Autor Thema: Pflichtzölibat  (Gelesen 110755 mal)

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KleinesLicht

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Re:Pflichtzölibat
« Antwort #48 am: 22. Februar 2011, 23:34:48 »
Lieber Wendelinus,

vielen Dank für Deine Erklärung.

Es wäre sicherlich hartherzig von Seiten der Kirche, wenn die Trennung von der Familie verlangt werden würde. Aber mir ist (losgelöst vom vorliegenden Fall) eines nicht verständlich: Es gibt 3 Weihestufen: 1. zum Diakon, 2. zum Priester und 3. zum Bischof

Diakon und Priester verkünden beide das Wort Gottes (lehren den kath. Glauben). Entgegen dem Priester darf der Diakon selbst die Eucharistie nicht feiern (Wandlung), nicht Beichthören, keine Krankensalbung und keine Weihesakramente spenden. Er darf aber (wie im Notfall jeder Mensch) die Taufe spenden und außerhalb einer Eucharistiefeier eine Eheschließung vor Gott bestätigen sowie Beerdigungen vornehmen. Was den Zölibat angeht kenne ich es bei einem Diakon nur so: Wer als Unverheirateter zum Diakon geweiht wird, muss wie ein Priester zölibatär leben. Bei Verheirateten muss die Ehefrau der Diakonenweihe zustimmen; stirbt die Ehefrau, darf der geweihte Diakon nicht wieder heiraten.

Es heißt ja, Herr Klueting werde in der Studentenseelsorge eingesetzt und bekomme keine eigene Gemeinde. Es heißt auch, die päpstliche Ausnahme, vom Zölibat entbunden zu sein, gilt für seine bestehende Ehe (Schlussfolgerung: Stirbt die Ehefrau, darf er wie der Diakon nicht wieder heiraten). Aber nun stelle ich mir die Frage: Wäre in einer solchen Situation die Weihe zum Diakon nicht die "richtigere" Wahl? Warum die 2. Weihestufe zum Priester?

Zugegeben, auch wenn ich Deine Argumente, lieber Wendelinus, alle nachvollziehen kann (weil Herr K. ja zuvor einer anderen Konfession angehörte und somit Unwissenheit zu Grunde gelegt werden muss), habe ich da im Augenblick ehrlich gesagt eine Gedankensperre. "Unwissenheit schützt vor Schaden nicht" (das sagt uns auch jedes weltliche Gesetzbuch). Darum meine Meinung (im Augenblick): Weihe zum Diakon, ja - Priesterweihe (trotz Großmut der Kirche), nein. 



Liebe Adina,

dass die Ehefrau dem 3. Orden der Karmeliter angehört, sagt mir jetzt erst einmal "nur", dass sie ein besonders geistliches Leben führt und (wie jede katholische Ehefrau) die "standesgemäße" Keuschheit übt um nicht der Todsünde zu verfallen. Es heißt ja nicht unbedingt, dass sie in ihrer Ehe enthaltsam lebt; also mit ihrem Ehemann eine "Josefsehe" führt. Wäre das aber so, wäre meine Gedankensperre entriegelt :-)


Liebe Grüße
KleinesLicht





Sairo

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Re:Pflichtzölibat
« Antwort #49 am: 23. Februar 2011, 00:49:02 »
Liebe Leser/Innen

Hier noch etwas zu Thema: Konvertiten werden Priester! http://www.gloria.tv/?media=132296

Interessant ist, sie erhalten zwar die Priesterweihe, aber werden nicht als Pfarrer eingesetzt.

Gottes Segen
sairo

Offline kleineMaria

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Re:Pflichtzölibat
« Antwort #50 am: 23. Februar 2011, 11:31:15 »
Lieber Wendelinus,

vielen Dank für Deine Erklärung.

Es wäre sicherlich hartherzig von Seiten der Kirche, wenn die Trennung von der Familie verlangt werden würde. Aber mir ist (losgelöst vom vorliegenden Fall) eines nicht verständlich: Es gibt 3 Weihestufen: 1. zum Diakon, 2. zum Priester und 3. zum Bischof

Diakon und Priester verkünden beide das Wort Gottes (lehren den kath. Glauben). Entgegen dem Priester darf der Diakon selbst die Eucharistie nicht feiern (Wandlung), nicht Beichthören, keine Krankensalbung und keine Weihesakramente spenden. Er darf aber (wie im Notfall jeder Mensch) die Taufe spenden und außerhalb einer Eucharistiefeier eine Eheschließung vor Gott bestätigen sowie Beerdigungen vornehmen. Was den Zölibat angeht kenne ich es bei einem Diakon nur so: Wer als Unverheirateter zum Diakon geweiht wird, muss wie ein Priester zölibatär leben. Bei Verheirateten muss die Ehefrau der Diakonenweihe zustimmen; stirbt die Ehefrau, darf der geweihte Diakon nicht wieder heiraten.

Es heißt ja, Herr Klueting werde in der Studentenseelsorge eingesetzt und bekomme keine eigene Gemeinde. Es heißt auch, die päpstliche Ausnahme, vom Zölibat entbunden zu sein, gilt für seine bestehende Ehe (Schlussfolgerung: Stirbt die Ehefrau, darf er wie der Diakon nicht wieder heiraten). Aber nun stelle ich mir die Frage: Wäre in einer solchen Situation die Weihe zum Diakon nicht die "richtigere" Wahl? Warum die 2. Weihestufe zum Priester?

Zugegeben, auch wenn ich Deine Argumente, lieber Wendelinus, alle nachvollziehen kann (weil Herr K. ja zuvor einer anderen Konfession angehörte und somit Unwissenheit zu Grunde gelegt werden muss), habe ich da im Augenblick ehrlich gesagt eine Gedankensperre. "Unwissenheit schützt vor Schaden nicht" (das sagt uns auch jedes weltliche Gesetzbuch). Darum meine Meinung (im Augenblick): Weihe zum Diakon, ja - Priesterweihe (trotz Großmut der Kirche), nein.  



Liebe kleineMaria,

dass die Ehefrau dem 3. Orden der Karmeliter angehört, sagt mir jetzt erst einmal "nur", dass sie ein besonders geistliches Leben führt und (wie jede katholische Ehefrau) die "standesgemäße" Keuschheit übt um nicht der Todsünde zu verfallen. Es heißt ja nicht unbedingt, dass sie in ihrer Ehe enthaltsam lebt; also mit ihrem Ehemann eine "Josefsehe" führt. Wäre das aber so, wäre meine Gedankensperre entriegelt :-)


Liebe Grüße
KleinesLicht



Ja  ich gebe  Dir recht, kleines Licht.
LG
adina
« Letzte Änderung: 02. April 2011, 21:05:10 von kleineMaria »
Der Herr segne dich
und behüte dich.
der Herr lasse sein Angesicht
über dir leuchten
und sei dir gnädig.
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4. Mose 6,24

Offline peanutbecker

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Re:Pflichtzölibat
« Antwort #51 am: 23. Februar 2011, 20:32:38 »
Es gibt etwas Größeres

Die bräutliche Beziehung der Seele zu Gott soll im Zölibat, in der völligen Ausrichtung auf Gott, jetzt schon gelebt werden – Ein bemerkenswertes Zeugnis über den Zölibat von Pfarrer Richard Kocher, Programmdirektor von Radio Horeb

Ein Bericht auf kath.net http://www.kath.net/detail.php?id=30263

Offline hiti

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Re:Pflichtzölibat
« Antwort #52 am: 23. Februar 2011, 21:18:26 »
Liebe Leser/innen!

Wie wichtig der Zölibat ist, die Ganzhingabe an Jesus, zeigen diese Aussagen der Muttergottes:

Wie viele meiner vielgeliebten Söhne leben ihr Priestertum nicht mehr, weil der Heilige Vater darauf bestanden hat, daß auch heute der Zölibat aufrecht bleibt.
Wie viele andere bleiben, leben ihn aber nicht mehr. Entweder sie betrachten ihn als überholt oder als etwas Vorübergehendes. Oder sie halten ihn für innerlich ungerechtfertigt und nicht mehr bindend . . .

Auf diese Weise leben heute so viele meiner Priestersöhne im Dauerzustand der Unkeuschheit!
Kehrt zurück, meine vielgeliebten Söhne, und lebt in eurem Leib wieder die Jungfräulichkeit meines Sohnes Jesus und die Wundmale seines Leidens!
Euer priesterlicher Leib muß ein gekreuzigter Leib sein. Gekreuzigt der Welt und ihren Verlockungen!

Heute ruft eure Unbefleckte Mutter euch alle auf, euren Geist, euer Herz und euren Leib keusch zu halten, um so die Tugenden des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung zu leben.


Hermann
Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten?

KleinesLicht

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Re:Pflichtzölibat
« Antwort #53 am: 25. Februar 2011, 02:01:13 »
Lieber Wendelinus,

danke für Deinen Beitrag, der mich wirklich sehr zum Nachdenken angeregt hat.

Ja, meine Gedanken entspringen da wirklich eher meiner Logik  :)  und da mir die Möglichkeit einer solchen Priesterweihe bislang nicht bekannt war, musste ich es für mich wirklich hinterfragen um es verstehen zu können. Häufig scheint mir eine solche Priesterweihe aber nicht vorzukommen. Bei meiner „Recherche“ bin ich auf eine Aussage aus dem Jahre 2008 gestoßen die besagte, dass es in 2008 weltweit ca. 300 solcher Fälle gab. Die gleiche Zahl stand gestern in unserer Tageszeitung; also 3 Jahre später ebenfalls weltweit 300 Fälle. Ich schätze Kardinal Meisner als einen der letzten Konservativen in unserer Kirche sehr und darum kam mir diese Entscheidung gegenüber seinem üblichen konservativen Handeln ein wenig widersprüchlich vor. Nun bin ich ja Dank Deiner Ausführung eines Besseren belehrt aber ich gebe zu, wahrscheinlich kann ich mein logisches Denken dabei noch nicht gänzlich ablegen.

Ich kann als Gläubige eine solche Priesterweihe annehmen; damit habe ich wirklich kein Problem, weil ich da auch zu sehr auf unseren Papst vertraue. Aber wenn ich dies aus Demut und Nächstenliebe tue, dann darf ich eigentlich von einem konvertierten Geistlichen auch erwarten, dass er aus Demut und aus Liebe zum Herrn „nur“ einer Diakonenweihe zustimmt. Andernfalls würde ich (auch aus Gründen der Gleichbehandlung) begrüßen, wenn in solchen Fällen von unserer kirchl. Autorität die „Josefsehe“ vorausgesetzt wird.

Denn Jesus forderte zwar nicht die Scheidung von seinen Jüngern aber er sagte in Lk 14: 
„Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein. Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein. Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen? Sonst könnte es geschehen, dass er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertig stellen kann. Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten und sagen: Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen. … Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.“


Ob ich da jetzt richtig denke und ob ich den o. g. Bibeltext richtig verstehe weiß ich nicht. Aber ich bin der Ansicht, wenn das Zölibat für kath. Priester gelten soll (vorweg, ich bin Befürworterin des Zölibats) dann bitte gleiches Recht für alle.


Gottes Segen
KleinesLicht

Offline kleineMaria

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Re:Pflichtzölibat
« Antwort #54 am: 25. Februar 2011, 16:51:48 »
Möchte mich hiermit bedanken für die vielen Mail's und guten Zuschriften in meinem Postfach.
Ihnen alles Gute und herzliche Grüße von
adina.
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Offline hiti

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Re:Pflichtzölibat
« Antwort #55 am: 25. Februar 2011, 20:49:19 »
Liebe Leser/innen!

Heute bin ich auf Worte der Muttergottes gestoßen, die den Zölibat und das Wesen der Priesterschaft wirklich treffend darlegt:

Disziplinlosigkeit ist der Mangel an innerer Fügsamkeit dem Willen Gottes gegenüber. Sie zeigt sich in der Überschreitung der besonderen Verpflichtungen eures Standes. Die Verpflichtung zu beten, ein gutes Beispiel zu sein und ein heiliges und apostolisches Leben zu führen. Wie viele gibt es unter den Priestern, die sich von einer ungeordneten Aktivität in Beschlag nehmen lassen und nicht mehr beten! Sie vernachlässigen gewohnheitsmäßig das Stundengebet, die Betrachtung, das Beten des heiligen Rosenkranzes. Sie beschränken das Gebet auf eine eilige Feier der heiligen Messe.

So werden diese meine armen Kinder innerlich leer und haben kein Licht und keine Kraft mehr, um den vielen listigen Versuchungen zu widerstehen, von welchen sie ständig umgeben sind. Deshalb werden sie vom Geist der Welt angesteckt und nehmen ihre Lebensweise an. Sie eignen sich ihre Wertmaßstäbe an, machen bei ihren profanen Kundgebungen mit, lassen sich von ihren Propagandamitteln beeinflussen und am Ende sind sie von der weltlichen Denkungsweise beherrscht. Schließlich leben sie wie Diener der Welt, nach dem Geist der Welt, den sie rechtfertigen und verbreiten, und damit verursachen sie bei so vielen Gläubigen Ärgernis.

Dadurch entsteht die weit verbreitete Auflehnung gegen die kirchlichen Normen, die das Leben der Priester regeln, und die immer wiederkehrende Anfechtung der Verpflichtung zum heiligen Zölibat. Dieser ist von Jesus durch seine Kirche gewünscht und euch neuerlich vom Papst mit Festigkeit bestätigt worden.   


fg
Hiti
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La Salette 1846



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