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Hl. Johannes Chrysostomus (um 345-407)
Priester in Antiochia und später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer
Homilien über das Evangelium nach Matthäus, Nr. 7, 5

Folgen wir den Sterndeutern

   
Machen wir uns auf den Weg wie die Sterndeuter. Mögen auch alle anderen erschrecken: Wir wollen freudig hineilen zum Kind. Mögen auch Könige oder Völker sich uns in den Weg stellen, so kümmert uns das wenig: Wir dürfen in unserem Eifer nicht erlahmen; wir wollen allem drohenden Unheil entgegentreten. Hätten die Magier das Kind nicht gesehen, wären sie der Gefahr, die ihnen von König Herodes drohte, nicht entkommen. Bevor ihnen das Glück widerfuhr, dieses Kind zu betrachten, waren sie voller Furcht, von Gefahren umgeben und zutiefst verunsichert. Nachdem sie das Kind angebetet hatten, zogen Friede und Sicherheit in ihre Herzen ein.
Lassen also auch wir eine verkommene Stadt, einen blutrünstigen Despoten und alle Reichtümer dieser Welt hinter uns, und ziehen wir nach Bethlehem, dem geistlichen „Haus des Brotes“. Wenn du ein Hirte bist, dann komm nur, und du wirst das Kind im Stall sehen. Wenn du ein König bist, dann werden dir – falls du nicht kommst – deine prächtigen Kleider und dein würdevolles Auftreten nichts nützen. Wenn du ein Gelehrter bist wie die Sterndeuter, dann wird all dein Wissen dich nicht retten, falls du nicht kommst, um deine Ehrfurcht zu bekunden. Wenn du ein Fremder oder gar ein Barbar bist, wirst du am Hof dieses Königs Aufnahme finden. [...] Es genügt, mit Ehrfurcht und Freude zu kommen, mit diesen beiden Empfindungen, die in einem wahrhaft christlichen Herzen wohnen. [...]
Bevor du dieses Kind anbetest, lass alles los, was dich belastet. Wenn du reich bist, dann lege ihm dein Gold zu Füßen, das heißt, gib es den Armen. Diese Sterndeuter aus der Fremde sind von so weit her gekommen, um das neugeborene Kind zu sehen: Wie könntest du […] dich weigern, ein paar Schritte zu gehen, um einen Kranken oder einen Gefangenen zu besuchen? [...] Die Sterndeuter brachten Jesus ihre Schätze dar – und du hast nicht einmal ein Stück Brot für ihn? (vgl. Mt 25,36f). Als sie den Stern sahen, wurden ihre Herzen von Freude erfüllt; du siehst Christus in den Armen, denen es an allem fehlt – und du setzt dich darüber hinweg und bist nicht berührt?   
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Die Seele

Predigt von Professor May

3.11.2024

Im Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes. Amen.

Geliebte im Herrn!

I.
Der Glaube der Kir­che hat nie einen Zwei­fel daran gelas­sen, dass jeder Mensch eine geis­tige Seele besitzt, die unzer­stör­bar ist und auch nach dem Tod des Lei­bes wei­ter­lebt. „Der Leib unse­res Herrn Jesus Chris­tus bewahre deine Seele zum ewi­gen Leben.“ So spricht der Pries­ter, wenn er einem Gläu­bi­gen die kon­se­krierte Hos­tie reicht. Hier ist von der Exis­tenz der Seele des Men­schen und von ihrer Unver­gäng­lich­keit die Rede. Katho­li­sche Chris­ten beten: O Gott, gib den Ver­stor­be­nen die ewige Ruhe; sie beten für die armen See­len im Feg­feuer. Sie wis­sen um die Gemein­schaft der Hei­li­gen in der strei­ten­den, in der lei­den­den und tri­um­phie­ren­den Kir­che. Nun ist aber die Seele weder zu sehen noch zu grei­fen. Und es gibt Men­schen und Ver­ei­ni­gun­gen, wel­che die Exis­tenz der Seele leug­nen. Der mate­ria­lis­ti­sche Monis­mus aner­kennt nur die Wirk­lich­keit des Stof­fes und bestrei­tet das Dasein einer unstoff­li­chen, geis­ti­gen Seele. Sind wir wehr­los gegen­über dem Bestrei­ten der geis­ti­gen Seele? Oder kön­nen wir nicht nur aus dem Glau­ben, son­dern auch mit der Ver­nunft bewei­sen, dass wirk­lich jeder Mensch eine Seele besitzt? Wir wol­len heute ver­su­chen, die­sen Beweis zu füh­ren. Es ist wahr. Die Seele ent­zieht sich in ihrem eigent­li­chen Sein und Wesen der anschau­li­chen Erfah­rung. Aber sie offen­bart sich in der rei­chen Man­nig­fal­tig­keit ihres Erle­bens und Tätigs­eins. Die­ses ist wie jedes andere Tat­sa­chen­ge­sche­hen empi­risch fass­bar und kon­sta­tier­bar. Von ihm aus kann man dann durch schluss­fol­gern­des Den­ken zur Erkennt­nis der Natur und des Wesens der Seele vor­drin­gen. Sie offen­bart sich hier als ein sub­stan­ti­el­les, geis­ti­ges, indi­vi­du­el­les Sein, die das ganze mensch­li­che Sein und Leben bedingt. Die Men­schen­seele offen­bart sich in ihren Äuße­run­gen und Betä­ti­gun­gen als Sub­stanz, d.h. als ein in sei­ner Exis­tenz selb­stän­di­ges wirk­li­ches Sei­en­des, das im Wech­sel sei­ner Zuständ­lich­kei­ten und Qua­li­tä­ten Bestand hat und mit die­sen in leb­haf­tem Wirk- und Bezie­hungs­zu­sam­men­hang steht.

II.
Woher kommt der Gedanke? Aus dem Gehirn? Eine medi­zi­ni­sche Zeit­schrift schrieb in einer Stu­die über „Seele und Gehirn“: Nach der Fest­stel­lung Claude Ber­nards (1813-1878), des berühm­ten Bio­lo­gen, hat „die Behaup­tung, der Gedanke sei nichts ande­res als eine Aus­schei­dung des Gehirns, keine andere Bedeu­tung als die Behaup­tung, die Zeit sei eine Aus­schei­dung der Uhr“. Der Gedanke ist nichts Stoff­li­ches, son­dern etwas Geis­ti­ges. Darum stammt er nicht aus dem Kör­per (Gehirn), son­dern von der Seele (Geist). Der Kör­per ist nur der „Sende- und Emp­fangs­raum“ der Seele. Das Gehirn spielt die Rolle einer Tele­fon­zen­trale. Die Geist­seele ver­hält sich zum Gehirn wie der Künst­ler zum Instru­ment. Sie sind nicht das­selbe, aber auf­ein­an­der ange­wie­sen, von­ein­an­der abhän­gig. Nie­mand bestrei­tet die Unent­behr­lich­keit des Gehirns für unser Leben. Aber das Gehirn ist nicht die Seele; es ist ein Werk­zeug der Seele. Die Akte unse­res Erken­nens, Den­kens und Wol­lens rich­ten sich nach Geset­zen, die nichts mit den phy­si­ka­lisch-che­mi­schen Geset­zen zu tun haben, denen die Pro­zesse in unse­rem Orga­nis­mus unter­lie­gen. Die Gesetze, nach deren sich das logi­sche Den­ken rich­tet, sind völ­lig ande­rer Art als die der mole­ku­la­ren Gehirn­vor­gänge. Dass ich diese und keine ande­ren mora­li­schen Wert­ur­teile fälle, hat nichts mit che­mi­schen Umwand­lun­gen im Ner­ven­sys­tem zu tun, wenn diese auch uner­läss­li­che Vor­be­din­gung dafür sein mögen, dass es über­haupt zum Den­ken und Urtei­len kommt. Die geis­ti­gen Akte, aus denen Werke her­vor­ge­hen, fol­gen einer eige­nen, neuen Gesetz­lich­keit, die mit den natur­wis­sen­schaft­lich fass­ba­ren Pro­zes­sen, die sich im Men­schen abspie­len, nichts zu tun hat.

III.
Schon die bloße Tat­sa­che des see­li­schen Lebens in sei­nen Haupt­äu­ße­run­gen des Wahr­neh­mens, Den­kens und Wol­lens ver­langt not­wen­dig ein wirk­li­ches, rea­les Etwas, ein Sei­en­des, wel­ches alle diese Vor­gänge erlebt und diese Fähig­kei­ten ent­fal­tet. Jede Tätig­keit hat zu ihrer Vor­aus­set­zung ein Täti­ges. Eine sub­jekt­lose Tätig­keit ist ein schlecht­hin unvoll­zieh­ba­rer Gedanke. Dazu kommt Fol­gen­des. Die meis­ten unse­rer see­li­schen Erleb­nisse sind nicht etwas bloß Momen­ta­nes, Flüch­ti­ges, son­dern erstre­cken sich über eine gewisse Zeit. Emp­fin­dun­gen, Denk­be­we­gun­gen und Stre­bun­gen des Wil­lens dau­ern an. Die Ver­fol­gung eines hohen Zie­les kann die ein­zelne Seele Tage, Wochen, ja auf Jahre hin­aus den­kend und wol­lend in akti­ver Span­nung hal­ten. Den­ken Sie an das Erler­nen eines Beru­fes oder an die Absol­vie­rung eines Stu­di­ums. Sol­che Dauer see­li­scher Erleb­nisse und Tätig­kei­ten über län­gere Zeit hin ist nicht mög­lich ohne ein kon­stan­tes, behar­ren­des, die ein­zel­nen Akte über­dau­ern­des und sie zur Ein­heit zusam­men­fas­sen­des Sub­jekt. Ohne sol­chen Bestand eines see­li­schen Seins im Men­schen wären so bedeut­same Mensch­heits­auf­ga­ben wie Unter­richt, Erzie­hung und Wis­sen­schaft durch­aus unmög­lich. Erfolg­rei­cher Unter­richt kann nicht sein ohne das Fort­dau­ern und Behar­ren eines geis­ti­gen Sub­jek­tes, das den Inhalt des Unter­richts in sich auf­nimmt und erkennt­nis­mä­ßig sich zu eigen macht. Erzie­hung und Bil­dung haben nur dann Sinn und Aus­sicht auf Erfolg, wenn es ein wirk­li­ches blei­ben­des Sub­jekt gibt, das den erzieh­li­chen Beein­flus­sun­gen zugäng­lich ist. Darin offen­bart sich eine wirk­li­che, in ihrem Sein selb­stän­dige und behar­rende, d.h. sub­stan­ti­elle Seele.

IV.
Die geis­tige Seele des Men­schen hat, obwohl die tat­säch­li­che Ver­bin­dung mit dem Leib nicht Bedin­gung ihrer Exis­tenz ist, als Wesens­form des Lei­bes eine wesens­not­wen­dige Bezie­hung zu ihrem Leib. Als sol­che Form bil­det sie im sinn­li­chen Erken­nen und Stre­ben eine Wirk­ein­heit mit dem Kör­per; sie ist auch im geis­ti­gen Tun, solange die Ver­bin­dung mit dem Kör­per dau­ert, wenigs­tens indi­rekt an stoff­li­che Vor­be­din­gun­gen ihres geis­ti­gen Tuns gebun­den. Doch es will beach­tet wer­den: Die Zel­len ändern sich und ver­ge­hen, doch der Mensch, der bleibt. Der Kör­per erneu­ert sich voll­stän­dig inner­halb von sie­ben Jah­ren. Jeder von uns hat heute einen ande­ren Leib als vor zehn oder zwan­zig Jah­ren. Der Kör­per hat einen tota­len Stoff­wech­sel durch­ge­macht. Das Fleisch, das Blut, die Ner­ven, das Gehirn sind sich nicht gleich­ge­blie­ben. Aber eines ist geblie­ben trotz allen Wech­sels: das Bewusst­sein, dass ich der­selbe bin. Das „Ich“ ist die Seele. Nie­mand könnte sagen: Ich habe vor zehn oder zwan­zig Jah­ren das getan, wenn der Stoff die­ses „ich“ wäre. Ist der Stoff nicht mehr da, dann ist auch das dama­lige „ich“ nicht mehr vor­han­den. Wäre das rich­tig, dann könnte ich auch nicht mehr für Taten von frü­her ver­ant­wort­lich gemacht wer­den, da ich ein ganz ande­rer gewor­den bin. Den­ken Sie an fol­gen­den Fall: Erich Mielke trat mit 18 Jah­ren der KPD bei und wurde in deren „Selbst­schutz“ lei­tend tätig. Der Ermor­dung von zwei Poli­zei­of­fi­zie­ren ange­klagt, floh er 1931 zuerst nach Bel­gien und danach in die Sowjet­union. In der DDR war er maß­geb­lich am Auf­bau des Staats­si­cher­heits­diens­tes betei­ligt und erhielt den höchs­ten Rang eines Armee­ge­ne­rals. Mord ver­jährt nicht. Nach der Wende wurde er (am 26.​10.​1993) vom Land­ge­richt Ber­lin für die Erschie­ßung der Poli­zis­ten 1931 zu einer Frei­heits­strafe von sechs Jah­ren ver­ur­teilt. Der Mielke von heute ist der­selbe wie der Mielke von ges­tern. Er kann sich nicht her­aus­re­den: Ich bin nicht der Mielke von 1931. Was ist also die Brü­cke, die sich unbe­rührt vom stän­di­gen Fluss des Stof­fes über allem Wech­sel der Mate­rie wölbt, über alle Ände­rung von Jugend-, Man­nes- und Grei­sen­al­ter? Es ist das Bewusst­sein des eige­nen Ich. Die­ses aber ist nicht Sache des Stof­fes, der Mate­rie, son­dern ein Selbst­zeug­nis des Geis­tes, der Seele.

V.
Dass der Mensch mehr ist als eine bloße Stoff­wech­sel­ma­schine, zeigt seine Fähig­keit, ins Über­sinn­li­che, also rein Geis­tige vor­zu­sto­ßen. Der Mensch kann nicht bloß sehen, er kann auch ein­se­hen. Er kann in abs­trak­ten Begrif­fen den­ken und reden, was über das Ver­mö­gen mate­ri­el­ler Kräfte hin­aus­geht. Sinn­lich vor­stel­len lässt sich ein Ein­zel­mensch, z. B. Goe­the, nicht aber der All­ge­mein­be­griff „Mensch“. Die Seele kann es. Ich gehe noch wei­ter. Die Seele kann nicht nur Über­sinn­li­ches erken­nen, son­dern auch durch Über­sinn­li­ches in sich Lust- oder Unlust­ge­fühle her­vor­ru­fen. Ja, der Mensch kann um der rein geis­ti­gen Güter wil­len auf sinn­li­che Güter ver­zich­ten. Pflan­zen und Tiere kann man nicht für geis­tige Ideale begeis­tern. Sie besit­zen zwar ein Gehirn, aber kei­nen Geist, keine Seele. Mit dem Erfas­sen und Erstre­ben über­sinn­li­cher geis­ti­ger Werke (z. B. Tugen­den) hängt auch des Men­schen sitt­li­ches Stre­ben und kul­tu­rel­ler Fort­schritt zusam­men. Das hebt ihn über das Tier hin­aus und macht ihn zur Krone der Schöp­fung. Auf sei­ner geis­ti­gen Selbst-Tätig­keit beruht letzt­lich die geis­tige Selbst-Stän­dig­keit und damit die vom Stoff unab­hän­gige geis­tige Unsterb­lich­keit der Seele.

VI.
Es ist durch­aus unzu­rei­chend, allein das Bewusst­sein und die geis­ti­gen Tätig­kei­ten des Men­schen als Seele zu bezeich­nen. Hand­lun­gen und Befind­lich­kei­ten bedür­fen eines Trä­gers. Bewusst­sein im eigent­li­chen Wort­sinn besagt eine Art Begleit-Wis­sen um das eigene see­li­sche Sein und seine augen­blick­li­chen Befind­lich­kei­ten. Durch die­ses Begleit-Wis­sen kann der Mensch um seine Lebenstä­tig­kei­ten wis­sen, kann er seine Erleb­nisse haben. Das reflexe, d.h. aus­drück­lich gemachte Bewusst­sein macht es uns mög­lich, zwi­schen Ich, Akt und Objekt zu unter­schei­den, uns gleich­sam von ihnen zu dis­tan­zie­ren, nach ihren gegen­sei­ti­gen Bezie­hun­gen, nach dem logisch-for­ma­len, erkennt­nis­theo­re­ti­schen, ethi­schen Wert der Akte zu fra­gen und so zur Geis­tes­kul­tur zu gelan­gen. Die For­men des refle­xen Bewusst­seins eig­nen nur dem geis­ti­gen Wesen, und die Fähig­keit dazu gehört zum Wesen des sich selbst besit­zen­den, bei sich sei­en­den Geis­tes. Das Bewusst­sein ist nicht bloße Begleit­erschei­nung der Mate­rie, son­dern ver­weist auf eine sub­stan­ti­elle Seele. Die Seele ist nicht Bewusst­sein, son­dern sie hat es. Die Seele ist eine Sub­stanz, das heißt das eine und behar­rende Sub­strat der vie­len und wech­seln­den Bewusst­seins­vor­gänge. Die kör­per­li­che Welt weist stets die Eigen­schaf­ten der Aus­deh­nung und der räum­li­chen Zusam­men­set­zung auf. Das Bewusst­sein ist keine aus­ge­dehnte Größe. Liebe und Hass sind mehr und ande­res als mess­bare elek­tro­che­mi­sche Ver­än­de­run­gen des Gehirns. Das Bewusst­sein ist eine ein­zig­ar­tige, neue, unräum­li­che Qua­li­tät.

VII.
Am deut­lichs­ten offen­bart sich die Seele als sub­stan­ti­elle Ein­heit in der wesen­haf­ten Ein­heit des mensch­li­chen Bewusst­seins­le­bens. Aus dem unmit­tel­ba­ren Bewusst­sein um sein Ich nimmt jeder Mensch die see­li­schen Erleb­nisse als seine Erleb­nisse in Anspruch. Wenn wir sagen: Ich denke, ich nehme wahr, ich will etc., stel­len wir allen die­sen ver­schie­de­nen geis­ti­gen Akten ein gemein­sa­mes Prin­zip der­sel­ben gegen­über, das sich zu ihnen als ihr Sub­jekt ver­hält. Sol­ches Ich­be­wusst­sein, das mit allen see­li­schen Erleb­nis­sen untrenn­bar ver­bun­den ist, ver­langt not­wen­dig ein sie erle­ben­des, von ihnen ver­schie­de­nes Sub­jekt, das eine wirk­li­che Seele sein muss. Die Seele steht als etwas Selb­stän­di­ges, hin­ter und über den ein­zel­nen See­len­tä­tig­kei­ten, geht ihnen vor­aus, ist von ihnen ver­schie­den, bringt sie her­vor und trägt sie.

VIII.
Diese Betrach­tung der Seele wird bestä­tigt durch die Ver­gleich­bar­keit der man­nig­fal­ti­gen Bewusst­sein­s­er­leb­nisse eines jeden Men­schen. Damit Ver­glei­chung mög­lich wird, müs­sen die zu ver­glei­chen­den Erleb­nisse bewusst auf­ge­fasst wer­den, und zwar von ein und dem­sel­ben die Ver­glei­chung üben­den Sub­jekt. Die­ses Sub­jekt muss ein Abwä­gen und Abschät­zen des einen gegen das andere, eben das Ver­glei­chen vor­neh­men. Die­ses Ver­glei­chen (z. B. von Auf­sät­zen der Schü­ler einer Klasse) kann infol­ge­des­sen nicht eine Tat der ver­gli­che­nen Erleb­nisse selbst sein. Sie for­dern ein akti­ves Sub­jekt, wel­ches die Erleb­nisse als sei­nen Besitz hat und sie ver­glei­chend ein­an­der gegen­über­stel­len kann, ein Sub­jekt also, das von den Erleb­nis­sen selbst ver­schie­den ist, aus eige­ner Kraft sie zusam­men­fasst und eint. Das aber kann nichts ande­res sein als die reale, von den Erleb­nis­sen ver­schie­dene und unter­schie­dene, sie habende, sie eini­gende und ver­glei­chende Seele. Diese Ver­glei­chung kann nicht bloß bei gleich­zei­ti­gen Erleb­nis­sen statt­ha­ben. Sie ist auch in wei­tem Umfang eine sol­che gegen­wär­ti­ger Erleb­nisse mit ver­gan­ge­nen, ja mit ver­gan­ge­nen unter sich mög­lich. Das ver­langt: Das see­li­sche Sub­jekt muss im Ablauf und Wech­sel der ein­zel­nen Erleb­nisse fort­dau­ern und iden­tisch ein und das­selbe blei­ben. Diese Fort­dauer wird beson­ders klar aus der Tat­sa­che, dass wir längst ver­gan­gene see­li­sche Erleb­nisse immer wie­der klar und deut­lich als die unse­ri­gen erken­nen und in der Erin­ne­rung fest­hal­ten und weit­hin nach Belie­ben wie­der repro­du­zie­ren kön­nen. Sol­ches ist nur mög­lich, wenn das Sub­jekt des augen­blick­li­chen Bewusst­seins und das Sub­jekt beim ehe­ma­li­gen ers­ten Erleb­nis schon aktu­ell gewe­se­nen nume­risch ein und das­selbe ist. Nur eine ste­tige blei­bende Seins­ein­heit, eben die reale Seele, gibt den Grund ab für die hier sich offen­ba­rende Bewusst­seins­ein­heit. Nichts garan­tiert mehr die Ein­heit und die Dauer die­ses mensch­li­chen Bewusst­seins­sub­jek­tes (das wir Seele nen­nen) als die Tat­sa­che der Erin­ne­rung im Ich­be­wusst­sein. Die­ses fasst das ganze Leben eines jeden Men­schen zu einer gro­ßen per­sön­li­chen Ein­heit zusam­men. Diese Ein­heit wird nicht ein­mal durch Unter­bre­chun­gen des aktu­el­len Bewusst­seins im Schlaf oder durch Zustände der Bewusst­lo­sig­keit auf­ge­ho­ben oder auch nur bedeut­sam ver­än­dert. Die Erin­ne­rung geht mit uns. Den­ken Sie an die Gene­ral­beicht über einen län­ge­ren Abschnitt des Lebens oder an eine Lebens­beicht.

Man­che Men­schen, mit denen man über die Seele und ihre Unver­gäng­lich­keit spricht, sagen: Es ist noch nie­mand her­über­ge­kom­men. O doch! Einer ist von drü­ben her­über­ge­kom­men, sogar zwei­mal, ein­mal bei sei­ner Men­schwer­dung und das andere Mal bei sei­ner Auf­er­ste­hung von den Toten: Jesus Chris­tus, der Sohn Got­tes, der Sohn der Jung­frau Maria. Die Ret­tung der unsterb­li­chen See­len vor der Ver­damm­nis war das Ziel sei­nes Lebens, Lei­dens und Ster­bens. Von daher kommt es, dass wir gläu­big spre­chen dür­fen: Jeder Mensch besitzt eine unsterb­li­che Seele, das Embryo und der Fötus, der Geis­tes­kranke und der Greis. Dar­auf beruht ihre Würde und ihre Unver­letz­lich­keit. Es gibt eine Seele. Sie ist unzer­stör­bar. Die Ver­nunft macht uns ihrer Geis­tig­keit und Unzer­stör­bar­keit gewiss. Für uns Chris­ten ist der Tod nicht Ende, son­dern Voll­endung. Uns wird das Leben nicht ent­ris­sen, son­dern ver­wan­delt. Wenn die Her­berge unse­res Erden­wan­dels in Staub zer­fällt, steht die ewige Hei­mat im Him­mel bereit. Unsterb­lich­keit der Seele – kein Wahn, son­dern ver­nünf­ti­ges Wis­sen, ja durch Chris­tus selige Gewiss­heit. Wie sagt unser Herr und Hei­land? „Ich sage euch, mei­nen Freun­den: Fürch­tet euch nicht vor denen, die den Leib töten, aber danach keine Macht haben, ein Übri­ges zu tun. Ich will euch zei­gen, wen ihr fürch­ten sollt: Fürch­tet den, der, nach­dem er getö­tet hat, die Macht besitzt, in die Hölle zu sto­ßen. Ja, sage ich, den sollt ihr fürch­ten.“

Amen.
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Hl. Bernhard von Clairvaux (1091-1153)
Zisterziensermönch und Kirchenlehrer
Erste Predigt für den Vigiltag von Weihnachten (ins Dt. übers. © Evangelizo)

Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade“

Hört, ihr Himmel! Erde, horch auf! (Jes 1,2). Jedes Geschöpf, vor allem aber der Mensch, erbebe vor Ehrfurcht und breche in Jubel aus: „Jesus Christus, der Sohn Gottes, wird zu Betlehem in Judäa geboren!“ [...] Könnte man der Erde eine süßere Nachricht verkünden? [...] Hat man jemals so etwas gehört, hat die Welt jemals Ähnliches vernommen? „Zu Betlehem in Judäa wird Jesus Christus, der Sohn Gottes, geboren.“ Was sind das für unscheinbare Worte, um die Herablassung des Wortes auszudrücken, da das Wort Gottes ein kleines Kind geworden ist. Doch welche Süßigkeit liegt in diesen Worten! [...] „Jesus Christus, der Sohn Gottes, wird zu Betlehem geboren.“ Das ist die Geburt einer Heiligkeit ohnegleichen: eine Ehre für die ganze Welt, eine Freude für alle Menschen wegen des unermesslichen Glücks, das sie ihnen bringt; Erstaunen für die Engel wegen der Tiefe dieses Geheimnisses von unvergleichlicher Neuheit (vgl. Eph 3,10). [...]
„Jesus Christus, der Sohn Gottes, wird zu Betlehem in Judäa geboren.“ Wacht auf und lobsingt Gott, ihr, die ihr im Staub liegt! (Jes 26,19 LXX). Seht, der Herr kommt und mit ihm sein Heil; seht, es kommt der Gesalbte des Herrn, sein Messias; seht, er kommt in seiner Herrlichkeit. [...] Selig, wer sich von ihm anziehen lässt und „dem Duft seiner Salben nachläuft“ (vgl. Hld 1,4 LXX): Er wird „die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater“ (Joh 1,14) sehen.
Ihr alle, die ihr verloren seid, atmet auf! Jesus kommt, um zu retten, was verloren war. Ihr Kranken, werdet wieder gesund: Christus kommt, um den Balsam seiner Barmherzigkeit auf die Wunde eures Herzens zu streichen. Erbebt vor Freude, ihr alle, die ihr vor Sehnsucht brennt: Der Sohn Gottes steigt zu euch herab, um euch zu Miterben seines Reichs zu machen (vgl. Röm 8,17). Ja, Herr, ich bitte dich, heile mich, so bin ich heil, hilf mir, so ist mir geholfen (Jer 17,14); verherrliche mich, so werde ich wirklich in der Herrlichkeit sein. Ja, „lobe den Herrn, meine Seele, und alles in mir seinen heiligen Namen“ (Ps 102(103),1). [...] Der Sohn Gottes wird Mensch, um die Menschen zu Kindern Gottes zu machen.
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Fragen und Themen zum katholischen Glauben / Vorzeichen der Warnung ! Die Synode
« Letzter Beitrag von DerFranke am 14. Dezember 2024, 20:04:13 »
Sowohl Dasbuchderwahrheit als auch die Marienerscheinung von Garabandal kündigen die Seelenschau ( Warnung ) an.
In der Marienerscheinung von Garabandal erfahren wir   "Kurz vorher wird eine große Synode sein"

Dazu eine Analyse - wenn auch von Sedisvakantisten - dennoch brauchbar.





Mehr über die Marienerscheinung von Garabandal auf der Internetseite des Garabandal Zentrums https://garabandal-zentrum.de/
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Hl. Charles de Foucauld (1858-1916)
Eremit und Missionar in der Sahara
§ 194, Psalm 97 (Méditations sur les psaumes; éd. Nouvelle Cité, 2002; p. 394-395; ins Dt. übers. © Evangelizo)

Gott lädt uns ein, an seiner Freude teilzunehmen


Mein Gott, wie gut bist du! Du lädst uns ein zur Freude, und du lädst uns nicht nur ein, sondern legst uns auch so starke und machtvolle Gründe dafür vor, dass wir gar nicht anders können, als in demselben Maß in der Freude zu sein, wie wir dich lieben ...
           
Der Grund zur Freude, den du uns vorstellst, ist dein eigenes Glück: Je mehr wir dich lieben, je mehr wir leidenschaftlich dein Glück wollen, je mehr wir unsere Freude und unser Leben in dir und nicht in uns festmachen, desto tiefer werden wir uns an deinem Glück erfreuen. Im Himmel ist dein Glück die höchste Freude der Auserwählten; ob wir dieses himmlische Glück schon in diesem Leben genießen können, hängt zum großen Teil von uns ab: Es geschieht dann, wenn wir dich genug lieben, um aus uns selbst herauszugehen und unsere ganze Freude in dir zu finden. Von dem Moment an, da wir unsere ganze Freude in dir festmachen, werden wir glücklich sein, schon auf dieser Erde! Wenn wir nicht unsere ganze Freude in dir festmachen würden, wären wir nicht vollkommen glücklich, nicht einmal im Himmel.
 
Wie gut bist du, mein Gott, dass du uns schon auf dieser Welt zu einem solchen Glück, zu einer so hohen Vollkommenheit, zu einer so innigen Vereinigung mit dir rufst und uns mit so glühenden Worten dazu antreibst! Wie gut bist du! „Jauchzet dem Herrn, alle Lande, freut euch, jubelt und singt!“ (Ps 98 (97),4)
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Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 21,25-28.34-36.

Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres.

Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.
Dann wird man den Menschensohn in einer Wolke kommen sehen, mit großer Kraft und Herrlichkeit.
Wenn dies beginnt, dann richtet euch auf und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.
Nehmt euch in Acht, dass Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euer Herz nicht beschweren und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht
wie eine Falle; denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen.
Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt
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Aktuelles Weltgeschehen / Re: Die Jahre 2022 / 2023 im Licht der Prophetien - Zeitplan
« Letzter Beitrag von DerFranke am 19. November 2024, 17:34:28 »
Will man eine Widerholung der historischen Ereignisse bewirken ?

Wer sich in Geschichte auskennt - kennt die Schlacht von Kursk - die letzte Offensive der deutschen Mehrmacht 1943. Anschließend ging die rote Armee zum Gegenangriff über und überrollte im Jahr 1944 die Heeresgruppe Mitte katastrophal bis an die Grenzen des damaligen deutschen Reiches. ( Heute Polen )

Wir haben durch die Donald Trump Wahl Glück so wird der echte 3 Weltkrieg sicherlich aufgeschoben. Gemeint ist damit ein Nuklearkrieg und die Invasion Deutschlands.  Denn Putin hat nun keinen Grund mehr für einen echten Nuklearkrieg mit der Trump Wahl.  Die Ukraine ist jetzt bereits am Ende und ihre Offensive Richtung Kursk mehr als nur ein lächerliches Schauspiel.  Gleichzeitig haben Weißrussland, Nordkorea & China bereits Truppen um die Ukraine stationiert ( Man beachte die strategische Landkarte weiter oben ) und Europa ohne die USA wird kaum den Mut haben außer mit medialen Säbelrassen sich alleine gegen die Russen zu stellen. Ausgenommen davon sind die Engländer welche sich auf Ihrer Insel zu sicher fühlen - nicht umsonst prophezeite Alois Irlmaier die Flutung Englands.  Aber durch den drohenden Wirtschaftskollaps auch nächstes Jahr mit den bereits angekündigen Massenentlassungen in der Autommobilindustrie in Deutschland würde die EU kollabieren.  So haben die Osteuropäer kaum noch Grund - wenn das Geld ausfällt sich gegen Russland zu stellen.  Russland hat für die überwiegenden Atheisten in Osteuropa ohne EU Subventionen einfach die besseren Argumente.

Nr.1 kein Krieg mit Russland sondern Frieden
Nr.2  billige Rohstoffe, Essen und warme Wohnungen
Nr.3  Auch die mehrheitlich noch konservativen Osteuropäer "ihr treibts schlimmer als die Heiden" müssen nicht mehr dabei zusehen wie ihre Söhne in Frauenkleidern
       rumrennen und dazu noch ermutig werden.

 So können die Machthaber das Szenario wie damals abspulen mit dem Zwischenzeitlichen Höhepunkt des Krieges um Israel und des damit verbundenen Auftritt des  "Weltfriedensbringers" genannt Antichrist.
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Hl. Gertrud von Helfta (1256-1301)
Benediktinerin
Geistliche Übungen, Nr. 6 (ins Dt. übers. © Evangelizo)

„Rabbuni, ich möchte sehen können“


 Mein Herz und mein Leib frohlocken in dir, dem lebendigen Gott, und meine Seele freut sich in dir, meinem wahren Heil. Wann werden meine Augen dich schauen, dich, den Gott aller Götter? Wann wirst du mich erfreuen mit dem Anblick deines honigfließenden Antlitzes, du Gott meines Herzens? Wann wirst du die Sehnsucht meiner Seele stillen durch die Offenbarung deiner Herrlichkeit?

Mein Gott, du bist mein auserwählter Anteil, meine Stärke und mein Ruhm. Wann werde ich eindringen in deine Wunderwerke, um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen? Wann wirst du mich mit dem Mantel des Lobes bekleiden anstelle des Trauergewandes, damit all meine Glieder dir, vereint mit den Engeln, ein Jubelopfer darbringen? Wann, du Gott meines Lebens, werde ich in das Zelt deiner Herrlichkeit eintreten, um dir in Gegenwart aller Heiligen zu singen und mit Herz und Seele das große Erbarmen zu preisen, das du mir erwiesen hast? Wann wird die Schlinge des Todes zerreißen, damit meine Seele dich unmittelbar schauen kann? [...]
Wer kann sich je sattsehen am Anblick deiner Klarheit? Wie kann das Auge ausreichen, um zu schauen, und das Ohr, um zu hören, bei der Bewunderung der Herrlichkeit deines Antlitzes?
 (Biblische Referenzen: Ps 83(84),3; Ps 70(71),16; Lk 1,47; Jes 61,10; Ps 26(27),6; Gen 19,19)
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Joseph Kardinal Ratzinger (Benedikt der XVI.
Papst von 2005-2013)
Fastenpredigten 1981, Nr. 3 (aus „Im Anfang schuf Gott“, Johannes Verlag, S. 58-59)

„Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert werden.“

Als die römischen Soldaten Jesus gegeißelt, mit Dornen gekrönt und mit einem Spottmantel umkleidet hatten, führten sie ihn zu Pilatus zurück. Dieser hartgesottene Militär war offenbar erschüttert von diesem zerstörten, zerschlagenen Menschen. Er stellte ihn mitleidheischend vor die Menge hin mit den Worten: „Idou ho anthropos!“ „Ecce homo!“ – wir übersetzen gewöhnlich: „Seht, welch ein Mensch!“ (vgl. Joh 19,5). Aber genauer heißt es vom Griechischen her: „Seht, das ist der Mensch!“ In der Meinung des Pilatus war dies das Wort eines Zynikers, der sagen wollte: Wir rühmen uns des Menschseins, aber nun, schaut her, hier ist er, dieser Wurm – das ist der Mensch! Wie verächtlich, wie klein ist er. Aber der Evangelist Johannes hat in dem Wort des Zynikers dennoch ein prophetisches Wort erkannt und es so der Christenheit überliefert.
 
Ja, Pilatus hat recht, will er sagen: Seht, das ist der Mensch! An ihm, Jesus Christus, können wir ablesen, was der Mensch, das Projekt Gottes, ist und unseren Umgang damit. An dem geschundenen Jesus können wir sehen, wie grausam, wie klein, wie niedrig der Mensch sein kann. An ihm können wir die Geschichte des menschlichen Hasses und der Sünde ablesen. Aber an ihm und seiner für uns leidenden Liebe können wir mehr noch Gottes Antwort ablesen: Ja, dies ist der Mensch, der bis in den Staub hinein von Gott Geliebte, der von Gott so Geliebte, dass er ihm bis in die letzte Not des Todes nachgeht. Auch in der letzten Erniedrigung bleibt er der von Gott Gerufene, Bruder Jesu Christi, und so zur Teilhabe an Gottes ewiger Liebe gerufen.
 
Die Frage „Was ist der Mensch?“ findet ihre Antwort in der Nachfolge Jesu Christi. In ihren Schritten, können wir Tag um Tag in der Geduld des Liebens und Leidens mit ihm erlernen, was der Mensch ist, und Menschen werden. So wollen wir […] auf ihn hinschauen, den Pilatus, den die Kirche vor uns hinstellt. ER ist der Mensch. Bitten wir ihn, dass er uns lehren möge, wahrhaftig Menschen zu werden und zu sein.
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Liturgie / Heilige Messe / Maria-Sühne-Samstag 07.09.2024 Pfr. Frank Cöppicus-Röttger
« Letzter Beitrag von Admin am 09. September 2024, 09:07:51 »
Auszüge aus der Hl. Messe Maria Schutz 07.09.2024 Pfr. Frank Cöppicus-Röttger

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