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Empfehlungen => Kalenderereignisse => Thema gestartet von: velvet am 10. November 2012, 14:40:03

Titel: Hl. Augustina
Beitrag von: velvet am 10. November 2012, 14:40:03
Gründerin der Kongregation
der Nazarethschwestern
vom hl. Franziskus
Mutter Maria Augustina
Clara Schumacher


geboren am 23. April 1887
in Pfaffendorf bei Koblenz
gestorben am 8. Mai 1945
in Goppeln bei Dresden

 
(http://www.nazarethschwestern.de/system/html/mgruend-3794d0f1.jpg)

In einer kinderreichen Familie aufgewachsen, war es ihr Wunsch, ganz für den Herrn dazusein. Clara trat am 15. März 1909 in die Gemeinschaft der Schwestern vom Hl. Geist in Koblenz ein und legte am 20. September 1911 die erste Profess ab. Eine schwere Erkrankung zwang sie, die Gemeinschaft am 20. September 1913 zu verlassen. Nachdem sie wieder gesund war, suchte sie Anschluss an den Dritten Orden des heiligen Franziskus. Hier legte Clara am 16. Januar 1916 die Profess ab und erhielt den selbst gewählten Ordensnamen Schwester Augustina.

Inzwischen war der erste Weltkrieg zu Ende, überall herrschte Not. Schwester Augustina pflegte und sorgte in dieser Zeit für die Armen und Notleidenden der Stadt Koblenz. In Zeitungsartikeln warb sie um Helferinnen und um Spenden. 1920 eröffnete sie mit drei Schwestern in Koblenz ein Heim für Hilfsbedürftige. Ein Jahr später gründete sie zusammen mit dem damaligen Direktor des Dritten Ordens, Kapuzinerpater Philibert, den „Hauspflege- und Hilfsverein Koblenz Ehrenbreitstein", aus dem sich unter ihrer Leitung 1921 die „Vereinigung der Caritasschwestern vom Dritten Orden des heiligen Franziskus" entwickelte.

Schwester Augustina hatte bei einer Tagung des Bonifatiusvereins in Koblenz von der Not in dem neu errichteten Bistum Meißen erfahren. Sie erkannte, dass der Wille Gottes sie nach Sachsen rief. Mit Herrn Direktor Englert vom Kolpinghaus Dresden, nahm sie Kontakt auf. Er schrieb ihr: „Ja, kommen Sie sofort!"

Am 23. August 1923 erreichte Schwester Augustina Dresden. Zuerst übernahm sie die Betreuung des Gesellenhauses des Kolpingvereins. Der Meißner Bischof Dr. Christian Schreiber sah sie hinter dem Schrankbuffet und fragte: „Und was machen Sie hier?" Sie zögerte nicht lange und sagte: „Ach, am liebsten würde ich einen Orden gründen." Der Bischof antwortete ihr: „Also, gründen Sie einen!"

Bereits am 8. Dezember 1923 begann sie in innigem Vertrauen auf Gott mit der Gründung der Schwesterngemeinschaft.  Schon während der Koblenzer Zeit war ihr Wahlspruch: „Wille Gottes über alles!". Auch die junge Schwesterngemeinschaft lebte nach diesem Leitwort.

Am 15. Juni 1928, dem Herz-Jesu-Fest, erfolgte die Bestätigung der Kongregation der Nazarethschwestern vom heiligen Franziskus als bischöfliche Diözesankongregation. Die Gemeinschaft sorgte für Menschen in Not, besonders in den Familien. Schwester Augustina gründete ein Kinderheim, ein Haus für Frauen, die ein Kind erwarteten, und sorgte auch für alte Menschen. Die Schwestern übernahmen Tätigkeiten in der Seelsorge, der Krankenpflege und der Haushaltsführung.

Am 8. Mai 1945 übernahm Mutter M. Augustina wegen der prekären Lage selbst den Dienst an der Pforte. Als Tochter eines Schweizers war sie im Besitz eines Schweizer Passes und hoffte, dadurch ihre Schwestern und das ganze Haus schützen zu können. Während dieser Zeit kam ein betrunkener russischer Soldat an die Pforte und gab nach einigem Wortwechsel mehrere Schüsse auf sie ab. Ihre Verletzungen waren so schwer, dass sie unmittelbar danach verstarb.

Aufgrund der Zerstörung Dresdens konnte sie nicht auf dem Äußeren Katholischen Friedhof beerdigt werden, sondern fand ihre letzte Ruhestätte im Klostergarten in Goppeln an der Stelle, die sie gleichsam prophetisch vorhergesagt hatte.