Liebe Glaubensgeschwister,
es gibt dadurch, dass wir Leiden aufopfern dürfen, kein sinnloses Leiden mehr. Das ist für mich so etwas wunderbar Tröstliches im katholischen Glauben.
Eine Frage habe ich dazu: Wie opfern man eigentlich "richtig" auf? Hat man dann keinen Widerstand mehr gegen das Leiden? Waran kann man erkennen, ob man "richtig" aufopfert. Gibt es eigentlich ein Richtig oder Falsch?
Vielleicht mögt ihr mir und anderen, die vielleicht auch solche Fragen haben antworten. Gern auch mit praktischen Beispielen.
Danke euch vorab für eure Hilfe,
Anna-Maria
Ich würde gerne den Willen haben alles anzunehmen, was ich nicht ändern kann. Aber wenn ich ehrlich bin; habe ich den Willen nicht. :-( Was kann ich da nur machen? Die Leiden freiwillig annehmen, die da sind? WIE kann ich das nur tun?
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Doch die Umsetzung. Ich bete viel und opfer Leiden auf. Doch weiß ich um meine schlechte Einstellung, die ich nicht zu ändern vermag. Also opfer ich dann doch wohl nicht richtig auf. Ja, ich habe auch schon Jesus gebeten, dass Er mir hilft es mehr zu verstehen.
Eine Frage habe ich dazu: Wie opfern man eigentlich "richtig" auf? Hat man dann keinen Widerstand mehr gegen das Leiden? Waran kann man erkennen, ob man "richtig" aufopfert. Gibt es eigentlich ein Richtig oder Falsch?
Die Selbstmordrate ist ja hoch.
Zum Thema "Leiden" hat Papst JP II ein Apostolisches Schreiben verfasst. Hierin steht u.a., dass man vorsichtig mit der Schlussfolgerung umgehen sollte, dass Gott einen Menschen wegen konkreter Sünden bestraft.
Die Antwort lautet: Ja, die gibt es! Aber nicht nach unseren oft kurzsichtigen menschlichen Maßstäben! Fürs erste nämlich muss der Mensch in seiner Freiheit auch die Folgen seiner guten und schlechten Entscheidungen tragen. Dies zeigt sich nicht immer sofort, bewahrheitet sich aber dennoch auf lange Sicht.
Welche Konsequenzen hat es nun, wenn der Mensch die Gnade der Erlösung Christi annimmt? Er wird dadurch befreit von aller Schuld (grundlegend durch die heilige Taufe; im Sinne einer Erneuerung bzw. Wiederherstellung der Taufgnade durch das Sakrament der Buße, die heilige Beichte). Auch sagt die Kirche, dass uns mit der Vergebung der Schuld auch viele Sündenstrafen vergeben werden. Wem eine Todsünde vergeben wird, dem wird die ewige Strafe der Hölle erlassen; wer lässliche Sünden hat, die vergeben werden, erhält meist einen zumindest teilweisen Nachlass der sog. Sündenstrafen.
Hier ist es wichtig, das Wort „Strafe“ richtig zu deuten. Es geht nicht um Vergeltung und Heimzahlung oder gar Rache, sondern Gott lässt es zu, dass wir bestimmte Folgen unsere Sünden auch dann noch erfahren, auch wenn die Schuld längst vergeben ist. Dies zeigt uns, dass die Sünde wirklich ein Übel ist, das uns und anderen vielfältig Schaden zufügt.
Wer eine Sünde begeht, kann diese Auswirkungen und Konsequenzen als Strafe verstehen. Doch wenn jemand im Glauben ist, empfindet er das nicht als Strafe, sondern als Barmherzigkeit und Gerechtigkeit Gottes.