Autor Thema: Pflichtzölibat  (Gelesen 110791 mal)

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Andal

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Re:Pflichtzölibat
« Antwort #8 am: 11. Februar 2011, 13:53:04 »
theo, der Kirche und letztlich uns Gläubigen geht es doch vor allen Dingen um die Herstellung einer Beziehung zu Gott.
Der Zöllibats ist eine Möglichkeit, sich Gott vollkommener hingeben zu können.
Sollte es dem Menschen denn nicht möglich sein, seine "natürlichen" Leidenschaften hintenan zu stellen?

Den Zöllibat dabei als unnätürlich betrachten zu wollen, halte ich für eine gewagte Festlegung. Hast Du denn schon mit Priestern gesprochen, die den Zöllibat bewußt leben? Es gibt viele die Dir bestätigen würden, dass gerade der Zöllibat sie Gott näher bringt.
Unnatürlich....natürlich. Das sind zwei Begriffe, die im Zusammenhang mit Gott ohnehin kaum zu gebrauchen sind.

lg Andal

Andal

  • Gast
Re:Pflichtzölibat
« Antwort #9 am: 11. Februar 2011, 14:24:07 »
Und theo, noch ein Nachtrag zu Deiner Aussage:

Zitat
Und weil das so ist, sollte man doch in der Lage sein, über eine evtl. Änderung einer in früheren Zeiten gefällten Entscheidung nachdenken zu können und nicht kategorisch mit ebenso konstruierten Begründungen schon das Nachdenken darüber als "Glaubensabfall" zu behandeln

Es ist durchaus schwer, in der Öffentlichkeit die Standpunkte der katholischen Kirche deutlich zu machen, weil eben auch die andere Seite wenig bereit ist, theologische Standpunkte näher zu betrachten und akzeptieren zu wollen.
Das Schreiben v. Kardinal Brandmüller wurde beispielsweise in den Medien gefiltert wieder gegeben. Die meisten Medien vermeldeten nur den Angriff auf Lammert ohne auf den Inhalt näher einzugehen.

Man merkt halt auch auf der anderen Seite eine gewisse Voreingenommenheit, die dann genauso zynische Züge annehmen kann.

Nimm zum Beispiel auch das "Religionskritikforum". Ich habe zwar schon längere Zeit nicht mehr reingeschaut, dennoch wird sich an den hämischen und zynischen Kommentaren zu theologischen Standpunkten nichts geändert haben.

Du wirst sicher nicht leugnen können, dass ein "nachdenken" bzw. Dialog beider Seiten nicht allein wegen der "Sturheit" der Katholischen Kirche scheitert.

lg Andal
« Letzte Änderung: 11. Februar 2011, 14:29:27 von Andal »

Theo2

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Re:Pflichtzölibat
« Antwort #10 am: 11. Februar 2011, 14:57:56 »
Andal, es ist mir durchaus bewusst, dass der Zölibat ein Mittel sein kann, sich spiritueller verhalten zu können, oder wie du es formulierst, "die Herstellung einer Beziehung zu Gott."

Das ist eine Sache - indische Fakire nutzen sexuelle Enthaltsamkeit in gleicher Weise.

Aber das ist überhaupt nicht die Frage.
Es geht vielmehr darum zu behaupten, dass der Zölibat Gottgewollt ist und mit Bibelstellen zu "belegen" die konstruiert sind und einer Prüfung nicht standhalten, weil es Interpretationen sind.

Ja ich habe mit katholischen Priestern gesprochen, die den Zölibat leben und sie haben mir ihre Befindlichkeiten geschildert. Die wenigsten bejahen, nach meinen Beobachtungen, ihre Situation.
Weißt du was der "Pastoren-Sonntag" ist?  Das ist der Tag, an dem Priester (ich behaupte hier jetzt nicht dass das alle machen) ihren sexuellen Neigungen nachgehen.
Den Begriff habe ich von - nicht nur einem - katholischen Geistlichen gelernt. Und sie leiden darunter!!!!
Wenn dann jemand hier behauptet, dass Menschen, die den Zölibat ablehnen sich vom Glauben entfernen oder gar abgefallen sind, dann zeigt das, wie weit sich solche Leute vom Menschsein entfernt haben, weil sie Menschen nicht kennen.

Auch, nicht nur, aus diesem Grund, verstehen viele Menschen die Kirche nicht mehr und lehnen sie ab. Weil die Kirchenlehre als zynisch empfunden wird und z. T. auch so kommuniziert wird - von Kirchenleuten.

Herr Lammert wurde, wie verschiedene andere Politiker auch, angegriffen, weil sie sich "in Kirchenangelegenheiten" gemischt hätten.
Solche Verwahrungen seiten der Kirche verlieren ihre Glaubwürdigkeit, wenn man weiß, dass die genannten Politiker sich stets als Vertreter der Kirchen verstanden haben, z. B. in Laienorganisationen der Kirchen und man deren Hilfe sonst immer gerne in Anspruch genommen hat.
Das fällt dann in den Bereich Glaubwürdigkeit.

Zu Art und Weise vorgetragener Kritik gegen die Kirche kann ich für andere hier keine Stellungnahme abgeben.

Es ist aber davon auszugehen, dass ein Dialog mit der Kirche so lange nicht funktioniert, als man innerhalb der Kirche nicht bereit ist, die eigenen Positionen zu hinterfragen.
Doch, das ist Sturheit und daran scheitern, bisher, alle Gesprächsansätze.
kritisch grüßend
theo2
 

 

Fanny

  • Gast
Re:Pflichtzölibat
« Antwort #11 am: 11. Februar 2011, 17:02:16 »
Ganz einfach die Priester und Ordenleute gehören Gott sind Gottgeweiht und nicht den Menschen. ;uhhjz
Wer die weltliche Kirche sucht muss die lutherischen Wege gehen, das ist der Weg einen Schritt von Gottes Wille weg, den Wünschen der Menschen entsprochen.
Jesu will von reinen Priestern wiedergeboren  ;hqdffrthjbh werden die nur Ihm geweiht sind.

LG Gottes Schutz und Segen
Fanny

Theo2

  • Gast
Re:Pflichtzölibat
« Antwort #12 am: 11. Februar 2011, 17:17:11 »
Jesu will von reinen Priestern wiedergeboren  ;hqdffrthjbh werden die nur Ihm geweiht sind.
Liebe Fanny, das glaubst DU und für DICH mag das ja auch zutreffen.

Was mich interessiert ist aber WOHER DU DAS SO GENAU WEIßT.

Das, was Du sagst, ist eine fromme Annahme und lässt sich mit der Bibel nicht belegen sondern wird interpretiert.

Sonst wären die Priester der Ostkirche oder andere verheiratete Priester "minderer Qualität" und davon gehen wir sicher beide nicht aus!
hoffnungsvolle Grüße
theo2 

Fanny

  • Gast
Re:Pflichtzölibat
« Antwort #13 am: 11. Februar 2011, 18:00:44 »
Hallo Ihr Lieben,

Jesus hat dies gesagt wie in meinem letzten Postin geschrieben,
es ist irgendwo im alten Forum da nahm er dazu Stellung.

Hier noch mal von der Gottesmutter es besagt das Gleiche.

http://web246m.dynamic-kunden.ch/maria/ … ._Kapitel_

Heilige Brigitta
Zölebat ... die Gottesmutter spricht zur heiligen Brigitta...

10. Kapitel
Freue dich ewiglich, du gesegneter Leib Gottes, in deiner ewigen Ehre, deinem ewigen Sieg und immer währenden Macht, eins mit deinem Vater und dem Heiligen Geist, und auch mit deiner gesegneten, allerwürdigsten Mutter und dem ganzen ehrenreichen himmlischen Hof! O ewiger Gott, dir sei gleichfalls Lob und unendlicher Dank, weil du geruht hast, Mensch zu werden und uns hier auf Erden deinen ehrwürdigen Leib aus materiellem Brot hast weihen wollen und uns den liebevoll als Speise zur Rettung unserer Seelen beschert hast!

Es geschah einem Menschen, der im Gebet versunken war, dass er eine Stimme hörte, die zu ihm sagte: „O du, der die Gnade empfangen hat, geistlich zu hören und zu sehen, höre nun, was ich dir über den Erzbischof offenbaren will, der sagte, wenn er Papst wäre, würde er allen Klerikern und Priestern erlauben, fleischlich eine Ehe einzugehen. Er dachte und glaubte, dies wäre Gott wohlgefälliger, als dass sie so leichtfertig leben, wie sie es jetzt tun. Er glaubte, dass durch eine solche Ehe schwerere fleischliche Sünden vermieden würden, und obwohl er Gottes Willen hierin nicht richtig verstand, war dieser Erzbischof doch ein Freund Gottes.

Aber nun will ich dir Gottes Willen in dieser Angelegenheit sagen, denn ich habe ja Gott selbst geboren. Du sollst dies meinem Bischof verkünden und ihm sagen: Die Beschneidung wurde Abraham gegeben, lange bevor dem Mose das Gesetz gegeben wurde, und zur Zeit Abrahams wurden die Menschen, ein jeder nach seinem Verstand und nach seinem eigenen Willen geführt, und doch waren viele von ihnen Gottes Freunde. Aber nachdem dem Mose das Gesetz gegeben war, gefiel es Gott mehr, dass die Menschen unter dem Gesetz und dementsprechend leben sollten, statt dass sie ihrem eigenen menschlichen Verstand und Gutdünken folgen würden.

In ähnlicher Weise war es mit dem gesegneten Leibe meines Sohnes. Denn nachdem er das neue Sakrament dieser Eucharistie auf der Welt gestiftet hatte und zum Himmel aufgefahren war, wurde noch das alte Gesetz eingehalten, so dass die christlichen Priester in fleischlicher Ehe lebten. Nichts destoweniger waren viele von ihnen Gottes Freunde, denn sie glaubten in Einfalt und Reinheit, es würde Gott gefallen, dass christliche Priester Ehefrauen hatten und in einer Ehe lebten, wie es ihm früher gefallen hatte, dass die jüdischen Priester so lebten, und so lebten die christlichen Priester lange Zeit in dieser Weise.

Aber dieser alte Brauch war für den ganzen himmlischen Hof und für mich, der seinen Leib geboren hatte, ganz abscheulich und verhasst; wir konnten es nicht leiden, dass dieser Brauch von den christlichen Priestern geübt wurde, die mit ihren Händen dieses neue und unbefleckte Sakrament des allerheiligsten Leibes meines Sohnes berührten. Denn die Juden im alten Gesetz des Alten Bundes besaßen nur einen Schatten oder ein Vorbild zu diesem Sakrament; die christlichen Priester haben dagegen in diesem gesegneten und geweihten Brot die Wahrheit selbst, nämlich Christus, wahrer Gott und Mensch.

Nachdem die christlichen Priester eine Zeitlang so gelebt hatten, sandte Gott durch seinen Heiligen Geist dem Papst, der damals die Kirche lenkte, eine Eingebung ins Herz, ein anderes Gesetz darüber zu stiften, das ihm besser gefiel: Er gab dem Papst nämlich den Gedanken ins Herz, dass er für die ganze Kirche bestimmen sollte, dass sich die christlichen Priester, die ein so heiliges und höchstwürdiges Amt hatten, nämlich dieses kostbare Sakrament zu verwalten, auf keinen Fall mit der Lust der fleischlichen Ehe beflecken sollten.
Und deshalb ist es durch Gottes vorher gegebene Anordnung und durch sein Urteil gerecht bestimmt, dass die Priester, die nicht in Keuschheit und Enthaltsamkeit des Fleisches leben, vor Gott verdammt und gebannt sind und verdienen, ihr Priesteramt zu verlieren. Doch sollen die, die sich mit dem ehrlichen Vorsatz bessern, nicht mehr zu sündigen, von Gott Barmherzigkeit erhalten.

Du sollst auch das wissen, dass – wenn ein Papst den Priestern erlauben würde, eine fleischliche Ehe einzugehen, er von Gott auf geistlichen Weise von demselben Gericht betroffen werden würde, wie der Mann, der so schwer gesündigt hat, dass ihm die Augen nach gesetzmäßiger Gerechtigkeit ausgerissen würden, seine Zunge abgeschnitten und die Lippen und seine Nase abgeschnitten würden und ihm die Ohren, Hände und Füße abgehauen werden, alles Blut in seinem Körper vergossen wird und der blutlose Körper hinausgeworfen wird, um von Hunden und anderen wilden Tieren gefressen wird.
So soll es auf geistliche Weise dem Papst ergehen, der gegen Gottes Anordnung und Willen den Priestern die Erlaubnis gibt, eine Ehe einzugehen. Ja dieser Papst würde sein geistliches Augenlicht und Gehör und seine geistlichen Worte und Taten verlieren; seine ganze geistliche Klugheit sollte völlig erkalten, und nach dem Tode soll seine Seele in die Hölle geworfen werden, um ewig gepeinigt zu werden und dem Teufel ohne Ende zum Fraß dienen.

Sogar wenn der hl. Papst Gregorius eine solche Bestimmung eingeführt hätte, wäre er von diesem Gericht betroffen und hätte niemals Gnade von Gott gefunden, ehe er nicht vor seinem Tode die Verordnung demütig zurückgenommen hätte.


LG Gottes Schutz und Segen

Fanny

Kristina

  • Gast
Re:Pflichtzölibat
« Antwort #14 am: 11. Februar 2011, 18:07:02 »
1.Thess. 5,21-24
22 Meidet das Böse in jeder Gestalt!
23 Der Gott des Friedens heilige euch ganz und gar und bewahre euren Geist, eure Seele und euren Leib unversehrt, damit ihr ohne Tadel seid, wenn Jesus Christus, unser Herr, kommt.
24 Gott, der euch beruft, ist treu; er wird es tun. ..

Durch Reinheit an Körper, Geist und Seele sollten natürlich die Priester als Vorbild dienen.
Doch dies ist für alle Menschen der Weg zum Himmel.
Wie anders sollte er denn aussehen?

Andal

  • Gast
Re:Pflichtzölibat
« Antwort #15 am: 11. Februar 2011, 18:36:40 »
theo, theo, für wie repräsentativ sollen wir denn Deine Umfrage halten?

Schlimm genug, wenn tatsächlich einige Priester den freien "Pastoren-Sonntag" als Vorwand sexueller Auslebung mißbrauchen sollten. Bist also Du von Bistum zu Bistum gereist und die Priester haben sich dann an Deiner Schulter ausgeweint? Ich hätte meine Probleme damit, jemand Fremden etwas derartiges anzuvertrauen.

Das war aber jetzt sowieso alles eine unbefriedigende Antwort von Dir. Du sprichst von Konstruktionen durch die Kirche. Diese Pauschalaussagen haben keinen Wert, wenn Du dabei nicht auf den Punkt kommst.
Politiker einer Großpartei dann als ethische Vorbilder heranzuziehen ist beinahe eine exotische Sichtweise. Bis zur nächsten Spendenaffäre und der Aufdeckung von Schwarzkassen gilt aber natürlich die Unschuldsvermutung. Ok, das mag vielleicht auch populistisch rüberkommen. Die Moral und Ethik eines Politikers würde ich zunächst aber nicht nach seiner Außendarstellung beurteilen. Wie Du es wirklich hältst, weiß ich ja nicht. Ich kanns aber nicht wirklich so glauben, wie Du es mir da vorsetzen möchtest.... ::)

Aber egal:
Ein Berufener muss wissen was eine Priesterweihe bedeutet und diese nicht nur als bloßes Amt verstehen. Er muss dabei natürlich bedenken, auf was er alles verzichten muss. Anders ist er nicht dafür geeignet und berufen. Hinter dieser Feststellung kann doch kein Zynismus stecken. Oder würdest Du einen Fußballer Schwanensee tanzen lassen?

Zitat
Zu Art und Weise vorgetragener Kritik gegen die Kirche kann ich für andere hier keine Stellungnahme abgeben

Du willst es bloß nicht. Mit Kritik gegen die Kirche sparst Du freilich nicht.

lg
Andal
« Letzte Änderung: 11. Februar 2011, 18:40:16 von Andal »

 

La Salette 1846



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