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römisch-katholisch => Gebote / Beichte / Sünden => Thema gestartet von: walter420 am 18. September 2014, 10:22:12
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So steht es in der Bibel. Und ich sehe bei mir selber, wie schwer es ist, gegen KEIN Gebot zu sündigen.
Oft sündigt man gegen ein Gebot, um ein anderes befolgen zu können.
Beispiel: Ich möchte am Sonntag unbedingt in die Heilige Messe gehen, weil es das 3. Gebot so gebietet. Nun können aber allerhand Sachen dazwischen kommen. Mein Chef könnte sagen, dass ich Dienst habe und daher auf keine Veranstaltungen - auch nicht in die Kirche darf (habe ich ja schon in mehreren Threads erwähnt) oder meine Frau könnte sagen, dass sich irgendwer von der Familie gemeldet hat, den wir schon am Sonntag Vormittag treffen sollen.
Nun, um das 3. Gebot erfüllen zu können, verletze ich nun das 8. Gebot. Bei der Familie habe ich einen ganz wichtigen Dienst plötzlich. Beim Chef hat halt gerade das Handy nicht funktioniert. Wohl gemerkt, ich verleugne NICHT meinen Glauben, aber wenn es von den Menschen nicht akzeptiert wird, müssen eben andere Ausreden her.
Ich habe nun mehrere Entscheidungen offen, aber in jeder sehe ich eine Sünde.
Ich könnte auf die Messe verzichten der anderen zuliebe (Sünde gegen das 3. Gebot).
Gottes Gebot zählt mehr als ein Wunsch der Menschen.
Ich könnte meine Widersacher alle anlügen, um frei zu kommen zu dieser Zeit (Sünde gegen das 8. Gebot - das ist übrigens die Variante, die ich eh immer wähle).
Ich könnte mit meiner Familie oder meinen Chefs einen handfesten Streit vom Zaun brechen (Sünde gegen die christliche Nächstenliebe).
Was also tun?
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Lieber Bruder in christus
Es ist sehr richtig und wichtig die zehn Gebote halten zu wollen! Jedoch sollte das Gebot nicht wichtiger sein als Gott und deine Liebe zu Ihm! Auch wenn du die Gebote skrupulös alle einhältst, solltest du die Liebe zu Gott und deinen Mitmenschen nicht haben, so bist du wie ein Pharisäer, die auch die Gebote strikt hielten aber den Messias nicht erkannten...
Ich habe das Gefühl dass du zu streng mit dir selbst bist, und grosse Angst hast in der Sûnde zu leben! Wir sind aber nun mal alle Sünder und können in der heutigen Gesellschaft nur mit Müh und Not vermeiden zu sündigen!
Daher hat Jesus durch seinen erlösenden Tod uns ja die 2 wichtigsten Sakramente hinterlassen, die durch einen hellen und roten Strahl auf dem Bildnis des barmherzigen Jesus zu erkennen sind: die Beichte und die Eucharistie!
Ich wünsche mir für dich dass du die unbegreifliche grosse Barmherzigkeit und Liebe unseres Gottvaters entdecken kannst und dich als Sünder , und auch wenn die Sünden rot wie Scharlach wären, immer wieder an seine Barmherzigkeit erinnern kannst und das Sakrament der Beichte fûr dich entdecken kannst! Denn Jesus hat uns eingeladen mit unseren Sorgen und Plagen zu Ihm zu kommen, denn sein Joch ist sanft und leichter zu tragen als das Bewusstsein ein Sünder zu sein. Sei getrost, Gott sieht den guten Willen und die Reue in deinem Herzen, und erwartet dich immer liebend im Sakrament der Beichte um dich danach zu stärken durch die Gnaden der Eucharistie!
In Caritas Dei
Dominique
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Die Sache mit der Sonntagsarbeit gehört auf jeden Fall mit in die Beichte. Damit der Verstoß gegen die Sonntagspflicht eine Sünde ist, muss er doch (wie bei jeder anderen auch) freiwillig begangen sein. Aber das ist doch gerade hier nicht der Fall... Aber bespreche das doch mit Deinem Beichtvater. Nur... lügen geht gar nicht!
Etwas anderes ist es mit Deiner Familie: natürlich hast Du einen ganz wichtigen Dienst, und was für einen!, aber nicht plötzlich - Du weißt es ja schon immer im Voraus, Woche für Woche. Nein, Walter, es braucht weder Ausreden, noch tust Du damit einen Streit vom Zaun brechen - wenn Du ruhig und freundlich erklärst: die Hl. Messe am Sonntag geht mir über alles (und falls es nötig ist, erläuterst, warum es so ist), dann ist es nicht Dein Problem, wenn es die Anderen nicht akzeptieren. Da muss man sich aber als Außenstehender auch die Frage stellen dürfen: wenn Deiner Familie wirklich bekannt ist, dass Dir die Sonntagsmesse so wichtig ist, warum werden dann zu bestimmten Zeiten überhaupt irgendwelche Verabredungen getroffen? Was auch immer der Grund ist, ich beneide Dich nicht, und möchte Dich aber ermuntern, auf "Ausreden" zu verzichten und Dich einem Priester anzuvertrauen.