Forum ZDW
römisch-katholisch => Eucharistie => Thema gestartet von: amos am 08. Juni 2014, 11:12:32
-
Am Pfingsttag feiern wir die Sendung des Heiligen Geistes, den
Geburtstag der Kirche. Die Apostelgeschichte (2,1-11) spricht
davon, daß das erste Pfingstfest an einem der großen jüdischen
Wallfahrtsfeste, dem "Wochenfest" (Schavuot), stattfand. Als
Erntedank für die Weizenernte wurde dieser Tag später auch zur
dankbaren Erinnerung an den Bundesschluß Gottes mit seinem Volk
und die Übergabe der Zehn Gebote am Sinai. Da das jüdische
"Wochenfest" am 50. Tag (griech. Pentekoste - Pfingsten) nach dem
Pessachfest gefeiert wurde, wird deutlich, daß Pfingsten zu Ostern
gehört. Es vollendet das Ostergeheimnis und bildet den Abschluß
der Osterzeit. Für die Jünger ist mit dem Kommen des Geistes die
verheißene messianische Zeit (vgl. Joel 3,1-3) angebrochen. Sie
leben in diesem Bewußtsein und verstehen auch die missionarische
Tätigkeit der jungen Kirche als vom Heiligen Geist gewirkt.
Pfingsten feiern heißt, sich neu mit der Kraft des Geistes Gottes erfüllen
lassen, damit er durch uns die Welt neu gestalten kann.
Der Pfingstmontag, der nicht in allen Ländern Feiertag ist, wird in den
deutschen Diözesen deutlicher an das Pfingstfest angebunden, indem
die Meßtexte von Pfingsten oder eine Votivmesse zum Heiligen Geist
vorgesehen sind. So soll das Festgeheimnis stärker betont werden.