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Verehrung - Heilige - Biographien => Heilige und Biographien => Thema gestartet von: Admin am 26. Januar 2013, 08:03:02

Titel: Hl. Benedikt von Nursia
Beitrag von: Admin am 26. Januar 2013, 08:03:02
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Hl. Benedikt von Nursia

Gründer des Benediktinerordens ist der hl. Benedikt von Nursia. Aus seiner reichen Erfahrung, die er in einem bewegten Leben als Mönch und Klostervorsteher gesammelt hatte, hat er für seine letzte große Gründung, das Kloster auf dem Monte Cassino in Italien eine Mönchsregel verfasst, die sich durch einen großen Weitblick und Sinn für das Wesentliche auszeichnet. So hat sie bis heute nichts an ihrer Aktualität eingebüßt und inspiriert nicht nur Mönche zu einem Leben mit Gott.
Als Kurzformel der Regel und Spiritualität des hl. Benedikt gilt seit langem der Satz "ora et labora" "bete und arbeite".

Ergänzt werden sollte dieser Satz durch das Wort "lege" "lies", da Benedikt für seine Mönche eine beträchtliche Zeit der Lesung von Bibel und Kirchenvätertexten reserviert.
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Hl. Benedikt von Nursia 480-547
Ein weiteres Leitwort benediktinischer Spiritualität ist das "Suchen". Ein benediktinisch geprägter Mensch ist sein ganzes Leben auf der Suche, auf der Suche nach Gott.

Er  wurde um das Jahr 480 als Sproß einer Patrizierfamilie in Nursia bei Perugia geboren.

Aus der an Legenden reichen Lebensbeschreibung von Gregor I. stammt die Erzählung, dass der Amme das Mehlsieb zerbrach, als sie ihm in eine Stätte innerer Besinnung gefolgt war; sein Gebet trug dazu bei, dass sie es wieder zusammensetzen konnte.

Als junger Mann wurde er zum Studium nach Rom geschickt. Rom hatte damals seine Bedeutung als Hauptstadt des Reiches verloren und war vom Verfall gezeichnet. Während seiner Studien in Rom konnte er nicht nur Dekadenz, sondern auch monastische Kreise kennenlernen.

Der moralische Niedergang der Stadt war ihm zutiefst zuwider. Er brach die Studien bald ab, "verließ die Welt" und zog in die Einsamkeit. Er schloß sich zunächst einer Asketengemeinschaft in Enfide (Affile) an. Doch schon nach kurzer Zeit entfloh er der Gemeinschaft und verbarg sich 3 Jahre lang in einer Höhle bei Subiaco. Hier durchlebte er die Erfahrungen des orientalischen Mönchtums: Fasten, Abtötung, Gebet, Anfechtungen durch die Dämonen. Unter der geistlichen Führung des Mönches Romanus lebte er als Einsiedler für drei Jahre in einer engen Höhle. Hier wird er tiefe Erfahrungen über die Abgründe des menschlichen Herzens gemacht, die Hl. Schrift meditiert und versucht haben, sie sein Leben durchdringen zu lassen. Nach diesen Kämpfen fand er zum Frieden und Einklang mit sich selbst.

Einige in seiner Umgebung wohnende Mönche, die von seiner religiösen Lebensweise fasziniert sind, bitten ihn inständig, ihr Vorgesetzter und Lehrmeister zu werden. Benedikt nimmt ihr Angebot an und versucht fortan, ihr nicht besonders beispielhaftes Verhalten zu korrigieren, was jedoch dazu führt, daß sie ihm nach dem Leben trachten, indem sie ihm einen Becher mit Gift verabreichen, den er allerdings dadurch zertrümmert, daß er das Kreuzzeichen schlägt.

Nachdem er zwölf kleinere Klöster gegründet hat, verläßt Hl. Benedikt Subiaco und wendet sich nach Süden, wobei er von einigen seiner Schüler begleitet wird. Welche Gründe für die Wahl des betreffenden Berges sprachen, "am dem Cassino gelegen ist" (s. Dante, Paradies, Kap. XXII, Vers 37), ist nicht bekannt, aber man nimmt an, daß vielleicht irgendeiner seiner Wohltäter unter den Patriziern den Ausschlag gegeben hat.

Da Benedikt praktisch veranlagt ist, paßt er den heidnischen Tempel in der Gegend des heutigen Klosters den Bedürfnissen seiner Anhängerschaft an, indem er ihn in einen Betsaal umwandelt und die übrigen Gebäude als Unterkünfte für die Mönche und Pilger sowie als Arbeitsstätten für die verschiedenen handwerklichen Tätigkeiten verwendet.

Auch auf dem Gipfel des Berges, wo sich eine heidnische Kultstätte befand, wird ein kleines Oratorium errichtet, das Johannes dem Täufer geweiht ist, wobei das Gelände als Friedhof dient. An diesem verehrungswürdigen Ort befinden sich die Grabmäler des hl. Benedikt und seiner Schwester, der hl. Scholastika, und er stimmt heute genau mit dem unteren Teil des Hauptaltars der Basilika überein. Während er das Kloster einrichtet, predigt Hl. Benedikt der Bevölkerung der tiefer gelegenen Ebene das Evangelium: diese Missionstätigkeit ist noch heute Aufgabe der Mönchsgemeinde, da die Stadt Cassino und die umliegenden 20 Gemeinden unter die geistliche Gerichtsbarkeit des Abtes von Montecassino fallen.

In Montecassino führt Hl. Benedikt sein wichtigstes Werk zuende, die Abfassung seiner Ordensregel für Mönche, die sog. regula monachorum, ein kleines Kompendium des Evangeliums, wie es später Bossuet bezeichnet hat.

In Montecassino beendet der berühmte Patriarch, der nunmehr auf sein 70. Lebensjahr zugeht, sein irdisches Dasein: kurz vor seinem Tod, als er fühlt, wie ihn die Kräfte verlassen, läßt er sich zum Oratorium von Hl. Martin bringen und stirbt dort mit zum Himmel erhobenen Armen, nachdem er die Kommunion empfangen hat. Nach der Tradition wird als Datum seines Todes der 21. März 547 angegeben.

Seine Überreste ruhen wie die seiner Schwester Scholastika unter dem Hauptaltar der Basilika. Hl. Benedikt, der schon seit langem als Schutzpatron der Ingenieure und Höhlenforscher und all derer galt, die sich für die Urbarmachung bestimmter Gebiete einsetzen, wurde am 24. Oktober 1964 von Papst Paul VI. In Montecassino zum Schutzpatron Europas erklärt, da er "Botschafter des Friedens, Schöpfer der Einheit, Lehrmeister der Zivilisation, Bote des Glaubens und Begründer des westlichen Mönchslebens" sei, folglich, laut päpstlichem Schreiben, ein "Pacis Nuntius" (Bote des Friedens).

Die Medaille des hl. Benedikt
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Die Regel des hl. Benedikt
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