Maria : Jungfrau – Mutter
Der Kampf um die Reinheit bleibt vor allem den jungen Menschen nicht erspart.
Der erwachende Geschlechtstrieb, vom Schöpfer in die Natur des Menschen gelegt, drängt mit Macht zur Verwirklichung. Er bedarf dabei nicht, wie es heute eine falsche Pädagogik behauptet, der Förderung, sondern der Züchtigung. Weil sonst die biologisch-körperliche Entwicklung der seelisch-geistigen Reifung davonläuft und die harmonisierende Entfaltung zur reifen Gesamtpersönlichkeit behindert.
Geschlechtserziehung gehört ins Elternhaus und muss sowohl vom natürlicher Unbefangenheit wie von großer Ehrfurcht geprägt sein. Vorstufe dazu ist die Erziehung zu einer gesunden, alle Bereiche des Lebens umfassenden Schamhaftigkeit.
Das geht nicht ohne den Aufblick und das Gebet zu Maria.
Hart, aber vollkommen richtig, sagt Dr. Ernst http://Dr. Siegfried Ernst: „Eine Antibabypillen schluckende Maria ist schlechthin nicht vorstellbar.“
Und:
„Das der eingeborene Sohn des Vaters in einen sexsüchtigen verunreinigten Menschen hineingeboren werden könnte, ist nur für kranke Gehirne vorstellbar.“
Das Geheimnis des Lebens ist ein heiliges Geheimnis, das der Mensch nicht frech entweihen darf. Auch jede „gewöhnliche“ Elternschaft ist heilig.
Es ist „heiliges“, durch das Sakrament der Ehe geheiligtes Tun, Leben wecken zu dürfen, zumal Gott selbst bei jeder Zeugung dem gezeugten Kind die unsterbliche Seele ein-erschafft.
Elternwürde gründet in der Gotteswürde, deshalb müssen die Quellen des Lebens heilig gehalten werden.
Junge Menschen sollen mit reinem Leib und mit reiner Seele in die Ehe gehen. Sie werden dies umso eher vermögen, je vertrauensvoller sie Maria um ihre Hilfe bitten.
Aber auch Eheleute bedürfen des Aufblicks zur Jungfrau – Mutter. Zu leicht schleicht sich in die ehelichen Beziehungen die Unordnung ein.
Ohne den Blick auf Maria werden die Eheleute nur schwer das rechte Maß und die rechte Ordnung in der ehelichen Hingabe finden. Auch Eheleute müssen wissen, dass es etwas Herrliches um die Reinheit ist, und dass Gott will, dass das Ehebett unbefleckt bleibt (Hbr 13, 4).
Das geht nicht ohne Selbstüberwindung und zeitweiligen Verzicht aufeinander.
Die hl. Hedwig, die ihren Gatten „von allen Menschen am meisten“ liebte und dem sie mit 13 Jahren ihr erstes Kind gebar, dem fünf weitere Kinder folgten, schätze die Enthaltsamkeit hoch. „Fühlte sie, dass Gott sie gesegnet habe, so blieb sie voll Ehrfurcht der Wohnung ihres Gatten und dem ehelichen Umgang fern und hielt daran fest bis nach der Geburt des Kindes.“ Sie brachte ihren Gemahl auch dazu, diese „heilige Enthaltsamkeit“ zusammen mit ihr in den Tagen des Advents, der Fastenzeit, an den Quatembertagen, zu den Feiertagen, an den Festen der Heiligen und an den Sonntagen zu beachten.“
Und wie der anonyme Verfasser ihrer Lebensbeschreibung weiter berichtet, belehrte sie „möglichst viele“ auf diese Weise. Nicht genug damit, legten beide „in vollem gegenseitigen Einverständnis, unter dem feierlichen Segen des Bischofs, das immerwährende Gelübde der Keuschheit ab.“
Maria ist und bleibt ein Vorbild der Mutter und der Mütterlichkeit.
Die Mutter steht auf der Skala der Wertschätzung schon lange nicht mehr obenan.
„Was hat uns Frauen der Moderne Diabolos (der Durcheinanderwerfer, der Teufel) durch Verführung zum Ursündenfall der Verweigerung angetan“, schreibt die angesehene Psychotherapeutin Christa Meves http://christa-meves.de/Christa Meves „zunächst durch Entmutterung (Simone de Beauvoir sprach programmatisch von der „Falle Mutterschaft“) statt des marianischen „Fiat“.
Als Folge des marianischen Verlustes geschah artifizielle (künstliche) Entweiblichung mit Pille und Spirale (die Unfruchtbarkeit der Paare in der Bundesrepublik Deutschland hat in den vergangenen Jahren von 10 auf 20 % zugenommen) bis zur Pervertierung durch den militanten lesbischen Feminismus.“
Die einzig mögliche Konsequenz aus dieser tristen Situation kann nur lauten:
„Verwüstungen dieser Art sind nur durch eine intensive bewusstmachende Pflege marianischen Geistes aufzuhalten!“
Maria hat zu ihrem Kind ihr liebendes Ja gesagt, sie hat die Mühen der Schwangerschaft mit allen Beschwernissen des Weges nach Bethlehem und die Geburt in der Armut einer Felsenhöhle, draußen vor der Stadt bei den Tieren, ebenso wenig gescheut wie die Flucht nach Ägypten und das Leben einer Flüchtlingsfamilie in der heidnischen Fremde.
Der Arbeiterfrau sind keine gebratenen Tauben zugeflogen, sie hat mir ihrer Hände Fleiß das tägliche Brot mitverdienen müssen. Sie hat es mit Freuden getan und ihrem Kind auch nicht eine Spur der ihm geschuldeten Mutterliebe vorenthalten.
„Gott selbst nennt sie ihr Kind, eingebettet in die kleine, warme Wiege ihrer Mutterarme. Keine Mutter konnte je so mütterlich gut zu ihrem Herzenskindlein sein wie Maria. Sie liebte ihren Sohn mit inniger Liebe, die zu bringen er auf Erden erschienen war, mit jener Liebe, die glühender und erhabener als jede irdische Mutterliebe ist. In Mariens Seele wohnte ja eine Fülle und Tiefe der Empfindung, die keine Erdentochter mit ihr teilte; denn ihre Seele stand ja niemals unter den Folgen der Erbsünde.
Bei Maria war natürliche und übernatürliche Liebe nichts Widersprechendes; sie verband beide in wundervoller Harmonie. Ihr Herz und ihre Seele lebten ganz einzig ihrem Kinde und dienten damit zugleich ihrem Gott, dem sie ihr Herzblut weihen und schenken durfte in mütterlicher Spendekraft, und das Kind dankte es ihr, wie eben nur Jesus danken konnte“ (Haugg).
Wenn die Kirche ihre volle geistliche Kraft wieder zurückgewinnen und die menschliche Gesellschaft wieder gesunden soll, dann muss sie der Mutter, der irdischen und der himmlischen, den ihr von Gott zugewiesenen Platz wieder zurückgeben.
Einer Familie ohne Mutter fehlt das Herz, einer Welt ohne Mütterlichkeit die wärmende Liebe.
Holen wir die Mutter zurück, damit es wieder hell und warm wird in unseren Stuben und lassen wir sie dort in der Kirche stehen, wo Gott sie hingestellt hat: bei ihrem göttlichen Sohn, unserem Herrn und Erlöser Jesus Christus!
Aus „Maria zu Füßen“
v. Msgr. Dr. Franz Burger