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römisch-katholisch => Der Tod / Das persönliche-besondere Gericht / Das Jüngste Gericht => Thema gestartet von: Admin am 16. September 2011, 22:33:03

Titel: Ins Reich der Höllenqualen fährt der Sünder in der Todesstunde…
Beitrag von: Admin am 16. September 2011, 22:33:03
Todesstunde - Lebensenthüllung

Der Tod bringt das Offenbarwerden unseres ganzen Lebens mit sich - für Gläubige wie für Ungläubige. Alle Fassaden, mit denen wir während des irdischen Daseins so vielfach täuschen - uns und andere -, fallen vor der Heiligkeit Gottes hin. Am erschütterndsten zeigt sich diese Entlarvung bei großen Gottesleugnern und Hassern. Denn in der Todesstunde werden viele Menschen vor Wahrheiten gestellt, die sie ihr ganzes Leben lang leugnen wollten. Der französische Philosoph Voltaire verkündete während seines Lebens als die Wahrheit, dass es keinen Gott, keine Ewigkeit und kein Gericht gibt. Doch als der Tod nahte - so wird berichtet -, erfüllte ihn dessen grauenhafte Wirklichkeit, die kategorisch und unausweichlich vor ihm stand, mit Schrecken. Zugleich hatte er als zweite Realität die Sünde zu konfrontieren. Damit schwand für Voltaire letzte Einbildung und Behauptung, ja letzter Traum von einer autonomen Persönlichkeit, die keinen Gott und Herrn über sich anzuerkennen braucht, wie er mit scharf geschliffenem Verstand und Beweisen verkündigt hatte. Er hatte sein Haupt gegen diesen Gott und Herrn erhoben, Ihn verspottet und gelästert - nun stand er der Wahrheit gegenüber, die für ihn aber nur noch GERICHT in sich schloss.

Der Tod ist von Gott bestimmt, uns die Wahrheit nahe zu bringen: die Wahrheit, dass wir ein Nichts sind, zu Staub und Asche werden. Doch das nicht allein, er öffnet auch den Blindesten die Augen dafür, dass wir Geschöpfe Gottes sind, zu Ebenbildern Gottes geschaffen, ethische Persönlichkeiten, die den Adel der Verantwortlichkeit tragen und nun für ihr Leben zur Rechenschaft gezogen werden. Jesu Lebensarbeit war und ist es - wie es das Johannesevangelium aufleuchten lässt -, «für die Wahrheit zu zeugen», dass wir rechtzeitig «die Wahrheit erkennen». Er verheißt uns: «Die Wahrheit wird euch frei machen», denn Er ist «der Weg die Wahrheit und das Leben». Aber weil Er die Wahrheit sagte, suchte man Ihn zu töten. Erst droben wird uns ganz offenbar werden, welch unendliche Mühe und Leiden Jesus dafür auf sich genommen hat, um in unser verfinstertes Leben das Licht göttlicher Wahrheit zu bringen, damit wir «die Liebe zur Wahrheit annehmen» (2. Thess. 2,10) und mehr und mehr Licht werden, um in Sein Reich zu passen.

Doch im Gegensatz zu Jesus müht sich Satan, uns lebenslang zu täuschen. Er hilft dazu, dass wir uns belügen und auch belogen sein wollen. Darum triumphiert er, wenn dann den Unbußfertigen durch den Todesfürsten erst in der Sterbestunde die todbringende Wahrheit übermittelt wird: die Entlarvung unserer Sünden, unseres schuldhaften Lebens, vielfach wenn es zu spät ist, zu bereuen und UMZUKEHREN; denn nur ganz selten geschieht es, dass noch in der Todesstunde eine ECHTE Umkehr vollzogen werden kann.

So geriet Voltaire, als ihm der Tod mit dieser Wahrheit des GERICHTES nahte, in Verzweiflung. Er klagte seine Freunde an, die ihn in solche Lage gebracht hätten, und verfluchte sie. Er verfasste vor zwei Zeugen ein Schriftstück, in dem er tatsächlich seinem Unglauben absagte, was aber keine innere Umkehr war. Sein Arzt fand ihn in großer Angst vor; er rief: «Ich bin von Gott und Menschen verlassen!» Dann bot er diesem Arzt sein halbes Vermögen an, wenn er sein Leben noch um sechs Monate verlängern könnte. Doch es war zu spät. Als der Arzt ihm sagte, er könne keine sechs Wochen mehr leben, schrie Voltaire: «Dann werde ich zur Hölle fahren und Sie mit!»

Welch ein Schrecken des Todes! Wer wollte da nicht zu Gott flehen, wenn er von dem Einen weiß der Todesüberwinder ist, und an Ihn als seinen ERLÖSER glaubt: «Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, mach’s nur mit meinem Ende gut!» Denn es ist eine erschütternde Wirklichkeit, dass in der Stunde des Todes die andere Welt naht, entweder Engel das Sterbezimmer betreten, so dass man die Gegenwart Gottes fast greifen kann und nicht wagt, laut zu reden - oder finstere Geister nahen, die uns Grauen und Entsetzen einflößen. Voll Hohn und Triumph können sie kaum abwarten, den Menschen, der in seinem Leben der Sünde gelebt und Satan gedient hat, als ihre BEUTE MITZUNEHMEN, um im Reich der Qual ihre Quälereien an ihm auszulassen.

Auch beim Sterben Stalins wurde davon etwas offenbar. Seine Tochter Swetlana schreibt darüber: «Das Sterben meines Vaters war furchtbar und schwer … Die Agonie war entsetzlich, sie erwürgte ihn vor aller Augen … Offenbar in der letzten Minute öffnete er plötzlich die Augen … Es war ein furchtbarer Blick, halb wahnsinnig, halb zornig, voll Entsetzen vor dem Tode … Da hob er plötzlich die linke Hand und wies nach OBEN, drohte uns allen…»

Die Geister der jenseitigen Welt, Engel oder Dämonen stellen sich in unserer Sterbestunde ein, um uns ABZUHOLEN. So sehen wir es beim «armen Mann» - die Engel tragen ihn in Abrahams Schoß, ins Paradies (Luk. 16,22). Dass in dieser Stunde sich etwas entscheidet und geschieht - und nicht erst im Jüngsten Gericht, bezeugt auch Jesu Wort am Kreuz zum Schächer: «Heute wirst du mit mir im Paradiese sein» (Luk. 23,43).
Aus dem Taschenbuch: «Hölle - Himmel - Wirklichkeiten» (Seite 26 - 29)