Hl. Marius und Martha, Ehegatten, sowie ihre hl. Söhne Audifax und abechum aus Persien, Märtyrer
(http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/4e/Reliquiar_Heilige_Drei_%C3%84rzte.jpg/800px-Reliquiar_Heilige_Drei_%C3%84rzte.jpg)
Die Eheleute Marius und Martha waren mit den Söhnen Audifax und Abachum zu einer Wallfahrt aufgebrochen. Von Persien aus zogen sie nach Westen, in die Hauptstadt des mit ihrem Heimatland verfeindeten römischen Reiches, um dort die Gräber der Apostel aufzusuchen und sie wie die übrigen heiligen Marytrer zu verehren.
Zu jener Zeit regierte in Rom Claudius II. Gothicus (s. 20.1.). Zuvor herrschte Kaiser Gallienus (260 - 268). Dessen Vater wiederum, Valerian (253 - 260), hatte die Christen ab 257 im Anschluß an Decius (s. 20.1.) systematisch verfolgen lassen (vgl. 6.8.) und war danach in eine der größten militärischen Katastrophen der Geschichte Roms geraten: Er verlor nicht nur eine Schlacht gegen die Perser, sondern wurde zugleich deren Gefangener. Der schon zuvor bestehende Haß gegen das persische Großreich, den östlichen Nachbarn, wird daraufhin im heidnischen Imperium noch einmal angefacht worden sein.
Gerade zu dieser Zeit kamen Marius und Martha mit ihren Söhnen Audifax und Abachum nach Rom. Marius und Martha werden bereits in fortgeschrittenem Alter gewesen sein, denn ihre beiden Söhne waren längst keine Kinder mehr. Audifax und Abachum ließen sich in Rom als Ärzte nieder. Sie folgten darin dem Vorbild ihres Vaters nach. So werden Marius, Audifax und Abachum bisweilen auch als heilige drei Ärzte verehrt. Es heißt, daß sich die Familie des hl. Marius insbesondere im Stadtbezirk jenseits des Tibers durch ihre Liebeswerke an den damals verfolgten Christen auszeichnete.
Als die beiden Söhne und auch ihre Eltern zu Ostia gefangene Glaubensgenossen aufsuchten, um sie zu trösten, wurden alle vier festgenommen. Man verurteilte sie zum Tode. Marius, Audifax und Abachum sollen die Hände abgehackt worden sein, bevor man sie enthauptete. Von der hl. Martha heißt es, daß sie in einen Brunnen gestürzt wurde. Die vier Leichname verbrannte man anschließend. Dennoch konnten einige Reliquien geborgen werden. - Die hll. Marius, Martha, Audifax und Abachum vollendeten ihre Wallfahrt als eine heilige Familie, die ihr Blut bei den Martyrergräbern vergoß, zu denen sie gepilgert war.
Ihre Reliquien wurden in karolingischer Zeit von Rom vermutlich zunächst nach Aachen transferiert, von dort wiederum in die Abtei Prüm, wo sie erstmals im Schatzverzeichnis von 1003 erwähnt werden. Neben den noch heute in Prüm bewahrten Reliquien befinden sich weitere in Seligenstadt, Gemblour und Cremona.
Gedenktag: 19. Januar (katholisch)