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römisch-katholisch => Liturgie / Heilige Messe => Thema gestartet von: amos am 29. März 2013, 11:49:05
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KARFREITAG
Der Karfreitag steht ganz im Zeichen des Kreuzes. Der Kreuzestod ist die schmählichste Todesart zur damaligen Zeit. Die Hinrichtung des Verurteilten war scheinbar noch nicht grausam genug; denn der Gekreuzigte wurde zugleich auch geächtet. Das muß die Jünger Jesu maßlos enttäuscht und in tiefe Traurigkeit gestürzt haben, weil sie doch auf diesen Jesus all ihre Hoffnung gesetzt hatten. Die Trauer um den gekreuzigten Herrn (althochdeutsch kara = Trauer, Klage) hat dem Karfreitag wie auch dem Karsamstag und der ganzen Karwoche den Namen gegeben.
Zur Zeit der Todesstunde Jesu, um 15 Uhr, versammelt sich die Gemeinde zu einem Gottesdienst, in dem sie auf das Leiden und den Tod ihres Herrn schaut.
Die Karfreitagsliturgie beginnt in aller Stille. Vor dem Altar auf dem Boden ausgestreckt, verharrt der Priester zunächst in schweigendem GEBET. Die drei Abschnitte des Gottesdienstes bestehen aus dem WORTGOTTESDIENST mit der Lesung des vierten Liedes vom Gottesknecht (Je 52,13-53,12) und der Passion nach Johannes (Joh 18,1-19,42) sowie den Großen Fürbitten in den Anliegen von Kirche und Welt, der VEREHRUNG DES KREUZES durch alle am Gottesdienst Teilnehmenden und der KOMMUNIONFEIER als Verbindung der Gläubigen mit Jesus Christus im Sakrament der Liebe. Auf eine Eucharistiefeier wird am Karfreitag seit aller Zeit verzichtet.
Der Karfreitag zeigt einerseits die Erniedrigung des Menschen Jesus und sein äußerliches Scheitern am Kreuz. Gleichzeitig wird dieses schmähliche Leiden und Sterben Jesu mit Hilfe biblischer Aussagen theologisch gedeutet als Heil, als Erlösung für die Menschen.
Der dreifache Ruf der Kreuzverehrung mit jeweils feierlich erhobenem Kreuz macht deutlich, daß wir heute den Karfreitag feiern im Wissen um Ostern: "Seht das Kreuz, an dem der Herr gehangen, das Heil der Welt." Die Gemeinde antwortet: "Kommt, lasset uns anbeten!"