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römisch-katholisch => Okkulte Behaftung / Satanismus / Exorzismus => Thema gestartet von: Winfried am 07. April 2011, 14:34:18

Titel: Der Teufel und die Psychiatrie
Beitrag von: Winfried am 07. April 2011, 14:34:18
Liebe Freunde,

nach den Bestimmungen der DBK nach Klingenberg 1976, wird von Personen, die sich vom Bösen bedrängt, umsessen oder gar besessen fühlen, verlangt, dass sie sich einer psychiatrischen Untersuchung unterziehen. Dies mag in vielen Fällen, bei denen Krankheiten oder geistig-seelische Probleme vorherrschen, sinvoll sein, aber was ist mit den Menschen, die Stimmen hören, Fratzen sehen, auf Gebet hin bedrängt werden und gegen alles Heilige "allergisch" reagieren?

Anders ausgedrückt: Selbst in begründeten Fällen diabolischer Bedrängnis schickt man diese Menschen zu einem (ungläubigen) Arzt, dem sie dann von ihren Problemen und Vorfällen erzählen müssen und dessen Diagnose sich man schon im Vorneherein an fünf Fingern abzählen kann (paranoide Schizophrenie).

Ein Standardbeispiel dazu ist der Fall Anneliese Michel (Klingenberg), die sich bis zuletzt - zurecht - dagegen wehrte, einen Psychiater aufzusuchen, der sie dann mit 99-prozentiger Sicherheit in eine geschlossene Anstalt eingewiesen hätte (zu ähnlichen Fällen befragt, äußerten die Dämonen bei den Exorzismen über sie: "Die von x ist auch dort. Die ist das (d.i. besessen) auch."

Im Fall Heike (Forum) äußerten die Dämonen: "Wir machen Dich noch wahnsinnig. Du landest in der Irrenanstalt."


Wer diesen Stempel einmal aufgedrückt bekommen hat, wird ihn schlecht wieder los. Das müssten aber auch die Bischöfe wissen. Ich frage mich: Sind Gebete da nicht sinnvoller? Sollte dabei keine Reaktion erfolgen, kann man die betreffende Person ja immer noch zu einem Arzt schicken. Mittlerweile ist man aber schon so weit, dass man in Fällen einer nachgewiesenen Besessenheit noch ein zusätzliches ärztlich-psychiatrisches Attest verlangt. Da frage ich mich, was soll das? Das ist in meinen Augen Formalismus pur. Warum quält man die Menschen damit zusätzlich?


P. Amorth hat in seinem Leben zwischen 40.000 und 70.000 Personen exorziert. Waren das alles von der Psychiatrie aufgegeben Fälle?


Den sog. Probeexorzismus hat man auch verboten. Wohl deshalb, um den Betroffenen nicht zu verschrecken, aber hier gibt es auch die Möglichkeit im Stillen zu beten oder auf Latein.


Ich kann nur hoffen, dass es bei uns in den deutschsprachigen Ländern weniger solche Fälle gibt. Ansonsten könnte es für unsere Bischöfe äußerst eng werden, zumal einige Diözesen stolz von sich behaupten: "Bei uns gibt es keinen Exorzisten."
Titel: Re:Der Teufel und die Psychiatrie
Beitrag von: Winfried am 08. April 2011, 08:59:24
Lieber Wendelinus,

da hast Du vollkommen Recht. Für diejenigen, die an die Existenz des Teufels glauben, wird dies durch alle möglichen (kirchlichen) Richtlinien erschwert. Diejenigen, die nicht an dessen Existenz glauben, führen das große Wort.

Das Beispiel, das Du genannt hast, ist sehr aufschlussreich. Man müsste die Ungläubigen einmal an einem Exorzismus teilnehmen lassen, damit sie vom Bösen einmal alle ihre Sünden aufgedeckt bekommen. Die besessene Person kann dies ja schließlich unmöglich wissen. Dazu kommen ja auch noch Kenntnisse in fremden Sprachen, die diese Person nie gelernt hat etc. Entweder ist eine solche Leugnung, nicht zuletzt von priesterlich-theologischer Seite, absolute Ignoranz oder eben Dummheit. Als Außenstehender habe ich gut reden. Ich trage dann irgendwelche Literatur zusammen und posaune meine "kritische" Meinung dann in der Gegend herum, ohne jemals eine persönliche Erfahrung auf diesem Gebiet gemacht zu haben. Sehr "tolerant" und "empirisch" ist das nicht. Da richte ich mich doch lieber weiter in meiner heilen Welt ein. Wehedem aber, diese heile Welt kommt ins Wanken. Dann wird das Gejammer groß (s. WARNUNG).
Titel: Re:Der Teufel und die Psychiatrie
Beitrag von: Eglantine am 09. April 2011, 18:30:55
Es ist schlicht und einfach so, dass wir in dieser Zeit jetzt garkeine solchen geistlichen mehr "brauchen können", sonst würden die Prophezeiungen nicht in Erfüllung gehen.
Denn: sie erfüllen sich letztlich nur durch das imense Wirken des Böden, vorzugweise in den Reihen des Kirchenlehramtes und in nächster Nähe zum Sakrament.

Ich erinnere an den Pfarrer von Ars zu dem der Teufel selbst sagte, wenn es zwei solche Priester auf Erden gäbe wie er, hätte er seine Macht verloren.
Wann hat der nochmal gelebt?
Der letzte, der die Fähigkeit zur Seelenschau hatte und daher effektiv gegen das Böse kämpfen konnte war Pater Pio und der ist 1968 gestorben.

Noch ein Satz zu den "wirklich guten Priestern".
Diese "wirklich Guten", werde heute garnicht mehr ausgeweiht, weil leider auch in den Seminaren Scheinheiligkeit Trumpf ist.
Ich kenne selbst einen Fall von einem jungen Mann, der wirklich berufen war. Leider wurde er suspendiert, weil er blos einmal die Wahrheit über die Verhältnisse in der Kirche gesagt hat.
Das ist leider auch was Wirken des Teufels. Leider ist der Teufel schon so tief in den Seelen verwurzelt, dass sie es nicht mehr merken.

Ein zweites, grvierendes Beispiel sind die vielen, ausgetretenene Priester, die sich wegen einer Frau, die vorgibt sie zu lieben vom Priesteramt fernhalten oder gar von der Kirche austreten, die teilweise auch von frühester Kindheit an für diese Aufgabe berufen waren.
Hier ein Link zu  einer Seite eines sehr bekannten solchen Falles. http://www.lebensbrunn.de/hochzeit.htm (http://www.lebensbrunn.de/hochzeit.htm) (bitte genau lesen, was dort steht)
Solche Frauen können sich leider nicht auf die Liebe berufen.
Wir wissen aus verschiedenen Quellen, dass solche Damen im Gegenteil zu den "Helfershelfern Satans" gehören, die dafür sorgen, dass die Kirche von innen heraus vernichtet wird.
Ich erinnere auch an diverse Mystiker, denen immerwieder gesagt wurde, wie sehr es die Gottesmutter schmerzt, dass gerade die Geistlichkeit sich von Satan blenden lässt.
Lest bitte auch das "Hohelied der Liebe", was Liebe im reinsten Sinne eigentlich ist.
Nicht Inanspruchnahme und Egoismus den eigenen Bedürfnissen hinterher, sondern ganz im Gegenteil.

Noch ein anderer Gedanke:
Was ist eigentlich los, wenn ein solcher mensch in der Psychiatrie einem Arzt begegnet, der ebenfalls vom Bösen eingenommen ist? Die Wahrscheinlichkeit dazu ist heute nicht nur da, sondern liegt bei 99 %.
Der ist natürlich nicht für einen Exorzismus.
Das Ziel ist ja bereits  erreicht.

E.
Titel: Re:Der Teufel und die Psychiatrie
Beitrag von: Keeper am 04. August 2011, 23:45:32
Liebe Freunde,

...

Ein Standardbeispiel dazu ist der Fall Anneliese Michel (Klingenberg), die sich bis zuletzt - zurecht - dagegen wehrte, einen Psychiater aufzusuchen, der sie dann mit 99-prozentiger Sicherheit in eine geschlossene Anstalt eingewiesen hätte (zu ähnlichen Fällen befragt, äußerten die Dämonen bei den Exorzismen über sie: "Die von x ist auch dort. Die ist das (d.i. besessen) auch."

...
(Zitat gekürzt)

Anneliese Michel, war in Behandlung bei Dr. Lüthy, er war ein Neurologe (mittlerweile im Ruhestand...ich war auch schon bei ihm in Behandlung...;-))
Zitat Wikipedia
"Die Neurologie (von griechisch νεῦρον neuron "Nerv" und -λογία -logia "Lehre, Wissenschaft") ist die Lehre von den Erkrankungen des Nervensystems. Die Grenze zur Psychiatrie ist teilweise fließend."

Er hätte sie auch in die geschlossene Anstalt einweisen können...;-)
Titel: Re:Der Teufel und die Psychiatrie
Beitrag von: Regine am 28. Februar 2012, 16:37:45
Ich habe gerade das kleine Büchlein „Dämonische Mächte unserer Zeit. Exorzisten im Gespräch mit Psychiatern“ von Gabriele Amorth, dem bekannten Exorzisten aus Rom, gelesen.

Dort ist eine interessante Bemerkung enthalten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO mit Sitz in Genf hat 1994 in ihrem Handbuch zu den Klassifikationen der Krankheiten und verwandten Gesundheitsproblemen ICD erstmals von „Besessenheit“ als eigenständigem Krankheitsbild bzw. Phänomen gesprochen. Sie wird dem Einfluß eines Geistes, einer "Kraft", einer Gottheit etc. zugeschrieben.

Das bedeutet, daß die höchste gesundheitliche Weltinstanz die Besessenheit als eigenständiges Phänomen in ihren Katalog aufgenommen hat und sie damit unterscheidet von allen anderen psychiatrischen Erkrankungen wie Schizophrenie oder Epilepsie, die bisher als Verlegenheitsdiagnosen herhalten mußten.

Die Richtlinien der WHO sind für ihre Mitgliedstaaten nicht verbindlich (es gibt auch keine Sanktionen, wenn sie nicht übernommen werden), aber die WHO ist unbestreitbar die höchste Autorität auf gesundheitlicher Ebene. Zu den Mitgliedstaaten der WHO gehören fast alle Nationen der UNO, also auch unsere europäischen Staaten.

Mir scheint das v.a. im Umgang mit Medien, Ärzten, Priestern oder Bischöfen, die die Besessenheit weiterhin als mittelalterlich überholt einstufen, wichtig, daß sie sozusagen von höchster gesundheitlicher Instanz nun legitimiert ist. Unsere wissenschaftsgläubige Welt dürfte an diesem Punkt aufhorchen und zum Nachdenken kommen, warum die moderne Medizin wohl die Besessenheit als eigenständige Erkrankung in ihren Katalog aufnimmt. Auch Betroffene, die in die Psychiatrie eingewiesen werden, können auf diesen ICD-Code aufmerksam machen und die Diagnose „Besessenheit“ für sich beanspruchen anstelle von nicht zutreffenden Diagnosen wie Schizophrenie, Eplepsie etc..

Beim googlen habe ich gefunden, daß die Besessenheit (genauer „Trance- und Besessenheitsphänomene“) - unter ICD-10 zu den psychischen Störungen, speziell den dissoziativen (Persönlichkeitsspaltungen) gerechnet wird. Das war aus ärztlicher Sicht nicht anders zu erwarten: Niemand wird bestreiten wollen, daß die Besessenheit mit starken seelischen Leiden einhergeht, und daß sie als Dissoziationsstörung eingestuft wurde, ist – wenn man sich mit den psychiatrischen Diagnosen etwas auskennt - ein Stück weit nachvollziehbar. Zum Thema, welche Therapie der ICD-Code aus ärztlicher Sicht genau empfiehlt, habe ich noch nichts Relevantes gefunden.

Die Tatsache, daß Psychiater ein eigenes Krankheitsbild für die Besessenheit geschaffen haben, ist einerseits – denke ich - als Fortschritt anzusehen. Die speziellen subjektiven Erlebnisse und Leiden der Betroffenen werden als solche anerkannt und aus Sicht der Medizin auch erstmals ernst genommen und artikuliert. Auf der anderen Seite besteht natürlich die Gefahr, daß es Ärzte geben wird, die die eigentliche Ursache, die teuflische Einflussnahme, weiterhin als rein psychisches Phänomen interpretieren und mit rein ärztlich-therapeutischen Heilmethoden zu heilen versuchen wollen, was im Falle wirklicher Besessenheit kaum gelingen dürfte.
Das Phänomen als solches ist anerkannt, aber auf der Ebene der Beurteilung/ Interpretation und daraus resultierend der Therapie wird es wahrscheinlich weiterhin zu unterschiedlichen Standpunkten kommen.

Das Buch von Pater Amorth macht aber auch diesbezüglich Mut. Amorth hat 1993 auf einer Konferenzdebatte, die auf Einladung der Italienischen Gesellschaft für Transkulturelle Psychiatrie stattfand, referiert und aus seinem Erfahrungsschatz als Exorzist berichtet. Teilgenommen haben 40 Psychiater.
Amorth berichtet, daß die Psychiater, von denen viele nicht gläubig waren, interessierter waren und ihm mehr Glauben geschenkt haben als Priester bei ähnlichen Treffen. Er berichtet von mehrfacher Zusammenarbeit mit Psychiatern, die ihm betroffene Patienten zum Exorzismus geschickt haben. Zwei Psychiater schildern eindrücklich übernatürliche dämonische Phänomene, die sie bei ihren Patienten im Sprechzimmer erlebten; selbst die größten Skeptiker dürften bei solchen ärztlichen Berichten ins Schwanken kommen.
Amorth beantwortet Fragen von Psychiatern, auch werden Meinungen einiger Ärzte wiedergegeben.

Das kleine Buch hat mich wirklich beeindruckt, was den ernsthaften Dialog zwischen Psychiatern und dem erfahrenen Exorzisten angeht. Darüberhinaus liefert es trotz aller Kürze eine Fülle an Informationen zum Thema Besessenheit aus der Sicht derer, die am meisten damit zu tun haben: Psychiater und Exorzisten!
Titel: Re:Der Teufel und die Psychiatrie
Beitrag von: Regine am 29. Februar 2012, 16:29:13
Ich habe ein Video entdeckt, indem es wörtlich heißt: "Papst Benedikt XVI hat erst kürzlich die wichtige Tätigkeit der Exorzisten hervorgehoben und alle Diözesen aufgefordert, diesen wichtigen Dienst wieder neu zu fördern."

http://de.gloria.tv/?media=6409 (http://de.gloria.tv/?media=6409)

Diesbezüglich sollte man die deutschen Bischöfe eindrücklich zum Gehorsam anmahnen. Wir sind im Vergleich zu Italien, wenn man die Bücher von Pater Amorth liest, in Sachen Exorzismus das reinste Entwicklungsland!
Titel: Re:Der Teufel und die Psychiatrie
Beitrag von: Gine am 01. März 2012, 00:09:15
 ;xdysaa BRAVO!
Titel: Re:Der Teufel und die Psychiatrie
Beitrag von: Regine am 07. März 2012, 16:36:20
Eine weitere wichtige Info, die man im Gespräch mit Psychiatern oder Ordinariaten brauchen kann:

In Rom gibt es an der Päpstlichen Priesterhochschule Regina Apostolorum wieder Kurse in Exorzismus. Manche Seiten erwecken den Eindruck, daß dort Exorzisten "ausgebildet" werden, aber ein Eintrag von Kath.net berichtigt dies.
Ziel dieses Studienganges ist es, Informationen über Exorzismus, Satanismus und Sektenwesen auszutauschen und eine "Hilfe zur Vertiefung der Wirklichkeit des Dienstes des Exorzismus in seinen theoretischen und praktischen Implikationen" zu geben.
Es geht darum, den Phänomenbereich des Satanismus ernsthaft und wissenschaftlich zu analysieren, auch kommen Methoden zu deren Bekämpfung zur Sprache. Weiter ist beabsichtigt, den Bischöfen eine Hilfestellung bei der Vorbereitung von Priestern zu leisten, die zu diesem Amt berufen werden.

Im Frühjahr 2011 nahmen mehr als 60 Priester sowie Ärzte, Psychiater, Psychologen, Lehrer und in der Jugendarbeit Tätige am angebotenen Kurs teil. Die Zusammensetzung dieser Personengruppe schließt aus, daß dort Exorzisten ausgebildet werden.

Pater Amorth berichtet in seinen Büchern, daß seine Ausbildung darin bestand, daß er 4 Jahre bei Pater Candido bei Exorzismen assistiert hat, erst dann hat er alleine exorziert. Das dürfte die richtige Vorgehensweise sein, die Beispiel sein könnte für die praktische Ausbildung der Exorzisten weltweit.

http://www.kath.net/detail.php?id=30847 (http://www.kath.net/detail.php?id=30847)
Titel: Re:Der Teufel und die Psychiatrie
Beitrag von: Regine am 09. März 2012, 17:26:34

Ich habe noch einen weiteren Hinweis erhalten, daß unsere Bischöfe Exorzisten benennen müssen. Und zwar ist im Kirchenrecht die Beauftragung von Priestern zum Exorzismus geboten. Pater J. Müller machte mich darauf aufmerksam.

Nicht nur der Papst persönlich sondern auch noch das Kirchenrecht verpflichtet unsere Bischöfe also zur Benennung von Exorzisten!

Pater Müller schrieb aber auch, daß unsere Bischöfe keinen Bedarf sähen, Exorzisten zu beauftragen, und daß sie Angst hätten.

Vielleicht ist der Bedarf nicht groß, aber auch nur eine einzelne Anfrage ist bereits ein Bedarf, dem entsprochen werden muß! Insofern wäre dieses Argument, würde man es bei der eigenen Anfrage erhalten, absurd und eine Ausrede, der man widersprechen kann und die man widerlegen kann: Bedarf ist da!

Die Angst scheint mir der eigentliche Grund zu sein (Klingenberg).

Ich frage mich, ob wir nicht hier in diesem Forum in einem Thread einmal alle Argumente sammeln sollen, die man im Umgang mit Ordinariaten gebrauchen könnte, die es den Bischöfen leichter machen, Priester für den Befreiungsdienst und Exorzismus zu beauftragen. Da gäbe es eigentlich eine ganze Menge.
Da muß es einerseits um Angst- und Vergangenheitsbewältigung (Klingenberg) gehen, andererseits um das Vorbildsland Italien, andererseits um die unsinnigen ärztlichen Atteste in Deutschland (seit wann macht sich die Kirche in ihrer Pastoral abhängig von weltlichen Urteilen, die – von ungläubigen Ärzten erteilt – oft genug antikirchlich ausfallen dürften? Ich denke auch hier ist Entweltlichung angesagt!). Desweiteren könnte es auch um eine Kommunikation mit Rom gehen, mit der Glaubenskongregation, die für Betroffene in Deutschland vielleicht wertvolle Schützenhilfe leisten könnte.
Vielleicht sollten wir uns auch alle gesammelt an Erzbischof Zollitsch wenden, und uns nicht so sehr mit den einzelnen Ordinariaten herumschlagen, die sich dann nur mit den Beschlüssen der deutschen Bischofskonferenz herausreden. Vielleicht ließen sich die Bischöfe von Köln und Trier für eine unterstützende Stellungnahme gewinnen, die bereits Exorzisten bestellt haben…. usw.

Eine weitere Möglichkeit wäre es, wenn man deutsche Exorzisten und beauftragte Priester für den Befreiungsdienst, die es ja vereinzelt gibt, gewinnen könnte, ein gemeinsames Buch herauszubringen. Jeder könnte ein eigenes Kapitel zu einem ihm wichtigen Thema beitragen, das der Angst- und Vergangenheitsbewältigung und einer Neuorientierung in Sachen Exorzismus/Befreiungsdienst u.a.m. dient. Je mehr mitschreiben, desto besser wäre. Das ist zwar eher längerfristig gedacht, aber einen langen Atem müssen wir ohnehin mitbringen.

Wenn wir nichts unternehmen, ist eines sicher: Es sind die Betroffenen, die weiterhin für die Angst der Bischöfe bezahlen müssen, und das auf Jahrzehnte hinaus. Es wird sich in unseren deutschsprachigen Ländern nur etwas bewegen, wenn genügend aufstehen und die Pastoral einfordern, die uns von Rom her eigentlich zusteht. Einzelne Bischöfe wird es geben, die gegen den Strom schwimmen, aber die überwiegende Mehrzahl verharrt im alten Muster, weil niemand an ihren Richtlinien rüttelt, die nicht auf der Höhe Roms sind.

Ich habe jetzt hier einfach einmal laut nachgedacht und meine Gedanken zu Papier gebracht, die mich mehr und mehr bewegen. Ich bin zwar aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, den Kopf für solche Aktionen zu machen, aber ich könnte argumentativ einiges beisteuern. Die Sache bewegt mich zu sehr.
Titel: Re:Der Teufel und die Psychiatrie
Beitrag von: Regine am 10. März 2012, 15:56:59

Ich habe eine interessante Seite zum ICD-10 Absatz F 44.3 Code gefunden, der bescheinigt, daß die Besessenheitsphänomene auch von deutschsprachigen Psychiatern ernst genommen werden. Auch die Umsessenheit wird dort besprochen.

Kernsätze aus dem pdf-Dokument:

- „Die Besessenheit ist relativ selten. Die Umsessenheit zeigt steigende Tendenz.“

- „Wichtig ist ein Team (Exorzisten-Kollegium) von Theologen, Neurologen, Psychiatern, Diplom-Psychologen oder entsprechend ausgebildeten Heilpraktikern, die einerseits in den Befreiungsdienst involviert sind und andererseits mithelfen, die exakte Diagnose zu stellen bzw. eine Ausschlussdiagnostik zu führen.“

- „Ein notwendiger, aber nicht durchgeführter Exorzismus stellt einen theologisch-ärztlichen Kunstfehler dar (Salus aegrotus suprema lex.), der auch juristisch gewürdigt werden muss.“

Auch wird ein weiteres Klassifizierungssystem genannt, das das Besessenheitsphänomen ebenfalls eigens gelistet hat: „Diagnostisches und Statistisches Manual psychischer Störungen DSM-IV, Nr. 300.15 Absatz 4“. Es handelt sich um ein Klassifikationssystem der American Psychiatric Association.

http://www.ura-linda.de/buecher/mediziner.pdf (http://www.ura-linda.de/buecher/mediziner.pdf)


Und: Es gibt bereits auch in Österreich Kongresse, bei denen Exorzisten und Psychiater zusammenwirken. So gab es schon 2007 einen interdisziplinären Kongress in Graz „Psychiatrie, Psychologie, Psychotherapie im Dialog mit Religionswissenschaft, Philosophie und Theologie.“
Es referierten dort in einem Workshop zum Thema „Gibt es Besessenheit jenseits der Psychose? Teil 2: Ja“ der Exorzist Hogan der Erzdiözese Wien gemeinsam mit Psychiater Masching am Wiener SMZ Ost. Sie arbeiteten bereits in einigen Fällen der Besessenheit zusammen!

http://www.rpp2007.org/index.php?option=com_content&task=view&id=170&Itemid=45 (http://www.rpp2007.org/index.php?option=com_content&task=view&id=170&Itemid=45)


Es ist, wie es ist: Es kommt eine neue Generation von Ärzten, die sich nicht mehr von einem irrigen Richterspruch (Klingenberg) beeinflussen und aufhalten lässt, ihn vielleicht nicht einmal mehr kennt. Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis auch das Klingenberg-Syndrom im wahrsten Sinne des Wortes ausgestorben ist, wenn nämlich die Zeitzeugen einmal alle gestorben sind. Die nächste Generation geht unbefangen und neutral an die Sache heran; sie versuchen den Kranken gerecht zu werden, und kümmern sich nicht um die Meinungsmache der Medien und Zeitgeistströmungen.

Es gibt sie auch in der Wissenschaft – die Wahrheitssucher und Wahrheitsfinder! Der Geist weht, wo er will!
Titel: Re:Der Teufel und die Psychiatrie
Beitrag von: Winfried am 12. März 2012, 15:03:41
Der Beitrag wurde von mir gelöscht, da es sich um ein Versehen handelte.
Titel: Re:Der Teufel und die Psychiatrie
Beitrag von: Regine am 12. März 2012, 18:29:42
Hallo Winfried,

ob es bei den philippinischen Geistheilern oder Geistchirurgen mit rechten Dingen zugeht, das wage ich auch zu bezweifeln. Manche rechnen die dort wirkenden Kräfte sogar der Zauberei zu.

Für den Umgang mit den Ordinariaten ist die Homepage radionik-ars.de insofern nützlich, als klar wird, daß wegen fehlender katholischer Exorzisten Betroffene an die falschen Adressen vermittelt werden. Hier ist ein Knackpunkt:

Pater Amorth macht gerade darauf aufmerksam, daß er, seit er Exorzist ist, noch nie so viele Menschen zum Glauben geführt oder zurückgeführt hat wie als Exorzist. Das heißt das Exorzisten-Amt hat eine stark evangelisierende Wirkung. Menschen, die mit dem Glauben vielleicht schon lange nichts mehr am Hut haben, werden durch ihre Not offen für die Hilfe der Kirche und werden für den Glauben zurückgewonnen, oder ihm überhaupt erstmals zugeführt.

Dort, wo Exorzisten fehlen, wird diese Art der Evangelisation den Freien Christen und Baptisten überlassen, die den Befreiungsdienst insgesamt ernster nehmen. Ihre Gemeinden schießen wie Pilze aus dem Boden, mittlerweile auch im ländlichen Bereich, während die katholischen Kirchen immer leerer werden. Das hat Gründe: Unter anderem versäumte Evangelisation, und versäumte Seelsorge an Besessenen/Umsessenen! Dabei hat die katholische Kirche alle Gnadenmittel, die man für solche Fälle braucht!

Menschen gehen verloren an Zauberer, oder wandern ab zu den anderen Kirchen, während die katholische Kirche untätig ist und die Zeichen der Zeit nicht erkennt.

Das sind alles stichhaltige Argumente dafür, das Exorzisten-Amt wieder zu beleben.

V.a. aber der Satz von Dr. Halama  „Ein notwendiger, aber nicht durchgeführter Exorzismus stellt einen theologisch-ärztlichen Kunstfehler dar (Salus aegrotus suprema lex./Das Heil des Kranken sei höchstes Gesetz), der auch juristisch gewürdigt werden muss“ ist nach Klingenberg Gold wert. Hier wird der Spieß umgedreht: Die katholische Kirche muß sich in Acht nehmen, sich bei verweigerten Exorzismen nicht plötzlich auf der Anklagebank wiederzufinden, so jemand den Mut hat, sie wegen unterlassener Hilfeleistung anzuklagen. Voraussetzung müßte aber sein, daß die Besessenheit/Umsessenheit ärztlich diagnostiziert wurde. Wenn sich ärztlicherseits die Stimmen mehren, daß der Exorzismus die geeignete Therapie bei Besessenheit/Umsessenheit ist, so können sich die Bischöfe nicht mehr ihrer Verantwortung entziehen und müssen handeln.

Auch in der Schweiz haben sich offensichtlich schon Psychologen hilfesuchend an die Ordinariate gewendet, weil sie nicht mehr weiterwüssten. Die Anfragen hätten zugenommen, so der Generalsekretär der Schweizer Bischofskonferenz:
http://www.exorzismus.net/Pater_Amorth3.htm (http://www.exorzismus.net/Pater_Amorth3.htm)

Ich könnte wetten, daß die Lage in Deutschland ähnlich ist.

Ich habe in Bezug auf die sexuellen Missbräuche durch Geistliche in einer Predigt den Satz gehört: "Wenn die Kirche sich nicht selber reinigt, wird der HERR für Reinigung sorgen." Wie wahr!
Dieser Satz lässt sich auch auf die Exorzismen anwenden: Wenn die Kirche sich in diesem Punkt nicht von selber bewegt, wird der HERR dafür sorgen, daß sie sich bewegen wird. Auch in diesem Fall kommt der Druck von außen, von der Welt: Diesesmal von Psychiatern und Psychologen, und wer weiß, vielleicht auch eines Tages von den Gerichten. Wundern täte es mich nicht mehr, auch wenn es noch dauern kann, aber der Stein rollt bereits.

Liebe Grüße

Regine
Titel: Re:Der Teufel und die Psychiatrie
Beitrag von: Regine am 14. März 2012, 16:47:09
Zu meinem letzten Beitrag noch eine Anmerkung, damit ich nicht falsch verstanden werde. Mir geht es nicht darum, gegen die Bischöfe Front zu machen oder jemanden zu einer gerichtlichen Anklage gegen sie anzustiften.

Für uns Katholiken gilt immer der Gehorsam gegen die geistliche Obrigkeit. Heiligkeit, zu der wir alle gerufen sind, geht nur über den Gehorsam. Sowohl aus dem Leben der Heiligen als auch aus Botschaften von Maria ist bekannt, daß von uns immer Gehorsam verlangt wird, gerade auch dann, wenn sich Priester/Bischöfe gegen uns stellen. Wir sollen uns fügen. Auch der zulassende Wille Gottes ist der Wille Gottes!

Gerichtliche Anklagen müssten eher von der Welt kommen, also von ärztlicher Seite oder von ungläubigen Betroffenen, denen trotz der Besessenheitsdiagnose exorzistische Hilfe verweigert wurde.


Um zu einem Exorzismus zu kommen, gibt es auch die Möglichkeit, den Wohnsitz in eine Diözese zu verlagern, in der Exorzisten benannt sind. Oder einen Zweitwohnsitz anmelden - vielleicht bei Bekannten oder in einem Kloster, in dem man unterkommen könnte. Dann gehört man offiziell zu dieser Diözese, und kann die Exorzisten aufsuchen.


Eine andere Option bei abgelehntem Gesuch ist es, die Leiden durch die dämonischen Bedrängnisse gerade dafür aufzuopfern, daß sich die Bischöfe dem Exorzistenamt öffnen und ihre Angst überwinden lernen. Das ist vielleicht die allerbeste Form damit umzugehen, dann bringt das Leiden noch Frucht!


Auf einen weiteren Aspekt möchte ich noch eingehen: Bei einem Vorstoß an die deutsche Bischofskonferenz oder Erzbischof Zollitsch müssten wir nicht nur die Besessenen im Auge haben, sondern auch die Umsessenen. Von der Besessenheit sind laut Pater Amorth und Pater Müller übereinstimmend nur ca. 1 % betroffen. Nur ihnen steht streng genommen der Exorzismus zu. Die Exorzisten sind aber auch für die Umsessenen, Verfluchten und andersartig dämonisch Bedrängten da und helfen ihnen. Bei den meisten Fällen handelt es sich laut Pater Amorth um Verfluchungen. Auch diesen muß geholfen werden, denn sie können die Besessenen von morgen sein!

Daß aus Umsessenen Besessenen werden können, befürchte ich schon sehr lange und das hat sich nun durch einen Eintrag bei kath.net bestätigt. Pater Amorth sagt dort, daß Heilige, die sich ihr Leben lang gegen die Dämonen zur Wehr setzen konnten, am Ende ihres Leben, wenn sie von Schwäche eingeholt werden, förmlich von Dämonen überfallen wurden. Auch Mutter Teresa soll in ihren letzten Jahren exorziert worden sein. Wer das Buch „Komm sei mein Licht“ über Mutter Teresa kennt, wird dies nicht verwundern. Sie hat lange Zeit ihres Lebens sühnend eine Glaubensnacht durchlitten, die nur dämonisch bedingt gewesen sein kann. Im Alter fehlt dann die Kraft, über die Dämonen Herr zu werden, Besessenheit kann die Folge sein. Die Übergänge zwischen Umsessenheit und Besessenheit sind damit fließend und kraftabhängig.

http://www.kath.net/detail.php?id=18791 (http://www.kath.net/detail.php?id=18791)

Regine