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römisch-katholisch => Liturgie / Heilige Messe => Thema gestartet von: amos am 10. Februar 2016, 10:00:25

Titel: Aschermittwoch
Beitrag von: amos am 10. Februar 2016, 10:00:25
Aschermittwoch

Mit dem Aschermittwoch beginnen die vierzig Tage der Vorbereitung auf die Feier des Todes und der Auferstehung Jesu Christi. Diese österliche Bußzeit will die Christen dazu anleiten, das eigene Leben zu überdenken und - wo nötig - die Weichen neu zu stellen.

Wir kennen im deutschen Sprachraum die Bezeichnung FASTENZEIT und beziehen uns damit auf die früher übliche Form des leiblichen Fastens während dieser vierzig Tage als Erinnerung an das vierzigtägige Fasten Jesu in der Wüste und als persönliche Vorbereitung auf das Fest unserer Erlösung an Ostern. Ihren tiefsten Sinn erhält die Fastenzeit von Ostern her. Von den strengen Festtagen sind heute nur noch der Aschermittwoch und Karfreitag als Fast- und Abstinenztage geblieben.

Die Fastenzeit konfrontiert uns mit unseren Schwächen, mit Versagen und Schuld, damit wir erkennen, wo wir einen neuen Anfang setzen sollen. Gleichzeitig richtet sie unseren Blick auf die Passion Jesu, der uns durch sein Leiden und Sterben befreit hat zu einem neuen Leben.

Schon der Prophet Jesaja (58,1-1) legt den eigentlichen Sinn des Fastens dar, wenn er betont, dass es nicht um öffentlich demonstrierte Verzichtleistung geht, sondern um die innere Erneuerung der Beziehung zu Gott und zu den Menschen, was eine persönliche Umkehr einschließt. Richtig verstanden, meint Fasten ein "Beten mit Leib und Seele" (Anselm Grün). Das zeigt sich auch in anderen Religionen. Mahatma Ghandi z.B. hat aus religiöser Überzeugung zur Klärung gesellschaftlicher Probleme gefastet. Fasten ist niemals gegen etwas oder jemanden gerichtet (wie Hungerstreik), sondern immer für -sei es z,B. zur inneren Läuterung oder zur Klärung von Beziehungen. So gehören zur christlichen Praxis in der Fastenzeit das Beten, das Fasten und das Almosengeben.

Die österliche Bußzeit beginnt mit dem Auflegen des Aschenkreuzes. Dabei spricht der Priester: "Kehrt um, und glaubt an das Evangelium" (Mk 1,15) oder: "Bedenke Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst." (Gen 3,19) Die Bezeichnung mit dem Aschenkreuz erinnert an die Erschaffung des Adam (= Erdling) aus dem Erdboden (Gen 2,7), wohin der Mensch einmal zurückkehren wird. Das Zeichen der Asche mahnt uns an die notwendige Läuterung und an die Vergänglichkeit des Lebens. Der Aschermittwoch stellt uns auf einen Weg nach Ostern, der uns bewußt macht, wie hoch der "Preis" unserer Erlösung war: "Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab" (Joh 3,16).