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Christsein - Mystik - Gaben, Charismen, Früchte. => Leiden >> Aufopfern >> Sühnen >> Beten >> Schweigen => Thema gestartet von: Anna-Maria am 02. Juli 2011, 20:09:22

Titel: Vom Aufopfern
Beitrag von: Anna-Maria am 02. Juli 2011, 20:09:22
Liebe Glaubensgeschwister,

es gibt dadurch, dass wir Leiden aufopfern dürfen, kein sinnloses Leiden mehr. Das ist für mich so etwas wunderbar Tröstliches im katholischen Glauben.

Eine Frage habe ich dazu: Wie opfern man eigentlich "richtig" auf? Hat man dann keinen Widerstand mehr gegen das Leiden? Waran kann man erkennen, ob man "richtig" aufopfert. Gibt es eigentlich ein Richtig oder Falsch?

Vielleicht mögt ihr mir und anderen, die vielleicht auch solche Fragen haben antworten. Gern auch mit praktischen Beispielen.

Danke euch vorab für eure Hilfe,

Anna-Maria
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: KleineSeele am 02. Juli 2011, 21:06:12
Oh, doch, man hat am Anfang großen Widerstand. Wer von sich aus gerne leidet, könnte ein Masochist sein.
Ich kenne auch keine Heiligen- oder Seligengeschichte, in der der Heilige/Selige von Beginn gerne gelitten hätte.
Ich denke, es gibt ein Richtig und ein Falsch.
Eine Anna Schäfer hat auch erst langsam erkannt, dass es Sein heiliger Wille ist, dass sie so leiden muß. Die Heiligen sind mir da ein gutes Vorbild.
LG
KleineSeele
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: LoveAndPray85 am 03. Juli 2011, 13:22:37
Ich bin der Meinung, dass es für Aufopferung entscheidend ist, dass der Wille vorhanden ist, das Leiden anzunehmen und zu akzeptieren ("Mein Gott, ich danke dir für alles, was du mir gibst, denn es ist gut!"). Dass sich die Natur dagegen sträubt, hindert die Aufopferung nicht - im Gegenteil: Wenn der Wille trotzdem vorhanden ist, ist das sogar Verdienst.

Ich denke, entscheidend kommt es immer darauf an, mit allem einverstanden zu sein, was Gott uns gibt, auch wenn uns das schwer fällt. Es wäre daher auch falsch, sich Krankheit zu wünschen, um sie aufopfern zu können, wenn Gott uns Gesundheit schenkt.
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: Winfried am 03. Juli 2011, 16:07:30
Liebe Freunde,

was auch noch nicht jedem bekannt ist: Man kann auch frühere Leiden aufopfern. Oft ist es ja so, dass der Mensch während seiner körperlichen oder seelischen Leiden gar nicht in der Lage ist, diese sinnvoll aufzuopfern. Aus diesem Grund ist das auch nach einer Genesung möglich.



 ;tffhfdsds
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: Admin am 03. Juli 2011, 16:25:51
Liebe Glaubensgeschwister,

es gibt dadurch, dass wir Leiden aufopfern dürfen, kein sinnloses Leiden mehr. Das ist für mich so etwas wunderbar Tröstliches im katholischen Glauben.

Eine Frage habe ich dazu: Wie opfern man eigentlich "richtig" auf? Hat man dann keinen Widerstand mehr gegen das Leiden? Waran kann man erkennen, ob man "richtig" aufopfert. Gibt es eigentlich ein Richtig oder Falsch?

Vielleicht mögt ihr mir und anderen, die vielleicht auch solche Fragen haben antworten. Gern auch mit praktischen Beispielen.

Danke euch vorab für eure Hilfe,

Anna-Maria

http://kath-zdw.ch/maria/leiden.html (http://kath-zdw.ch/maria/leiden.html)
Durch die Bereitschaft, das uns zufallende Leid in der Nachfolge Christi zu tragen oder ein Kreuz freiwillig auf uns zu nehmen, können wir

- unsere Schuld vor Gott verkleinern und zeitliche Sündenstrafen auf Erden abbüssen.

- Als Glieder am Mystischen Leibe Jesu Christi und der Gemeinschaft der Heiligen unsere Leiden für die Nöte und Sünden lebender oder verstorbener Menschen aufopfern.

Damit erfüllen wir die Aufgabe, die der HI. Paulus in die Worte gekleidet hat: «Nun freue ich mich über meine Leiden für euch und ergänze das, was an Christi Drangsalen noch aussteht, an meinem Fleisch für seinen Leib, welcher die Kirche ist» (Kol 1, 24).

---------------------------------------------------------------------------------------------------------
Das Leiden aufopfern in der hl. Messe.
http://kath-zdw.ch/maria/hl.messe.html (http://kath-zdw.ch/maria/hl.messe.html)

In der Opferbereitung

werden die Gaben von Brot und Wein Gott dargebracht. Der in Brasilien heiligmässig verstorbene Pater Johann Baptist Reuss,. der gerade bei der heiligen Messe vieler Visionen gewürdigt wurde, sah bei der Opferung, wie die Henker das Kreuz für Jesus herrichteten. Ob daher bei dieser Handlung die sitzende Haltung angebracht ist, muss doch sehr bezweifelt werden, zumal wir uns selbst mitopfern müssen, wenn wir an den Früchten des Kreuzesopfers Jesu teilhaben wollen. Denn was nicht geopfert ist, wird nicht gewandelt; deshalb gehen auch so viele Seelen leer aus der heiligen Messe. Versinnbildet ist unser Mitopfer in dem kleinen Wassertropfen, den der Priester in den Wein gibt und der sich vollkommen mit ihm verbindet.

Beten wir daher: Nimm an, himmlischer Vater, mich selbst mit allem , was ich bin und habe. Mach mit mir, was du willst! ich will nichts als eine kleine Hostie sein, die nun in deinen Händen ruht, um ganz geopfert zu werden. Lass nicht zu, dass ich etwas zurücknehme! - In dieser Opfergesinnung nehmen wir auch alles an, was uns den Tag hindurch an Freudigem und Schwerem begegnet, deine Arbeit, deine Mühen und vereinigen es mit dem Opfer Christi. Erst dadurch erhält es unendlichen, ewigen Wert vor Gott. So nimmt Jesus mein Leiden in seine Hände und verwandelt es zum Segen; so nimmt Jesus meine Kämpfe und sie werden sein Sieg, ja mein ganzes Leben, und es wird geweiht und geheiligt durch ihn .... Verstehen wir nun: bei der Opferung hebt der Priester die Patene mit der Hostie empor. Diese Hostie selbst, bin ich, sind wir alle!

Es ist so wichtig, dass wir die Notwendigkeit und den tiefen Sinn unseres Mitopferns begreifen. Warum, werden wir gleich erkennen! Gott, der mich von Ewigkeit her geliebt und aus Erbarmen an sich gezogen hat, ist es, der sich in mir das Opfer bereitet. Doch nicht in mir als sterblichem Geschöpf, sondern durch die Vereinigung mit dem einzig würdigen Opfer Jesu Christi, seines Sohnes, durch das dem Vater alle Ehre zuteil wird. So kann ich nur insoweit ein Opfer sein, als er sich in mir opfert und ich in ihm geopfert werde! Welch erhabenes Geheimnis, welche Gnade, es erkunden zu dürfen! Wie muss dieses Wissen mich umgestalten: mein Denken, mein Reden, mein Tun, mein Beten und Opfern! Wie muss mich diese Wahrheit durchdringen, dass nicht ich lebe, sondern Christus in mir lebt! Dass meine Kräfte für alle guten Werke aus dem göttlichen Weinstock kommen; dass mein Opfer auch wenn ich es freiwillig wähle, doch im letzten nicht mein Opfer ist, sondern einzig und allein sein Wirken in mir und er mich so zur Vollendung in ihm führt.
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: Anna-Maria am 04. Juli 2011, 00:01:09
Danke Ihr Lieben,

für eure Antworten.

Ich würde gerne den Willen haben alles anzunehmen, was ich nicht ändern kann. Aber wenn ich ehrlich bin; habe ich den Willen nicht.  :-(  Was kann ich da nur machen?  Die Leiden freiwillig annehmen, die da sind? WIE kann ich das nur tun?

Bitte verzeiht mir. Ich bin aber in festem Glauben, dass es genau alles richtig ist, was ihr sagt. NULL Zweifel.

Doch die Umsetzung. Ich bete viel und opfer Leiden auf. Doch weiß ich um meine schlechte Einstellung, die ich nicht zu ändern vermag. Also opfer ich dann doch wohl nicht richtig auf. Ja, ich habe auch schon Jesus gebeten, dass Er mir hilft es mehr zu verstehen. Ja, und da kam die Idee mich hier ans Forum zu wenden. Und ihr habt mir schon geholfen.

Das was oben geschrieben wurde, vergangene Leiden  aufzuopfern, vermag ich. Ja, es gibt mir Frieden über erlittene Leiden :-)

Dankbare Grüße
Anna-Maria
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: CSPB am 04. Juli 2011, 07:53:18
Liebe Anna-Maria,

Sich an den Leiden zu erfreuen, wenn man sie aufopfert, ist sicher die höchste Stufe der Demut. Das weiß man aus dem Leben vieler heiliger Menschen (z.B. Hl. Therese von Lisieux).

Ich weiß von einem Priester, der als er einmal ein Beratungsgespräch geführt hat, eine seit Jahren schwer leidende Frau zu ihm gekommen ist, und gesagt hat, dass sie das Leiden nicht mehr aushält. Der Priester hat dann eine Vision gehabt: Er hat ein Kruzifix gesehen, dessen Vorderseite der Frau zugewandt war. Als der Priester ihr nun geraten hat, das Leiden zur Bekehrung der Sünder aufzuopfern und mit dem Leiden Jesu am Kreuz zu vereinigen, hat sie zu weinen begonnen und hat sich so gefreut, dass ihr Leiden nun nicht mehr sinnlos ist, dass sie Jesus gebeten hat, ihr noch mehr zu schicken.

Natürlich funktioniert das aber nicht bei jedem sofort und erfordert viel Kraft und Übung.

Der richtige Weg für den Anfang ist, einfach mal zu beten: "Jesus, ich opfere dir diese bestimmten Leiden auf und vereinige sie mit deinem Leiden am Kreuz. Verwende sie zur Rettung der Seelen (oder ein anderes Anliegen). Ich weiß, ich bin von dir abhängig, deshalb verfahre nach deinem Willen mit mir. Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe. Mein Leben ist in deinen Händen."

Sicher nicht schaden kann auch, die Leiden Maria als Verwalterin zu geben, z.B. durch eine Weihe an Maria.

Wichtig ist auch, sich immer zu bemühen, dass man nicht in Selbstmitleid versinkt. Der Hl. Paulus schreibt deutlich, dass man sich immer freuen soll, in guten wie in schlechten Zeiten, denn die Freude der Gläubigen ist Christus, und er ist ewig. Das Leiden sollte ertragen werden, natürlich ist da eine gewisse Traurigkeit dabei, aber man soll nicht darüber nachsinnieren und sich somit selbst quälen.

Grüße und Gottes Segen, CSPB
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: LoveAndPray85 am 04. Juli 2011, 08:10:45
Ich würde gerne den Willen haben alles anzunehmen, was ich nicht ändern kann. Aber wenn ich ehrlich bin; habe ich den Willen nicht.  :-(  Was kann ich da nur machen?  Die Leiden freiwillig annehmen, die da sind? WIE kann ich das nur tun?

[...}

Doch die Umsetzung. Ich bete viel und opfer Leiden auf. Doch weiß ich um meine schlechte Einstellung, die ich nicht zu ändern vermag. Also opfer ich dann doch wohl nicht richtig auf. Ja, ich habe auch schon Jesus gebeten, dass Er mir hilft es mehr zu verstehen.

Wenn Du Deine Leiden aufopferst, hast Du sie dann nicht schon teilweise angenommen? Wie gesagt, nur weil die Natur sagt: "Ich will nicht leiden!", heißt das nicht, dass Jesus unsere Aufopferung nicht annimmt. Selbst wenn Du den Willen hast, den Willen zu haben, kannst Du beruhigt sein  :). Schon durch den Kampf um das Annehmen gewinnst Du viel. Vertraue auf Jesus, denn er kennt Deine gute Absicht.

Wenn wir erkennen, dass wir für etwas alleine zu schwach sind, dann immer an Jesus wenden - am besten vor das Allerheiligste Altarsakrament gehen. Du hast Jesus schon gebeten, also bin ich mir sicher, dass er Dir helfen wird. Leiden freiwillig annehmen zu können, das ist eine Gnade. Vielleicht betest Du mal eine Novene zur Barmherzigkeit:
http://www.jesus-ich-vertraue-auf-dich.de/photo.html (http://www.jesus-ich-vertraue-auf-dich.de/photo.html)

oder eine Novene zu unserer Lieben Frau von der Wundertätigen Medaille, zur Unbefleckten, die ja sehr viel in ihrem Leben gelitten hat und alles angenommen hat.

 ;qfykkg
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: LoveAndPray85 am 04. Juli 2011, 08:15:45
Mir fällt gerade noch Folgendes ein:

Vielleicht hilft Dir der Gedanke, dass Du durch das Leiden Jesus ähnlich wirst.
Betrachte Jesu ganzes Leiden mit Beginn in Gethsemane bis zu Seiner Verlassenheit
am Kreuz. Und schau darauf, wie Er sein Leiden angenommen hat, obwohl er
auch Momente großer Verzweiflung hatte.
Dann erkennst Du, dass Dein Leiden ein kleiner Tropfen ist im Vergleich zu Seinen...
Die Liebe zu Jesus wird es dann leichter machen.

Ein Priester hat mal zum Thema Leiden in einer Predigt gesagt, dass wir deshalb
für Leiden dankbar sein müssen, weil wir dadurch eine Ähnlichkeit mit unserem
Erlöser erlangen und weil wir demütig werden können.
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: Schear-Jaschub am 04. Juli 2011, 12:56:16
Eine Frage habe ich dazu: Wie opfern man eigentlich "richtig" auf? Hat man dann keinen Widerstand mehr gegen das Leiden? Waran kann man erkennen, ob man "richtig" aufopfert. Gibt es eigentlich ein Richtig oder Falsch?

Ich weiß nicht. Ich denke, dass es von vornherein KEIN richtig oder falsch gibt. Jeder Mensch hat jetzt (und wird auch im Himmel) eine ganz persönliche, individuelle, von anderen unterschiedliche Gottesbeziehung (haben). Das drückt sich in den Tröstungen und Liebeserweisen aus, die uns der Herrn schenkt, aber eben auch in unserem Leben selbst. Ob nun physische, psychische, monetäre, soziale oder sonstirgendwie geartete Leiden und Widerwärtigkeiten des Lebens, wir sollen sie auf uns nehmen. Das ist dann unser Kreuz, welches wir auf uns nehmen sollen. Jeder muss in die Schule unseres Herrn gehen, und jeden wird der Herr auf individuelle Weise lehren und leiten.

Aber: Wer liebt sein Kreuz? Niemand.
Die Leiden unseres Herrn sind derart grausam, dass ein normaler Mensch sie nicht überstehen könnte. Hat Er das Leiden, die Schmerzen geliebt?
"Mein Gott, mein Gott! Warum hast du mich verlassen?" Seine Worte am Kreuz geben uns Aufschluss über seinen Seelenzustand. Verlassen. Allein. Unerträgliche Schmerzen. Kein Glied und keine Stelle am Körper, die heil war, nicht aufgerissen oder nicht geschwollen war bzw. zu eitern anfing... Er tut das alles aus Liebe, auch für seine Peiniger und Folterknechte, für die Er Gott-Vater bittet, ihnen zu verzeihen.

Hat Jesus diese Leiden geliebt?

Schmerz um der Schmerzen willen zu lieben ist Masochismus. Das Resultat von Hass ist Schmerz. Schmerz verursacht Hass. Den Schmerz zu lieben bedeutet auch den Hass zu lieben, bedeutet KEINE LIEBE sondern Satanismus.

Aber: Der Schmerz/das Leid kann aber "geliebt" werden, wenn ein ganz bestimmtes Motiv dahinter steht: um der Liebe willen.
Jesus hat sich freiwillig aufgeopfert für uns, für jeden Menschen, für alle Seelen, die Er in unendlicher Weise liebt. Daran wird uns erst bewusst, wie schön und kostbar unsere Seele bzw. wir selbst sein müssen, wenn unser Herr und Gott, unser Schöpfer, derartiges auf sich nimmt, für uns, zur Erlösung unserer Seele... Er hat das Leid geliebt, weil es die Währung war, uns - seine Kinder - freizukaufen.

Wenn ich also leide, liebe ich das Leid an sich nicht, sondern das, was ich damit tun kann. Bereitwillig ertragenes Leid sind Blumen, Perlen, kleine Geschenke, die wir unserem Herrn machen.

Was macht aber diese Bereitwilligkeit aus? Das Leid an sich zu lieben, weil es dem Herrn - aufgeopfert - eine Freude macht, ist was für die weit vorangeschrittenen, leiderprobten Heiligen. Aber groß ist schon, wer es annimmt, also in dem Zustand einfach verweilt (wir können ja sowieso nicht weg) und im Vertrauen auf Gott zu sagt: "Dein Wille geschehe!".

Also wenn Gott es zulässt, dass ich leide, dann leide ich eben (was mir natürlich keinen Spaß macht, ich liebe das Leid nicht, aber deshalb fluche ich auch nicht auf Gott!) und warte ab, in diesem Zustand, solang Gott es will. Wenn Gott es wieder wegnimmt, dann nimmt er es eben weg. ("Gott gibt es, Gott nimmt es!" - Sein Wille geschehe, denn Er ist wie der Arzt, der weiß, was gut für meine Seele ist.) Das ganze läuft auf eine heiligmäßige Gleichmut hinaus (Indifferenz), wie sie von Ignatius von Loyola oder Franz von Sales angesprochen wird.
Wo ich weder das Leiden noch die Gesundheit, weder die Armut noch den Reichtum anstrebe bzw. als richtig/vollkommener erachte... Man soll einfach tun und annehmen, was Gott gibt/will. Es wäre also falsch die Krankheit, das Aufopfern von Leiden über die Gesundheit zu stellen. Gott kann eben auch die Gesundheit wieder herstellen, in diesem Sinne ist ja unser Gebet allmächtig. Deshalb betet man z.B. "Herr, wenn es dir gefällt, dann mach mich gesund. Sonst aber mach mit mir, was du willst, nur lass mich dich immer lieben." (frei nach Pfarrer von Ars) Denn wenn ich liebe, fällt das aufopfern/Leid annehmen viel leichter.

Das eigene Leiden soll ich also annehmen (der Widerwillen ist normal, Gott kann ihn mir aber nehmen). Beim Aufopfern gibt es aber eine Versuchung, wie auch beim Gebet: Man beginnt zu denken: MEIN Gebet, MEIN Opfer ist heilsnotwendig, ist essentiell... für mich und für andere. Da begehe ich Sünden des Hochmuts ("Jesus und ICH sind die Erlöser der Christenheit"), des Stolzes und der Eitelkeit (weil ja ICH so viel leide... und die anderen, selbst wenn Leiden ertragen müssen, diese doch nicht aufopfern... und weil ICH jetzt praktisch ein Heiliger bin...) usw...
Wir sollen aber Kinder sein. KLEIN sein (im Sinne der Therese von Lisieux). Uns bewusst werden, dass nichts von uns abhängt, sondern von Gott. Dass mein Gebet, mein aufgeopfertes Leiden einfach Ausdruck der Liebe ist (und nicht mit eine Preisschild überbracht wird). Und natürlich kann der Herr unsere Gebete, unsere Opfer verwenden und das tut er auch.

Wenn uns die Leiden zuviel werden, dann fallen wir, dann ist unsere ganze Opferbereitschaft auf einmal weg. Und? Egal! Ich bin Kind! Was macht ein Kind, dass sich verletzt hat? Es läuft zu seinen Eltern und lässt sich verarzten/trösten! Ich gehe zu Gott, bete in meiner Verzweiflung, schreie um Hilfe. Und Gott wird mich hören!
Was könnte das Kind noch tun? Es könnte nach dem Motto "Ein Indianer kennt keinen Schmerz" nicht zu seinen Eltern gehen.  Die Verletzung wird zu eitern beginnen... Blutvergiftung... etc... ALSO: das wäre keine gute Idee ;)





Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: Anna-Maria am 05. Juli 2011, 21:58:24
Ihr lieben Geschwister,

da weht aber der Heilige Geist in euren Beträgen. :-)

Ich werde sie mir kopien und sie immer wieder zu lesen. Weil es wirklich hiilfreich ist. Ich kann gar nicht alle so jetzt zitieren. Doch ich bin so froh. Ehlrlich, was für ein wunderbarer Glauben, den wir als Katholiken haben dürfen.

Bitte last mich euch erzählen, wie ich jetzt  noch mal neu übe. Ich war mal vor einigen Jahren mal zum Zuhören bei einer Kathechese für junge Menschen. Der Mann erklärte, dass man kleine Widrigkeiten aufopfern kann, zum Beispiel irgendeine Pflicht, die man ohnehin tun muss und man eigentlich keine Lust hat.

Daran erinnerte ich mich, als ich mich mit dem Thema beschäftigte und mir viel es gestern eben wieder ein.

Nun habe ich heute für ein bestimmtes Anliegen, die im Job außerst anstrengende Telefonklingelei, die einen immer wieder unterbricht beim Arbeiten und teilweise unfreundlichen Anrufe, aufgeopfert. Das ist Pipifax.

Aber es macht was mit dem Leiden: Tatsächlich wich der normalerweise vorhandene Widerstand etwas. Das war anders als vorher.

Mit so kleinen Sachen werde ich vielleicht dann leichter gesundheitliche Probleme genauso angehen können.

Ja, mir macht das richtig Mut und stärkt mein Vertrauen in Gott und Seine Kirche, deren Mitglieder mir das beibringen.

Preis sei Gott,

Anna-Maria
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: LoveAndPray85 am 06. Juli 2011, 08:16:45
Liebe Anna-Maria,

wer weiß schon, für was Jesus unsere kleinen und kleinsten Aufopferungen annimmt?
Ich glaube, da werden wir sehr erstaunt sein.
Ich glaube, es gibt nichts Kleines für Ihn, entscheidend ist nur unsere Anstrengung
für ihn und für andere.

Ich hatte früher oft das Problem, dass ich über unwichtige Dinge - wirklich unwichtige,
z.B. was ich einer Person alles noch erzählen muss usw. - sehr lange nachgedacht
habe und wenn ich mal etwas vergessen habe, dann teilweise stundenlang nicht ruhig
sein konnte, weil es immer im Hinterkopf war (obwohl ich wusste, dass es "Pipifax" war).
Seitdem ich versuche, das wegzuschieben und mein Nichtwissen aufzuopfern ("Jesus,
wenn es wichtig war, wirst Du es mir zu gegebener Zeit zu erkennen geben, ich vertraue
auf Dich.") oder das unwichtige Gerede zu unterlassen, obwohl ich "den Drang" danach hab,
seitdem ist dieses Problem erheblich zurückgegangen.

Wo man sich am meisten Gewalt antun muss - und das waren bei mir eben diese
Banalitäten - das hat auch großen Wert, glaube ich. Und hilft, darüber hinwegzukommen.

So ist es auch bei Leiden...
Auch größere Schwierigkeiten werden geringer, wenn man sich zu Jesus flüchtet, indem
man ihn oft in der Kirche besuchen geht und mit Jesus zusammen erträgt und sich
ständig vor Augen führt, wie kurz dieses Leben ist
.

Vor allem soll man das annehmen, was Jesus einem gibt und nicht mit anderen
Dingen, Leiden und anderen Menschen vergleichen. Jesus weiß schon, was er tut
und warum er es tut. (Das ist natürlich immer leichter gesagt als getan...)
Ich glaube, viel Abneigung und Widerwillen gegen Dinge, die für andere normal
und nicht schlimm sind, gibt er uns auch zum Schutz vor der Welt.

Aber wer kann mir was anhaben, wenn Jesus mit mir ist?

Ich glaube, jeder hat hier sein ordentliches Päckchen zu tragen, wie verschiedenartig das
auch sein mag.

 ;tffhfdsds
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: LoveAndPray85 am 08. Juli 2011, 12:22:21
Leiden in sich selbst ist gar nichts, doch gemeinsam mit der
Passion Christi zu leiden, ist ein wundervolles Geschenk.


Mutter Teresa
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: Anna-Maria am 09. Juli 2011, 22:38:56
Guten Abend,

ja, die Heiligen, sie sagen es uns auf so erhabener geistiger Ebene. :-)

Durch meine klitzekleinen Aufopferungen weiß ich nun endlich, was es meint Leiden FREIWILLIG anzugehmen.Also Leiden, die sowieso da sind freiwillig anzunehmen.

Ich war auf dem Wege in die Kirche und opferte den Weg auf. Da wartete ich am Bus auf einer Bank. Dann setzte sich eine Frau mit Zigarette neben mich. Da ich es nicht mag, wenn mich der Rauch angeht, bin ich aufgestanden.

Hihi, dann kam der Bus und ich setzte mich hin. Wer wohl setzt sich neben mich: Diese Frau, stinkend nach Rauch. Normalerweise denke ich mir meinen Teil und bin genervt. Doch diesmal kam der Gedanke: "Ja, das nehme ich jetzt ech freiwillig an!" Der Widerstand in mir schwand dahin und ich hatte inneren Frieden.

Ja, freiwillig, das Leiden, was ich ohnehin nicht abwenden kann auf mich zu nehmen, habe ich jetzt bei solchen Kleinigkeiten verstanden.

Aber bei körperlichen Schmerzen?  Ja, dafür bete ich, dass ich da auch Fortschritt machen darf.

Viele Segensgrüße
Anna-Maria
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: Andreas777 am 12. Juli 2011, 20:18:29
Hallo zusammen,

das wiederstrebt natürlich der menschlichen Natur und jeder will ja im Grunde das es ihm gut geht. Aber ich habe schon verstanden das man die Dinge so hinnehmen soll wie sie einem Gott hinlegt und dies quasie aufopfern.

Aber einiges verstehe ich daran trotzdem nicht. Das was Winfried schrieb mit den früheren Leiden das man die auch aufopfern könne. Wie soll das nachträglich noch gehen ?

Das andere wäre dies: Ist ein Leiden eine Strafe Gottes wegen beganger Sünden z.B da kann man sie ja auch nicht aufopfern oder ? Und woher soll der Mensch wissen das ein Leiden ob seelisch oder körperlich, nun unverschuldet er kriegt oder es eine Strafe oder sonstwas ist ? Aufopfern kann man seine Leiden ja nur wenn sie keine Strafe Gottes sind oder hab ich da was mißverstanden ?

Und viele halten ihre Leiden nicht aus und bringen sich selber um. Die Selbstmordrate ist ja hoch. Gut, das sind dann wiederum meistens keine Gläubigen Menschen. Also bei dem Thema hier bekommt man soviele Gedanken und Fragen in den Kopf das es gar nicht mehr so leicht ist die überhaupt zu ordnen.

Mal ein Beispiel: Eine Mutter verliert im Krieg alle ihre Söhne und ihren Mann? Ist das nicht zuviel verlangt wenn sie das aufopfern soll ? Die schafft es eben nicht das aufzuopfern weil sie eben halt auch keine Heilige ist und bringt sich um vor lauter Verzweiflung. So und nun ?

Also mir geht das noch nicht so recht runter das Thema.

Andreas

 

 
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: LoveAndPray85 am 12. Juli 2011, 20:31:55
Die Selbstmordrate ist ja hoch.

Off topic, aber fällt mir gerade ein:
Der Ehemann von der vor gut einem Jahr entführten Bankiersfrau Maria Bögerl hat
sich gestern (oder vorgestern?) das Leben genommen... Das war die Frau, wo
die Familie einen verzweifelten öffentlichen Aufruf gestartet hat -
mit zwei Kindern (Jugendliche), DIE JETZT WAISEN SIND...!

Mich hat das unheimlich getroffen, diese armen Kinder.
Bitte lasst uns für diese armen Kinder beten..., die beide Elternteile innerhalb
von ca. einem Jahr verloren haben... Wirklich, ich finde das so furchtbar...

Bitte Jesus, zeig Ihnen Deine Liebe...!

 ;ghjghg
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: Winfried am 13. Juli 2011, 09:13:37
Lieber Andreas777,

das ist zugegeben ein schwieriges Thema. Ich will da gar nicht spekulieren, welche Leiden verdient oder unverdient sein können. Ich wollte damit nur sagen, dass es Situationen gibt, in denen der Mensch gar nicht in der Lage ist, seine Leiden aufzuopfern, da ihn die Schmerzen zu sehr quälen und er den Kopf gar nicht frei hat. Wenn er sich dann aber auf dem Weg der Besserung befindet, kann er dies ohne weiteres tun und ich bin mir sicher, dass dies von Gott auch so angenommen wird.
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: Andreas777 am 13. Juli 2011, 13:25:28
Danke @Winfried für die Antwort. Und was ist mit meiner anderen Frage ? Also wenn die Leiden eine Strafe Gottes sind kann man sie also auch nicht aufopfern oder ? Und woher will man wissen um was es sich handelt ? Wirklich ein schwieriges Thema.
Wenn man wissen würde dieses oder jenes Leiden ist eine Strafe dann könnte man sich sagen.."aha das war die Strafe für die Sünde xy und das sollte ich nun ändern. Und wenn man wissen würde das ein Leiden keine Strafe Gottes wäre dann könnte man sagen...ja diese Leiden kann ich nun aufopfern. Aber das richtig einordnen ist eben die Schwierigkeit dabei finde ich.
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: Winfried am 13. Juli 2011, 16:03:42
Lieber Andreas777,

ich weiß nicht, ob Gott schon während unseres Lebens begangene Sünden bestraft. Dies wäre ein theologisches Problem. Es gibt zwar den Spruch "Kleine Sünden straft Gott sofort ...", aber das ist eben die Frage. Es ist auch die Frage, was in erster Linie mit Leiden gemeint ist. Körperliches oder seelisches Leiden? Es gibt böse Menschen, die scheinbar überhaupt nicht leiden und gute Menschen, die nur leiden (s. Hiob/AT). Sicher ist, dass es die (ewige) Strafe der Verdammnis gibt, die man sich zuzieht, wenn man unbußfertig stirbt. Aber auch hier heißt es, dass der Mensch sich diese "Strafe" selber zuzieht, wenn er Gott eben, aus welchen Gründen auch immer, bis zum Schluss ablehnt.

Im normalen Leben wird der Täter ja auch bestraft, indem er zu einer Gefängnisstrafe oder Ähnlichem verurteilt wird. Dies dient dann der Wiedergutmachung - soweit das möglich ist - bzw. der Gerechtigkeit. Wenn die Menschen schon nach Gerechtigkeit streben - auch die Ungläubigen - dann Gott erst recht, da er ja die Gerechtigkeit selber ist.


Was das Aufopfern betrifft, so bin ich der Meinung, dass man alles aufopfern kann. Es kommt eben darauf an, wie man es tut. Da sind uns die Heiligen große Vorbilder.



 ;tffhfdsds
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: KleinesLicht am 13. Juli 2011, 21:15:28
Zum Thema "Leiden" hat Papst JP II ein Apostolisches Schreiben verfasst. Hierin steht u.a., dass man vorsichtig mit der Schlussfolgerung umgehen sollte, dass Gott einen Menschen wegen konkreter Sünden bestraft. Es ist eher wie Wendelinus sehr schön erklärt hat, dass Gott die Leiden zur Prüfung und Bekehrung zulässt und die Menschen somit am Heilsgeschehen teilhaben lässt.


http://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/apost_letters/documents/hf_jp-ii_apl_11021984_salvifici-doloris_ge.html (http://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/apost_letters/documents/hf_jp-ii_apl_11021984_salvifici-doloris_ge.html)

Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: LoveAndPray85 am 13. Juli 2011, 21:36:06
Ich habe mir heute über eine Sache Gedanken gemacht, die hier mal
erwähnt wurde, die ich aber nicht mehr finde.
Undzwar: "Kann man nicht aufopfern, wenn man um Heilung bittet?"

Ich denke: Kann man natürlich. Man kann eine schwere Krankheit haben
und die ganze Zeit um Heilung beten. Das Entscheidende ist, es aber
trotzdem anzunehmen, wenn es dem Herrn anders gefällt bzw. solange
es ihm anders gefällt.
Gerade heute habe ich bzgl. Heilungen noch gehört, dass er uns manchmal
auch in der Geduld prüfen kann.

Ergänzung: "Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir
vorüber. Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst."
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: Sairo am 14. Juli 2011, 12:07:06
Zum Thema "Leiden" hat Papst JP II ein Apostolisches Schreiben verfasst. Hierin steht u.a., dass man vorsichtig mit der Schlussfolgerung umgehen sollte, dass Gott einen Menschen wegen konkreter Sünden bestraft.

Liebes KleinesLicht

Vielen Dank für das Apostolische Schreiben von JP II! War sehr interessant zu lesen. Ich denke, dieser Satz gilt es ganz besonders zu beachten im Zusammenhang wann eine Sünde eine Strafe nachsichziehen kann:

"Wenn es auch wahr ist, daß Leiden einen Sinn als Strafe hat, wann immer es an Schuld gebunden ist, so ist es doch nicht wahr, daß jedes Leiden Folge von Schuld sei und den Charakter von Strafe habe."

Hier wird ganz klar unterschieden, dass Leid eine Folge einer Schuld oder anderst formuliert - Sünde - haben kann, nur nicht jedes Leid ist Folge einer Schuld oder Sünde. Viele Menschen haben Mühe, unseren Liebenden und Barmherzigen Gott als einen Gott zu sehen, der "Züchtigen" und "Strafen" kann. Deshalb muss ich Dir widersprechen liebes KleinesLicht, die Sünde zieht eine Strafe nach sich, doch diese Strafe oder Züchtigung dient unserem Heil. Diese Gerechtigkeit spiegelt auch die unendliche Barmherzigkeit unseres Gottes wider! Die sogenannten Sündenstrafen können durch gewonnene Ablässe und Busswerke sehr stark abgemildert werden. Inwiefern uns die "Strafe" hier auf Erden oder im Purgatorium trifft, dass liegt einerseits an unserem Lebenswandel und selbstverständlich im göttlichen Ratschluss! Wir müssen bemüht sein, unsere Neigungen und Leidenschaften abzutöten und uns in den Tugenden zu üben (Askese). Der Weg ist die Heiligkeit! Die Sünde gilt es zu meiden, die heiligmachende Gnade zu vermehren durch Empfang der Sarkamente und in der Askese.

Liebe Grüsse und Gottes Segen
Sairo
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: KleinesLicht am 14. Juli 2011, 20:08:16
Lieber Sairo,

ich gebe Dir da völlig Recht; so verstehen wir es. Aber wenn dort steht, "... daß Leiden einen Sinn als Strafe hat, wann immer es an Schuld gebunden ist, ..." so lese ich das "nur" als Annahme (es macht Sinn!?). Mit Gewissheit können wir m. E. nicht sagen, dass Gott konkret Sünden bestraft; das entnehme ich auch aus folgendem Absatz:

"Auch wenn man nur mit großer Vorsicht das Leiden des Menschen als Folge konkreter Sünden bezeichnen darf (das zeigt uns gerade das Beispiel des gerechten Ijob), so kann es doch nicht von der Ursünde getrennt werden, von der Sünde, die im Johannesevangelium »Sünde der Welt«(29) genannt wird, vom sündhaften Hintergrund also der persönlichen Handlungen und der sozialen Vorgänge in der Geschichte des Menschen. Auch wenn es nicht gestattet ist, hier das strenge Kriterium einer direkten Abhängigkeit anzuwenden (wie das die drei Freunde des Ijob taten), so kann man doch nicht auf das Kriterium verzichten, daß den menschlichen Leiden eine mannigfaltige Verwicklung in die Sünde zugrunde liegt."

Ich finde, dass die Frage ob Gott konkret Sünden bestraft nicht eindeutig mit "Ja" beantwortet ist. Das aber angenommen werden muss, dass unser Leid in Bezug zur Sünde steht. Sicher bin ich mir nicht; vielleicht interpretiere ich es auch falsch.


Auch Dir liebe Grüße und Gottes Segen
KleinesLicht
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: Sairo am 14. Juli 2011, 21:31:06
Liebes KleinesLicht

Die Frage die es zu stellen gibt, welche Materie behandelt hier unser seliger Papst Johannes Paul II? Ich unterscheide da zwischen: Die "Sünden der Welt" wo er den direkten Bezug zur Erbsünde herstellt und die persönliche Sünde eines Menschen! In der Tat eine sehr schwere Materie, die nicht einfach so schnell beantwortet werden kann.

Liebes KleinesLicht, ist es nicht so, dass uns die Vorstellung nicht behagt, dass Gott auch "Züchtigen" kann? Aus der Sicht eines möglichen züchtigenden Gott kann der Satz so verstanden werden: "dass Leiden einen Sinn als Strafe hat, wann immer es an Schuld gebunden ist" Hier sollte "Sündenschuld / Sündenstrafe" und "Gerechtigkeit Gottes" gegenübergestellt werden.  ;)  Die Thematik Ablässe ist Dir ja bekannt. Da wird auch von Sündenschuld und Sündenstrafe gesprochen. Ich bitte Dich, dass zu berücksichtigen. :-)

Liebe Grüsse und Gottes Segen
Sairo

PS: Danke Dir für die spannende Diskussion !
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: KleinesLicht am 16. Juli 2011, 03:29:39
Lieber Sairo,

ich habe alles noch einmal durchdacht und ich komme nach wie vor zu keinem eindeutigen Ergebnis. Unbestritten ist, wie es auch im Katechismus (Nr. 1472) steht, dass sich die Strafe aus der Natur der Sünde ergibt. Ob Gott den Menschen während seines Lebens konkret bestraft, kann ich mir immer noch nicht mit Ja oder Nein beantworten. Gefunden habe ich aber folgenden Auszug (aus dem Vortrag eines katholischen Priesters und Theologen; Josef Spindelböck); er ist recht interessant:

„...3. Straft Gott? Und wie verhält es sich mit dem Leiden des Gerechten und des Unschuldigen?

Die Antwort darauf ist kein glattes Ja oder Nein. Gott ist sicher nicht derjenige, der nur darauf wartet, dass wir sündigen und der dann „zuschlägt“, um uns zu bestrafen, weil er auf Rache aus ist und auf das ihm durch die Sünde widerfahrene Unrecht („Beleidigung Gottes“) in gleicher Weise antwortet – so als ob er ein Gott der Vergeltung und der Rache wäre, der dem Übeltäter möglichst schnell heimzahlen will, was er getan hat. Andererseits dürfen wir Gott auch nicht verharmlosen und ihn zu einem zwar grundgütigen, aber senilen „Opa“ erniedrigen, mit dem man alles machen kann, was man will. Dies wäre zwar auf den ersten Blick beruhigend, hätte aber doch furchtbare Konsequenzen. Es würde ja bedeuteten, als ob Gott all das Unrecht, das auf der Welt geschieht, völlig gleichgültig wäre und er sich nicht um des Leiden des Gerechten und des Unschuldigen kümmern würde. Im Alten Testament gibt es das Buch Ijob, wo gerade diese Frage – teilweise auch in Form einer Anklage- thematisiert wird:
Warum lässt Gott es zu, dass auch Unschuldige leiden müssen?
Warum geht es den Sündern und Übeltätern oft so prächtig hier auf Erden, während gute Menschen leiden müssen und scheinbar nichts vom Leben haben?
Gibt es so etwas wie eine ausgleichende Gerechtigkeit?

Die Antwort lautet: Ja, die gibt es! Aber nicht nach unseren oft kurzsichtigen menschlichen Maßstäben! Fürs erste nämlich muss der Mensch in seiner Freiheit auch die Folgen seiner guten und schlechten Entscheidungen tragen. Dies zeigt sich nicht immer sofort, bewahrheitet sich aber dennoch auf lange Sicht. Und hier müssen wir die Wahrheit einbeziehen, dass der Mensch eben nicht nur für die kurze Zeitspanne hier auf Erden erschaffen ist, sondern zu einem ewigen Ziel in der Gemeinschaft mit Gott berufen ist. D.h. wir Christen glauben an einen zugleich barmherzigen und gerechten Gott. Wir erwarten das Kommen des Herrn in Herrlichkeit, der die Lebenden und die Toten einmal richten wird. Das Gericht Gottes hat aber nichts mit Rache oder blinder Vergeltung zu tun, sondern Gott wartet eben deshalb oft so lange zu, damit der Mensch, der Unrecht getan hat, ablässt vom Bösen und sich bekehrt. Gott will auch den Sünder retten! Gott „will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“ (1 Tim 2,4). Um dies zu ermöglichen, hat er seinen Sohn Jesus Christus in diese Welt gesandt, der stellvertretend die Schuld der Menschen auf sich genommen hat. In Jesus Christus sind wir erlöst, ist uns Heil und Vergebung geschenkt. Gott bietet jedem Menschen, auch wenn er in schwerer Weise schuldig geworden ist, das Heil an!

 4. Das Leiden und der Tod Christi – stellvertretende Sühne

Gott selbst konnte es gleichsam nicht ertragen, dass der Mensch sich für immer durch die „Todsünde“ von ihm trennt. Eben deshalb sandte er seinen Sohn als Erlöser in die Welt. Jesus Christus ist wahrer Gott und wahrer Mensch. So kann er den Mittlerdienst leisten und uns mit Gott versöhnen als der ewige Hohepriester. Stellvertretend nimmt er die Schuld der Menschen auf sich und erleidet als einziger wahrhaft Unschuldiger auch alle Konsequenzen der Schuld der Menschen. Man spricht von stellvertretender Sühne. Schon im Alten Testament war dies unter dem Bild des leidenden Gottesknechtes angekündigt. Weil Jesus Christus wahrhaft Mensch ist, steht er ganz auf unserer Seite. Weil er wahrhaft Gott ist, hat sein Opfer der Hingabe unendlichen Wert und vermag uns wirklich Vergebung zu schenken. So sind wir erlöst durch sein Leiden und Sterben am Kreuz; in seiner Auferstehung ist uns ewiges Leben geschenkt.

Freilich ist die überreiche Gnade Christi (die auch den schlimmsten Sünder nicht ausschließt) keine „billige Gnade“. D.h. sie wird uns nicht „nachgeworfen“. Wir sind vielmehr eingeladen, in Demut unsere Schuld anzuerkennen und uns die Früchte der Barmherzigkeit Gottes schenken zu lassen. Wer dazu nicht bereit ist, kann sie auch nicht empfangen. Solange der Mensch lebt, lädt Gott ihn ein zu Reue und Umkehr. Wollte aber jemand sich für immer der barmherzigen Liebe Gottes verweigern, so respektiert Gott auch dies (damit hängt zusammen die Möglichkeit der Hölle als ewige Verdammnis, d.h. als ewige Trennung von der Liebe Gottes).
Welche Konsequenzen hat es nun, wenn der Mensch die Gnade der Erlösung Christi annimmt? Er wird dadurch befreit von aller Schuld (grundlegend durch die heilige Taufe; im Sinne einer Erneuerung bzw. Wiederherstellung der Taufgnade durch das Sakrament der Buße, die heilige Beichte). Auch sagt die Kirche, dass uns mit der Vergebung der Schuld auch viele Sündenstrafen vergeben werden. Wem eine Todsünde vergeben wird, dem wird die ewige Strafe der Hölle erlassen; wer lässliche Sünden hat, die vergeben werden, erhält meist einen zumindest teilweisen Nachlass der sog. Sündenstrafen.

Hier ist es wichtig, das Wort „Strafe“ richtig zu deuten. Es geht nicht um Vergeltung und Heimzahlung oder gar Rache, sondern Gott lässt es zu, dass wir bestimmte Folgen unsere Sünden auch dann noch erfahren, auch wenn die Schuld längst vergeben ist. Dies zeigt uns, dass die Sünde wirklich ein Übel ist, das uns und anderen vielfältig Schaden zufügt. Wir sind eingeladen zu einer Art der Wiedergutmachung. Wenn ich z.B. jemandem schweren Schaden zugefügt habe (durch Betrug oder Diebstahl), bin ich aufgerufen, die gestohlenen Güter zurückzuerstatten oder zu ersetzen. Oder denken wir an die seelischen Verletzungen, die wir vielleicht unseren Mitmenschen bereitet haben: wir können, auch wenn uns der Mitmensch von Herzen vergibt, nicht einfach gedankenlos zur Tagesordnung übergehen, sondern werden uns bemühen, in besonderer Aufmerksamkeit der Liebe eine Art Genugtuung zu leisten für das Böse, das wir dem Mitmenschen angetan haben. Der Sünder, der das Erbarmen Gottes erfährt, weiß also, dass er noch so manches „abzuarbeiten“ und „durchzuleiden“ hat, was in der Konsequenz seiner Schuld liegt. Zugleich ist er voll des Trostes, dass ihm bereits von Gott vergeben ist. …“


http://stjosef.at/artikel/straft_gott_oder_das_leben.pdf (http://stjosef.at/artikel/straft_gott_oder_das_leben.pdf)



Entschuldige bitte den langen Text aber ich finde ihn sehr trefflich.


Gottes Segen und liebe Grüße
KleinesLicht
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: Sairo am 16. Juli 2011, 11:00:43

Liebes KleinesLicht

Erstens finde ich sehr bemerkenswert, dass Du dieser Sache so gründlich auf den Grund gehst. Das ist es, was ich mir für alle Wünschen würde. Ich danke Dir!


Die Antwort lautet: Ja, die gibt es! Aber nicht nach unseren oft kurzsichtigen menschlichen Maßstäben! Fürs erste nämlich muss der Mensch in seiner Freiheit auch die Folgen seiner guten und schlechten Entscheidungen tragen. Dies zeigt sich nicht immer sofort, bewahrheitet sich aber dennoch auf lange Sicht.

Der Herr Spindelböck bringt es für mich auf den Punkt! Wir Menschen denken und urteilen in anderen Massstäben.

Welche Konsequenzen hat es nun, wenn der Mensch die Gnade der Erlösung Christi annimmt? Er wird dadurch befreit von aller Schuld (grundlegend durch die heilige Taufe; im Sinne einer Erneuerung bzw. Wiederherstellung der Taufgnade durch das Sakrament der Buße, die heilige Beichte). Auch sagt die Kirche, dass uns mit der Vergebung der Schuld auch viele Sündenstrafen vergeben werden. Wem eine Todsünde vergeben wird, dem wird die ewige Strafe der Hölle erlassen; wer lässliche Sünden hat, die vergeben werden, erhält meist einen zumindest teilweisen Nachlass der sog. Sündenstrafen.

Zitat: "zumindest einen teilweisen Nachlass der sog. Sündenstrafen" Hier sollte man in meinen Augen sein Herz weit öffnen, denn auch lässliche Sünden müssen im Fegfeuer abgebüsst werden, vorallem die Sünden die man nicht mit dem Herzen bereut hat. Gott weiss in seiner Allmacht ja schon, wer seine Sünden mit dem Herzen bereut und wer nicht und wird dementsprechend alles nötige Einleiten, dass sich der Mensch dieser Sünden bewusst wird und gibt dem Menschen genügend hilfreiche Gnade diese auch zu erkennen. Wie das aussieht, dass liegt bei jedem Menschen anderst. Dass kann ich nicht beurteilen, doch ich denke, eine gewisses Eingreifen seitens Gottes nicht abwägig. Jeder Mensch empfindet dieses Eingreifen verschieden, die einen als Leid und sehen es als Strafe an und andere können damit besser umgehen und sagen sich, der Barmhzerige Gott ist aber sehr gnädig mit mir.

Hier ist es wichtig, das Wort „Strafe“ richtig zu deuten. Es geht nicht um Vergeltung und Heimzahlung oder gar Rache, sondern Gott lässt es zu, dass wir bestimmte Folgen unsere Sünden auch dann noch erfahren, auch wenn die Schuld längst vergeben ist. Dies zeigt uns, dass die Sünde wirklich ein Übel ist, das uns und anderen vielfältig Schaden zufügt.

Ja, das sehe ich auch so, Gott schreit nicht nach Vergeltung oder Rache, er will nur Gerechtigkeit.

Ich, liebes KleinesLicht habe die Erkenntnis gewonnen, dass Gott in seiner Liebe viele Wege hat wie er uns zu sich ziehen will. "Leiden" kann als Folge von einer schweren Sünde, je nach Sichtweise des Menschen als Strafe Gottes wahrgenommen werden. Ich denke dabei, dass der Mensch sich der Sprache bedienen muss und "Strafe" oder "Züchtigung" in Anspruch nehmen muss. Es liegt im ewigen Ratschluss Gottes verborgen, wer hier auf Erden inwieweit und wie lange seine Sündenstrafen abbüssen darf. Zu unterscheiden gilt Leiden, dass Gerechte ertragen dürfen. Dieses Leiden hat oftmals mit anderen Menschen zu tun, im Sinne: Sie Leiden für andere, dass diese Menschen in Ihrer Stunde des Todes, die Gnade der Reue erhalten. Was viele vermutlich nicht Wissen, dass die Kirche davon ausgeht, dass mehr Menschen gerettet werden als verdammt. Auch in unserer Zeit! (Nicht alle werden erlöst, bitte nicht falsch verstehen)

Liebes KleinesLicht, wir reden vom gleichen, bedienen uns aber anderer Worte. Wie gesagt, kein einfaches Thema, doch der Herr Spindelböck bringt es für mich sehr gut auf den Punkt. Wer eine Sünde begeht, kann diese Auswirkungen und Konsequenzen als Strafe verstehen. Doch wenn jemand im Glauben ist, empfindet er das nicht als Strafe, sondern als Barmherzigkeit und Gerechtigkeit Gottes. Sehr sehr, vereinfacht ausgedrückt. Damit kann ich gut leben.

Liebe Grüsse und Gottes Segen
Sairo
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: KleinesLicht am 17. Juli 2011, 23:05:50

Wer eine Sünde begeht, kann diese Auswirkungen und Konsequenzen als Strafe verstehen. Doch wenn jemand im Glauben ist, empfindet er das nicht als Strafe, sondern als Barmherzigkeit und Gerechtigkeit Gottes.

Lieber Sairo,

ich finde, damit bringst Du es genau richtig zum Ausdruck. Deinem Beitrag kann ich mich vollends anschließen.

Danke für den netten Gedankenaustausch; auch mir hat es richtig Freude bereitet.

Gottes Segen und herzliche Grüße
KleinesLicht


Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: Gnadenstrahl am 02. September 2011, 12:18:51


Hallo
ich begrüsse alle Forenteilnehmer und hoffe, dass Ihr mich in Eure Runde aufnehmt.
Ich bin sehr interessiert an Fragen zum katholischen Glauben.

 ;hqdffrthjbh


Zu dem "Aufopfern" hätte ich gern mehr erfahren:
Wie ich entnehmen konnte, kann man alles aufopfern. Krankheit, ebenso wie Ärger und Probleme.
Nun meine Frage, ist es ratsam dies gedanklich während einer Messe zu tun, oder ist es doch mehr oder weniger egeal, ob dies im stillen Kämmerlein, oder im Supermarkt passiert.

Danke für eine Info.
 ;gggds
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: Gnadenstrahl am 02. September 2011, 20:19:04
Hallo, Wendelinus  ;xdysaa

ganz ganz herzlichen Dank für deine ausführliche Schilderung auf meine Frage; diese habe ich mir gleich ausgedruckt. Ich möchte im Glauben wachsen, dass ist mein Anliegen. Und dieses Forum, so habe ich den Eindruck, kann mir ein grossen Stück auf meinem Weg weiterhelfen.

 ;hjjffdd
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: KleinesLicht am 07. September 2011, 19:36:12
Ein Gebet zur Aufopferung während der Heiligen Messe (bei der Erhebung der Patene bzw. des Opferkelches):

O Jesus, nimm uns mit auf die Patene in Dein Opfer hinein, auch meine Angehörigen, alle Kranken, alle Sterbenden, die Armen Seelen (von Kl.licht hinzugefügt: alle Ungeborenen). Besonders mein Anliegen …........ auf dass wir der ganzen Gnadenfülle Deines Kreuzesopfers teilhaftig werden, zu Deiner größeren Ehre und zum Heil aller Seelen! Amen.
(Quelle: Kleinschrift „Meine Gebete zur Heiligen Messe")
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: Schear-Jaschub am 27. September 2011, 14:35:55
Ohne nun allzu weit ausholen zu wollen, möchte ich nur anfügen, dass wir alles, was wir aufopfern, immer durch die reinsten Hände der allerseligsten Jungfrau aufopfern sollen. Wenn wir nämlich alles ihr anvertrauen, wird sie, die uns unter dem Kreuz als gute Mutter geschenkt wurde, unsere in Wahrheit kleinen und befleckten Gaben reinigen, mit ihren eigenen Verdiensten schmücken und ihrem leiblichen Sohn, Jesus Christus darbringen. (nach dem Hl. Bernhard, aber vor allem dem Hl. Ludwig Maria de Grignion)

Somit, wie der sel. Johannes Paul II: "Totus tuus!"
Titel: Re:Vom Aufopfern
Beitrag von: Gnadenstrahl am 27. September 2011, 18:15:26
Ich danke allen, die auf meine Frage eingingen.  ;jkgjkgj