Forum ZDW

römisch-katholisch => Fragen und Themen zum Glauben allgemein => Thema gestartet von: Winfried am 06. November 2011, 15:46:58

Titel: Vater unser?
Beitrag von: Winfried am 06. November 2011, 15:46:58
Aus einem Gästebucheintrag (29.10.):


"Vater und Mutter unser im Himmel,geheiligt werde Euer Name,Euer Reich komme,wie im Himmel so auf Erden.Unser tägliches Brot gebt uns heute.Und vergebt uns unsere Schuld,wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.Und führt uns nicht in Versuchung, sondern erlöst uns von dem Bösen.Denn Euer ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.Amen"



Wie denkt ihr darüber?

 ;ksghtr
Titel: Re:Vater unser?
Beitrag von: Markus am 06. November 2011, 18:40:52
Soweit ich weiß ist laut der Bibel der Mensch ein Ebenbild Gottes und da ich Gott persönlich nicht kenne würde mich die Formulierung nicht stören, auch wenn sie ungewohnt ist.

Titel: Re:Vater unser?
Beitrag von: Andal am 06. November 2011, 20:40:05
Der Gästebucheintrager meint zu wissen, dass Gott die Summe aus Vater und Mutter ist und dass Jesus bei der Lehre dieses Gebetes es nicht besser wusste oder sich einfach nur ungenau ausdrückte.

Lieber Winfried, ich weiß nicht was wir zu diesem Gästebucheintrag mehr sagen sollten, als das er häretisch ist.
Titel: Re:Vater unser?
Beitrag von: KleinesLicht am 06. November 2011, 20:55:49
So wurde uns von Jesus das Gebet nicht gelehrt und so würde ich es auch nicht beten. Dennoch, Gott ist uns Vater und Mutter.

Worte von Papst Johannes Paul I:

„Gott ist Mutter, und wir sind ihre Kinder. Eine Mutter, die - im Gegensatz zu uns - niemals, was auch immer geschieht, die Frucht des eigenen Leibes vergessen wird (vgl. Jes 49,15). Und er ist Vater, Vater auch dann, wenn das Kind töricht und ein Ausbund an Undankbarkeit gewesen ist (vgl. Lk 15,11-32)." (Quelle: "Vater Unser - Gedanken zum Gebet des Herrn" Styria-Verlag)
Titel: Re:Vater unser?
Beitrag von: Andal am 06. November 2011, 21:10:20
Liebe KleinesLicht,
das ist ein interessanter Aspekt.

Sicherlich trägt Gott alle Facetten in sich.
Im "VATER unser"- Gebet wird aber bewußt auf die Facette des Mutterseins verzichtet.
Genauso wie Gott männliche Priester wünscht oder er seinen Sohn auf die Erde geschickt hat.
Die "männliche" Facette Gottes (wenn man es überhaupt so nennen darf oder kann) scheint in irgendeiner Weise eine tiefere Bedeutung zu haben.
Vielleicht kann jemand mit mehr theologischem Wissen als ich hierzu Äußerung geben.
Titel: Re:Vater unser?
Beitrag von: Marcel am 06. November 2011, 22:03:38
Lieber Winfried, ich weiß nicht was wir zu diesem Gästebucheintrag mehr sagen sollten, als das er häretisch ist.

Ja, das ist m. E. nicht katholisch. Wie sprechen wir im Apostolischen
Glaubensbekenntnis?

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, ...
(lat.: Credo in Deum Patrem omnipotentem)

Und Jesus sagt im Evangelium (Mt 23,9b):
... denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel.

Und auch an vielen anderen Stellen spricht er immer nur vom »Vater«.

Aus dem ▶ Katechismus-Kompendium (http://www.vatican.va/archive/compendium_ccc/documents/archive_2005_compendium-ccc_ge.html):

46. Was offenbart uns Jesus Christus vom Mysterium des Vaters?

Jesus Christus offenbart uns, dass Gott „Vater“ ist: nicht nur als Schöpfer
der Welt und des Menschen, sondern vor allem, weil er von Ewigkeit her
in seinem Innern den Sohn zeugt, der sein Wort ist, „der Abglanz seiner
Herrlichkeit und das Abbild seines Wesens“ (Hebr 1, 3).


Unsere Mutter ist die Kirche oder – im geistlichen Sinn – auch Maria:

30. Warum ist der Glaube ein persönlicher und zugleich ein kirchlicher Akt?

Der Glaube ist ein persönlicher Akt, weil er die freie Antwort des Menschen
auf den sich offenbarenden Gott ist. Aber zugleich ist er ein kirchlicher Akt,
der sich im Bekenntnis ausdrückt: „Wir glauben“. Es ist nämlich die Kirche,
die glaubt: Sie geht so durch die Gnade des Heiligen Geistes dem Glauben
des einzelnen Christen voraus, zeugt und nährt ihn. Darum ist die Kirche
Mutter und Lehrmeisterin.
„Niemand kann Gott zum Vater haben, der die Kirche nicht zur Mutter hat“
(hl. Cyprian).


100. In welcher Weise ist die geistliche Mutterschaft Marias universal?

Maria hat einen einzigen Sohn, Jesus. Aber in ihm erstreckt sich ihre
geistliche Mutterschaft auf alle Menschen, die zu retten er gekommen
ist. Gehorsam an der Seite des neuen Adam, Jesus Christus, ist die Jung-
frau die neue Eva, die wahre Mutter der Lebenden, bei deren Geburt
und Erziehung in der Ordnung der Gnade sie mit mütterlicher Liebe mit-
wirkt. Als Jungfrau und Mutter ist sie das Inbild der Kirche, ist sie Kirche
im Vollsinn.


Marcel
Titel: Re:Vater unser?
Beitrag von: Marcel am 06. November 2011, 22:12:36
Liebe KleinesLicht,
das ist ein interessanter Aspekt.

Sicherlich trägt Gott alle Facetten in sich.

Hierzu fällt mir wieder dieses Interview mit Erzbischof Zollitsch ein:
▶ http://kath-zdw.ch/forum/index.php/topic,892.0.html (http://kath-zdw.ch/forum/index.php/topic,892.0.html)

Dein SPIEGEL: Wenn man betet, spricht man Gott zum Bei-
spiel mit "Vater Unser" an. Warum ist Gott ein Mann?

Robert Zollitsch: Genau genommen ist Gott weder Mann noch
Frau, weder Vater noch Mutter. Er hat keinen Körper wie wir. Aber er
ist wie ein guter Vater, wie eine gute Mutter, die sich um uns sorgen
und für uns da sind.


Marcel
Titel: Re:Vater unser?
Beitrag von: Schear-Jaschub am 07. November 2011, 19:10:14
Von mir ein ganz klares "Nein"!
Gott hat sich als "Vater" offenbart! Wer sind wir, dass zu berichtigen?

Außerdem: Gott hat uns eine Mutter gegeben: Maria! Gott als Vater und Mutter zu betiteln ist zwar sicher gut gemeint, aber abzulehnen.
Titel: Re:Vater unser?
Beitrag von: NoBody am 17. Dezember 2011, 12:38:46

Im 2. Buch Mose 20,2-3 sagt Gott: „Ich bin der Herr, dein Gott ... Du sollst außer mir keine anderen Götter haben.“ In Matthäus 4,10 sagt Jesus: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und nur ihm ALLEIN dienen.“ Also ist Anbetung nicht nur ein natürlicher Instinkt, sie ist ein Gebot Gottes.

Nur ihm allein solst du anbeten...steht doch auserfrage,

Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott,....... jhlcu er Liebt uns und Teilt uns mit NIEMANDEN