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Empfehlungen => Kalenderereignisse => Thema gestartet von: velvet am 05. November 2012, 12:57:34

Titel: Hl. Leo der Große, Papst und Kirchenlehrer
Beitrag von: velvet am 05. November 2012, 12:57:34
Hl. Leo der Große, Papst und Kirchenlehrer

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Der hl. Papst Leo I. (* um 400 in Tuscien (Toskana); † 10. November 461 in Rom). Im Jahre 1754 wurde er zum Kirchenlehrer erhoben.

Sein Fest wird am 10. November (früher 11. April) gefeiert.

Er nimmt eine bedeutende Stellung als Hüter der Rechtgläubigkeit, als Wahrer und Mehrer der päpstlichen Rechte und als Verteidiger der abendländischen Kultur ein. Unter Coelestin I. wurde er zum Archidiakon erhoben. Er bewog Johannes Cassianus zur Abfassung seiner Schriften de incarnatione gegen Nestorios. Leo I. wurde am 19. August 440 während seiner Abwesenheit auf einer Legation nach Gallien gewählt und am 29. September 440 zu Rom geweiht.

Er bekämpfe die Pelagianer und Manichäer in Italien, die Priscillianten in Spanien, deren Irrtümer er in einem ausführlichen Lehrschreiben widerlegte. Er bemühte sich um die Wahrung der kirchlichen Disziplin und griff, durchdrungen von der Primatialgewalt des römischen Bischofs, als Nachfolger des Hl. Petrus, ordnend in die hierarchischen Verhältnisse Nordafrikas, Galliens und Illystriens ein. Er bestätigte Anastasios von Thessalonike die Recht als Apostolischer Vikar, schützte aber auch die Bischöfe gegen dessen Übergriffe.

Dagegen wahrten Cyrillos und Proterios von Alexandrien in der Osterfestberechnung den Standpunkt ihrer Kirche, und Leo gab im Interesse des Friedens und der Einheit der Kirche nach. Er verwarf den Monophysitismus und die Appellation des Eutyches und verteidigte in seinem berühmten dogmatischen Schreiben vom 13. Juni 449 an Flavianos von Konstantinopel die Lehre von den zwei Naturen Christi.

Um einen dauernden Vertrauensmann am Kaiserhof von Byzanz zu haben, und über die kirchliche Lage im Osten stetes orientiert zu sei, setzte er in Konstantinopel einen ständigen Geschäftsträger ein. Er verwarf den can. 28 des Konzils von Chalkedon (451), auf dem er sich durch einen Legaten vertreten ließ. Can. 28 erhöhte den Rang des Patriarchen von Konstantinopel. Der weströmische Kaiser Valentinian III. hatte schon 445, durch ein von Leo I. erbetenes Reskript, den Jurisdiktionsprimat des römischen Bischofs staatlicherseits anerkannt und huldigte mit seiner Gattin Eudoxia und seiner Mutter Galla Placidia 450 dem Hl. Petrus in der vatikanischen Petrusbasilika.

Den auf Italien einstürmenden Barbaren trat Leo mutvoll und erfolgreich entgegen. Er reiste 452 Attila bis Mantua entgegen und bewog ihn zur Umkehr sowie zu dem Versprechen, mit dem Reich Frieden zu schließen. Von Geiserich erwirkt er die Schonung Roms vor Brand und Mord, wenn er auch 455 eine 14-tägige Plünderung der Stadt und ihrer Basiliken durch die Vandalen dulden mußte.

Die unter seinem Namen erhaltenen Briefe und seine Predigten zeigen einen feinen Stil und einen rhytmischen Schluß der Satzausgänge. Sie zeichnen sich besonders durch Klarheit der Gedanken, Prägnanz des Ausdrucks und durch die Reinheit der Sprache aus. Auch im Inhalt erweisen ihn die beinahe 100 Predigten als kraftvollen geistlichen Redner.

Sermo I. Dankrede Leos nach seiner Konsekration.


1.

"Das Lob des Herrn soll mein Mund verkünden1 und seinen heiligen Namen mein Herz und meine Seele, mein Fleisch und meine Zunge preisen! Nicht Demut sondern Undankbarkeit wäre es, wollte ich von den Gnaden schweigen, womit mich Gottes Güte bedacht hat. Nur recht und billig also ist es, dass ich als neu geweihter Hoherpriester mein Amt mit dem "Opfer zum Lobe des Herrn" beginne; denn "es gedachte meiner der Herr in meiner Niedrigkeit"2 und segnete mich. "Er allein ist es, der große Wunder für mich tat"3 . Deshalb glaubtet ihr auch, ehrwürdige Brüder, von Liebe zu mir erfüllt, ich sei mitten unter euch, während mich doch eine notwendige weite Reise in die Ferne geführt hatte. So sage ich denn unserem Gott Dank und will ihm immer danken "für alles, was er mir erwiesen hat!"4 . Gleichzeitig zolle ich auch euch die schuldige Anerkennung für das durch euere Wahl bekundete Wohlwollen. Bin ich mir doch klar bewußt, wie sehr mir in meinem Streben, als treubesorgter Hirte euer Seelenheil zu fördern, der Eifer zustatten kommen kann, den ihr, teure Brüder, in der Ehrerbietung, in der Liebe und im Glauben an den Tag legt. Habt ihr ja über mich ein so heiliges Urteil gefällt, ohne dass irgendwelche Verdienste meinerseits vorangegangen wären. Darum beschwöre ich euch bei der Barmherzigkeit des Herrn: Unterstützt den durch Gebete, den ihr so heiß ersehnt habt, damit der Geist der Gnade in mir bleibt und euer Urteil über mich nicht wankend wird! Verleihe möge uns allen gemeinschaftlich das Gut des Friedens, der euch den Drang nach Einigkeit ins Herz gelegt hat! Nur so kann ich an allen Tagen meines Lebens dem Dienste des allmächtigen Gottes sowie meinen Pflichten gegen euch nachkommen und voll Zuversicht den Herrn bitten: "Heiliger Vater, erhalte die in deinem Namen, die du mir gegeben hast!"5 . Und wenn ihr dann auf dem Wege zum Heile immer mehr fortschreitet, "so soll meine Seele dem Herrn ein Loblied singen!"6 . Und bei der Vergeltung des künftigen Gerichtes möge meine Rechenschaftsablage über mein Hohespriesteramt darin vor dem gerechten Richter einen Rückhalt finden, dass ihr durch euere guten Werke meine Freude, ihr meine Krone seid7 , die ihr meinem Leben auf Erden bereitwillig ein lauteres Zeugnis ausgestellt habt! Durch Christus unseren Herrn