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römisch-katholisch => Liturgie / Heilige Messe => Thema gestartet von: Darla am 15. September 2011, 16:56:45
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Im Urlaub bei meiner Schwester in Bayern habe ich sonntags die Hl. Messe besucht und war aber leider negativ überrascht. Habe mir Bayern immer noch als richtig katholisch vorgestellt. ::) Obwohl ich in der Diaspora lebe, knien bei uns die meisten vor der Messe im Gebet und auch nach der Messe zum Dank. Niemand hat es dort getan. Sobald der Priester halbwegs in der Sakristei war, erhob sich die gesamte Gemeinde wie eine Person und strömte zum Ausgang um sich zu unterhalten. Dabei wurden mir ziemlich komische Blicke zu geworfen, als ich noch ein paar Minuten in der Bank kniete.
Aber eigentlich geht es mir um die Feier der hl. Messe selbst. Da ich noch nicht so lange Katholikin bin, weiss ich nicht, ob die dortige Praxis ok war, aber ich hatte kein gutes Gefühl. Darum wollte ich euch mal fragen, ob die Liturgie erlaubt gefeiert wurde. Es wurde unglaublich schnell durch die Messe gehastet. Ich erinnere mich, wie ich völlig erstaunt imemr wieder auf die Uhr an der Wand gesehen habe und dies mit dem liturgischen Moment, der bei mir zu Hause (egal in welcher Gemeinde) um die gleiche Uhrzeit immer ungefähr gefeiert wurde, verglichen habe. So wurden auch die Lesung aus dem AT und die Lesung bzw. das Gebet der Psalmen weggelassen. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht mehr ganz erinnern, ob die Lesung aus dem NT stattfand oder nicht, Könnte gut sein, dass auch sie weggelassen wurde. Die geweihten Hostien zur Kommunion hat dann auch nicht der Priester aus dem Tabernakel geholt, sondern eine Frau, also ein Laie. Das hat mich wirklich gewundert, da ich dies hier noch nie erlebt habe.
War das mit dem Tabernakel und dem Wegfall der Lesungen erlaubt?
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Die "Lesung" aus dem NT weggelassen?!
Das kann ich mir nicht vorstellen, das ist doch das Evangelium...
Leider habe ich es auch schonmal in einer Ordensgemeinschaft erlebt,
dass die Schwestern zum Tabernakel gegangen sind. Ich denke daher,
dass das erlaubt ist. Ob das so sein sollte, ist die andere Frage :-\...
Leider kenne ich es auch, dass mancherorts jeder sofort die Kirche verlässt,
wenn der Priester in der Sakristei verschwunden ist.
Das Problem ist, dass es viele nicht besser wissen... Ich wusste das früher
auch nicht und dachte, das sei normal. IST ES ABER NICHT! Denn schließlich
ist man für Jesus da und deshalb sollte man dem Geliebten danken...
Pater Pio erblickte einmal einen verstorbenen Priester, der ihm sagte, dass
er im Fegfeuer büßen müsse, da er die Kirche immer so eilig verlassen habe.
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Nicht das Evangelium, sondern die Lesung aus den NT-Briefen. Aber wie gesagt, da kann ich mich nicht mehr genau daran erinnern. Aber das AT und die Psalmen fehlten. Das kenne ich nur von den Werktagsmessen und selbst dort werden hier die Psalmen gebetet.
Ok, dann war es mit dem Tabernakel anscheinend erlaubt. Fand ich aber nicht so toll. Die ganze Messe hatte nicht mehr groß den Anschein, dass da etwas Heiliges geschieht. Total im Schnelldurchlauf. Als wenn man es schnell hinter sich bringen müsste, um endlich den freien Sonntag genießen zu können. :'(
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Also, als ich nach Berlin gekommen bin, habe ich mich erstmal gewundert,
dass es hier zwei Lesungen gibt...
Bei mir zu Hause (sehr "katholische" Gegend) gibt es nämlich regelmäßig ebenfalls nur eine...
Das war für mich völliges Neuland.
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Echt? Ich hatte gedacht das wäre liturgisch so vorgeschrieben , da es hier in Berlin und Brandenburg immer so ist und meines Wissens in den USA auch (ich bin meistens in intenationalen Foren). Habe es nie anders kennen gelernt.
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[sonntags zwei Lesungen]
Echt? Ich hatte gedacht das wäre liturgisch so vorgeschrieben , da es hier in Berlin und Brandenburg immer so ist und meines Wissens in den USA auch (ich bin meistens in intenationalen Foren). Habe es nie anders kennen gelernt.
Also, vom Meßbuch her vorgesehen sind sonntags eigentlich zwei Lesungen.
Ob es erlaubt ist, eine wegzulassen oder eine für den Vortrag ›auszuwählen‹,
weiß ich aber nicht. In meiner Gemeinde (Erzbistum Köln) hängt das vom Ze-
lebranten ab: unser Kaplan z. B. läßt sonntags (fast?) immer zwei Lesungen
vortragen, unser Pfarrer beläßt es bei einer.
Hier kann man übrigens nachlesen, welche Texte für welchen Tag (auch
Werktag) vorgesehen sind: SCHOTT online (http://www.erzabtei-beuron.de/schott/index.php).
Marcel
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Ich glaube, dass mindestens eine Lesung vorgeschrieben ist. Normalerweise ist die erste Lesung aus dem Alten Testament und die zweite aus dem neuen, ohne den Evangelien. An großen Feiertagen gibt es mehrere Lesungen, an Ostern sogar sechs, glaube ich.
Ich glaube auch, dass eine Frau die Hostien aus dem Tabernakel holen darf, denn Kommunion spenden darf sie ja auch. Bei uns in der Messe geschieht das auch manchmal, und unser Pfarrer ist sehr darauf erpicht, die Regeln einzuhalten.
Das ist aber nichts dagegen, was ich schon erlebt habe: Die Kommunionspenderin hält beim Lamm Gottes die eine gebrochene Hälfte der geweihten Hostie nach oben! Die Lesungen werden durch eine Kindergeschichte ersetzt!
Aber trotzdem ist es Jesus, der in der Kommunion zu uns kommt. Liturgiemissbrauch ist kein Grund, die hl. Messe ausfallen zu lassen, selbst wenn man keine Ausweichmöglichkeit hat.
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Na da bin ich ja beruhigt, dass anscheinend doch alles irgendwie seine Richtigkeit hatte. Darum wollte ich ja hier nachfragen, weil ich mir nicht sicher war. ;)
Aber trotzdem ist es Jesus, der in der Kommunion zu uns kommt. Liturgiemissbrauch ist kein Grund, die hl. Messe ausfallen zu lassen, selbst wenn man keine Ausweichmöglichkeit hat.
Volle Zustimmung!
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Liebe Darla
Liebe LoveAndPray
Lieber CSPB
Die Lesungen (es können eine oder zwei Lesungen vorgetragen werden) erzählen aus der Bibel. Es sind Texte aus dem alten oder neuen Testament. Nach den Lesungen folgen kurze Gesänge, manchmal auch im Wechsel von Vorsänger und Gemeinde (z. B. Psalm).
Evangelium Das Wort „Evangelium“ bedeutet „Frohbotschaft“. Es ist ein Text aus einem der vier Evangelien (nach Matthäus, Markus, Lukas oder Johannes).
Aus Instruktion Redeptionis sacramentum:
Teil III, 62. Es ist nicht erlaubt, die vorgeschriebenen biblischen Lesungen aus eigenem Gutdünken wegzulassen oder zu ersetzen oder gar «die Lesungen und den Antwortpsalm, die das Wort Gottes enthalten, mit anderen nichtbiblischen Texten» [138] auszutauschen.
Link 1:http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/ccdds/documents/rc_con_ccdds_doc_20040423_redemptionis-sacramentum_ge.html (http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/ccdds/documents/rc_con_ccdds_doc_20040423_redemptionis-sacramentum_ge.html)
Link 2:
http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cclergy/documents/rc_con_interdic_doc_15081997_ge.html (http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cclergy/documents/rc_con_interdic_doc_15081997_ge.html)
Ebenfalls ist folgende Seite lesenswert. Sie enthält viele hilfreiche Antworten auf Glaubensfragen:
http://www.der-durchblick.de/index.php/glaubensfragen/137-lf28 (http://www.der-durchblick.de/index.php/glaubensfragen/137-lf28)
http://www.der-durchblick.de/index.php/glaubensfragen (http://www.der-durchblick.de/index.php/glaubensfragen)
Gottes Segen
Anemone
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Danke, Anemone.
Ach, würden wir doch alle wieder verstehen, was die Lesungen und das Evangelium
bedeuten! Dass das nicht nur etwas ist, was man herunterließt und was eben
Teil der Hl. Messe ist.
Aus "Gott, der voll Erbarmen ist" (Misericordia-Verlag Krakau):
Jesus lädt uns in der heiligen Messe an zwei Tische ein: an den "Tisch von Gottes Wort"
und an den "Tisch der Eucharistie". Er möchte die Seelen der Menschen mit Seinem Wort
und mit Seinem Leib sättigen. Das Wort Gottes belebt und vertieft den Glauben,
es ermuntert zu guten Werken. Der Empfang des Leibes Christi befähigt uns und führt
in der Folge zu einer immer größeren Liebe zu Gott und zum Nächsten, zum opferbereiten
Dienst und zur Vertiefung der zwischenmenschlichen Beziehungen. "Weil es e i n Brot ist" -
wie der hl. Paulus schreibt - "sind wir e i n Leib als die vielen; denn wir nehmen alle teil
an dem einen Brot".
Angesichts so großer Gnadengeschenke Gottes sollten wir uns auch dementsprechend
auf jede einzelne Hl. Messe vorbereiten...