauberbischofsheim in einem Hofgut ein Kloster ein, das bald eine Art Hochschule für Nonnen wurde. Lioba lebte aber nicht

ausschließlich im Konvent an der Tauber, sondern unternahm regelmäßig Visitationsreisen in andere Frauenklöster die ihr

unterstellt waren. Erst im Alter zog sie sich nach Schornsheim in das Kloster zurück, das sie als Alterssitz auserwählt hatte und

starb dort am 28. September 782. Bis heute wird die hl. Lioba noch in Schornsheim verehrt, die kath. Kirche ist nach ihrem Namen

benannt und auf dem Dorfplatz wurde ein Brunnen erbaut, in dessen Mittelpunkt die hl. Lioba steht.

Verehrung Liobas


Bonifatius hatte verfügt, dass Liobas Leichnam in seinem Grab beigesetzt werden sollte. Die Bestattung ihres Leichnams in der Klosterkirche Fulda, jedoch nicht im Grab des Bonifatius, und die spätere Transferierung ihrer Gebeine auf den Petersberg können einerseits als Versuch interpretiert werden, das „geistliche Paar“ Bonifatius und Lioba zu trennen, andererseits aber auch als Möglichkeit, Frauen die Gelegenheit zur Verehrung Liobas in einer eigenen Kultstätte zu geben. Die Verehrung Liobas, die sich in der Aufnahme im Festkalender und den Litaneien mittelalterlicher Handschriften, aber auch im Bemühen um die Erlangung von Reliquien dokumentiert, hatte ihren Schwerpunkt zunächst in Fulda und im süddeutschen Raum, ab dem 17. Jahrhundert auch in Tauberbischofsheim. Im 19. Jahrhundert galt kurzzeitig Bischofsheim a. d. Rhön als Ort, an dem ihr Kloster stand. Die Kongregation der Schwestern zur Hl. Lioba, 1927 in Freiburg-Günterstal bestätigt, trägt ihren Namen.