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römisch-katholisch => Fragen und Themen zum Glauben allgemein => Thema gestartet von: Blume24 am 29. März 2016, 11:12:02
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Hallo,
schon wieder eine Frage, nein eher eine Überlegung.
Warum meint Ihr, dass Gott uns auf Erden durch ein großes Strafgericht strafen wird? Also ich denke da an das große Strafgericht, das z.B. in Garabandal prophezeit wurde.
Gott lässt uns bekanntlich den freien Willen zu entscheiden, wen wir zum Vater haben wollen, also Ihn oder Satan. Und Er liebt uns. Und erst, wenn wir bereit sind, Ihn mehr zu lieben, als alles andere, erfahren wir die völlige Erfüllung.
Die Menschen sind schlecht - aber ich glaube, alles in Allem, eigentlich nicht schlechter als im Mittelalter zum Beispiel, wo das Befahren von Waldwegen stets mit der Angst verbunden war, von Räubern umgebracht zu werden etc. Diese Art von Moral ist doch eigentlich besser geworden, wenngleich es sich absolut nicht leugnen lässt, dass z.B. die Sexualmoral der Moderne eine einzige Katastrophe ist. Und natürlich der Glaubensabfall. Furchtbar. Das sehe ich auch. Am Ostersonntag wurde bei mir in der Kirche gepredigt, dass wohl keiner mehr an die Auferstehung Jesu glaubt und selbst das Lukasevangelium da keine Brücke bauen kann gegen diesen Unglauben. Das wurde als völlig normal und ok hingestellt und es klang so, als würde selbst der predigende Pastoralreferent nicht an die Auferstehung glauben. Mir zitterten nach der Predigt die Knie.
Trotzdem die Frage: welcher liebende Vater würde sagen: liebe mich oder ich bestrafe Dich???? Ich sage nicht, dass ich nicht bereit bin, die Botschaft von Garabandal zu glauben, aber ich habe meine Schwierigkeit mit dem auf Erden strafenden Gott. Zumal die Strafe vermutlich auch die trifft, die im Glauben an Gott leben und versuchen, auch gottgefällig zu leben.
Womit ich kein Verständnisproblem habe, ist eine persönliche Strafe, die dann zur Buße oder Sühne dient und die Zeit im Fegefeuer verringert. Oder auch die Höllenstrafe nach dem Tod, wenn sich jemand bewusst gegen Gott entscheidet. Oder ich glaube auch an das Fegefeuer als Ort der Reinigung, denn nur ganz reine Seelen dürfen vor Gott. Das ist absolut klar und einleuchtend. Aber ich habe ein Problem mit der Kollektivstrafe, die dann auch Leute betrifft, die nach bestem Wissen und Gewissen versuchen, für Gott und in Gott zu leben - wenngleich auch sie es bestimmt nicht schaffen werden, sündenfrei zu bleiben.
Gott ist unser Vater, und ein Vater muss seine Kinder auch streng erziehen - aber wenn auch nur ein Kind von einer Schar den Blödsinn nicht mitgemacht hat, wird dieser Vater dieses brave Kind nicht mitbestrafen. Und er wird auch niemals sagen: liebe mich, sonst schlage ich Dich! Er wird stets akzeptieren, wenn ein Kind nicht mehr den (guten liebenden) Vater zurückliebt, aber trotzdem sein Vater bleiben wollen und wie im Gleichnis vom verlorenen Sohn für ihn da sein, wenn er zurückkehrt, ohne zu strafen. Meint Ihr nicht? Und solange es noch betende und glaubende Menschen gibt (die es anscheinend zu Zeiten Noahs außer Noah selber nicht gab), wird Gott doch solche Kollektivstrafen für alle, auch die, die sich bemühen, nicht durchführen - oder???
Blume24