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Allgemeine Diskussionen => Allgemeine Diskussionen => Thema gestartet von: walter420 am 08. September 2014, 16:48:33

Titel: Ist es Sünde, Bibelstellen zum eigenen Vorteil zu nützen?
Beitrag von: walter420 am 08. September 2014, 16:48:33
Zunächst die besagte Bibelstelle:
Sammelt Eure Schätze nicht hier in der Welt, wo Rost und Motten sie zerfressen, sammelt sie Euch lieber für die Ewigkeit, wo sie euch niemand nehmen kann!

Nun zu meinem Fall: Seit einiger Zeit kritisiert die Familie schon, dass ein Zimmer ausgemalt gehört und wir teilweise neue Möbel brauchen würden. Und sie geben keine Ruhe, immer wieder reden sie davon. Da das Renovieren aber erstens viel Geld kosten würde und zweitens jede Menge Dreckarbeit bringt, habe ich absolut keine Lust dazu. Ich berufe mich immer auf die oben erwähnte Bibelstelle: Wozu brauche ich das alles? Wenn ich mal tot bin, hat das doch eh keine Bedeutung mehr. Da gefällt es doch Gott besser, wenn ich bei den Kollekten freigiebig bin, man soll ja ohnehin den Zehnten geben. Andererseits denke ich dann wieder: Und außerdem hab ich gar keine Lust, damit anzufangen. So verträglich ich sonst bin, aber sobald wieder übers Renovieren geredet wird, reagiere ich äußerst genervt und gereizt.
Titel: Antw:Ist es Sünde, Bibelstellen zum eigenen Vorteil zu nützen?
Beitrag von: DerFranke am 09. September 2014, 11:20:47
Walter du bist das Oberhaupt der Familie , das haben wir Männer heute verlernt. Ich kenne das auch nur noch von meinen Großeltern mein Großvater war der Chef und meine Großmutter war eine sehr bescheidene , demütige Frau. Nie habe ich sie streiten sehen da es eine klare Aufgabenverteilung gab.

Dies ist im Zeitalter einer falschen Gleichberechtigung anders geworden.

Du solltest deine Entscheidung nicht von der Lust abhängig machen sondern von der objektiven notwendigkeit.  Frag dich zuerst: warum habe ich keine Lust ?  zweite Frage: ist eine renovierung des Zimmers notwendig  z.b gesundheitlicher Schaden durch Schimmel ,  oder stört sich deine Familie eher daran das alles alt ist und ihren Ansprüchen nicht genügt ?  Daran würde ich das ganze beurteilen.

Das Problem Walter ist man muß auch oft unangenehme Entscheidungen treffen , diese können bei dir auch einen Gewissen Schmerz verursachen , das sind viele Menschen heute nicht gewöhnt und sie haben ein schlechtes Gewissen. Ein Beispiel hier  ein priester verweigert einen Gläubigen die Kommunion , weil er weiß dieser ist in einer schweren Sünde oder will die Kommunion ohne ehrfurcht ( z.b stehend mit hand ) empfangen.  Dann mag dies den Priester schmerzen , auch die reaktion und unverständnis anderer fehlgeleiteter Gläubiger sind eine enorme Belastung für diesen Priester.

Nun hat er 2 Möglichkeiten:  1. er bleibt standhaft und trägt durch seine Verweigerung womöglich zur Umkehr des betroffenen bei oder 2. er gibt nach und verschlimmert sowohl die situation des schweren Sünders als er sich auch mitschuldig macht.

Das war nun ein hartes Beispiel für deinen Fall aber seh es mal so als gewisse Richtschnurr an , meistens ist das was heute als "gut" bezeichnet wird nicht immer gut.

Es ist wie gesagt immer leichter gesagt als getan - schau mein Firmpate z.b  hat einen Sohn und dieser erpresst ihn mit dem Kirchenaustritt wenn der Papa ihn nicht hilft.  Also zahlt der Papa seinen unchristlichen Lebenswandel und unterstützt diesen z.b neues Auto als arbeitsloser usw , wohl auch aus schlechtem gewissen heraus der er auch einige Fehler hatte im Bezug auf Familienführen. Das Resultat: der Sohn bekommt Geld ist aber trotzdem glaubensfern und kümmert sich nicht um die Kirche und sein Seelenheil.

Hier wäre die klare Linie: Änder dein Leben dazu bekommst du Hilfe , aber mit der Kirche hat das nichts zu tun. Denn was nützt dem Sohn die Papier-
                                  mitgliedschaft wenn er sich um den Glauben nicht bemüht. Soll er doch austreten das ist wenigstens ehrlich , dann wissen
                                  alle woran sie sind. Wenn er sich bekehrt ist er doch mit offenen armen willkommen.
Titel: Antw:Ist es Sünde, Bibelstellen zum eigenen Vorteil zu nützen?
Beitrag von: Logos am 10. September 2014, 01:01:36
Indem Du so fragst: Ist es Sünde, Bibelstellen zum eigenen Vorteil zu nützen? ist eigentlich alles schon geklärt. Natürlich dürfen wir das nicht! Wenn wir jemanden eine Bibelstelle entgegen schmettern, dann muss das einzige Motiv das Seelenheil des Gegenüber sein und nicht weil wir uns etwa vor einer unangenehmen Sache drücken wollen. Du würdest Dir übrigens nicht nur Dir selbst etwas vormachen, sondern Dein Umfeld würde/wird es womöglich merken, wo eigentlich der Hase im Pfeffer liegt und wenn Du beim nächsten Mal wieder mit einem Bibelzitat kommst, wo es Dir dann wirklich ernst ist, dann wird man Dir das nicht abnehmen.

Und ehrlich gesagt: das mit den neuen Möbeln lässt sich natürlich von einem Außenstehenden gar nicht beurteilen und an sich auch die Notwendigkeit einer Renovierung. Nur, mal so grundsätzlich: eine Zimmer-Renovierung hat doch sicher nichts mit Luxus oder Verschwendung zu tun; ich gehe davon aus, dass Deine Frau keine goldene Tapeten anbringen will. ;)

P.S. Kann schon verstehen, dass Du genervt bist - ich finde Renovierungen auch furchtbar, aber darum geht es ja nicht.
Titel: Antw:Ist es Sünde, Bibelstellen zum eigenen Vorteil zu nützen?
Beitrag von: Nightrain am 10. September 2014, 11:40:13
Walter du bist das Oberhaupt der Familie , das haben wir Männer heute verlernt. Ich kenne das auch nur noch von meinen Großeltern mein Großvater war der Chef und meine Großmutter war eine sehr bescheidene , demütige Frau. Nie habe ich sie streiten sehen da es eine klare Aufgabenverteilung gab.



Herr, schmeiss Hirn vom Himmel. Da steckt wohl jemand in einer Zeitschleife fest...und das schon seeeehhhhrrrr lange.

Deine Aussage ist diskriminierend, vollkommen überholt und zeugt von der Unfähigkeit, sich auf Augenhöhe mit anderen Menschen auseinander zu setzen. Frauen sind Partner, keine Sex- und Putzsklaven...nur so zur Info.
Titel: Antw:Ist es Sünde, Bibelstellen zum eigenen Vorteil zu nützen?
Beitrag von: vianney am 10. September 2014, 16:03:06
Hallo Walter

Die Bibel ist das lebendige Wort Gottes. Sie ist nicht nur die Niederschrift der Worte und Taten Gottes und Jesus Gottmensch, der Heilige Geist wohnt in ihr und Jesus ist lebendig in seinem Wort. Deshalb segnet uns der Priester ja auch mit der Bibel. Würde er dies mit einem toten Buch einfach so tun?
Deshalb sollten wir ehrfürchtig mit den heiligen Texten umgehen und es ist Heuchelei wenn wir Passagen aus der Bibel als Vorwand benutzen um etwas nicht zu tun wozu wir keine Lust haben!
Wie Logeos schon sagte, die Renovierung ist doch vielleicht kein Luxus, sie ist vielleicht wirklich nötig, und dir ein gutes Gewissen schaffen durch ein Zehntel zu spenden ist auch zweideutig. Denke an die Parabel der Witwe die nur ein kleines Geldstück in den Tempelschatz legte, aber mehr gab als die Pharisäer die sehr viel gaben, aber nichts entbehrliches. Sie waren trotz ihrer Spende noch sehr reich...Wenn du dir einen Schatz im Himmel sammeln willst, dann erfülle die Seligpreisungen und sei vor allem Barmherzig. Es ist vielleicht barmherzig in den sauren Apfel zu beissen als Opfer für die Sühne der Sünden der Welt und die Renovierung deiner Frau zu Liebe anzunehmen. Somit bist du ihr gut und barmherzig und kannst noch immer spenden und Gutes tun! So aber wie du jetzt vorgehst ist es bestimmt nahe an einer Sünde, aber ich môchte dich nicht richten:-)

iCd

Dominique
Titel: Antw:Ist es Sünde, Bibelstellen zum eigenen Vorteil zu nützen?
Beitrag von: DerFranke am 11. September 2014, 07:36:30
"Deine Aussage ist diskriminierend, vollkommen überholt und zeugt von der Unfähigkeit, sich auf Augenhöhe mit anderen Menschen auseinander zu setzen. Frauen sind Partner, keine Sex- und Putzsklaven...nur so zur Info"

Das ist deine fehlgeleitete Interpretation. Meine Großmutter erfüllte Ihre Aufgabe mein Großvater seine Aufgabe im Einklang mit dem Willen Gottes in Ihrer Berufung als Eheleute. Das du diese Berufung in den Dreck ziehst indem du solche Frauen als putz & Sexsklaven abstempelst hat nichts mit der Realität einer gut funktionierenden Familie zu tun.

Wenn zB die Mutter Gottes in Ohlau fordert das Frauen mit Kopftuch und Rock die heilige Messe besuchen sollen , so ist es zu Ihrem eigenen Wohl um sie wieder an diese Rolle zu erinnern, je nach Berufung , außerdem um der Sünde der Unkeuschheit Einhalt zu gebieten. In der Familie von Nazareth finden wir das Vorbild für die christliche Familie.

Titel: Antw:Ist es Sünde, Bibelstellen zum eigenen Vorteil zu nützen?
Beitrag von: Nightrain am 11. September 2014, 13:15:55
Frauen haben genau wie Männer das Recht auf freie Selbstentfaltung. Wenn eine Frau gerne Hausfrau und Mutter sein möchte ist das ja auch ok. Aber den Platz der Frau grundsätzlich hinter dem Herd zu sehen ist ganz einfach eines : diskriminierend. Genauso fallen übrigens auch Homosexuelle unter den Gleichbehandlungsgrundsatz.

Als Deutscher zitiere ich dann doch lieber Friedrich II von Preussen : "Jeder soll nach seiner Façon selig werden"

Wenn es der freie Wille der Frau ist Hausfrau und Mutter zu sein ist dagegen nichts zu sagen, jedoch muss der mann Ihr auch dann auf Augenhöhe begegnen.

Sprüche wie "Der Mann ist das Oberhaupt der Familie" haben in der heutigen Zeit (Gott sei Dank) keinen Platz mehr und wie du richtig angemerkt hast...ich kenne sowas auch noch...aus Erzählungen meiner Urgrosseltern ;).
Titel: Antw:Ist es Sünde, Bibelstellen zum eigenen Vorteil zu nützen?
Beitrag von: walter420 am 03. Oktober 2014, 16:36:31
Möchte mich mal für die Antworten bedanken. Im Moment ist es so, dass wirklich das Geld knapp ist und wir uns keine Renovierung leisten können. Es ist auch gar nicht meine Frau, die renovieren will, sondern andere Familienangehörige.
Im Dezember müssen wir halt einen Teil des Weihnachtsgelds dafür investieren.

Im übrigen muss ich auch bekennen, dass ich schon mal auch eine zweite Bibelstelle zu meinem Vorteil verwendet habe:
Es ist 16.58 Uhr, zwei Minuten vor Dienstende, als am Gang eine junge Frau an mir vorbei rennt. Zunächst tue ich so, als ob ich sie nicht sehe, denn in zwei Minuten geht es heimwärts. Als sie sich dann nach der Fundstelle erkundigt, denke ich: "Oh nein, nicht schon wieder ein vergessener Gegenstand irgendwo. Die Leute quälen einen den ganzen Tag damit, ich will nicht wegen der jetzt länger im Büro bleiben! Und Fundsachen gehen mir eh so auf die Nerven. Und im übrigen: Ich bin ja verheiratet, schon ein Blick zu einer anderen könnte ja Ehebruch sein!" Und sagte ihr, es sei niemand mehr da.

Da belehrte mich der Priester eines besseren: Es wird mir wohl nichts übrig bleiben, als im Dienst auch mit anderen Frauen zu reden. Solange ich nicht willentlich eine begehre, ist es auch kein Ehebruch. Was ich da tat, war aber dennoch Sünde, und zwar gegen die Nächstenliebe. Denn nur, um pünktlich heimzukommen, habe ich dieser Frau nicht mehr geholfen.
Titel: Antw:Ist es Sünde, Bibelstellen zum eigenen Vorteil zu nützen?
Beitrag von: amos am 03. Oktober 2014, 17:48:07
Hallo Walter, ich habe so das Gefühl, daß Du Dir zu viele unnötige Sorgen bezüglich Sünde machst! Aber die Abwägung liegt letztendlich bei Dir, beziehungsweise bei Deinem Gewissen Gott und den Menschen gegenüber -

Weil Du wegen Feierabend der Frau nicht mehr helfen konntest/wolltest, hast Du nicht gegen das Gebot der Nächstenliebe verstoßen!
Übrigens, Du liebst ja diese Frau als Deine Nächste!

Es grüßt Dich herzlich und wünscht Dir Gottes Segen,
Dein Bruder im Glauben, amos

Titel: Antw:Ist es Sünde, Bibelstellen zum eigenen Vorteil zu nützen?
Beitrag von: Ein_Katholik am 05. Oktober 2014, 05:39:30
Ob nun eine Renovierung technisch wirklich nötig ist, kann man so pauschal natürlich nicht beantworten, daher lasse ich das mal dahingestellt, und gehe aber im folgenden Beitrag mal davon aus, denn sonst würde der Rest deiner Familie ja wohl nichts sagen.

Nun zu meinem Fall: Seit einiger Zeit kritisiert die Familie schon, dass ein Zimmer ausgemalt gehört und wir teilweise neue Möbel brauchen würden. Und sie geben keine Ruhe, immer wieder reden sie davon. Da das Renovieren aber erstens viel Geld kosten würde und zweitens jede Menge Dreckarbeit bringt, habe ich absolut keine Lust dazu.

Mann kann sich vor Gott auch versündigen, wenn man andere durch sein Verhalten zur Sünde verleitet.

Zitat
Lk 17,1 Er sagte zu seinen Jüngern: Es ist unvermeidlich, dass Verführungen kommen. Aber wehe dem, der sie verschuldet.

Daher würde ich dir empfehlen keine Unruhe oder Hass in der Familie zu stiften.
Wenn du z.B. nichts tust, obwohl du für diese Aufgabe gebraucht wirst, und deine Familienmitglieder dann anfangen dich deswegen zu hassen, weil du sie hängen lässt, dann begehen deine Familienmitglieder aufgrund ihres Hasses gegen dich eine schwere Sünde vor Gott, für welche letzten Endes aber du aufgrund deines Nichthandeln verantwortlich bist, also trägst du diese Sünde gemäß LK 17, 1 mit.


Wenn dir die Arbeit zu mühselig ist, dann gibt es aber durchaus einen Kompromiss und zwar in dem du deinen Familienangehörigen freies Handeln gibst und z.B., was insbesondere bei jugendlichen und Kindern gilt, mit Rat und Geld unterstützend mitwirkst, denn gerade letzteres haben Kinder in der Regel ja nicht.
Oftmals geht ohne das Familienoberhaupt ja deswegen nichts voran, weil das Familienoberhaupt alles mitbestimmen will, weil es nicht sehen kann, dass die Arbeit möglicherweise verpfuscht wird, wenn es nicht alles selber macht. Also dürfen die anderen gar nichts machen und wenn das Familienoberhaupt dann selber gar keine Lust hat, dann geht auch da nichts voran.
D.h. es will bestimmen, wo das Loch gebohrt wird, es will bestimmen, wie die Farbe aufgetragen wird und es will, wenn etwas gemacht wird, sowieso alles selber machen.

Wenn das das Problem ist, du dir also selbst zur Hürde wirst, aber dir dennoch Arbeit ersparen willst, was spricht dann dagegen, wenn du einfach über deinen eigenen Schatten springst und z.B. deine Kinder, sofern sie alt genug dafür sind, das Loch bohren lässt und ihnen stattdessen mit Rat und wegen dem Materialbedarf mit Geld zur Seite stehst?
Hab da einfach Vertrauen in deine Familie, die kriegen das schon hin, wenn du sie machen lässt und für dich hält sich dann dein persönlicher Aufwand in Grenzen.
Du machst dich dabei kaum dreckig und deine Familie ist glücklich, weil es voran geht, wenn sie es selbst tun, was aber voraus setzt, dass du sie auch machen lässt und bei Bedarf, ihnen das Geld für die Materialien gibst.

Bei neuen Möbeln könntest du z.B. dabei helfen, dass die Möbel gekauft und zur Wohnung von dir transportiert werden. Die Möbel aufbauen, das kannst du aber auch durchaus deine Familie machen lassen, wenn du es nicht selbst tun möchtest. Dies könntest du z.B. deiner Familie als Kompromissvorschlag unterbreiten und vorschlagen.

 
Titel: Antw:Ist es Sünde, Bibelstellen zum eigenen Vorteil zu nützen?
Beitrag von: walter420 am 07. Oktober 2014, 09:55:41
Bezüglich der letzten Antwort habe ich noch eine Frage:
Es stimmt, wenn mich durch mein Verhalten andere nicht leiden können, dass ich sie dann zur Sünde verleite und dadurch selber sündige.
Ausser in einem Fall und der kommt auch oft genug vor: Wie ist es, wenn ich vor Ungläubigen andauernd über Jesus oder über Himmel und Hölle oder über Buße rede und sie dadurch zum schäumen bringe? Speziell zwei Gruppen: Die einen meinen, sie leben eh anständig und hätten nichts zu büßen. Die zweiten meinen, dass nach dem Tod ohnehin alles aus ist.

Jesus sagt doch selbst: Wer mich vor den Menschen bekennt, den werde ich auch vor meinem Vater im Himmel bekennen. Also ist es doch in diesem Fall wichtiger, dass Jesus mit mir eine Freude hat, auch wenn sich andere dadurch ärgern. Bin ich da auf dem richtigen Weg?