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Allgemeine Diskussionen => Allgemeine Diskussionen => Thema gestartet von: walter420 am 29. März 2017, 10:05:34

Titel: Ein Christ der in einem ungläubigen Umfeld lebt muss zwangsläufig sündigen
Beitrag von: walter420 am 29. März 2017, 10:05:34
Zunächst mal danke für die vielen Antworten zu "Palmsonntag Dienst". Es gibt Situationen, wo man zwar mehrere Möglichkeiten hat, wobei aber jede eine andere Sünde ist.

Beispiel:
Die Familie plant ein Sonntagsprogramm, das den Besuch der Heiligen Messe unmöglich macht. Sie sehen auch nicht ein, dass ich gehen will. Welche Möglichkeit ist nun die beste? Wie gesagt sündhaft sind alle.

Variante 1: Ich kann auf die Heilige Messe verzichten. Dann aber bin ich Gott , der sich mir selbst schenken will, höchst undankbar.
Variante 2: ich streite mit den anderen bis aufs Blut, auch auf die Gefahr hin, ihnen den Sonntag zu verderben. Das aber könnte Sünde gegen die Nächstenliebe sein.
Variante 3: Ich bekenne, dass ich genau die anwende. Um zur Heiligen Messe zu kommen, aber auch nicht streiten zu müssen, erfinde ich irgenwelche Ausreden, die glaubhaft klingen und von den anderen akzeptiert werden, aber die Unwahrheit sind. Wenn dann die anderen die Kröte geschluckt haben, ist für mich der Weg frei zur Messe. Jetzt aber habe ich gelogen.
Es bringt auch nichts, das 3. Gebot penibel halten zu wollen, während ich mir das 8. Gebot nach meinem Geschmack zurecht lege.
Es heißt nämlich auch eindeutig. Wer nur gegen ein Gebot sündigt, hat gegen das ganze Gesetz gesündigt.
Gibt es also auch eine sündlose Variante? Mir fällt leider keine ein.
Titel: Antw:Ein Christ der in einem ungläubigen Umfeld lebt muss zwangsläufig sündigen
Beitrag von: DerFranke am 29. März 2017, 11:16:01
Die Reihenfolge ist gegeben:

Ich zitiere dir von der Hauptseite, lass dich nicht von den vielen unwahren Aussagen die hier im Forum ihre Kreise ziehen in die Verwirrung bringen.
Zitat
Jesus erklärt, dass das Tun entscheidend für das Heil ist.

Mt 7:21 Nicht jeder, der zu mir sagt: "Herr, Herr!" wird eingehen in das Himmelreich, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der im Himmel ist, der wird eingehen in das Himmelreich.

Mt 7:24 Jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, wird gleich sein einem klugen Mann, der sein Haus auf den Felsen baute.

Mt 7:12 Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Menschen tun, sollt ebenso auch ihr ihnen tun; denn das ist das Gesetz und die Propheten.

Lk 10:25-28 Und siehe, ein Gesetzeslehrer trat heran, um ihn auf die Probe zu stellen, und sagte: "Meister, was muß ich tun, um ewiges Leben zu erlangen?" Er sprach zu ihm: "Was steht geschrieben im Gesetz? Wie liest du?" Jener antwortete: ""Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen, aus deiner ganzen Seele, aus deiner ganzen Kraft und aus deinem ganzen Denken" und: "Deinen Nächsten wie dich selbst"  Er sprach zu ihm: "Du hast richtig geantwortet; "tu das, so wirst du leben!"

Die Reihenfolge ist also gegeben zuerst Gott , dann der Mensch.  Betrachte dies einmal so wir sind auch verpflichtet den weltlichen Obrigkeiten Gehorsam zu leisten , wenn diese aber etwas verlangen was den Geboten Gottes widerspricht , so sind wir in erster Linie Gottes Willen verpflichtet und müssen sogar den Gehorsam gegenüber der weltlichen Obrigkeit verweigern.
Bei dem Thema Nächstenliebe wird gerne auch das Beispiel mit dem Barmherzigen Samariter verkündet , als die Geistlichen den schwer Verwundeten in der Not alleine gelassen haben um rechtzeitig im Tempel zu erscheinen.  Hier hast du das Beispiel für den triftigen Grund um zuerst dich dem Nächsten zuzuwenden , denn diese Zuwendung ist nicht aufschiebbar , diese Zuwendung muß sofort erfolgen. Genauso wie ein Priester jedem die Beichte abnehmen muß egal zu welcher Zeit , der darum bittet.
Dieses Beispiel zeigt uns die Ausnahmen auf.

Nun zu deiner ersten These: Ein Christ muß in der heutigen Welt sündigen wenn er unter Heiden ist.

Dies ist eine glatte Lüge welche aufgrund einer Verdrehung der Wahrheit in unsere Gesellschaft einzug gehalten hat. Man kennt diese Lüge aus anderen Zusammenhängen ala  "Er war ein Kind seiner Zeit"  "Er ist in schwierigen Verhältnissen geboren" usw.
Dies sind nichts weiter als teilweise mildernde Umstände aber keine Rechtfertigung für die Sünde , denn ein Christ muß auch nicht unter Heiden sündigen. Dieser Satz wird nur als Ausrede benutzt um sich vor dem wahren Kampf zu drücken , ein Christ unter Heiden hat es nur bedeutend schwerer. Denn einem Christen unter Heiden fehlt die Rückendeckung , die Bestärkung im guten durch Vorbild und Ratschlag.

Ich zeige es dir an deinem Beispiel auf:


Variante1: Damit begehst du eine schwere Sünde
Variante2: Damit begehst du eine schwere Sünde je nachdem wie du dich mit diesen Personen streitest.
                 Wenn du nur das Recht und die Pflicht auf den Messbesuch verteidigst und dann gehst wäre es keine
                 das kann auch leidenschaftlich erfolgen , es würde nur von deinem Eifer zeugen wenn du Sie dabei beleidigst
                 dann wäre es eine schwere Sünde.
Variante3: Auch hier begehst du eine Sünde , ob es eine schwere ist kann ich dir nicht sagen weil dazu müssen 3 Kriterien
                erfüllt sein  1. Wissentlich ( ist bei dir der Fall )   
                                 2. willentlich ( ist bei dir der Fall )
                                 3. der schwerwiegende Umstand ( das kann ich dir nicht beantworten )

                Aber da du dies aus Gewohnheit machst , wie ich deinem Beitrag entnehme , besteht auf jedenfall die Gefahr das
                es definitiv zu einer schweren Sünde wird. Viele lässliche führen unweigerlich zur schweren Sünde wenn man nicht acht
                gibt , weshalb in den Botschaften ja immer geraten wird wöchentlich zu Beichten gerade in der jetzigen Zeit wo der
                Umstand "Christ unter Heiden" es uns nicht leicht macht.


Nun aber die Lösung deines Problems  Variante4:

Du bekennst einfach das du in die heilige Messe gehen wirst und legst dies deinen Verwandten/ Chef auch so dar mit der Begründung das du die Sonntagspflicht zu erfüllen hast und Gottes Gebote Vorrang haben. Im Falle deines Chefs kannst du zu Erläuterung noch anbringen das du von der Messe aus genauso schnell zur Arbeit erscheinen kannst wie von zuhause. Das du auch jederzeit erreichbar wärst. ( Handy an auf vibration )   Denn niemand würde dir verbieten in Rufbereitschaft im Wirtshaus ein Schnitzel zu essen , obwohl die Gefahr besteht das du dann 3 Minuten warten musst bis du bezahlen kannst um dann zur Arbeit zu eilen.
Dies erledigst du komplett ohne Zorn , sachlich und bleibst bestimmt wenn dein Gegenüber Zornig werden sollte bleibst du trotzdem sanft im Vertrauen auf die Wahrheit.

Somit würdest du ohne zu sündigen diese Situation lösen.

Falls du dazu nicht in der Lage bist aus der Schwachheit heraus ist der Ratschlag den dir der Priester gegeben hat noch der beste , du kannst versuchen heilige Messen am Palmsonntag innerhalb von 24h zu finden  z.b Nachts um 1:00 oder Abends um 22:00 z.B an Wallfahrtsorten die außerhalb deiner Bereitschaft liegen oder außerhalb der Nachstellungen.  Damit würdest du sicherlich das größte Opfer bringen.

Aber wenn du selbst nicht Zornig wirst , nicht lügst und zur Messe gehst begehst du keine Sünde:
Die Folgen die daraus Entstehen sind nicht deine Schuld , sondern die Schuld der anderen.

-  Deine Familie wird Zornig - eindeutig Ihre Schuld da Sie das Sonntagsgebot verletzt und den rechtgläubigen dann noch drangsaliert
   diese Sünde zu begehen

Deshalb habe ich auch in dem anderen Beitrag das drastische Beipspiel vom "Puffbesuch" erwähnt , denn die Sündenfreunde wären natürlich nicht begeistert wenn du es verweigerst mit in den Puff zu kommen , sie würden auch Zornig auf dich werden , du würdest ihnen den Abend verderben , du würdest eventuell einen langen Streit hervorrufen usw.

Der springende Punkt ist aber:  Dies geschieht weil du dich richtig verhälst und die Sünder dies nicht ertragen können.
Titel: Antw:Ein Christ der in einem ungläubigen Umfeld lebt muss zwangsläufig sündigen
Beitrag von: walter420 am 30. März 2017, 17:13:09
Lieber Franke!

Danke für die Antwort. Ja, ich muss jetzt wirklich versuchen, auch widrige Lebenssituationen ohne Lügen lösen zu können. Ich wurde immer wieder von Menschen geklammert, aber jetzt muss ich es einmal bekennen. Ich habe mir meine Freiheiten, die die Menschen mir nicht lassen wollten, alle durch Lügen errungen. Schon meine Mutter (Gott möge sie selig haben) wollte mir als Kind und Jugendlichem kaum Freunde lassen. Bis ich in der Schule Muttersöhnchen genannt wurde. Ich wollte das nicht auf mir sitzen lassen und so begann es. Ich kam bald drauf, dass man sich mit Lügen vieles raus reißen kann. Meine Besuche bei den Freunden waren halt Förderstunden. Lange dachte ich auch noch. Es heißt doch, du sollst kein falsches Zeugnis gegen deinen Nächsten geben. Also kann ja nur die Verleumdung schwere Sünde sein. Das Lügen, wo niemand einen Schaden hat, kann ja nicht so schlimm sein, wenn die Menschen mich nichts lassen wollen und ich doch nur ein bisschen freier sein will. Mein Motto war immer. Niemals Streit, niemals Gewalt, aber ein bisschen schwindeln ist schon ok.
Doch jede Lüge ist Sünde. Wenn ich mich also in die Messe davon stehle, muss ich mich ernsthaft nun fragen. Darf ich dann überhaupt zur Kommunion gehen, wenn ich eine Stunde vorher erst gelogen habe? Es geht mir wirklich ernsthaft darum, einmal für den Himmel gerettet zu sein. Drum sollten wir die Sache jetzt mal beim Schopf nehmen und ich sollte mal ernsthaft bekennen: Ich wurde oft gemassregelt und habe alles mit Lügen bereinigt. Ich hatte das ganze Leben lang mit keinem Gebot so viele Probleme wie mit dem 8.