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römisch-katholisch => Fragen und Themen zum Glauben allgemein => Thema gestartet von: walter420 am 25. März 2014, 14:13:21
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Ist es schon Sünde, wenn man sich etwas unerlaubtes vornimmt, einen dann aber doch die Angst packt und man läßt es sein? Es heißt zwar, schon schlechte Gedanken sind Sünde, aber wie ist das, wenn man im letzten Moment die Tat doch nicht begeht?
Beispiel: Mein bester Freund schreibt mir eine Email, dass am Samstag Abend Karaoke ist und ob ich nicht kommen will. Ja wollen würd ich schon, aber genau an diesem Wochenende habe ich über mein Handy Hotlinedienst. Und mein Chef sagt, dass ich im Dienst keinerlei Veranstaltungen aufsuchen darf.
Nun gehen mir allerlei Gedanken pro und contra durch den Kopf.
"Geh, der Chef ist doch Samstag Abend selber irgendwo, der kommt doch eh nicht drauf, wenn du ihn hintergehst!"
"Und wenn er doch anruft? Oder ein Freund von ihm, den ich nicht kenne?"
"Nein, der hat Samstag besseres zu tun als mich kontrollieren, fahr ruhig zu deinem Freund!"
Schließlich fahre ich los. Doch als ich vor dem Lokal stehe, kommen mir erneut Zweifel. Ich gehe schließlich noch einige Zeit vor dem Lokal auf und ab. Schließlich traue ich mich doch nicht. Ich gehe zwar meinen Freund begrüßen, aber nur um ihm zu sagen, dass ich Dienst habe und bin zwei Minuten später auch schon wieder weg.
Nun frage ich: Ich habe mich zwar mit einer verbotenen Handlung auseinandergesetzt, sie letztendlich aber nicht ausgeführt. Habe ich nun schon gesündigt oder noch nicht?
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Dazu kann ich allenfalls meine bescheidene subjektive Meinung äußern. Also:wenn man freiwillig darauf verzichtet, die Tat auszuführen, dann hat man doch letztendlich auch bereut, dass man das überhaupt geplant hatte oder? Auf jeden Fall hat man sich dagegen entschieden und das zählt doch am Ende, würde ich sagen. Natürlich wäre es besser, solche Gedanken gleich abzuwehren, eben weil man ja erkennt, dass es etwas Verbotenes ist und hält trotzdem daran fest. Streng genommen hat man sich da bereits versündigt.
Etwas anderes sind Gedanken, die sich auf keine konkrete Handlung beziehen, sondern die innere Haltung gegenüber (bestimmten) Personen widerspiegeln, etwa Neid, Rache, Eifersucht etc. Dies ist wohl weitaus schlimmer...
Finde es jedenfalls gut, dass Du Dir Gedanken über die Gedanken machst. ;)
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Hallo,
Als Mensch haben wir durch die Erbsünde, die in der Taufe gereinigt wurde, jedoch die Sündenfähigkeit behalten. Diese basiert auf den freien Willen den Gott uns geschenckt hat und durch den wir täglich mit der Hilfe der Gnade Gottes und des Schutzengels uns für Gott entscheiden sollten und somit die Sünde verweigern sollten. Der Teufel aber weiss dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt bevor Christus zurückkehrt, und Satans Ziel ist es Gott soviel Geschöpfe abzugewinnen wie nur möglich durch die Sünde, die Kirche( der Leib christi)zu zerstören und Gott zu beleidigen. Dazu benutzt er uns!! Dies müssen wir immer im Gedächtnis haben wenn uns eine Versuchung verfolgt. Wir werden gegen unseren freien Willen von Satan bedrängt Böses zu tun, wenn möglich eine Todsünde, um Gott Leid zuzufügen oder sogar ein Geschöpf , das für die himmlische Ewigkeit berufen war, abzugewinnen.
Das was du erzählst ist ein Kampf deines christlichen Gewissens und deines freien Willens mit der Verführung Satans, und die kann sehr kraftvoll sein! So wie ich deine Geschichte lese, hast du lange zwischen beiden gehadert, dich aber zuletzt für das Gute entschieden. Solche Kämpfe kennt ein jeder Christ und es ist ein Teil des Kreuzes das Jesus von uns verlangt hat zu tragen, wenn wir seine Jünger sind. Am Ende aber hat das Gute in dir gewonnen und die "böse" Tat die dir eingeflösst wurde, hast du aus freiem Willen und Wissen NICHT begangen. Sonst hättest du sicher gesündigt.
Wir leben nicht ohne Grund in der sogenannten streitenden Kirche: unser ganzes Leben ist ein Kampf mit Satans Dämonen! Dazu gehört ein fester Glaube, eine tiefe Liebe zu Christus und Gottvater, die Anrufung des Heiligen Geistes und des Schutzes der Jungfrau Maria und des Schutzengels. Solltest du nochmal in solch eine Versuchung kommen, rufe voll Vertrauen immer wieder den Namen Jesu an. Dieser name bedeutet "Gott rettet". Ich bin sicher wen du in der Versuchung den Namen Gottes anrufst, wird er Legionen von Engeln zu deinem Schutze senden und dir die nötigen Gnaden schenken um zu widerstehen. Dazu aber musst du im Stande der Gnade sein!
in Caritas Dei
Dominique