Autor Thema: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."  (Gelesen 4578778 mal)

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« Antwort #2536 am: 29. Oktober 2015, 06:40:05 »
Brief des Apostels Paulus an die Römer 8,31b-39.

Brüder! Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns?
Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?
Wer kann die Auserwählten Gottes anklagen? Gott ist es, der gerecht macht.
Wer kann sie verurteilen? Christus Jesus, der gestorben ist, mehr noch: der auferweckt worden ist, sitzt zur Rechten Gottes und tritt für uns ein.
Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert?
In der Schrift steht: Um deinetwillen sind wir den ganzen Tag dem Tod ausgesetzt; wir werden behandelt wie Schafe, die man zum Schlachten bestimmt hat.
Doch all das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat.
Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten
der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.

Psalm 109(108),21-22.26-27.30-31.

Du, Herr und Gebieter,
handle an mir, wie es deinem Namen entspricht,
reiß mich heraus in deiner gütigen Huld!
Denn ich bin arm und gebeugt,
mir bebt das Herz in der Brust.

Hilf mir, Herr, mein Gott,
in deiner Huld errette mich!
Sie sollen erkennen, dass deine Hand dies vollbracht hat,
dass du, o Herr, es getan hast.

Ich will den Herrn preisen mit lauter Stimme,
in der Menge ihn loben.
Denn er steht dem Armen zur Seite,
um ihn vor falschen Richtern zu retten.

Evangelium nach Lukas 13,31-35.

Zu jener Zeit kamen einige Pharisäer zu Jesus und sagten: Geh weg, verlass dieses Gebiet, denn Herodes will dich töten.
Er antwortete ihnen: Geht und sagt diesem Fuchs: Ich treibe Dämonen aus und heile Kranke, heute und morgen, und am dritten Tag werde ich mein Werk vollenden.
Doch heute und morgen und am folgenden Tag muss ich weiterwandern; denn ein Prophet darf nirgendwo anders als in Jerusalem umkommen.
Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst die Boten, die zu dir gesandt sind. Wie oft wollte ich deine Kinder um mich sammeln, so wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel nimmt; aber ihr habt nicht gewollt.
Darum wird euer Haus von Gott verlassen. Ich sage euch: Ihr werdet mich nicht mehr sehen, bis die Zeit kommt, in der ihr ruft: Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn!
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #2537 am: 30. Oktober 2015, 06:43:46 »
Hl. Johannes Paul II. (1920-2005), Papst

« Der Sabbat ist für den Menschen da » (Mk 2,27)

Indem der »Sabbat«, der von Gott gesegnete und für heilig erklärte siebte Tag, das gesamte Schöpfungswerk einschließt, steht er in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Werk des sechsten Tages, an dem Gott den Menschen »als sein Abbild« schuf (vgl. Gen 1,26). Dieser unmittelbarste Zusammenhang zwischen dem »Tag Gottes« und dem »Tag des Menschen« war den Kirchenvätern in ihren Betrachtungen über den Schöpfungsbericht nicht entgangen. Ambrosius sagt dazu: »Dank sei daher dem Herrn, unserem Gott, der ein Werk schuf, wo er Ruhe finden konnte. Er schuf den Himmel, aber ich lese nichts davon, daß er sich dort ausgeruht habe; er schuf die Sterne, den Mond, die Sonne, und auch hier lese ich nicht, daß er sich bei ihnen ausgeruht habe. Hingegen lese ich, daß er den Menschen schuf und sich dann ausruhte, da er in ihm einen hatte, dem er die Sünden vergeben konnte«. (106) Auf diese Weise wird der »Tag Gottes« für immer direkt mit dem «Tag des Menschen« verbunden bleiben.

Wenn Gottes Gebot lautet: »Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig!« (Ex 20,8), dann ist das gebotene Innehalten, um den ihm geweihten Tag zu ehren, für den Menschen durchaus nicht die Auferlegung einer drückenden Last, sondern vielmehr eine Hilfe, damit er seine lebenswichtige und befreiende Abhängigkeit vom Schöpfer und zugleich die Berufung zur Mitarbeit an seinem Werk und zum Empfang seiner Gnade wahrnimmt. Indem der Mensch die «Ruhe» Gottes ehrt, findet er sich selbst voll und ganz. So stellt sich der Tag des Herrn als zutiefst vom göttlichen Segen gekennzeichnet dar (vgl. Gen 2,3). Dadurch ist dieser Tag, wie die Tiere und die Menschen (vgl. Gen 1,22.28) mit einer Art »Fruchtbarkeit« ausgestattet. Diese drückt sich nicht nur durch die andauernde zeitliche Wiederholung aus, sondern insbesondere in der Belebung und gleichsam in der »Vervielfachung« der Zeit selber. So wird im Menschen durch das Gedenken an den lebendigen Gott die Lebensfreude und das Verlangen, das Leben zu fördern und weiterzugeben, gesteigert.

Apostolisches Schreiben "Dies Domini", § 61 (© Libreria Editrice Vaticana)
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #2538 am: 30. Oktober 2015, 06:45:35 »
Brief des Apostels Paulus an die Römer 9,1-5.

Brüder! Ich sage in Christus die Wahrheit und lüge nicht, und mein Gewissen bezeugt es mir im Heiligen Geist:
Ich bin voll Trauer, unablässig leidet mein Herz.
Ja, ich möchte selber verflucht und von Christus getrennt sein um meiner Brüder willen, die der Abstammung nach mit mir verbunden sind.
Sie sind Israeliten; damit haben sie die Sohnschaft, die Herrlichkeit, die Bundesordnungen, ihnen ist das Gesetz gegeben, der Gottesdienst und die Verheißungen,
sie haben die Väter, und dem Fleisch nach entstammt ihnen der Christus, der über allem als Gott steht, er ist gepriesen in Ewigkeit. Amen.

Psalm 147,12-13.14-15.19-20.

Jerusalem, preise den Herrn,
lobsinge, Zion, deinem Gott!
Denn er hat die Riegel deiner Tore festgemacht,
die Kinder in deiner Mitte gesegnet.

Er verschafft deinen Grenzen Frieden,
und sättigt dich mit bestem Weizen.
Er sendet sein Wort zur Erde,
rasch eilt sein Befehl dahin.

Er verkündet Jakob sein Wort,
Israel seine Gesetze und Rechte.
An keinem andern Volk hat er so gehandelt,
keinem sonst seine Rechte verkündet.

Evangelium nach Lukas 14,1-6.

Als Jesus an einem Sabbat in das Haus eines führenden Pharisäers zum Essen kam, beobachtete man ihn genau.
Da stand auf einmal ein Mann vor ihm, der an Wassersucht litt.
Jesus wandte sich an die Gesetzeslehrer und die Pharisäer und fragte: Ist es am Sabbat erlaubt zu heilen, oder nicht?
Sie schwiegen. Da berührte er den Mann, heilte ihn und ließ ihn gehen.
Zu ihnen aber sagte er: Wer von euch wird seinen Sohn oder seinen Ochsen, der in den Brunnen fällt, nicht sofort herausziehen, auch am Sabbat?
Darauf konnten sie ihm nichts erwidern.


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« Antwort #2539 am: 30. Oktober 2015, 06:47:34 »
Morgenröte - Botschaften

295. Gesetz und Ordnung

2. Oktober 2015, Herz-Jesu-Freitag; № 295
Jesus spricht:
Mein Kind!
Die Traurigkeit liegt in der Traurigkeit und kann sich kaum erheben.
Es flohen die Vögel von Osten nach Westen.
Die Menschen sahen es, trotz großem Sturme.
Man schaute hinterher – es kümmerte sie nicht.
Sie lebten weiter wie bisher. Doch die Zeit währte kurz.
Niederschlag verdeckte die Sicht. Und viele rannten ins Verderben.

Manch einer träumte schon seltsame Dinge.
Doch Veränderungen im Herzen wollten sie nicht.

Viele gingen ans Ufer und hielten Ausschau nach dem Fährmann.
Doch das Wasser bewegte sich nicht.
Diese Stille haben viele nicht ausgehalten.

Ein Jäger ging in den Wald, um den Bestand des Wildes zu überprüfen.
Tage – Nächte – Wochen – Monate – nichts zu sehen, nichts zu hören.
Keine älteren Tiere – keine Jungtiere.
Wie soll der Wald weiterleben ohne Leben?

Mein Kind!
Ja, Ich habe Grenzen gesetzt, als Ich auf Erden lebte und auch heute werde Ich diese Grenzen nicht verändern.
Ich habe Land und Leben geschenkt und es eingezäunt mit Meinen Geboten.
Wer sie durchbricht, wird nie mehr satt werden.

Ordnung und Gesetze:
‚Meine‘ Ordnung und ‚Meine‘ Gesetze liegen in der wahren Freiheit, denn sie führen euch in das Haus Meines Vaters.
Ihr alle seid Kinder Gottes und sollt in der Ordnung Gottes mit Seinen Geboten leben.
Wie viel reicher wären die Menschen auf Erden, wenn sie Meine Gebote in ihren Herzen tragen würden und sie auch leben würden, alle Tage ihres Lebens.

Gefallen ist die Ordnung:
Meine Ordnung hat man zu Boden geworfen und seine eigenen Gebote aufgestellt.
Mein Kind!
Meine Mutter sagte dir: Gehe dort nicht hin, wo viel Geschrei ist.
Laut soll es werden, mit vielen neuen Veränderungen.
Auch Ich sage euch:
Geht dort nicht hin, wo der Mensch im Mittelpunkt steht.
Der Mensch will den Menschen gefallen und fällt in Unordnungen.
Das Leben bricht zusammen ohne Meine Gebote.

Mein Kind!
Sie haben ihre Gewänder abgelegt.
Sie haben schlechten Wein getrunken.
Sie haben verschimmeltes Brot gegessen.
Nur eine Reinigung von Kopf bis Fuß kann die Menschen retten.
Es kommt wie es kommt.
Es wird geschehen, was geschrieben steht.
Das Morgenrot legt sich nieder in das Abendrot, Denn das Abendrot bedeckt die Welt, damit die saure Erde gereinigt werden kann.

Viele Felder sind vergiftet, bringen keine Frucht.
Das Wasser ist verseucht.
Man hat es nicht zur Reinigung genommen, das Wasser das Ich schenkte, sondern es mit schlechtem Wasser vermischt und alle die davon trinken, werden vergiftet sein und bleiben.
Nur Meine Reinigung kann die Menschen verändern.
Doch vorher wird viel Leid geschehen, weil die Menschen uneinsichtig und weltbesessen sind.

Viele ziehen gegen Meine Gebote. Laut, sehr laut.
Viele freuen sich über die vertrockneten Felder. Laut, sehr laut.
Ich selbst habe es gehört.
Ich werde ihre Städte in Trümmer legen
und sie werden in der Wüste wohnen.
Solange, bis Einsicht und Reue in ihren Seelen brennen.
Sie befleckten und beflecken immer wieder Meinen Heiligen Namen.
Viele sind vergiftet, weil sie Meine Liebe und Barmherzigkeit hinausgeworfen haben.
Immer wieder lege Ich Meinen Geist in die Herzen der Menschen.
Doch viele vertreiben ihn durch ihre Gleichgültigkeit und Lieblosigkeit.
Ich stelle Wegweiser auf, damit die Menschen nach Hause finden, doch viele gehen andere Wege; Wege, die ins Verderben führen.

Meinen Kindern ist Feuer und Wasser hingeschüttet.
Sie haben ihren freien Willen und können sich nach dem Feuer ausstrecken, oder nach dem Wasser.
Wer nach dem Feuer greift, wird im Feuer sterben.
Wer nach dem Wasser greift, wird im Wasser sterben.
Leben und Tod. Tod und Leben.
Wonach die Menschen greifen, werden sie erhalten.
Sehr groß ist Meine Barmherzigkeit.
Sehr groß ist auch Meine Gerechtigkeit.

Es kommen Donner und Sturm.
Wohl denen, die ihre Kammern mit Meinen Geboten wärmten.
An ihnen ziehen Donner und Sturm vorüber, weil sie Mir treu ergeben waren.

Selig die Menschen, die die Sünde meiden und die Liebe vermehren.
Sie werden von Meinen Engeln behütet und beschützt werden.
Sie werden ‚durch das Unbefleckte Herz Meiner geliebten Mutter‘ Hoffnung und Kraft erhalten, bis zum Ende ihres Lebens.
So wird es sein!
Für jeden, der Mir treu bleibt!

http://www.morgenroete.eu/index.php/7-botschaften/305-295-gesetz-und-ordnung
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« Antwort #2540 am: 30. Oktober 2015, 06:49:17 »
Morgenröte - Botschaften

296. Die Todesstunde

17. Oktober 2015; № 296
Jesus spricht:
Mein Kind!
Die Fahnen wehen.
Auch wenn dunkle Wolken am Himmel sind, kann man die wehenden Fahnen sehen und wenn der große Sturm sich in viele kleine Stürme legt, werden die Fahnen zerreißen und der Sturm wird die vielen zerrissenen Fahnen forttragen – in alle Richtungen.

Es ist alles neu – und doch liegt es in den alten Gewändern.
Es ist alles alt – und legt sich in die neuen Gewänder.

In vielen Büchern fehlen viele Seiten und auf den übrigen Seiten fehlt oft die Wahrheit.

Im Leben so vieler Menschen fehlt der Boden, der feste Boden.
Es sind Meine Gebote.
Deshalb werden viele Häuser einstürzen.

Der gute Samen wurde ausgetauscht.
Es ist Mein Wort und mit eigenen Worten mit eigenem Samen das Leben gefüllt.
Es wird nicht halten. Es wird keine Frucht bringen, sondern Verderbnis.

In vielen Häusern sitzt der Schimmel der Lüge.
Man kann nicht atmen, um zu leben.
Man wird atmen, um zu sterben.

Mein Haus – soll ein Haus des Friedens, des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe sein.
In Ehrfurcht soll es betreten werden, denn Ich bin gegenwärtig als euer Herr und Gott, als Lamm, das geopfert wurde um eurer Sünden willen und für eure Rettung.

Mein Kind, die Ehrfurcht ging verloren:
Weil man den Glauben vertrieben hat.
Weil man Meine Gebote verändert hat.
Weil man Meine Liebe weggeworfen hat.
Es geschah schon gestern und man wird heute und morgen das wenig Gute vertreiben wollen.

Doch ist der Glaube stark bei Meinen wahren Treuen.

Mein Kind!
Man wird Meinen wahren treuen Kindern niemals Meine Lehre rauben können.
Fest ist ihre Hoffnung. Fest ist ihre Liebe zu Mir.
Auf festem Grund stehen ihre Häuser, ihre Herzen, ihre Seelen.

Mein Kind, viele Lügen werden verbreitet und viele andere fallen in diese Falle hinein.
Wer nicht fest steht zu Meiner Lehre, zu Meinem Wort, wird wanken und den festen Boden der Wahrheit unter den Füßen verlieren.
Mein Kind, so vieles wird verbreitet, was nicht mit Meiner Lehre übereinstimmt.
So vieles wird geredet, was nicht in Meinem Heiligsten Willen liegt.
So vieles wird getan, was Meinen Vater im Himmel beleidigt.
Mein Kind, Sie haben das Schlechtere gewählt.

Auch wenn es oft so scheint, als hätten sie gesiegt:
Liegt doch der Sieg in Meinem Heiligen Kreuz!
Und wer nicht unter dem Kreuz steht, so wie Meine Mutter einst unter dem Kreuze stand, zusammen mit Johannes, wird das Wichtigste verlieren: Die ewige Heimat in Meinem Hause!

Mein Kind!
Sie sorgen sich nicht um ihr Seelenheil.
Sie sorgen sich viel mehr dem Alten entrinnen zu können, damit sie das Neue ganz besitzen.
Die Welt legt sich in die Welt.
Die Welt legt sich in tiefe Schuld.

Was Mein Vater im Himmel verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen.

Wer ist wie Gott?

Wer verändert Seine Gebote?

Wer trägt das Leben, das Ich schenkte, in das Meer des Untergangs?

(Jesus spricht sehr traurig. Die Mutter Gottes reicht Jesus ein weißes Tuch.
Jesus wischt sich die Tränen ab und gibt das Tuch seiner Mutter zurück.
Sie bringt es zu Gott, dem Vater.)

Mein Kind!
Mein Herz blutet, wenn Ich Meine hilflosen Kinder sehe.
Mein Herz blutet, wenn Ich die Gleichgültigkeit und die Wollust in vielen Herzen sehe.

Mein Kind, sie wollen verändern, weil ihnen Mein Wort nicht genügt.

Das Neue, das kommt, spaltet die Erde und das Wasser wird sie verschlingen, jene, die Meine Lehre veränderten.

Mein Kind!
Meine Barmherzigkeit kennt keine Grenzen, doch wenn die Menschen Meinen Vater im Himmel und Meine Mutter immer mehr verspotten, wird Meine Gerechtigkeit ihre Seelen zerreißen.

Ich schenkte Liebe,
damit die Liebe Liebe schenke und die Liebenden neue Liebe zum Leben rufe.
Wer dies verändert, trägt nicht Meine Liebe und Lehre in seinem Herzen, sondern seine oberflächliche, leere Seele zur Schau.
Mein Kind, viele sind verunsichert, weil so vieles verkündet wird von Gottgeweihten,
die Mir aber nicht mehr dienen.
Sie haben sich von Mir abgewandt, von Meiner Lehre, von Meiner Wahrheit.
Mein Kind, in vielen Häusern wird nicht mehr gebetet.
In vielen Häusern gibt es keine Kreuze mehr.
In vielen Häusern liegen Okkultismus und Lügen auf dem Tisch.
Immer mehr und mehr hat man Meine Worte verändert und Neues dazu gelegt.
Nun sind viele Häuser und Herzen überfüllt mit Gotteslästerungen und unnützen Dingen.
Mein Kind, wie viel mehr könnte Ich den Menschen schenken, was zu ihrem Heil dient, wenn sie ihre Herzen öffnen würden, für Meine Liebe und Barmherzigkeit.

Doch werde Ich, wenn die Zeit in der Zeit liegt, die vorherbestimmt ist, die Seelen reinigen, so wie Ich einst den Tempel reinigte, als Ich auf Erden lebte.
Doch viel, viel schmerzlicher wird es für die Seelen, die sich von Mir trennten und sich gegen Meine Lehre stellten.

Meine Kinder, Ich sagte schon oft und sage es auch heute:
Betet für die Feinde der Heiligen Kirche.
Sie haben die Linie überschritten.
Sie wollen nicht mehr zurück.
Wenn sie weitergehen, werden sie untergehen und qualvoll sterben.

Mein Kind, wer weiß um seine Todesstunde?
Wer weiß um die Todesstunde anderer?
Wer kennt diese Qual, diese Todesqual?
Wer kennt diese Angst, diese Todesangst?
Der Wahrheit zu begegnen?

Oft mit wenig Licht, oft ohne Licht.
Oft mit wenig guten Werken, oft ohne gute Werke.
Leer im Kampfe mit der Finsternis.
Wer weiß um diese Wahrheit, die für jeden kommen wird?
Mein Kind!
Wer Gleichgültigkeit, Hass, Kälte, Ungerechtigkeit, Neid, Missgunst, Stolz, Eifersucht, Ungehorsam, Gewalt, Mord, Gotteslästerungen geliebt hat in seinem Leben, und wäre es nur eines davon, wird in seiner Todesstunde in einem großen Kampf mit der Finsternis stehen.
Seine Seele wird sehr viel leiden, um der Gerechtigkeit willen, als bei jenen, die Mir wahrhaftig dienten.
Wie könnte Ich Meine Kinder verlassen in ihrer Todesstunde,
welche Mir doch treu ergeben waren, als sie auf Erden lebten?

Wer Mir auf Erden dient, sich nach Meinen Geboten richtet, und sie auch liebt und lebt, den werde Ich zuerst in Mein Barmherziges Herz legen, ehe die Gerechtigkeit Besitz ergreift.

Mein Kind!
Ich bin gekommen um euch zu ermahnen, weil Ich noch viele Seelen retten will.
Jede Seele ruhte im ersten Atem in Meinem Herzen.
(Seelen von Gott bestimmt.)
Deshalb sind Mir Meine Kinder wichtig.
Viele werden gerettet. Viele wurden schon gerettet.
Zu viele werden verloren gehen. Zu viele sind schon verloren gegangen.

Es ist der Wind der Liebe, der jetzt in eure Herzen weht!
(Jesus öffnet weit Sein Herz.
Die Mutter Gottes und der heilige Josef sind auch noch da. Die ganze Zeit schon.
Es fließen drei Ströme aus Seinem Herzen. Rot – Klar – Gold.
Hinter den drei Strömen sieht man eine weiße Taube.
Dahinter Gott Vater – Sein Antlitz.
Das Herz der Mutter Gottes taucht in das Herz Jesu und das Herz des heiligen Josef.
Dann sieht man drei Herzen – Die Dreifaltigen Herzen.
Darin das Herz der Mutter Gottes und des heiligen Josef – im Dreifaltigen Herzen.
Dann schließt sich das Herz Jesu.
Man sieht die Mutter Gottes wieder links neben Jesus stehen.
Und rechts von Jesus den heiligen Josef. Sie lächeln.)

Es ist der Wind der Liebe der jetzt in eure Herzen weht, damit er euch berühre und euch zur Umkehr bewege.
Besonders jene, die sich weit von Mir entfernt haben und jenen, die mich schon gefunden haben, schenke Ich Kraft, Stärke, Glaube, Hoffnung und Liebe im überreichen Maße, damit sich alles vermehre, was euch zum Heil dient.
Es sind gar wenige, die Mein Herz erfreuen.
Aber sie sind die wahren Schätze auf Erden.

Ich danke euch, Meine Kinder.
Ich danke euch.
Bleibt in Meiner Liebe – auch im größten Sturm.

Es kommt der Tag, der keinem Tag gleicht.
Es kommt die Nacht, die keiner Nacht gleicht.
Es kommt für jeden.
Es kommt im letzten Atemzug auf Erden, im ersten Atemzug des neuen Lebens.
Das Gesetz.
Mein Gesetz, Meine Lehre, Meine Gebote, Mein Leben.
In jede Seele.
Und das Gute der Seele wird sich mit Meiner Barmherzigkeit vereinen.
Und das Böse der Seele wird sich mit Meiner Gerechtigkeit vereinen.

Meine Barmherzigkeit wird die Seele trösten.
Und Meine Gerechtigkeit wird die Seele in den Ort der Reinigung tragen.
Und alle die da sind werden rufen: Gepriesen sei Gott!
Amen!

http://www.morgenroete.eu/index.php/7-botschaften/306-296-die-todesstunde
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« Antwort #2541 am: 30. Oktober 2015, 19:47:25 »
30. Oktober - Italien. Unsere Liebe Frau „dite la Brune“

Der Rosenkranz des Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort

Der heilige Missionar Ludwig Maria Grignion von Montfort fuhr auf einem, die Seine entlangfahrenden Fährschiff, auf dem sich mindestens 200 Personen, grobe Witze machend und schlüpfrige Lieder singend, zusammenpressten. Kaum hat er sich in dieses Hin und Her von Feilschern und Fischverkäuferinnen begeben, befestigte er sein Kreuz an der Spitze seines Stabes und sich niederkniend rief er: „Diejenigen, die Jesus Christus lieben, mögen sich mir anschliessen, um ihn anzubeten.“

Achselzucken und Gelächter sind die Folge. Da wendet er sich an den ihn begleitenden Bruder Nicolas: „Auf die Knie, lass uns den Rosenkranz beten!“ Unter einer Flut von Anzüglichkeiten, beten die beiden Männer mit entblösstem Haupt, andächtigem Gesicht und ruhig, ihre „Gegrüsset seist du Maria“. Am Ende des ersten Rosenkranzes, erhebt sich der Heilige und lädt mit sanfter Stimme die Mitfahrenden ein, gemeinsam mit ihnen Maria anzurufen. Niemand rührt sich aber während das Gebet wieder beginnt, beruhigt sich das Gejohle. In dem Masse, wie die Anrufe „Heilige Maria, Muttergottes, bitte für uns arme Sünder“, zunehmen, verklärt sich mehr und mehr das Antlitz des Heiligen.

Am Ende der fünf neuen Geheimnisse, leuchtet in seinem Blick ein so inständiges Flehen, klingt seine Stimme so salbungsvoll und voll Autorität, dass, nachdem er die Anwesenden neuerlich beschwört, mit ihm den dritten Rosenkranz zu beten, alle auf die Knie sinken und gehorsam diese lieblichen, seit der Kindheit verlernten Worte, wiederholen. Der heilige Priester kann sich freuen: aus einer Vorstellung von Obszönitäten hat er ein Heiligtum gemacht; von Lippen, gewöhnt an Blasphemien, ertönt der Name Mariens.
 

Aus: Marianische Sammlung 1975, Seite 12
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #2542 am: 30. Oktober 2015, 19:49:35 »
Gebet für die Bekehrung Deutschlands

Heiliger Erzengel Michael, Schirmherr der heiligen Kirche Gottes, auf Bitte Kaiser Karls des Großen und der Bischöfe seines Reiches hat das Oberhaupt der Christenheit dich zum Schutzpatron des heiligen Römischen Reiches erhoben.

Unser Volk als geschichtlicher Träger dieses Reiches hat sich über ein Jahrtausend von deinem Geist im Kampf für Gott und seine Rechte beseelen lassen und so für die einzigartige christliche Kultur gearbeitet und sie ausgebreitet. In deinem Namen und unter deinem Banner haben Kaiser Otto der Große und der heilige Bischof Ulrich von Augsburg diese christliche Kultur in großen Kämpfen gegen übermächtige heidnische Gegner sieghaft behauptet.

Der hl. Petrus Canisius, der zweite Apostel Deutschlands in den schweren Jahren der Glaubensspaltung, stellte unter deinem Patronat den wahren katholischen Glauben für große Teile unserer Heimat wieder her.

Dennoch wurde durch die protestantische Irrlehre unser Volk im Glauben gespalten und hat an seiner großen Berufung in der Geschichte des Heils gefrevelt. Unermeßliche Demütigungen und Züchtigungen haben uns daher heimgesucht. Lügengeister und falsche Idole haben unser Land verführt. Schwer lastete deswegen die Hand Gottes auf uns.

Heiliger Erzengel Michael, derallmächtige und barmherzige Gott hat dem deutschen Volk in seiner allweisen Vorsehung die äußere Einheit wieder erstehen lassen. Streite du, o Führer der himmlischen Heerscharen, in dieser Stunde unserer Geschichte für die Rechte Gottes! Erflehe unserem Volk die Einheit im katholischen Glauben und die Unterwerfung unter den Stuhl Petri. Führe uns alle zum erlösenden Kreuze Jesu Christi und zu seinem von Liebe glühenden Herzen!

Hilf uns, durch vorbildlichen Tugendwandel das Glaubens- und Sittenleben unseres Volkes von neuem zu erwecken und zu fördern. Mögen wir besonders dem Verbrechen der Tötung ungezählter Kinder im Mutterschoß sowie der sittlichen Zerrüttung durch eine schamlose Unkultur wirksam begegnen können!

Unser Vertrauen richtet sich insbesondere und rückhaltlos auf die allerseligste Jungfrau Maria, die Königin der Engel, und ihre allesvermögende Fürspräche am Gnadenstuhl der allerheiligsten Dreifaltigkeit.

Lasset uns beten:
Allmächtiger, ewiger Gott, in Deiner Hand liegt die Gewalt aller Machthaber und das Recht aller Völker, schaue gnädig auf jene, die uns kraft ihres Amtes regieren, damit allerorten unter dem Schutz Deiner Rechten die Unversehrtheit der Religion gewahrt bleibe und der Bestand des Vaterlandes gesichert sei.

(Gebet für die Staatenlenker aus dem Missale Romanum)
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #2543 am: 30. Oktober 2015, 19:52:21 »

Joseph Ratzinger: Die neuen Heiden und die Kirche (1958)

1958 machte sich Joseph Ratzinger scharfsichtig Gedanken zur Situation der Kirche in einer damals scheinbar noch zutiefst christlich geprägten Kultur: Das neue Heidentum wachse „im Herzen der Kirche selbst“ und drohe sie „von innen her auszuhöhlen". Die notwendige Entweltlichung der Kirche im alten Europa stellt auch die Frage, was mit den neuen Heiden geschieht. Hat Gott für sie einen anderen Heilsweg vorgesehen?

Nach der Religionsstatistik ist das alte Europa noch immer ein fast vollständig christlicher Erdteil. Aber es gibt wohl kaum einen zweiten Fall, in dem jedermann so genau wie hier weiß, dass die Statistik täuscht: Dieses dem Namen nach christliche Europa ist seit rund vierhundert Jahren zur Geburtsstätte eines neuen Heidentums geworden, das im Herzen der Kirche selbst unaufhaltsam wächst und sie von innen her auszuhöhlen droht. Das Erscheinungsbild der Kirche der Neuzeit ist wesentlich davon bestimmt, dass sie auf eine ganz neue Weise Kirche der Heiden geworden ist und noch immer mehr wird: nicht wie einst, Kirche aus den Heiden, die zu Christen geworden sind, sondern Kirche von Heiden, die sich noch Christen nennen, aber in Wahrheit zu Heiden wurden. Das Heidentum sitzt heute in der Kirche selbst, und gerade das ist das Kennzeichnende sowohl der Kirche unserer Tage wie auch des neuen Heidentums, dass es sich um ein Heidentum in der Kirche handelt und um eine Kirche, in deren Herzen das Heidentum lebt. Der Mensch von heute kann also als Normalfall den Unglauben seines Nachbarn voraussetzen.

Als die Kirche entstand, ruhte sie auf der geistigen Entscheidung des Einzelnen zum Glauben, auf dem Akt der Bekehrung. Wenn man anfangs erhofft hatte, dass sich eine Gemeinschaft von Heiligen schon hier auf der Erde aus diesen Bekehrten erbauen werde, eine „Kirche ohne Fehl und Runzel“, so musste man sich unter schweren Kämpfen immer mehr zu der Erkenntnis durchringen, dass auch der Bekehrte, der Christ, ein Sünder bleibt und dass selbst die schwersten Vergehen in der christlichen Gemeinschaft möglich sein werden. Aber wenn der Christ demnach auch kein moralisch Vollendeter war und in diesem Sinn die Gemeinschaft der Heiligen immer unfertig blieb, gab es doch eine Grundgemeinsamkeit. Kirche war eine Gemeinschaft von Überzeugten, von Menschen, die eine bestimmte geistige Entscheidung auf sich genommen hatten und sich dadurch von all denen abhoben, die sich dieser Entscheidung verweigerten. Im Mittelalter bereits änderte sich dies dadurch, dass Kirche und Welt identisch wurden und so Christsein im Grunde keine eigene Entscheidung mehr war, sondern eine politisch-kulturelle Vorgegebenheit.

Drei Ebenen der Entweltlichung

Heute ist die äußere Deckung von Kirche und Welt geblieben; die Überzeugung jedoch, dass sich darin – in der ungewollten Zugehörigkeit zur Kirche – eine besondere göttliche Huld, eine jenseitige Heilswirklichkeit verbirgt, ist gefallen. Fast niemand glaubt so recht, dass an dieser sehr zufällig kulturpolitischen Vorgegebenheit „Kirche“ etwa das ewige Heil hängen kann. So ist es verständlich, dass heute vielfach sehr eindringlich die Frage gestellt wird, ob man nicht die Kirche wieder in eine Überzeugungsgemeinschaft verwandeln sollte, um ihr so ihren großen Ernst wieder zu geben. Das würde bedeuten, dass man auf die noch vorhandenen weltlichen Positionen rigoros verzichtet, um einen Scheinbesitz abzubauen, der sich mehr und mehr als gefährlich erweist, weil er der Wahrheit im Wege steht.

Es wird der Kirche auf die Dauer nicht erspart bleiben, Stück um Stück von dem Schein ihrer Deckung mit der Welt abbauen zu müssen und wieder das zu werden, was sie ist: Gemeinschaft der Glaubenden. Tatsächlich wird ihre missionarische Kraft durch solche äußere Verluste nur wachsen können: Nur wenn sie aufhört, eine billige Selbstverständlichkeit zu sein, nur wenn sie anfängt, sich selber wieder als das darzustellen, was sie ist, wird sie das Ohr der neuen Heiden mit ihrer Botschaft wieder zu erreichen vermögen, die sich bisher noch in der Illusion gefallen können, als wären sie gar keine Heiden.

Freilich wird ein solches Zurücknehmen äußerer Positionen auch einen Verlust von wertvollen Vorteilen bringen, die sich aus der heutigen Verflechtung der Kirche mit der Öffentlichkeit zweifellos ergeben. Es handelt sich dabei um einen Prozess, der mit oder ohne Zutun der Kirche vor sich gehen wird, auf den sie sich also einstellen muss. Alles in allem muss man bei diesem notwendigen Vorgang der Entweltlichung der Kirche drei Ebenen genau auseinander halten: die Ebene des Sakramentalen, die der Glaubensverkündigung und die des persönlich-menschlichen Verhältnisses zwischen Gläubigen und Ungläubigen.

Die Ebene des Sakramentalen, einst von der Arkan-Disziplin umgrenzt, ist die eigentliche innere Wesensebene der Kirche. Es muss wieder klar werden, dass Sakramente ohne Glauben sinnlos sind, und die Kirche wird hier allmählich und in aller Behutsamkeit auf einen Aktionsradius verzichten müssen, der letztlich eine Selbsttäuschung und eine Täuschung der Menschen einschließt.

Je mehr die Kirche hier die Selbstabgrenzung, die Unterscheidung des Christlichen, wenn nötig zur kleinen Herde hin, vollziehen wird, desto realistischer wird sie auf der zweiten Ebene, auf der der Glaubensverkündung, ihre Aufgabe erkennen können und müssen. Wenn das Sakrament die Stelle ist, wo die Kirche sich gegen die Nichtkirche abschließt und abschließen muss, dann ist das Wort die Art und Weise, mit der sie die offene Geste der Einladung zum Gottesmahl weiterführt.

Auf der Ebene der persönlichen Beziehungen schließlich wäre es ganz verkehrt, aus der Selbstbegrenzung der Kirche, die für den sakramentalen Bereich gefordert wurde, eine Abkapselung des gläubigen Christen gegenüber seinen nichtgläubigen Mitmenschen ableiten zu wollen. Natürlich soll unter den Gläubigen selber allmählich wieder etwas wie die Brüderlichkeit der Kommunikanten aufgebaut werden, die sich durch ihre gemeinsame Zugehörigkeit zum Gottestisch auch im privaten Leben miteinander verbunden fühlen und wissen, dass sie in Notsituationen aufeinander zählen können, eben wirklich eine Familiengemeinschaft sind. Aber das darf keine sektiererische Abschließung zur Folge haben, sondern der Christ soll gerade auch ein fröhlicher Mensch unter Menschen sein können, ein Mitmensch, wo er nicht Mitchrist sein kann.

Zusammenfassend können wir als Ergebnis dieses ersten Gedankenkreises festhalten: Die Kirche hat zunächst den Strukturwandel von der kleinen Herde zur Weltkirche durchgemacht; sie deckt sich seit dem Mittelalter im Abendland mit der Welt. Heute ist diese Deckung nur noch Schein, der das wahre Wesen der Kirche und der Welt verdeckt und die Kirche zum Teil an ihrer notwendigen missionarischen Aktivität hindert. So wird sich über kurz oder lang mit dem oder gegen den Willen der Kirche nach dem inneren Strukturwandel auch ein äußerer, zum pusillus grex, zur kleinen Herde vollziehen.

Ein zweiter Heilsweg?

Neben der damit skizzierten Strukturänderung der Kirche ist aber auch eine Bewusstseinsverschiebung beim Gläubigen zu bemerken, die sich aus dem Faktum des innerkirchlichen Heidentums ergeben hat. Dem Christen von heute ist es unausdenkbar geworden, dass das Christentum, genauerhin die katholische Kirche, der einzige Heilsweg sein soll; damit ist die Absolutheit der Kirche und damit auch der strenge Ernst ihres missionarischen Anspruchs, ja aller ihrer Forderungen von innen her fragwürdig geworden. Wir können nicht glauben, dass der Mensch neben uns, der ein prächtiger, hilfsbereiter und gütiger Mensch ist, in die Hölle wandern wird, weil er kein praktizierender Katholik ist. Die Vorstellung, dass alle „guten“ Menschen gerettet werden, ist heute für den normalen Christen ebenso selbstverständlich wie früher die Überzeugung vom Gegenteil.

Der Gläubige fragt sich ein wenig verwirrt: Warum können die draußen es so einfach haben, wenn es uns so schwer gemacht wird? Er kommt dahin, den Glauben als eine Last und nicht als Gnade zu empfinden. Auf jeden Fall bleibt ihm der Eindruck zurück, dass es letztlich zwei Heilswege gibt: den durch die bloße und sehr subjektiv zugemessene Moralität für die außerhalb der Kirche Stehenden und den kirchlichen. Er kann nicht das Empfinden haben, als hätte er den angenehmeren erwischt; auf jeden Fall ist seine Gläubigkeit durch die Aufrichtung eines Heilsweges neben der Kirche empfindlich belastet. Dass die missionarische Stoßkraft der Kirche unter dieser inneren Unsicherheit aufs empfindlichste leidet, ist klar.

Die Wenigen und die Vielen

Ich versuche als Antwort auf diese den Christen von heute wohl am meisten belastende Frage in ganz kurzen Andeutungen zu zeigen, dass es nur einen Heilsweg gibt, nämlich den über Christus. Ihm eignet aber von vornherein ein doppelter Radius: er betrifft „die Welt“, „die vielen“ (das heißt alle) ; gleichzeitig aber wird gesagt, sein Ort sei die Kirche. So gehört zu diesem Weg vom Wesen her ein Zueinander von „wenigen“ und „vielen“, das als ein Füreinander Teil der Form ist, in der Gott rettet – nicht Ausdruck für das Misslingen göttlichen Wollens. Das fängt schon damit an, dass Gott das Volk Israel aus allen Völkern der Welt ausgrenzt als das Volk seiner Erwählung. Soll das etwa heißen, dass nur Israel erwählt ist und dass alle anderen Völker zum Abfall geworfen werden?

Am Anfang sieht es in der Tat so aus, als ob diese Nebeneinanderstellung von erwähltem Volk und nicht-erwählten Völkern in diesem statischen Sinn zu denken wäre: als ein Nebeneinander zweier verschiedener Gruppen. Aber sehr bald zeigt sich, dass es nicht so ist; denn in Christus wird das statische Nebeneinander von Juden und Heiden dynamisch, so dass nun gerade auch die Heiden durch ihre Nicht-Erwähltheit hindurch zu Erwählten werden, ohne dass dadurch die Erwählung Israels endgültig illusorisch würde, wie das 11. Kapitel vom Brief des Apostels Paulus an die Römer zeigt. So sieht man, dass Gott Menschen auf zweierlei Art erwählen kann: direkt oder durch ihre scheinbare Verwerfung hindurch. Deutlicher gesagt: Man stellt fest, dass Gott zwar die Menschheit in die „Wenigen“ und die „Vielen“ einteilt, eine Unterteilung, die in der Schrift immer wiederkehrt. Jesus gibt sein Leben als Lösegeld für „die vielen“ (Mk. 10,45) ; das Gegenüber von Juden und Heiden und Kirche und Nicht-Kirche wiederholt diese Teilung in die Wenigen und die Vielen.

Aber Gott teilt die Menschheit nicht deshalb in die Wenigen und die Vielen, um diese in die Abfallgrube zu werfen und jene zu retten; auch nicht, um die Vielen leicht und die Wenigen umständlich zu retten, sondern er benutzt die Wenigen gleichsam als den archimedischen Punkt, von wo aus er die Vielen aus den Angeln hebt, als den Hebel, mit dem er sie zu sich zieht. Beide haben ihre Stelle im Heilsweg, die verschieden ist, ohne die Einheit des Weges aufzuheben. Man kann dieses Gegenüber erst dann richtig verstehen, wenn man sieht, dass ihm das Gegenüber von Christus und Menschheit, von dem Einen und den vielen zu Grunde liegt. Das Heil des Menschen besteht ja darin, dass er von Gott geliebt wird, dass sein Leben sich am Ende in den Armen der unendlichen Liebe findet. Ohne sie bliebe ihm alles andere leer. Eine Ewigkeit ohne Liebe ist die Hölle, auch wenn einem sonst nichts geschieht. Das Heil des Menschen besteht im Geliebtwerden von Gott. Aber auf Liebe gibt es keinen Rechtsanspruch, auch nicht aufgrund moralischer oder sonstiger Vorzüge. Liebe ist wesentlich ein freier Akt, oder sie ist nicht sie selbst.

So bleibt es also dabei: in dem Gegenüber zwischen Christus, dem Einen, und uns, den Vielen, sind wir des Heiles unwürdig, ob Christen oder Nicht-Christen, Gläubige oder Ungläubige, moralisch oder unmoralisch; keiner „verdient“ das Heil wirklich außer Christus. Aber eben hier geschieht der wunderbare Tausch. Den Menschen allen zusammen gehört die Verwerfung, Christus allein das Heil – im heiligen Tausch geschieht das Gegenteil: Er allein nimmt das ganze Unheil auf sich und macht so den Heilsplatz für uns alle frei.

Der wunderbare Tausch

Alles Heil, das es für den Menschen geben kann, berührt auf diesem Urtausch zwischen Christus, dem einen, und uns, den vielen, und es ist die Demut des Glaubens, dies zuzugeben. Damit könnte die Sache eigentlich ihr Bewenden haben, aber überraschenderweise tritt nun noch dies hinzu, dass sich nach Gottes Willen dieses große Geheimnis der Stellvertretung, von dem die ganze Geschichte lebt, fortsetzt in einer ganzen Fülle von Stellvertretungen und ihre Krönung und Vereinigung in dem Zueinander von Kirche und Nicht-Kirche, von Gläubigen und „Heiden“ hat.

Der Gegensatz von Kirche und Nicht-Kirche bedeutet nicht ein Nebeneinander und nicht ein Gegeneinander, sondern ein Füreinander, in dem jede Seite ihre Funktion besitzt. Den Wenigen, welche die Kirche sind, ist in der Fortführung der Sendung Christi die Vertretung der Vielen aufgetragen, und die Rettung beider geschieht nur in ihrer Zuordnung zueinander und in ihrer gemeinsamen Unterordnung unter die große Stellvertretung Jesu Christi, die sie beide umspannt. Wenn aber die Menschheit in dieser Vertretung durch Christus und in ihrer Fortführung durch die Dialektik von „Wenigen“ und „Vielen“ gerettet wird, so heißt das auch, dass jeder Mensch, dass vor allem die Gläubigen ihre unausweichliche Funktion im Gesamtprozess der Rettung der Menschheit haben. Keiner hat das Recht zu sagen: Siehe, es werden andere gerettet ohne den vollen Ernst des katholischen Glaubens, warum nicht auch ich? Woher weißt du denn, dass der volle katholische Glaube nicht gerade deine sehr notwendige Sendung ist, die Gott dir auferlegt hat aus Gründen, die du nicht markten sollst, weil sie zu den Dingen gehören, von denen Jesus sagt: Du kannst sie jetzt noch nicht verstehen, sondern erst später (vgl. Joh 13,36).

So gilt im Blick auf die modernen Heiden, dass der Christ ihr Heil in Gottes Gnade geborgen wissen darf, von der ja auch sein Heil abhängt, dass er sich aber im Blick auf ihre mögliche Rettung nicht von dem Ernst seines eigenen gläubigen Daseins dispensieren kann, sondern dass gerade ihr Unglaube ihm verstärkter Ansporn zu gefüllterem Glauben sein muss, in dem er sich mit in die Stellvertretungsfunktion Jesu Christi einbezogen weiß, an der das Heil der Welt und nicht bloß das der Christen hängt.

Gott allein rechtfertigt

Ich möchte zum Abschluss diese Gedanken noch etwas verdeutlichen durch eine kurze Auslegung zweier Texte der Schrift, in denen eine Stellungnahme zu diesem Problem erkennbar wird.

Da ist zuerst der schwierige und lastende Text, in dem der Gegensatz von Vielen und Wenigen besonders eindringlich ausgesprochen wird: „Viele sind berufen, Wenige aber auserwählt“ (Mt 22,14). Was besagt dieser Text? Er sagt doch nicht, dass viele verworfen werden, wie man gemeinhin aus ihm heraus hört, sondern zunächst nur, dass es zwei verschiedene Formen des göttlichen Erwählens gibt. Noch genauer: Er sagt deutlich, dass es zwei verschiedene göttliche Akte gibt, die beide auf die Erwählung zielen, ohne uns schon Klarheit zu geben, ob beide auch ihr Ziel erreichen. Wenn man aber den Gang der Heilsgeschichte betrachtet, wie ihn das Neue Testament auslegt, so findet man dieses Herrenwort illustriert: Aus dem statischen Nebeneinander von auserwähltem Volk und nicht erwählten Völkern wurde in Christus ein dynamisches Verhältnis, so dass die Heiden gerade durch die Nichterwähltheit hindurch zu Erwählten wurden und dann freilich durch die Erwählung der Heiden hindurch auch die Juden in ihre Erwählung zurückkehren. So kann uns dieses Wort zu einer wichtigen Lehre werden.

Die Frage nach dem Heil der Menschen ist immer dann falsch gestellt, wenn sie von unten her gestellt wird, als Frage, wie die Menschen sich rechtfertigen. Die Frage des Heils der Menschen ist keine Frage der Selbstrechtfertigung, sondern eine der Rechtfertigung durch Gottes freie Huld. Es geht darum, die Dinge von oben zu sehen. Es gibt nicht zwei Weisen, wie Menschen sich rechtfertigen, sondern zwei Weisen, wie Gott sie erwählt, und diese zwei Weisen der Erwählung durch Gott sind der eine Heilsweg Gottes in Christus und seiner Kirche, der auf dem Zueinander der Wenigen und Vielen und auf dem Stellvertretungsdienst der Wenigen in der Verlängerung von Christi Stellvertretung ruht.

Der zweite Text ist der vom großen Gastmahl (Lk 14,16-24 par). Dieses Evangelium ist zunächst in sehr radikalem Sinne Frohbotschaft, wenn es erzählt, dass am Ende der Himmel vollgestopft wird mit allen, die man nur irgendwie auftreiben kann; mit Leuten, die gänzlich unwürdig sind, die im Verhältnis zum Himmel blind, taub, lahm, Bettler sind. Also ein radikaler Gnadenakt, und wer wollte bestreiten, dass nicht auch etwa all unsere modernen europäischen Heiden von heute auf diese Weise mit in den Himmel hinein kommen können? Jeder hat auf Grund dieser Stelle Hoffnung. Andererseits: Der Ernst bleibt. Es gibt die Gruppe jener, die für immer zurück gewiesen werden. Wer weiß, ob unter diesen zurück gewiesenen Pharisäern nicht auch so mancher ist, der glaubte, sich für einen guten Katholiken halten zu dürfen, in Wirklichkeit aber ein Pharisäer war? Wer weiß freilich umgekehrt, ob unter denjenigen, welche die Einladung nicht annehmen, nicht gerade auch jene Europäer sind, denen das Christentum angeboten war, die es aber haben fallen lassen?

So bleibt für alle Hoffnung und Drohung zugleich. In diesem Schnittpunkt von Hoffnung und Drohung, aus dem sich der Ernst und die hohe Freude des Christseins ergeben, hat der Christ von heute sein Dasein zu meistern inmitten der neuen Heiden, die er auf andere Weise in dieselbe Hoffnung und Drohung gestellt erkennt, weil es auch für sie kein anderes Heil gibt als das eine, an das er glaubt: Jesus Christus, den Herrn.
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

 

La Salette 1846



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